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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Möglich, Friedrich

* 12.10.1902 – ✝ 17.6.1957

Geb. in Berlin-Schöneberg; Vater Ministerialbeamter; 1908 – 20 Schule u. Gymnasium; 1920 – 27 Studium der Mathematik u. Physik an der Univ. Berlin, 1927 Prom.; 1928 Assistent an der TH Berlin; 1929 Assistent u. nach Habil. 1930 Privatdoz. an der Univ. Berlin; 1932 NSDAP, 1938 Ausschl.; 1935 Aufenthalt in Paris u. London; Jan. 1936 Verhaftung wegen »Rassenschande« u. angebl. Devisenschiebung, nach halbjähriger Haft mangels Beweisen freigesprochen; 1937 durch die Univ. gekündigt, Entzug der Lehrerlaubnis; 1937 – 45 freiberufl. wiss. Berater in der Elektroindustrie, u. a. für Osram u. Siemens; hat jüdischen Kollegen zu vermeintlich kriegswichtiger Beschäftigung verholfen und sie so vor der Verfolgung geschützt; kurzz. Militärdienst für das Reichsluftfahrtmin. 1945/1946 Ref. bei der Dt. ZV für Volksbildung; 1946 – 57 Prof. u. Dir. des Inst. für theoret. Physik an der HU Berlin; 1946 Ltr. der physikal. Abt. des Inst. für Med. u. Biol. in Berlin-Buch, das bis zur Übergabe an die DAW im Juli 1947 der SMAD unterstand; 1947 – 57 Dir. des Inst. für Festkörperforschung der DAW; 1946 Initiator der Wiederherausgabe der »Annalen der Physik« u. bis 1957 Mithrsg.; 1952 Mitverf. eines Memorandums zur Entw. der Physik in der DDR; 1952 Mitbegr. der Physikal. Ges.; Vors. des Beirats für Physik beim Staatssekr. für HFS-Wesen; 1953 NP; gest. in Berlin. Hauptarbeitsgebiete: Quantenphysik, Festkörperphysik, Theorie der Halbleiter u. Kristallphosphore, Supraleitung, Biophysik, Hydrodynamik geladener Medien.Hoffmann, D.; Walker, M.: F. M. In: Hoffmann, D.; Macrakis, K. (Hrsg.): Naturwiss. u. Technik in der DDR. Berlin 1998.Peter Nötzold / Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Moldt, Ewald

* 22.4.1927

Geb. in Greifswald; Vater Zimmermann; Mittelschulabschl.; 1943/44 Mitarbeit im Hauptzollamt Stralsund; Wehrmacht, im Frühj. 1945 verwundet. 1945 – 47 Eisenbahner in der Reichsbahndir. Greifswald; 1945 Mitbegr. u. Mitgl. von Antifa. Jugendaussch.; FDJ; 1945/46 SPD/SED; 1947 – 50 Jugendamtsltr. der Krs.- u. Stadtverw.-Akad. Forst-Zinna; 1950 – 52 Studium an der DASR in Forst-Zinna; ab 1952 Mitarb. des MfAA, 1953 – 58 persönl. Ref. von Außenmin.  Lothar Bolz; 1958/59 1. Sekr. der Botschaft in Rumänien; 1959 – 63 Botschaftsrat in Polen; 1963 – 65 Ltr. der Presseabt. des MfAA; 1965 – 70 Botschafter in Rumänien (Nachf. von  Anton Ruh); 1970 – 78 stellv. Außenmin.; 1978 – 88 Ltr. der Ständ. Vertr. der DDR in der Bundesrep. Dtl. (Nachf. von  Michael Kohl); 1973 – 75 Vors. der UNESCO-Kommission der DDR; 1981 Kand., 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1988 – März 1990 stellv. Außenmin.; 1990 Vorruhestand; 1964, 1965 u. 1984 VVO; 1987 Großer Stern der Völkerfreundschaft.Wentker, H.: Außenpolitik in engen Grenzen. München 2007.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Möller, Heinz

* 1897 – ✝ 1941

Über den 1897 in Tarnow geborenen Heinz Möller ist aus der Frühzeit wenig bekannt, Möller war sein Pseudonym, sein richtiger Name Moses Grzyb. Als Funktionär im »Bund«, der jüdisch-sozialistischen Arbeiterbewegung in Polen, seit frühester Jugend mit Karl Radek befreundet. 1919 kam er nach Deutschland, wurde Mitglied der KPD und wirkte zuerst für die Partei in Chemnitz, wo auch seine enge politische Verbindung mit Heinrich Brandler begann. Nach Berlin übergesiedelt, Redakteur an KPD-Zeitungen. Nach dem KPD-Verbot 1923 ging Möller zunächst nach Moskau, von dort nach China und wurde Pressechef von Tschiang Kai-schek. Er blieb bis 1927 in China und war in der Redaktions- und Übersetzungsabteilung der Politischen Hauptverwaltung der Nordfeldzugsarmee beschäftigt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er als China-Spezialist der »Roten Fahne« und des KPD-Pressedienstes, zeitweise Chefredakteur. 1929 von der Komintern als Brandlerianer ausgeschlossen, war er ab Anfang 1929 aktiv in der KPO, veröffentlichte zahlreiche Artikel in deren Zeitschrift »Gegen den Strom« und war zugleich Redakteur des Offenbacher »Volksrechts«, der Wochenzeitung der KPO. Möller hielt in vielen KPO-Ortsgruppen Vorträge über die chinesische Revolution. Nach 1933 kehrte er (wahrscheinlich über die Sowjetunion) wieder nach China zurück, ob im Auftrag der Komintern, ist nicht geklärt. Er lebte u. a. in Shanghai, schrieb für die KP Chinas auch in linken amerikanischen Zeitschriften und leitete eine Gruppe kommunistischer Emigranten in China. Nach 1939 besuchte er mehrfach die Achte Feldarmee und die Neue Vierte Armee (kommunistische Armee-Einheiten) unter Mao und berichtete in der Presse darüber. Heinz Möller fiel im November 1941 im Kampf gegen die japanischen Truppen im Yimeng-Gebirge, Provinz Shandong in Ostchina. Von Dimitroff 1941 rehabilitiert, ehrte ihn die KP Chinas, indem sie ihn im Revolutionsmuseum in Peking erwähnte und an seinem Todesort 1994 ein Denkmal für Heinz Möller enthüllte.

Wer war wer in DDR

Moltmann, Carl

* 23.9.1884 – ✝ 5.2.1960

Geb. in Brüz (Mecklenb.); Vater Ziegler; 1891 – 98 Volksschule; 1898 – 1901 Ausbil- dung zum Tischler in Parchim; 1902 SPD; Dt. Holzarbeiterverb.; 1903 – 07 Wanderschaft; 1911 – 15 Vors. der SPD-Ortsgr. Schwerin; 1915 – 18 Militärdienst, Armierungssoldat; 1919 – 28 Parteisekr. für den südwestl. Teil Mecklenb. u. Red. der sozialdemokrat. Ztg.; 1919 – 33 Mitgl. des Landtags Mecklenb.-Schwerin; 1928 – 33 Ltr. des Landesarbeitsamts Schwerin; 1929 – 33 Stadtverordn. u. Stadtrat in Schwerin; 1932/33 MdR; 1934 – 45 Tabakwarenhändler in Schwerin; 1944 wegen antifa. Haltung kurze Zeit inhaftiert. 1945 Gründer u. Vors. der SPD-Ortsgruppe Schwerin; 1945/46 1. Vors. des Landesverb. Mecklenb.-Vorpom. u. Mitglied des Parteiaussch. der SPD; 1945/46 Ltr. des Landesarbeitsamts, später der Abt. Arbeit u. Sozialfürsorge der Landesverw.; 1946 SED; seitdem Mitgl. des PV bzw. ZK; 1946 – 48 mit  Kurt Bürger Vors. des Landesvorst. Mecklenb.-Vorpom. der SED, danach dessen Mitgl.; 1946 – 52 Abg. u. Präs. des Mecklenb. Landtags; ab 1952 Mitgl. der BL Schwerin der SED; ab 1952 Abg. des Bez.-Tags Schwerin u. Vors. des Bez.-Komitees des DRK; 1954 VVO; 1959 KMO; gest. in Schwerin.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Monden, Richard

* 1903 – ✝ 21.9.1989

Geboren 1903 bei Breslau; Maschinenschlosser. 1920 Mitglied der KJD und der KPD. 1921 wegen Solidarisierung mit Paul Levi ausgeschlossen, aber 1922 Wiedereintritt. 1923 Bezirksleiter der KJD in Breslau, wurde im gleichen Jahr zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, nach Amnestie 1925 entlassen. In Berlin im RFB aktiv, 1926 war er Mitarbeiter der Agitpropabteilung des ZK der KPD. 1927/28 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau, dort aber wegen »rechter Abweichungen« von der Schule relegiert und lebenslänglich aus der Sowjetunion ausgewiesen. Monden kehrte nach Breslau zurück und schloß sich der KPO an, Mitglied der BL Schlesien. 1933 Emigration über Prag nach Paris, ging Monden 1936 nach Spanien. Um die Republik zu verteidigen, kämpfte er in den Reihen der POUM, wurde deshalb aber von der GPU verhaftet. Nach der Freilassung 1938 zurück in Paris, verließ er die KPO und ging zur SAP. 1941 gelangte er in die USA und war als Fabrikarbeiter beschäftigt. Er hielt Kontakt zu seinen Genossen in den USA und Deutschland, betätigte sich aber nicht mehr politisch. Richard Monden starb am 21.September 1989 in Sun City, Kalifornien.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Moogk, Georg

* 26.5.1900 – ✝ 30.6.1948

Geboren am 26. Mai 1900 in Forst, Sohn eines Schuhmachers. Weber in Cottbus, 1919 gemeinsam mit Berta und Paul Hornick Mitbegründer der KPD in Forst. Anfang der zwanziger Jahre Sekretär des Bezirks Lausitz und Mitglied des Zentralausschusses. Delegierter des XI. Parteitages der KPD 1927 in Essen. Nach 1933 zeitweise inhaftiert, wurde 1939 zur Wehrmacht einberufen und kam Ende 1946 schwerkrank aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Politisch war er nicht mehr aktiv. Georg Moogk starb am 30. Juni 1948 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Morgner, Michael

* 6.4.1942

Geb. in Chemnitz; 1960 Abitur; 1961 – 66 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst in Leipzig bei Harry Blume u.  Irmgard Horlbeck-Kappler; ab 1966 freischaff. in Dittersdorf u. Karl-Marx-Stadt / Chemnitz; 1973 Umzug nach Einsiedel; Gründungsmitgl. der »Galerie oben«, bis in die Gegenwart konzeptionelle Arbeiten für das Programm der Galerie; 1974 Reise nach Irkutsk (Sibirien); 1975 Teiln. an Pleinairs in Ahrenshoop u. Hiddensee, drehte einen 8-mm-Kamerafilm mit Thomas Ranft u. Ralf-Rainer Wasse; 1976 Pleinair Ostrauer Scheibe; Reise nach Krakau; Ausstellung in der Galerie Arkade, Berlin; 1977 Mitbegr. der Künstlergr. »Clara Mosch« u. der gleichn. Produktionsgalerie in Adelsberg, dort stattfindende Ausstellungen, Aktionen u. Künstlerfeste wurden zum Treffpunkt der Szene, Beobachtungen durch das MfS führten zur Auflösung der Künstlergr.; Pleinair in Leussow, Aktion Leussow-Recycling, erneut 8-mm-Kamerafilm mit Thomas Ranft u. Ralf-Rainer Wasse; 1981 Pleinair in Gallenthin, Videodokumentation; 1982 Reisen nach Georgien u. Armenien; 1984 Austritt aus dem Bez.-Vorst. des VBK; 1988 Ablehnung weiterer Mitarb. im VBK; 1989 Aussöhnung der Mitgl. der Künstlergr. »Clara Mosch« nach Auffinden des Maßnahmeplans des MfS. 1991 Gründungsmitgl. der Sächs. AdK Dresden u. der Freien AdK Leipzig; 1992 Kunstpreis der Großen Kunstausst. NRW, Düsseldorf; Arbeitsreisen nach Italien, Mexiko u. in die USA; seit 1995 auch Arbeiten als Bildhauer, u. a. die Großskulptur »Reliquie Mensch« (2001 aufgestellt in Frankfurt (Main) u. die Skultur »Spannung« (2001 Chemnitz); 2003 Gastprof. an der Sommerakad. Salzburg; lebt in Einsiedel (b. Chemnitz). Werke: Außenwandbild Harlaß-Gießerei Wittgensdorf (1976 – 80); Diptychon »A« u. »Z« (1982/83); Grafikmappen; M. überschreitet den See bei Gallenthin (1983); Jahreszeiten – Tageszeiten (1984); Ecce Homo (1986).Kat. M. M. Galerie Arkade. Berlin 1976; Kat. M. M. Werkübersicht 1972 – 1991. Städt. Kunstsammlung Chemnitz 1992; Kat. M. M. Inst. für Auslandsbeziehungen Stuttgart 1993 (mit Bibl.).Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Mosler, Heinrich

