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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Müller, Jens

* 6.7.1965

Geb. in Torgau (Elbe); Mutter Labortechnikerin; 1973 mit dem Rennschlittensport im TZ Ilmenau begonnen; ab 1976 KJS; Mitgl. des ASK Vorwärts Oberhof (Trainer: Bernd Jäger u. Norbert Hahn); 1983 Spartakiadesieger; 1984 Junioren-WM; 1984 – 89 SED; Spezialdisz.: Herren-Einsitzer; bei den Weltmeisterschaften 1987, 1989 u. 1999 2. Platz; 1988 Olymp. Spiele: Sieger; 1988 Ehrenbürger der Stadt Ilmenau; VVO. Ab 1990 Mitgl. des BSR Oberhof; Angeh. der Bundeswehr; Mitinhaber eines Sportartikelgeschäfts in Ilmenau; 1993 u. 1998 bei den Dt. Meisterschaften 1. Platz; 1994, 1995, 1996, 1997 u. 1999 bei den Dt. Meisterschaften: 2. Platz; 1996 u. 2000 EM; 1996/97 Weltcup: 2. Platz, 1998/99 3. Platz; 1999 Vize-WM, 2000 WM; 1998 Olympische Spiele: 3. Platz; seit 2002 Skeleton-Bundestrainer, ab 2006 Koordinator Skeletonentwicklung beim Verband.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Müller, Kurt

* 13.12.1903 – ✝ 21.8.1990

Geb. in Berlin-Wedding; Eltern Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum u. Arbeit als Werkzeugmacher; Feb. 1919 FSJ bzw. KJV u. 1920 KPD; 1921 Funktionär des KJV in Berlin; 1926/27 Red. der Ztschr. »Junge Garde«; 1927/28 Mitarb. der KJI in Moskau; 1928 Mitgl. des ZK des KJVD, Sekr. für Gewerkschaftsfragen in Berlin; 1929 Vors. des KJVD u. Mitgl. des ZK der KPD; ab 1931 zum EKKI delegiert; 1932 als Anhänger des »Abweichlers« Heinz Neumann aller Funktionen enthoben; nach Gorki verbannt, dort Arbeit in einem Automobilwerk; ab Febr. 1934 illeg. in Dtl.; ab Mai 1934 Pol.-Ltr. des KPD-Bez. Baden; Sept. 1934 in Weinheim verhaftet, 1934 U-Haft in Berlin-Moabit u. Kassel, wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, 1934 – 39 Haft in Kassel-Wuhlheiden, 1940 – 45 KZ Sachsenhausen; organisierte mit  Fritz Selbmann, anschl. mit  Max Reimann u.  Ottomar Geschke die illeg. KPD-Arbeit; Mai 1945 aus dem Evakuierungstransport der SS geflohen. 1945 – 49 Mitgl. des PV der KPD bzw. SED; ab Dez. 1945 Pol.-Ltr. bzw. Vors. der KPD Niedersachsen; 1946 – 48 Abg. des Landtags Niedersachsen; 1948/49 stellv. KPD-Vors. für die Westzonen; 1949/50 Vors. der KPD u. Abg. des Dt. Bundestags; März 1950 von  Richard Stahlmann in die DDR gelockt u. am 22.3.1950 in Berlin (Ost) verhaftet, U-Haft im MfS-Gefängnis Schumann-Str. u. Berlin-Hohenschönhausen; von  Erich Mielke verhört, psychische Folterungen; er war für den »dt. László-Rajk-Prozeß« vorgesehen, blieb jedoch in den Verhören gegenüber den konstruierten Anklagepunkten (Agententätigkeit für eine fremde Macht, Mordanschläge gegen Jossif W. Stalin u. a.) zunächst standhaft; am 23.8.1950 wurde er den sowj. Behörden übergeben, die ihn weitere zweieinhalb Jahre verhörten; am 18.3. 1953 durch ein administratives »Fernurteil« aus Moskau zu 25 Jahren Haft wegen »Terrors, Spionage, Sabotage, Gruppenbildung u. terrorist. Tätigkeit« verurteilt; anschl. in das sowj. Straflager Wladimir deportiert; Okt. 1955 Ankunft mit einem Transport dt. Kriegsgefangener im Notaufnahmelager Friedland; 1957 SPD; 1958/59 Mitarb. des Inst. für Asienkunde; 1959/60 Mitarb. der Studienges. für wirtschaftl. Entw.; 1960 – 85 wiss. Mitarb. des Forschungsinst. der »Friedrich-Ebert-Stiftung«, dort Ltr. der Abt. Außenpol. u. DDR-Forschung; 1985 Ruhestand; 1990 durch die PDS rehabil.Ein hist. Dokument aus dem Jahre 1956. Brief an den DDR-Min.-Präs. Otto Grotewohl. In: Aus Politik u. Zeitgeschichte 9.3.1990. Lindemann, H.: Pol. Häftling bei Hitler u. Stalin. Zum Tode von K. M., ehem. zweiter Vors. der KPD. In: FAZ 6.9.1990; Dowe, D.: K. M. (1903 – 1990) zum Gedenken. Bonn 1991; Weinke, A.: Der Justizfall K. M. u. seine Bedeutung für die kommunist. Parteisäuberungswelle im geteilten Dtl. In: Ztschr. für Geschichtswiss. (1997) 4.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Müller, Margarete

* 18.2.1931

Geb. in Neustadt (Oberschles./Prudnik, Polen); Vater Kraftfahrer; 1937 – 45 Volksschule; 1946 – 48 Gärtnerin in Salow (b. Neubrandenb.); 1948 – 50 Traktoristin bei der MAS Salow; 1949 Besuch der MAS-Landesschule in Wickendorf (b. Schwerin); 1950 Lehrling auf dem Lehr- u. Versuchsgut Gustavshof; 1950 – 53 Studium an der FS für Landw. Demmin, ab 1951 in Schabernack; 1951 SED; 1953 – 58 Studium am Leningrader landwirtschaftl. Inst. in Puschkin; 1958 – 60 Agronom bei der MTS Brohm; 1960 – 72 Vors. der LPG Kotelow; gleichz. Mitgl. der SED-BL Neubrandenb.; 1964 VVO; 1969 Banner der Arbeit; 1971 – 89 Mitgl. des Staatsrats; 1963 – 89 Mitgl. des ZK der SED; Kand. des SED-PB; 1967 – 73 Mitgl. des Rats für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1972 – 74 Ltr. der Kooperativen Abt. Pflanzenprod. bzw. 1972 – 76 LPG Pflanzenprod. Kotelow; 1974 KMO; 1976 Ltr. der Agrar-Industrie-Vereinigung Pflanzenprod. Friedland; 1981 VVO; 8.11.1989 mit dem PB des ZK der SED zurückgetreten u. wieder als Kand. des PB gewählt, Dez. 1989 mit dem ZK zurückgetreten; Jan. 1990 als Mitgl. des Staatsrats zurückgetreten u. aus der Volkskammer ausgeschieden, Ausschl. aus der SED/ PDS.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Müller, Silvia

* 22.3.1953

Geb. in Berlin; Vater Polizist, Mutter Sachbearb.; 1971 Abitur; 1972 – 78 Studium der Kulturwiss. an der HU Berlin, zeitw. extern bei gleichz. Erwerbstätigkeit; 1978 – 80 Red. im Verlag Junge Welt; 1981 Dramaturgin am Puppentheater Frankfurt (Oder); Frühjahr 1981 erste Kontakte zur poln. Gewerkschaft Solidarność; seit Sommer 1981 Mitarb. im Friedenskrs. der ESG Berlin, ab 1983/84 Friedrichsfelder Friedenskrs.; Teiln. an Arbeitsgr. zu versch. Themen, u. a. Beteiligung an einer illeg. Fragebogenuntersuchung zum Thema »Charakter der Arbeit im Realsoz.«; ab Nov. 1981 Red. im Berliner Verlag; März 1984 Disziplinarmaßn., die auf Berufsverbot hinausliefen; 1985 Invalidisierung; Herbst 1985 Mitgl. der Vorbereitungsgr. des ersten Menschenrechtsseminars (Nov. 1986); Mitbegr. der Menschenrechtsgr. »Gegenstimmen«; 1987 Mitbegr. der Samizdat-Ztschr. »Friedrichsfelder Feuermelder«; Kontakte zu opp. rumäniendt. Schriftst., 1988/89 Mitinitiatorin der Rumänien-Gedenktage in versch. Berliner Kirchen; Vertreterin der Menschenrechtsgr. im Fortsetzungsaussch. des Netzwerks »Frieden konkret«; Sept. 1989 Mitbegr. der Vereinigten Linken (VL), Dez. 1989 – März 1990 VL-Vertreterin am Zentr. Runden Tisch; Mitarb. in der Mediengesetzgebungskommission u. im Medienkontrollrat; Jan. 1990 Mitgl. des Hörfunkrats; Mai 1990 – Jan 1994 Mitarb. in der Rehabil.-Kommission des Hörfunkrats; seitdem versch. Honorartätigkeiten, u. a. für die Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur; lebt in Berlin u. Strömsund (Schweden).Die Entlassung. R. Havemann u. die AdW 1965/66. Berlin 1996 (Mithrsg.); Willfährige Propagandisten. MfS u. SED-Bez.-Ztg. Stuttgart 1997 (Mitautorin).Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Müller, Wilhelm

* 17.2.1904 – ✝ 11.7.1970

Geb. in Ahlbeck (Usedom); Vater Fischer; Volksschule; 1918 – 21 Fischer; 1921 – 35 Lehre u. Arbeit als Fleischer; KPD; 1933 – 35 illeg. Parteiarbeit; 1935 Verhaftung, zweieinhalb Jahre Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat«; 1937 – 40 Heizer; 1940 – 43 Fleischergeselle; 1943 Soldat, Verurteilung wegen »Wehrkraftzersetzung«, Versetzung zum Strafbat. der Org. Todt. Mai – Juli 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft; 1945 Einstellung bei der Polizei Mecklenb.; 1947 Ltr. der K 5 (pol. Polizei) u. der Schutzpolizei im Krs. Usedom; 1948 Ltr. des VPKA Ueckermünde; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Mecklenb. (ab Febr. 1950 Länderverw. Mecklenb. des MfS), Ltr. der Krs.-Dienststelle Güstrow; 1951 Ltr. der Abt. V (Untergrund) der Länderverw. Mecklenb.; 1952 stellv. Operativ, dann Ltr. der BV Rostock; 1953 Oberst; 1954 Ltr. der BV Schwerin; 1955 Versetzung zu den Inneren Truppen des MfS.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Bruno

* 15.12.1883 – ✝ 3.6.1960

Geboren am 15. Dezember 1883 in Olbernhau/Krs. Marienberg, Sohn eines Schlossers; Lehre als Tischler. Wanderschaft, danach von 1903 bis 1905 Militärdienst. 1905 wurde er Mitglied der SPD; 1906/07 Tischler in Berlin, nach erneuter Wanderschaft kam er Ende 1909 nach Deutsch-neudorf/Erzgebirge. Hier wurde er Bevollmächtigter der Zahlstelle des DHV und war von 1909 bis 1913 Berichterstatter der »Erzgebirgischen Volksstimme«. Ende 1913 zog er nach Blumenthal bei Bremen, Werftarbeiter auf der Vulkan-Werft. Im August 1914 Soldat, im Juli 1915 schwere Verwundung und Lazarettaufenthalt, danach legte er die Meisterprüfung in der Kunstgewerbeschule in Breslau ab. Von 1917 bis 1919 Zeichner auf der Vulkan-Werft in Bremen. 1917 Übertritt zur USPD, Oktober 1918 zu den IKD. Im November 1918 2. Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Vegesack. Müller war Delegierter des Gründungsparteitags der KPD. Als aktiver Teilnehmer an den Kämpfen der Bremer Räterepublik mußte er nach deren Niederlage im Februar 1919 nach Braunschweig flüchten, hier bei der sogenannten Roten Wehr unter Heinrich Dorrenbach. Im September 1919 Delegierter des II. KPD-Parteitags in Heidelberg, 1920 wurde Müller Vorstandsmitglied der KPD in Bremen und war zwei Jahre lang Geschäftsführer der Bremer KP-Zeitung »Der Kommunist«. Ab Ende 1921 in Chemnitz wohnhaft, hatte er in der KPD nur noch ehrenamtliche Funktionen. Am 8. November 1933 verhaftet und zu 14 Monaten Zuchthaus verurteilt, nach der Entlassung unter Polizeiaufsicht. Ab Juni 1945 war er Polleiter und Sekretär der KPD in Altchemnitz, wurde dort 1946 für einige Jahre Vorsitzender der SED-Stadtteilleitung. Bruno Müller starb am 3. Juni 1960 in Karl-Marx-Stadt.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Georg

* 19.11.1878 – ✝ 31.12.1963

Geboren am 19. November 1878 in Krappitz/ Oberschlesien; lernte Schuhmacher. 1905 Mitglied der SPD. Anfang 1914 Berichterstatter der SPD-Presse in Trier. Georg Müller kam 1920 über die USPD zur KPD. Seit 1921 Redakteur an verschiedenen KPD-Zeitungen, von 1924 bis Anfang 1927 Chefredakteur der Mannheimer »Arbeiter-Zeitung«. Kurze Zeit in Köln, war er dann 1928 Chefredakteur der »Volkswacht« in Rostock, Ende 1929 Redakteur in Dortmund, schließlich in Berlin. Bis 1933 in Breslau in der Freien Gewerkschaft aktiv, seit 1930 war Müller nicht mehr für die KPD tätig. 1938 dienstverpflichtet, als Arbeiter beschäftigt. Bei Kriegsende kam er nach Niedersachsen, wohnte in Northeim und war politisch nicht mehr organisiert. Georg Müller starb am 31. Dezember 1963 in Trier.

