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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Oskar

* 25.7.1896 – ✝ 14.1.1970

Geboren am 25. Juli 1896 in Wohlau/Schlesien, Sohn eines Landwirtes; besuchte das humanistische Gymnasium. Im Weltkrieg als Offizier an der Front. Im November 1918 wurde er in den Soldatenrat gewählt, nach dem Weltkrieg Bankangestellter. 1922 Mitglied der KPD; im gleichen Jahr Leiter der Angestelltengewerkschaft in Frankfurt/M. 1924 hauptamtlicher Sekretär der KPD (Gewerkschaftsleitung der BL Hessen), Abgeordneter der KPD im Preußischen Landtag von 1924 bis 1933. 1928 Orgleiter des KPD-Bezirks Hessen, eine Funktion, die Müller mehrere Jahre ausübte. In der Illegalität noch Orgleiter des Bezirks Berlin-Brandenburg, am 22.November 1933 verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend kam er bis 1939 ins KZ Sachsenhausen. Von Juni 1939 bis August 1944 Angestellter in der Lederindustrie in Offenbach, dann erneut verhaftet und ins KZ Dachau gebracht, bis zur Befreiung durch die amerikanischen Truppen dort Lagerältester. In einer 1945 einstimmig angenommenen Dankadresse an Oskar Müller hatte das Internationale Lagerkomitee (dem Vertreter aller Nationen angehörten) erklärt: »Wenn in den letzten kritischen Tagen des SS-Regimes alle Kameraden der ernsten Situation entkommen konnten, so ist das zu einem sehr großen Teil Ihr Werk gewesen.« Auch der Pater Johannes Maria Lang bemerkte dazu in seinem Buch: »Christus in Dachau«: »Er [Oskar Müller] ist wirklich der einzige Mann im Lager, der die Ordnung noch retten kann. Er hat auch seinerzeit zwei Brüder aus Nürnberg heimlich aus dem Lager entsandt. Sie sollten die Amerikaner eiliger herbeirufen, zur Rettung des Lagers. Er kannte wie keiner die drohenden Gefahren. Der eine dieser Gesandten, Karl Riemer, erreichte sein Ziel. So wurden wir gerettet, drei Stunden vor der geplanten Niedermetzelung.« 1945 trat Oskar Müller wieder der KPD bei, zog für sie in den Hessischen Landtag und 1949 in den ersten Deutschen Bundestag ein. Von November 1945 bis Mai 1947 Minister für Arbeit und Wohlfahrt in Hessen. Im April 1948 Vorsitzender der KPD in Hessen, jedoch schon 1949 wieder abgesetzt. Dann Mitarbeiter des Parteivorstandes der KPD und bis 1953 Abgeordneter im Bundestag. 1953 kurz verhaftet, war er dann aktiv in der VVN und einer der vier Präsidenten der VVN. Oskar Müller starb am 14.Januar 1970 durch einen Unglücksfall.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Wilhelm

* 19.2.1890 – ✝ 28.9.1957

Geboren am 19. Februar 1890 in Alsenborn/ Pfalz; lernte Tischler. Vor 1914 Mitglied der SPD. Im Krieg vier Jahre Soldat, ausgezeichnet mit der goldenen Tapferkeitsmedaille (mit der eine Rente verbunden war). 1918 Übertritt zur USPD, 1919 zur KPD. Für die Partei in Kaiserslautern tätig, aktiv bei der Bekämpfung der Separatisten. Auf dem VIII. Leipziger Parteitag im Januar 1923 als Kandidat in den ZA gewählt. Die französische Militärregierung verurteilte ihn 1923 zu drei Jahren Gefängnis und wies ihn 1924 aus der Pfalz aus. Der populäre Wilhelm Müller gehörte in der KPD zum linken Flügel und zog im Mai 1924 als Abgeordneter in den Reichstag ein; im Dezember nicht wiedergewählt. Ab 1924 hauptamtlicher Parteisekretär in verschiedenen Bezirken, u. a. 1925 in Württemberg. Im April 1926 vom ZK nach Bremen entsandt, Polleiter des Bezirks Nordwest. Müller hatte sich der linken Opposition nicht angeschlossen, sondern war für Ernst Thälmann eingetreten. Im November 1926 verhaftet, angeklagt, den kommunistischen Z-Apparat (Zersetzungsapparat) geleitet zu haben. Er blieb bis Januar 1927 in Haft, mußte dann mangels Beweisen entlassen und 1928 im Prozeß vor dem Reichsgericht freigesprochen werden. Leiter des UB Bielefeld, wo der ultralinke Wilhelm Kötter abgelöst worden war. Anfang der dreißiger Jahre ging Müller wieder nach Kaiserslautern zurück und machte sich als Schreinermeister selbständig. Nach 1933 zunächst nicht verhaftet, wohl weil er Inhaber der goldenen Tapferkeitsmedaille und vor 1933 nicht mehr politisch hervorgetreten war. Er arbeitete als erfolgreicher Tischlermeister, wurde aber 1940 wegen Abhörens ausländischer Sender verwarnt. Seinen Antrag vom 1. Februar 1941 auf Aufnahme in die NSDAP hat das NSDAP-Kreisgericht abgelehnt. Im August 1944 wurde Müller zusammen mit mehreren Kaiserslauterer Antifaschisten verhaftet, aber bald wieder freigelassen. 1945 Mitbegründer der pfälzischen KPD und Mitarbeiter der pfälzischen Bezirksleitung, saß bis 1948 für die Partei auch im Stadtrat Kaiserslautern. Wegen mangelnder Linientreue verlor er seinen früheren Einfluß innerhalb der KPD, schied 1948 aus dem Stadtrat aus, trat politisch nicht mehr hervor, blieb aber bis zum Parteiverbot 1956 Mitglied der KPD. Wilhelm Müller starb am 28.September 1957 in Kaiserslautern.

Wer war wer in DDR

Müller, Erhard

* 23.3.1926

Geb. in Chemnitz; Vater Koch; Volksschule; 1940 Hilfsarbeiter, 1940 – 43 Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser, 1944 / 45 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgef. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949 / 50 Maschinenschlosser bei der Plamag Plauen; 1950 / 51 Ltr. der Zwangsvollstreckungsstelle beim Rat des Krs. Plauen; 1951 SED; 1951 / 52 Stellv. des Personalltr. des Rats der Stadt Plauen, 1952 – 58 Stellv. des Verwaltungsdir.; Studium, 1955 Fachlehrer für Gesellschaftswiss.; 1958 –65 Dir. der Verwaltungsschule in Schleife; 1962 Dipl.-Staatswiss.; 1964 / 65 kombiniertes Zusatzstudium Päd. an der KMU Leipzig; 1965 –67 Mitarb. der SED-BL Cottbus; 1967 – 73 Vors. des Rats des Krs. Senftenberg; 1973 VVO; 1973 / 74 Studium an der PHS der SED; 1974 – Dez. 1989 OB von Cottbus (Nachf. von  Heinz Kluge); 13.12.1989 nach Demonstrationen u. Empfehlung des Runden Tisches Rücktritt wg. Mitverantw. für die Fälschungen der Kommunalwahlergebnisse vom 7.5.1989.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Müller, Fritz

* 28.11.1900 – ✝ 5.3.1973

Geb. in Elbing (Ostpr. / Elbląg, Polen); Vater Handwerker; bis 1921 Lehrerseminar; 1925 –29 Studium der Fächer Deutsch, Gesch. u. Geographie an den Univ. Jena u. Hamburg mit Staatsexamen für das höhere Lehramt u. Prom. zum Dr. rer. nat. mit spez. Studien zur Meteorol. u. Klimatol.; 1929 SPD; 1929 – 38 Studienassessor an einer Schule in Berlin-Neukölln, danach Studienrat am Arndt-Gymnasium in Berlin-Steglitz; ab 1940 Militärdienst. 1945 – 49 Hochschulreferent u. Ltr. der Hochschulabt. der Landesreg. Mecklenburg in Schwerin; 1946 SED; 1949 Prof. für Gesch. der Pädagogik an der Univ. Rostock, 1949 – 52 Dekan der Pädagog. Fak. u. 1952 – 58 Dir. des Pädagog. Inst., 1955 – 57 Prorektor für wiss. Nachwuchs u. Forschung, 1956 – 57 Rektor der Univ. Rostock (Nachf. von Erich Schlesinger); 1961 Dekan der Philosoph. Fak. u. 1965 Ehrensenator der WPU Rostock; 1953 Friedrich-Wilhelm-Wander-Med.; 1962 Theodor-Neubauer-Med.; 1964 VVO; 1966 Pestalozzi-Med.; gestorben in Rostock.Martin Guntau

Wer war wer in DDR

Müller, Gerda

* 30.6.1895 – ✝ 26.4.1951

Geb. in Tornienen (Krs. Rößel, Ostpr. / Tarniny, Polen); Vater Kfm.; 1917 Unterricht bei Lucie Höflich, Hermine Körner u.  Eduard von Winterstein an der Max-Reinhardt-Schule des Dt. Theaters (DT) Berlin; 1918 Engagement am Schauspielhaus Frankfurt (Main); 1922 am Staatstheater Berlin u. bis 1928 Gastrollen an zahlr. Theatern in Dtl.; 1933 – 45 Auftrittsverbot wegen Verweigerung der Trennung von Hermann Scherchen. 1945 – 51 Mitgl. des Ensembles des DT; Mitarb. von  Fritz Wisten bei der »Nathan«-Inszenierung von 1945 u. Rolle der Daja; weitere Rollen: Frau Képes (»Haben« von Julius Hay, DT 1948, R: Falk Harnack), Berta Sonnenbruck (»Die Sonnenbrucks« von Leon Kruczkowski, DT/Kammerspiele 1949, R:  Martin Hellberg), Elisabeth (»Maria Stuart« von Friedrich Schiller, DT/Kammerspiele 1951, R:  Herwart Grosse), Kabanowa (»Das Gewitter« von Alexander N. Ostrowski, DT 1951, R:  Wolfgang Heinz); 1946 – 50 Pädagogin für Rollenstudium an der wiedereröffneten Schauspielschule des DT; 1949 NP (im Koll.); 1950 Gründungsmitgl. der DAK; gest. in Berlin.Heß-Wynecken, S.: G. M. In: Berliner Modenblatt (1950) 6.Aune Renk

Wer war wer in DDR

Müller, Gustav

* 9.8.1919 – ✝ 11.5.1980

Geb. in Köln; Vater Schauspieler; Gesangs- u. Schauspielunterricht; Engagements u. a. in Köln; daneben Kabarettarbeit am »Kom(m)ödchen« Düsseldorf, an der »Barberina« München, an Willi Schaeffers »Kabarett der Komiker« in Berlin (West). 1950 Übersiedl. in die DDR; anfangs bei der »Kleinen Bühne«, seit Eröffnung der Berliner »Distel« 1953 einer ihrer profiliertesten Darsteller; Auftritte beim Fernsehen (z. B. »Da lacht der Bär«) u. Film (z. B. »Silvesterpunsch«); 1961 NP; gest. in Berlin.Unterhaltungskunst A – Z, Berlin 1975; Krause, H.: Erinnerungen an G. M. In: Kassette 5. Berlin 1981.Gisela Winkler