* 29.1.1911 – ✝ 22.8.1969

Geb. in Schmiedeberg (Krs. Hirschberg, Schles. / Kowary, Polen); Vater Maschinist; Volksschule; 1925 – 29 Lehre u. Arbeit als Glasschleifer; 1927 RFB, 1929 KPD; 1929 –33 arbeitslos; 1932 Mitgl. der KPD-Ortsltg. in Schmiedeberg; nach 1933 illeg. antifasch. Arbeit; im März 1933 festgenommen u. bis Jan. 1934 in Breslau in U-Haft; am 29.11.1933 durch das OLG Breslau wg. »Vorbereitung zum Hochverrat u. Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz« zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt; 1934 – 41 in den Zuchthäusern Groß-Strehlitz u. Luckau sowie im Moorlager Emsland inhaftiert; anschl. erneut illeg. Arbeit; 1941 – 45 Arbeit als Weber. 1945 Bürgermstr. in Schmiedeberg; 1945 / 46 Org.-Sekr., 1946 – 49 Vors. des KPD- bzw. SED-KV Kyritz; 1946 Lehrgang an der SED-PHS; 1947 – 52 Mitgl. der SED-LL u. MdL Brandenb.; 1949 – 52 Vors. der SED-LPKK Brandenb.; 1950 – 58 Kand. der ZPKK der SED; 1952 – 55 Vors. der SED-BPKK Chemnitz / Karl-Marx-Stadt; 1954 / 55 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1955 – 63 2. Sekr. der SED-BL Schwerin; 1958 – 63 Mitgl. der ZRK der SED; 1963 / 64 polit. Mitarb. der SED-BL u. 1964 – 69 Vors. der SED-BPKK Cottbus.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Mrochen, Thomas

* 2.12.1902 – ✝ 2.8.1979

Geb. in Neudorf (Bolko) (Krs. Oppeln, Oberschles./Nowa Wieś Królewska, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Bau- u. Kunstschlosser; 1922 KPD, versch. Funktionen in Schles.; 1932 Kursant der Internat. Lenin-Schule in Moskau; 1933 – 45 Haft im KZ Sonnenburg u. im Zuchthaus Brandenb. 1945/46 KPD-Funktionär in Thür.; 1946 SED; 1946 – 50 zunächst Ltr. des Arbeits- bzw. Jugendamts; anschl. Krs.-Rat in Meiningen; zeitw. Sekr. des FDGB-Krs.-Vorst. Arnstadt; 1950 Eintritt in die DVP/KVP; Inspekteur der HV A der KVP; Ltr. der PKK der Pol. Verw. der KVP/NVA; 1954 – 56 Kand. der ZPKK der SED; Studium an der Politschule der KVP; 1956 Oberst; März 1956 Abberufung als Kand. der ZPKK; später ltd. Mitarb. des MfNV; 1960 – 62 Ltr. der Pol.-Abt. im Bez.-Kommando der NVA Frankfurt (Oder) bzw. Polit-Offz. im Militärbez. 5 in Neubrandenb.; 1962 Oberst a. D.; 1972 u. 1977 VVO; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Mückenberger, Erich

* 8.6.1910 – ✝ 10.2.1998

Geb. in Chemnitz; Vater Bäcker, Mutter Strumpfformerin, Bruder von  Joachim M.; 1916 – 24 Volks- u. Mittelschule; 1924 – 27 Ausbildung zum Schlosser; 1924 SAJ; 1925 – 33 Jungbanner; 1925/26 Jugendltr. in Chemnitz-Gablenz; 1927/28 Krs.-Jugend-Ltr., 1928 – 33 Gaujugend-Ltr. in Chemnitz; 1927 SPD; 1927/28 Höhere FS für Textilindustrie in Chemnitz; 1927 – 30 Schlosser u. Weber in Chemnitz; 1930 – 33 arbeitslos; 1934 – 42 Schlosser u. Automateneinsteller in Chemnitz; 1933 – 35 illeg. Arbeit in Chemnitz; Aug. 1935 verhaftet, 9.11.1935 – 30.8.1936 KZ Sachsenburg; 20.1.1938 nach mehreren Prozessen von der großen Strafkammer Chemnitz zu zehn Mon. Gefängnis wegen »Hochverrats« verurteilt; Sept. 1942 inhaftiert u. Wehrmacht, Strafbat.; Jan. 1945 verwundet; April – Aug. 1945 engl. Kriegsgefangenschaft. Aug. – Nov. 1945 Arbeiter bei den Wolfsburger Motorenwerken in Hannover; Nov. 1945 Sekr. im Antifa-Block in Chemnitz; Dez. 1945 Sekr. im Büro zur Schaffung der Einheit der Arbeiterkl.; 1946 SED-LPS; 1946 – 48 parität. 1. Krs.-Sekr. Stadtkrs., Mitgl. des Krs.-Vorstands der SED Chemnitz u. Stadtverordn.; 1948 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1948 PHS, nach drei Mon. abberufen; 1948/49 parität. 1. Sekr. des SED-LV Sachsen; seit 1949 Mitgl. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer der DDR, später der ZL u. des Präs.; 1949 – 52 1. Sekr. der SED-LL Thür.; 1950 – 89 Abg. der Volkskammer; 1958 – 63 Mitgl. des Aussch. für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1971 – 89 Mitgl. seines Präs., Vors. der SED-Fraktion (Nachf. von  Friedrich Ebert); 1950 – 89 Mitgl. des ZK u. Kand. des PB, seit 1958 Mitgl. des PB; 1952/53 1. Sekr. des SED-BL Erfurt; 1952 – 54 Abg. des Bez.-Tags Erfurt; 1953 – 61 Sekr. des ZK der SED; seit 1956 Mitgl. des Präs. u. des Gen.-Rats der FIR; 1957 VVO; 1960/61 PHS der KPdSU in Moskau; 1961 – 71 1. Sekr. der SED-BL Frankfurt (Oder) (Nachf. von  Eduard Götzl); 1963 – 71 Abg. des Bez.-Tags Frankfurt (Oder); 1963 – 16.11.89 DSF; Mitgl. des Präs., seit 1978 Präs. (Nachf. von  Lothar Bolz); 1970 u. 1985 KMO; 1971 – 89 Vors. der ZPKK des ZK der SED (Nachf. von  Hermann Matern); 1979 Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1986 – 89 Mitgl. des Komitees der Interparl. Gruppe der DDR; 8.11.1989 mit dem PB des ZK der SED zurückgetreten u. Jan. 1990 aus der SED/PDS ausgeschl.; Rentner. Nov. 1995 Anklage u. Prozeß vor dem Berliner LG wegen »Totschlags u. Mitverantw. für das Grenzregime der DDR«; im Aug. 1996 wurde das Verfahren gegen ihn wegen Verhandlungsunfähigkeit abgetrennt u. vorläufig eingestellt; gest. in Berlin.Der Jugend jede Unterstützung. Berlin 1952; Die pol. Massenarbeit im Dorf u. die nächsten Aufgaben in der Landw. Berlin 1954; Kommunisten werden im Kampf erzogen. Berlin 1980; Der Menschheit ein Leben in Frieden. Ausgew. Reden u. Aufsätze. Berlin 1985.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Mühe, Ulrich

* 20.6.1953 – ✝ 22.7.2007

Geb. in Grimma; Vater Kürschnermeister; POS, Abitur mit Ausbildung als Baufacharb.; 1975 – 79 Schauspielstudium an der Theater-HS Leipzig; 1979 – 82 Engagement in Karl-Marx-Stadt; 1982 Gastspiel an der Volksbühne Berlin; seit 1983 am Dt. Theater u. den Kammerspielen Berlin; 1984 – 90 in zweiter Ehe verh. mit  Jenny Gröllmann; 1985 Kritikerpreis »Die große Klappe«; 1988 Helene-Weigel-Medaille; Mitinitiator der Demonstration vom 4. Nov. 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz. 1990 Dt. Darstellerpreis; nach 1990 u. a. Engagement am Burgtheater Wien; Mitgl. der Abt. Darstellende Kunst der Bayer. Akad. der Schönen Künste; 1991 Gertrud-Eysoldt-Ring der Stadt Rosenheim; 1998 u. 2005 Dt. Fernsehpreis; 2006 Dt. Filmpreis u. Bernhard-Wicki-Filmpreis; Aug. 2006 wurde ihm gerichtl. untersagt, seine ehem. Ehefrau Jenny Gröllmann als IM zu bezeichnen; 2007 Ehrenbürger von Grimma; gest. in Walbeck (Sachsen-Anh.). Haupt- bzw. tragende Rollen u. a. in Henrik Ibsens »Gespenster«, Christian D. Grabbes »Herzog Theodor von Gotland«, Pedro Calderón de la Barcas »Das Leben ein Traum«, William Shakespeares »Der Kaufmann von Venedig«, Johann W. v. Goethes »Egmont«, Gotthold E. Lessings »Philotas«,  Heiner Müllers »Lohndrücker«, William Shakespeare / Heiner Müllers »Hamlet / Hamletmaschine«, Brendan Behans »Die Geisel«; im Film- u. Fernsehen u. a. Johann C. F. Hölderlin in »Hälfte des Lebens« (R:  Christa Kožik, 1984), Hauptrolle in Heinrich v. Kleists »Prinz von Homburg« (TV) u. in »Die Poggenpuhls« (nach Theodor Fontane, TV); 1991 Hauptrolle in »Der kleine Herr Friedemann«; nach 1990 hauptsächl. TV-Filmrollen, u. a. 1986 – 89 »Das Spinnennetz« (R: Bernhard Wicki), 1992 »Stonk«, 1995 »Nikolaikirche« (R.  Frank Beyer), 1997 – 2006 »Der letzte Zeuge« TV-Serie; 2006 Hauptrolle in »Das Leben der Anderen« (R: Florian Henckel v. Donnersmarck, 2007 Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film), für diese Darstellung Dt. Filmpreis 2006, Europ. Filmpreis 2006 u. »Goldene Henne« 2006.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Mühlpforte, Robert

* 27.3.1911 – ✝ 17.8.1972

Geb. in Halle; Vater Klempner; Volksschule; 1925 – 29 Ausbildung zum Maler, danach im Beruf tätig; 1927 KJVD; 1932/33 Mitgl. der BL des KJVD Halle-Merseburg; 1933 nach illeg. Arbeit verhaftet, 1934/35 KZ Esterwegen; danach erneut illeg. Arbeit; 1937 verhaftet, zweieinhalb Jahre Zuchthaus, dann KZ Dachau; 1944 zum Strafbat. Dirlewanger eingezogen, beim ersten Einsatz im Dez. 1944 zur Roten Armee übergelaufen; Kriegsgefangenschaft bis Sept. 1945. 1945 Rückkehr nach Dtl.; tätig in der KPD-BL Halle-Merseburg; 1946 Mitarb. der SED-LL Sachsen-Anh.; 1950 Eintritt in das MfS; Ltr. der Abt. VI der Landesverw. Sachsen-Anh.; 1952 stellv. Operativ des Ltr. der BV Rostock; 1956 stellv. Ltr. der HA II (Spionageabwehr), MfS Berlin; 1957 Ltr. der HA Kader u. Schulung; 1969 Gen.-Major.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Mohr, Arno