Wer war wer in DDR

Münchenhagen, Walter

* 29.9.1918

Geb. in Berlin-Lankwitz; Vater selbst. Maler; 1924 – 32 Volksschule; 1932 – 35 Berufsschule u. Lehre als Handlungsgehilfe; 1935 Landhelfer; 1935 – 39 nebenberufl. Statist an der Berliner Staatsoper; 1937 – 40 Angest. im Büro der Vereinigten Landschaftsgärtnereien bzw. deren Nachfolgebetrieb in Berlin; 1939 RAD; 1940 – 43 Wehrmacht; 1943 – 45 sowj. Kriegsgef., Besuch von Antifa-Schulen u. Mitarb. im Antifa-Aktiv des NKFD. Juli 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1946 – 48 Referent in der Abt. Umsiedler u. Heimkehrer der Provinzialverw. Brandenb.; 1949 – 52 Instrukteur u. Ltr. der Abt. Staatl. Verwaltung in der SED-LL Brandenb.; 1952 – 54 2. Sekr. der SED-BL Cottbus; 1954 – 57 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1957 – 60 1. Sekr. der SED-Stadt-Ltg. Dresden u. Mitgl. des Büros der SED-BL Dresden; später Sekr. der SED-KL Dresden-Land u. Ltr. der Ideolog. Kommission; 1965 stellv. Vors. des Rats des Bez. Dresden für Kultur u. Sport, später Abt.-Ltr. Kultur im Rat des Bez. Dresden.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Mundt, Wolfgang

* 3.10.1935

Geb. in Berlin; Vater Versicherungskfm.; 1942 – 54 Volks- u. Oberschule in Berlin u. Danzig; 1954 – 59 Geophysikstudium an der HU Berlin mit Diplomabschl.; 1959 – 69 Assistent, Oberassistent u. Abt.-Ltr. am Geomagnet. Inst. Potsdam; 1963 Prom. u. 1968 Habil. an der KMU Leipzig; 1969 – 73 Bereichsltr. am ZI für Physik der Erde der AdW in Potsdam; 1972 – 86 Ltg.-Mitgl. des Fachber. Geophysik der Ges. für geolog. Wiss.; 1973 – 81 wiss. Sekr. bzw. stellv. Ltr. des Forschungsber. Geo- u. Kosmoswiss. der AdW; 1975 – 89 SED; 1976 Prof. für Geophysik; 1981 – 91 Dir. des ZI für solar-terrestr. Physik (1984 umgewandelt zum Heinrich-Hertz-Inst. für Atmosphärenforschung u. Geomagnetismus) der AdW; 1981 Korr. u. 1988 Ord. Mitgl. der AdW; 1984 – 91 stellv. Vors. der Kl. Geo- u. Kosmoswiss. der AdW; 1983 – 91 gewählter stellv. Vors. der Arbeitsgr. Magnet. Hauptfeld u. Säkularvariation der Internat. Assoziation für Geomagnetismus u. Aeronomie; 1986 – 89 Vors. des neugegr. Wiss. Rats für Fragen der Umweltgestaltung u. des Umweltschutzes beim Präs. der AdW; 1986 – 90 Mitgl. des Präs. der Urania. Forschungen u. Publ. hauptsächl. zum geomagnet. Innenfeld.Klaus-Harro Tiemann

Wer war wer in DDR

Münzner, Rolf

* 3.1.1942

Geb. in Geringswalde (b. Rochlitz, Sachsen); Schulbesuch u. Lehre als Maschinenschlosser in Leisnig; 1960 – 62 Armeedienst; 1962 – 67 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; danach ansässig in Geithain; 1969 – 72 Aspirantur, seit 1973 Lehrauftrag an der HS für Grafik u. Buchkunst; 1977 Preis der Intergrafik Berlin; 1983 Kunstpreis der DDR; 1984 Sonderpreis der Grafik-Biennale Bradford (Großbritannien); 1986 Kunstpreis des FDGB; 1986 Hauptpreis der Grafik-Biennale Krakau. 1990 Goldmedaille der Grafik-Biennale Fredrikstad (Norw.); 1990 Künstler. Ltr. der lithograph. Werkstatt der HS für Grafik u. Buchkunst; 1992 dort Prof. für Freie Grafik, Ltr. der Fachkl. für Grafik; 2005 Vorruhestand; lebt in Geithain. Werke: Grafikzyklen zu Heinrich Mann: Empfang bei der Welt (1970 – 73), Michail Bulgakow: Der Meister u. Margarita (1976), Alexander Blok: Die Zwölf (1977), Simplicius Simplicissimus (1991); Arena-Gewalt (1973), Für Majakowski (1978), Radballspiel (1978), Die neue Melusine (1980), Die alte Singer (1981), Der Waffenschmied (1983), Für Senefelder (1984), Ausstieg (1989), Das Narrenkarussell (1991).Das druckgraf. Werk. Altenburg 1996. Kat. R. M. Zeichnungen. Altenburg 1987; Kat. R. M. Leipzig 1992; Kat. R.Dieter Gleisberg

Handbuch Deutsche Kommunisten

Muth, Walter

* 10.9.1908 – ✝ 15.11.1992

Geboren am 10. September 1908 in Berlin-Rummelsburg, Sohn eines Maurers. Muth studierte an den Universitäten Berlin, Hamburg, Göttingen und Frankfurt/M., wurde 1928 Mitglied des KJVD, 1929 der KPD. Anfang der dreißiger Jahre Mitarbeiter im AM-Apparat der KPD, bereits ab September 1932 lebte er illegal. 1933/34 unter dem Decknamen Josef Kursant an der M-Schule der Komintern in Moskau. Nach seiner Rückkehr wurde er Mitarbeiter der illegalen Landesleitung der KPD. Am 24. Mai 1935 in Berlin verhaftet, am 9. Juni 1936 durch den VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Er verbüßte die Haft in den Zuchthäusern Lukkau und Brandenburg. 1945/46 Bürgermeister in Nauen, anschließend Referent bzw. Abteilungsleiter in verschiedenen Zentralverwaltungen der SBZ. 1948 Hauptabteilungsleiter des Statistischen Zentralamts der DWK, dann im Ministerium für Lebensmittelindustrie. 1954 Leiter der Hauptabteilung Fachschulen im Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen. 1958 Sekretär des Zentralen Ausschusses für Jugendweihe der DDR. Im Frühjahr 1960 wurde von der ZPKK gegen Muth, der sich kritisch über die SED-Parteiführung äußerte, ein Parteiverfahren eröffnet. Von seiner Funktion entbunden und Ende des Jahres als Mitglied der ZRK abberufen, begann er im VEB Funkwerk Berlin-Köpenick als Montierer. Ein gegen ihn geplantes Parteiverfahren wurde allerdings nicht durchgeführt. Walter Muth starb am 15.November 1992.

Wer war wer in DDR

Nachbar, Herbert

* 12.2.1930 – ✝ 25.5.1980

Geb. in Greifswald; Vater Fischer; 1936 – 44 Volksschule in Wolgast; 1950 Abitur in Rostock; Stud. der Med. an der HU Berlin, Abbruch nach zwei Semestern; bis 1953 Lokalred. u. Reporter versch. Berliner Tageszeitungen; 1953 – 57 Lektor für den Aufbau-Verlag; ab 1957 freier Schriftsteller; 1957 Heinrich-Mann-Preis für den ersten Roman »Der Mond hat einen Hof« (1956); lebte 1957 – 59 auf der Insel Ummanz, danach in Graal-Müritz u. Berlin; 1968 Chefdramaturg am Volkstheater Rostock; 1969 Dramaturg beim DFF; SED; Mitgl. des Vorst. des SV u. des Präs. des P.E.N-Zentrums der DDR, zeitw. Abg. des Kreistags Rostock-Land. Verfasser von Romanen, Erzählungen u. Drehbüchern, die sich durch präzise Charakter- u. Milieustudien auszeichnen; das Werk ist eng mit der Ostseelandschaft verbunden; geht in frühen Texten von einer natürl. Entw. der Gesell. in den Sozialismus aus (»Die Hochzeit von Länneken«, 1960), in späteren Werken sind nordische u. Sagen des Ostseeraums verarbeitet (»Pumpendings seltsame Reise. Irrfahrt u. Gleichnis«, 1976); erzählt wird in einer klaren, sinnl.-phantast. Sprache, die Bezüge zur Romantik aufweist. 1961 Lit.-Preis des FDGB; 1966 Johannes-R.-Becher-Med.; 1976 NP; 1980 VVO; nach langer Krankheit gest. in Berlin.u. a. Die gestohlene Insel. Eine Robinsonade. Berlin 1958; Haus unterm Regen. Berlin 1965; Die Million des Kurt Brümmer. Rostock 1971; Dunkler Stern. Berlin 1973; Keller der alten Schmiede. Berlin 1979. Killy, W. (Hrsg.): Literaturlexikon. Autoren und Werke dt. Sprache. Berlin 1998.Christian Krause

Wer war wer in DDR

Müller, Jutta

* 13.12.1928

Geb. in Chemnitz; Vater Eisenbahner; Volksschule; 1931 Ballett-Unterricht; Ausbildung zur Sekr. 1946 SED; 1946 – 48 Studium am Lehrerbildungsinst.; 1948 – 51 Neulehrerin für Lesen, Schreiben, Rechnen, Heimatkunde u. Sport; 1949 DDR-Mstr. im Damen-Paarlauf; 1951 – 55 Sachbearb. in Berlin u. Karl-Marx-Stadt; Studium an der DHfK Leipzig; seit 1955 Eiskunstlauf-Trainerin, Erfolge mit ihrer Tochter  Gabriele Seyfert (1968 Olympiazwei- te), Sonja Morgenstern, Günter Zöller, Jan Hoffmann (Olympiazweiter 1980),  Anett Pötzsch (Olympiasiegerin 1980),  Katarina Witt (Olympiasiegerin 1984 u. 1988) u. Evelin Großmann; erfolgreichste Eiskunstlauftrainerin der Welt (insg. 57 Medaillen bei Olympia, WM u. EM); Held der Arbeit. 1990 Honorarkraft am Stützpunkt Chemnitz der Dt. Eislauf-Union; 1992 Beraterin des niederländ. Eissportverb.; 1993/94 Comeback als Trainerin von Katarina Witt; 1998 Ehrenpreis der Stadt Chemnitz; 2004 Aufnahme in die »Hall of Fame« im Welt-Eiskunstlauf-Museum in Colorado Springs (USA); lebt in Chemnitz.Hönel, M. (Hrsg.): J. M. Der schönste Sport der Welt. Eine Eiskunstlauftrainerin erinnert sich. Berlin 2008.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Kurt

