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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Orlopp, Josef

* 29.8.1888 – ✝ 7.4.1960

Geb. in Essen; Vater Tischler; 1895 – 1903 Volksschule; 1903 – 07 Ausbildung zum Dreher in Essen; 1907 – 10 Wanderschaft; 1907 DMV; 1910 SPD; bis 1919 Dreher, später Werkmstr. u. Kalkulator in den Krupp-Werken Essen; 1917 USPD; 1919 – 25 Stadtverordn. in Essen; 1920 – 25 Abg. des Rhein. Prov.-Landtags; Vors. des Ortsaussch. Essen des ADGB; 1922 erneut SPD; 1925 Mitgl. des Vorst. des Verb. der Gemeinde- u. Staatsarb. in Berlin; Mitbegr. der Reichssekt. der Gas-, Elektrizitäts- u. Wasserwerksarb. u. 1926 – 33 deren Vors.; 1930 – 33 Mitgl. des vorläufigen Reichswirtschaftsrats; 1933 reglementiert; 1933 – 45 Landarb. in Bad Harzburg bzw. Einzelhändler in Berlin. 1945 Mitgl. des ZA der SPD, Mitunterz. seines Aufrufs vom 15.6.1945; 1945/46 Mitgl. des Magistrats von Groß-Berlin u. Stadtrat für Handel u. Handwerk; 1946 Stellv. des OB; danach Ltr. des Haupternährungsamts; 1946 – 48 Stadtverordn. in Berlin; ab 1946 Mitgl. des Landesvorst. bzw. der BL Groß-Berlin der SED; 1947 Vizepräs. der Dt. ZV für Handel u. Versorgung; danach Präs. der Dt. ZV für Interzonen- u. Außenhandel; 1948 Präs. der HV für Interzonen- u. Außenhandel bei der DWK; 1948 Mitgl. des Dt. Volksrats, 1949/50 der Prov. Volkskammer; 1949 – 51 HA-Ltr. im Min. für Innerdt. Handel, Außenhandel u. Materialversorgung; anschl. Regierungsbevollm. für Innerdt. Handel; Okt. 1953 aus gesundheitl. Gründen ausgeschieden; 1957 – 60 Mitgl. des Präs. u. Sekr. des Bundesvorst. des FDGB; Mitgl. des NR der NF; 1950 u. 1958 – 60 Abg. der Volkskammer; 1958 – 60 Vizepräs. des Dt. Friedensrats u. Mitgl. des Weltfriedensrats; 1958 KMO; gest. in Berlin.Zusammenbruch u. Aufbau Berlins 1945/46. Berlin 1947; Eine Nation handelt über Zonengrenzen. Berlin 1957; Die Grundlagen der dt.-poln. Freundschaft. Berlin 1949.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Osche, Ulrich

* 5.1.1911 – ✝ 27.2.1975

Geb. in Berlin; Vater Schneider; Volksschule u. Gymnasium, 1929 Abitur; Lehre u. Arbeit als Chemigraph; 1929 KJVD; 1930 KPD; versch. Funktionen der RGO-Jugend Graphisches Gewerbe; 1933 illeg. Arbeit; 1934 Emigr. in die Niederl.; ab Sept. 1934 illeg. Arbeit als Instrukteur in Mörs, Essen u. Duisburg, zul. Pol.-Sekr. der illeg. KPD im Ruhrgeb.; 1935 Aufenthalt in Moskau; Teiln. am VII. Weltkongreß der KI, am VI. Weltkongreß der KJI u. an der Brüssler Konferenz der KPD in Moskau; Jan. 1936 Rückkehr nach Dtl.; Sekr. der illeg. KPD im Bez. Köln; im März 1936 verhaftet u. im Jan. 1937 durch den VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, Haft im Zuchthaus Siegburg, Juli 1943 – April 1945 im KZ Buchenwald. 1945 – 49 Abt.-Ltr. u. Personalchef in der Dt. ZV für Land- u. Forstw.; 1946 SED; 1949/50 Ltr. des Postzeitungsvertriebs; 1950 – 52 Vertriebsltr. u. Kulturdir. des Verlags u. der Red. des »Neuen Dtl.«; 1952 – 54 Verlagsltr. der »Märk. Volksstimme« Potsdam; 1954 – 59 Mitarb. im ZK der SED; Abt.-Ltr. für Verlage in der Zentrag; 1959 – 74 Hauptdir. der ZL bzw. GD der DEWAG (Nachf. von  Alfred Adolph); 1959, 1961 u. 1970 VVO; 1974 KMO.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Osterloh, Hermann

* 19.6.1886 – ✝ 12.10.1961

Geboren am 19. Juni 1886 in Bremen, Sohn eines Arbeiters; lernte Schlosser. 1908 Mitglied der SPD. Bei Kriegsausbruch Soldat, geriet in russische Gefangenschaft. Nach der russischen Oktoberrevolution besuchte er eine kommunistische Schule und schloß sich den Bolschewiki an. Osterloh sollte Ende 1918 mit Karl Radek, Ernst Reuter-Friesland u. a. zur KPD-Gründung nach Berlin fahren, wurde aber an der Grenze zurückgeschickt und kam erst Mitte 1919 nach Deutschland. In Bremen trat er der KPD bei, die Osterloh als hauptamtlichen Sekretär für Landfragen einsetzte. Ab 1923 Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft, 1926 Orgleiter für den Bezirk Nordwest. In dieser Funktion nahm er am XI. Parteitag in Essen teil. Im Oktober 1928 wurde Osterloh, der dem rechten Flügel der Partei zuneigte, aus der KPD ausgeschlossen. Während einige KPD-Zeitungen schrieben, sein Ausschluß habe nichts mit Unterschlagungen zu tun, kolportierten andere, er habe 10 Mark und 40 Pfennig unpünktlich abgeliefert und sei deswegen ausgeschlossen worden, was zeige, »welch eiserne Strenge« in der KPD auch bei »kleinsten Summen« herrsche. Da der Ausschluß gerade zur Zeit der Wittorf-Affäre geschah, war eine solche Behauptung Zynismus. Osterloh legte im Dezember 1928 sein Bürgerschaftsmandat nieder, obwohl ihm die KPD zuvor noch ausdrücklich bestätigt hatte, daß sein Ausschluß nur aus politischen Gründen erfolgt sei. Er trat 1930 zur SPD über, für die er ebenfalls in die Bremer Bürgerschaft gewählt wurde, gab sein Mandat aber nach Verwicklungen in den Konkurs der Bremer Beamtenbank auf. Von 1928 bis 1934 arbeitete er bei einer Bremer Firma und war dort Betriebsrat, ab 1933 leitete Osterloh eine SPD-Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus, wurde 1934 verhaftet und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. 1945 aus der Haft befreit, wieder Mitglied der SPD, war Osterloh von 1947 bis 1955 auch Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft, hier Mitglied der Baudeputation, dann der Deputation für Wiedergutmachung. Er wirkte acht Jahre lang als Amtsvorsteher des Ortsamtes Bremen-Hemelingen und war zugleich Leiter der sozialdemokratischen politischen Verfolgten in Bremen. Hermann Osterloh starb nach langer Krankheit am 12. Oktober 1961 in Bremen.

Wer war wer in DDR

Otte, Volkmar

* 6.4.1942

Geb. in Jena; Studium der Werbegestaltung; ab 1966 freiberufl. Mitarb. für Pantomime u. Co-Regie an zahlr. Schauspieltheatern; zugl. Lehrbeauftr. für Pantomime an den Schauspiel-HS in Berlin, Leipzig u. der HS für Film u. Fernsehen Potsdam-Babelsberg; 1968 Gründung der Pantomimebühne Berlin als erstes Off-Theater der DDR, dort bis 1974 Ltr., Regisseur u. Autor; 1974 Gründung des Pantomime-Ensembles am Dt. Theater Berlin, dort bis 1981 Ltr., Regisseur u. Autor; seit 1981 freiberufl. als Schauspielregisseur sowie Autor von Kinder- u. Jugendstücken; Ltr. von Pantomimekursen auf internat. Schauspiel- u. Regieseminaren. Nach 1990 überwiegend Lehrbeauftr. für Pantomime an mehreren Schauspiel-HS, darunter der HS für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin.Christoph Links

Wer war wer in DDR

Otto, Rainer

* 9.4.1939

Geb. in Chemnitz; Lehrer; Studium am Leipziger Lit.-Institut »Johannes R. Becher«; 1964 scheiterte sein Versuch, in Karl-Marx-Stadt ein Profi-Kabarett zu gründen, das Programm wurde vor der Premiere verboten; ab 1964 Dramaturg der »Leipziger Pfeffermühle« (für die er zus. mit  Siegfried Mahler in den 1970er Jahren die meisten Texte verfaßte); 1981 – 92 Dir. der »Pfeffermühle«; schrieb für fast alle DDR-Kabaretts u. für die Ztschr. »Unterhaltungskunst«; wirkte in Kinderfilmen des DFF mit; Lehrer an der Zentralen Volkskunstschule der DDR; 1988 NP. Seit 1993 freiberufl. Autor u. Regisseur für Kabaretts (z. B. »SanftWut« Leipzig), Rundfunk u. Fernsehen; lebt in Leipzig.Kabarettgeschichte. Berlin 1977 (zus. mit W. Rösler); Pfeffermüllereien. Kabarett-Texte (Hrsg.). Berlin 1978. Budzinski, K., Hippen, R.: Metzler-Kabarett-Lexikon. Stuttgart 2000; Hoerning, H.: Die Leipziger Pfeffermühle. Geschichten aus fünf Jahrzehnten. Leipzig 2004.Christian Krause

Handbuch Deutsche Kommunisten

Otto, Heinrich

* 29.7.1892 – ✝ 7.7.1944

Geboren am 29. Juli 1892 in Mittel-Gründau/Hessen, Sohn eines Landwirts. Heinrich Otto betrieb in Mittel-Gründau selbst einen kleinen Bauernhof und kam über die kommunistische Bauernbewegung zur KPD, der er Ende der zwanziger Jahre beitrat. Otto wurde 1931 als KPD-Abgeordneter in den Hessischen Landtag gewählt, dem er bis 1932 angehörte. Nach 1933 polizeilich überwacht, starb Heinrich Otto am 7.Juli 1944 in Gelnhausen.