* 29.7.1910 – ✝ 23.5.2001

Geb. in Posen (Poznań, Polen); Vater Uffz.; 1924 – 27 in Berlin Lehre als Schildermaler, anschl. Geselle; 1930 Besuch von Abendkursen an der Mstr.-Schule für Grafik; 1933/34 Studium an der Vereinigten Staatsschule für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Charlottenburg, Lehrer M. Klever, E. Wolfsfeld; anschl. freischaff.; 1940 – 46 Militärdienst u. Gefangenschaft. 1946 – 75 Prof. an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; SED; 1970 DAK; 1974 Vors. des VBK Berlin; Mitgl. des Präs. des VBK; ab 1974 Ltr. einer Mstr.-Kl. an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; 1970 u. 1980 NP; gest. in Berlin. Werke: Am 1. Mai 1946 – SED (Plakat); Gemälde: Zwei lesende Jungen (1949), Im Jahre 45 (1973); Wandbilder: Metallurgie Hennigsdorf (gem. mit  Horst Strempel u.  René Graetz 1949), Wendepunkt Dtl. (1956/57); Zeichn.: Erntebinderinnen (1947), Trümmerfrauen (1948), Bodenreform (1953), Trieselnde (1956), Porträts  Helene Weigel,  Bertolt Brecht (1971), In der Werkstatt (1976), Künstlercafé (1958).Mein Lebenslauf (44 Kaltnadelradierungen, Text L. Lang). Berlin 1969. Kat. AdK Berlin 1975; A. M. Das druckgraf. Werk. Galerie Arkade Berlin 1979; A. M. Gemälde u. Druckgrafik. Staatl. Museum Schloß Burgk 1983; Märk. Museum: Zeichnen ist wie schreiben, nur subtiler. A. M. zum 85. Geburtstag. Berlin 1995.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Molkenbur, Norbert

* 15.4.1938 – ✝ 6.12.2009

Geb. in Frankfurt (Oder); Vater Orchestermusiker, Mutter Musikalienhändl.; 1944 – 56 Grund- u. Oberschule in Frankfurt (Oder); 1956 Volontariat bei Radio DDR; 1956 – 58 Mitarb. für Volkskunst beim Rat des Krs. Seelow; 1958 – 62 Stud. der Musikwiss. u. Gesch. an der KMU Leipzig, 1963 Dipl.; 1962 – 82 Mitarb. im Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR; Red. der im Hofmeister-Verlag Leipzig hrsg. Ztschr. »Volkskunst«; Aufbau u. Ltg. des Verlags Zentralhaus-Publikation; 1983 – 90 Dir. des Musikverlags VEB Edition Peters; 1958 – 90 SED; 1977 Banner der Arbeit; 1974 Verdienstmed. der DDR; 1988 Johannes-R.-Becher-Med.; 1986 Mitgl. des Bezirksvorst. Leipzig des Verb. der Komponisten u. Musikwissenschaftler; 1987 Mitgl. der BL Leipzig des KB (Vors. der Kommission Musik); 1987 Berufs- u. Rechtskommission des Zentralvorst. des Komponistenverb.; 1987 Vors. der Sekt. Kultur- u. Kunstwiss. der URANIA Leipzig; Lehrtätigkeit an der Zentralen Volkskunstschule u. an versch. Bezirkskulturakad. 1990 Geschäftsf. der Edition Peters Leipzig GmbH u. der C. F. Peters Leipzig Vertrieb GmbH innerhalb der Verlagsgruppe C. F. Peters Frankfurt (Main), Leipzig, London, New York; 2003 Ruhestand, in der Edition Peters Beauftragter der Verlagsarchive im Sächs. Staatsarchiv Leipzig; 1998 Gründungsmitgl. u. Vereinsvorstand der Edvard-Grieg-Gedenk- u.-Begegungsstätte Leipzig e. V.; Mitgl. der Lene-Voigt-Gesell.; zahlr. Zeitschriftenartikel, Musikrezensionen u. Buchbeiträge; gest. in Leipzig.u. a. Lexikon der Tanzkunst. Leipzig 1972; Oda Schottmüller. Leipzig 1983; C. F. Peters 1800 – 2000. Stationen einer Verlagsgeschichte. Leipzig 2001.Christoph Links

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Möller, Walter

* 2.1.1912 – ✝ 1.10.1992

Geboren am 2. Januar 1912 in Elgersburg/Thüringen, Sohn eines Glasbläsers; technischer Kaufmann. 1927 wurde er Mitglied des KJVD, Polleiter des KJVD in Arnstadt und gehörte der KJVD-BL Thüringen an. 1930 wegen »Rechtsabweichnungen« aus dem KJVD ausgeschlossen, wurde er Mitglied der KPO-Jugend und arbeitete im KPO-nahen Junius-Verlag als Expedient. 1933 illegal tätig, emigrierte zunächst in die Schweiz, im Sommer 1933 nach Prag, und Ende 1933 zu den Eltern, die seit 1931 als Facharbeiter in der Sowjetunion lebten. Möller wurde in Moskau wieder in den KJVD aufgenommen und arbeitete bis 1937 als Laborant. Nachdem sein Vater Otto 1937 vom NKWD verhaftet und erschossen wurde, kehrte Möller mit Hilfe des deutschen Konsulats nach Deutschland zurück. Bereits in Tilsit verhaftet, lehnte er eine Propagandaarbeit gegen die Sowjetunion ab und wurde daraufhin zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. 1939 Arbeiter in einer Glasfabrik in Ilmenau, zog er 1940 nach Hamburg, illegale Tätigkeit für die KPD auf der Deutschen Werft. Von 1945 bis 1947 Angestellter. 1945 Mitglied der KPD, 1947 hauptamtlich, bis 1950 Mitglied des Sekretariats der KPD-Landesleitung Hamburg, von 1947 bis 1953 Abgeordneter der Bürgerschaft. Im Zusammenhang mit den Kampagnen gegen Titoisten wurde Möller wegen angeblicher fraktioneller Tätigkeit in der Hamburger Leitung der KPD (Harry Naujoks, Karl Grunert) im Januar 1950 abgelöst. Möller erhielt eine »Rüge« und für ein Jahr Funktionsverbot; später stillschweigend rehabilitiert, arbeitete er als Angestellter. 1968 trat er der DKP bei, war viele Jahre stellvertretender Vorsitzender der ZRK der DKP und leitete von 1975 bis 1987 das Kuratorium der »Gedenkstätte Ernst Thälmann« in Hamburg. Walter Möller starb am 1.Oktober 1992 in Hamburg.

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Mommer, Karl

* 13.3.1910 – ✝ 3.9.1990

(* 1910 – † 1990) Geboren am 13. März 1910 in Wevelinghofen/ Niederrhein, Sohn eines kommunistischen Funktionärs und späteren Metalldrehers. 1929 Abitur, Studium der Sozialwissenschaften in Graz, Wien und Berlin. Dort führendes Mitglied der Kostufra und 1930 Mitglied der KPD. 1933 illegale Tätigkeit für die KPD, im Januar 1934 in Düsseldorf verhaftet und zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Im November 1935 flüchtete er vor einer erneut drohenden Verhaftung nach Brüssel. Er setzte das Studium fort und promovierte 1938 bei Hendrik de Man mit einer Dissertation »Der junge Marx und der Staat«. Privatlehrer und Buchhalter, hielt weiter Verbindung zur KPD-Emigrationsleitung in Brüssel. Zu dieser gehörte seit 1936 auch seine Schwester Elvira (*1905 – † ?), sie flüchtete später in die UdSSR, wurde dort 1938 verhaftet und in einen Gulag deportiert. Karl Mommer trat 1938 aus der KPD aus und wurde Mitglied der SPD. Er war bis 1941 in Frankreich interniert und anschließend bis 1944 landwirtschaftlicher Pächter mit Verbindungen zur französischen Résistance. 1945 in Paris Mitarbeiter der Landesgruppe deutscher Sozialdemokraten, im Juli 1946 kehrte er nach Deutschland zurück. Hier war er bis 1949 im Büro für Friedensfragen tätig, Mitglied des SPD-Landesvorstands in Stuttgart, dort saß er 1948/49 im Wirtschaftsrat. Von 1949 bis 1969 war Mommer Abgeordneter im Deutschen Bundestag, von 1957 bis 1966 auch Geschäftsführer der SPD-Fraktion und von 1966 bis 1969 Vizepräsident des Bundestages. Er galt als führender Vertreter des rechten SPD-Flügels, wandte sich besonders scharf gegen die DDR und die anderen kommunistischen Diktaturen. 1969 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz mit Schulterband. Karl Mommer starb am 3.September 1990.

Wer war wer in DDR

Mönkemeyer, Gerd

* 25.5.1927

Geb. in Leipzig; 1941 – 44 Berufsausbildung; Wehrdienst. 1946 CDU; 1946 – 50 Studium, Dipl.-Wirtsch.; 1950 – 53 Sachbearb., zul. Abt.-Ltr.; 1953 – 60 Hauptbuchhalter u. Finanzdir. im Außenhandelsmin.; 1958 – 71 Mitgl. der Stadtvertretervers. Berlin; 1960 – 68 FS-Lehrer an der FS für Außenhandel; seit 1966 Mitgl. des Bez.-Vorst. Berlin der CDU; 1968 – 77 Stellv. des Min. für Außenwirtschaft; seit 1977 Vizepräs. der Kammer für Außenhandel; 1968 – 72 Kand., seit 1972 Mitgl. des Hauptvorst. der CDU; Präs. der gem. Handelskammer DDR-Jugosl.; 1987 Stern der Völkerfreundschaft.Helmut Müller-Enbergs

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Morche, Helmut

* 25.2.1930

Geb. in Pratau (Krs. Wittenberg); Vater Gleisbauarb.; 1936 – 44 Grundschule; 1944 – 47 Berufsschule, Lehre als Lokomotivschlosser; 1947 – 50 Arbeit als Schlosser im Stickstoffwerk Piesteritz, 1950 / 51 dort FDJ-Sekr.; 1951 Instrukteur, 1951 / 52 Ltr. der Abt. Arbeiterjugend der FDJ-KL Halle; 1952 / 53 1. Sekr. der FDJ-Stadtbezirksltg. Halle 2; 1953 SED; 1953 – 55 2. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Halle; 1955 / 56 Lehrgang an der SED-BPS Halle; 1956 – 61 1. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Halle; 1961 – 63 Ltr. der Abt. Org. / Kader der SED-Stadtltg. Halle; 1962 – 66 Abendstudium an der Ingenieurschule Leipzig, Abschluß als Technologe; 1963 – 66 2. Sekr. der SED-Stadtltg. Halle; 1966 – 69 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1969 – 80 1. Sekr. der SED-KL Bitterfeld; 1973 VVO; 1980 – 89 Sekr. für Landw. der SED-BL Halle; 1986 – 89 Kandidat des ZK der SED; Nov. / Dez. 1989 2. Sekr. der SED-BL Halle; 1990 Vorruhestand.Mario Niemann

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Morgner, Edwin

* 1.11.1884 – ✝ 31.1.1943

Geboren am 1. November 1884 in Meerane/ Sachsen, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte von 1899 bis 1903 Dreher. Nach Wanderschaft mit Arbeitsstätten in Solingen und Köln, von 1905 bis 1909 in Gera, er war Mitglied und Funktionär des DMV. Bereits 1902 in die SPD eingetreten, beteiligte er sich von 1907 bis 1909 als DMV-Funktionär maßgeblich an Streikaktionen und wurde deswegen auf eine »schwarze Liste« der Unternehmer gesetzt. Seit 1907 mit Gertrud Müller ( Gertrud Morgner) verheiratet, beide übersiedelten 1909 nach Jena, er war dort Dreher in den Optischen Werken von Carl Zeiss. 1916 Mitbegründer der Spartakusgruppe in Jena, Edwin Morgner nahm als Delegierter am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin teil. Im Anschluß daran gründete er mit Gertrud Morgner die KPD-Ortsgruppe in Jena. Vom V. Parteitag 1920 für Thüringen in den Zentralausschuß gewählt, verließ er 1921 Jena und wurde Abnahmebeamter für Werkzeugmaschinen in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Seit 1931 lebte Morgner wieder mit seiner Frau zusammen und beide reisten im März 1932 in die Sowjetunion. Hier arbeitete er als Spezialist für Werkzeugmaschinen und Inspekteur für die Kontrolle von importierten Maschinen aus Deutschland. Als Politemigrant anerkannt, wurde er im Juli 1938 (offiziell wegen Personalabbaus) von seiner Funktion entbunden und fing als einfacher Kontrolleur für Schneidewerkzeuge in einem Moskauer Betrieb an. Morgner wandte sich mehrmals erfolglos wegen dieser unterqualifizierten Beschäftigung an sowjetische Behörden. In der Nacht zum 11.September 1941 wurde Edwin Morgner in Moskau verhaftet, die näheren Umstände seiner Verhaftung und seines Todes sind bis heute nicht bekannt. Gertrud Morgner erfuhr 1949 lediglich, daß ihr Mann bereits am 31. Januar 1943 gestorben sei.