* 13.12.1903 – ✝ 21.8.1990

Am 13. Dezember 1903 in Berlin geboren, entstammte einer Arbeiterfamilie; lernte Werkzeugmacher. Er trat im Februar 1919 der FSJ und 1920 der KPD bei, der auch seine Schwester angehörte. Kurt Müller, von seinen Freunden seit den zwanziger Jahren »Kutschi« genannt, wurde Funktionär der kommunistischen Jugend (KJD) in Berlin. Er arbeitete zunächst ehrenamtlich, bis 1922 Gruppenleiter in der Rosenthaler Vorstadt, 1923/24 UB-Leiter Berlin-Mitte und gehörte von 1924 bis 1926 der KJVD-BL Berlin an. 1926 entsandte ihn das ZK des KJVD als Instrukteur nach England, anschließend kam er als Sekretär in die Gewerkschaftsabteilung des Exekutivkomitees der KJI in Moskau. Zurückgekehrt nach Deutschland, war er 1926/27 Redakteur der Zeitung »Junge Garde« und 1928 Mitglied der Zentrale des KJVD. Mitte 1929 wurde Kurt Müller Vorsitzender dieser kommunistischen Organisation (als Nachfolger Walter Häbichs) und ins ZK sowie mit beratender Stimme ins Polbüro der KPD aufgenommen. Als Mitglied des Präsidiums des Exekutivkomitees der KJI wurde er vom XI. EKKI-Plenum 1931 auch zum Kandidaten des EKKI-Präsidiums gewählt. Im Sommer 1931 nach Moskau ins Jugend-EKKI versetzt, dort verantwortlich für chinesische Fragen. Als Anhänger Heinz Neumanns 1932 auf dem XII. Plenum des EKKI der KI aller Funktionen enthoben und dem ZK der KPdSU(B) überwiesen, wurde er als Arbeiter ins Autowerk Gorki verschickt. In der KPD hieß es offiziell, damit sei ein Schlußstrich gezogen »unter die Auseinandersetzungen der parteifeindlichen Gruppe der Gen. Neumann, Kurt Müller usw., die versucht hatten, den Jugendverband in einen Gegensatz zur Linie und Führung der Partei zu bringen«. Nachdem Müller im Februar 1934 wieder dem deutschen ZK übergeben wurde, kehrte er nach Deutschland zurück und leitete die illegale Arbeit der KPD in Südwestdeutschland mit Sitz in Mannheim. Im September 1934 in Weinheim durch Verrat des ehemaligen kommunistischen Reichstagsabgeordneten Nikolaus Thielen verhaftet. Zunächst nach Berlin-Moabit überführt, saß er von Oktober bis Dezember 1934 im Untersuchungsgefängnis Kassel. Zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Kassel verbüßte, kam er 1940 ins KZ Sachsenhausen, wo er bis 1945 gefangengehalten wurde. 1945 ließ sich Müller in Hannover nieder, wurde Vorsitzender der KPD in Niedersachsen und Mitglied des Niedersächsischen Landtags. Im April 1948 stellvertretender Vorsitzender der KPD in Westdeutschland und im September 1949 in den ersten Deutschen Bundestag gewählt. Am 22. März 1950 zum ZK der SED nach Ost-Berlin geladen, wurde Kurt Müller dort unter dem Vorwand, er müsse zu einer Besprechung nach Karlshorst, vom MfS festgenommen. Er kam als erster führender Kommunist bis März 1953 ins MfS-Untersuchungsgefängnis in Hohenschönhausen und sollte für einen DDR-Schauprozeß »präpariert« werden. Offiziell erklärte die KPD und SED, Müller sei als »Agent entlarvt« worden, er habe mit dem Ostbüro der SPD zusammengearbeitet, sei für die Engländer tätig gewesen; es wurden also die üblichen stalinistischen Vorwürfe erhoben. Schließlich durch ein sowjetisches Fernurteil zu 25 Jahren Haft verurteilt und in die Sowjetunion überführt, war er von April 1953 bis Oktober 1955 in Wladimir inhaftiert. Im Oktober 1955 konnte Kurt Müller (im Zusammenhang mit der Freilassung deutscher Kriegsgefangener) in die Bundesrepublik zurückkehren, wurde 1957 Mitglied der SPD und war von 1960 bis 1985 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Leiter der Abteilung Außenpolitik und DDR-Forschung. Ein Brief Kurt Müllers aus dem Jahre 1956 an den DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl wurde im August 1990 erstmals in »Aus Politik und Zeitgeschichte«, der Beilage der Wochenzeitung »Das Parlament«, veröffentlicht. Darin beschrieb er nicht nur die unmenschlichen Verhöre durch den damaligen MfS-Staatssekretär Erich Mielke, sondern forderte auch seine öffentliche Rehabilitierung und die strafrechtliche Verfolgung der Schuldigen in der DDR. Auf sein Schreiben von 1956 hat Müller nie eine Antwort erhalten. Kein Wunder, denn in Ost-Berlin war der von ihm Beschuldigte Erich Mielke schon 1957 zum Minister für Staatssicherheit aufgestiegen, und gehörte noch bis November 1989 dem Politbüro der SED an. Kurt Müller starb am 21. August 1990 in Konstanz.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Müller, Max

* 20.6.1899 – ✝ 25.7.1977

Geb. in Chemnitz; Vater Fabrikarb.; 1905 – 13 Volksschule in Chemnitz; 1913 – 16 Lehre als Maschinenschlosser in Chemnitz, gleichz. Fach- u. Fortbildungsschule Chemnitz; 1913 SAJ, DMV; 1917 Umzug nach Bayern, dort Schlosser u. Monteur in versch. Betrieben; 1919 Teiln. an der Errichtung der Bayer. Räterep.; 1919 KPD, 1926 – 33 Mitgl. der UBL Chemnitz; 1929 – 33 unbesoldeter Stadtrat in Chemnitz; ab 1933 illeg. polit. Arbeit in Chemnitz u. Umgebung, mehrfach inhaftiert, Zuchthaus Cottbus; 1944 KZ; 1945 Verurteilung zu 8 Jahren Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Waldheim, Mai 1945 von der Roten Armee befreit. Juni 1945 KPD; Okt. 1945 – Sept. 1952 Bürgermstr. bzw. OB von Chemnitz (Nachf. von Kurt Wuthenau); 1950 – 52 Stud. an der DVA in Forst-Zinna; 1952 – 60 erster Vors. des RdB Karl-Marx-Stadt, Mitgl. der SED-BL u. Abg. des Bezirkstags Karl-Marx-Stadt; 1954 – 63 Abg. der Volkskammer; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1965 VVO; gest. in Karl-Marx-Stadt.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Müller, Vincenz

* 5.11.1894 – ✝ 12.5.1961

Geb. in Aichach (Bayern); Vater Gerbermstr.; Kloster-Gymnasium; seit 1.10.1913 Berufssoldat; Offz. im 1. Weltkrieg; 1914 EK II; danach Grenzschutz u. Reichswehr; ab 1923 Mitarb. der Organisationsabt. des Reichswehrmin., u. a. Adj. bei Gen. Kurt von Schleicher; 1933 – 37 im Gen.-Stab; 1937 – 39 Gen.-Stabsakad., Oberst; 1940 – 43 Chef des Stabs des Armeeoberkommandos 17 in Zakopane; 1943 Gen.-Ltn., Kommandierender Gen. eines Armeekorps u. zul. stellv. Oberbefehlshaber der 4. Armee; 1944 Ritterkreuz des EK; 8.7.1944 Einstellung des Kampfs beim Zusammenbruch der Heeresgr. Mitte; 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft; durch ein NS-Gericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Mitgl. des Bunds Dt. Offz., Besuch der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk, dort Ass. u. Seminarltr. für Philos. Sept. 1948 Rückkehr nach Dtl.; Chefinspekteur der VP; NDPD; ab 1949 Mitgl. ihres Hauptaussch.; Febr. – Okt. 1949 Pol. Geschäftsf., Okt. 1949 – Okt. 1952 stellv. Vors.; 1950 – 58 Abg. der Volkskammer (Sekr. des 2. Dt. Volksrats), bis 1952 deren Vizepräs.; 1952/53 Stellv. des Minister des Innern u. Chef der HV Org./Chef des Stabs (Nachf. von  Bernhard Bechler), 1.10.1952 Gen.-Ltn.; 1953 – 55 Chef des Hauptstabs der KVP u. Chef des Stabs; 1956 Stellv. des Min. für Nat. Verteidigung u. Chef des Hauptstabs der NVA; 1955/56 im Auftrag der Reg. geheime Gespräche mit Bundesmin. Fritz Schäffer über eine dt. Konföderation; ab 1958 Ruhestand; zeitw. Berater im Min.; 1961 Suizid in Berlin-Schmöckwitz.Ich fand das wahre Vaterland. Berlin 1963 (Hrsg. K. Mammach). Lapp, P.-J.: Todesursache: Fenstersturz? Der erste Gen.-Stabschef der NVA, V. M. In: Dtl. Archiv (1999) 1; Lapp, P.-J.: General bei Hitler u. Ulbricht. V. M. – Eine dt. Karriere. Berlin 2003; Searle, A.: »Vopo«-General V. M. and Western Intelligence, 1948 – 54. In: Intelligence and National Security (2002) 2.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Müller, Wilhelm

* 2.2.1908 – ✝ 27.10.1983

Geb. in Hamburg; Vater Arbeiter; Volks- u. Realschule; Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Bankangest.; ab Jan. 1926 Angest. bei der Hamburger Hausmaklerfirma J. L. Völkers & Sohn; 1922 SAJ, 1925 KJVD, 1930 KPD; ab 1933 illeg. antifasch. Arbeit, Okt. 1936 Verhaftung, Febr. 1938 Verurteilung durch den VGH wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu sechs Jahren Zuchthaus, Haft im KZ Fuhlsbüttel, ab Nov. 1942 KZ Sachsenhausen. 1945 Angest. des OdF-Hauptaussch. in Berlin, ab Nov. Mitarb. der KPD-BL Mecklenburg; Jan. 1946 – 50 Red., stellv. Chefred. bzw. zeitw. Chefred. der »Volkszeitung« bzw. der »Schweriner Landeszeitung« (Nachf. von  Erich Glückauf); 1946 SED; 1950 – 52 Ltr. des Amts für Information in Mecklenb.; 1952 stellv. Ltr. des Amts für Information in Berlin; 1953 / 54 Sektorenltr. u. Chefred. des SED-Pressedienstes; 1954 – 70 Chefred., Stellv. des GD bzw. 1. Stellv. des GD des ADN in Berlin.Kirsten Nies

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Carl H.

* 22.9.1879 – ✝ 7.9.1953

Geboren am 22. September 1879 in Stuttgart, Sohn eines Malers; lebte vor dem Weltkrieg in der Schweiz, wo er sich der sozialistischen Bewegung anschloß. Als Maler und Schriftsteller tätig, führte er ein Bohemien-Leben. Nach dem Krieg Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der USPD, ab April 1920 Parteisekretär der USPD in Weingarten. Delegierter des USP-Spaltungsparteitages 1920, mit der linken USPD 1920 zur KPD. Carl Müller – ein bekannter Volksredner in Württemberg – war 1920 für die USPD in den Württembergischen Landtag eingezogen, wurde 1924 dann für die KPD erneut Landtagsabgeordneter. Im Januar 1924 verhaftet, jedoch bald wieder freigelassen, kam es im Landtag zu einer scharfen Debatte, weil die Polizei Müllers Post überwachte. Die Postkontrolle wurde mit dem Verdacht auf Hochverrat begründet; die Polizei erklärte aber, der Briefwechsel sei fast ausschließlich erotischer Natur übelster Art gewesen. Carl Müller, einige Zeit Redakteur des KPD-Organs »Süddeutsche Arbeiterzeitung«, stand auf dem rechten Parteiflügel; er wurde im Januar 1927 aus der KPD ausgeschlossen. Die SPD hatte Müller bereits zuvor in einem Flugblatt beschuldigt, er habe 1912 in Basel Gelder (600 Franken) des Arbeitervereins »Eintracht« unterschlagen und sei während des Krieges für die deutsche Spionage tätig gewesen. Ein Brief des Schweizer Kommunisten und Lenin-Freundes Fritz Platten aus Moskau untermauerte angeblich die Vorwürfe, so daß Carl Müllers Parteiausschluß vom ZK der KPD bestätigt wurde. Der Ausschluß erfolgte wegen »Nichtdurchführung von Parteibeschlüssen« und weil Müller ein »moralisch korruptes Element« sei. Die Rechten sahen im Ausschluß des fähigen und beliebten Genossen jedoch einen politischen Schachzug. Müller lebte eine Zeitlang mit der Hauptkassiererin und Orgleiterin der württembergischen KPD Anna Stegmaier (*4. 11. 1899 – † 27. 7. 1973) zusammen. Er trat später politisch nicht mehr hervor, emigrierte 1933 zunächst nach Frankreich, dann lebte und arbeitete er als Kunstmaler in Österreich. Carl Müller starb am 7. September 1953 in Mödling.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Gustav

* 8.8.1875 – ✝ 5.6.1946

Geboren am 8. August 1875 in Halberstadt, Sohn eines Bahnbeamten; nach dem Besuch des Realgymnasiums bis 1893 Kupferschmied, später Rechtsanwaltsgehilfe. Die Wanderschaft führte ihn außer durch Deutschland nach Dänemark und Holland. Von 1895 bis 1897 leistete er seinen Militärdienst in Altona, übersiedelte 1902 nach Berlin und besuchte von 1909 bis 1912 die Arbeiterbildungsschule und die Humboldt-Hochschule. Seit 1900 Mitglied der SPD, war Müller auch Referent für die Partei. 1917 trat er zur USPD über und lebte illegal in Berlin, da er den Kriegsdienst verweigerte. 1920 ging er mit dem linken Flügel in die VKPD, war ab 1922 hauptamtlicher Sekretär der BL Berlin-Brandenburg für die Abteilung Land, ab 1923 Polsekretär für die KPD in Frankfurt/Oder. Im Mai 1924 zog Gustav Müller als Abgeordneter in den Reichstag ein, nach Auflösung des Reichstages und des Preußischen Landtages 1924 für beide Parlamente als Spitzenkandidat der KPD (für den Wahlkreis Frankfurt/Oder) aufgestellt und im Dezember 1924 in den Preußischen Landtag gewählt. Im Juni 1924 Delegierter des V. Kongresses der Komintern in Moskau, schloß sich nach dem »Offenen Brief« des EKKI 1925 aktiv der linken Opposition an. Er unterschrieb im Juni 1926 den oppositionellen »Brief der 700«. Daraufhin wurde Gustav Müller (zusammen mit 34 seiner Anhänger) am 18. Mai 1927 aus der KPD ausgeschlossen, er gehörte zu den Mitbegründern des Leninbundes. Die Reichstagung des Leninbundes im April 1928 wählte Gustav Müller (neben Hugo Urbahns und Guido Heym) in das Präsidium dieser Organisation. Bis 1933 war er für den Leninbund, aber auch den KPD-nahen Siedlerbund aktiv, dort stellvertretender Vorsitzender, Schriftleiter der Bundeszeitschrift und Leiter der zentralen Rechtsberatungsstelle. Im Sommer 1932 stellte Müller den Antrag auf Wiederaufnahme an die KPD Berlin-Brandenburg. Nach Rücksprache mit Hans Pfeiffer und ausdrücklicher Unterstützung Wilhelm Piecks wurde Gustav Müller wieder in die Partei aufgenommen. Nach 1933 wirkte er in einer Widerstandsgruppe »Zelle Küstrin« in Alt-Landsberg-Seeberg, die im April 1944 durch Verrat aufflog. Müller tauchte unter. Er lebte 1946 in Berlin-Kreuzberg und wurde als Opfer des Faschismus anerkannt. Gustav Müller starb am 5.Juni 1946 in Berlin.