Wer war wer in DDR

Pabst, Peter (»Bluespabst«)

* 3.8.1954

Geb. in Leipzig, aufgewachsen bei der Großmutter in Berlin-Köpenick; 1961 – 71 POS; Berufsausb. zum Fußbodenleger; Arbeit als Bergmann, Friedhofsgärtner u. Reinigungskraft; 1977 Gründungsmitgl. von »Hollys Blues Band«, 1979 Mitinitiator der ersten Bluesmessen in Berliner Kirchen; 1980 Verweigerung des Wehrdienstes in der NVA; 1982 Gründer u. seitdem musikal. Ltr., Sänger u. Gitarrist der »Jonathan Blues Band«; 1982 – 84 Ausbildung an der Musikschule Berlin-Friedrichshain u. der Bezirkskulturakad., 1985 Zulassung als Berufsmusiker; nach Mitwirkung auf versch. Samplern 1987 Amiga-LP »Überdruck«, u. a. mit den Titeln »Wer ich bin«, »Deady’s Boogie« u. »Hautnah«; Mitwirkung an Filmmusiken u. Rundfunkprod., u. a. mit »Peter Hiller and Earl of East«, »Jessica« u. »Modern Soul Band«; div. Auftritte im DFF; DDR-Tourneen mit ausländ. Gastmusikern; mehrere Tourneen mit »Jonathan« über die von der DDR betriebenen Baustellen der Erdgastrasse in der UdSSR; Konzerte in der Bundesrep. Dtl. u. Dänemark; Projekte in Zusammenarb. mit nat. u. internat. bekannten Musikern, darunter  Wolfram »Boddy« Bodag,  Hansi Biebl, Bernd Kleinow, Hans die Geige (Hans Wintoch), Peter Tourup, Al Cooper, Colin Hodgkinson, Paul Millns, Frank Dietz u. Champion Jack Dupree. Nach 1990 Ltr. des Probezentrums für Nachwuchsmusiker im Stadtbez. Berlin-Köpenick, 1995 – 2000 dort Ltr. versch. soziokultureller Einrichtungen, seit 2000 Ltr. des Eventbüros d. Berliner Stadtbez. Treptow-Köpenick; daneben Fortsetzung der Konzerttätigk. mit »Jonathan«, häufig mit Gastmusikern, insb.  Christiane Ufholz,  Reinhard Fißler,  Ulrich »Ed« Swillms, Pete »Wyoming« Bender,  Henry Kotowski, Bernd »Kule« Kühnert u. Prinz of Hearp (Andreas Teuber); lebt in Berlin. »Jonathan« gehörte neben »Engerling«, »Monokel« und der Gruppe Jürgen Kehrt zu den führenden DDR-Bluesrockbands.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Pahnke, Martin

* 10.10.1924 – ✝ 1.12.1993

Geb. in Trebbin (Krs. Teltow); Vater Klempner; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Klempner; 1942 – 45 Wehrmacht, Flieger; 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 49 Landarb. u. Klempner; 1946 FDJ u. SED; 1949 Eintritt in die DVP/KVP; 1949/50 Kursant bzw. Seminarltr. an der VP-Politschule in Torgau; 1950 – 52 Stellv. Kdr. für pol. Arbeit bzw. Propagandist; 1952/53 stellv. Kdr. für pol. Arbeit an der Offiziersschule in Kamenz; 1953 – 56 stellv. Kdr. für pol. Arbeit II-AK; 1956 – 59 Ltr. der Politabt. der 1. Fliegerdiv.; 1957 zugl. Sekr. der SED-Org. im Kdo. Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/ LV) der NVA; 1958 – 60 Mitgl. der SED-BL Cottbus; 1960/61 Stellv. des Ltr. der Pol. Verw. des Kdo. LSK/LV; 1961 Oberst-Ltn.; 1962 u. 1965 – 67 Studium an der Militärakad. »Friedrich Engels« in Dresden; 1962 – 65 Ltr. der Pol. Verw. u. Stellv. des Chef der LSK/LV der NVA (Nachf. von  Werner Rothe); 1964 Oberst; Okt. 1969 Gen.-Major; 1973 – 89 Vors. der SED-PKK in der Pol. HV der NVA; 1973 – 89 Kand. der ZPKK der SED; 1981 Gen.-Ltn.; 1969, 1974 u. 1976 VVO.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Palm, Monika

* 20.5.1951

Geb. in Berlin; Vater Bauing., Mutter Berufsschullehrerin; 1957 – 65 Grund- u. OS in Berlin-Mitte u. Köpenick, 1965 – 69 EOS »Alexander von Humboldt« Berlin-Köpenick, 1969 Abitur u. Berufsabschluß als Mechanikerin für elektron. Bauelemente im Werk für Fernsehelektronik Berlin; 1969 – 73 Ingenieur-Psychologiestudium an der HU Berlin, Dipl.; 1973 –75 Arbeit als Arbeits- u. Ingenieurpsychologin im VEB Steremat Berlin; 1976 – 78 Klin. Psychologin im Kinderheim für verhaltensgestörte Kinder des Kombinats der Sonderheime für päd.-psycholog. Diagnostik u. Therapie; ab 1978 Gelegenheitsarbeiten, u. a. als freischaff. Red. bzw. Lektorin für versch. Verlage sowie Kindertheater in kirchl. Heimen; seit 1974 aktives Mitglied der vom MfS als »feindlich« eingestuften konspirativen Gruppe um  Rupert Schröter, die – in Orientierung an Trotzki – polit. Bildungszirkel veranstaltete u. die soz. Überwindung der DDR anstrebte; engagiert bei der Gründung der Publikumsbeiräte der später vom Staat eingestellten Veranstaltungsreihen »Eintopp« im Berliner Haus der jungen Talente bzw. »Kramladen« im Jugendklub Berlin Langhansstraße; 1976 im Zusammenhang mit den Verhaftungen von R. Schröter,  Rudi Moldt u. a. wg. deren Protest gegen die Verunglimpfung v.  Oskar Brüsewitz nach dessen Selbstverbrennung monatelang Festnahmen, Hausdurchsuchungen u. a. Schikanen durch das MfS ausgesetzt; 1979 demonstrative Solidarität mit  Robert Havemann anläßl. dessen Prozesses vor dem Kreisgericht Fürstenwalde, vorläufige Festnahme u. »polizeil.« Vernehmungen; 1980 / 81 Mitbegr. des einzigen unabh. Kinderladens in Ost-Berlin; vom MfS bearbeitet in den OV »Monolith« u. »Zirkel«; 1980 Ausreiseantrag, nach diversen behördl. Verzögerungen 1981 Ausreise nach West-Berlin; 1983 / 84 tätig im Gesundheitsamt Berlin-Wedding in der Risikoberatungsstelle für Kleinkinder; 1985 Umzug nach Bremen, 1986 / 87 dort tätig in der Onkologie des Kinderkrankenhauses; körpertherapeut. Ausbildung (psychoorg. Analyse); 1988 Eröffn. einer psychotherapeut. Praxis, zunächst Körpertherapeutin, ab 1998 tiefenpsycholog. fundierte Therapeutin, ab 2007 als spirituelle Therapeutin (Elph-Therapie); 2008 Eröffn. einer Praxis in Berlin.Neue Untersuchungen zu den Seesand-Bionen von Wilhelm Reich. In: James DeMeo, Bernd Senf (Hrsg.): Nach Reich. Neue Forschungen zur Orgonomie. Frankfurt (Main) 1997 (mit D. Döring). Bohley, Bärbel u. a. (Hrsg.): Mut-Frauen in der DDR. München 2005.Arno Polzin, Jg. 1962; 1978 – 90 Facharbeiterausbildung und Arbeit als Werkzeugmacher; 1982 – 84 Bausoldat in der NVA; 1984 – 89 Technologie-Fernstudium an der Fach- / Hochschule für Maschinenbau und Elektrotechnik Berlin; 1990 Mitarbeit im Bürgerkomitee zur Kontrolle der Auflösung der Staatssicherheit Berlin; seit 1990 in verschiedenen Positionen bei dem / der BStU in Berlin, seit 2003 dort Mitarbeiter in der Abt. Bildung und Forschung.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Panzner, Adolf

* 4.8.1892 – ✝ 6.2.1944

Geboren am 4. August 1892 in Hamburg; kaufmännische Lehre, arbeitete in einem Anwaltsbüro und war später Angestellter einer Berufsgenossenschaft. 1916 Soldat im Weltkrieg, danach Schriftführer bei der Staatsanwaltschaft Hamburg, 1923 dort entlassen. Mitglied der KPD und der RHD. Panzner leitete eine Filiale des Literaturvertriebs der KPD Hamburg und wurde im März 1931 als Nachfolger des ermordeten Ernst Henning Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. 1933 arbeitete er illegal für die KPD in Altona, Barmbek und Wandsbek, wurde am 10. August 1933 verhaftet und schwer mißhandelt, 1936 zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt, starb Adolf Panzner am 6. Februar 1944 an den Haftfolgen.

Wer war wer in DDR

Pappe, Christel

* 4.5.1935

Geb. in Berlin; Vater Dreher; während des 2. Weltkriegs Übersiedl. von Berlin nach Sömmerda; Besuch der OS; 1951 – 54 Ausbildung zur Laborantin im Büromaschinenwerk Sömmerda; 1951 FDGB, 1958 DFD; Mitgl. des Krs.-Vorst. Sömmerda; Mitgl. des Krs.-Vorst. der Urania Sömmerda; 1956 – 61 Fernstudium an der FS für Chemie in Köthen, Chem.-Ing.; danach Chem.-Ing. im Büromaschinenwerk Sömmerda; 1961 SED; 1963 – 65 Nachfolgekand. der Volkskammer, 1965 – 67 Abg. der Volkskammer; 1963 – 67 Mitgl. des Staatsrats; 1966 Dir. für Kader u. Ausbildung im Büromaschinenwerk Sömmerda; danach Techn. Dir. im VEB Optima Sömmerda; 1967 aus allen Funktionen ausgeschieden.Gast, G.: Die pol. Rolle der Frau in der DDR. Köln 1973.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Paris, Ronald

* 12.8.1933

Geb. in Sondershausen (Thür.); Vater Theaterschauspieler u. Sänger, Mutter Weißnäherin u. Hausfrau; 1948 – 50 Lehre als Kunstglaser u. Glasmaler in Weimar; 1950/51 ABF Jena; 1952 SED; 1952/53 Restauratorenlehrgang am Schloßmuseum in Gotha; 1953 – 58 Studium an der HS für bildende u. angewandte Kunst in Berlin-Weißensee; seit 1958 freischaff.; 1960/ 61 Studienaufenthalt in der LPG Wartenberg b. Berlin; 1961 VBK; 1963 – 66 Mstr.-Schüler b.  Otto Nagel an der AdK; 1964 – 74 verh. mit  Helga P.; 1967 Käthe-Kollwitz-Medaille der Intergrafik; lebte 1975 – 85 in Rostock, seitdem in Rangsdorf (b. Berlin); 1970 Kunstpreis der FDJ; 1976 NP; 1977 Kunstpreis des FDGB; 1979 – 89 Vors. des Komitees der Intergrafik; 1989 Vizepräs. des VBK. 1993 – 99 Prof. an der HS für Kunst u. Design Burg Giebichenstein. Werke: Stilleben mit Sonnenblumen (1961), Regenbogen über dem Marx-Engels-Platz (1962), Bildnis der Mutter (1964), Bildnis  Ernst Busch (1970), Wandbild Lob des Kommunismus (1969/70), Brunnen-Wandbild Jugend u. Soz., Karl-Marx-Stadt (1970 – 75), Bühnenausstattung zu »König Hirsch«, Volksbühne Berlin (1973), Unser die Welt – trotz alledem, Palast der Rep. Berlin (1973/74), Streit zw. Marsyas u. Apollon, Neues Gewandhaus Leipzig (1978), Wandgemälde Triumph des Todes – Triumph des Lebens, Theater- u. Kulturhaus Schwedt (1978 – 82).Lob des Realismus. Leipzig 2008 (Hrsg. v. P. Betthausen). Timm, W.: R. P. In: Weggefährten. Dresden 1970; Schumann, H.: Ateliergespräche. Leipzig 1976; Werner, K.: R. P. In: Künstler der DDR. Dresden 1981; Kat. R. P. Rostock 1977; Kat. R. P. Handzeichnungen. Rostock 1983; Arlt, P., Frommhold, E., Meier, G.: R. P. Malerei, Wirklichkeit u. Annäherung. Leipzig 2004.Dieter Gleisberg

Wer war wer in DDR

Ortleb, Rainer

* 5.6.1944

Geb. in Gera; Abitur; bis 1964 Wehrdienst; 1964 – 71 Mathematikstudium u. 1971 Prom. zum Dr. rer. nat. an der TU Dresden; 1971 – 81 dort Assistent u. Oberassistent; 1968 Mitgl. der LDPD; später u. a. Vors. eines Dresdener Stadtbez.-Verb.; 1983 Prom. zum Dr. sc. techn. an der WPU Rostock; 1984/85 Doz. an der Sekt. Informatik u. 1986 – 89 an der Sekt. Schiffstechnik der WPU; Sept. 1989 a. o. Prof.; 1987 – 90 Vors. des Krs.-Verb. Rostock-Stadt u. Mitgl. des Bez.-Vorst. der LDPD; 10.2. – März 1990 Vors. der LDPD (Nachf. von  Manfred Gerlach); März – 12.8.1990 Vors. des Bundes Freier Demokraten; seitdem stellv. Bundesvors. der FDP; Apr. – Okt. 1990 Vors. der Volkskammerfraktion der Liberalen. Okt. 1990 – Jan. 1991 Bundesmin. für besondere Aufgaben; Okt. 1990 – 98 Abg. des Dt. Bundestags; 20.1.1991 – 3.2.1994 Bundesmin. für Bildung u. Wiss. (Nachf. von Jürgen Möllemann); April 1991 – April 1994 FDP-Landesvors. Mecklenb.-Vorpom.; März 1996 – Sept. 1999 FDP-Landesvors. Sachsen, Rücktritt aus gesundheitl. Gründen; 1999 – 2001 stellv. Vors. der FDP; 2001 Austritt aus der FDP; unterstützte 2009 Die Linke bei der Wahl zum Dt. Bundestag.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Osche, Ulrich