Wer war wer in DDR

Most, Edgar

* 21.3.1940 – ✝ 12.12.2015

Geb. in Tiefenort (Thür.); Grundschule, 1954 – 62 Lehrling u. Ökonom bei der Dt. Notenbank in Bad Salzungen; 1962/63 Ökonom in der Dt. Investitionsbank, Sonderbankfiliale Schwedt; 1964 Abschluß eines Fernstudiums an der FS für Finanzwirtsch. Gotha; 1964 SED; 1964 – 67 Abt.-Ltr. in der Dt. Investitionsbank, Sonderbankfiliale Schwedt; 1967 – 74 Dir. in der Industrie- u. Handelsbank, Industriebankfiliale Schwedt; 1971 Abschluß eines Fernstudiums an der HfÖ Berlin, Dipl.-Finanzwirtsch.; 1974 – 90 Sektorenltr. u. Abt.-Ltr. in der Zentrale der Staatsbank der DDR in Berlin; ab Febr. 1990 Vizepräs. der Staatsbank der DDR, April 1990 – Juni 1991 Vors. des Vorst. der Dt. Kreditbank AG.; Juli – Dez. 1990 Mitgl. des Vorst. der Dt. Bank – Kreditbank AG; 1980 – 85 als IM »Heinrich« des MfS erf. Dez. 1990 – 2004 Mitgl. der Geschäftsltg. der Dt. Bank AG, Filiale Berlin, 1999 – 2005 Vors. des Vorst. des Ostdt. Bankenverbands; 1999 Ehrensenator der Europa-Univ. Viadrina Frankfurt (Oder); 2004/05 Mitgl. des Beraterkreises der Bundesreg. für den Aufbau Ost; gest. in Berlin.50 Jahre im Auftrag des Kapitals. Berlin 2009.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Mucchi, Gabriele

* 25.6.1899 – ✝ 10.5.2002

Geb. in Turin; Vater Kunstmaler; Abitur; 1916 – 23 Bauing.- u. Architekturstudium an der Univ. Bologna; 1917/18 Kriegsdienst; 1924 – 25 Arbeit in einem Bauunternehmen in Rom; ab 1927 im Büro des Malers u. Architekten Gigiotti Zanini in Mailand; 1928 – 30 Aufenthalt in Berlin; 1929 Teiln. an einer Ausstellung der ital. Künstlergr. Novecento in Berlin; 1931 – 34 Aufenthalt in Paris; 1932 gem. mit Jenny Wiegmann Ausstellung in der Galerie Bonaparte, Paris; seit 1933 verh. mit  Jenny Mucchi-Wiegmann; seitdem in Mailand; Wandmalerei im Palazzo dell’ Arte als Auftragsarbeit für die V. Triennale Mailand; sein Atelier wird zum Zentrum der antifa. Gruppe Corrente; Lebensunterhalt durch Wandmalereien, Architektur- u. Designarbeiten; 1942 Einberufung zum Militär, Hptm.; 1943 Partisan, illeg Arbeit für die kommunist. Presse; Mitbegr. der wichtigsten linken ital. Künstlergr. der Nachkriegszeit; Mitbegr. der Ztschr. Realismo; 1948 Einzelausstellung in einer Fabrik in Sesto San Giovanni; 1949 Ausstellung in der Casa della Cultura, dem Sitz der KPI Mailand; KPI; 1948/49 architekton. u. städtebaul. Entwürfe; 1950 – 52 Teiln. an den Biennalen von Venedig; 1955 Ausstellungen in Prag, Bratislava, Amsterdam u. in der AdK in Berlin. 1956 – 61 Lehrtätigkeit an der Kunst-HS Berlin-Weißensee, ord. Prof.; 1958/59 Wandgemälde »Die Holzfäller« (Boscaioli al lavoro) im Einrichtungshaus am Frankfurter Tor in Berlin; 1961 – 63 Lehrtätigkeit am Inst. für Kunsterziehung der EMAU Greifswald; lebt seitdem abwechselnd in Mailand u. Berlin; 1977 Personalausstellung in der Galerie Poll, Berlin (West); 1983 Retrospektive im Alten Museum Berlin; 1984 Dr. h. c. phil. der HU Berlin; gest. in Berlin. Werke: Zeichnungen zu Voltaires Candide, 1933; Französische Partisanin. Gemälde 1943; Fischerbilder. 1950 – 53; Fischerfrauen. 1957 – 59; Bildnis  Fritz Cremer. 1963; Algerische Partisanen. 1959; Ché Guevara. 1968; Illustrationen zu: Hanns Cibulka: Sizilianisches Tagebuch. Halle 1960; Carlo Goldoni: Krach in Chioggia. Berlin 1970; Voltaire: Candide. Leipzig 1972; Erasmus v. Rotterdam: Lob der Torheit. Leipzig 1985.Le occasioni perdute: memorie 1899 – 1993. Milano 1994 (dt.: Verpaßte Gelegenheiten. Ein Künstlerleben in zwei Welten. Berlin 1997). De Grada, R.: G. M. Dresden 1957; Kat. G. M. Altes Museum Berlin 1983; Mucchi, Realismo + Razionalismo. Galerie Poll Berlin 1989; Kat. G. M. Castello Sforzesco Milano 1999.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Mückenberger, Joachim

* 11.8.1926

Geb. in Chemnitz; Vater Bäcker, Bruder von  Erich M.; Volksschule in Chemnitz; Lehre bei der DR, Reichsbahninspektor; Wehrmacht; 1944 NSDAP. 1946 Vorstudienanstalt; 1947 SED; 1947 – 50 Studium an der Univ. Leipzig, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1950 – 61 Mitarb., dann stellv. Ltr. der ZK-Abt. Kultur; 1961 – 66 GD der DEFA (Nachf. von  Albert Wilkening); 1966 Sekr. des Komitees zum 450. Jahrestag der Reformation; 1967 – 90 GD der Staatl. Schlösser u. Gärten Potsdam-Sanssouci; 1970 Vors. der Gewerkschaft Kunst des Bez. Potsdam; 1976 Vors. des Rats für Museumswesen beim Min. für Kultur; 1979 VVO; verh. mit der Filmwissenschaftlerin Christiane M.Für den Frieden der Welt ? Halle (Saale) 1952. Poss, I., Warnecke, P.: Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Berlin 2006.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Mühlberg, Dietrich

* 29.2.1936

Geb. in Berlin; Vater Techniker, Mutter Sozialarb.; aufgew. in Berlin; 1954 Abitur; 1954 – 59 Studium der Philos. (u. a. bei A. Cornu,  Kurt Hager,  Wolfgang Harich,  Wolfgang Heise,  Georg Klaus) mit Spezialisierung Ästhetik sowie Germanistik u. Kunstgeschichte im Nebenfach an der HU Berlin; 1959 – 61 wiss. Assistent an der EMAU Greifswald; 1961 – 63 wiss. Assistent an der Univ. Sofia (Bulgarien); danach Teiln. am Aufbau der 1963 eingeführten Ausbildungsrichtung »Kulturwiss.« an der HU Berlin; Prom. mit einer Arbeit zur Theorie der Kulturgeschichte; seit 1965 Ltr. der Abt. Kulturtheorie (später Kulturwiss.); 1972 – 77 gewählter Dir. der Sekt. Ästhetik u. Kunstwiss. der HU Berlin; Mitgl. versch. Herausgebergremien, Hrsg. der »Mitteilungen aus der kulturwiss. Forschung«; Forschung u. Lehre zur Kulturtheorie u. zur Kulturgeschichte des Alltags, der sog. »kleinen« Leute u. ihrer sozialen Bew.; 1973 Bildung u. Ltg. einer Arbeitsgr. zur Kulturgeschichte der dt. Arbeiterkl.; 1974 Prof. für Kulturgeschichte an der HU Berlin; Koordinator dt.-dt. Projekte zur Geschichte der Arbeiterkultur, mit  Wolfgang Jacobeit Projektierung u. wiss. Betreuung des Museums »Berliner Arbeiterleben« (eröffn. 1987 in Berlin); Mitgl. der »Multilateralen Kommission soz. Länder für Probleme der Kulturwiss.«; seit 1983 Bemühungen um ein europ. Kulturverständnis u. entsprechende Kulturforschung, des weiteren Studien zu kulturgeschichtl. Aspekten der »sexuellen Frage« u. mod. Geschlechterverhältnisse; mit einsetzender Reformdiskussion ab 1986 Entwürfe zur Neugestaltung von Lehre u. Forschung der Kulturwiss.; ab 1986 beteiligt an Plänen zur Gründung eines kulturwiss. Berufsverb., die im Herbst 1989 mit erweiterter Zielstellung zur »Kulturinitiative 89 – Ges. für demokrat. Kultur« führen, seitdem Vors. des Vereins. 1990 – 96 Forts. der Tätigkeit als HS-Lehrer an der HU-Berlin; danach Forschungstätigkeit am Zentrum für Zeithist. Forschung in Potsdam; Ruhestand; lebt in Berlin. Zahlr. Veröff. u. Editionen zur Geschichte der Arbeiterkultur u. Kultur sozialer Bew.Woher wir wissen, was Kultur ist. Berlin 1983; Lit. u. proletar. Kultur. Berlin 1983; Arbeiterleben um 1900. Berlin 1985; Proletariat – Kultur u. Lebensweise im 19. Jh. Leipzig (engl. Ausg.) 1988 u. Wien 1988; Anfänge der Arbeiterfreizeit. Berlin (West) 1989. Fs. Vorwärts u. nicht vergessen. Nach dem Ende der Gewißheit. 56 Texte für D. M. zum Sechzigsten. Berlin 1996 (Bibl.).Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Muhsal, Carl

* 13.2.1899 – ✝ 25.4.1962

Geboren am 13. Februar 1899 in Wuppertal; Gemeindearbeiter in Düsseldorf, aktiv für die KPD. Im September 1930 für den Wahlkreis Düsseldorf-West und im November 1932 für den Wahlkreis Düsseldorf-Ost als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Muhsal leitete 1932 die RGO im Bezirk Niederrhein. Er war Kursant an der Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau, flüchtete 1933 aus Deutschland, kehrte aber zurück und lebte in Plettenberg in Westfalen. Muhsal wurde 1940 zur Wehrmacht einberufen. Nach der Kriegsgefangenschaft wieder in Plettenberg, arbeitete in einem heimischen Betrieb, war aber nicht mehr politisch tätig. Carl Muhsal starb am 25. April 1962 in Plettenberg/Westfalen.