Wer war wer in DDR

Müller, Heiner

* 9.1.1929 – ✝ 30.12.1995

Geb. in Eppendorf (Sachsen); Vater Verw.-Angest. u. Jurist; OS, erste Schreibversuche; 1944 Reichsarbeitsdienst, 1945 Volkssturm, amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 47 Landratsamt Waren (Müritz), Arbeit in der Bibliothek; 1947 – 51 Frankenberg; Hilfsbibliothekar, Angest.; Abschl. der OS; 1947 – 52 SED; 1949 u. 1950 Schriftst.-Lehrgänge des KB zur demokrat. Erneuerung Dtl.; ab 1951 in Berlin; journalist. Tätigkeit, u. a. für den »Sonntag« u. Red. der FDJ-Ztschr. »Junge Kunst«; 1954/55 Wiss. Mitarb. des DSV; 1954 – 66 Ehe mit Ingeborg M., geb. Schwenkner, mit der er gem. an einigen Stükken arbeitete; in zweiter und dritter Ehe war H. M. mit Glinka Tscholokowa und Brigitte Mayer verheiratet; seit 1957 Schriftst. u. Dramaturg; 1958 – 60 Mitarb. im Maxim-Gorki-Theater Berlin; 1960 – 61 Mitgl. des DSV, Ausschl. im Anschluß an eine Studentenaufführung des als konterrev. eingestuften Stücks »Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande« (1988 Wiederaufnahme); 1966/67 Arbeit mit  Benno Besson am Dt. Theater Berlin (DT) am »Bau«, dessen Aufführung verboten wurde, u. an »Ödipus Tyrann«; 1970 Dramaturg am Berliner Ensemble; ab 1970 Reisen in die Bundesrep. Dtl.; ab 1976 Dramaturg Volksbühne Berlin; 1975 Reise durch die USA (Vorlesungen in Texas) u. Mexiko; 1984 Mitgl., 1990 – 93 Präs. der AdK der DDR bzw. AdK zu Berlin (Nachf. von  Manfred Wekwerth); 1986 Mitgl. der AdK Berlin-West; seit 1993 AdK Berlin-Brandenb.; 1990 Mitgl. der Dt. Akad. für Darstellende Kunst Frankfurt (Main); 1987 Mitgl. des Beirats für Dramatik beim Min. für Kultur; 1986 NP; zahlr. Dramatikerpreise, u. a. 1985 Büchner-Preis, 1990 Kleist-Preis u. 1991 Europ. Theaterpreis; 1992 – 95 einer der Direktoren des Berliner Ensembles, ab 1995 alleiniger künstler. Ltr. Etwa 35 Bühnenwerke; 1969 Libretto zu  Paul Dessaus Oper »Lancelot«; Inszenierungen eigener Stücke: 1980 UA »Der Auftrag«, Volksbühne Berlin, 1988 »Lohndrücker« u. 1990 »Hamletmaschine«, beide DT; H. M. ist ein über die Grenzen der ehem. DDR hinaus bedeutender u. bekannter Dramatiker; er gestaltete Gegenwartsthemen u. Themen der dt. Geschichte u. bearbeitete klassische Werke; durch die realist. Schilderung des DDR-Alltags geriet H. M. wiederholt in Kollision mit der SED-Führung, ein Großteil seiner Stücke durfte nicht bzw. erst in späteren Jahren aufgeführt werden, einige Werke erlebten ihre Uraufführungen in der Bundesrep. Dtl. oder Frankreich; gest. in Berlin. 1997 Gründung der Internat. H.-M.-Ges. in Berlin.Geschichten aus der Produktion 1 (Stücke, Prosa, Gedichte, Protokolle). Berlin 1974; Stücke (Der Lohndrücker, Die Bauern, Der Bau, Herakles 5, Philoktet, Der Horatier, Weiberkomödie, Macbeth, Zement). Berlin 1975; Theaterarbeit (Glücksgott, Drachenoper, Horizonte, Weiberkomödie, Sechs Punkte zur Oper, Stellasonett, Elektratext, Froschkönig). Berlin 1975; Geschichten aus der Prod. 2 (Bilder, Traktor, Prometheus, Liebesgeschichte, Zement). Berlin 1979; Gesammelte Irrtümer. Interviews u. Gespräche. Frankfurt (Main) 1986; Krieg ohne Schlacht. Leben in zwei Diktaturen. Köln 1994; Werke (Hrsg. F. Hörnigk), Bd. 1 ff. Frankfurt (Main) 1998 ff. Schulz, G.: H. M. Stuttgart 1980; Hauschild, J.-C.: H. M. oder das Prinzip Zweifel. Berlin 2001; Lehmann, H.-T.: H. M.-Handbuch Stuttgart 2003; Schulte, C. u. a. (Hrsg.): Der Text ist der Coyote. Frankfurt (Main) 2004; Mayer B. M.: Der Tod ist ein Irrtum. Frankfurt (Main) 2005.Renate Rätz

Wer war wer in DDR

Müller, Horst-Guido

* 13.4.1910 – ✝ 21.9.2002

Geb. in Halle; Vater Lehrer; dort 1928 Abitur am Reformrealgymnasium in Halle; anschl. Studium der Physik an der MLU Halle-Wittenberg, dort 1934 / 35 Ass. am Inst. für theoret. Physik, 1935 Prom. bei Adolph Smekal mit der Arbeit »Zur Natur der Rekristallisationsvorgänge«; 1935 – 1945 Mitarbeiter bzw. Laborltr. bei Siemens in Berlin. 1946 – 50 Ass. am Inst. für Angew. Physik an der MLU Halle, dort 1950 Habil. mit der Arbeit »Der metamikte Zustand« u. Doz. für Physik; ab 1953 Prof. für Physik an der HS für Verkehrswesen (HfV) Dresden, dort 1956 – 60 Ltr. der Abt. Math.-Naturwiss., 1960 – 64 u. 1968 – 72 Prorekt. für Forschung, 1964 – 68 Rektor der HfV (Nachf. von Gerhard Rehbein); 1975 em.; 1957 Verdienter Erfinder; 1961 NP; 1968 Banner der Arbeit; gest. in Dresden. Forschungsgebiet: Ferromagnetismus u. Entw. hartmagnet. Werkstoffe mit ihrer Anwendung in der Elektroindustrie u. im Maschinenbau.Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Müller, Karl Erich

* 19.9.1917 – ✝ 10.1.1998

Geb. in Halle; Vater Dekorationsmaler; 1932 – 38 Lehre u. Arbeit als Dekorationsmaler; 1938 – 43 Militärdienst; 1943 – 45 sowj. Gefangenschaft. 1945 – 47 Arbeit als Dekorationsmaler; 1946 – 48 Studium an der Kunstschule Burg Giebichenstein (bei Erwin Hahs); 1948 freischaff. in Halle; 1960 Studienreise in die UdSSR, 1961 nach Rumänien, 1964 nach Bulgarien; 1963 NP; 1965 Mitgl. der DAK; 1966 Studienreise in die UdSSR (Sibirien), 1966, 1968, 1972, 1978 Studienreisen nach Indien, 1975, 1977 nach Sri Lanka, 1978 nach Nepal, 1979 in die UdSSR u. nach Jugosl., 1980 nach Indien u. Pakistan, 1983 nach Indien; gest. in Halle.Hütt, W.: K. E. M. Berlin 1965 (mit Bibl.); Hütt, W.: K. E. M. Dresden 1973 (mit Bibl.); Kat. K. E. M. Malerei u. Grafik aus drei Jahrzehnten. AdK Berlin 1979 (mit Bibl.); Christ, R.: K. E. M.: Blick auf Pakistan. Berlin 1982; K. E. M. Erlebnis Südasien. AdK Halle 1987; K. E. M. Staatl. Galerie Moritzburg Halle 1988.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Müller, Margarete

* 10.2.1921 – ✝ 26.2.2011

Geb. in Petershain (Krs. Calau); Vater Glasmaler; Volksschule; 1936 – 43 Hausgehilfin u. Köchin; 1944/45 als Telefonistin dienstverpflichtet. 1945 Heimarb. in Freiberg; 1945/46 KPD/ SED, 1946 FDGB, 1947 DFD, 1946 – 49 Metallarb.; 1949/50 Sachbearb. u. Abt.-Ltr. beim Arbeitsamt Freiberg; 1950/51 Ref. beim DFD-Vorst. Dresden; 1952 SED-BPS Dresden; 1952/53 Abt.-Ltr. der SED-BL Dresden, 1954 dort Sektorenltr.; 1954 – 57 Instrukteur der SED-BL Berlin; 1957 – 60 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1960 – 63 Sekr. der BPO im VEB Berliner Glühlampenwerk; zugl. 1960 – 62 Mitgl. der SED-KL Berlin-Friedrichshain; 1962 – 64 der SED-BL Berlin; ab 1963 Sekr. u. Mitgl. des Präs. des FDGB-Bundesvorst.; 1964 – 69 Sekr. der SED-KL der Zentr. Organe der Gewerkschaften; 1965 – 69 Mitgl. des Gen.-Rats des WGB; 1967 – 81 Abg. der Volkskammer, bis 1976 Mitgl. ihres Präs., dann des Aussch. für Arbeit u. Sozialpol.; 1981 Rentnerin; 1981 VVO.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Müller, Richard

* 17.7.1903 – ✝ 7.7.1999

Geb. in Hartha / Döbeln; Vater Angest.; 1910 – 14 Volksschule in Hartha, anschl. Gymnasium in Waldheim u. Döbeln, dort 1923 Abitur; 1923 – 31 Chemiestudium an der Univ. Leipzig, dort 1928 Verbandsexamen, 1931 Prom. mit der Arbeit »Beiträge zur Kenntnis des Systems Nickeloxyd-Sauerstoff-Wasser«; ab 1931 Mitarb. der Chem. Fabrik von Heyden AG in Radebeul, 1933 Aufbau u. Ltg. der Forschungsabt. für Silikone sowie bis 1945 auch Betriebsltg. der kolloidchem. Abt. Nach der Demontage maßgeblich am Wiederaufbau der Betriebs- u. Forschungsstätten des Werks als VEB Chem. Fabrik von Heyden (seit 1954 VEB Silikonchemie Radebeul) beteiligt; 1949 Aufbau u. Ltg. einer Abt. Organ. Fluorverbindungen, die 1954 dem Inst. für Spezialkunststoffe Dresden angegliedert wurde; 1951 NP; 1954 Berufung zum nebenamtl. Prof. für Silikon- u. Fluorcarbonchemie der TH Dresden; 1961 – 68 Dir. des wiss.-techn. Zentrums für Silikon- u. Fluorkarbonchemie Radebeul; 1968 Ruhestand bei Fortsetzung der Vorlesungstätigkeit (bis 1972) u. spezieller Forschungsaktivitäten; Clemens-Winkler-Med. der Chem. Gesell. der DDR; 1992 Dr. h. c. TU Dresden; gest. in Radebeul. Das von M. 1941 entdeckte techn. Herstellungsverfahren von Ausgangsprodukten für die Silikonprod. ist als Müller-Rochow-Synthese bis heute weltweit Basis der Silikonprod. u. machte ihn zum »Vater der Silikone«. Darüber hinaus haben auch seine anderen herausragenden wiss. Beiträge u. Patente zur siliciumorgan. Chemie maßgebl. zur Entw. der Silikonchemie in der DDR beigetragen. Im Juni 1953 setzte sich M. als einer der Wortführer im VEB Chemische Fabrik für die Belegschaftsinteressen ein.Über Silikone. In: Angewandte Chemie (1950) 2. K. Rühlmann: In memoriam Professor R. M. In: Wiss. Ztschr. der TU Dresden H. (1999) 4; W. Reschetilowski: R. M. – Vater der Silikone. In: Nachrichten aus der Chemie (2004) 52.Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Müller, Wilfried

* 8.5.1931

Geb. in Magdeburg; Vater Schuhmacher; Volksschule; 1945 Ausbildung zum Elektriker; 1948 Betriebselektriker im Thälmann-Werk Magdeburg; 1949 SED; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Magdeburg, Abt. VIII (Beobachtung/Ermittlung); 1954 Versetzung zur BV Magdeburg, Abt. V (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund); 1955 Ltr. der Abt. VII (Abwehr DVP); 1958/59 Besuch der BPS; 1964 – 66 Dreijahreslehrgang an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1967 stellv. Operativ des Ltr., 1977 Ltr. der BV Magdeburg des MfS (Nachf. von  Heinz Kühne); 1981 Gen.-Major; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Paul (Gerhard)

* 12.9.1882 – ✝ 6.5.1953

(* 1882 – † 1953) Geboren am 12. September 1882 in Völlener Königsfehn, jetzt Westoverledingen, Landkreis Leer. Gerhard Müller (genannt Paul) war der Sohn einer sehr christlich geprägten Arbeiterfamilie. Lehre als Kupferschmied, von 1913 bis 1932 arbeitete er als Installateur in Oldenburg und 1934/35 als Kupferschmied. 1902 Mitglied im Metallarbeiterverband, Mitbegründer und ab 1924 Vorsitzender der Zahlstelle des Metallarbeiterverbandes in Oldenburg. Von 1903 bis 1914 in der SPD, schloß sich 1918 dem Spartakusbund an, war seit Gründung Mitglied der KPD und Polleiter der KPD in Oldenburg. Müller war 1920 nur kurz Mitglied der KAPD, dann gehörte er bis 1933 wieder dem KPD-UB Oldenburg an und war Mitglied der BL Nordwest. 1922 kam er erstmals in den Oldenburger Landtag, im dem er bis 1924 blieb, 1928 bis 1932 wieder Landtagsabgeordneter und von 1922 bis 1933 auch Stadtrat in Oldenburg. Im März 1933 einige Zeit inhaftiert, lebte Müller seit 1935 in Sandkrug. Nach dem 20. Juli 1944 verhaftet, kam mehrere Monate ins Gestapogefängnis in Oldenburg-Osternburg. Er war nach 1945 für die KPD wieder Mitglied des Oldenburger Kreistages. Paul Müller starb am 6.Mai 1953 in Sandkrug.