* 5.1.1911 – ✝ 27.2.1975

Geboren am 5. Januar 1911 in Berlin, Sohn eines Schneiders; besuchte das Gymnasium, wo er 1929 das Abitur ablegte und eine Lehre als Chemigraph begann. 1929 trat er in den KJVD ein, 1930 in die KPD. Funktionär der RGO-Jugend Graphisches Gewerbe, gehörte dem Reichsjugendausschuß der RGO an. 1933 ging er in die Illegalität, die NS-Behörden aberkannten Osche die deutsche Staatsangehörigkeit, da sein Vater Lette war. Im Mai 1934 emigrierte er in die Niederlande und setzte von dort die Arbeit für die KPD fort, zunächst als Instrukteur in Moers, Essen und Duisburg, zuletzt als Polleiter der KPD im Ruhrgebiet. Im August 1935 reiste Osche nach Moskau und nahm unter dem Namen Johann Lewald sowohl am VII. Weltkongreß der Komintern, dem VI. Weltkongreß der KJI und der »Brüsseler Konferenz« der KPD in Moskau teil. Im Januar 1936 kehrte er nach Deutschland zurück, Parteisekretär der illegalen KPD im Kölner Bezirk. Bereits am 30. März 1936 verhaftet und im Januar 1937 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Zunächst im Zuchthaus Siegburg inhaftiert, dann von Juli 1943 bis 1945 im KZ Buchenwald. Im August 1945 wurde Osche Personalchef in der Deutschen Zentralverwaltung für Land- und Forstwirtschaft, ab 1950 des Verlages und des SED-Zentralorgans »Neues Deutschland«. Von 1959 bis 1974 Generaldirektor der »Deutschen Werbe- und Anzeigen Gesellschaft« (DEWAG), dem einzigen Betrieb für Messen und Ausstellungen in der DDR, er erhielt 1970 den VVO in Gold. Ulrich Osche starb am 27. Februar 1975.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Ostrowski, Otto

* 28.1.1883 – ✝ 18.6.1963

Geb. in Spremberg; Vater Tuchmacher, Werkmeister; 1889 – 97 Grundschule, Gymn.; als Werkstudent Studium der Literaturwiss. u. Romanistik an der Kaiser-Wilhelm-Univ. Berlin; 1909 Prom. mit »Le Mystère de Saint Crespin et Crespinien nach dem Manuskript No. 219 der Bibliothek in Chantilly« an der Univ. Greifswald; anschl. Privatlehrer in Luckenwalde, Lyon u. Sheffield; ab 1914 wiss. Hilfslehrer in Lankwitz (b. Berlin); 1918 Oberlehrer am Realgymn. Lankwitz; 1918 SPD; 1919 SPD-Vertreter in der Gemeindevertretung Lankwitz (ab 1920 Berlin-Lankwitz); 1920 Mitgl. der Bezirksverw. Steglitz; 1922 aus dem Schuldienst ausgeschieden, 1922 – 26 Bürgermstr. von Finsterwalde; 1926 –33 Bürgermstr. des Berliner Bez. Prenzlauer Berg; März 1933 von der SA verhaftet u. entlassen; Arbeit als Hausverwalter in Berlin, half untergetauchten Juden in Berlin u. Umgebung; 1943 Berentung, versch. Tätigkeiten, u. a. Eröffn. einer Buchhandlung in Berlin (Treffpunkt von Widerstandskreisen); lebte ab 1944 in Calau, wo seine jüd. Frau versteckt war. 1945 SPD; Mai 1946 Bezirksbürgermstr. von Berlin-Wilmersdorf; Nov. 1946 erster gewählter OB von Groß-Berlin (Nachf. von  Arthur Werner); trotz Vorbehalten gegen die Vereinigung von KPD u. SPD (Ost) Bereitschaft zur Kooperation mit der SED; nach der Weigerung, SED-Funktionäre aus dem Magistrat zu entlassen, Mißtrauensantrag der eigenen Fraktion, Apr. 1947 Rücktritt; 1947 – 51 Ltr. des neugeschaffenen Hauptprüfungsamts in Berlin-West (Vorläufer des Rechnungshofs); 1951 Ruhestand; gest. in Kokken (Belgien).Gniffke, E.: Jahre mit Ulbricht. Köln 1966; Schlegelmilch, A.: O. O. u. die Neuorientierung der Sozialdemokratie in der Viersektorenstadt Berlin. In: Jahrbuch für die Gesch. Mittel- u. Ostdeutschlands (1994) 42; Podewin, N.: O. O. – der gelöschte Oberbürgermeister. Ein Schicksal im Berlin des Kalten Krieges. Berlin 2004.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Otten, Hans

* 13.7.1923 – ✝ 24.3.1971

Geb. in Köln-Stammheim; Vater Arbeiter; Volks- u. Handelsschule; 1940 – 43 kaufm. Lehre in der Fabrik Leybold Optische Geräte in Köln; 1943 – 45 Wehrmacht; Mai – Sept. 1945 brit. Kriegsgef. 1946 Besuch der Handelsschule in Leverkusen; 1947 Angest. bei Ford als Korrespondent; 1947 / 48 Student an der Journalistenschule in Aachen; 1948 Übersiedl. in die SBZ; Mitarb. im Berliner Verlag, Volontär bei der »NBI« (Neue Berliner Illustrierte); 1949 Lehrgang an der FDJ-Jugendhochschule »Wilhelm Pieck« in Bogensee; 1949 – 57 Red., Kollegiumsmitgl. der Ztg. »BZ am Abend«; 1951 SED, 1953 Sekr. der SED-GO an der Red., ab 1955 Mitgl. der Zentralen SED-Parteiltg. im Berliner Verlag; 1957 Red. bei der »Wochenpost«; Fernstudium der Journalistik an der KMU Leipzig; 1957 – 61 Chefred. der »Wochenpost« (Nachf. von  Rudi Wetzel), 1961 – 65 Chefred. der »NBI« (Nachf. von  Heinz Knapp); 1966 / 67 Studium an der HU Berlin, Dipl.-Historiker; 1967 – 71 stellv. Chefred. beim Dt. Verlag der Wissenschaften; 1970 zeitw. Aspirantur am ZI für Gesch. der AdW; gest. in Berlin.Kirsten Nies

Wer war wer in DDR

Otto, Silke

* 7.7.1969

Geb. in Karl-Marx-Stadt; 1983 KJS Oberwiesenthal, SC Traktor Oberwiesenthal; 1988 Junioren-EM (6. Pl.); 1989 WM (7. Pl.), DDR-Mstr. (6. Pl.); 1990 Oberwiesenthaler SV 90 (Trainer: Andreas Estel), später WSC Erzgebirge Oberwiesenthal; 1989 – 93 Ausbildung zur pharmazeut.-techn. Assistentin; seit 1996 Sportfördergruppe der Bundeswehr Frankenberg (z. Zt. Oberfeldwebel); dreimal Olymp. Spiele: 1992 (13. Pl.); 2002 (Gold), 2006 (Gold); viermal Einzel-WM (2000/01, 2003, 2005); zweimal WM-Dritte (1999, 2004); zweimal Mannschafts-WM (2003, 2005); zweimal EM (2000, 2002), EM-Dritte (2004); viermal Mannschafts-EM (1990, 1992, 2000); viermal Siegerin Gesamt-Weltcup (1995, 2000, 2003, 2004); dreimal Zweite im Gesamt-Weltcup (1999, 2001, 2002); 37 Weltcupsiege; dreimal Dt. Mstr. (2000, 2003, 2006); 2002 Silbernes Lorbeerblatt; 2007 Rücktritt; seit 2008 Mitgl. des Stadtrats von Zirndorf über SPD-Liste; wohnt in Zirndorf/Mittelfranken.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ottwalt, Ernst

* 13.11.1901 – ✝ 24.8.1943

Geboren am 13. November 1901 als Ernst Nicolas in Tippenow/Westpreußen, Sohn eines Pfarrers; besuchte das Gymnasium in Halle. Nach der Novemberrevolution und im Kapp-Putsch 1920 Angehöriger des Freikorps Halle, das gegen die Arbeiterbewegung und insbesondere die Kommunisten kämpfte. Während des Studiums in Halle und Jena wurde er durch seine Erlebnisse als Werkstudent Kommunist. Als Romanautor und Essayist nannte er sich Ottwalt und wurde einer der bekanntesten deutschen kommunistischen Schriftsteller, aktiv im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller in Berlin. Sein 1929 veröffentlichter Roman »Ruhe und Ordnung« war eine schonungslose Abrechnung mit der eigenen Jugend und mit den nationalistischen Freikorps. Auch sein Werk »Denn sie wissen, was sie tun« (1931) richtete sich gegen den Rechtsradikalismus. 1932 erschien von Ottwalt »Deutschland erwache! Geschichte des Nationalsozialismus«. In der kommunistischen Zeitschrift »Die Linkskurve« setzte sich Ottwalt im Oktober 1932 mit Georg Lukács auch theoretisch auseinander und arbeitete zeitweilig mit Bertolt Brecht zusammen. Er floh 1933 nach Dänemark und kam über Prag 1934 in die Sowjetunion. Mitarbeiter kommunistischer Zeitschriften in Moskau, Ottwalt wurde im November 1936 gemeinsam mit seiner Frau Waltraut Nicolas, geb. Bartels (*5. 1. 1897), vom NKWD verhaftet. Sie wurde zu fünf Jahren verurteilt, dann nach NS-Deutschland ausgeliefert und 1942 in Berlin zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, blieb danach unter Gestapoüberwachung. Nach 1945 in Westdeutschland, Waltraut Nicolas berichtete 1960 (»Viele Tausend Tage«) über den Gulag. Ernst Ottwalt wurde 1939 wegen »Spionage« für Deutschland zum Tode verurteilt (nach anderen Angaben zu fünf Jahren Lager), aber in den Gulag verbannt und ist am 24. August 1943 in einem Lager in Sibirien ums Leben gekommen. Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß 1946 benutzte der sowjetische Ankläger Rudenko drei Jahre nach Ottwalts Tod dessen Buch »Deutschland erwache!« noch als Beweismittel und erwähnte den in den stalinistischen Säuberungen ermordeten Autor – es klingt wie Zynismus – sogar namentlich. Die Werke von Ernst Ottwalt wurden bereits 1977 im Westen von Andreas Mytze herausgegeben, dem Verfasser seiner Biographie.