Wer war wer in DDR

Möhwald, Gertraud

* 15.6.1929 – ✝ 20.12.2002

Geb. in Dresden; 1948 – 50 Lehre als Steinbildhauerin; 1950 – 54 Studium am Inst. für künstler. Werkgestaltung Halle, 1959 – 64 an der HS für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein, u. a. bei  Gustav Weidanz; 1964 – 70 künstler.-wiss. Mitarb., 1970 – 73 Ltr. des Fachber. Keramik an der HS für industrielle Formgestaltung; freischaff.; Lehrerin im HS-Dienst in Halle; 1990 Mitgl. der AdK. Mitgl. der Academie internationale de la Ceramique, Genf; gest. bei einem Verkehrsunfall in Halle. Freies u. figürl. Gestalten in u. mit versch. Materialien; gilt als eine der bedeutendsten dt. Keramikerinnen.Schneider, K. (Hrsg.): G. M. Keramik. Stiftung Moritzburg 2005.Gerd Dietrich

Wer war wer in DDR

Möller, Günter

* 28.3.1934 – ✝ 28.12.2008

Geb. in Förtha (Thür.); Vater Schlosser; Mutter Hausfrau; Volksschule; 1948 – 52 Lehre u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Eisenach; dann Kursant an der Schule des MfS Potsdam-Eiche; 1952 SED; 1953 BV Gera, Abt. IV (Spionageabwehr); dann Krs.-Dienststelle Jena des MfS; 1954 Versetzung zur HA II (Spionageabwehr), MfS Berlin; 1964/65 SED-BPS Eberswalde des MfS; 1965 stellv. Abt.-Ltr., dann Abt.-Ltr. in der HA II; 1977 Prom. zum Dr. jur. an der JHS; 1978 stellv. Ltr. der HA II; 1982 Offz. für Sonderaufg.; dann Ltr. der HA Kader u. Schulung; 1985 VVO; 1988 Gen.-Ltn.; Mai 1990 Entlassung; Berater des Staatl. Komitees zur Auflösung des AfNS; gest. in Berlin.Grimmer, R. u. a. (Hrsg.): Die Sicherheit. Berlin 2002 (Mitautor).Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Möller, Werner

* 6.2.1888 – ✝ 5.1.1919

Geboren am 6. Februar 1888 in Barmen, Sohn eines Schuhmachers; lernte Klempner und schloß sich früh der sozialdemokratischen Jugend an. Vor dem Ersten Weltkrieg in der Berliner SPD auf dem linken Flügel aktiv, trat er 1913 als lyrischer Arbeiterdichter hervor. Bei Kriegsausbruch gehörte er zur Berliner oppositionellen Gruppe um Julian Borchardt und publizierte in dessen Organ »Lichtstrahlen«. Möller war führend in der Borchardt-Gruppe Internationale Sozialisten Deutschlands, der ISD, und saß wegen seiner Anti-Kriegsarbeit neun Monate im Gefängnis Cottbus. Er wurde enger Mitarbeiter bei der »Arbeiterpolitik« von Johann Knief. 1918 einer der Führer der IKD, nahm als einer ihrer Delegierten am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 teil. Der linksradikale Aktivist Möller zählte zu den Kommunisten, die am Abend des 5. Januar 1919 das SPD-Organ »Vorwärts« in Berlin besetzten. Er gab dort gemeinsam mit Eugen Leviné den »Vorwärts« als eine kommunistische Zeitung, »Organ der revolutionären Arbeiterschaft Groß-Berlins« heraus. Beim Angriff von Truppen auf das Vorwärts-Gebäude befand sich Möller unter den »Parlamentären«, die eine Übergabe anboten, doch zusammen mit sechs weiteren von ihnen wurde auch Werner Möller am 11. Januar 1919 von Soldaten erschossen. Später wurde er von Linkskommunisten als »Wegbereiter ihrer Bewegung angesehen« (H. M. Bock). Möllers Buch »Krieg und Kampf« erschien posthum 1920 in Chemnitz.

Wer war wer in DDR

Mönch, Harry

* 25.1.1925

Geb. in Berlin; Vater Gießereiarbeiter, Mutter Arbeiterin; Volks- u. Berufsschule in Berlin; 1939 / 40 Landjahrpflichtiger im Rheinl.; 1940 – 42 Junghelfer bei der DR in Berlin; 1942 kaufm. Angest. in Berlin; 1942 RAD; 1942 – 45 Wehrmacht; Mai / Juni 1945 amerik. Kriegsgef. in Oberösterr. 1945 / 46 Hilfsschlosser in Bietigheim (Württemb.); 1946 / 47 Transportarb. in Berlin; 1947 / 48 Mechaniker-Umschüler in Berlin; ab Januar 1949 Arbeitsgebietsltr. der IG Metall in Falkensee; 1949 SED; 1949 Landesgewerkschaftsschule Belzig des FDGB; 1949 / 50 Instrukteur u. Abt.-Ltr. für Arbeit u. Löhne im Landesvorst. Brandenb. der IG Metall in Potsdam; 1950 Bundesschule des FDGB in Bernau; 1950 – 52 Sekr. u. Ltr. der Abt. Arbeit/ Löhne sowie Abt. Soziales im FDGB-Landesvorst. Brandenburg; 1952 – 60 Vors. des FDGB-Bezirksvorst. Frankfurt (Oder); 1952 – 69 Abg. des Bezirkstags Frankfurt (Oder); 1954 – 60 Fernstud. an der PHS »Karl Marx«, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1955 – 63 Kand. des FDGB-Bundesvorst.; 1960 – 63 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. u. Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Frankfurt (Oder); 1963 – 69 Vors. des Rats des Bez. Frankfurt (Oder); 1968 / 69 Stud. an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1969 – 71 wiss. Mitarb., 1971 – 73 Abt.-Ltr. beim Ministerrat; 1972 / 73 Ltr. der Beratergruppe beim Ministerrat der Volksdemokrat. Rep. Jemen; 1974 – 80 Stellv. des Ltr. der Staatl. Verw. der Staatsreserve beim Ministerrat; 1981 – 89 wiss. Mitarb. im Sekretariat des Ministerrats; danach Rentner.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Montag, Martin

* 12.3.1954

Geb. in Wendehausen (Krs. Mühlhausen, Thür.); 1960 – 68 Grundschule u. POS in Wendehausen u. Diedorf, 1968 – 72 EOS in Eisenach; 1972 – 80 Studium der Theol. in Erfurt u. Neuzelle; 1980 Priesterweihe in Erfurt; 1980 – 83 Stadtjugendseelsorger u. Kaplan in Erfurt; 1983 – 89 Kaplan in Arnstadt; 1989 – 99 Pfarrer in Zella-Mehlis; Sept. 1989 Mitarb. im Neuen Forum, Vorber. von Friedensgebeten, Bittgottesdiensten u. Informationsabenden in Suhl u. Zella-Mehlis; 31.10.1989 Gründung u. Ltg. der AG Menschenrechte in Zella-Mehlis; 20.11.1989 Mitw. an der Gründung der SDP in Zella-Mehlis in Räumen der kath. Gemeinde; Dez. 1989 aktive Mitw. an der Besetzung u. Auflösung der MfS-BV Suhl, Dez. 1989 – Juni 1990 Mitarb. in der Zeitw. Kommission zur Auflösung des MfS/AfNS des Bez.-Tags Suhl, 14./15.1.1990 Mitw. an der Auflösung der MfS-Zentr. in Berlin-Lichtenberg. Okt. 1990 Gründung des Bürgerkomitees des Landes Thür. e. V. mit Sitz in Suhl, seither dessen Vors.; Aufgabenbereiche: Betreuung von SED-Opfern, Mitarbeit an Gesetzesinitiativen zu Fragen der Rehabil. u. Wiedergutmachung von SED-Unrecht sowie pol. Bildung u. öffentl. Geschichtsaufarbeitung durch Herausgabe einer Schriftenreihe; seit Sept. 1999 Pfarrer in Beuren (Eichsf.).Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Moreth, Peter

* 28.7.1941 – ✝ 4.2.2014

Geb. in Chemnitz; Vater Einzelhändler; Grundschule; 1955 – 57 Ausbildung zum Maurer; 1957 – 59 als Fachverkäufer; 1959 – 61 Verkäufer; 1961 – 68 Einzelhändler in Mittweida (Sachsen); 1962 LDPD; 1968 Mitarb. ihres Bez.-Vorst. Karl-Marx-Stadt; 1970 stellv. OB von Karl-Marx-Stadt u. Ltr. der Abt. Handel u. Versorgung; 1971 – 83 Vors. des Bez.-Verb. Cottbus der LDPD; ab 1972 Mitgl. des ZV, ab 1977 in dessen Pol. Aussch.; ab 1983 Vors. des Bez.-Verb. Magdeburg; 1968 – 73 Fernstudium Betriebswirtschaft an der KMU Leipzig, 1977 dort Prom. zum Dr. oec.; 1986 – 90 Abg. der Volkskammer u. bis Nov. 1989 zugl. Mitgl. des Staatsrats; 18.11. 1989 – 17.3.1990 Stellv. des Vors. des Min.-Rats für örtl. Staatsorgane; 18.3. – 15.6.1990 Vors. des Direktoriums der Treuhandanstalt; anschl. Unternehmensberater.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Morgner, Gertrud

* 8.8.1887 – ✝ 20.7.1978

Geboren am 8. August 1887 als Gertrud Müller in Gera, Tochter eines Webers; Schneiderin. 1907 Heirat mit Edwin Morgner. 1909 Eintritt in die SPD und von 1909 bis 1913 Mitglied des Ortsvorstandes und Leiterin der Frauenabteilung der SPD in Jena, 1916 Mitglied der Spartakusgruppe, 1917 der USPD. Im November 1918 wurde Gertrud Morgner 2. Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrates in Jena. Sie nahm als Gast am Gründungsparteitag der KPD teil. 1919 im Vorstand der KPD-Ortsgruppe Jena, zeitweilig Mitglied der BL Thüringen. Wegen ihrer Beteiligung am Mitteldeutschen Aufstand im März 1921 gesucht (als Mitglied des »Revolutionskomitees« in Thüringen), ging sie nach Berlin in die Illegalität. Nach einer Amnestie übte sie von 1922 bis 1926 in Berlin Funktionen in der Reichsfrauenleitung der KPD aus und wirkte als Propagandistin des ZK. Von 1927 bis 1929 war Gertrud Morgner Sekretärin und Lebensgefährtin von Emil Höllein. Danach leitete sie eine KPD-Betriebszelle. Im März 1932 reiste sie mit ihrem Ehemann, Edwin Morgner, in die UdSSR, wurde in Moskau Leiterin des Frauenaktivs der Ausländerabteilung und von Klubs. Im Juni 1941 Redakteurin am Moskauer Rundfunk, aber nach der Verhaftung ihres Mannes Edwin Morgner durch das NKWD im September wurde sie aus der KPdSU ausgeschlossen und später nach Kasachstan evakuiert, Schneiderin in der Siedlung Ossakarowka. Noch im Juni 1953 verweigerte die ZPKK der SED mit den Worten »es handele sich bei Gertrud Morgner um ein ausgeschlossenes Mitglied der KPD« die Genehmigung zu ihrer Rückkehr nach Deutschland. Im Mai 1954 konnte sie dann in die DDR ausreisen. Sie schrieb 1956, durch die Verhaftung ihres Mannes sei sie an tiefen seelischen Erschütterungen erkrankt und könne sich davon nie ganz erholen. Schon in Karaganda hatte sie versucht zu erfahren, was aus Edwin Morgner geworden war, bekam aber erst 1949 die Antwort, daß er bereits am 31. Januar 1943 verstorben sei. In der DDR wurde sie als Parteiveteranin geehrt, aber wie üblich ihr Schicksal und das ihres Mannes in der UdSSR verschwiegen. Sie erhielt 1972 den VVO in Gold. Ihre Tochter Hilde (* 5. 7. 1907 – †6.11. 1980) war mit dem Redakteur der »Roten Fahne« und Angehörigen der Widerstandsgruppe »Rote Kapelle« Wilhelm Guddorf verheiratet. Gertrud Morgner starb am 20.Juli 1978.