Wer war wer in DDR

Müller, Alfred

* 4.7.1926 – ✝ 2.12.2010

Geb. in Berlin; Vater Hilfsarb. u. Taxifahrer; 1940 – 43 Lehre als Mechaniker; Kriegsdienst u. franz. Gefangenschaft. 1949 – 52 Musikstudium; 1952 – 55 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin-Schöneweide; 1955 erstes Engagement am Theater in Senftenberg, Zusammenarb. mit  Horst Schönemann, u. a. 1956 in »Urfaust« u. 1959 in »Herr Puntila u. sein Knecht Matti«; 1959 – 65 u. 1972 – 84 Schauspieler am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, u. a. in »Der zerbrochene Krug« (1961), »Reise um die Erde in 80 Tagen« (1962); SED; Vors. der BGL am Gorki-Theater, 1968 Mitgl. im ZV der Gewerkschaft Kunst; seit Anfang der 1970er Jahre Vors. des BV Berlin der Gewerkschaft Kunst; 1960 von Kurt Jung-Alsen für den Film entdeckt, Protagonist in zahlr. Literaturadaptionen u. Krimis bei Jung-Alsen, erlangte besondere Popularität als Kundschafter Hansen im DEFA-Spionagefilm »For Eyes Only« (1963); 1965 – 72 Mitgl. des DEFA-Ensembles, Rollen u. a. in »Solange Leben in mir ist« (1965), in der verbotenen  Bieler-Verfilmung »Das Kaninchen bin ich« (1965); 1969 NP für die Darstellung des Karl Marx in »Mohr u. die Raben von London«; weitere Filmrollen u. a. in »Das Versteck« (1978) u. in den Silvesterschwankgeschichten um das »Ferienheim Bergkristall« (1983 – 89), ab 1977 literar.-musikal. Programme mit  Gisela May; 1987 Revue »Hallo Berlin 7-5-0« mit  Helga Hahnemann im Berliner Friedrichstadtpalast; 1964 Kunstpreis der DDR; VVO; Goethepreis; Kunstpreis des FDGB; 1985 »Fernsehliebling« der Programmztschr. »FF dabei«. Nach 1990 Gastspiele u. a. in Dessau, Hagen u. Dresden, in Berlin am Theater am Kurfürstendamm sowie am Theater des Westens in Musicals wie »Anything Goes« u. »Blue Jeans«; gelegentl. TV-Rollen, u. a. in »Polizeiruf 110« (1994 u. 1997) u. »Das Bernsteinamulett« (2004); gest. in Berlin.Matthias Braun / Christian Krause

Wer war wer in DDR

Müller, Erich

* 7.5.1907 – ✝ 20.1.1992

Geb. in Havelberg; 1921 – 24 Lehre als Glasmaler; 1924 – 42 Tätigkeit in versch. Betrieben, u. a. in der Werkstatt Richard Süßmuth, Penzig (Oberl.); 1946 – 52 Zeichner in der Glashütte Fürstenberg; 1952 – 57 Techn. Zeichner u. Teilkonstrukteur im VEB Eisenhüttenkombinat Ost Eisenhüttenstadt; 1957 – 60 künstler. Mitarb. im Inst. für angewandte Kunst Berlin; hier 1960 – 63 Ltr. der Arbeitsgr. Gefäße, verantw. für Glas u. Keramik; 1963 – 72 wiss. Mitarb. im ZI für Gestaltung Berlin; 1966 – 75 Lehrauftrag für Glasgestaltung an der HS für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein. U. a. Gestaltung von Hotelgeschirr: Preßglassortiment Europa 1964, Hotelporzellan Rationell u. Wirtegläser 1970 (zus. mit  Margarete Jahny) sowie freie Glasgestaltung.Gerd Dietrich

Wer war wer in DDR

Müller, Fritz

* 7.1.1919

Geb. in Salzheim (Krs. Sensburg, Ostpr. / Polen); Vater Landarb.; Volksschule; Ausbildung zum Elektroschweißer; 1934 – 39 Landarb. in Salzheim; 1938/39 RAD; 1939 – 45 Wehrdienst, Uffz.; 1945 Kriegsgefangenschaft in Polen u. UdSSR. Rückkehr nach Dtl.; 1946 – 48 Elektroschweißer in Weimar; 1947 KPS; 1948 LPS; 1949 – 51 Schulltr. MAS-Landesschule bzw. der Vereinigung Volkseigener Güter (VVEG) Thür. in Bad Frankenhausen; 1951 Gebietsltr. VVEG in Erfurt; 1953 – 55 u. 1958 – 62 Sekr. der SED-BL Erfurt (Nachf. von  Paul Roscher); 1958 – 62 Abg. des Bez.-Tags Erfurt; 1955 – 58 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1962 – 81 Vors. des ZV der IG Land u. Forst bzw. IG Land, Nahrungsgüter u. Forst (Nachf. von Karl Svihalek); 1962 – 77 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst., 1963 – 68 auch seines Sekr. sowie bis 1977 seines Präs.; 1963 – 81 Kand. des ZK der SED; 1972 Mitgl. des Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1965 u. 1969 VVO; 1979 Fritz-Heckert-Medaille; Ruhestand.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

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Müller, Gerhard

* 4.2.1928

Geb. in Chemnitz; Vater u Stiefvater Arbeiter, Mutter Kaffeeköchin; 1934 – 41 Volksschule in Bad Brambach; 1942 – 44 HJ, Oberkameradschaftsführer; kommis. Gefolgschaftsführer; 1942 Handelsschule in Oelsnitz (Vogtl.); 1942 – 45 Lehrerbildungsanstalt in Auerbach (Vogtl.), ohne Abschl.; 1945 RAD, Arbeitsmann; Landarb. in Landwüst (Vogtl.). 1946 SPD/SED; 1946 Neulehrerausbildung in Bad Elster; 1946 – 48 Neulehrer; 1948 – 50 Schulltr. in Breitenfeld (Vogtl.); 1950 KPS in Schilbach; 1950 – 52 Krs.-Ausbildungsltr. u. stellv. Krs.-Schulrat, 1952/53 Krs.-Schulrat beim Rat des Krs. Oelsnitz; 1953 – 55 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1955 – 65 Sekr. für Kultur u. Erziehung der SED-BL Neubrandenb. (Nachf. von Walter Genz), anschl. Ltr. der Abt. Schulen, Fach- u. Hochschulen; 1964 – 66 Fernstudium an der FS für Landw. in Tollenseheim, staatl. gepr. Landwirt; 1965 – 74 1. Sekr. der KL Neubrandenb. u. Mitgl. des Sekr. der SED-BL Neubrandenb. (Nachf. von  Hans Gerlach); dort 1974 – 80 2. Sekr. (Nachf. von Gerhard Zettler); 1980 – 11.11.1989 1. Sekr. der SED-BL Erfurt (Nachf. von  Alois Bräutigam); 1981 – 3.12.1989 Mitgl. des ZK der SED; 1981 – 16.11.1989 Abg. der Volkskammer; 1985 – 8.11.1989 Kand. des PB des ZK der SED; 1978 VVO; 1984 KMO; 1988 Held der Arbeit; 3.12.1989 aus der SED ausgeschl.; 1.6.1990 Anklage wegen »mehrf. Vertrauensmißbrauchs, Anstiftung zu Untreue u. Diebstahl«, zehn Mon. U-Haft. 20.2.1992 zu acht Mon. Freiheitsstrafe verurteilt, durch U-Haft abgegolten; Mitgl. der DKP; lebt in Neubrandenburg.Mestrup, H.: »Wir können ja offen reden ?« Erfurt 1997.Helmut Müller-Enbergs

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Müller, Gustav Alfred

* 7.12.1895 – ✝ 20.3.1978

Geb. u. aufgewachsen in Dresden; Lehre u. Arbeit als Lithograph; Soldat im 1. Weltkrieg; 1914/15 u. 1919 – 27 Studium an der Kunstgewerbeschule u. der Akad. der Bildenden Künste in Dresden, u. a. bei Otto Dix; Gründer der »Gruppe 30«, einer Abspaltung von der »Asso«, ab 1932 in der »Dresdner Sezession«; trat in Anlehnung an Dix mit einem Antikriegs-Triptychon (»Selbstzerfleischung«) u. eigenständig mit sozialkrit. Gemälden u. Zeichnungen hervor (Fabrik- u. Stadtlandschaften, Milieu-Studien, Porträts, heimatl. Motive); 1932 Übersiedlung nach Löbau; 1941 Arbeits- u. Ausstellungsverbot; 1939 – 45 dienstverpflichtet als Munitionsarbeiter. 1945 Mitgl. des KB u. Mitbegr. der Gewerkschaft Kunst sowie des VBK; bald weitgehender Rückzug aus dem öffentl. Leben, zeitw. Kunsterzieher, zunächst im Schulwesen, danach in Volkskunstzirkeln, ab 1962 freischaffend. Nach seinem Tod in Löbau Wiederentdeckung u. zahlr. Ausstellungen, u. a. Leipzig 1979, Liberec 1979, Frankfurt (Oder) 1980, Berlin 1981, Dresden 1982 u. 2000, Magdeburg 1983, Löbau 1979, 1985 u. 1995.Blank, G.: Der wiederentdeckte Maler G. A. M. In: NBI (1981) 37; Dreißiger, Chr.-M.: Lange aus den Augen – aber nicht vergessen: zum 85. Geburtstag des proletar. Malers G. A. M. In: Neues Dtl. 6./7. 12. 1980; Kober, K. M., Olbrich, H.: G. A. M. – Malerei, Aquarelle, Zeichnungen, Lithographien. Leipzig 1979.Günter Dörfel

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Müller, Heinrich

* 18.2.1916 – ✝ 22.5.1973

Geb. in Berlin; Vater Mechaniker; Grund- u. Oberschule; 1929 ATSB; 1932 Lehre als Werkzeugmacher; 1933 – 38 Studium an der FS für Maschinenbau, Abschl. als Werkzeugmacher; 1938 – 45 Teilkonstrukteur, Werkzeugkonstrukteur im Werkzeugkonstruktionsbüro Gema in Berlin-Köpenick. 1945/46 KPD/SED; 1945 – 50 Transportarb., Werkzeugkonstrukteur, Betriebs- u. Werkltr. im Werk für Fernmeldewesen Berlin-Oberschöneweide; 1951 Studium an der LPS der SED; 1952 Instrukteur bzw. Ltr. der Abt. Wirtschaft in der SED-KL Berlin-Köpenick; 1952 – 55 Werkltr. des VEB Berliner Glühlampenwerk (BGW); 1955 – 57 Ltr. der Abt. Maschinenbau des ZK der SED; 1957/58 Sektorltr.; 1958 – 60 Mitarb. der Arbeitsgr. Ökonomik bei der Wirtschaftskommission des PB des ZK der SED; 1960/61 Techn. Ltr. des VEB Schnitt- u. Formenbau; 1961 – 64 erneut Werkltr. des BGW; 1964 – 73 Dir. des VEB Schnitt- u. Formenbau im Kombinat Elektroapparatewerke (EAW) Berlin; gest. in Berlin.Andreas Herbst