Wer war wer in DDR

Packenius, Gerhard

* 8.10.1951

Geb. in Aschersleben; 1978 Priesterweihe in Magdeburg; 1978 – 81 Vikar u. Dekanatsjugendseelsorger in Torgau; 1981 – 86 Vikar in Salzwedel; 1986 – 89 Vikar in Weißenfels; Gründung u. Ltg. der einzigen ökumen. Umweltgr. unter dem Dach der kath. Kirche in der DDR, Veranstaltungen mit Ausreiseantragstellern in kirchl. Räumen; vom MfS bearbeitet in der OPK »Vikar«, in deren Ergebnis durch kirchenleitende IM betriebene Versetzung; 1989 Pfarrvikar in Wettin u. kommissar. Studentenpfarrer in Halle; Mitgl. im Komitee zur Auflösung der MfS-BV Halle. 1990 Studentenpfarrer in Halle; 1995 zusätzl. Stadtpfarrer der Gemeinde Hl. Kreuz, seit 2002 Polizei-Pfarrer für Sachsen-Anh.Bernd Schäfer

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Pahnke, Rudi Karl

* 30.6.1943

Geb. in Berlin; Eltern Arbeiter bzw. Angest.; nach Schulabschl. Berufsausbildung zum Feinmechaniker; 1962 – 65 theolog.-seminarist. Ausbildung; 1965 – 70 Studium der Theol. an der HU Berlin; wegen krit. Distanz zu Kirche u. Staat nicht zur Aspirantur zugelassen; zunächst in der kirchl. Kinder- u. Jugendarbeit tätig; 1972 – 82 Pfarrer in Berlin-Prenzlauer Berg; seit Ende der 60er Jahre vielfältige Kontakte zu Dissidentenkrs. u. opp. Schriftst., Dialogversuche mit krit. Marxisten, später aktive Unterstützung für die Tätigkeit von Friedens-, Umwelt- u. Menschenrechtsgr. unter dem Dach der ev. Kirche, Beteiligung am »Berliner Appell« von 1982, zeitw. Sprecher der Berliner Friedenswerkstatt, Konflikte mit der Kirchenltg.; 1982 – 88 Doz. in der kirchl. Ausbildungsstätte für Sozialpädagogen; aktive Mitarbeit an Dokumenten der »Ökumen. Vers. von Kirchen u. Christen in der DDR zu Frieden, Gerechtigkeit u. Bewahrung der Schöpfung«; ab 1988 Sekr. für Jugendfragen des Bunds der Ev. Kirchen; Okt. 1989 Mitbegr. u. Vorstandsmitgl. des DA, Dez. Parteiaustritt nach der Wahl  Wolfgang Schnurs zum Parteivors. u. der konservativen Wende des DA. 1992 Studienltr. an der Ev. Akad. Berlin-Brandenb.; mehrere Studienreisen nach Israel u. Org. von Begegnungen zw. dt. u. israel. Jugendlichen; 1999 Vorruhestand in Borgsdorf (b. Berlin); seit 2005 Ltr. des Vereins »Inst. Neue Impulse«, der u. a. dt.-israelische Jugendbegegnungen organisiert.zu Bibelinterpretation, mod. Theol., Recht sowie zu Grenzen der Religionskritik, kirchlicher Jugendarbeit u. Jugendproblemen, Rechtsextremismus, Antisemitismus, dem Verhältnis zw. Kirche u. Gruppen u. a. m.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Palucca, Gret

* 8.1.1902 – ✝ 22.3.1993

Geb. in München; Vater Apotheker; 1908 Übersiedl. nach Kalifornien; 1909 Rückkehr nach Dresden; 1914 – 16 Ballettunterricht bei Heinrich Kröller; 1916 Internatsschule in Plauen; 1918 Ballettunterricht bei Heinrich Kröller in München, 1920 bei Mary Wigman in Dresden; 1923 Mitgl. der ersten Wigman-Tanzgr.; 1924 erster Solotanzabend; fortan alljährl. Tourneen im In- u. Ausland; Studentin am Bauhaus in Weimar; 1925 Eröffnung der Palucca-Schule in Dresden, Filialen in Berlin (1928) u. Stuttgart (1931); 1926/27 erste Palucca-Tanzgr.; 1927 erster Solotanzabend in der Aula des Bauhauses Dessau; ab 1934 Mitgl. der Reichstheaterkammer; 1936 Teiln. am Eröffnungsabend der Olymp. Spiele in Berlin; G. P. konnte sogen. Ariernachweis nicht erbringen, durfte nur noch mit Sondergenehmigung (6.11.1936) außerhalb staatl. u. NS-Veranstaltungen auftreten; Übernahme der Palucca-Schule durch Adolf Havlik u. Eva Glaser; 1939 – 44 Solotanzabende. 1945 Wiederaufn. der Tanztätigkeit; Neueröffnung der Palucca-Schule in Dresden; 1945 – 49 Gastspielreisen in allen vier Besatzungszonen; 1949 Verstaatl. der Palucca-Schule; Abg. im Sächs. Landtag; 1950 letzte Tournee; 1950 Gründungsmitgl. der DAK; 1951 letzter Soloauftritt; 1953 Unterbrechung der Lehrtätigkeit wegen staatl. Eingriffe; 1954 Neuberufung zur Künstler. Ltr. der Schule; ab 1957 Ltr. der jährl. Sommerkurse der Palucca-Schule; 1962 Prof.; 1965 – 70 Vizepräs. der AdK; 1970 – 74 Gastprof. in Stockholm, Gastunterricht u. a. in Bern u. Leningrad; 1960, 1976 u. 1981 NP; 1972 VVO; 1980 Stern der Völkerfreundschaft; 1983 Dt. Tanzpreis (der Stadt Essen); 1985 Ehrenspange zum VVO; 1985 Mitgl. des Kuratoriums der Semperoper Dresden; Mitgl. des Internat. Musikzentrums in Wien; 1987 Großer Stern der Völkerfreundschaft. 1991 Ehrenmitglied der vereinten AdK; 1992 Großes Verdienstkreuz der Bundesrep. Dtl.; eine der großen Persönlichkeiten des modernen dt. Tanzes, Tanztitel u. a. »Technische Improvisationen« (1927), »Im weiten Schwung« (1928), »Wechselndes Temperament« (1930), »Habanera« (1941) u. »Dunkle Stimmung« (1949); gest. in Dresden.Krull, E., Gommlich, W.: P. Berlin 1964; Schumann, G. (Hrsg.): P. Berlin 1972; P. zum Fünfundachtzigsten. Glückwünsche, Selbstzeugnisse, Äußerungen. Berlin 1985; Erdmann-Rajski, K.: G. P. Tanz, Palucca! Die Verkörperung einer Leidenschaft. Berlin 2001 (Biogr.).Kornelia Knospe

Wer war wer in DDR

Papapetrou, Achilles

* 2.2.1907 – ✝ 12.8.1997

Geb. in Serres (Griechenl.); Vater Lehrer; 1924 Abitur Gymnasium Serres; 1925 – 30 Studium der Elektrotechnik an der TH Athen, dort 1930 Dipl.; anschl. Militärdienst und Tätigkeit in der Industrie; 1932 / 34 Ass. für Mathematik an der TH Athen; 1934 / 35 Physikstudium an der TH Stuttgart, dort 1935 Promotion bei Peter Paul Ewald; 1935 / 40 Ass., ab 1940 Prof. an der TH Athen; 1946 Entlassung und anschließend Fellow am Institute for Advanced Studies in Dublin (Irl.); 1948 – 52 Mitarb. am Department of Physics der Univ. Manchester. 1952 Übersiedl. in die DDR; Ltr. des Bereichs mathemat. Physik am Inst. für reine Math. der DAW u. ab 1957 auch ord. Prof. für theoret. Physik an der HU Berlin; 1961 Korr. Mitgl. der DAW; ab 1962 Übersiedl. nach Frankreich und Forschungsdir. des Inst. für theoret. Physik am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Paris; 1977 em.; gest. in Paris. Forschungen zur Allg. Relativitätstheorie u. Gravitationstheorie, die nach den Jahren der Diffamierung im Dritten Reich dem Gebiet in der Tradition Einsteins wieder zur Anerkennung verhalfen u. in der DDR eine Forschungstradition begründeten, die insb. von P.s Schüler  Hans-Jürgen Treder aufgenommen u. fortgeführt wurden; insgesamt trug er zur Profilierung der theoret. Physik in der DDR u. ihrer internat. Anerkennung bei.Max-Planck-FS 1958. Berlin 1959 (Mithrsg.). Stachel, J.: A. P. 1907 – 1997. In: Physics Today (1998) 12.Dieter Hoffmann

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Pappenheim, Günter

* 3.8.1925

Geb. in Schmalkalden; Vater Ludwig P., Redakteur u. SPD, 1934 von den Nationalsozialisten im KZ Börgermoor ermordet, Mutter Arbeiterin; Knabenbürgerschule in Schmalkalden; 1939 – 43 Lehre u. Arbeit als Schlosser; Zusammenarb. mit Kriegsgef. u. Widerstandsarb. gegen den Nationalsoz.; im Juni 1943 bei der Gestapo Suhl denunziert u. im Betrieb verhaftet, Juni bis Aug. 1943 Haft im Gestapo-Gefängnis Suhl u. im Arbeitslager »Am Gleichberg« in Römhild; Aug. 1943 bis April 1945 Häftling im KZ Buchenwald. 1945 – 51 Angest. beim Rat des Krs. Schmalkalden bzw. Bad Salzungen; 1945 SPD, 1946 SED; 1951 Ltr. für Kader u. Schulung der Sozialversicherungsanstalt Bad Salzungen; 1952 / 53 Instrukteur für Kultur u. Volksbildung in der SED-KL Bad Salzungen; 1953 Stud. an der BPS Meiningen; 1954 / 55 Ltr. der Org-Abt. der SED-KL Bad Salzungen; 1955 – 57 Instrukteur bzw. stellv. Ltr. der Abt. Parteien u. Massenorg. der SED-BL Suhl; 1957 – 60 Stud. an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1960 – 1. Sekr. der SED-KL Schmalkalden u. Kand. bzw. Mitgl. der SED-BL Suhl; 1964 – 66 Stud. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Ökonom; 1966 – 71 1. Sekr. der SED-KL Luckenwalde; 1971 – 74 Vors. des Rats des Bez. Potsdam; 1971 – 74 Abg. des Bezirkstags Potsdam, Jan. 1974 Ablösung aus gesundheitl. Gründen; 1974 – 89 Mitgl. der ZPKK; am 15.1.1990 auf eigenen Wunsch aus dem Parteiapparat der SED-PDS ausgeschieden. Seit 1990 Mitgl. u. Schatzmeister, seit 2005 Vors. der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora; ab 2001 stellv. Vors. u. 1. Vizepräsident des Internat. Komitees Buchenwald-Dora u. Kommandos; Mitgl. der Linkspartei.Andreas Herbst

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Parthier, Benno

* 21.8.1932

Geb. in Holleben (Saalkrs.); Vater Landwirt; OS, Abitur; ab 1952 Biologiestudium an der MLU Halle; 1957 Dipl. bei  Kurt Mothes am Akad.-Inst. für Kulturpflanzenforschung in Gatersleben; 1958 – 61 Assistent am Inst. für Allg. Botanik der MLU, hier 1961 Prom. u. bis 1965 Oberassistent; 1965/66 Studienaufenthalt am Wenner-Gren-Inst. für experiment. Biol. der Univ. Stockholm bei Tore Hultin; 1966 wiss. Mitarb. am Inst. für Biochemie der Pflanzen (IBP) der DAW in Halle; 1967 Habil. an der MLU; ab 1967 Ltr. der Abt. für Molekularbiol. im IBP; 1968 Honorardoz. an der MLU; 1975 Prof. der AdW; 1984 – 86 stellv. Inst.-Dir.; 1990 Gründungsdir. des umgegr. Inst. für Pflanzenbiochemie (Wiss.-Gemeinschaft G. W. Leibniz), 1992 – 97 geschäftsf. Dir. u. Abt.-Ltr.; 1974 Mitgl. der Leopoldina, 1978 Mitgl. des Präs. als Sekretar für Naturwiss., 1987 Vizepräs. für Naturwiss., seit 1990 Präs. der Leopoldina; 1978 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW zu Leipzig; 1982 Korr., 1988 Ord. Mitgl. der AdW; Korr. Mitgl. der Bayr. Akad. (1988) u. der Nordrhein-Westf. AdW (1989). 1990 Mitgl. der Acad. Europaea; 1991 Auswärt. Mitgl. der Akad. Gemeinnütz. Wiss. Erfurt; 1992 Mitgl. der Acad. Sci. et Art. Europaea Salzburg; 1992 Auswärt. Mitgl. der Ukrain. Akad. der Wiss.; 1994 a. o. Mitgl. der Berlin-Brandenb. AdW; 1998 Auswärt. Mitgl. der Poln. Akad. der Wiss. u. Künste Krakau; seit 1990 Prof. für Zellbiol. der MLU; ab 1991 Mitgl. versch. wiss.-pol. Gremien, u. a. des Wissenschaftsrats (stellv. Vors. 1995 – 97); seit 1993 ständ. Gast des Senats der Max-Planck-Ges.; 1997 Verdienstkreuz. des Verdienstordens der Bundesrep. Dtl. Forschungstätigkeit zur Molekular- u. Zellbiol., spez. Biosynthesen von Nukleinsäuren u. Proteinen in Pflanzen, Regulation der Genexpression; Zelldifferenzierung u. genet. Wechselbeziehungen zw. Zellkompartimenten, Biochemie u. Molekularbiol. der Chloroplasten sowie Cytosymbiose u. Evolutionsfragen, Wirkungsweisen von Phytohormonen.Sybille Gerstengarbe