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Mund, Karlheinz

* 11.9.1937

Geb. in Eberswalde; Vater Landwirt, Kohlenhändler, Heizer, Mutter Hausfrau; Lehre als Kfz-Schlosser; 1958 Abitur an der ABF der HU Berlin; 1958 / 59 Beleuchter im DEFA-Studio für Wochenschau u. Dokumentarfilme Berlin, 1959 – 63 Regiestud. an der HFF Potsdam-Babelsberg; ab 1963 Regieass. im DEFA-Studio für Wochenschau u. Dokumentarfilme, u. a. bei Joachim Hellwig u.  Walter Heynowski; Arbeiten für die DEFA-Wochenschau »Der Augenzeuge«; ab 1964 Regisseur, Filme: »Memento« (1965 / 66, nach Erinnerungen von  Martin Riesenburger u. nach Motiven eines Gedichts von  Günter Kunert), »Canto de Fé – Gesang einer Hoffnung« (1965), »Helft Vietnam« (1967), »Oxi – Nein« (1969 / 70), »Otto Nagel 1894 – 1967« (1970), u. a. mit  Wolfgang Thierse an »Physiker in Wrocław« (1970), »Die Mit-Arbeiterin« (1972) über  Elisabeth Hauptmann, »WML – Steiger oder Maler« (1976), »Stadtlandschaften« (1981, mit Gemälden von  Konrad Knebel, Klaus Magnus, Uwe Pfeiffer) u. »In Polnowat am Ob« (1987, nach Tagebuchnotizen von  Wolfgang Steinitz), »Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark« (1971, mit Gotthard Erler) ist eine der ersten dt.-dt. Koproduktionen auf dem Gebiet des Dokumentarfilms zwischen DEFA u. Manfred-Durniok-Produktion Berlin (West); Filme über die SU: »Nordzuschlag – Sibirische Charaktere« (1975, mit  Karl-Heinz Jakobs), »Köchin in der Taiga« (1975, mit Christiane Hein); außerdem: »De Geyter – Geschichte eines Liedes« (1978), »Erinnerung an Otto René Castillo« (1979), »Walter Ballhause – Einer von Millionen« (1982), »Vom Büchermachen in finsterer Zeit« (1984), »Ein Bild malen ist wie Mais anbauen – Bauernmalerei in Nicaragua« (1984), »Spanien im Herzen – Hans Beimler und andere« (1985), »Geschichte eines Bildes – ?Der Turm der blauen Pferde?, Franz Marc« (1988), »Probleme am laufenden Band« (1989), »Schulstunde mit Torso« (1989) u. »Schulstunde mit Ton« (1991); weitere Co- u. Textautoren seiner Filme sind u. a.  Daniela Dahn,  Fritz Rudolf Fries, Rolf Liebmann,  Günther Rücker,  Helga Schütz,  Klaus Wischnewski, an der Kamera steht häufig  Christian Lehmann; 1970 Preis der Kurzfilmtage Oberhausen; 1975 Silberner Preis des Internat. Filmfestivals Moskau; 1979 Kunstpreis der DDR; 1988 NP. Nach 1989 kritisch-reflektierende Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte: »Aufgeben oder neu beginnen – Walter Janka« (1989 / 1990), »Zeitschleifen – im Dialog mit Christa Wolf« (1990 / 1991); ab 1992 als freischaff. Regisseur u. Autor »ABF-Memoiren« (1992 / 93) mit Auskünften von  Erich Loest,  Hermann Kant,  Dieter Mann,  Dieter Schlenstedt,  Karlheinz Lohs u.  Hans Mayer, »Das Bergwerk – Franz Fühmann« (1997 / 98, mit  Sigrid Damm), Film über die Malerin » Núria Quevedo – Berlinerin aus Barcelona« (2002 / 03), mit der er seit 1960 verh. ist; lebt in Berlin.Günter Agde

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Munkelt, Thomas

* 3.8.1952

Geb. in Zedtlitz (Krs. Borna); EOS in Bor- na (b. Leipzig); Studium der Zahnmed. an der KMU Leipzig; 1969 – 85 Leichtathletik (110-m-Hürdenlauf) in Großzössen, von 1971 an beim SC Leipzig bzw. SC DHfK Leipzig (Trainer: Dieter Bachmann u. ab 1980 Frank Rüdiger); bei den Europameisterschaften 1974 4. Platz, 1978 Sieger u. 2. Platz mit der 4 x 100-m-Staffel; 1976 Olymp. Spiele 5. Platz; 1980 Olymp. Spiele: Sieger u. 5. Platz mit der 4 x 100-m-Staffel; bei den Halleneuropameisterschaften 1977, 1978, 1979 u. 1983 Sieger; beim Europacup 1975 Sieger mit der 4 x 100-m-Staffel, 1977, 1979 u. 1983 im 110-m-Hürdenlauf; 1977 Sieger beim Weltcup; 1983 bei den Weltmeisterschaften 5. Platz; Zahnarzt in Kitzscher b. Borna.Klaus Gallinat

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Murgott, Rudolf

* 21.8.1922 – ✝ 2.10.1980

Geb. in Bobrek-Karf (Krs. Beuthen, Oberschles. / Bobrek, Polen); Vater Bergsekretär; Volksschule, Gymnasium in Beuthen; 1939/40 Höhere Handelsschule in Oppeln; 1940/41 Baupraktikant; 1941/42 ein Semester Staatsbauschule Beuthen; 1942 – 44 Wehrmacht, Gefr.; 1944 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1949 Antifa-Zentralschule Riga. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1950 Gruppenltr. in der Abt. Personal u. Schulung der HO-LL Potsdam; 1950 SED; 1950 – 52 Studium an der DASR Potsdam, Fachrichtung Außenhandel, Dipl.-Wirtsch.; 1952 – 59 Instrukteur der Abt. Handel u. Verkehr des ZK der SED; 1959/60 PHS der KPdSU in Moskau; 1960 – 63 stellv. Sektorenltr., 1964 – 68 stellv. Ltr. der Abt. Handel, Versorgung u. Außenhandel des ZK der SED; 1968 – 80 Präs. der KfA (Nachf. von Hans Bahr); 1976 Mitgl. des Wirtschaftsaussch. DDR – USA; 1965 Verdienstmedaille der NVA; 1972 VVO.Elke Reuter

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Müther, Ulrich

* 21.07.1934 – ✝ 21.8.2007

Geb. in Binz (Rügen); Vater Bauunternehmer; Volksschule; Ausb. zum Zimmermann, 1951 – 54 Ingenieurstudium an der FS Neustrelitz; 1954 – 58 Planung von Kraftwerken in Berlin; 1956 – 63 Fernstudium der Architektur an der TU Dresden; 1958 techn. Ltr. des familieneigenen Bauunternehmens (seit 1960 PGH, ab 1972 VEB Spezialbau Rügen) in Binz; 1960 – 90 Ltr. zahlr. Bauprojekte in der DDR u. im Ausland: 1966 Restaurierung des »Inselparadieses« Baabe; 1967/68 Restaurant »Teepott« Warnemünde (mit Erich Kaufmann u. Hans Fleischhauer); 1967/68 Mehrzweckhalle Rostock-Lütten Klein (mit E. Kaufmann); 1967/ 68 Restaurant »Ostseeperle« Glowe; 1968 Rettungsturm Binz; 1969 Stadthalle Neubrandenb.; 1969 Ausstellungszentrum Kulturpark Magdeburg; 1969 Sport- u. Kongreßhalle Rostock; 1970 – 72 Kath. Kirche Rostock; 1970 Ruderzentrum Dresden; 1972 Rennschlittenbahn Oberhof; 1972/73 Restaurant »Ahornblatt« Berlin; 1974 Gemeindehaus Stralsund; 1976 – 80 Raumfahrtplanetarium Tripolis (Libyen); 1980 Raumflugplanetarium Wolfsburg; 1980 Restaurant »Seerose« Potsdam; 1984 Moschee Amman (Jordanien); 1986/87 Planetarium Berlin; 1987 Radrennbahn Stettin (Polen); 1989 Radrennbahn Havanna (Kuba). 1990 Rückübertragung des Familienunternehmens (1999 Insolvenz); 1990 Entwurf Planetarium »Marine« Algier; 1992 Projektltr. Michael-Kirche Hannover; gest. in Binz (Rügen). Der parteilose M. gilt als weltweit anerkannter Pionier des Schalenbetonbaus u. bedeutendster Architekt der DDR im Umgang mit Flächentragwerken. M. lieferte für mehr als 60 Schalenbauten im In- u. Ausland die Entwürfe. Insb. seine Schalenentwürfe aus Beton für Planetariumsbauten fanden im Ausland große Beachtung.Dechau, W.: Kühne Solitäre: U. M. – Schalenbaumeister der DDR. Stuttgart 2000; Topfstedt, T., Barth, H.: Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Berlin 2000; Seegert, T.: Abschied von einer Legende. Zum Tode des pommerschen Architekten U. M. In: Ztschr. für Kultur u. Geschichte (2007) 4; Lämmler, R., Wagner, M.: U. M. Schalenbauten in Mecklenburg-Vorpommern. Sulgen 2008.Volker Wagner

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Nadolski, Dieter

* 3.11.1939

Geb. in Rathenow; Vater u. Mutter Arbeiter; 1958 – 67 Studium der Chemie u. Pädagogik an der MLU Halle; 1963 – 67 Lektor im Dt. Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig; 1971 SED; 1966 Prom. A »Prinzipien für ein Standardlehrbuch der anorganischen Chemie«; 1967 – 73 Fachgebietsltr. am Inst. für Büroorg., Leipzig; 1976 Prom. B »Möglichkeiten u. Probleme verbesserter Informationsdarstellung von naturwiss.-techn. Hochschullehrbüchern«; 1973 – 83 Oberassistent am Inst. für Verlagswesen u. Buchhandel der Univ. Leipzig, ab 1976 dessen Ltr.; 1983 – 90 Ltr. des Verlags Edition Leipzig (Nachf. von  Elmar Faber); 1987 Professur für Theorie u. Methodik der Literaturvermittlung an der KMU Leipzig. Seit 1991 Verleger des Tauchaer Verlags (v. a. Regionalia) u. 1991 Mitgl. des Vorstands des Kuratoriums »Haus des Buches« in Leipzig.Didaktische Typografie (Hrsg.). Leipzig 1984; Kleines Lexicon der Schwartzen Kunst. Leipzig 1984; Bücher über Zinn (80er Jahre) sowie landes- und regionalgeschichtl. Lit., u. a. Wahre Geschichten um August den Starken. Taucha 1997; Wahre Geschichten um Gräfin Cosel. Taucha 2000; Wahre Geschichten aus dem Erzgeb. Taucha 2008 (mit Jost N.).Frank Wagner

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Müller, Karl

* 26.11.1903 – ✝ 26.9.1972

Geb. in Zell i. W. (Krs. Lörrach, Baden); Vater Textilarb.; Volks- u. Handelsberufsschule; Lehre u. Arbeit als Weber / Textilarb.; 1926 – 31 Friseurgehilfe; 1931 – 36 Damenfriseur in Stuttgart u. Berlin, zeitw. auch in der sowj. Handelsvertr. in Berlin; 1925 KPD; zeitw. Mitgl. der Reichsltg. der RGO Gemeindeverkehr; 1933 illeg. Arbeit im Abwehrapparat der KPD-BL Berlin-Brandenb.; Nov./ Dez. 1933 »Schutzhaft«; Juni 1936 inhaftiert; 1936 Verurteilung zu sieben Jahren Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Brandenb., 1943 Strafbat. 999 in Griechenland, 1944 Übertritt zur griech. Volksbefreiungsarmee ELAS; 1945 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1946/47 Antifa-Schule Noginsk. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 – 53 Mitarb. im ZS des SED-PV bzw. des ZK der SED; Ltr. des Referats Schiedsgerichte beim PV bzw. ab 1949 Ltr. des Büros der ZPKK; 1953/54 Studium an der PHS; 1954 – 72 Mitgl. der SED-BL; 1954 – 58 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Dresden (Nachf. von Alfred Lantzsch); 1954 – 57 Fernstudium an der PHS; ab 1958 Red. der »Sächs. Ztg.« in Dresden; Banner der Arbeit; dreimal VVO; gest. in Dresden.Andreas Herbst

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Müller, Kurt

* 7.12.1924

Geb. in Schönheide (Erzgeb.); Volks- u. Handelsschule, 1939 – 41 Verw.-Angest. in der Gemeinde Stützengrün (Erzgeb.); 1942 – 45 Wehrmacht (Marine), 1945 / 46 brit. Kriegsgef. in Wilhelmshaven. 1946 Kassenltr. der Gemeinde Unterstützengrün; 1946 SED; 1946 – 48 Bürgermstr. von Stützengrün, 1948 – 50 Sekr. im Rat des Krs. Aue, 1950 – 52 Bürgermstr. der Gemeinde Lößnitz, 1952 – 54 Bürgermstr. u. Vors. des Rats der Stadt Aue, 1954 / 55 Vors. des Rats des Krs. Aue; 1955 – 60 Fernstudium an der SED-PHS; 1955 – 59 1. Sekr. der SED-KL Aue, 1960 / 61 1. Sekr. der SED-KL Freiberg, Sept. 1961 – Dez. 1986 OB von Karl-Marx-Stadt (Nachf. von  Fritz Scheller); 1968 – 70 Sonderstudium an der DASR Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Staatswiss.; Mitgl. des Sekr. der SED-KL Karl-Marx-Stadt; 1968 VVO; Dez. 1986 Rücktritt aus gesundheitl. Gründen; Mitgl. des Präs. des Dt. Städte- u. Gemeindetags.Bürgeranliegen – Bürgerinitiative. Berlin 1985 (mit G. Schulze u. H. Pohl).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Müller, Rainer