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Müller, Jens

* 6.7.1965

Geb. in Torgau (Elbe); Mutter Labortechnikerin; 1973 mit dem Rennschlittensport im TZ Ilmenau begonnen; ab 1976 KJS; Mitgl. des ASK Vorwärts Oberhof (Trainer: Bernd Jäger u. Norbert Hahn); 1983 Spartakiadesieger; 1984 Junioren-WM; 1984 – 89 SED; Spezialdisz.: Herren-Einsitzer; bei den Weltmeisterschaften 1987, 1989 u. 1999 2. Platz; 1988 Olymp. Spiele: Sieger; 1988 Ehrenbürger der Stadt Ilmenau; VVO. Ab 1990 Mitgl. des BSR Oberhof; Angeh. der Bundeswehr; Mitinhaber eines Sportartikelgeschäfts in Ilmenau; 1993 u. 1998 bei den Dt. Meisterschaften 1. Platz; 1994, 1995, 1996, 1997 u. 1999 bei den Dt. Meisterschaften: 2. Platz; 1996 u. 2000 EM; 1996/97 Weltcup: 2. Platz, 1998/99 3. Platz; 1999 Vize-WM, 2000 WM; 1998 Olympische Spiele: 3. Platz; seit 2002 Skeleton-Bundestrainer, ab 2006 Koordinator Skeletonentwicklung beim Verband.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

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Müller, Kurt

* 13.12.1903 – ✝ 21.8.1990

Geb. in Berlin-Wedding; Eltern Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum u. Arbeit als Werkzeugmacher; Feb. 1919 FSJ bzw. KJV u. 1920 KPD; 1921 Funktionär des KJV in Berlin; 1926/27 Red. der Ztschr. »Junge Garde«; 1927/28 Mitarb. der KJI in Moskau; 1928 Mitgl. des ZK des KJVD, Sekr. für Gewerkschaftsfragen in Berlin; 1929 Vors. des KJVD u. Mitgl. des ZK der KPD; ab 1931 zum EKKI delegiert; 1932 als Anhänger des »Abweichlers« Heinz Neumann aller Funktionen enthoben; nach Gorki verbannt, dort Arbeit in einem Automobilwerk; ab Febr. 1934 illeg. in Dtl.; ab Mai 1934 Pol.-Ltr. des KPD-Bez. Baden; Sept. 1934 in Weinheim verhaftet, 1934 U-Haft in Berlin-Moabit u. Kassel, wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, 1934 – 39 Haft in Kassel-Wuhlheiden, 1940 – 45 KZ Sachsenhausen; organisierte mit  Fritz Selbmann, anschl. mit  Max Reimann u.  Ottomar Geschke die illeg. KPD-Arbeit; Mai 1945 aus dem Evakuierungstransport der SS geflohen. 1945 – 49 Mitgl. des PV der KPD bzw. SED; ab Dez. 1945 Pol.-Ltr. bzw. Vors. der KPD Niedersachsen; 1946 – 48 Abg. des Landtags Niedersachsen; 1948/49 stellv. KPD-Vors. für die Westzonen; 1949/50 Vors. der KPD u. Abg. des Dt. Bundestags; März 1950 von  Richard Stahlmann in die DDR gelockt u. am 22.3.1950 in Berlin (Ost) verhaftet, U-Haft im MfS-Gefängnis Schumann-Str. u. Berlin-Hohenschönhausen; von  Erich Mielke verhört, psychische Folterungen; er war für den »dt. László-Rajk-Prozeß« vorgesehen, blieb jedoch in den Verhören gegenüber den konstruierten Anklagepunkten (Agententätigkeit für eine fremde Macht, Mordanschläge gegen Jossif W. Stalin u. a.) zunächst standhaft; am 23.8.1950 wurde er den sowj. Behörden übergeben, die ihn weitere zweieinhalb Jahre verhörten; am 18.3. 1953 durch ein administratives »Fernurteil« aus Moskau zu 25 Jahren Haft wegen »Terrors, Spionage, Sabotage, Gruppenbildung u. terrorist. Tätigkeit« verurteilt; anschl. in das sowj. Straflager Wladimir deportiert; Okt. 1955 Ankunft mit einem Transport dt. Kriegsgefangener im Notaufnahmelager Friedland; 1957 SPD; 1958/59 Mitarb. des Inst. für Asienkunde; 1959/60 Mitarb. der Studienges. für wirtschaftl. Entw.; 1960 – 85 wiss. Mitarb. des Forschungsinst. der »Friedrich-Ebert-Stiftung«, dort Ltr. der Abt. Außenpol. u. DDR-Forschung; 1985 Ruhestand; 1990 durch die PDS rehabil.Ein hist. Dokument aus dem Jahre 1956. Brief an den DDR-Min.-Präs. Otto Grotewohl. In: Aus Politik u. Zeitgeschichte 9.3.1990. Lindemann, H.: Pol. Häftling bei Hitler u. Stalin. Zum Tode von K. M., ehem. zweiter Vors. der KPD. In: FAZ 6.9.1990; Dowe, D.: K. M. (1903 – 1990) zum Gedenken. Bonn 1991; Weinke, A.: Der Justizfall K. M. u. seine Bedeutung für die kommunist. Parteisäuberungswelle im geteilten Dtl. In: Ztschr. für Geschichtswiss. (1997) 4.Bernd-Rainer Barth

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Müller, Margarete

* 18.2.1931

Geb. in Neustadt (Oberschles./Prudnik, Polen); Vater Kraftfahrer; 1937 – 45 Volksschule; 1946 – 48 Gärtnerin in Salow (b. Neubrandenb.); 1948 – 50 Traktoristin bei der MAS Salow; 1949 Besuch der MAS-Landesschule in Wickendorf (b. Schwerin); 1950 Lehrling auf dem Lehr- u. Versuchsgut Gustavshof; 1950 – 53 Studium an der FS für Landw. Demmin, ab 1951 in Schabernack; 1951 SED; 1953 – 58 Studium am Leningrader landwirtschaftl. Inst. in Puschkin; 1958 – 60 Agronom bei der MTS Brohm; 1960 – 72 Vors. der LPG Kotelow; gleichz. Mitgl. der SED-BL Neubrandenb.; 1964 VVO; 1969 Banner der Arbeit; 1971 – 89 Mitgl. des Staatsrats; 1963 – 89 Mitgl. des ZK der SED; Kand. des SED-PB; 1967 – 73 Mitgl. des Rats für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1972 – 74 Ltr. der Kooperativen Abt. Pflanzenprod. bzw. 1972 – 76 LPG Pflanzenprod. Kotelow; 1974 KMO; 1976 Ltr. der Agrar-Industrie-Vereinigung Pflanzenprod. Friedland; 1981 VVO; 8.11.1989 mit dem PB des ZK der SED zurückgetreten u. wieder als Kand. des PB gewählt, Dez. 1989 mit dem ZK zurückgetreten; Jan. 1990 als Mitgl. des Staatsrats zurückgetreten u. aus der Volkskammer ausgeschieden, Ausschl. aus der SED/ PDS.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Müller, Silvia

* 22.3.1953

Geb. in Berlin; Vater Polizist, Mutter Sachbearb.; 1971 Abitur; 1972 – 78 Studium der Kulturwiss. an der HU Berlin, zeitw. extern bei gleichz. Erwerbstätigkeit; 1978 – 80 Red. im Verlag Junge Welt; 1981 Dramaturgin am Puppentheater Frankfurt (Oder); Frühjahr 1981 erste Kontakte zur poln. Gewerkschaft Solidarność; seit Sommer 1981 Mitarb. im Friedenskrs. der ESG Berlin, ab 1983/84 Friedrichsfelder Friedenskrs.; Teiln. an Arbeitsgr. zu versch. Themen, u. a. Beteiligung an einer illeg. Fragebogenuntersuchung zum Thema »Charakter der Arbeit im Realsoz.«; ab Nov. 1981 Red. im Berliner Verlag; März 1984 Disziplinarmaßn., die auf Berufsverbot hinausliefen; 1985 Invalidisierung; Herbst 1985 Mitgl. der Vorbereitungsgr. des ersten Menschenrechtsseminars (Nov. 1986); Mitbegr. der Menschenrechtsgr. »Gegenstimmen«; 1987 Mitbegr. der Samizdat-Ztschr. »Friedrichsfelder Feuermelder«; Kontakte zu opp. rumäniendt. Schriftst., 1988/89 Mitinitiatorin der Rumänien-Gedenktage in versch. Berliner Kirchen; Vertreterin der Menschenrechtsgr. im Fortsetzungsaussch. des Netzwerks »Frieden konkret«; Sept. 1989 Mitbegr. der Vereinigten Linken (VL), Dez. 1989 – März 1990 VL-Vertreterin am Zentr. Runden Tisch; Mitarb. in der Mediengesetzgebungskommission u. im Medienkontrollrat; Jan. 1990 Mitgl. des Hörfunkrats; Mai 1990 – Jan 1994 Mitarb. in der Rehabil.-Kommission des Hörfunkrats; seitdem versch. Honorartätigkeiten, u. a. für die Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur; lebt in Berlin u. Strömsund (Schweden).Die Entlassung. R. Havemann u. die AdW 1965/66. Berlin 1996 (Mithrsg.); Willfährige Propagandisten. MfS u. SED-Bez.-Ztg. Stuttgart 1997 (Mitautorin).Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Müller, Wilhelm

* 17.2.1904 – ✝ 11.7.1970

Geb. in Ahlbeck (Usedom); Vater Fischer; Volksschule; 1918 – 21 Fischer; 1921 – 35 Lehre u. Arbeit als Fleischer; KPD; 1933 – 35 illeg. Parteiarbeit; 1935 Verhaftung, zweieinhalb Jahre Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat«; 1937 – 40 Heizer; 1940 – 43 Fleischergeselle; 1943 Soldat, Verurteilung wegen »Wehrkraftzersetzung«, Versetzung zum Strafbat. der Org. Todt. Mai – Juli 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft; 1945 Einstellung bei der Polizei Mecklenb.; 1947 Ltr. der K 5 (pol. Polizei) u. der Schutzpolizei im Krs. Usedom; 1948 Ltr. des VPKA Ueckermünde; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Mecklenb. (ab Febr. 1950 Länderverw. Mecklenb. des MfS), Ltr. der Krs.-Dienststelle Güstrow; 1951 Ltr. der Abt. V (Untergrund) der Länderverw. Mecklenb.; 1952 stellv. Operativ, dann Ltr. der BV Rostock; 1953 Oberst; 1954 Ltr. der BV Schwerin; 1955 Versetzung zu den Inneren Truppen des MfS.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Peter

* 24.10.1879 – ✝ 22.6.1963

Geboren am 24. Oktober 1879 in Gemmingen/ Baden; Verwaltungsangestellter. 1918 Mitglied der USPD, stellvertretender Vorsitzender in der Pfalz und Führer der Parteilinken, 1920 Stadtratsmitglied in Ludwigshafen/Rhein. Nach der Vereinigung mit der KPD Vorsitzender der kommunistischen Stadtratsfraktion sowie Organisationssekretär der pfälzischen VKPD. Im August 1921 Delegierter des VII. KPD-Parteitages in Jena und als Ersatzmitglied des ZA für den Bezirk Pfalz gewählt. 1922 als Organisationssekretär abgelöst, 1924 wurde er erneut Mitglied des Stadtrates sowie erneut Fraktionsvorsitzender der KPD. Müller trat 1925 zur SPD-Fraktion über, der er bis zum Ende der Wahlperiode 1929 angehörte. 1945 wieder Mitglied der KPD, Kandidat auf dem aussichtslosen 45. Platz zum Stadtrat Ludwigshafen/Rh. Er trat dann politisch nicht mehr hervor. Peter Müller starb am 22.Juni 1963 in Ludwigshafen.