Wer war wer in DDR

Ortmann, Hans-Werner

* 13.2.1923 – ✝ 10.4.1983

Geb. in Bobrek-Karf II (Krs. Beuthen, Schles. / Bobrek-Karb, Polen); Vater Kriminalbeamter; Grund- u. Oberschule; 1941 Studium an der Univ. Breslau; 1941 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgef., Antifaschule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1950 SED; 1949 / 50 Redaktionsvolontär u. Hilfsred. in Erfurt; 1951 / 52 Presseinstrukteur bei der SED-LL Thüringen; 1952 stellv. Chefred., 1956 – 58 Chefred. der SED-Bezirksztg. »Märkische Volksstimme« in Potsdam (Nachf. von  Walter Franze); 1956 – 58 Vors. des VDJ-BV Potsdam; 1958 – 60 Red. beim Dietz Verlag; ab 1962 stellv. Abt.-Ltr. bzw. Programmdir. Übersee des Staatl. Rundfunkkomitees, Radio Berlin International, später Mitarb. der deutschsprach. Red. der Ztschr. »Probleme des Friedens u. des Sozialismus« in Prag.Andreas Herbst

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Oschmann, Isolde

* 20.5.1913

Geb. in Berlin; Volksschule; Ausbildung u. Arbeit als Kindergärtnerin; 1945/46 KPD/ SED; 1946 – 48 Abg. der Stadtbez.-Verordnetenvers. Berlin-Treptow; Mitarb. im Stadtjugendamt; 1948 – 50 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; anschl. Assistentin am Lehrstuhl Geschichte der PHS; 1950 – 52 Min. für Volksbildung in der Landesreg. Thür.; Landesvors. der Dt.-Poln. Ges. u. Mitgl. der LL des KB Thür.; 1952 – 55 stellv. bzw. amt. Ltr. der Abt. Allgemeinbildende Schulen des ZK der SED; dann Sektorenltr. u. zeitw. Mitgl. der Frauenkommission beim PB des ZK der SED; später wiss. Mitarb. im Min. für Volksbildung, Studienrätin; 1973 VVO; 1977 – 82 Mitgl. des Zentralvorst. der Gewerkschaft Unterricht u. Erziehung.Andreas Herbst

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Othma, Paul

* 14.11.1905 – ✝ 20.6.1969

Geb. in Radzionkau (Krs. Tarnowitz, Schles./ Radzionków, Polen); Vater Malermeister; Volksschule; Lehre im Elektrohandwerk; 1921 – 41 Arbeit im Elektrowerk Bitterfeld, anschl. in den Dessauer Junkerswerken, lebte seit 1936 mit seiner Ehefrau in Sandersdorf. 1945 – 50 LDP; 1945 Mitarb. in Antifa-Ausschüssen, Mitgl. des Gemeinderats, 1946 bis Febr. 1953 Inh. eines Elektroreparaturgeschäfts, Aufgabe wegen hoher Steuerbelastung, anschl. Elektriker im Elektrochem. Kombinat Bitterfeld; 17. Juni 1953 Teiln. am Volksaufstand in Bitterfeld, Wahl ins allg. Streikkomitee in Bitterfeld, erster Redner vor 50. – 70.000 Demonstranten; Versuch, das Streikkomitee als neues Machtorgan durchzusetzen, zugl. Verhinderung von Plünderungen u. dgl.; 20.6. Verhaftung, 31.10. Verurteilung durch das BG Halle zu 12 Jahren Zuchthaus, 1.9.1964 Entlassung nach schwerer Erkrankung; Invalidenrentner; gest. in Sandersdorf. 2003 Enthüllung einer Gedenktafel am Bitterfelder Rathaus durch O.s Ehefrau, Benennung des Sport- u. Gemeindezentrums Sandersdorf nach O.Schmidt, H., Wagner, P. W.: »... man muß doch mal zu seinem Recht kommen ...« P. O. – Streikführer am 17. Juni 1953 in Bitterfeld. Magdeburg 2001; Wahl, S., Wagner, P. W. (Hrsg.): Der Bitterfelder Aufstand. Leipzig 2003.Ilko-Sascha Kowalczuk

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Otto, Herbert

* 15.3.1925 – ✝ 24.8.2003

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Arbeiter, Mutter Näherin; Volksschule; kfm. Ausbildung in Breslau; Bankangest.; 1943 NSDAP; 1943/44 Wehrmacht; 1944 – 48 in rumän., dann in sowj. Kriegsgefangenschaft; 1949 Besuch der Antifa-Zentralschule in Moskau. 1949 Rückkehr nach Dtl.; Funktionär der DSF; Dramaturg; Lektor im Verlag Kultur u. Fortschritt; danach freischaff. Schriftst. in Kleinmachnow; Vors. des DSV im Bez. Potsdam; Mitgl. des Präs. des Vorst. des DSV; 1956 u. 1961 Theodor-Fontane-Preis; 1971 Heinrich-Mann-Preis der AdK; 1977 VVO; 1978 NP; 1987 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR, dann Dt. PEN-Zentrum (Ost) bzw. Dt. PEN; gest. in Rostock. Debütierte 1956 mit dem autobiogr. geprägten Roman »Die Lüge«, andere Werke waren thematisch in der DDR-Gegenwart angesiedelt.Zeit der Störche. Berlin 1968 (Film 1970); Die Sache mit Maria. Berlin 1975; Der Traum vom Elch. Berlin 1983 (Film 1986); Die Lüge. Berlin 1991; Das Hundeohr. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth

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Otto, Walter

* 16.7.1920 – ✝ 1.10.1989

Geb. in Wurzen; Vater Kraftfahrer; Volksschule; Ausbildung u. Arbeit als Tapezierer; 1940 RAD, dann Wehrmacht u. Gefangenschaft. 1946/47 Tapezierer; 1947 – 50 Sattler bei einer sowj. Militäreinheit; 1949 SED; 1950/51 Sachbearb. im Arbeitsamt Grimma; 1951/52 Arbeitsschutz-Inspektor beim Rat des Krs. Grimma; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Grimma, dann Wurzen; 1953 Ltr. der Abt. II (Spionageabwehr) der BV Leipzig; 1954 Abt.-Ltr. in der HA II, MfS Berlin; 1957 zunächst Instrukteur, dann Ltr. der Arbeitsgr. Anleitung u. Kontrolle; 1960 – 65 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche; 1962 Versetzung zur HA Kader u. Schulung des MfS Berlin; dort Abt.-Ltr., 1965 stellv. Ltr., 1972 Ltr. der HA; 1977 Gen.-Major; 1982 aus gesundheitl. Gründen von seiner Funktion entbunden; 1983 Rentner.Jens Gieseke

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Overlach, Helene

* 19.7.1894 – ✝ 7.8.1983

Geb. in Greiz; Vater Arzt/parteilos; Realgymnasium; Handelslehre; 1920 Freie Soz. Jugend; Mitarbeit in der Red. »Junge Garde«; 1920 KJVD, VKPD; ab 1921 Mitarb. im Parteiapparat in Berlin (zeitw. bei  Wilhelm Pieck) u. Düsseldorf (b. Walter Stoecker); 1924/25 Red. »Ruhr-Echo«, zeitw. Chefred. »Niedersächs. Arbeiter Ztg.« Hannover; ab 1925 gem. mit Clara Zetkin Vors. des Roten Frauen- u. Mädchen-Bunds; ab 1927 Frauenvertreterin im ZK u. Ltr. der Frauenabt.; 1927 u. 1929 ZK-Mitgl.; 1929 Kand. des PB; Mai 1928 – März 1933 MdR; Herbst 1931 – Mitte 1932 Schulungskurs in Moskau; Juli 1933 illeg. Arbeit für die RH im Ruhrgeb.; Dez. 1933 verhaftet, Schutz- u. U-Haft, Aug. 1934 wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, Dez. 1936 »Schutzhaft«, KZ Mohringen u. Lichtenburg; Mai 1938 entlassen; Mitgl. DAF u. NSV; Arbeit an einer Handelsschule; unter Polizeiaufsicht; Aug. 1944 erneut verhaftet (Aktion »Gitter«), KZ Ravensbrück; 22.4.1945 über Rotkreuz-Aktion nach Schweden, Juni 1945 in Västerås. 1946 Rückkehr in die SBZ; Ltr. der gewerbl. Mädchenberufsschule; Hauptref. im Berliner Magistrat für das ges. kfm. Berufsschulwesen; dann Abt.-Ltr. für die Ausbildung von Berufsschullehrern in der Pädagog. HS Berlin; 1950 dort als Prof. berufen; nach Auflösung der Schule von 1952 – 54 Inst.-Ltr. für Ausbildung von Berufsschullehrern; Ende 1954 wegen Krankheit ausgeschieden; gest. in Berlin.Frauen-KZ Ravensbrück. In: Pol. Information, (1945) 8. Arendt, H.-J.: Sie stritt mit Herz und Verstand für den Soz. H. O. In: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbew. (1988) 6. MFS

Wer war wer in DDR

Paczinsky, Artur

* 8.12.1893 – ✝ 28.9.1967

Geb. in Pless (Oberschles. / Psczyna, Polen); Vater Schlosser; Volksschule; 1908 – 33 Lehre u. Arbeit als Schlosser; 1921 KPD; 1933 – 45 wegen »Vorber. zum Hochverrat u. von Sprengstoffverbrechen« zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, Haft in verschiedenen Zuchthäusern u. KZ. 1945/46 KPD/SED; Sekr. der KPD-KL Flöha (Sachsen); 1946 Sekr. des Krs.-Vorst. der SED Flöha; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 Länderverw. Sachsen des MfS), Ltr. der Abt. IVa (Spionage/Westarbeit); 1952 Ltr. der Abt. E (Verkehr), MfS Berlin; 1953 Ltr. der HA XIII (Verkehr), Oberst; 1959 Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Palitzsch, Peter

