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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Passauer, Martin-Michael

* 20.1.1943

Geb. in Angerapp (Ostpr./Osjorsk, Rußland) in einer Pfarrersfamilie, aufgew. in Brandenb. (Havel); aus pol. Gründen nicht zur EOS zugelassen, ab 1957 Besuch eines ev. Gymnasiums in Berlin (West), nach Schließung der Grenze im Aug. 1961 Forts. der Ausbildung am Kirchl. Oberseminar in Potsdam-Hermannswerder; ab 1962 Studium der Theol. an der EMAU Greifswald, 1964 – 67 an der HU Berlin; anschl. Vikar in Bad Wilsnack (Prignitz); 1968/69 Besuch des Predigerseminars in Brandenb. (Ltg.  Gottfried Forck); danach Pfarrer in Berlin-Weißensee, insbes. Jugendarbeit u. integrative Gemeindearbeit; 1975/76 amtl. Superintendent; 1976 – 83 erster hauptamtl. Jugendpfarrer von Berlin; aktiv in der kirchl. Friedensbew. u. in der »Offenen Arbeit«, Org. zahlr. größerer Veranstaltungen (Stadtjugendsonntage, Bluesmessen, Friedenswerkstätten u. -seminare), kirchl. Mitverantw. beim Olof-Palme-Friedensmarsch; Mitgl. der Synoden der Ev. Kirche Berlin-Brandenb., der Ev. Kirche der Union u. des Bunds der Ev. Kirchen in der DDR; Mitgl. der Konferenz der ev. Kirchenltg.; seit 1984 Pfarrer der Sophiengemeinde in Berlin-Mitte; beteiligt u. a. an der Org. des Protestes opp. u. kirchl. Gruppen gegen die Manipulation der Kommunalwahlergebnisse vom 7.5.1989; 1988 – 90 zugl. persönl. Ref. des Bischofs Gottfried Forck; ab Nov. 1989 Mitgl. der Kommission zur Untersuchung der Übergriffe von Polizei u. MfS auf die Demonstranten vor der Berliner Gethsemanekirche am 7. – 9.10.1989. 1991 Verdienstorden des Landes Berlin; ab 1992 zusätzl. zum Pfarrerdienst in der Sophiengemeinde Superintendent des Kirchenkrs. Berlin-Stadt III; Mitgl. der Enquete-Kommission des Dt. Bundestags »Aufarbeitung von Geschichte u. Folgen der SED-Diktatur in Dtl.«; seit 1996 – 2008 Gen.-Superintendent in Berlin; 2008 Ruhestand. Publ. insbes. zu Fragen der kirchl. Jugendarbeit.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Pau, Petra

* 9.8.1963

Geb. in Berlin; POS; 1979 – 83 Ausbildung zur Pionierltr. u. Unterstufenlehrerin für Dt. Sprache u. Kunsterziehung am ZI der Pionierorg. »Ernst Thälmann« in Droyßig; 1983 SED; Lehrerin u. Pionierltr. in Berlin-Prenzlauer Berg; 1985 – 88 Studium an der PHS der SED, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1988 – 90 Mitarb. im ZR der FDJ, 1990 zuständig für die Auflösung der Pionierorg.; Jan. – Okt. 1990 PDS-Bezirksvors. u. Mai 1990 – 95 Abg. der Bezirksverordnetenversamml. Berlin-Hellersdorf. 1991 stellv., 1992 – 2001 Landesvors. der PDS Berlin, 1995 – 98 Mitgl. im Abgeordnetenhaus von Berlin; Okt. 2000 – Okt. 2002 stellv. Bundesvors. der PDS; seit 1998 MdB (1998, 2002, 2005 u. 2009 jeweils Direktmandat), 2000 – 02 u. 2005 – 08 stellv. Fraktionsvors. u. Ltr. des Fraktionsarbeitskreises Demokratie u. BürgerInnenrechte; seit April 2006 Vizepräs. des Dt. Bundestags; wird innerhalb der PDS bzw. Linkspartei dem reformorientierten Flügel zugerechnet; lebt in Berlin.P. P.: Einer trage des anderen Last. Berlin 2007 (Red.). Fehrle, B.: Bundestagspräsidentin P. P. In: Feldkamp, M. F. (Hrsg.): Der Bundestagspräsident. München 2007.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Paul, Hugo