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Müller, Anna-Maria

* 23.2.1949

Geb. in Schnepfenthal (Krs. Gotha, Thür.); erst Leichtathletin, dann Rennschlittensportlerin beim SG Friedrichroda; ab 1967 Mitgl. des SC Traktor Oberwiesenthal; Spezialdisz.: Damen-Einsitzer (Trainer: Walter Jentzsch); 1968 Olymp. Spiele: wie  Ortrun Enderlein disqualifiziert wegen angebl. angeheizter Kufen; 1969 bei den Weltmeisterschaften: 2. Platz; 1970 EM; 1970 Abitur; 1970 – 75 Studium der Pharmazie an der KMU Leipzig; 1972 Olymp. Spiele: Siegerin; seit 1982 Apothekerin in Berlin.Olaf W. Reimann

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Müller, Erich

* 4.10.1921 – ✝ 16.2.1996

Geb. in Massanei (b. Döbeln, Sachsen); Vater Maschinenschlosser, Mutter Näherin; nach Besuch der Volksschule Schlosserlehre; 1940 NSDAP; Kriegsdienst bei der Luftwaffe, Mai – Dez. 1945 Internierung in Nordnorwegen u. amerik. Kriegsgefangenschaft in Darmstadt. 1946 – 49 Gelegenheitsarb. u. Schlosser am Forschungsinst. für chem. Technologie in Meinzberg (b. Waldheim); 1949 SED; 1949/50 Vors. des Ortsvorst. der IG Chemie Döbeln; 1950 Instrukteur des ZV der IG Chemie; 1951/ 52 Vorstandsmitgl. u. stellv. Org.-Ltr. beim ZV der IG Chemie; 1952/53 Ref. des Vors. des ZV der IG Chemie; 1953 – 55 Org.-Ltr. u. Sekr. des ZV der IG Chemie; 1955 – 58 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 – 63 Sekr. für chem. Industrie der SED-BL Halle; 1961 VVO; 1963 – 68 Vors. des Bez.-Wirtschaftsrats Halle; Abg. des Bez.-Tags Halle; Nov. 1968 – Okt. 1988 GD des VEB Kombinat Leuna-Werke »Walter Ulbricht« – des ersten petrolchem. Großbetriebs u. eines der drei größten Chemiekombinate der DDR; 1969 NP; 1971 VVO; E. M. gehörte zu den dienstältesten Kombinatsdir. in der DDR-Wirtschaftsgeschichte; Juni 1971 Kand., Mai 1976 Mitgl. des ZK der SED; 1974 VVO; 1980 Held der Arbeit; 1981 KMO; 1986 Ehrenspange zum VVO; 1988 Großer Stern der Völkerfreundschaft; April 1988 Dr. oec. h. c. der TH Leuna-Merseburg; gest. in Halle.Hagen Schwärzel / Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Müller, Fritz

* 3.12.1920 – ✝ 15.4.2001

Geb. in Forst (Lausitz); Vater Zigarettenmacher; Mittelschule; 1937 – 39 Ausbildung zum Kfm.; 1938 NSDAP; 1939 – 45 Wehrmacht, zul. Fw.; Mai 1945 – Dez. 1947 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifazirkel, Lager Nishni Tagil, Arbeit im Bergbau. Ende Dez. 1947 Rückkehr nach Dtl.; Febr. – Okt. 1948 Sachbearb. beim Rat des Krs. Forst; 1948 – 50 Abt.-Ltr. Planung beim Rat des Krs. Forst; 1950/51 Abt.-Ltr. Planung beim Rat des Krs. Frankfurt (Oder); 1951/52 Instrukteur für Planung in der Abt. Wirtschaftspol. der SED-LL Brandenb.; Aug. 1952 – Febr. 1953 Ltr. der Abt. Wirtschaftspol. der SED-BL Cottbus; ab März 1953 Studium an der LPS in Ballenstedt; 1954/55 stellv. Schulltr. bzw. Lehrstuhlltr. für Wirtschaftspol. in Ballenstedt; Juni 1955 – 60 Ltr. der Abt. Planung u. Finanzen des ZK (Nachf. von Helmut Sandig); 1959 VVO; ab Mai 1960 – 89 Ltr. der Abt. Kader des ZK (Nachf. von  Heinz Wieland); ab 1963 Kand., 1967 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1969 Banner der Arbeit; 1964 u. 1970 VVO; 1980 Ehrenspange zum VVO; 1981 Banner der Arbeit; 1984 u. 1985 KMO; April 1979 – Nov. 1989 1. Sekr. der ZL der SED-PO im Apparat des ZK (Nachf. von  Kurt Tiedke); 28.11. 1989 Abberufung aus der Funktion des Abt.-Ltr; 10.2.1990 aus der SED/PDS ausgeschl.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Müller, Gerhard Kurt

* 1.10.1926

Geb. in Leipzig; 1941 – 43 Lehre als Tiefdruckretuscheur; 1943 – 48 Soldat, französ. Kriegsgefangenschaft. 1948 – 52 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst (HGB) Leipzig bei  Kurt Massloff u.  Elisabeth Voigt; 1953 Aspirantur; 1955 – 68 Ltr. der Fachklasse freie Grafik u. Illustration; Lehrtätigkeit, 1961 Prof., 1964 – 68 Rektor der HGB (Nachf. von  Bernhard Heisig); seitdem freischaffend, 1970 – 72 u. 1976 Gastprof. an der HGB; ab 1970 Ltr. der Holzschnitt-Werkstatt der HGB; 1970 – 72 Vors. des BV Leipzig des VBK; 1964 Kunstpreis der Stadt Leipzig; 1979 NP; 1983 FDGB-Kunstpreis; lebt in Leipzig. Seit 1953 Teiln. an nat. u. internat. Ausstellungen vornehml. mit Arbeiten zur Geschichte der internat. Arbeiterbew., u. a. »Interbrigadisten vor Teruel« (1966/67), »Memento España«, Triptychon (1975), u. »Hamburger Aufstand« (1979/80); Holzstich-Illustrationen u. a. zu Gogol, Weerth,  Brecht, Kleist u. Heine.Beatrice Vierneisel

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Müller, Hanfried

* 4.11.1925 – ✝ 3.3.2009

Geb. in Celle; Vater Richter; nach dem Abitur 1943 – 45 Kriegsteiln.; Gefangenschaft. 1945 – 52 Studium der Theol. an den Univ. Bonn u. Göttingen; 1949 Delegierter zum III. Dt. Volkskongreß, 1950 Gründungsmitgl. der HS-Gruppe der FDJ in Göttingen; Vors. des Komitees junger Friedenskämpfer in Niedersachsen; 1952 Disziplinarverfahren u. Ablehnung des Prüfungsantrags, anschl. Übersiedl. in die DDR u. 1. theolog. Examen bei der Ev. Kirche Berlin-Brandenb.; Aspirantur u. 1956 Prom. an der HU Berlin; ab 1958 Mitarb. im »Weißenseer Arbeitskrs.«, zeitw. in dessen Ltg.; 1963 Mitautor der Sieben Sätze »Von der Freiheit der Kirche zum Dienen«; Mitarb. in der CFK, von 1961 – 68 in ltd. Position; 1959 Doz. u. 1964 Prof. für Systemat. Theol. an der Theolog. Fak. der HU Berlin; Mitgl. der Synoden der Ev. Kirche Berlin-Brandenb. u. der Ev. Kirche der Union; Mitgl. des Friedensrats der DDR; 1969 VVO; 1982 Mitbegr. u. Hrsg. der »Weißenseer Blätter«; 1990 em.; gest. in Berlin. H. M. galt als für die Theologen der DDR nicht repräsentativer u. extremer Vertreter der SED-Interessen in Kirche u. Theol., er propagierte die Auflösung der Kirche im Kommunismus u. griff wiederholt staatskrit. Kirchenvertreter u. opp. Gruppen an; 1954 – 85 teils als GI »Hans Meier« des MfS erf; hat sich zu »partieller Zusammenarbeit« mit dem MfS bekannt; in der Diskussion um die DDR-Geschichte appellierte er an die Träger des SED-Regimes, keine Schuld zu bekennen.Der Christ in Kirche u. Staat. Berlin o. J.; Von der Kirche zur Welt. Leipzig 1961; Ev. Dogmatik im Überblick. Berlin 1978; Bibl. In: Standpunkt (1985) 10. Linke, D.: Theologiestudenten an der Humboldt-Universität Berlin. Neukirchen-Vluyn 1994; Kraft, D. (Hrsg.): Aus Kirche u. Welt. Fs. zum 80. Geburtstag von H. M. Berlin 2005.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Müller, Helmut

* 12.6.1930

Geb. in Reichenberg (ČSR / Liberec, Tschechien); Vater Textilarb.; Besuch der Volks- u. Hauptschule in Kratzau (ČSR); 1944 – 46 Drogistenlehre in Reichenberg. Jan. 1946 Umsiedl. in die SBZ; FDJ; 1946 – 48 Bauarb. in Merkers (Thür.); 1947 SED; 1948/ 49 Sekr. für Junge Pioniere der FDJ-KL Eisenach; April 1948 Lehrgang FDJ-Landeshelferschule der Kindervereinigungen Thür. (Vorläufer der Pionierorg.); 1949/50 stellv. Abt.-Ltr. für Junge Pioniere im Landesvorst. Thür.; Juli 1950 dort Sekr. für Studenten (Nachf. von  Kurt Turba); 1950/51 Sekr. der FDJ-LL Thür.; 1951/52 Besuch der Komsomol-HS in Moskau; 1952 – 55 1. Sekr. der FDJ-BL Gera; Mitgl. der SED-BL Gera u. Abg. des Bez.-Tags; 1954/55 Kand. des Büros der SED-BL Gera; 1955 – 66 Sekr. des ZR der FDJ u. Mitgl. des Büros des ZR der FDJ, dort u. a. Ltr.-Abt. Verbände/Org.-Fragen; ab März 1957 Sekr. für Kader; ab Mai 1959 Agit.-Prop.-Sekr.; 1960 – 62 Fernstudium an der KMU Leipzig; 1958 – 67 Abg. der Volkskammer; 1971 – 76 Berliner Vertreter in der Volkskammer u. Mitgl. des Jugendaussch.; 1966 – 71 Ltr. der Abt. Parteiorgane in der SED-BL Berlin (Nachf. von  Siegfried Lorenz); seit 1971 2. Sekr. der SED-BL Berlin (Nachf. von  Konrad Naumann); seit 1967 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Berlin.; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; ab 1976 Mitgl. des ZK der SED; 1965 u. 1978 VVO; 1969 u. 1973 Banner der Arbeit; 1980 Stern der Völkerfreundschaft; 1987 Held der Arbeit; Ende Nov. 1989 Rücktritt als 2. Sekr. der BL; dann bis Jan. 1990 Mitarb. der BL; März – Juni 1990 Lagerarb. im HO-Großhandel Schuhe; seit Juli 1990 Vorruhestand. Juni 1991 Austritt aus der PDS; Sept. 1993 Prozeß vor der Zivilstrafkammer des LG Berlin, Anklage wegen »Anstiftung zur Wahlfälschung«, Verurteilung zu einem Jahr Freiheitsentzug auf Bewährung; lebt in Berlin. Wendejahre 1949 – 89. Berlin 1999.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Müller, Jutta

* 13.12.1928

Geb. in Chemnitz; Vater Eisenbahner; Volksschule; 1931 Ballett-Unterricht; Ausbildung zur Sekr. 1946 SED; 1946 – 48 Studium am Lehrerbildungsinst.; 1948 – 51 Neulehrerin für Lesen, Schreiben, Rechnen, Heimatkunde u. Sport; 1949 DDR-Mstr. im Damen-Paarlauf; 1951 – 55 Sachbearb. in Berlin u. Karl-Marx-Stadt; Studium an der DHfK Leipzig; seit 1955 Eiskunstlauf-Trainerin, Erfolge mit ihrer Tochter  Gabriele Seyfert (1968 Olympiazwei- te), Sonja Morgenstern, Günter Zöller, Jan Hoffmann (Olympiazweiter 1980),  Anett Pötzsch (Olympiasiegerin 1980),  Katarina Witt (Olympiasiegerin 1984 u. 1988) u. Evelin Großmann; erfolgreichste Eiskunstlauftrainerin der Welt (insg. 57 Medaillen bei Olympia, WM u. EM); Held der Arbeit. 1990 Honorarkraft am Stützpunkt Chemnitz der Dt. Eislauf-Union; 1992 Beraterin des niederländ. Eissportverb.; 1993/94 Comeback als Trainerin von Katarina Witt; 1998 Ehrenpreis der Stadt Chemnitz; 2004 Aufnahme in die »Hall of Fame« im Welt-Eiskunstlauf-Museum in Colorado Springs (USA); lebt in Chemnitz.Hönel, M. (Hrsg.): J. M. Der schönste Sport der Welt. Eine Eiskunstlauftrainerin erinnert sich. Berlin 2008.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