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Mothes, Kurt

* 3.11.1900 – ✝ 12.2.1983

Geb. in Plauen; Vater Ratsbeamter; Volks- u. Oberrealschule, 1918 Kriegsabitur; danach Apothekerlehre u. Apothekenassistent in Plauen; 1921 – 23 Studium der Pharmazie u. Chemie an der Univ. Leipzig, Pharmazeut. St.-Ex.; 1923 – 25 Studium der Chemie, Physiol. u. Pharmakol., 1925 Prom. an der Univ. Leipzig; 1925 – 34 Assistent am Botan. Inst. der Univ. Halle; hier 1928 Habil. für Botanik u. Pharmakognosie; 1927 Approbation als Apotheker; 1935 – 45 ord. Prof. der Univ. Königsberg; 1940 Mitgl. der Leopoldina; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1949 – 57 Ltr. der Abt. Chem. Physiol. am Inst. für Kulturpflanzenforschung Gatersleben der DAW; zugl. 1950 nebenamtl., 1951 – 62 ord. Prof. u. Dir. des Inst. für Pharmakognosie der MLU Halle; 1951 – 56 kommissar. Ltr. des Pharmazeut. Inst. der MLU; 1953 NP; Ord. Mitgl. der DAW; 1954 – 74 Präs. der Leopoldina (Nachf. von  Otto Schlüter); 1957 – 63 ord. Prof. für Botanik u. 1957 – 66 Dir. der Botan. Anstalten der MLU; 1963 – 66 Lehrstuhl für Biochemie der Pflanzen; 1958 – 67 Dir. des Inst. für Biochemie der Pflanzen der DAW in Halle; u. a. Mitgl. der AdW der UdSSR u. der Royal Society London; 1968 Orden Pour le Mérite für Wiss. u. Künste; gest. in Ribnitz-Damgarten. 1960 – 75 Ehrendoktortitel der Univ. Halle-Wittenberg, Kiel, Wien, Szeged u. Greifswald. Arbeitsgebiete: Physiol. des Eiweißstoffwechsels u. seine Regulation; Stoffwechsel des Stickstoffs u. seiner Verbindungen; Biochemie sekundärer Pflanzenstoffe, insbes. d. Alkaloide; experiment. Ökol. (Waldforsch.); Biochemie u. Pharmakol. von Arzneimitteln aus Pflanzen.Schriftenverz. K. M. (zusammengestellt von W. Heese u. B. Parthier). In: Biochem. Physiol. Pflanzen (1983) 178; Fs. Präs. der Leopoldina: K. M. zum 3.11.1980. Biogr. Halle 1980.Michael Kaasch

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Mucchi-Wiegmann, Jenny

* 1.12.1895 – ✝ 2.7.1969

Geb. in Berlin; 1917 Studium an der Levin-Funcke-Schule in Berlin bei A. Kraus u. L. Corinth, 1918 Studien in München, 1917 – 23 Studium an der HS für Bildende Künste Berlin bei H. Peratoner; 1924 – 25 Aufenthalt in Rom; 1926 – 27 in Hagen (Westf.); 1927 – 30 freischaff. in Berlin; 1927 – 28 Reise nach Spanien u. Italien; 1931 – 33 Aufenthalt in Paris; 1932 Ausstellung in der Galerie Bonaparte; 1933 in Paris Heirat mit  Gabriele Mucchi; Übersiedl. nach Mailand, dort Freundschaft mit Renato Guttuso, Giacomo Manzu u. Marino Marini; 1934 Teiln. an der Biennale in Venedig; 1937 Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris; 1938 Ausstellung in der Galleria Genoveva, Genua; 1943 – 45 im antifa. Widerstand; nach 1944 Mitgl. der Gruppe »Realismo«. 1949 Ausstellung in Mailand, Galleria Boronuovo; Reise nach Berlin; ab 1956 abwechselnd in Berlin u. Mailand lebend; 1958 Bronzeplastik »Verhör in Algerien«, 1959 Denkmal der gefallenen Partisanen in Bologna; 1962 Ausstellung in der Nationalgalerie Berlin; gest. in Berlin.Kat. J. M.-W. Staatl. Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Berlin 1970; Grada, R. de: Genni. J. M.-W. Milano 1980; Feist, U.: Künstlerinnen in der DDR – die Generation der Anfänge. In: Kunstdokumentation SBZ / DDR. Hrsg. G. Feist u. a. Köln 1996.Anke Scharnhorst

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Mucks, Werner

* 17.11.1919 – ✝ 9.4.2003

Geb. in Berlin; Vater Polsterer; Ausbildung zum Tapezierer u. Dekorateur; Besuch der Kunstgewerbeschule; 1939 – 45 Kriegsdienst. 1945 – 48 Internierung durch die sowj. Besatzungsmacht; ab 1949 Mitarb. im väterl. Handwerksbetrieb in Petershagen (b. Berlin); ab 1952 industrielle Herstellung von Polstermöbeln; ab 1956 mit staatl. Beteiligung, Ausbau des Unternehmens zum Exportbetrieb mit rund 200 Beschäftigten, Lieferung insbes. in die Bundesrep. Dtl. u. nach Schweden; nach der Enteignung 1972 – 85 Dir. des nunmehr staatl. Betriebs; April 1990 Reprivatisierung, danach Inhaber u. Ltr. der W. M. GmbH u. Co. KG Polstermöbel Petershagen; stellv. Vors. des Unternehmerverb. Berlin.Jan Wielgohs

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Mühlmann, Manfred

* 26.12.1931 – ✝ 4.6.2014

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; OS, Abitur; 1946 FDJ u. FDGB; 1950 Transportarb.; 1950 NDPD; 1950 – 54 Jura-Studium an der Univ. Leipzig, Dipl.-Jur.; danach bis 1968 Lehrtätigkeit in Sozial-, Zivil- u. Zivilprozeßrecht an der Jurist. Fak. der KMU Leipzig; 1961 Dr. jur. in Zivilprozeßrecht; 1966 Dr. sc.; seit 1968 ord. Prof. für Zivilrecht; 1969 – 75 stellv. Dir. für Forschung der Sekt. Rechtswiss. an der KMU Leipzig; 1965 – 71 Vors. des Krs.-Verb. Leipzig, 1967 – 90 Mitgl. des Hauptaussch. der NDPD, 1982 – 90 seines Präs.; ab 1970 Vizepräs. des NR der NF; 1974, 1979 u. 1986 VVO; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1976 – 86 Mitgl., seit 1986 1. Stellv. Vors. des Verfassungs- u. Rechtsaussch.; 1986 VVO; 13.11.1989 erfolglose Kandidatur bei der Wahl des Präsidenten der Volkskammer; 17.11.1989 – 3.4.1990 stellv. Vors. des Staatsrats; danach wieder kurzz. Lehrtätigkeit an der KMU, gest. in Leipzig.Die Erziehungsaufgaben im Zivilprozeß u. die Rolle der gerichtl. Entscheidungen. Berlin 1962; Konfliktursachen u. Aufgaben der Zivil- u. Familienrechtspflege. Berlin 1969 (zus. mit H. Kietz); Soz. Lebensweise u. persönl. Eigentum. Berlin 1978; Einführung in das BGB. München 1991 (Mithrsg.).Helmut Müller-Enbergs

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Müller, Herbert

* 13.9.1900 – ✝ 24.11.1994

Geboren am 13. September 1900 in Ludwigshafen/Rhein, Sohn eines Maurers und Sozialdemokraten; lernte Schriftsetzer. 1917 Vorsitzender der sozialistischen Jugend in Ludwigshafen und Mitbegründer der Freien Sozialistischen Jugend (später kommunistische Jugend) in der Pfalz. 1919 Mitglied der KPD, 1924 Parteivorsitzender der KPD in Ludwigshafen und Mitglied der BL Pfalz. 1924 (nach der Verhaftung Max Frenzels) einer der Leiter der anti-separatistischen Bewegung. Bis 1928 ehrenamtlicher Gewerkschaftsleiter der BL Pfalz, Herbert Müller war während der Auseinandersetzungen in diesem ultralinken Bezirk führender ZK-Anhänger. 1928 in den Bayerischen Landtag und den Ludwigshafener Stadtrat gewählt, ab 1929 als Orgleiter des Bezirks Pfalz hauptamtlicher Funktionär der KPD. Er blieb bis zur Zusammenlegung der Bezirke Baden und Pfalz (1931) Orgleiter der Pfalz, Landtagsabgeordneter bis 1933, ebenso bis 1933 Sekretär der KPD. Dann leitete er zusammen mit Franz Doll die illegale Arbeit der KPD im Bezirk Baden-Pfalz. Im Mai 1933 verhaftet, kam er für 23 Monate ins KZ Dachau. Nach der Freilassung im April 1935 arbeitete er wieder illegal und sollte erneut verhaftet werden. Müller floh ins Exil nach Frankreich, kämpfte während des Bürgerkriegs in Spanien. Als Kaderoffizier der Internationalen Brigaden und Stellvertreter Franz Dahlems an der Front verantwortlich für die deutschen, englischen, skandinavischen und österreichischen Einheiten, zuletzt im Range eines Hauptmannes, zugleich Parteisekretär. 1939 Flucht nach Frankreich, dort zum Spengler und Installateur umgeschult. Bei Kriegsausbruch interniert, entkam Herbert Müller 1940 nach Südfrankreich, lebte illegal in Toulouse und war in Frankreich verantwortlicher KP-Funktionär. Im August 1945 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Vorsitzender des KPD-Bezirks Pfalz bzw. bis 1948 Landesleiter der KPD Rheinland-Pfalz. Müller gehörte vom November 1946 bis April 1947 der Beratenden Landesversammlung Rheinland-Pfalz und von der 1. bis 6. Wahlperiode dem Landtag von Rheinland-Pfalz an, dort von Mai 1947 bis Januar 1949 Fraktionsvorsitzender der KPD. Im September 1949 verließ er die KPD, trat zur SPD über. Er erklärte: »Meine Hoffnung, eine Partei mitzuentwickeln, in der der Mensch zur Geltung kommt, in der der Wille der Mitgliedschaft oberstes Gesetz ist, hat sich nicht verwirklicht. Die Kommunistische Partei fällt von einem Extrem ins andere.« Daraufhin verfemte ihn die KPD-Leitung als »titoistischen Agenten«, unter dessen »zersetzende Tätigkeit« ein »Schlußstrich« gezogen werde. Müller wurde Schriftleiter und Lizenzträger der »Rheinpfalz«, Geschäftsführer beim Rheinverlag, und leitete von 1950 bis 1966 als Geschäftsführer den SPD-Unterbezirk Ludwigshafen. Er war bis 1971 Abgeordneter im Rheinland-Pfälzischen Landtag und Stadtrat in Ludwigshafen. Nach seinem Ausscheiden 1965 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, 1969 mit dem Ehrenring der Stadt Ludwigshafen geehrt, die ihm 1983 auch noch die Ehrenbürgerschaft verlieh. Herbert Müller starb am 24. November 1994 in Ludwigshafen/Rhein.

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Moldmann, Otto

* 21.12.1880

Geboren am 21. Dezember 1880 in Brunow/ Prignitz. Er war später als städtischer Arbeiter beim Vieh- und Schlachthof der Stadt Berlin beschäftigt. Seit 1911 in der SPD, nach dem Ersten Weltkrieg wurde er Mitglied der KPD. Von 1925 bis 1929 Abgeordneter in der Berliner Stadtverordnetenversammlung. 1930 wegen Kritik am ultralinken Kurs aus der KPD ausgeschlossen, gehörte Moldmann zur »Gruppe 60«, dann zu jenen 30 ehemaligen KPD-Funktionären und Mandatsträgern (wie Hermann Letz, Erich Raddatz, Frieda Rosenthal), die im Februar 1931 im SPD-Organ »Vorwärts« öffentlich ihren Übertritt zur SPD erklärten. Im März 1933 kandidierte er auf der Liste der SPD (Stadtwahlvorschlag) zur Stadtverordnetenversammlung. Über seinen weiteren Lebensweg ließ sich lediglich ermitteln, daß er in der NS-Zeit unter Beobachtung der Gestapo stand.