* 11.9.1918 – ✝ 18.12.2004

Geb. in Deutschmannsdorf (Krs. Löwenberg, Niederschl. / Zbylutów, Polen); verbrachte die Kindheit in Dresden; Vater Kfm.; FH (kfm. Lehre); 1940 – 45 Kriegsdienst u. Gefangenschaft. 1945 Dramaturg an der Dresdener Volksbühne; 1949 – 61 Assistent, Dramaturg u. später Regisseur am Berliner Ensemble, dort 1955 Regiedebüt »Der Tag des großen Gelehrten Wu«; 1959 NP (im Koll.); 1961 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; Gastinszenierungen in Schweden, Norwegen, Dänemark, den Niederl. u. in versch. westdt. Städten; 1967 – 72 Regisseur am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, Start mit William Shakespeares Trilogie der Rosenkriege; 1972 – 80 Vorstandsmitgl. u. Dir. des Schauspiels Frankfurt (Main), dort wesentl. beteiligt an der Entw. des einzigen Mitbestimmungsmodells im westdt. Theater; Haltung zu P. P. wegen der starken Politisierung seines Theaters kontrovers; 1980 – 91 Gastregisseur u. a. in Düsseldorf, München, Hamburg, Berlin, Wien u. Zürich. 1992 – 98 neben  Matthias Langhoff, Fritz Marquardt,  Heiner Müller u. Peter Zadek Mitgl. des Direktoriums bzw. künstler. Berater des Berliner Ensembles. Als  Bertolt-Brecht-Schüler u. Sachwalter von Brechts Erbe bemühte sich P. P. zunächst unter  Helene Weigels Ltg. gem. u. a. mit  Benno Besson u.  Manfred Wekwerth um die Fortentw. des Brechtschen Theaters: u. a. 1958 »Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui« in Stuttgart, 1959 am BE u. 1966 in Stockholm, 1960 »Der kaukas. Kreidekrs.« in Ulm u. 1962 in Oslo, 1961 »Der gute Mensch von Sezuan« in Ulm u. 1965 in Stuttgart, 1961 »Der Prozeß der Jeanne d’Arc zu Rouen 1431« in Ulm u. 1963 in Bremen; außerdem Neudeutungen Shakespeares: 1974 »Viel Lärm um nichts« in Frankfurt (Main), 1982 »Othello« in München u. anderer Klassiker (Friedrich Schiller, Johann W. v. Goethe, Georg Büchner); Hinwendung zur dt. Moderne: 1968 UA von Tankred Dorsts »Toller« in Stuttgart, 1965  Heinar Kipphardts »In der Sache J. Robert Oppenheimer« in Odense (Dänemark), 1964 UA von Martin Walsers »Der schwarze Schwan« in Stuttgart u. 1971 UA von Peter Weiss’ »Hölderlin« in Stuttgart; TV-Film »Der Prozeß der Jeanne d’Arc zu Rouen«; seit 1972 Vizepräs. der Dt. Akad. für Darstellende Künste Frankfurt (Main); 1992 Mitgl. der AdK Berlin (West); 1993 Mitgl. der AdK Berlin-Brandenb.; 1991 Berliner Theaterpreis; gest. in Havelberg.Laube, H., Loschütz, G.: War da was? Theaterarbeit und Mitbestimmung am Schauspiel Frankfurt 1972 – 1980. Frankfurt (Main) 1980; Mennicken, R.: P. P. Regie im Theater. Frankfurt (Main) 1993.Renate Rätz

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Pannach, Gerulf

* 24.6.1948 – ✝ 3.5.1998

Geb. in Arnsdorf (b. Dresden); Vater Fußballtrainer, Mutter Sekr.; 1967 Abitur; 1967 – 69 NVA; 1969/70 Jurastudium an der MLU Halle (abgebrochen); 1969 – 71 Songgr. Leipzig; 1970/71 Ref. für Singebew. im Kabinett für Kulturarbeit der Stadt Leipzig; 1971 Chansonklub Leipzig; Expedient; 1971 – 75 Zusammenarbeit mit der  Klaus-Renft-Combo bzw. Renft (Texte, gem. Auftritte); 1972 Sachbearb.; seit 1972 freischaff.; Freundschaft mit dem Schriftst.  Jürgen Fuchs, gem. Auftritte; ab 1974 auch mit Christian Kunert (Renft); Verbote, befristete Spielerlaubnisse, Auftritte schließl. nur noch in inoffiz. Veranstaltungen; Mitschnitt 1977: LP »Pannach, Fuchs u. Kunert« (in der Bundesrep. Dtl. erschienen); 1976 Mitunterz. der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; mit Jürgen Fuchs u. Christian Kunert Flucht auf das Grundstück  Robert Havemanns in Grünheide (b. Berlin); Nov. 1976 Verhaftung; 26.8.1977 Abschiebung in die Bundesrep. Dtl; Auftritte mit Wolf Biermann; Zusammenarbeit mit Christian Kunert; 1979 LP »Pannach & Kunert«; 1981 LP »Fluche Seele Fluche«; 1991 CD »Pretty Woman guck nicht so«; Textautor u. Schauspieler in Film (u. a. Filme von  Thomas Brasch) u. Theater (u. a. Rockoper in Essen). 2.12.1989 mit anderen ausgebürgerten Liedermachern erste Auftritte in der DDR nach der Wende (Haus der Jungen Talente Berlin); Texte für die Puhdys u.  Veronika Fischer; CD »York 17«; gest. in Berlin. 2000 CD Pannach & Kunert: Gib mir ’ne Hand voll Glück. Live 1977 – 1993.Sallmann, S. (Hrsg.): Als ich wie ein Vogel war. G. P.: Die Texte. Berlin 1998.Rainer Bratfisch

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Papenfuß-Gorek, Bert

* 11.1.1956

Geb. in Reuterstadt Stavenhagen; Vater Wissenschaftler u. NVA-Offz.; Schulzeit in Leningrad, Strausberg u. Greifswald; 1972 – 75 Ausbildung zum Elektronikfacharb.; Bausoldat; Theaterbeleuchter in Schwerin u. Berlin, lebt seit 1976 in Berlin; seit 1980 freiberufl. Autor; erste Texte in der Ztschr. »Temperamente« (77/2) u. in »Auswahl 78. Neue Lyrik Neue Namen«; u. a. von Richard Pietraß,  Karl Mickel u.  Gerhard Wolf gefördert; wegen Publikationsbeschränkungen trug B. P.-G. seine Texte in Begleitung versch. Rock- u. Punkbands vor, u. a. mit »Rosa Extra«, »Aufruhr zur Liebe« u. »klick & aus«; zahlr. Grafikmappen mit Ronald Lippok,  Helge Leiberg u. mit eigenen Zeichnungen; mit seinen sprachkrit. u. sprachspieler. Texten zählt er zu den wichtigsten Autoren der Literaturszene am Prenzlauer Berg; Mitarb. an zahlr. nichtoffiz. Ztschr. (»Anschlag«, »Ariadnefabrik«, »Kontext«, »Liane«, »Mikado«, »Schaden«, »Verwendung«); 1988 erste eigenständ. Publ. in der DDR nach fast zehnj. Wartezeit. 1991 F.-C.-Weiskopf-Preis der AdK; 1994 – 97 Mithrsg. der Ztschr. »Sklaven«, 1998 der Ztschr. »Sklavenaufstand« u. ab 1999 der Ztschr. »Gegner«; 1998 Erich-Fried-Preis; seit 1999 Mitbetreiber der Tanzwirtschaft »Kaffee Burger« in Berlin; Koordinator des Kulturprogramms Salon Brükkenkopf.harm. Berlin 1985; dreizehntanz. Berlin, Weimar 1988; SoJa. Berlin 1990; LED SAUDAUS. notdichtung. karrendichtung. Berlin 1991; vorwärts im zorn usw. Berlin 1991; NUNFT. Göttingen 1993; SBZ: Berliner Zapfenstreich: schnelle Eingreifgesänge. Berlin 1996; Land u. Leute. Berlin 1998; Hetze. Gedichte 1994 bis 1998. Berlin 1998; hetze. Berlin 1998; Tanzwirtschaft. Ein angewandter Forsetzungsroman. Berlin 2001; Haarbogensturz. Versuche über Staat u. Welt (mit Zeichnungen von Tom Platt). Berlin 2001; Rumbalotte. Gedichte 1998 – 2002. Basel 2005; Ation – Aganda. Gedichte. 1983/1990. Basel u. a. 2008. Wolf, G.: Wortlaut Wortbruch Wortlust. Dialog mit Dichtung. Leipzig 1988; Hesse, E. (Hrsg.): Sprache & Antwort. Köln 1988; Die andere Sprache. Neue DDR-Lit. der 80er Jahre. Text+Kritik. München 1990; Cosentino, C., Müller, W. (Hrsg.): »im widerstand/in mißverstand«? Zur Lit. u. Kunst des Prenzlauer Bergs. New York u. a. 1995; Böthig, P.: Grammatik einer Landschaft. Lit. aus der DDR in den 80er Jahren. Berlin 1997.Klaus Michael / Bernd-Rainer Barth

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Parchmann, Ernst

* 13.3.1930 – ✝ 24.9.1988

Geb. in Lübz (Mecklenb.); Vater Tischler; Volksschule; Landarb.; 1944 / 45 Besuch der Lehrerbildungsanstalt Güstrow. 1945 – 48 erneut Landarb.; 1948 / 49 Studium am IfL Neukloster; 1948 SED; Arbeit als Lehrer in Eggesin; 1950 / 51 Grenzpolizei, Ltr. (Politkultur) der VP-Grenzbereitschaft Wittenburg; 1951 – 54 Schulltr. in Granzin (Krs. Lübz); 1954 / 55 Ass. am Pädagog. Inst. Güstrow; 1955 / 56 SED-BPS in Güstrow; 1956 – 61 Red. beim SED-Bezirksorgan »Schweriner Volkszeitung«; 1961 – 64 Studium an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1964 – 67 Red., stellv. Chefred., Aug. 1967 – März 1971 Chefred. der »Schweriner Volkszeitung« (Nachf. von  Kurt Neheimer); 1967 – 71 Mitgl. des ZV des VDP bzw. des VDJ u. Vors. des Bezirksverb. Schwerin; 1971 – 73 Sekr. für Wiss., Volksbildung u. Kultur der SED-BL Schwerin; 1973 / 74 Red., Abt.-Ltr. (Kultur) u. Mitgl. des Red.-Koll. der Ztg. »Neues Deutschland« in Berlin; 1974 – 79 erneut Sekr. für Wiss., Volksbildung u. Kultur der SED-BL Schwerin; 1979 – 88 Dir. der Bezirksred. des Senders Schwerin von Radio DDR; gest. in Schwerin.Kirsten Nies

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Paryla, Katja

* 25.1.1940

Geb. in Zürich; Vater Schauspieler u. Regisseur Emil P. (Ps. Emil Stöhr); ab 1946 aufgew. in Wien; kam 1956 mit ihren Eltern nach Berlin u. studierte an der HS für bildende u. angewandte Kunst in Berlin-Weißensee Modegestaltung, Dipl.-Modegestalterin; 1961 – 63 Studium an der Schauspielschule Berlin; 1963 – 67 Engagement an der Volksbühne Berlin, 1967 – 77 am Maxim-Gorki-Theater Berlin; 1977 – 90 am Dt. Theater Berlin; 1990 am Schauspielhaus Zürich. 1991 am Schiller-Theater in Berlin; 1994 – 2001 Schauspielerin u. Regisseurin am Dt. Nationaltheater in Weimar; 2004 – 08 Schauspieldir. der Städt. Theater Chemnitz; seit 2008 am Düsseldorfer Schauspielhaus; Mitgl. der AdK. Rollen u. a. in: 1965 »Moritz Tassow« von  Peter Hacks, 1967 »Die seltsame Reise des Alois Fingerlein« von  Rainer Kerndl, 1975 »Die Letzten« von Maxim Gorki, 1982 »Die traurige Geschichte von Friedrich dem Großen« von Heinrich Mann, 1983 »Die Rundköpfe u. die Spitzköpfe« von  Bertolt Brecht, 1984 »Iphigenie auf Tauris« von Johann W. v. Goethe, »Elektra« von Sophokles u. »Medea« von Euripides, 1988 »Transit Europa« von Volker Braun (Wirtin); seit den 1960er Jahren auch Film- u. Fernsehrollen, u. a. in TV-Mehrteilern »Spuk unterm Riesenrad« (1978) u. »Spuk im Hochhaus« (1982). 2003 Inszenierung »Was ihr wollt« (Shakespeare) in Chemnitz; 2005/06 Inszenierung »Wilder Sommer« von Goldoni, »Die Verschwörung des Fiesco zu Genua« von Friedrich Schiller, Rolle in »Süßer Vogel Jugend« (Prinzessin).Gerd Dietrich / Helmut Müller-Enbergs