* 26.9.1966

Geb. in Borna (b. Leipzig); Vater Hauptbuchhalter, Mutter Hauptbuchhalterin; aufgewachsen in Benndorf (b. Frohburg); 1973 – 76 Schule in Nenkersdorf, 1976 – 83 POS »Maxim Gorki« in Frohburg; aktiv in der Jungen Gemeinde, wg. Tragens des Aufnähers »Schwerter zu Pflugscharen« nicht zur Abiturausbildung zugelassen; Lehre als Maurer beim VEB Verkehrs- u. Tiefbaukombinat Leipzig, wg. Verweigerung der Unterschrift unter eine offizielle polit. Petition nicht durch den Ausbildungsbetrieb übernommen; Handwerker in der Baubrigade des Kirchenbez. Borna; nach Sonderreifeprüfung Zulassung zum Theologiestudium an der KMU Leipzig, Febr. 1987 Entzug der Studienzulassung nach Wehrdiensttotalverweigerung; Sept. 1987 – 88 Studium am Theolog. Seminar (ehem. Missionsseminar) in Leipzig, ausgeschieden wg. Kritik an der kompromißorientierten Linie der Kirche gegenüber dem Staat im Zusammenhang mit den Friedensgebeten in Leipzig; versch. Eingaben u. Petitionen an staatl. Stellen u. a. zu Umweltfragen u. gegen den Übergriff der Sicherheitsorgane auf die Berliner Umweltbibliothek; 1985 – 87 Mithrsg. der Samizdat-Ztschr. »Namenlos«; ab 1986 Kontakt zur IFM; 1986 Sammlung von Unterschriften zur Durchführung einer Volksabstimmung über die Nutzung der Atomenergie, u. a. auf dem Umwelttag Mölbis; ab 1987 aktiv im Arbeitskreis Solidar. Kirche, in der Umweltgruppe Borna u. in der Arbeitsgruppe Menschenrechte um Pfarrer  Christoph Wonneberger; ab Sommer 1988 aktiv im kirchl. Arbeitskreis Gerechtigkeit u. dessen Sprecher; Sept. 1987 Teiln. am Olof-Palme-Marsch mit einem Plakat gegen Raketenstationierung in der DDR; Teiln. am Umweltgottesdienst in Deutzen u. 1988 am »1. Pleiße-Gedenkumzug« in Leipzig 1988; nach der Ersetzung der Friedensgebete durch entpolitisierte »Montagsgebete« ab Ende Aug. 1988 Durchführung einer »Speakers Corner« (9 Wochen hintereinander) auf dem Leipziger Nikolaikirchplatz, am 24.10.1988 während des »Montagsgebets« in der Leipziger Nikolaikirche Protest-Transparent gegen diese Entscheidung der sächs. Kirchenltg. u. demonstrativer Marsch aus der Kirche, am 26.10. Festnahme, Ordnungsstrafe u. Belehrung; 10.12.1988 Mitgr. der »Arbeitergruppe zur Situation der Menschenrechte in der DDR«; Jan. 1989 nach dem Verteilen eines Aufrufs für eine alternative Demonstration zur offiziellen Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Leipzig verhaftet, Ermittlungsverfahren, nach massiven Protesten eine Woche später freigelassen; Bestrebungen um eine DDR-weite Vernetzung von Oppositionsgruppen, in diesem Zusammenhang Sept. 1988 bis März 1990 Organisation des monatl. Sonnabend-Kreises in Leipzig; vom MfS erfaßt in der OPK »Aktion« u. im OV »Märtyrer«; 1990 Mitgl. des DDR-Sprecherrats der IFM. 1991 – 93 Bündnis 90, ab 1993 Mitgl. des Neuen Forums; Studium der Geschichte an der Univ. Leipzig; lebt als freiberufl. Historiker in Leipzig.Kowalczuk, I.-S., Sello, T. (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Opposition u. Widerstand in Biographien u. Fotos. Berlin 2006.Christian Halbrock; Jg. 1963; ab 1993 Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, 2003 Promotion; seitdem wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU in Berlin.

Wer war wer in DDR

Müller, Werner

* 20.5.1928 – ✝ 2.8.1996

Geb. in Schmölen (Krs. Grimma); Vater Schlosser, Mutter Arbeiterin; Volks- u. Berufsschule; 1942 – 44 Elektrikerausbildung in Wurzen; 1944/45 Wehrertüchtigungslager, RAD u. Gefangenschaft. 1945 – 48 Betriebselektriker; 1946 SED; 1946 – 48 Mitgl. der Ortsltg. der SED Bennewitz; 1948/49 Pol. Mitarb. der SED-KL Grimma; 1948 – 51 Mitgl. der SED-KL u. Sekr. der KL Grimma; 1949/50 Ltr. der Organisationsabt. u. Mitgl. des Sekr. der SED-KL Grimma; 1950 LPS Ottendorf; 1950/51 2. Sekr. der SED-KL Grimma; 1951 – 53 2. Sekr. der SED-KL Oelsnitz; 1953 PHS; 1954 – 57 Pol. Mitarb. der Abt. PO des ZK der SED; 1957 – 71 Persönl. Mitarb. des Vors. der ZPKK  Her- mann Matern; 1971 Pol. Mitarb. der ZPKK; 1971 – 86 Mitgl. der ZPKK; 1974 Banner der Arbeit; 1986 – 89 stellv. Vors. der ZPKK; 1988 Ehrenspange zum VVO; bis Jan. 1990 Mitarb. des PV der SED/PDS; 14.1.1990 Beendigung der hauptamtl. Tätigkeit. Danach Geschirrwäscher im Grand Hotel Berlin; seit 1990 Mitgl. der neugegr. KPD, Mitgl. ihres ZK; gest. in Berlin.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Müller, Alexander (Sascha)

* 29.1.1892 – ✝ 5.5.1956

(* 1892 – † 1956) Geboren am 29. Januar 1892 in Moskau, seine Eltern waren Deutsche, daher besaß auch er die deutsche Staatsangehörigkeit. Müller übersiedelte 1912 nach Berlin und studierte bis 1913 an der Technischen Hochschule und 1921/22 Nationalökonomie an der Universität Berlin. 1919 in der USPD, ab 1920 in der KPD aktiv. Zunächst Angestellter im Ernährungsamt, 1922/23 wurde er Übersetzer im Verlag der Jugendinternationale, dann bis 1926 Übersetzer bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Er gehörte (in Berlin-Wedding wohnend) zu den Führern der Weddinger Opposition, unterschrieb 1926 den »Brief der 700« Oppositionellen und näherte sich den Ideen Trotzkis an. Müller übersetzte 1929 Trotzkis Buch »Die Internationale Revolution und die Kommunistische Internationale« ins Deutsche (von Hans Weber herausgegeben). Mit einigen Anhängern der Weddinger Opposition kam Sascha Müller zur LO der Trotzkisten, wurde auf deren 1. Konferenz im Oktober 1930 in die Reichsleitung gewählt. Er war ein Anhänger des österreichischen Trotzkisten Kurt Landau und verließ nach Landaus Ausschluß aus der Führung der deutschen Trotzkisten die Leitung der LO. Müller stand lange in einem regen Briefwechsel mit Trotzki und gehörte nach 1933, u. a. mit Oskar Hippe, einer Berliner Widerstandsgruppe der Linken Opposition an. Am 27. Januar 1934 in der Wohnung des bereits inhaftierten Hippe festgenommen, kam er in »Schutzhaft«, wurde dort im Januar/Februar schwer gefoltert und war danach Invalide. Im Prozeß im November 1934 wurde er zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt (Hippe zu zwei Jahren Zuchthaus). Nach der Freilassung schwerbehindert und von seiner Frau Frida (1892-1954), mit der er seit 1923 verheiratet war, versorgt. 1945 wohnte er als Schwerbehinderter (seine Frau mußte ihm sogar den Antrag als Opfer des Faschismus ausfüllen) weiter in Wedding. Alexander Müller trat 1945/46 der KPD/SED bei, trennte sich jedoch recht schnell wieder von ihr. Er starb am 5. Mai 1956 in Berlin-Wedding.

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Müller, Erna

* 6.8.1903 – ✝ 31 bis 193

Geboren am 6. August 1903 in Berlin, Tochter eines Angestellten; Handelsschule, Stenotypistin, Schreibkraft und Kontoristin. Seit 1921 in der KPD, war sie bis 1927 technische Mitarbeiterin im »Führer-Verlag« bzw. beim MEB der RGI. Sie lebte 1927 in Wien und ab Anfang 1928 in der Sowjetunion, dort arbeitete sie unter dem Parteinamen Lucie (Lydia) Otto Rontke bzw. Lucie Müller zunächst als Stenotypistin in der Frauenabteilung des EKKI. Von 1931 bis 1937 war sie Gehilfin des Leiters, dann stellvertretende Leiterin des Büros des EKKI-Sekretariats. Sie wohnte zuletzt im Hotel »Lux«, dort wurde sie am 26.Juli 1937 vom NKWD verhaftet und der »Spionage« beschuldigt. Vom Militärkollegium des Obersten Gerichts am 14. September 1937 zum Tode verurteilt, Erna Müller wurde noch am selben Tag erschossen.

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Müller-Mertens, Eckhard

* 28.8.1923 – ✝ 14.1.2015

Geb. in Berlin; Vater KPD-Funktionär, 1933 Emigr. nach Schweden, wo er auch nach 1945 verblieb, Mutter Lehrerin; 1939 – 41 kfm. Lehre; 1941 – 45 Wehrmacht u. Gefangenschaft. 1945 Abitur in Oslo; 1949 SED; 1946 – 51 Studium der Geschichte, Soziol. u. Philos. an der HU Berlin; 1951 Prom. über Herrschaftsverhältnisse in brandenb. Dörfern nach 1375; ab 1952 Lehrtätigkeit an der HU Berlin, 1953 auch an der PH Potsdam; 1956 Habil. mit Untersuchungen zur Geschichte brandenb. Städte im Mittelalter; 1956 Doz.; 1956 – 58 Revisionismusvorwürfe; 1960 Prof. mit Lehrauftrag; 1964 Prof. mit vollem Lehrauftrag; 1968 ord. Prof.; 1963 – 68 Fachrichtungsltr. Geschichte an der HU Berlin, 1963 – 88 Ltr. des Bereichs Mittelalter; seit 1966 Ltr. des Langzeitvorhabens »Monumenta Germaniae Historica«; 1966 – 90 Vors. der Hansischen Arbeitsgemeinschaft in der DDR; Mitgl. versch. internat. Fachgremien, u. a. Ehren-Mitgl. der »Commission internationale pour l’histoire des villes«; 1987 NP; 1988 em.; Dez. 1989 Austritt aus der SED; lebte zuletzt in Berlin. E. M.-M. gehörte zu den Begründern einer marxist. Mediävistik in der DDR; er war einer der ersten Hochschulangeh. überhaupt, die auf dieser Grundlage lehrten; darüber hinaus gilt er als einer der anerkanntesten Mediävisten. Bibliogr.: Engel, E. (Hrsg.): Hansische Stadtgeschichte u. brandenb. Landesgeschichte. Fs. zum 65. Geb. von E. M.-M. Weimar 1989.Das Zeitalter der Ottonen. Berlin 1955; Karl der Große, Ludwig der Fromme und die Freien. Berlin 1963; Regnum Teutonicum. Berlin 1970; Feudalismus. Berlin 1985 (Hrsg.); Reichsintegration im Spiegel der Herrschaftspraxis Kaiser Konrad II. Weimar 1992; Pol. Wende und dt. Einheit. Berlin 1997; Konzeptionelle Ansätze der Hanse-Historiogr. Erlangen 2003 (Mithrsg.).Ilko-Sascha Kowalczuk