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Müller, Kurt

* 13.12.1903 – ✝ 21.8.1990

Am 13. Dezember 1903 in Berlin geboren, entstammte einer Arbeiterfamilie; lernte Werkzeugmacher. Er trat im Februar 1919 der FSJ und 1920 der KPD bei, der auch seine Schwester angehörte. Kurt Müller, von seinen Freunden seit den zwanziger Jahren »Kutschi« genannt, wurde Funktionär der kommunistischen Jugend (KJD) in Berlin. Er arbeitete zunächst ehrenamtlich, bis 1922 Gruppenleiter in der Rosenthaler Vorstadt, 1923/24 UB-Leiter Berlin-Mitte und gehörte von 1924 bis 1926 der KJVD-BL Berlin an. 1926 entsandte ihn das ZK des KJVD als Instrukteur nach England, anschließend kam er als Sekretär in die Gewerkschaftsabteilung des Exekutivkomitees der KJI in Moskau. Zurückgekehrt nach Deutschland, war er 1926/27 Redakteur der Zeitung »Junge Garde« und 1928 Mitglied der Zentrale des KJVD. Mitte 1929 wurde Kurt Müller Vorsitzender dieser kommunistischen Organisation (als Nachfolger Walter Häbichs) und ins ZK sowie mit beratender Stimme ins Polbüro der KPD aufgenommen. Als Mitglied des Präsidiums des Exekutivkomitees der KJI wurde er vom XI. EKKI-Plenum 1931 auch zum Kandidaten des EKKI-Präsidiums gewählt. Im Sommer 1931 nach Moskau ins Jugend-EKKI versetzt, dort verantwortlich für chinesische Fragen. Als Anhänger Heinz Neumanns 1932 auf dem XII. Plenum des EKKI der KI aller Funktionen enthoben und dem ZK der KPdSU(B) überwiesen, wurde er als Arbeiter ins Autowerk Gorki verschickt. In der KPD hieß es offiziell, damit sei ein Schlußstrich gezogen »unter die Auseinandersetzungen der parteifeindlichen Gruppe der Gen. Neumann, Kurt Müller usw., die versucht hatten, den Jugendverband in einen Gegensatz zur Linie und Führung der Partei zu bringen«. Nachdem Müller im Februar 1934 wieder dem deutschen ZK übergeben wurde, kehrte er nach Deutschland zurück und leitete die illegale Arbeit der KPD in Südwestdeutschland mit Sitz in Mannheim. Im September 1934 in Weinheim durch Verrat des ehemaligen kommunistischen Reichstagsabgeordneten Nikolaus Thielen verhaftet. Zunächst nach Berlin-Moabit überführt, saß er von Oktober bis Dezember 1934 im Untersuchungsgefängnis Kassel. Zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Kassel verbüßte, kam er 1940 ins KZ Sachsenhausen, wo er bis 1945 gefangengehalten wurde. 1945 ließ sich Müller in Hannover nieder, wurde Vorsitzender der KPD in Niedersachsen und Mitglied des Niedersächsischen Landtags. Im April 1948 stellvertretender Vorsitzender der KPD in Westdeutschland und im September 1949 in den ersten Deutschen Bundestag gewählt. Am 22. März 1950 zum ZK der SED nach Ost-Berlin geladen, wurde Kurt Müller dort unter dem Vorwand, er müsse zu einer Besprechung nach Karlshorst, vom MfS festgenommen. Er kam als erster führender Kommunist bis März 1953 ins MfS-Untersuchungsgefängnis in Hohenschönhausen und sollte für einen DDR-Schauprozeß »präpariert« werden. Offiziell erklärte die KPD und SED, Müller sei als »Agent entlarvt« worden, er habe mit dem Ostbüro der SPD zusammengearbeitet, sei für die Engländer tätig gewesen; es wurden also die üblichen stalinistischen Vorwürfe erhoben. Schließlich durch ein sowjetisches Fernurteil zu 25 Jahren Haft verurteilt und in die Sowjetunion überführt, war er von April 1953 bis Oktober 1955 in Wladimir inhaftiert. Im Oktober 1955 konnte Kurt Müller (im Zusammenhang mit der Freilassung deutscher Kriegsgefangener) in die Bundesrepublik zurückkehren, wurde 1957 Mitglied der SPD und war von 1960 bis 1985 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Leiter der Abteilung Außenpolitik und DDR-Forschung. Ein Brief Kurt Müllers aus dem Jahre 1956 an den DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl wurde im August 1990 erstmals in »Aus Politik und Zeitgeschichte«, der Beilage der Wochenzeitung »Das Parlament«, veröffentlicht. Darin beschrieb er nicht nur die unmenschlichen Verhöre durch den damaligen MfS-Staatssekretär Erich Mielke, sondern forderte auch seine öffentliche Rehabilitierung und die strafrechtliche Verfolgung der Schuldigen in der DDR. Auf sein Schreiben von 1956 hat Müller nie eine Antwort erhalten. Kein Wunder, denn in Ost-Berlin war der von ihm Beschuldigte Erich Mielke schon 1957 zum Minister für Staatssicherheit aufgestiegen, und gehörte noch bis November 1989 dem Politbüro der SED an. Kurt Müller starb am 21. August 1990 in Konstanz.Bernd-Rainer Barth

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Müller, Max

* 20.6.1899 – ✝ 25.7.1977

Geb. in Chemnitz; Vater Fabrikarb.; 1905 – 13 Volksschule in Chemnitz; 1913 – 16 Lehre als Maschinenschlosser in Chemnitz, gleichz. Fach- u. Fortbildungsschule Chemnitz; 1913 SAJ, DMV; 1917 Umzug nach Bayern, dort Schlosser u. Monteur in versch. Betrieben; 1919 Teiln. an der Errichtung der Bayer. Räterep.; 1919 KPD, 1926 – 33 Mitgl. der UBL Chemnitz; 1929 – 33 unbesoldeter Stadtrat in Chemnitz; ab 1933 illeg. polit. Arbeit in Chemnitz u. Umgebung, mehrfach inhaftiert, Zuchthaus Cottbus; 1944 KZ; 1945 Verurteilung zu 8 Jahren Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Waldheim, Mai 1945 von der Roten Armee befreit. Juni 1945 KPD; Okt. 1945 – Sept. 1952 Bürgermstr. bzw. OB von Chemnitz (Nachf. von Kurt Wuthenau); 1950 – 52 Stud. an der DVA in Forst-Zinna; 1952 – 60 erster Vors. des RdB Karl-Marx-Stadt, Mitgl. der SED-BL u. Abg. des Bezirkstags Karl-Marx-Stadt; 1954 – 63 Abg. der Volkskammer; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1965 VVO; gest. in Karl-Marx-Stadt.Bernd-Rainer Barth

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Müller, Vincenz

* 5.11.1894 – ✝ 12.5.1961

Geb. in Aichach (Bayern); Vater Gerbermstr.; Kloster-Gymnasium; seit 1.10.1913 Berufssoldat; Offz. im 1. Weltkrieg; 1914 EK II; danach Grenzschutz u. Reichswehr; ab 1923 Mitarb. der Organisationsabt. des Reichswehrmin., u. a. Adj. bei Gen. Kurt von Schleicher; 1933 – 37 im Gen.-Stab; 1937 – 39 Gen.-Stabsakad., Oberst; 1940 – 43 Chef des Stabs des Armeeoberkommandos 17 in Zakopane; 1943 Gen.-Ltn., Kommandierender Gen. eines Armeekorps u. zul. stellv. Oberbefehlshaber der 4. Armee; 1944 Ritterkreuz des EK; 8.7.1944 Einstellung des Kampfs beim Zusammenbruch der Heeresgr. Mitte; 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft; durch ein NS-Gericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Mitgl. des Bunds Dt. Offz., Besuch der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk, dort Ass. u. Seminarltr. für Philos. Sept. 1948 Rückkehr nach Dtl.; Chefinspekteur der VP; NDPD; ab 1949 Mitgl. ihres Hauptaussch.; Febr. – Okt. 1949 Pol. Geschäftsf., Okt. 1949 – Okt. 1952 stellv. Vors.; 1950 – 58 Abg. der Volkskammer (Sekr. des 2. Dt. Volksrats), bis 1952 deren Vizepräs.; 1952/53 Stellv. des Minister des Innern u. Chef der HV Org./Chef des Stabs (Nachf. von  Bernhard Bechler), 1.10.1952 Gen.-Ltn.; 1953 – 55 Chef des Hauptstabs der KVP u. Chef des Stabs; 1956 Stellv. des Min. für Nat. Verteidigung u. Chef des Hauptstabs der NVA; 1955/56 im Auftrag der Reg. geheime Gespräche mit Bundesmin. Fritz Schäffer über eine dt. Konföderation; ab 1958 Ruhestand; zeitw. Berater im Min.; 1961 Suizid in Berlin-Schmöckwitz.Ich fand das wahre Vaterland. Berlin 1963 (Hrsg. K. Mammach). Lapp, P.-J.: Todesursache: Fenstersturz? Der erste Gen.-Stabschef der NVA, V. M. In: Dtl. Archiv (1999) 1; Lapp, P.-J.: General bei Hitler u. Ulbricht. V. M. – Eine dt. Karriere. Berlin 2003; Searle, A.: »Vopo«-General V. M. and Western Intelligence, 1948 – 54. In: Intelligence and National Security (2002) 2.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

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Müller, Wilhelm

* 2.2.1908 – ✝ 27.10.1983

Geb. in Hamburg; Vater Arbeiter; Volks- u. Realschule; Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Bankangest.; ab Jan. 1926 Angest. bei der Hamburger Hausmaklerfirma J. L. Völkers & Sohn; 1922 SAJ, 1925 KJVD, 1930 KPD; ab 1933 illeg. antifasch. Arbeit, Okt. 1936 Verhaftung, Febr. 1938 Verurteilung durch den VGH wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu sechs Jahren Zuchthaus, Haft im KZ Fuhlsbüttel, ab Nov. 1942 KZ Sachsenhausen. 1945 Angest. des OdF-Hauptaussch. in Berlin, ab Nov. Mitarb. der KPD-BL Mecklenburg; Jan. 1946 – 50 Red., stellv. Chefred. bzw. zeitw. Chefred. der »Volkszeitung« bzw. der »Schweriner Landeszeitung« (Nachf. von  Erich Glückauf); 1946 SED; 1950 – 52 Ltr. des Amts für Information in Mecklenb.; 1952 stellv. Ltr. des Amts für Information in Berlin; 1953 / 54 Sektorenltr. u. Chefred. des SED-Pressedienstes; 1954 – 70 Chefred., Stellv. des GD bzw. 1. Stellv. des GD des ADN in Berlin.Kirsten Nies

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Richard

* 9.12.1880 – ✝ 11.5.1943

Geboren am 9. Dezember 1880 in Weira/Sachsen-Weimar, Sohn eines Land- und Gastwirts; Dreher. Seit 1906 Mitglied des DMV und der SPD, zunächst in Hannover tätig, dann in Berlin und seit 1915 Branchenleiter der Dreher im Berliner Metallarbeiterverband. Müller ging 1917 zur USPD und wurde einer der bekanntesten Führer der innergewerkschaftlichen Opposition und Mitorganisator der Berliner Revolutionären Obleute und der Rätebewegung. Ab Januar 1918 Vorsitzender des Berliner Arbeiterrates. Im April 1917 sowie von Januar bis Oktober 1918 zum Militärdienst einberufen. Vom 10. November 1918 bis Ende 1919 war er Vorsitzender des Berliner Vollzugsrates der Arbeiter- und Soldatenräte, Delegierter des 1. und 2. Reichsrätekongresses und dort stellvertretender Vorsitzender. 1919 gehörte Müller zu der USPD-dominierten neuen DMV-Führung. Er war Schriftleiter des Gewerkschaftsorgans »Metallarbeiterzeitung« mit Sitz in Stuttgart. Von dieser Funktion trat er im Juni 1920 zurück, ging Ende 1920 mit der linken USPD zur KPD und blieb bis März 1921 Leiter der Reichsgewerkschaftsabteilung in der Zentrale der KPD. Im Juli 1921 reiste er als Mitglied der deutschen Delegation zum RGI-Gründungskongreß nach Moskau, wurde nach einer Kampfabstimmung Mitglied des RGI-Zentralrates. Im Zusammenhang mit der Parteikrise 1922 Parteiausschluß, zunächst Mitarbeit in der von Paul Levi geführten KAG. Er war später parteilos, arbeitete zeitweise in der sowjetischen Handelsvertretung. 1924/25 veröffentlichte Müller im KPD-nahen »Neuen Deutschen Verlag« seine dreibändige Geschichte der deutschen Revolution (»Vom Kaiserreich zur Republik«, »Die Novemberrevolution« und »Der Bürgerkrieg in Deutschland«). In den zwanziger Jahren war er Teilhaber und Geschäftsführer der Phöbus-Bau GmbH, einer Immobilienfirma. Anfang 1930 soll er laut einem Zeitungsbericht der NSDAP-Zeitung »Der Angriff« in einen Skandal verwikkelt gewesen sein: Angeblich habe er mehrere Häuser mit über 300 Wohnungen besessen und seinen Mietern überhöhte Kautionen und dubiose Auskunftsgebühren abgenommen. Richard Müller blieb nach 1933 in Deutschland und starb am 11. Mai 1943 in Berlin. Ralf Hoffrogge veröffentlicht 2008 eine biographische Arbeit über Richard Müller.