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Möller, Silke

* 20.6.1964

Geb. in Stralsund; begann 1974 bei der BSG Motor Warnowwerft mit der Leichtathletik; 1977 KJS Rostock, SC Empor Rostock (Trainer: Wolfgang Meier), 1979 Bronze bei der Spartakiade 100 m u. 200 m; 1981 Junioren-EM 4 x 100 m; 1982 DDR-Juniorenmstr. 100/ 200 m; 1983 DDR-Mstr. 100/200 m (Bronze); DDR-Mstr. 1986 100 m, 1987 100/200 m, 1989 200 m; 1983 WM 4 x 100 m, 1987 WM 100/200 m u. WM-Silber 4 x 100 m; EM 1986 u. 1990 4 x 100 m, 1986 EM-Bronze 200 m, 1990 EM-Silber 100 m; Hallen-EM 60 m: 1983 u. 1988 Silber, 1986 Bronze; 1988 Olympia-Silber 4 x 100 m; 1989 Weltcup-Siegerin 200 m; WR 4 x 100 m (1983 u. 1985) u. 60 m (7,00 s als offz. Zwischenzeit beim WM-Sieg über 100 m 1987 in Rom); 1987 DDR-Sportlerin des Jahres. 1992 Bronze über 100 m bei den Dt. Meisterschaften; 1992 Rücktritt vom Leistungssport; Studium der Geschichtswiss. an der Univ. Rostock; danach Lehrerin für Geschichte u. Sport; lebt in Rostock.Volker Kluge

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Molt, Rudolf

* 30.5.1952

Geb. in Berlin; Vater Maurer, Mutter Lohnbuchhalterin; 1958 – 66 3. OS Berlin-Prenzlauer Berg, danach 1966 – 70 Abitur an der EOS »Carl v. Ossietzky« in Berlin-Pankow; 1970 – 74 Physikstudium an der HU Berlin; 1974 – 76 wiss. Mitarb. am ZI für Math. u. Mechanik der AdW; ab 1974 Aktivitäten im Arbeiter- u. Studenten-Klub Berlin u. im Jugendclub »Die Box«, Mitwirkung an Veranstaltungen über die Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien u. über gleitende Arbeitszeiten; ab 1975 Beteiligung an versch. gesellschaftskrit. Zirkeln, u. a. an Diskussionsrunden zu alternativen Sozialismusmodellen, China u. Trotzkij in den Wohnungen von  Carlo Jordan u.  Monika Palm (vom MfS erfaßt im OV »Monolith«); Aug. 1976 zusammen mit  Rupert Schröter Verfasser eines Protestbriefs an  Erich Honecker gegen die Verunglimpfung der Selbstverbrennung des Pfarrers  Oskar Brüsewitz im SED-Organ »Neues Dtl.«, der später durch einen Bericht des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel« als »Brief krit. Sozialisten« bekannt wurde; zuvor am 16.9.1976 (nach Abschluß der Unterschriftensamml.) verhaftet u. zusammen mit Rupert Schröter wg. »Diversion« zu 2 Jahren u. 4 Monaten Haftstrafe verurteilt, Haft in Cottbus u. Brandenburg; Nov. 1977 Entlassung in die Bundesrep. Dtl.; 1977 – 84 wiss. Mitarb. an der TU Berlin (West), seitdem als Physiker am West-Berliner Heinrich-Hertz-Inst. tätig. 1990 – 2008 Mitgl. von Bündnis 90 / Die Grünen; 1991 – 93 Vors. der Antistalinist. Aktion (ASTAK); Betriebsrat im Heinrich-Hertz-Inst.; lebt in Berlin.Christian Halbrock; Jg. 1963; ab 1993 Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, 2003 Promotion; seitdem wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU in Berlin.

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Monden, Erhard

* 19.2.1947

Geb. in Berlin; Vater Maler u. Grafiker, Mutter Sekr.; 1953 – 63 POS; 1964 – 66 Theatermaleleve an der Volksbühne Berlin; 1966 – 69 Studium der Theatermalerei an der HS für Bildende Kunst Dresden; 1969 – 73 Kinospezialgrafiker; 1973 – 75 Anlagenfahrer; gegenstandslose Malerei; 1975 – 77 Fotografie u. Fotomalerei; 1979 – 90 VBK; 1977 – 89 26 handlungssymbol. Aktionen u. Performances; seit 1977 Zeit-Raum-Bild Realisationen 01; 1981 Ausstellung in der Galerie Arkade Berlin (Stand- u. Laufperformance); seit 1981 Arbeit mit u. am erweiterten Kunstbegriff; 1981 – 84 Schule für bildner. Arbeit; 1983 Parallelaktion Sender-Empfänger (Joseph Beuys – Eugen Blume – E. M.) T. 1, 1984 T. 2 – Formgebung der nichtsichtbaren Org.; 1985 – 95 Schule für erweiterte bildner. Arbeit. E. M. wirkte durch Person u. Werk in der DDR als Multiplikator von Idee u. Praxis des Erweiterten Kunstbegriffs Joseph Beuys’, konsequente Forts. der künstler. Haltung bis in die Gegenwart. Ausstellungen, Performances: 1990 – 95 Sozialplast. Arbeiten in Oldenburg, Hannover, Bregenz; FIU Studiengänge Soziale Skulptur in Wangen u. Achberg; Kunst. Was soll das? Teiln. an der 3. Bitterfelder Konferenz 1992; Avantgarde Reflex Ost-West. Potsdam 1992; Galerie Andreas Weiss, Berlin 1995; Galerie am Prater, Berlin 1996; seit 1996 Tankstelleninstallationen; Teiln. an der Ausstellung »Boheme u. Diktatur in der DDR«, Berlin 1997.Gabriele Ivan. In: Bildende Kunst (1981) 10, Diskussion (1982) in Heft 4, 5, u. 6; Freitag, M. In: Kat. Permanente Kunstkonferenz. Dokumentation der Galerie Weißer Elefant Berlin 1990; Blume, E.: Joseph Beuys u. die DDR – der Einzelne als Politikum. In: Muschter G., Thomas, R. (Hrsg.): Jenseits der Staatskultur. Traditionen autonomer Kunst in der DDR. München, Wien 1992; Billig, Müller: Über die bildner. Intervention zur Transformation des Kunstbegriffs. Gespräch mit dem Maler/Grafiker/Performer E. M. In: Reiterin (1990) 5; Blume, E. In: Kunstdokumentation SBZ/DDR. Hrsg. G. Feist u. a. Köln 1996.Anke Scharnhorst

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Moog, Leonhard

* 11.10.1882 – ✝ 6.1.1962

Geb. in Ansbach; Vater Gaswerkmstr.; nach Volks- u. Handelsschule kfm. Lehre u. Handelsvertreter; 1899 – 1933 Mitgl. der Dt. Angest.-Gewerkschaft, ehrenamtl. 2. Vors.; 1920 – 33 deren Vors. in Thür.; 1906 – 33 DDP bzw. Dt. Staatspartei; 1919 – 33 Mitgl. des Stadtrats von Weimar; 1925 – 30 Abg. des Thür. Landtags; 1933 – 45 Handelsvertreter. 29.7.1945 in Weimar Mitbegr. des Landesverb. Thüringen der Demokr. Partei (ab Dez. 1945 LDP) u. bis 1949 Vors. des Landesverb. Thür. der LDP; Mai 1945 – Dez. 1946 Dir. des Landesamts für Finanzen der Landesverw. Thür.; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1948/ 49 (Mit-)Vors.; Dez. 1946 – 49 stellv. Min.-Präs. u. Finanzmin. des Landes, 18.1.1950 Rücktritt; Vorwürfe der »Schädlingstätigkeit u. Spionage«, um einer befürchteten Verhaftung zu entgehen, Jan. 1950 Übersiedl. nach Berlin (West), später München; in Abwesenheit in einem Schauprozeß »wegen finanzieller Schädigung des Landes Thür.« am 8.12.1950 vom OG der DDR zu einer Zuchthausstrafe verurteilt.Broszat, M. u. a. (Hrsg.): SBZ-Handbuch. München 1993.Helmut Müller-Enbergs

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Morgner, Irmtraud

* 22.8.1933 – ✝ 6.5.1990

Geb. in Chemnitz; Vater Lokführer; 1952 Abitur; 1952 – 56 Germanistikstudium in Leipzig (u. a. bei  Hans Mayer u.  Ernst Bloch); 1956 – 58 Red.-Assistentin bei der Ztschr. »Neue Dt. Lit.«; seit 1958 freischaff. Schriftst. in Berlin (Romane, Erzählungen); verh. mit  Paul Wiens; 1959 erste Erzählung »Das Signal steht auf Fahrt«; 1963 Mitgl., später Vorstandsmitgl. des DSV; 1965 nach Kritik auf dem 11. Plenum des ZK Publikationsverhinderung des schon angekündigten Romans »Rumba auf einen Herbst«, Teile werden später in den »Trobadora«-Roman eingearb.; 1968 mit »Hochzeit in Konstantinopel« Hinwendung zum Frauenthema; 1970 Mitgl. des PEN-Zentrums der DDR; 1974 in »Leben u. Abenteuer der Trobadora Beatriz ...« u. 1983 in »Amanda« (Teil 1 u. 2 der unvollendeten Salman-Trilogie, Teil 3 unter dem Titel »Das heroische Testament. Ein Roman in Fragmenten« 1998 aus dem Nachlaß erschienen) erfolgr., v. a. auch in der Bundesrep. Dtl. stark rezipierte Entfaltung des »Feminismus im Sinne Marx’«; 1975 Heinrich-Mann-Preis; 1977 NP; Scheidung von Paul Wiens, nachdem I. M. dessen MfS-Tätigkeit (inklusive ihrer Aushorchung durch ihn) erkennt, später vom MfS »operativ bearb.«; 1984 Lesereise in die USA; 1985 Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Gandersheim; 1986 Mitgl. der AdK; 1987 – 88 Gastdoz. der Univ. Zürich; 1989 Kasseler Lit.-Preis für grotesken Humor; wortmächtige Vorreiterin einer feminist.-lustvollen Weltaneignung, vielschichtige Zustandsprüfung der Frauenemanzipation im »Wunderland« DDR, Ausprägung einer – die »patriarchalen Formen sprengenden« – märchenhaft phantast. Montagetechnik.Hochzeit in Konstantinopel. Berlin, Weimar 1968; Gauklerlegende. Berlin 1970; Die wundersamen Reisen Gustavs des Weltfahrers. Berlin, Weimar 1972; Der Schöne u. das Tier. Frankfurt (Main) 1991, Rumba auf einen Herbst. Hamburg 1992. Die Hexe im Landhaus. Gespräch in Solothurn. Zürich 1984; Gerhardt, M. (Hrsg.): I. M.: Auskunft für Leser. Darmstadt 1989; Linklater, B. V.: »Und immer zügelloser wird die Lust ...«. Bern 1997; Hanel, S.: Liter. Widerstand zwischen Phantastischem und Alltäglichem ... Pfaffenweiler 1995.Andreas Kölling

Handbuch Deutsche Kommunisten

Moritz (Becker), Martha

* 16.6.1904 – ✝ 8.4.1938

(* 1904 – † 1938) Geboren am 16. Juni 1904 in Hamburg, Kontoristin. Sie trat 1921 der KPD bei und arbeitete bei der BL Wasserkante. Zeitweilig Frauenleiterin und Mitglied im Sekretariat. Mitte der zwanziger Jahre heiratete Martha Moritz den Funktionär Ernst Becker und lebte mit ihm zeitweise in Berlin. 1929 wurde sie als Rechte ausgeschlossen und ging wie Becker in die KPO. Nach dessen Tode im Juli 1932 kehrte Martha Moritz in die KPD zurück. Sie wurde nach Finnland geschickt und war dort für das Auslandsbüro der KP tätig. Im April 1933 emigrierte sie in die Sowjetunion, dort bei der Komintern in Moskau beschäftigt. Vom NKWD im September 1937 verhaftet, wurde Martha Moritz am 8. April 1938 zum Tode verurteilt und erschossen. Das Militärkollegium des Obersten Gerichts in Moskau »rehabilitierte« sie im März 1958.