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Orzechowski, Bernhard

* 19.8.1925

Geb. in Oberhausen (Rheinland); Vater Rangierer; 1931 – 37 Volksschule in Oberhausen, 1938 / 39 in Bornit (Ostpr.); 1939 / 40 Landarbeiter; ab 1940 Wehrmacht; 1940 – 42 Unteroffiziersvorschule Dresden u. Mewe a. d. Weichsel, 1942 – 44 Unteroffiziersschule Bergzaber u. Ortelsburg, danach Ostfront; Mai 1945 – Dez. 1949 sowj. Kriegsgef. 1950 SED; 1950 – 52 VP-Bereitschaft; 1952 – 56 KVP; 1956 – 61 NVA (letzter Dienstgrad Oberst); 1954 – 56 Studium an der HS der KVP in Dresden; 1956 – 57 Ltr. des Sekretariats der ASV, Mitgl. des Präs. der ASV; 1957 – 61 stellv. Vors. des Staatl. Komitees für Körperkultur u. Sport; 1961 – 66 Sekr., 1966 – 75 Vizepräs. des DTSB-Bundesvorst. für Leistungssport bzw. 1975 – 89 für Großsportveranstaltungen; 1979 externes Studium an der DHfK Leipzig (Diplomsportlehrer); 1968 u. 1972 Chef de Mission der DDR-Olympiamannschaften; 1960 Verdienter Meister des Sports; 1964, 1968 u. 1972 VVO; 1970 Ehrenspange zum VVO; 1980 u. 1984 Stern der Völkerfreundschaft; 1987 Großer Stern der Völkerfreundschaft; seit 1990 Rentner.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Osten, Maria

* 23.3.1908 – ✝ 8.8.1942

Geboren am 23. März 1908 als Maria Greßhöner in Muckum/Krs. Lemgo, Tochter einer Großgrundbesitzerfamilie. Die Eltern übersiedelten 1911 mit den drei Töchtern (Maria war die jüngste) in einen größeren Gutshof nach Westpreußen. Dort besuchte sie die Höhere Mädchenschule in Deutsch Krone und dann ein Lyzeum in Berlin-Lichterfelde. Nach mehreren Tätigkeiten 1926 im kommunistischen Malik-Verlag angestellt, lebte sie mit dem Verleger Wieland Herzfelde zusammen. In der Berliner Boheme umtriebig, wurde sie rasch als Schriftstellerin bekannt, z. B. mit einer Erzählung in dem von Hermann Kesten 1929 herausgegebenen Band »24 Neue Deutsche Erzähler«. Seit 1927 in der KPD, gläubige Anhängerin der Sowjetunion (vor allem nach einer kurzen Heirat 1929 mit dem russischen Regisseur Jewgeni Tscherwiakow) und wählte als Zeichen ihrer Sympathie zur Sowjetunion das Pseudonym Osten, übernahm in der KPD verschiedene Funktionen, offensichtlich auch in deren Geheimapparat. Seit 1932 führte sie mit dem sowjetischen Schriftsteller, KP-Funktionär und »Prawda«-Redakteur Michail Kolzow (* 1898 – † 1940) eine Lebensgemeinschaft. Ab Herbst 1932 in Moskau Redakteurin bei der »Deutschen Zentral-Zeitung«. Nach Hitlers Machtantritt 1933 arbeitete Maria Osten in der KPD-Emigration, reiste zusammen mit Kolzow 1934 zu Reportagen nach Frankreich und ins Saargebiet. Dort trafen sie auf den Kommunisten Johann L’Hoste und nahmen dessen Sohn Hubert mit zu sich nach Moskau. Das Leben des deutschen Jungen schilderte sie in dem Buch »Hubert im Wunderland«. Während des Bürgerkrieges in Spanien wurde Kolzow ein wichtiger Vertreter der Sowjetunion in Madrid, wohin ihm Maria Osten folgte, die aus Spanien für die DZZ berichtete. Ab 1937 arbeitete sie in Paris für die kommunistische Zeitschrift »Wort«. Kolzow ging im Dezember 1937 wieder nach Moskau, wurde dort am 12. Dezember 1938 verhaftet und am 2. Februar 1940 in Butowo erschossen. Um zur Aufklärung beim vermeintlichen »Mißverständnis« der Verhaftung ihres Lebensgefährten beizutragen, reiste Maria Osten nach Moskau. Hier geriet sie selbst in die Stalinschen Säuberungen und wurde am 25. Juni 1941 verhaftet. Maria Osten wurde wegen »Spionage« am 8. August 1942 zum Tode verurteilt und sofort von einem NKWD-Kommando erschossen, 1957 vom Militärtribunal in Moskau »rehabilitiert«.

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Ott, Harry

* 15.10.1933 – ✝ 24.6.2005

Geb. in Chemnitz; Vater u. Mutter Weber; 1940 – 48 Grundschule in Kappel; 1944/45 HJ; 1945 Mitbegr. der Antifa-Jugendgr. in Kappel; 1948 – 52 EOS in Chemnitz, Abitur; 1952 SED; 1952/53 Studium der Wirtschaftswiss. an der KMU Leipzig; 1953 – 59 Studium am Inst. für Internat. Beziehungen in Moskau, Dipl.-Staatswiss.; 1959 Ref. im MfAA; 1959 – 62 Instrukteur, ab 1962 kommissar. Sektorenltr., 1963 – 66 Ltr. des Sektors Soz. Länder, bis 1966 war er Mitarb. des MfAA; 1966 – 74 stellv. Ltr. der Abt. Internat. Verbindungen des ZK der SED; 1971 – 76 Mitgl. der ZRK der SED; 1974 – 80 Botschafter der DDR in der UdSSR (Nachf. von  Horst Bittner); 1976 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1980 – 82 Botschafter; 1982 – 88 Ltr. der Ständ. Vertr. der DDR bei der UNO in New York, Botschaf- ter der DDR (Nachf. von  Peter Florin); 1982 – 88 Stellv. Min. für Ausw. Angelegenh.; 1983 KMO u. VVO; 1988 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Helmut Müller-Enbergs

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Otto, Kristin

* 7.2.1966

Geb. in Leipzig; Vater Physikprof., Mutter Physiotherapeutin; ab 1970 Schwimmsport; KJS Leipzig; Schwimmerin beim SC DHfK Leipzig; 1982 WM über 100 m Rücken, 4 x 100 m Freistil u. 4 x 100 m Lagen; 1984 Siegerin über 100 u. 200 m Freistil u. 4 x 100 m Freistil bei den Wettkämpfen der Freundschaft in Moskau; 1986 WM über 50 u. 100 m Freistil, 100 m Schmetterling, 200 m Lagen, 4 x 100 m Freistil u. 4 x 100 m Lagen; 1987 EM über 100 m Freistil, 100 m Rücken, 100 m Schmetterling, 4 x 100 m Freistil u. 4 x 100 m Lagen; 1988 Olymp. Spiele: Siegerin über 50 u. 100 m Freistil, 100 m Rücken, 100 m Schmetterling, 4 x 100 m Freistil u. 4 x 100 m Lagen (erfolgreichste Teiln.); 1989 EM über 100 m Rücken; 1988 DDR-Sportlerin des Jahres; 1988 Abitur; 1988 – 90 Volontärin beim Sender Leipzig; 1990 Vizepräs. des Dt. Schwimmsportverb. Sportjournalistin beim ZDF; 1993 bei 3SAT; anschl. Sportberichterstattung bei den ZDF-Nachrichten; ab Aug. 1998 Sport-Moderatorin im ZDF, u. a. der »Sport-Reportage«; 2000 Einstellung des Verfahrens gegen Strafbefehl von 15.000 DM Geldstrafe wg. Körperverletzung durch Doping gegen ihren früheren Mannschaftarzt u. Trainer Stefan Hetzer durch das Amtsgericht Leipzig; O. widerspricht dem Vorwurf der Dopingmitwisserschaft durch die ehemaligen DDR-Schwimmer  Ulrike Tauber, Karen König u. Jörg Hoffmann; lebt in Wiesbaden.Olympiabücher 2000 u. 2004 – 08 (Mithrsg.).Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Otto, Emil

* 24.11.1903 – ✝ 1.9.1977

Geboren am 24. November 1903 in Kolberg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Land- und Bauarbeiter. 1923 trat er in die KJD und in die KPD ein. Er war von 1924 bis 1927 erwerbslos, begann 1929 als hauptamtlicher Mitarbeiter bei der BL Pommern. Otto reiste 1931 nach Moskau, dort Kursant der Internationalen Leninschule. 1932 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Leiter des KPD-UB Stettin und Mitglied des Sekretariats der BL Pommern. Im Frühjahr 1933 entsandte ihn das ZK als Leiter der illegalen KPD nach Mecklenburg, er wurde jedoch von der Gestapo verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis 1936 im Zuchthaus Bützow-Dreibergen, anschließend »Schutzhaft« im KZ Sachsenhausen, aus dem Otto 1941 entlassen wurde. 1943 zur Wehrmacht einberufen, desertierte er noch im selben Jahr an der Ostfront und kam nach kurzer sowjetischer Kriegsgefangenschaft als Lehrer an die Antifa-Schule in Taliza. 1946 kehrte er nach Deutschland zurück, arbeitete zunächst im Apparat des SED-Landesvorstandes Mecklenburg, wurde 1947 Vorsitzender des FDGB Mecklenburg, 1950 Vorsitzender des Zentralvorstandes der IG Metall, war von 1955 bis 1961 Vorsitzender des FDGB im Bezirk Gera. Emil Otto starb am 1. September 1977.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Overlach, Helene

* 19.7.1894 – ✝ 7.8.1983

Geboren als Tochter eines Arztes am 19. Juli 1894 in Greiz; besuchte die höhere Mädchenschule und das Realgymnasium bis zur Obersekunda. 1915/16 absolvierte sie das Handelslehrerinnenseminar und war anschließend drei Jahre als Handelslehrerin tätig, dann ein Jahr Stenotypistin bei einem Rechtsanwalt in München. Sie trat 1919 der FSJ in München bei und wurde im Dezember 1920 Mitglied der KPD in Berlin. 1921 Redakteurin der Zeitschrift »Junge Garde«. Nach der März-Aktion 1921 illegale Arbeit als Stenotypistin in der Zentrale und 1922/23 im Oberbezirk West in Düsseldorf. 1924/25 Redakteurin beim »Ruhr-Echo« und zeitweise Chefredakteurin der »Niedersächsischen Arbeiterzeitung« in Hannover. Bei Gründung des RFMB zur 2. Vorsitzenden dieser Frauenorganisation der KPD (in Wirklichkeit aber Leiterin, da die 1.Vorsitzende Clara Zetkin, nur formal führte). Auf dem XI. Parteitag der KPD 1927 in Essen wurde Helene Overlach Mitglied des ZK, zugleich übernahm sie 1928 die Leitung der Frauenabteilung im Apparat des ZK. Im Mai 1928 im Wahlkreis Düsseldorf-Ost in den Reichstag gewählt, dem sie bis 1933 angehörte. Vom XII. Weddinger Parteitag 1929 erneut ins ZK berufen, wurde Helene Overlach auch Kandidatin des Polbüros. 1930 bei einer Demonstration schwer verletzt, nahm sie von Herbst 1931 bis Mitte 1932 an einem Schulungskurs in Moskau teil, danach schied sie aus dem Polbüro aus, war aber in der IAH und 1932/33 als Frauenleiterin im RGO-Reichskomitee aktiv. Ab Juli 1933 Instrukteurin der illegalen RGO im Ruhrgebiet, dann Bezirksleiterin der Roten Hilfe. Am 23. Dezember 1933 wurde sie in Essen verhaftet. Im August 1934 vom OLG Hamm zur damals höchsten Strafe verurteilt: drei Jahre Zuchthaus. Da sie sich nach der Strafverbüßung (in Aichach/Bayern) noch als überzeugte Kommunistin erklärte, zunächst ins KZ Moringen, dann in das KZ Lichtenburg eingeliefert. Sie litt an einer Herzmuskelerkrankung und wurde deshalb am 8.Juni 1938 aus der KZ-Haft entlassen. Von 1939 bis 1941 Stenotypistin, bis 1944 Handelsschullehrerin, bzw. Techniklehrerin in Berlin. Am 22.August 1944 erneut festgenommen (Aktion »Gewitter«), kam sie in das KZ Ravensbrück. Helene Overlach gelang Ende April 1945 mit einem »Polen-Transport« die Flucht nach Schweden. Bis Juli 1945 interniert, kehrte sie im August 1945 nach Berlin zurück, wurde Hauptreferentin in der Verwaltung für das berufliche Schulwesen Berlin und Leiterin der gewerblichen Mädchenberufsschule. Ab 1950 Professorin an der Pädagogischen Hochschule Berlin, Ende 1954 schied sie wegen schwerer Herzkrankheit aus. Sie erhielt 1974 den Karl-Marx-Orden. Helene Overlach starb am 7.August 1983 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Paffrath, Emil