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Müller, Arno Hermann

* 25.8.1916 – ✝ 11.4.2006

Geb. in Erfurt; Vater Förster; 1936 Abitur an der Oberrealschule in Gotha; 1936 – 38 Wehrdienst; anschl. Studium der Geologie an der FSU Jena; während des Krieges nach Fronteinsätzen u. schweren Verwundungen Fortsetzung des Studiums in Jena, Göttingen u. Halle; 1945 – 47 französ. Kriegsgef. 1948 Prom. an der Univ. Göttingen mit der Dissertation »Stratonomische Untersuchungen im oberen Muschelkalk des Thüringer Bekkens«; 1948 – 50 Ass. im Geolog. Inst. bei  Serge von Bubnoff an der EMAU Greifswald, dort 1950 Habil. mit der Arbeit »Grundlagen der Biostratigraphie« u. ab 1951 Doz. für Allg. Geologie u. Paläontol.; 1957 Prof. mit Lehrauftrag für Paläontol., Allg. u. Histor. Geologie an der FSU Jena; 1958 – 81 Prof. mit Lehrstuhl für Paläontol. an der Bergakad. Freiberg; 1965 Mitgl. der Dt. Akad. der Naturforscher Leopoldina Halle; 1967 Mitgl. der DAW; 1977 NP; 1981 Korr. Mitgl. der Österreich. AdW; 1989 Ehrenmitgl. der Dt. Paläontolog. Gesell. 1992 Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrep. Dtl.; 2003 Ehrensenator der TU Bergakad. Freiberg. Forschungsschwerpunkte: Paläozoologie, Stratigraphie, Evolution, Allgemeine Geologie, Synthese von disziplinärer paläobiolog. Grundlagenforschung u. angew. Geowiss. Forsch.; über 200 Veröff.Diagenetische Untersuchungen in der obersenonen Schreibkreide Rügens. 1951; Großabläufe der Stammesgeschichte: Erscheinungen und Probleme. 1961; Aus Jahrmillionen: Tiere der Vorzeit. 1962; Zur Ichnologie, Taxiologie und Ökologie fossiler Tiere. 1962; Lehrbuch der Paläontologie, 7 Bände (1957 – 94). Jordan, H.-P.: Persönl. Erinnerungen – Prof. Dr. A. H. M. In Freiberger Forschungshefte, Reihe C, 1996; Schneider, W., Eliecki, O.: Aus der Laudatio zur Verleihung der Ehrensenatorenwürde der TU Bergakad. Freiberg an Prof. A. H. M. Freiberg 2003.Martin Guntau

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Müller, Fred

* 8.7.1913 – ✝ 11.10.2001

Geb. in Pawlowsk (Rußland); Vater Kaufmann u. Inh. eines orthopäd. Schuhgeschäfts in St. Petersburg, Mutter Russin; 1914 mit Kriegsbeginn Internierung im Gebiet Kamischlowsk / Ural; 1917 Rückkehr nach Petrograd; 1920 Übersiedl. nach Frankfurt (Main); Volks- u. Oberschule; 1931 Lehre als Orthopädie-Mechaniker; 1932 KPD; ab 1933 illeg. Tätigkeit; 19.6.1935 Verhaftung, 6.11.1935 Verurteilung »wg. Vorbereitung zum Hochverrat«, 2 Jahre Gefängnis in Preungesheim u. KZ Papenburg (»Moorsoldaten«); Mai 1937 Entlassung, Emigr. über Paris nach Spanien; Mitgl. der XI. Internat. Brigade (Polit-Delegierter des Bataillons »12. Februar«); Sommer 1938 Teiln. an der Ebro-Schlacht; Jan. 1939 Rückkehr nach Frankreich, Internierung in der Hospitalsiedl. Clairvivre; 1940 Lager Ilot I; 1941 Auslieferung an Dtl., Verurteilung zu 5 Jahren Zuchthaus, Strafverbüßung in Ludwigsburg (Entschärfung von Blindgängern). 1945 Rückkehr nach Frankfurt (Main); Ltr. der KPD-Org. Riederwald; Vertreter der KPD in der Entnazifizierungskommission für Gesamtdtl.; 1946 Flucht in die SBZ mit V-Männer-Kartei u. Wechsel des Vornamens in »Fred«; 1946 – 48 Aufbau, Ltr. u. Referent der Landesjugendschule der FDJ auf Schloß Semper bei Lietzow (Rügen), in Burg Stargard bzw. Teterow; 1948 Vors. des FDJ-LV Mecklenburg-Vorpommern (Nachf. von  Waldemar Borde); 1949 Politchef der Landesbehörde der DVP in Schwerin; 1949 / 50 Lehrgang an der SED-PHS Kleinmachnow; danach kommissar. Kadersekr. des FDJ-ZR; 31.10. – 15.12.1950 Ltr. der ersten dt. Sportlerdeleg. in die UdSSR; 1951 – 53 Ltr. des Dt. Sportaussch. (Nachf. von  Ernst Horn); 1951 Verantw. für die Akadem. Sommerspiele während der III. Weltfestspiele in Berlin; 1953 – 57 1. Sekr. der BPO der Horch- bzw. Sachsenring-Werke Zwickau; 1957 Stellv. Ltr. der pol. HV der Dt. Grenzpolizei; 1960 – 62 Studium am IfG beim ZK der SED in Berlin, Dr. phil.; 1962 Habil.; 1963 Prof., Lehrstuhl für marx.-len. Ethik an der HU Berlin; 1965 – 67 Berater des kuban. Erziehungsmin. bei der Einführung des gesellschaftspolit. Studiums; 1959 – 67 Präs. des Dt. Sportverb. für Modernen Fünfkampf; 1959 – 67 Mitglied des DTSB-Bundesvorst.; 1967 Dr. rer. oec.; 1967 – 76 Prof. für Histor. Materialismus, zeitw. Prorektor der HU Berlin; 1976 em.; 1959 u. 1965 VVO; gest. in Berlin.Volker Kluge

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Müller, Georg

* 13.10.1917 – ✝ 23.12.2004

Geb. in Budaörs (Ungarn); Vater Maurer; Volksschule in Budaörs; Bürgerschule in Budapest; 1937 Abitur an der Handelsschule Budapest; 1938 – 42 Studium der Agrarwiss. an der Techn. u. Wirtschaftswiss. Univ. Budapest; ab 1942 Pflanzenschutzinspektor im Pflanzenschutzdienst des Landkrs. Budapest; 1943 Militärdienst; 1945 sowj. Kriegsgef. 1947 Umsiedl. nach Sachsen; 1947 – 49 Erfassungsinspektor am Landratsamt Großenhain (Sachsen); 1949 – 50 Ltr. der Abt. Landwirtschaftl. Planung Großenhain; 1950 Ltr. der Abt. für Kartoffelzüchtung in der Zentralen Forschungsanstalt für Pflanzenzüchtung Müncheberg; 1952 Prom. u. 1956 Habil. an der HU Berlin; ab 1954 stellv. Dir. des Inst. für Acker- u. Pflanzenbau Müncheberg; 1958 Prof. u. ab 1961 Dir. des Inst. für Bodenkunde u. Mikrobiol. der KMU Leipzig, 1961 – 63 Dekan der Landwirtschaftl. Fak., 1963 – 67 Rektor der KMU Leipzig (Nachf. von  Georg Mayer); Mitgl. der DAL; 1969 Berufung an die MLU Halle u. Übernahme des Lehrstuhls u. des Instituts für Bodenkunde u. Mikrobiol., Dekan der Fak. Pflanzenprod.; 1982 em.; Leiter der AG Bodenbiologie der DAL, Mitgl. des ZV der Dt. Agrarwiss. Gesell., Ltr. der Sektion Bodenbiologie in der Internat. Bodenkundl. Gesell.; gest. in Leipzig. Arbeitsgebiete: Bodenkunde, Mikrobiologie, Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung; Mithrsg. des Zentralblatts für Bakteriologie, Abt. II.Bodenbiologie. Jena 1965; Bodenkunde. Berlin 1980; Ökologie. Jena 1984 (Hrsg.).Stefanie Müller

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Müller, Gottfried

* 16.8.1934

Geb. in Schweina (Krs. Meiningen); Vater Pfarrer; 1953 Abitur in Eisenach; Studium der ev. Theol. an der KMU Leipzig u. der FSU Jena; 1960 Dipl.-Theologe; 1964 Prom. zum Dr. theol.; 1960 – 72 Pfarrer in versch. Gemeinden der Ev.-Luth. Landeskirche in Thür.; 1972 CDU; zeitw. Mitgl. des Krs.-Vorst. Jena; Vors. der Arbeitsgr. »Christl. Krs.« beim Bez.-Aussch. Erfurt der NF; 1972 – 81 Ltr. der Altenburger Bibelanstalt; 1981 – 90 Chefred. der Kirchenztg. »Glaube u. Heimat«; 1987 – April 1990 Ltr. des Wartburg-Verlags Jena; Mitverf. des »Briefs aus Weimar«; Dez. 1989 – Okt. 1990 stellv. CDU-Vors.; April – Okt. 1990 Minister für Medienpol. Okt. 1990 – Okt. 1994 Landtagspräs. von Thüringen; 1994 – 99 Präs. der Kirchen- u. Klosterkammer in Erfurt; 1999 Ruhestand; Präs. der Vereinigung der ehem. Landtagsabgeordneten; lebt in Jena.Das Feuer brennt. Bericht über Dr. M. Luther. Berlin 1963; Das Rosenwunder. Bilder u. Sagen aus Thür. Berlin 1967; Die Kirchenmaus. Berlin 1988.Helmut Müller-Enbergs

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Müller, Hans

* 4.3.1933

Geb. in Reichenberg (ČSR / Liberec, Tschechien); Vater Kfm.; 1951 Abitur; anschl. bis 1958 Studium der Physik an der FSU Jena, Dipl. bei Wilhelm Schütz; 1958 – 64 Assistent am Inst. für Physikal. Chemie der FSU; 1963 Prom. bei Heinz Dunken (Fak.-Preis); 1964 –69 Oberassistent; 1968 Habil.; 1969 Berufung zum Hochschuldoz. u. 1971 zum ord. Prof. für Theoret. Chemie; 1969 Einführung des Spezialstudiums »Theoret. Chemie« (erstmals in der DDR); 1969 – 90 Ltr. des Wiss.-Bereichs Quantenchemie der FSU; 1971 – 90 als Ltr. der Arbeitsgr. »Fachstudium Theoret. u. Physikal. Chemie« Mitgl. des Wiss. Beirats für Chemie beim MHF; ab 1977 Mitgl. des erweiterten Vorstands der Chem. Ges. der DDR u. Ltr. der Arbeitgr. Quantenchemie; 1985 NP. 1990 – 93 Geschäftsführender u. Gründungsdir. des Inst. für Physikal. Chemie der FSU; ab 1992 dort Prof. für Physikal. Chemie; Mithrsg. der Ztschr. für Physikal. Chemie (Leipzig); langjährige Kooperationsbeziehungen zur Karls-Univ. Prag u. zur Univ. Łódź. Bes. Verdienste um die Koordination der Aktivitäten der Quantenchemiker in der DDR sowie die Begründung der »Arbeitstagungen über Probleme der Quantenchemie« Mitte der 60er Jahre. Forschungsschwerpunkte: Theoret. Chemie/ Quantenchemie (Modellierung, Chemisorption, Elementarschritte heterogener Reaktionen, »Ballon-Effekt«), Clusterverbindungen, hochdisperser Zustand der Materie, analyt. Clustermodelle, period. System d. Metallcluster, Chemie der Metallcluster, Clustermaterie.Hans-Georg Bartel