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Mundstock, Karl

* 26.3.1915 – ✝ 31.8.2008

Geb. in Berlin; Vater Tapezierer, Mutter Näherin; Besuch der Schulfarm Insel Scharfen- berg; 1932 – 34 Karl-Marx-Schule in Berlin-Neukölln (später Kaiser-Friedrich-Realgymnasium); 1933 KJVD; Sept. / Okt. ein Mon. »Schutzhaft«; 1934 verhaftet, verurteilt wegen »Verbreitung einer illeg. Broschüre«, 1934 – 36 Jugendhaft; erste Gedichte; 1936 – 39 Arbeit als Metallarb., Packer, Bauarb., Fräser; 1936 Mitgl. der illeg. KPD; 1938 – 39 vier Semester Fernstudium im Fach Maschinenbau, exmatrikuliert; 1939 – 44 Wehrmacht; 1944 verhaftet wegen »Wehrkraftzersetzung«; engl. Kriegsgefangenschaft. Nach der Rückkehr freischaffender Schriftsteller; 1952 erster, vieldiskutierter Gegenwartsroman »Helle Nächte«; 1965 Mitgl. des Dt. PEN-Zentrums Ost u. West; 1970 wurde auf Veranlassung des ZK der SED der schon ausgelieferte Reportageband über Eisenhüttenstadt (»Wo der Regenbogen steigt«) wegen »grobianischer« Arbeitersprache eingezogen u. eingestampft; 1974 VVO; 1982 Kunstpreis des FDGB für die Autobiogr. »Meine tausend Jahre Jugend«; 1982 – 89 Mitgl. des Präs. des PEN-Zentrums der DDR; 1984 Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1985 NP; gest. in Berlin. Verf. von Romanen mit antifa. u. Gegenwartsthemen, Reportagen, Lyrik sowie im Berliner proletar. Milieu angesiedelter Kinder- u. Jugendbücher.Ali u. die Bande vom Lauseplatz. Ein Berliner Jungenroman. Berlin 1958; Die Stunde des Dietrich Conradie. Berlin 1958; Gespenster-Edes Tod und Auferstehung. Berlin 1962; Frech & frei. Gedichte. Halle 1974; Meine tausend Jahre Jugend. Halle 1981; Zeit der Zauberin. Halle 1985; Die unsterbl. Macke – Verse aus dem Stiefel. Rostock 2001; Der Tod des Millionenjägers. Berlin 2001; Meine tausend Jahre Jugend. Rostock 2005; Der Regenbogen steigt. Rostock 2006.Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Munschke, Ewald

* 20.3.1901 – ✝ 21.10.1981

Geb. in Berlin; Vater Steinsetzer, Mutter Köchin; Volks- u. Handelsschule; Lehre als Versicherungsangest.; 1917/18 Angeh. einer Jugendwehr; 1917/18 Soldat im 1. Weltkrieg; 1918 – 20 Arbeit als Kutscher bzw. Angeh. eines Eisenbahnregt.; 1920 – 31 Arbeiter in einer Seifenfabrik, Packer bzw. Bauarb.; 1920 Mitgl. der Transportarbeitergewerkschaft; 1923 KPD, 1924 Austritt aus der KPD, 1930 erneut Mitgl. der KPD; Mitarb. des AM-Apparates der KPD-BL Berlin-Brandenb., (Zersetzungsarbeit innerhalb der Polizei u. Reichswehr); Febr. 1933 Ltr. des AM-Apparats; Okt. 1933 Emigr. in die UdSSR; 1934 – 36 Studium an der Kommunist. Univ. der nat. Minderheiten des Westens in Moskau; 1936 – 38 in Spanien Politkommissar im Bat. »Tschapajew« der XIII. Internat. Brigaden; militär. Ltr. der 1. Parteischule in Benecassime; anschl. Ltr. der 1. Kommissarschule in Pozo-Rubio; ab Juli 1938 Parteiarbeit in Frankreich, anschl. in Belgien u. den Niederl.; Pol.-Ltr. der KPD-Emigranten in den Niederl. u. Angeh. der niederländ. kommunist. Widerstandsbew. »de Wahrheet«. Sept. 1945 Rückkehr nach Dtl.; kurzz. Mitarb. der Kaderabt. der KPD-BL Berlin; anschl. bis April 1946 Sekr. der KPD-Betriebsgr. bei der Berliner Polizei; 1946 – 49 stellv. Ltr. bzw. Ltr. der Abt. Kader der SED-LL Berlin; ab 15.12. 1949 – 1952 Hauptref. in der Kaderabt. des SED-PV bzw. des ZK der SED; zeitw. amtierender Ltr. der Kaderabt.; 1.10.1952 Gen.-Major der KVP; 1952 – 61 Stellv. des Ministers des Innern bzw. der NVA u. Chef der Verw. Kader der Hauptverw. Ausbildung des MdI bzw. KVP, ab 1956 der NVA; 1961 – 70 Kand. der ZPKK der SED; 1961 – 69 Vors. der PKK in der Pol. HV der NVA; Mitgl. des Präs. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 31.1.1969 Ruhestand.Grabner, H.; Mildner, H.: Der Weg nach Hause. Lebensweg von Gen.-Major E. M. Berlin 1963.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Muschter, Gabriele

* 6.10.1946

Geb. in Oranienbaum (b. Dessau), aufgew. in Berlin; 1965 Abitur; 1965 – 67 Volontariat beim Fernsehen der DDR; 1967 – 69 Red.-Assistentin, 1970 – 74 Red. der Mitteilungen des VBK; 1974 – 79 Studium der Kunstwiss. u. Ästhetik an der HU Berlin; 1979 Ltr. der Galerie Mitte in Dresden; 1984 – 87 Aspirantur an der HU Berlin; danach freischaff. Tätigkeit mit Schwerpunkt auf jungen, noch unbekannten Künstlern, DDR-Fotografie der 70er u. 80er Jahre sowie Grenzüberschreitungen von Fotografie zur Malerei; Mai – Okt. 1990 Staatssekr. im Min. für Kultur der DDR. Seit 1990 freiberufl. Tätigkeit als Kunsthist. u. a. in der Kulturberatung u. Stiftungsarbeit; 1991 – 92 beratende u. gutachterl. Tätigkeit für den Staatsmin. im Bundeskanzleramt, die Kulturabt. im Bundesmin. des Innern sowie den kulturpol. Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus; ab 1994 Mitgl. der Geschäftsltg. der Kulturbrauerei in Berlin; Kuratorin von Ausstellungsprojekten in Bonn, Berlin u. Dresden; bis Dez. 2004 pers. Referentin beim Koordinator des Regierenden Bürgermeisters von Berlin für Mittel- u. Osteuropa W. O. Martinsen; seit 2005 Geschäftsf. des Mittel- u. Osteuropa-Clubs; Vorstandsmitgl. der Stiftung Neue Kultur.Der eigene Blick. Berliner Kritiker zeigen Kunst ihrer Wahl. Kat. zur Ausstellung Ephraim Palais. Berlin, Nov. / Dez. 1988 (Mitautorin); Sehen mit anderen Augen. In: Jenseits der Staatskultur. Traditionen autonomer Kunst in der DDR. München, Wien 1992 (Hrsg. G. M. u. Rüdiger Thomas); Faltblatt Kuratoren zu Gast. Olaf Stüber Kunstvermittlung. Berlin-Mitte 1998/99 (Mitautorin).Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Mylius, Karin

* 11.1.1934 – ✝ 13.12.1986

Geb. in Münster (Westf.) als Tochter eines Polizeihauptwachtmstr. (nach eig. Angaben dessen Adoptivkind), aufgew. in Halle; Volksschule; Stenotypistin; 1955 zeitw. illeg. Übersiedl. nach Stuttgart; 1957 Rückkehr in die DDR; Sekr. des Präs. der Jüd. Gemeinden in der DDR u. des Vors. der Jüd. Gemeinde Halle,  Hermann Baden; nach dessen Tod 1966 – 86 Vors. der Jüd. Gemeinde Halle; seit 1960 operative Bearbeitung durch das MfS zur pol. Orientierung des Vaters im Nat.-Soz. u. seiner Beteiligung an Judenverfolgungen in Lettland u. Litauen, zu falschen Angaben über K. M.s jüd. Herkunft, zu fingierten Aktionen antisemit. Inhalts; 1976 setzte K. M. durch, daß ihr Vater – obwohl nichtjüd. – auf dem Jüd. Friedhof beerdigt wurde; später Exhumierung u. Überführung auf den Gertraudenfriedhof; 1984 Wahl zur Stadtverordn.; VVO; seit 1984 verstärkte Kritik innerhalb der Jüd. Gemeinden der DDR zur Herkunft von K. M. u. zu ihrer Amtsführung als Vors. der Jüd. Gemeinde u. erhöhtes Interesse des MfS an ihrer Absetzung; 1986 Beendigung der Tätigkeit für die Jüd. Gemeinde; gest. in Halle.Biogr. Kurzporträt von K. M. In: Eschwege, H.: Fremd unter meinesgleichen. Erinnerungen eines Dresdner Juden. Berlin 1991; Hirschinger, F.: Fälschung u. Instrumentalisierung antifasch. Biographien. Das Beispiel Halle/Saale 1945 – 2005. Göttingen 2007.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Nagel, Arthur

* 19.11.1890 – ✝ 13.2.1945

Geboren am 19. November 1890 in Leipzig, Sohn eines Mühlenarbeiters; erlernte das Malerhandwerk. 1908 trat er in Leipzig in die Arbeiterjugendbewegung, 1909 in die SPD ein. Von 1910 bis 1912 Militärdienst beim Infanterie-Regiment in Zwickau, anschließend Malergeselle in Leipzig. Während des Krieges Soldat, kehrte im November 1918 nach Leipzig zurück, wurde Mitglied der USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Als ehrenamtlicher Funktionär nahm er an den Kämpfen während des Kapp-Putsches und der März-Aktion 1921 teil. 1922 einer der sächsischen Delegierten auf dem IV. Weltkongreß der Komintern in Petrograd und Moskau. Er vertrat dort zusammen mit Hugo Urbahns und Ruth Fischer die linke Opposition. Ab 1922 Redakteur der »Sächsischen Arbeiterzeitung«, von Anfang 1924 bis 1933 Stadtverordneter in Leipzig. Nagel gehörte von 1922 bis 1930 der erweiterten BL Westsachsen an, war Mitglied der linken Fraktion und kam 1924 als Sekretär für Gewerkschaftsfragen hauptamtlich in die BL Westsachsen. Im Mai 1924 Abgeordneter des Reichstages, wurde aber im Dezember 1924 nicht wiedergewählt. Delegierter des X. Parteitags 1925, aktiver Anhänger der Ultralinken, Ende 1925 einige Zeit inhaftiert. Er trennte sich von den Ultralinken, wurde als Kandidat aufgestellt und 1926 als Abgeordneter in den Sächsischen Landtag gewählt und deshalb aus dem Gefängnis entlassen. Nagel war bis 1929 im Sächsischen Landtag, arbeitete bis 1932 als Redakteur für Gewerkschaftsfragen an der »Sächsischen Arbeiterzeitung« in Leipzig, 1932/33 Sprecher der RGO Leipzig. Am 1.August 1933 verhaftet, bis Februar 1934 »Schutzhaft«. Nach seiner Entlassung wurde er in die Leipziger Zylindergießerei zwangsverpflichtet. Nagel hatte Kontakt zu Otto Engert und Georg Schumann, er half französischen und sowjetischen Zwangsarbeitern. Ende Juli 1944 festgenommen und ins KZ Sachsenhausen eingeliefert, dort im Klinkerbau schweren Folterungen ausgesetzt. Am 13. Februar 1945 nach Mauthausen überführt, wo Arthur Nagel am 18. Februar 1945 ermordet wurde.

Wer war wer in DDR

Müller, Karl Erich

* 19.9.1917 – ✝ 10.1.1998

Geb. in Halle; Vater Dekorationsmaler; 1932 – 38 Lehre u. Arbeit als Dekorationsmaler; 1938 – 43 Militärdienst; 1943 – 45 sowj. Gefangenschaft. 1945 – 47 Arbeit als Dekorationsmaler; 1946 – 48 Studium an der Kunstschule Burg Giebichenstein (bei Erwin Hahs); 1948 freischaff. in Halle; 1960 Studienreise in die UdSSR, 1961 nach Rumänien, 1964 nach Bulgarien; 1963 NP; 1965 Mitgl. der DAK; 1966 Studienreise in die UdSSR (Sibirien), 1966, 1968, 1972, 1978 Studienreisen nach Indien, 1975, 1977 nach Sri Lanka, 1978 nach Nepal, 1979 in die UdSSR u. nach Jugosl., 1980 nach Indien u. Pakistan, 1983 nach Indien; gest. in Halle.Hütt, W.: K. E. M. Berlin 1965 (mit Bibl.); Hütt, W.: K. E. M. Dresden 1973 (mit Bibl.); Kat. K. E. M. Malerei u. Grafik aus drei Jahrzehnten. AdK Berlin 1979 (mit Bibl.); Christ, R.: K. E. M.: Blick auf Pakistan. Berlin 1982; K. E. M. Erlebnis Südasien. AdK Halle 1987; K. E. M. Staatl. Galerie Moritzburg Halle 1988.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Müller, Margarete

* 10.2.1921 – ✝ 26.2.2011

Geb. in Petershain (Krs. Calau); Vater Glasmaler; Volksschule; 1936 – 43 Hausgehilfin u. Köchin; 1944/45 als Telefonistin dienstverpflichtet. 1945 Heimarb. in Freiberg; 1945/46 KPD/ SED, 1946 FDGB, 1947 DFD, 1946 – 49 Metallarb.; 1949/50 Sachbearb. u. Abt.-Ltr. beim Arbeitsamt Freiberg; 1950/51 Ref. beim DFD-Vorst. Dresden; 1952 SED-BPS Dresden; 1952/53 Abt.-Ltr. der SED-BL Dresden, 1954 dort Sektorenltr.; 1954 – 57 Instrukteur der SED-BL Berlin; 1957 – 60 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1960 – 63 Sekr. der BPO im VEB Berliner Glühlampenwerk; zugl. 1960 – 62 Mitgl. der SED-KL Berlin-Friedrichshain; 1962 – 64 der SED-BL Berlin; ab 1963 Sekr. u. Mitgl. des Präs. des FDGB-Bundesvorst.; 1964 – 69 Sekr. der SED-KL der Zentr. Organe der Gewerkschaften; 1965 – 69 Mitgl. des Gen.-Rats des WGB; 1967 – 81 Abg. der Volkskammer, bis 1976 Mitgl. ihres Präs., dann des Aussch. für Arbeit u. Sozialpol.; 1981 Rentnerin; 1981 VVO.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Müller, Richard