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Mottek, Hans

* 26.10.1910 – ✝ 24.10.1993

Geb. in Posen (Poznán, Polen); 1929 – 32 Studium der Rechtswiss. an den Univ. Freiburg u. Berlin; 1932/33 Referendar am Amtsgericht Bernau (b. Berlin); 1933 Emigr. nach Palästina; 1935 KPD; 1936 – 46 Großbritannien; während der Emigr. tätig als Land- u. Bauarb.; nach 1939 zeitw. interniert; Mitbegr. der FDJ. 1946 Jurist in der ZV für Arbeit u. Sozialfürsorge Berlin; 1947 Aspirantur an der Univ. Berlin; 1950 Prom. mit einer Studie über die preuß. Eisenbahnverstaatlichung von 1879; 1950 Lehrauftrag für Wirtschaftsgeschichte an der PH Groß-Berlin; begründete im gleichen Jahr das Seminar für Wirtschaftsgeschichte an der HfÖ Berlin; 1951 Doz., 1952 ord. Prof., 1952 – 75 Dir. des Inst. für Wirtschaftsgeschichte an der HfÖ Berlin; 1954 Prorektor für Forschungsangelegenh.; Dekan der Volkswirtschaftl. Fak.; 1960 – 65 Prorektor für wiss. Nachwuchs; 1968 NP; 1969 Korr. Mitgl. der DAW; 1970 Dr. h. c. der HfÖ Berlin; 1971 Ord. Mitgl. der DAW; 1971 – 74 Ltr. der Kommission für Umweltforschung bei der AdW; 1975 em.; 1975 VVO; gest. in Berlin. H. M. war einer der bekanntesten Wirtschaftshist. der DDR, seine dreibändige »Wirtschaftsgeschichte Dtl.« gilt internat. gleichermaßen als marxist. Klassiker u. Handbuch.Wirtschaftsgeschichte Dtl. 3 Bde. Berlin 1957, 1967, 1974; Zu den Entwicklungsgesetzmäßigkeiten des kap. Geldsystems. Berlin 1982. Ges. u. Umwelt. Fs. zum 65. Geburtstag. Sitzungsberichte der AdW 1976 (2).Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Mucke-Wittbrodt, Helga

* 11.9.1910 – ✝ 4.5.1999

Geb. in Hamburg-Altona; Vater Lehrer u. Reformpädagoge Jens Nydahl; Lyzeum u. Oberlyzeum in Berlin, Abitur; ab 1929 Studium der Med. in Berlin, 1936 med. St.-Ex. u. Prom.; 1929 – 33 SAJ, 1932/33 SPD; 1936 – 45 Volontär-, Hilfs-, Assistenz-, ab 1943 Ober- u. Fachärztin für innere Krankheiten am Urban-Krankenhaus in Berlin; ab Ende der 30er Jahre Kontakte zum kommunist. Widerstand, u. a. Hilfe für Verfolgte durch manipulierte ärztl. Atteste; Heirat mit  Hans Wittbrodt. 1945/46 KPD/SED; 1946 – 48 Stadtverordn.; 1945 – 48 Oberärztin, dann Chefärztin u. Dir. des Städt. Krankenhauses Berlin-Tempelhof, 1948 entlassen; Übersiedl. nach Berlin (Ost); 1948/49 Internistin an der Charité; ab Okt. 1949 Chefärztin bzw. Ärztl. Dir. des Reg.-Krankenhauses; 1950 – 52 Mitgl. der SED-LL von Groß-Berlin; 1950 – 90 Abg. der Volkskammer, DFD-Fraktion; Mitgl. der Ärzte-Kommission beim PB des ZK der SED; 1959 Ernennung zum Prof.; 1971 – 76 stellv. Vors. des Aussch. für Gesundheitswesen; 1959 Prof.; 1970 VVO; 1975 KMO; 1985 Dr. h. c.; 1990 PDS; gest. in Berlin.Peter Nötzold / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Mueller-Stahl, Armin

* 17.12.1930

Geb. in Tilsit (Ostpr. / Sowjetsk, Rußland); Vater Bankbeamter; Violinstudium am Städt. Konservatorium in Berlin, 1949 Examen als Musiklehrer; abgebrochenes Schauspielstudium; 1952 Engagement am Berliner »Theater am Schiffbauerdamm«; 1954 – 79 Volksbühne, Rollen in klass. Bühnenstücken, u. a. in: »Romeo u. Julia« (Mercurio), »Don Carlos« (Marquis Posa), »Emilia Galotti« (Prinz); Filmdebüt 1956 mit »Heiml. Ehen« (R:  Gustav von Wangenheim); weitere Rollen in DEFA-Filmen u. a.: 1960 in dem Abenteuerfilm (TV) »Flucht aus der Hölle«, unter der Regie von  Frank Beyer, 1960 in »Fünf Patronenhülsen«, 1962 in »Königskinder« u. 1963 in »Nackt unter Wölfen«; 1963 in »Preludio 11«, 1965 als Wolfgang Pagel in der vierteiligen Hans-Fallada-Verfilmung »Wolf unter Wölfen« (TV, R:  Hans-Joachim Kasprzik), 1966 in »Columbus 64« (TV); 1966 Kunstpreis der DDR; 1967 in »Ein Lord am Alexanderplatz« (R:  Günter Reisch), 1968 in dem fünfteiligen TV-Film »Wege übers Land« (R: Martin Eckermann), 1970 als Hilfs-Sheriff u. Halbbruder des Häuptlings in dem Indianerfilm »Tödlicher Irrtum«, 1972 in »Der Dritte« (R:  Egon Günther) u. »Januskopf«; 1972 NP; 1973 in »Die Hosen des Ritters von Bredow«, 1973 – 76 als Achim Deetjen in der DFF-Agenten-Serie »Das unsichtbare Visier« (R:  Peter Hagen), 1974 in »Jakob der Lügner« nach dem Buch von  Jurek Becker (R: Frank Beyer), 1977 »Die Flucht« (R:  Roland Gräf), 1978 in der TV-Prod. »Geschlossene Gesellschaft« (R: Frank Beyer); Chansonsänger mit eigenen Kompositionen, Maler; 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; nachdem attraktive Rollenangebote unterbleiben, verläßt er 1980 die DDR; nach der Übersiedl. Rollen in zahlr. Filmen in der Bundesrep. Dtl. (1981 »Lola«, 1982 »Die Sehnsucht der Veronika Voss«, R: Rainer Werner Fassbinder); 1982 Filmband der Bundesrep. Dtl.; in Österreich u. Ungarn: 1984 »Oberst Redl« (R: István Szabó); in Frankreich u. in den USA: 1989 »Music Box« (R: Costa-Gavras), 1990 »Avalon« (USA, R: Barry Levinson), 1991 »Night on Earth« (R: Jim Jarmusch), 1992 »Kafka« (USA/F), 1993 »Der Kinoerzähler«, 1997/98 »Gespräch mit einer Bestie« (auch Regie), 1999 »Jakob der Lügner« (USA); mehrf. »Oscar«-Nom. mit erfolgr. Hollywood-Filmen; Thomas Mann in »Die Manns – ein Jahrhundertroman« (TV); 2003 »Goldene Henne«; 2006 Ankündigung des Rückzugs aus dem Filmgeschäft; 2007 gestaltete Lithographien für die 30-bändige Brockhaus-Enzyklopädie; 2007 Ehrenpreis des Dt. Filmpreises für sein Lebenswerk; 2008 Bundesverdienstkreuz; lebt an der Ostsee u. in Berlin.A. M.-S., Verordneter Sonntag. Autobiogr. Roman. München 1990; Drehtage. »Music Box« u. »Avalon«. Hrsg. v. F. Duve. München 1991; Unterweges nach Hause. Zürich 1997; Venice. Ein amerikan. Tagebuch. Berlin 2005. Hölzl, G.; Lassoncyk, T.: A. M.-S. – Seine Filme, sein Leben. 1992; Michel, G.: A. M.-S. Die Biogr. Ein intimes Porträt des Charakterdarstellers. München 2000.Monika Kaiser

Wer war wer in DDR

Mühlpfordt, Günter

* 28.7.1921

Geb. in Halle; Vater Kfm.; Grundschule u. Absolvent der Franckeschen Stiftung Halle, 1939 Abitur; 1939 RAD; 1939 – 41 Studium der Geschichte, Vor-, Ur- u. Rechtsgeschichte, Philos., Slawistik u. Germanistik an der Univ. Halle; 1941 Prom. über den böhm.-mähr. Raum in der Zeit Maria Theresias u. Joseph II.; 1941 – 45 Kriegsmarine; kanad. Kriegsgefangenschaft. SPD; ab 1946 SED; 1947 Doz. der VHS Halle; 1947 – 52 Assistent u. 1949 – 52 Lehrbeauftr. an der Univ. Halle; 1950 – 51 Lehrbeauftr. an der HU Berlin; 1951 – 54 kommissar. Dir. des Inst. für osteurop. Geschichte der MLU Halle; 1952 Habil. mit einer Studie über die poln. Krise 1863; 1953 – 54 Doz., 1954 – 58 Prof. mit Lehrauftrag für osteurop. Geschichte u. Wiss.-Geschichte u. Dir. des Inst. für osteurop. Geschichte der MLU Halle; 1957/58 Fachrichtungsltr. für Geschichte; begründete 1956 das »Jb. für Geschichte Ost- u. Mitteleuropas«; ab 1957 massive Vorwürfe u. Kampagnen wegen sog. »Objektivismus u. Revisionismus«, im April 1958 auf Anweisung  Walter Ulbrichts Abberufung aus allen Univ.-Ämtern, Ausschl. aus der SED u. Lehrverbot; 1962 fristlose Entlassung; bis 1983 Berufsverbot; während dieser Zeit erhielt er zeitw. Forschungsaufträge u. war als Privatgelehrter tätig, gleichz. profilierte er sich – trotz zeitw. Publikationsverbots u. des Verbots, selbständige Schriften in der DDR zu veröffentlichen – zu einem der produktivsten Historiker in der DDR; G. M.s Hauptforschungsgebiete sind die Aufklärung u. Reformation, die Universitäts-, Akad.- u. Sozietätsgeschichte; er publizierte über die Geschichte der Geschichtswissenschaft, die Ideen-, Philos.-, Med.- u. Astronomiegeschichte; weiterhin legte er Arbeiten über die dt.-russ. Beziehungen u. über ost- u. südosteurop. Geschichte vor; schließlich hat er auch als Slawist, Germanist, Gräzist, Byzantinist, als Begriffs- u. Namenforscher sowie als Demograph publiziert; 1983 – 90 Forschungsauftrag bei der Forschungsstelle Akad.-Geschichte des ZI für Geschichte der AdW; 1986 Mitgl. der Hist. Kommission der Sächs. AdW u. 1990 Ausw. Mitgl. der Erfurter Wissenschaftsakad.; 1990 wurde G. M. von der MLU Halle rehabil. u. als ord. Prof. em.Europa in der Frühen Neuzeit. Fs. für G. M. 6 Bde. Köln 1997 – 2000 (mit Bibl.). Herzberg, G.: Anpassung u. Aufbegehren. Berlin 2006.Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Johannes (Hans)

* 14.7.1912 – ✝ 7.1.1987

(* 1912 – † 1987) Geboren am 14. Juli 1912 in Leipzig, Sohn eines Bäckers; lernte Buchdrucker. 1927 Mitglied des KJVD, 1931 der KPD, ab 1932 Mitglied des Sekretariats der KJVD-BL Sachsen, zuletzt Bezirkskassierer. Von August bis Dezember 1933 »Schutzhaft« im KZ Colditz. Nach Freilassung illegale Arbeit, 1934 Emigration in die âSR, Grenzkurier, ab Januar 1937 Instrukteur des ZK. Er kam im Dezember 1937 nach Frankreich, dort im Juli 1938 festgenommen und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Im Januar 1939 ging er nach Malmö, als Mitarbeiter der AL Mitte unternahm Müller Kurierfahrten nach Deutschland, zuletzt nach Hamburg. Hier bei der Ankunft am 22. Juli 1940 festgenommen, im August 1941 durch den VGH zu lebenslanger Haft verurteilt, saß bis 1943 in den Zuchthäusern Brandenburg und Waldheim, anschließend im KZ Mauthausen. 1945/46 Sekretär des KPD-UB Leipzig, später bis 1952 Abteilungsleiter im DDR-Ministerium für Leichtindustrie bzw. im Innenministerium. Von 1952 bis 1981 Sektorenleiter des ZK der SED, Mitglied im Internationalen Mauthausen-Komitee und ab 1970 Vorsitzender der Lagerarbeitsgemeinschaft Mauthausen. Er erhielt 1982 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Johannes Müller starb am 7. Januar 1987 in Ost-Berlin.