* 17.8.1904 – ✝ 7.9.1985

Geboren am 17. August 1904 in Köln, Sohn eines Tischlers; lernte Tischler. 1923 Mitglied der KJD und der KPD. Von 1927 bis 1929 Polleiter des KJVD Mittelrhein. Paffrath wurde 1927 auf dem 10. Reichskongreß in Hamburg in das ZK des KJVD gewählt. Im Januar 1929 anstelle des ausgeschlossenen Werner Jurr hauptamtlicher Sekretär des RFB und Reichsführer der Roten Jungfront. Von 1929 bis 1933 gehörte er dem Büro des ZK des KJVD an und war Kandidat des EK der KJI, 1931 übernahm er in der illegalen RFB-Bundesführung die Agitproparbeit, von September bis Dezember 1932 in Haft. Ende Januar 1933 Instrukteur der RFB-Bundesführung in Ostpreußen, am 28. April 1933 in Königsberg verhaftet und Ende September 1934 vom OLG Königsberg zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, kam danach ins KZ Sachsenhausen bzw. Buchenwald. Im Juni 1939 wurde Paffrath zu Verhören in die Gestapozentrale nach Berlin verlegt, vier Tage vor Weihnachten überraschend entlassen und durfte nach Köln zurückkehren. Von 1940 bis 1942 Stellmacher in Köln, dort im Januar 1943 zur Wehrmacht eingezogen und Angehöriger des Strafbataillons 999 in Griechenland und auf der Krim. Paffrath desertierte Mitte April 1944 zur Roten Armee, wurde Leiter des antifaschistischen Klubs im Lager 188 Tambow, von Mai bis September 1945 Kursant an der Zentralen Antifa-Schule und von September bis Dezember 1945 an der Parteischule der KPD (Objekt 12). Im Januar 1946 kehrte er nach Deutschland zurück, Mitarbeiter im ZK der KPD, dann Referent beim PV der SED. Er erhielt am 31. Januar 1950 eine »strenge Rüge« und zwei Jahre Funktionsverbot durch die ZPKK wegen »partei- und gewerkschaftsschädigenden Verhaltens«, wurde zunächst Transportarbeiter im VEB Bergmann Borsig. Später Sekretär der SED-Kreisleitung Pankow, von 1962 bis zur Rente Kaderleiter des Volkseigenen Metallurgiehandels der DDR. Er erhielt 1979 den VVO in Gold. Emil Paffrath starb am 7. September 1985.

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Pallapies, Otto

* 11.10.1899 – ✝ 18.1.1989

Geboren am 11. Oktober 1899 in Wißwainen/ Krs. Tilsit, Sohn eines Maurers. Hirtenknabe, Landwirtschaftsgehilfe, 1914 Kriegsfreiwilliger, anschließend Angehöriger des Grenzschutzes im Memelland. Ende 1920 aus dem Heer entlassen, Kanalarbeiter und Bauhilfsarbeiter. Ab 1922 Mitglied der Union der Hand- und Kopfarbeiter, im März 1923 trat er in die KPD ein. 1932 Polleiter des UB Duisburg, von 1929 bis 1932 Stadtverordneter in Duisburg und Kandidat der KPD zur Reichstagswahl. 1933 Flucht in die Sowjetunion, dort Kursant an der Internationalen Leninschule, 1934 Rückkehr nach Deutschland, übernahm die illegale Leitung der RGO in Berlin. Am 21. Januar 1935 in Berlin verhaftet und am 29. April 1936 im Hochverratsverfahren mit Konrad Behrendt u. a. zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, zuletzt im Zuchthaus Brandenburg. Von 1945 bis 1949 bei Borsig und AEG beschäftigt. Später Sekretär der Parteischule des SED-Landesvorstandes Groß-Berlin, in West-Berlin aktiv. Pallapies war nach 1945 mit Margarete Behrendt, geborene Reddmann (* 24. 6. 1902 – † ?), der Witwe von Konrad Behrendt verheiratet. 1987 Übersiedlung nach Ost-Berlin. Otto Pallapies starb am 18. Januar 1989 in Ost-Berlin.

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Panzer, Albin

* 25.3.1886 – ✝ 22.1.1967

Geboren am 25. März 1886 in Scheubengrobsdorf bei Gera; Gärtner. Mitglied der SPD, ging während des Weltkrieges, den er als Soldat mitmachte, zur USPD. Er übersiedelte nach Remscheid und kam mit der linken USPD 1920 zur KPD. 1921 war er UB-Sekretär in Essen, 1923 in den »proletarischen Hundertschaften« aktiv. Panzer war 1925 einer der Gründer des RFB im Rheinland. Von 1927 bis 1928 leitete er als Gauführer den RFB Niederrhein und war Mitglied der KPD-BL. Er wurde nach dem Verbot des RFB im Rheinland im Juli 1929 hauptamtlicher Sekretär des »Antifaschistischen Schutzbundes«, aber bereits im Oktober 1929 wegen »Parteischädigung« aus der KPD ausgeschlossen. Es hieß damals, Panzer habe Unterschlagungen begangen, was bei den ständigen Finanzaffären des RFB unter Leitung Willy Leows kaum überraschte. 1933 trat er nach Berichten der Gestapo zunächst »nicht in Erscheinung«, wurde aber 1934 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« angeklagt, jedoch freigesprochen. Nach 1945 trat er politisch nicht mehr hervor. Albin Panzer starb am 22. Januar 1967 in Langenfeld/Rheinland.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Papke, Paul

* 18.9.1896 – ✝ 4.2.1970

Geboren am 18. September 1896 in Staffelde/ Krs. Soldin, Sohn eines Arbeiters; lernte Tischler und übersiedelte nach Landsberg a. d. Warthe, im Krieg von 1915 bis 1918 Soldat. Er trat nach der Revolution der USPD bei und ging mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD, von 1920 bis 1928 Möbeltischler in Landsberg. Viele Jahre ehrenamtlicher Funktionär, dann hauptamtlicher Leiter des Bezirks Ost der BL Berlin-Brandenburg und Redakteur des »Volksechos«, eines Kopfblattes der »Roten Fahne«. Papke wurde im Mai 1928 als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, in dem er die KPD bis 1930 vertrat. Ende 1928 wurde er zur Internationalen Leninschule nach Moskau gesandt, danach wieder Sekretär der KPD, 1931 für kurze Zeit inhaftiert. In einem Brief an das ZK beschwerte sich Papke im August 1932 darüber, daß er nicht in den Reichstag gewählt bzw. nicht auf einen sicheren Platz gesetzt worden war. Seine zuständige BL antwortete, er habe sich im Reichstag nicht bewährt. Wegen Differenzen mit der Führung verließ Papke 1932 die KPD. Ab Februar 1933 leistete er illegale Arbeit, schloß sich wieder der KPD an und emigrierte Ende 1933 über die âSR und Frankreich in die Sowjetunion. Er wurde jedoch zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurückbeordert. Hier 1935 verhaftet und am 31. Oktober 1935 zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend kam er im Juni 1940 ins KZ Sachsenhausen, aus dem er im Mai 1945 befreit wurde. Papke trat wieder der KPD bei, wurde 1945 zunächst Landrat im Kreis Seelow, später im Kreis Müncheberg. Ab 1947 in Potsdam Kommissar der Oderbruchhilfe, dann 1948 Bürgermeister der Stadt Fürstenwalde. Dort 1952 während der SED-Säuberung abgesetzt, von 1954 bis 1957 Leiter der Bezirksschule für landwirtschaftliche Produktion in Finkenheerd, ab 1960 Veteran in Strausberg. Er bekam zum 65.Geburtstag 1961 den VVO in Silber. Paul Papke starb am 4.Februar 1970.

Wer war wer in DDR

Paris, Helga

* 21.5.1938

Geb. in Gollnow (Hinterpomm. / Goleniów, Polen); 1956 Abitur in Zossen (b. Berlin); 1956 – 60 Studium der Modegestaltung an der FS für Bekleidung Berlin; kurzz. Doz. für Kostümkunde an einer Berufsschule; Tätigkeit als Gebrauchsgrafikerin bei der DEWAG Berlin; 1964 – 74 verh. mit  Ronald P.; ab 1965 intensive fotogr. Arbeiten, autodidakt. Aneignung der Grundlagen; 1967/68 Fotolaborantin, Übergang zur freiberufl. Arbeit; ab 1972 VBK; 1975 Fotografien der Inszenierung von  Benno Besson an der Volksbühne sowie von  Alexander Lang u.  Friedo Solter am Dt. Theater Berlin; Finanzierung des Lebensunterhalts durch Reprod. von Kunstwerken für Kat.; 1978 erste Personalausstellung in der HS für Bildende Künste Dresden; 1986 kurz vor Eröffnung Verbot der Ausstellung »Häuser u. Gesichter. Halle 1983 – 85« in der Galerie Marktschlößchen Halle, da in den Fotos der Verfall der Stadt dokumentiert wird; 1989 Ausstellung Fotogalerie Berlin-Friedrichshain; Soziale Fotografie, Serien: Müllfahrer (1974), Berliner Kneipen (1975), Möbelträger (1975), Altersheim, Berlin-Gürtelstraße (1980), Berliner Jugendliche (1981/82), ab 1981 Selbstporträts, Häuser u. Gesichter, Halle (1983 – 85), Frauenporträts VEB Treffmodelle (1984); seit 1996 Mitgl. der AdK; 2004 Hanna-Höch-Preis; lebt in Berlin.Tasso 75. Berlin 1978 (Text C. Funke); In Siebenbürgen. Leipzig 1982 (Text W. Knape); Gesichter – Frauen in der DDR. Berlin 1986; Diva in Grau. Häuser u. Gesichter in Halle. Halle 1991 (Text J. Kowalski, D. Winklhofer); Peripherie als Ort. Das Hellersdorf-Projekt. Galerie der NGBK. Berlin 1999 (Mitautorin). Kat. H. P. Galerie Sophienstr. 8. Berlin 1982; Kat. H. P. Kunsthalle Rostock 1988; Kat. H. P. Fotogalerie Berlin-Friedrichshain 1988; Kat. H. P. Berlinische Galerie 2004.Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Paschke, Richard

* 20.5.1901 – ✝ 17.2.1938

Geboren am 20. Mai 1901 in Berlin; Metallarbeiter. Er trat 1919 der USPD bei und kam 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD. Zunächst Parteifunktionär in Berlin, dann Mitarbeiter der sowjetischen Agentur TASS und illegal im AM-Apparat des ZK der KPD tätig. Von 1933 bis 1935 besuchte er die KUNMS in Moskau, war dann dort leitender Redakteur der »Deutschen Zentral-Zeitung« (DZZ). Am 17. Februar 1938 wurde er vom NKWD verhaftet, der Spionage beschuldigt und am 27. März 1938 zum Tode verurteilt. Richard Paschke wurde am 7. April 1938 in der UdSSR erschossen und im September 1957 »rehabilitiert«.