* 17.7.1903 – ✝ 7.7.1999

Geb. in Hartha / Döbeln; Vater Angest.; 1910 – 14 Volksschule in Hartha, anschl. Gymnasium in Waldheim u. Döbeln, dort 1923 Abitur; 1923 – 31 Chemiestudium an der Univ. Leipzig, dort 1928 Verbandsexamen, 1931 Prom. mit der Arbeit »Beiträge zur Kenntnis des Systems Nickeloxyd-Sauerstoff-Wasser«; ab 1931 Mitarb. der Chem. Fabrik von Heyden AG in Radebeul, 1933 Aufbau u. Ltg. der Forschungsabt. für Silikone sowie bis 1945 auch Betriebsltg. der kolloidchem. Abt. Nach der Demontage maßgeblich am Wiederaufbau der Betriebs- u. Forschungsstätten des Werks als VEB Chem. Fabrik von Heyden (seit 1954 VEB Silikonchemie Radebeul) beteiligt; 1949 Aufbau u. Ltg. einer Abt. Organ. Fluorverbindungen, die 1954 dem Inst. für Spezialkunststoffe Dresden angegliedert wurde; 1951 NP; 1954 Berufung zum nebenamtl. Prof. für Silikon- u. Fluorcarbonchemie der TH Dresden; 1961 – 68 Dir. des wiss.-techn. Zentrums für Silikon- u. Fluorkarbonchemie Radebeul; 1968 Ruhestand bei Fortsetzung der Vorlesungstätigkeit (bis 1972) u. spezieller Forschungsaktivitäten; Clemens-Winkler-Med. der Chem. Gesell. der DDR; 1992 Dr. h. c. TU Dresden; gest. in Radebeul. Das von M. 1941 entdeckte techn. Herstellungsverfahren von Ausgangsprodukten für die Silikonprod. ist als Müller-Rochow-Synthese bis heute weltweit Basis der Silikonprod. u. machte ihn zum »Vater der Silikone«. Darüber hinaus haben auch seine anderen herausragenden wiss. Beiträge u. Patente zur siliciumorgan. Chemie maßgebl. zur Entw. der Silikonchemie in der DDR beigetragen. Im Juni 1953 setzte sich M. als einer der Wortführer im VEB Chemische Fabrik für die Belegschaftsinteressen ein.Über Silikone. In: Angewandte Chemie (1950) 2. K. Rühlmann: In memoriam Professor R. M. In: Wiss. Ztschr. der TU Dresden H. (1999) 4; W. Reschetilowski: R. M. – Vater der Silikone. In: Nachrichten aus der Chemie (2004) 52.Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Müller, Wilfried

* 8.5.1931

Geb. in Magdeburg; Vater Schuhmacher; Volksschule; 1945 Ausbildung zum Elektriker; 1948 Betriebselektriker im Thälmann-Werk Magdeburg; 1949 SED; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Magdeburg, Abt. VIII (Beobachtung/Ermittlung); 1954 Versetzung zur BV Magdeburg, Abt. V (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund); 1955 Ltr. der Abt. VII (Abwehr DVP); 1958/59 Besuch der BPS; 1964 – 66 Dreijahreslehrgang an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1967 stellv. Operativ des Ltr., 1977 Ltr. der BV Magdeburg des MfS (Nachf. von  Heinz Kühne); 1981 Gen.-Major; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Anton

* 15.1.1888 – ✝ 25.8.1943

Geboren am 15. Januar 1888 in Wehringen/Krs. Augsburg; Lehre und Arbeit als Bäckergehilfe. Von 1910 bis 1912 Militärdienst in Mainz, anschließend Bäcker in Frankfurt am Main. Bereits vor 1914 Mitglied der SPD, bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg, Verwundung. Danach wieder Bäcker in Frankfurt am Main. Seit 1918 Mitglied der USPD, ab 1920 der KPD. 1931 Kursant der Reichsparteischule »Rosa Luxemburg« in Fichtenau bei Berlin. Im April 1932 für den Wahlkreis Hessen-Nassau in den Preußischen Landtag gewählt. Ab Februar 1933 hielt sich Müller einige Monate verborgen und leitete die RGO im Bezirk Hessen-Frankfurt. Später reiste er nach Mitteldeutschland, lebte zunächst illegal in Leipzig und war ab Dezember 1933 in Gera Leiter der illegalen RH für Thüringen, Deckname Theo. Am 2. Juni 1934 festgenommen und am 7. Januar 1935 vom Thüringischen OLG zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Anton Müller kam am 25. August 1943 im Zuchthaus Untermaßfeld ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Müller, Franz

* 10.1.1896 – ✝ 25.8.1968

Geboren am 10. Januar 1896 in Berlin, Sohn eines Glasbläsers; lernte Schriftsetzer und war später Transportarbeiter. Seit 1910 Mitglied der Arbeiterjugend, von 1916 bis 1920 Kriegsdienst und Gefangenschaft. Ab 1920 in der KPD, von 1924 bis 1933 Schriftsetzer bei der »Roten Fahne«. 1925 Leiter der deutschen Delegation zur ersten internationalen Arbeiterspartakiade in Moskau. Ab 1929 1. Vorsitzender der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit Berlin-Brandenburg, er gehörte auch der KPD-BL Berlin-Brandenburg an. Von 1929 bis 1933 Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung, am 12. März 1933 erneut gewählt, konnte er sein Mandat nicht mehr wahrnehmen. Bis 1935 Instrukteur der illegalen Landesleitung der kommunistischen Rot-Sport-Organisation. Während der Olympischen Spiele 1936 für einige Tage festgenommen, in den folgenden Jahren hatte er Verbindung zu den von Robert Uhrig und Anton Saefkow geleiteten Widerstandsgruppen. Ab 1945 wieder Mitglied der KPD/SED, leitete er von 1945 bis 1949 das Hauptsportamt des Berliner Magistrats. Er war später Verlagsleiter des Sport-Verlags und außerdem von 1957 bis 1960 stellvertretender Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport. Franz Müller starb am 25. August 1968 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Müller-Stoll, Wolfgang R.

* 21.4.1909 – ✝ 16.4.1994

Geb. in Karlsruhe; Vater Justizbeamter; Volksschule u. Realgymnasium in Karlsruhe; 1928 – 33 Studium der Naturwiss., insbes. Botanik u. Mikrobiol. an der TH Karlsruhe u. der Univ. Heidelberg, 1933 Dr. phil. nat.; 1933 wiss. Hilfsarb. an den Bad. Landessammlungen für Naturkunde in Karlsruhe; 1933 – 34 Assistent am Botan. Inst. der Univ. Gießen; 1934 – 38 Regierungsbotaniker am Bad. Weinbauforschungsinst. Freiburg i. Br.; 1938 Stipendiat am Botan. Inst. der TH Stuttgart u. Beginn einer Forschungsreise nach Südwestafrika; 1940 – 44 Zivilinternierung in Südafrika; dort 1941 – 44 Doz. an der »Dt. Schule Andalusia«; 1944 Repatriierung durch Gefangenenaustausch; 1944 – 46 Assistent am Forstbotan. Inst. der TH Dresden in Tharandt. 1946 Habil. für Botanik an der TH Dresden u. stellv. Ltr. des Forstbotan. Inst. u. Gartens Tharandt; hier 1947 – 49 Forschungsbeauftr. des Sächs. Min. für Volksbildung; 1949 Dir. des Inst. für Biol. u. Prof. mit vollem Lehrauftrag für Botanik an der 1948 gegr. Brandenb. Landes-HS (ab 1951 PH) Potsdam; 1950 Dir. des Botan. Inst. u. Gartens; 1951 Prof. mit Lehrstuhl für Allg. Botanik; 1953 – 61 Prorektor für Forschung; 1952 Mitgl. der Sekt. Landeskultur u. Naturschutz der DAL; 1953 – 61 Ltr. der Zweigstelle Potsdam des Inst. für Landesforschung u. Naturschutz der DAL; 1961 Korr. u. 1964 Ord. Mitgl. der DAW; 1959 VVO; 1961 nach öffentl. Protest gegen den Mauerbau »Beurlaubung« u. Verlust aller Lehrämter u. Ltg.-Funktionen an der PH; 1962 –70 Ltr. der Abt. Ökologische Pflanzenphysiologie Potsdam des Inst. für Kulturpflanzenforschung der DAW in Gatersleben; 1970 em. 1991 öffentl. Rehabil. durch die damalige Brandenb. Landes-HS (seit 1991 Univ.) Potsdam; 1996 posthum von der Landesreg. bestätigt; gest. in Potsdam. Pionier der ökolog. Pflanzenphysiol., grundlegende Arbeiten in den Gebieten Mikrobiol. u. Paläobotanik, Holzanatomie, Pflanzenphysiol. u. -ökol., Pflanzengeogr. u. -soziol., Landeskultur u. Naturschutz; Anwalt der Einheit von Forschung u. Lehre in der Lehrerbildung, Gegner pol. Doktrinen in der Biol.Mikroskopie des zersetzten und fossilisierten Holzes. Frankfurt (Main) 1951; Die Pflanzenwelt Brandenb. Berlin-Kleinmachnow 1955 (Hrsg.). Krausch, H.-D.: W. R. M.-S. und die geobotanische Forschung in Brandenb. In: Gleditschia (1979) 7; Mitzner, R.: Laudatio zum Ehrenkolloquium im Rahmen der Rehabil. In: Wiss. Ztschr. der Univ. Potsdam (1992) 36; Kössler, F., Höxtermann, E. (Hrsg.): Zur Geschichte der Botanik in Berlin und Potsdam. Berlin 1999 (mit Schriftenverz.).Ekkehard Höxtermann

Wer war wer in DDR

Mundt, Rainer

* 3.12.1944

Geb. in Oberhof (Thür.); Grundschule; 1959 – 62 Ausbildung zum Mechaniker in Zella-Mehlis; 1962 – 70 Mechaniker in Erfurt; Eishockeyspieler beim Oberligisten SC Turbine Erfurt; 1970 Elektromechaniker in Dresden; 1971/72 Mitarb. im Krs.-Vorstand des DTSB Dresden-Stadt; 1972 Sportlehrer für Eisschnellauf an der KJS Dresden; 1973 – 78 Fernstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; SED; 1979 – 88 Eisschnellauf-Auswahltrainer Mehrkampf (Frauen), Trainer beim SC Einheit u. a. von  Karin Kania, Andrea Ehrig, Gabi Zange-Schönbrunn u. Sabine Brehm; 1988 Prom. zum Dr. paed. an der DHfK Leipzig; VVO; Banner der Arbeit; 1988 – 90 Nachwuchstrainer; nach 1990 Trainer in Österreich.Volker Kluge / Klaus Gallinat