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Müller, Horst

* 24.11.1933

Geb. in Mühlhausen (Thür.); Vater Angest.; 1949 SED; 1952 Abitur; 1952 – 56 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1956 Planungsing. in Böhlen; 1959 Einstellung beim MfS, HVA-Abt. V (Wirtschaftsspionage); 1960/61 Lehrgang an der HVA-Schule; 1971 Versetzung zur HVA-Abt. XIII (Atom-, Kosmosspionage); 1973 HVA-Abt. III (legal abgedeckte Residenturen); 1978 stellv. Ltr., 1981 Ltr. der HVA-Abt. XIV (Elektronikspionage); 1982 Oberst; 1989 zugl. stellv. Ltr. des HVA-Sektors Wissenschaft u. Technik; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

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Müller, Karl

* 26.11.1903 – ✝ 26.9.1972

Geb. in Zell i. W. (Krs. Lörrach, Baden); Vater Textilarb.; Volks- u. Handelsberufsschule; Lehre u. Arbeit als Weber / Textilarb.; 1926 – 31 Friseurgehilfe; 1931 – 36 Damenfriseur in Stuttgart u. Berlin, zeitw. auch in der sowj. Handelsvertr. in Berlin; 1925 KPD; zeitw. Mitgl. der Reichsltg. der RGO Gemeindeverkehr; 1933 illeg. Arbeit im Abwehrapparat der KPD-BL Berlin-Brandenb.; Nov./ Dez. 1933 »Schutzhaft«; Juni 1936 inhaftiert; 1936 Verurteilung zu sieben Jahren Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Brandenb., 1943 Strafbat. 999 in Griechenland, 1944 Übertritt zur griech. Volksbefreiungsarmee ELAS; 1945 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1946/47 Antifa-Schule Noginsk. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 – 53 Mitarb. im ZS des SED-PV bzw. des ZK der SED; Ltr. des Referats Schiedsgerichte beim PV bzw. ab 1949 Ltr. des Büros der ZPKK; 1953/54 Studium an der PHS; 1954 – 72 Mitgl. der SED-BL; 1954 – 58 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Dresden (Nachf. von Alfred Lantzsch); 1954 – 57 Fernstudium an der PHS; ab 1958 Red. der »Sächs. Ztg.« in Dresden; Banner der Arbeit; dreimal VVO; gest. in Dresden.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Müller, Kurt

* 7.12.1924

Geb. in Schönheide (Erzgeb.); Volks- u. Handelsschule, 1939 – 41 Verw.-Angest. in der Gemeinde Stützengrün (Erzgeb.); 1942 – 45 Wehrmacht (Marine), 1945 / 46 brit. Kriegsgef. in Wilhelmshaven. 1946 Kassenltr. der Gemeinde Unterstützengrün; 1946 SED; 1946 – 48 Bürgermstr. von Stützengrün, 1948 – 50 Sekr. im Rat des Krs. Aue, 1950 – 52 Bürgermstr. der Gemeinde Lößnitz, 1952 – 54 Bürgermstr. u. Vors. des Rats der Stadt Aue, 1954 / 55 Vors. des Rats des Krs. Aue; 1955 – 60 Fernstudium an der SED-PHS; 1955 – 59 1. Sekr. der SED-KL Aue, 1960 / 61 1. Sekr. der SED-KL Freiberg, Sept. 1961 – Dez. 1986 OB von Karl-Marx-Stadt (Nachf. von  Fritz Scheller); 1968 – 70 Sonderstudium an der DASR Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Staatswiss.; Mitgl. des Sekr. der SED-KL Karl-Marx-Stadt; 1968 VVO; Dez. 1986 Rücktritt aus gesundheitl. Gründen; Mitgl. des Präs. des Dt. Städte- u. Gemeindetags.Bürgeranliegen – Bürgerinitiative. Berlin 1985 (mit G. Schulze u. H. Pohl).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Müller, Rainer

* 26.9.1966

Geb. in Borna (b. Leipzig); Vater Hauptbuchhalter, Mutter Hauptbuchhalterin; aufgewachsen in Benndorf (b. Frohburg); 1973 – 76 Schule in Nenkersdorf, 1976 – 83 POS »Maxim Gorki« in Frohburg; aktiv in der Jungen Gemeinde, wg. Tragens des Aufnähers »Schwerter zu Pflugscharen« nicht zur Abiturausbildung zugelassen; Lehre als Maurer beim VEB Verkehrs- u. Tiefbaukombinat Leipzig, wg. Verweigerung der Unterschrift unter eine offizielle polit. Petition nicht durch den Ausbildungsbetrieb übernommen; Handwerker in der Baubrigade des Kirchenbez. Borna; nach Sonderreifeprüfung Zulassung zum Theologiestudium an der KMU Leipzig, Febr. 1987 Entzug der Studienzulassung nach Wehrdiensttotalverweigerung; Sept. 1987 – 88 Studium am Theolog. Seminar (ehem. Missionsseminar) in Leipzig, ausgeschieden wg. Kritik an der kompromißorientierten Linie der Kirche gegenüber dem Staat im Zusammenhang mit den Friedensgebeten in Leipzig; versch. Eingaben u. Petitionen an staatl. Stellen u. a. zu Umweltfragen u. gegen den Übergriff der Sicherheitsorgane auf die Berliner Umweltbibliothek; 1985 – 87 Mithrsg. der Samizdat-Ztschr. »Namenlos«; ab 1986 Kontakt zur IFM; 1986 Sammlung von Unterschriften zur Durchführung einer Volksabstimmung über die Nutzung der Atomenergie, u. a. auf dem Umwelttag Mölbis; ab 1987 aktiv im Arbeitskreis Solidar. Kirche, in der Umweltgruppe Borna u. in der Arbeitsgruppe Menschenrechte um Pfarrer  Christoph Wonneberger; ab Sommer 1988 aktiv im kirchl. Arbeitskreis Gerechtigkeit u. dessen Sprecher; Sept. 1987 Teiln. am Olof-Palme-Marsch mit einem Plakat gegen Raketenstationierung in der DDR; Teiln. am Umweltgottesdienst in Deutzen u. 1988 am »1. Pleiße-Gedenkumzug« in Leipzig 1988; nach der Ersetzung der Friedensgebete durch entpolitisierte »Montagsgebete« ab Ende Aug. 1988 Durchführung einer »Speakers Corner« (9 Wochen hintereinander) auf dem Leipziger Nikolaikirchplatz, am 24.10.1988 während des »Montagsgebets« in der Leipziger Nikolaikirche Protest-Transparent gegen diese Entscheidung der sächs. Kirchenltg. u. demonstrativer Marsch aus der Kirche, am 26.10. Festnahme, Ordnungsstrafe u. Belehrung; 10.12.1988 Mitgr. der »Arbeitergruppe zur Situation der Menschenrechte in der DDR«; Jan. 1989 nach dem Verteilen eines Aufrufs für eine alternative Demonstration zur offiziellen Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Leipzig verhaftet, Ermittlungsverfahren, nach massiven Protesten eine Woche später freigelassen; Bestrebungen um eine DDR-weite Vernetzung von Oppositionsgruppen, in diesem Zusammenhang Sept. 1988 bis März 1990 Organisation des monatl. Sonnabend-Kreises in Leipzig; vom MfS erfaßt in der OPK »Aktion« u. im OV »Märtyrer«; 1990 Mitgl. des DDR-Sprecherrats der IFM. 1991 – 93 Bündnis 90, ab 1993 Mitgl. des Neuen Forums; Studium der Geschichte an der Univ. Leipzig; lebt als freiberufl. Historiker in Leipzig.Kowalczuk, I.-S., Sello, T. (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Opposition u. Widerstand in Biographien u. Fotos. Berlin 2006.Christian Halbrock; Jg. 1963; ab 1993 Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, 2003 Promotion; seitdem wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU in Berlin.

Wer war wer in DDR

Müller, Werner

* 20.5.1928 – ✝ 2.8.1996

Geb. in Schmölen (Krs. Grimma); Vater Schlosser, Mutter Arbeiterin; Volks- u. Berufsschule; 1942 – 44 Elektrikerausbildung in Wurzen; 1944/45 Wehrertüchtigungslager, RAD u. Gefangenschaft. 1945 – 48 Betriebselektriker; 1946 SED; 1946 – 48 Mitgl. der Ortsltg. der SED Bennewitz; 1948/49 Pol. Mitarb. der SED-KL Grimma; 1948 – 51 Mitgl. der SED-KL u. Sekr. der KL Grimma; 1949/50 Ltr. der Organisationsabt. u. Mitgl. des Sekr. der SED-KL Grimma; 1950 LPS Ottendorf; 1950/51 2. Sekr. der SED-KL Grimma; 1951 – 53 2. Sekr. der SED-KL Oelsnitz; 1953 PHS; 1954 – 57 Pol. Mitarb. der Abt. PO des ZK der SED; 1957 – 71 Persönl. Mitarb. des Vors. der ZPKK  Her- mann Matern; 1971 Pol. Mitarb. der ZPKK; 1971 – 86 Mitgl. der ZPKK; 1974 Banner der Arbeit; 1986 – 89 stellv. Vors. der ZPKK; 1988 Ehrenspange zum VVO; bis Jan. 1990 Mitarb. des PV der SED/PDS; 14.1.1990 Beendigung der hauptamtl. Tätigkeit. Danach Geschirrwäscher im Grand Hotel Berlin; seit 1990 Mitgl. der neugegr. KPD, Mitgl. ihres ZK; gest. in Berlin.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Alexander (Sascha)

* 29.1.1892 – ✝ 5.5.1956

(* 1892 – † 1956) Geboren am 29. Januar 1892 in Moskau, seine Eltern waren Deutsche, daher besaß auch er die deutsche Staatsangehörigkeit. Müller übersiedelte 1912 nach Berlin und studierte bis 1913 an der Technischen Hochschule und 1921/22 Nationalökonomie an der Universität Berlin. 1919 in der USPD, ab 1920 in der KPD aktiv. Zunächst Angestellter im Ernährungsamt, 1922/23 wurde er Übersetzer im Verlag der Jugendinternationale, dann bis 1926 Übersetzer bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Er gehörte (in Berlin-Wedding wohnend) zu den Führern der Weddinger Opposition, unterschrieb 1926 den »Brief der 700« Oppositionellen und näherte sich den Ideen Trotzkis an. Müller übersetzte 1929 Trotzkis Buch »Die Internationale Revolution und die Kommunistische Internationale« ins Deutsche (von Hans Weber herausgegeben). Mit einigen Anhängern der Weddinger Opposition kam Sascha Müller zur LO der Trotzkisten, wurde auf deren 1. Konferenz im Oktober 1930 in die Reichsleitung gewählt. Er war ein Anhänger des österreichischen Trotzkisten Kurt Landau und verließ nach Landaus Ausschluß aus der Führung der deutschen Trotzkisten die Leitung der LO. Müller stand lange in einem regen Briefwechsel mit Trotzki und gehörte nach 1933, u. a. mit Oskar Hippe, einer Berliner Widerstandsgruppe der Linken Opposition an. Am 27. Januar 1934 in der Wohnung des bereits inhaftierten Hippe festgenommen, kam er in »Schutzhaft«, wurde dort im Januar/Februar schwer gefoltert und war danach Invalide. Im Prozeß im November 1934 wurde er zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt (Hippe zu zwei Jahren Zuchthaus). Nach der Freilassung schwerbehindert und von seiner Frau Frida (1892-1954), mit der er seit 1923 verheiratet war, versorgt. 1945 wohnte er als Schwerbehinderter (seine Frau mußte ihm sogar den Antrag als Opfer des Faschismus ausfüllen) weiter in Wedding. Alexander Müller trat 1945/46 der KPD/SED bei, trennte sich jedoch recht schnell wieder von ihr. Er starb am 5. Mai 1956 in Berlin-Wedding.