Handbuch Deutsche Kommunisten

Münzenberg, Willi

* 14.8.1889 – ✝ 1940

Am 14. August 1889 in Erfurt geboren, wuchs unter sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater, illegitimer Sohn eines Freiherrn von Sekkendorff, war Förster, betrieb später eine Dorfschenke und praktizierte harte Erziehungsmethoden. Er ließ Münzenberg nur unregelmäßig die Volksschule besuchen, doch dieser las alles, was er in die Hände bekommen konnte. Die harte Kindheit im ärmlichen Thüringen, der Wissensdurst und die Verbindung zur sozialistischen Bewegung prägten das Leben Münzenbergs, der fortan in der radikalen Arbeiterbewegung aktiv war und sich ein umfassendes Wissen selbst aneignete. Seine organisatorische Begabung und erstaunliche Menschenkenntnis brachten ihn bald in führende Positionen. Nach einer abgebrochenen Barbierlehre begann er 1904 in einer Erfurter Schuhfabrik. 1906 Kontakte zur sozialistischen Jugendbewegung, 1908 Delegierter Erfurts am Berliner Kongreß der Sozialistischen Jugend. In Erfurt wegen seiner radikalen Tätigkeit gemaßregelt, ging er auf Wanderschaft und kam im Juli 1910 in die Schweiz. Er wurde Zapfbursche in einem Berner Hotel, später Austräger einer Apotheke in Zürich. Hier schloß er sich einer sozialistischen Gruppe, dem Jungburschenverein um den radikalen Arzt Fritz Brupbacher, an und bekam Verbindung zu russischen Emigranten. Münzenberg wurde einer der Organisatoren der sozialistischen Jugend der Schweiz, 1914 leitete er als hauptamtlicher Sekretär diese Organisation. Während des Krieges Internationalist, geriet er bald unter den Einfluß Lenins, der die Fähigkeiten des jungen Münzenberg erkannte. 1916 Teilnehmer der Konferenz der Kriegsgegner in Kienthal und 1917 beim Kongreß der Sozialistischen Internationalisten in Stockholm. Er bekannte sich in der Schweiz offen zur bolschewistischen Oktoberrevolution, wurde Sekretär der Sozialistischen Jugendinternationale (Linke). Als Mitorganisator eines Generalstreiks in Zürich ins Zuchthaus gesperrt und sofort nach Kriegsende aus der Schweiz ausgewiesen. Übersiedlung nach Stuttgart, Mitglied der Spartakusgruppe und dann der KPD. Von Januar bis Juni 1919 auf der Festung Ulm bzw. im Gefängnis Rottenburg eingesperrt. Auf dem Gründungskongreß der KJI im November 1919 in Berlin referierte er über das Programm und trat für die Autonomie der Jugendverbände gegenüber der KPD ein. Münzenberg war bis 1921 Sekretär der KJI. Auch in der KPD aktiv, wo er z. B. auf dem II. Parteitag 1919 eine Mittelgruppe zwischen der Führung Paul Levi und den dort ausgeschlossenen Ultralinken Heinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim bildete. Auf dem II. Kongreß der Jugendinternationale bzw. dem III. Weltkongreß der Komintern 1920 wurde er von Sinowjew abgesetzt und schied aus der Jugendarbeit aus. Lenin hatte Münzenberg beauftragt, im Westen Hilfe gegen die große Hungersnot in Rußland zu organisieren. Das war der Anstoß zur Bildung der IAH, der ersten großen politischen Organisation, die Münzenberg ins Leben rief. Im Laufe der Jahre entstand diese Hilfsorganisation in allen Ländern, sie gab Zeitungen und Zeitschriften heraus, unterhielt Volksküchen und Kinderheime und unterstützte Streikende. Münzenberg verstand es geschickt, vor allem linke Intellektuelle, die keine Kommunisten waren, für Mithilfe zu gewinnen. In den folgenden Jahren konnte er nach diesen Erfahrungen den berühmten »Münzenberg-Konzern« ausbauen, ein Unternehmen mit Verlagen, Zeitschriften mit Massenauflagen (wie die berühmte AIZ, eine progressive und damals modernste Illustrierte) usw. Dadurch erlangte er auch innerhalb der KPD eine beachtliche Position, er war von Mai 1924 bis März 1933 ununterbrochen KPD-Reichstagsabgeordneter, 1924 in den ZA der KPD gewählt, auf dem XI. Parteitag 1927, dem XII. Parteitag 1929 und der »Brüsseler Konferenz« 1935 als Mitglied ins ZK berufen. Die Schwester seiner Lebensgefährtin Babette Gross, Margarete Buber-Neumann, schrieb über Münzenbergs Tätigkeit in jenen Jahren: »Er schien weniger ein Revolutionär als ein Manager zu sein und wenn dieser untersetzte, breitschultrige Mann die Angestellten seiner zahlreichen Büros in ständiger Bewegung durcheinanderwirbelte, bei Sitzungen alles andere als demokratisch verfuhr und aus seinen Mitarbeitern das Letzte an Arbeitskraft herausholte, dann begriff ich, warum man ihn in der Kommunistischen Partei als ?Unternehmer? bezeichnete und seinen Betrieben den Namen ?Münzenberg-Konzern? gab ... Er umgab sich in seinen Unternehmungen, den Zeitungsredaktionen der ?Welt am Abend?, ?Berlin am Morgen?, der ?Arbeiter-Illustrierten?, der Zeitschrift ?Roter Aufbau?, dem Filmunternehmen ?Meshrabpom?, dem ?Neuen Deutschen Verlag? und der ?Universum-Bibliothek? nicht nur mit den besten Köpfen der kommunistischen Intelligenz und mit KP-freundlichen Intellektuellen aller Schattierungen, er zog auch häufig Kommunisten zur Mitarbeit heran, die sich in der Partei irgendwelcher ?Abweichungen? schuldig gemacht hatten.« Münzenberg hat selbst bemerkenswerte Schriften verfaßt, z. B. »Die Dritte Front. Aufzeichnungen aus 15 Jahren proletarischer Jugendbewegung« (1930), »Solidarität. Zehn Jahre IAH« (1931) und »Propaganda als Waffe« (1937). Er hatte bis 1932 maßgebenden Einfluß auf die Linie der KPD, zählte allerdings 1932 zur Remmele-Neumann-Gruppe. Im März 1933 Emigration nach Paris, wo er mit großer Aktivität den propagandistischen Kampf gegen Hitler aufnahm, wiederum Verlage und Zeitungen schuf, so u. a. den berühmten Verlag Editions du Carrefour sowie das »Braunbuch über den Reichstagsbrand« und andere Anti-Hitler-Literatur publizierte. Er warb ab 1934 für die neue Linie der Komintern und war einer der Initiatoren des »Lutetia-Kreises« zur Begründung einer deutschen Volksfront. Münzenberg, der noch 1935 unter dem Namen Max am VII. Weltkongreß der Komintern und der »Brüsseler Konferenz« teilnahm, geriet zunehmend in Widerspruch zur Komintern und besonders zur Leitung der KPD unter Walter Ulbricht. Deshalb 1936 in Moskau vor die IKK geladen; er erreichte aber, daß er wieder nach Paris zurückkehren konnte und war so den Stalinschen Säuberungen entronnen. 1937 folgte er Aufforderungen, nach Moskau zu kommen, nicht mehr, da er schon 1936 in der Sowjetunion das Klima der Repressalien gespürt hatte. Im Oktober 1937 wurde Münzenberg aus der KPD ausgeschlossen. Seinen Einspruch gegen den Ausschluß aus dem ZK und der Partei behandelte die IKK erst am 20. Januar und 16. Februar 1939. Nachdem sein Ausschluß bestätigt worden war, erklärte Münzenberg selbst in einem »Offenen Brief« vom 10. März 1939 seinen Austritt aus der KPD. Er kämpfte weiter gegen den Faschismus, wandte sich zugleich gegen den Stalin-Hitler-Pakt. 1939 gründete er in Paris die Organisation »Freunde der Sozialistischen Einheit Deutschlands« und die von ihm geführte Zeitung »Zukunft« sammelte antistalinistische Kommunisten um sich. Bei Kriegsausbruch in Frankreich interniert. Im Januar 1940 beendete er seinen Artikel »Demokratie und Diktatur« mit dem Ausruf »Der Verräter, Stalin, bist Du!« Als die deutsche Armee auf Lyon vorrückte, floh er im Sommer mit drei anderen Deutschen aus dem Lager Chambarran bei Lyon, erst Ende Oktober 1940 wurde seine stark verweste Leiche gefunden. Münzenberg verlor im Hochsommer 1940 sein Leben, ein Selbstmord und auch ein Raubmord gelten so gut wie ausgeschlossen. Vielmehr ist die Ermordung durch Agenten Hitlers oder eher Stalins zu vermuten, Kurt Kersten kam 1957 zu dem Schluß, ein stalinistischer Fememord sei die wahrscheinlichste Erklärung. Diese Ansicht vertrat auch Münzenbergs Lebensgefährtin, Babette Gross (* 16. 7. 1898), die durch verschiedene Arbeiten über die Volksfront publizistisch hervortrat, in ihrem Buch: »Willi Münzenberg. Eine politische Biographie«, Stuttgart 1967. Babette Gross, geborene Thüring, war die Tochter eines Braumeisters und Schwester von Margarete Buber-Neumann. Sie absolvierte nach dem Oberlyzeum das Lehrerinnenseminar und trat 1920 in die KPD ein. Seit 1922 Mitarbeiterin der IAH, leitete sie von 1924 bis 1933 als Geschäftsführerin den Neuen Deutschen Verlag, ein Unternehmen des »Münzenberg-Konzerns«. Seit 1925 lebte und arbeitete Babette Gross mit Münzenberg zusammen, flüchtete mit ihm im März 1933 nach Paris und brach 1937 ebenfalls mit der KPD und der Komintern. 1940 zeitweise in Gurs interniert, gelang ihr über Portugal die Flucht nach Mexiko. 1947 kehrte sie nach Deutschland zurück, war 1949 Mitbegründerin und bis 1951 Mitglied der Geschäftsleitung der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Babette Gross starb am 8. Februar 1990 an einem Schlaganfall in Berlin. Willi Münzenberg gehörte weltweit zu den bekanntesten Kommunisten Er verkörperte einerseits als Arbeiter die typische Entwicklung in der Arbeiterbewegung: Wissensdurst und Weiterbildung; andererseits führten Organisationserfahrung und voller Einsatz der Person für die Sache zu seinem Aufstieg. Ein beachtliches Organisationstalent ließ ihn zum ersten kommunistischen »Manager« werden, der lange Zeit die Strategie des Stalinismus duldete und mitmachte. Doch als er diese Strategie durchschaute und zu den ursprünglichen Zielen der Arbeiterbewegung zurückfand, wurde Münzenberg ein Opfer des Stalinismus

Wer war wer in DDR

Müssemeier, Friedrich

* 1.3.1876 – ✝ 13.4.1957

Geb. in Müssen (Krs. Detmold); Vater Landwirt; Realgymnasium; Studium an der Tierärztl. HS in Hannover, 1897 tierärztl. St.-Ex.; 1897 – 99 prakt. Tierarzt in Braunschweig; 1899 – 1903 Assistent an den Veterinärinst. der Univ. Halle, Leipzig u. Hannover; 1905 – 14 Krs.-Tierarzt; 1914 – 20 Ref. für Veterinärwesen beim Oberpräs. in Potsdam; 1919 Mitgl. der Leopoldina; 1921 Berufung in die Veterinärabt. des Preuß. Min. für Landw., Domänen u. Forsten; ab 1924 als Ministerialdirigent Ltr. der Abt. u. Vors. des Preuß. Landesveterinäramts (Mitgl. bereits seit 1917); ab 1927 dt. Delegierter beim Internat. Tierseuchenamt in Paris, seit 1935 ständ. dt. Vertreter; 1928 Lehrbeauftr., 1930 Honorarprof. für allg. Veterinärpolizei an der Tierärztl. HS Berlin; 1935 Ausscheiden aus der Veterinärverw. bei ihrer Zuordnung zum Reichsinnenmin.; später Dir. der Veterinärabt. des Reichsgesundheitsmin.; 1941 – 45 zusätzl. Ltr. der neu geschaffenen Unterabt. Bekämpfung der Tierseuchen im Innenmin. Nach 1945 CDU; 1946 bei Wiedereröffnung der Veterinärmedizinischen Fakultät der Univ. Berlin ord. Prof. für Tierseuchenbekämpfung u. Staatsveterinärwesen sowie Dir. des Inst. für Veterinärpolizei; 1952 Ord. Mitgl. der DAL; NP. Initiator der mod. dt. Veterinärverw. mit internat. Beispielwirkung, Organisierung der staatl. Tierseuchenvorbeugung u. -bekämpfung sowie Übertragung der Erfahrungen auf das Veterinärwesen der SBZ/DDR; zahlr. wiss. Ehrungen, u. a. Ehrenprom. durch die Tierärztl. HS Hannover (1925 u. 1953) u. die HU Berlin (1951).Lötsch, D.: Zum 25. Todestag von F. M. In: Humboldt-Univ. vom 29.4.1982.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Naas, Josef (Joseph)

* 16.10.1906 – ✝ 3.1.1993

Geb. in Köln; Volksschule, Gymnasium, Abitur; 1928 – 33 Studium an den Univ. Köln, Berlin u. Hamburg; 1932 KPD; 1933 – 35 Assistent an der Univ. Köln; 1935 Prom. mit einer Arbeit auf dem Gebiet der Differentialgeometrie bei Hans Ludwig Hamburger; 1936 – 42 als Mathematiker in der Berliner Industrieforschung, u. a. bei der Dt. Versuchsanstalt für Luftfahrt u. der C. Lorenz-AG; illeg. pol. Arbeit, u. a. in der Gruppe um Robert Uhrig; 4.2.1942 Verhaftung des Ehepaars N., ohne Prozeß in KZ verschleppt (Martha N. nach Ravensbrück, J. N. nach Mauthausen). 1945 Ltr. des Aussch. für Wiss.-Ltg. beim Magistrat von Groß-Berlin; später Ltr. der Kulturabt. des ZK der KPD; 1946 SED; 1946 zeitw. parität. bzw. stellv. Ltr. der Abt. Kultur u. Erziehung im ZS des SED-PV; Nov. 1946 – April 1953 Dir. der DAW; 1953 – 59 Abt.-Ltr. u. Prof. am Forschungsinst. für Mathematik; danach Ltr. des Bereichs Differentialgeometrie u. zeitw. Dir. des Inst. für reine Mathematik der DAW; bes. bekannt das gem. mit H. L. Schmid hrsg. Standardwerk »Mathemat. Wörterbuch«, 1961 nach über 30jähriger Bearbeitung gleichz. in drei Verlagen erschienen; gest. in Berlin.Über die Seitenkrümmung. Berlin 1936; Der Begriff des Raumes in der Geometrie. Berlin 1957; Große Sätze u. schöne Beweise der Mathematik. Berlin 1986.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Nagel, Gerhard

* 29.12.1929

Geb. in Hamburg; Vater Versicherungsangest.; Grund- u. Oberschule; 1949 SED; 1949 – 51 Volontär, Red.-Ass. bzw. Kreisred. der Ztg. »Das Volk« in Gotha u. Rudolstadt; 1952 / 53 Hilfsred., 1954 – 56 Red. u. Abt.-Ltr., 1956 – 60 stellv. Chefred. sowie Mitgl. des Red.-Koll. der Ztg. »Das Volk« in Erfurt; 1960 – 63 Stud. an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1963 – 67 stellv. Chefred. der Ztg. »Neuer Tag« in Frankfurt (Oder); 1967 – 90 Chefred. der Satireztg. »Eulenspiegel«; zeitw. Mitgl. des VDJ-ZV; Ruhestand; lebt in Berlin.Andreas Herbst