* 28.10.1905 – ✝ 12.10.1962

Geboren am 28. Oktober 1905 in Hagen/Westfalen, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Autoschlosser. Mitglied des KJVD, 1923 trat er der KPD bei und gehörte ab 1928 der KPD-BL Niederrhein an. 1929 Volontär in der Redaktion der »Freiheit« in Düsseldorf. Im Juli 1932 wurde Paul im Wahlkreis Düsseldorf-Ost in den Reichstag gewählt, dem er jedoch nur bis November angehörte. Ab Februar 1933 Instrukteur für die illegalen UB Düsseldorf und München-Gladbach, bereits am 22. Juni wurde er in Düsseldorf verhaftet, im November 1934 vom VGH zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, kam anschließend 1936 in »Schutzhaft«, dann in das KZ Sachsenhausen. Im April 1939 entlassen, arbeitete Paul als Schlosser. Im Januar 1943 erneut festgenommen und im August 1944 durch den 2. Senat des VGH zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, bis zur Befreiung 1945 im Zuchthaus Butzbach. Paul wurde 1949 1. Sekretär der KPD-BL Niederrhein, war 1946/47 als KPD-Vertreter auch im SED-PV, 1948/49 Vorsitzender der KPD Nordrhein-Westfalen und bis zum Parteiverbot 1956 Mitglied des KPD-PV. Im Dezember 1949 wurde Paul wegen »titoistischer Abweichungen« seiner Funktion als Landesvorsitzender der KPD enthoben. Er war von 1946 bis 1950 Abgeordneter des Nordrhein-Westfälischen Landtags, von 1946 bis 1948 Minister für Wiederaufbau in der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und gehörte von September 1949 bis Juli 1953 als Abgeordneter der KPD dem Deutschen Bundestag an. 1953 wurde er kurzzeitig inhaftiert, lebte später in der DDR. Hugo Paul starb am 12. Oktober 1962 in Ost-Berlin. Seine Frau Luise Paul, geborene Klesper (* 3. 4. 1912 – † 3. 11. 1998), war Stenotypistin bei der KPD-Leitung in Remscheid, Solingen und im Einheitsverband der Metallarbeiter (RGO). 1926 KJVD. Am 13. Oktober 1933 festgenommen und im November 1934 zu 17 Monaten Gefängnis verurteilt. Anschließend Stenotypistin und Kontoristin in verschiedenen Betrieben. Nach 1945 Mitglied der KPD, Kontoristin, u. a. im Garten- und Friedhofsamt in Remscheid. Ilse Faesekorn veröffentlichte 1998 eine biographische Skizze über Hugo und Luise Paul.

Wer war wer in DDR

Pech, Cyrill

* 23.8.1938

Geb. in Neudörfel (Krs. Kamenz); Vater Landwirt, Sorbe; OS, 1956 Abitur; 1956 – 63 Theol.- u. Philosophiestudium an der MLU Halle; 1963 Priesterweihe; danach Pfarrer in Riesa bzw. Berlin; 1952 DSF; 1979 – Dez. 1989 CDU; 1981 – 84 Abg. des Bez.-Tags Dresden; 1985 – 89 Mitgl. des Bez.-Vorst. Berlin der CDU u. des Krs.-Vorst. Berlin-Marzahn der DSF; Mitw. im Friedensrat; 1990 ehrenamtl. Vors. des ZA der DSF (Nachf. von  Heinz Kuhrig); mit der Liquidation der DSF beauftragt; stellv. Vors. der DSF-Nachfolgeorg. Stiftung West-Östl. Begegnungen in Berlin; Vors. der »Berliner Freunde der Völker Russlands«; Pfarrer; Rentner; lebt in Berlin.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Pechstein, Claudia

* 22.2.1972

Geb. in Berlin; begann vierjährig mit Eiskunstlauf beim Trainingszentrum Dynamo Berlin-Hohenschönhausen; 1982 Wechsel zum Eisschnellauf; KJS Berlin, SC Dynamo Berlin bzw. SC Berlin (Trainer:  Joachim Funke, seit 1991  Joachim Franke); 1985 Spartakiadesiegerin 1.500 m; Junioren-WM: 1988 (Silber), 1989 u. 1990 (4. Pl.); 1989 DDR-Juniorenmstr.; seit 1993 Angeh. des Bundesgrenzschutzes bzw. der Bundespolizei; 1995 – 97 beim EC Berlin, 1997 – 99 beim Berliner Schlittschuh-Club v. 1893, 1999 – 2001 beim EHC Berlin, seit 2001 bei Eisbären Juniors Berlin; fünfmal Olymp. Spiele: 1992: 3.000 m (Bronze); 1994: 5.000 m (Gold), 3.000 m (Bronze); 1998: 5.000 m (Gold), 3.000 m (Silber); 2002: 3.000 u. 5.000 m (Gold); 2006: Team (Gold), 5.000 m (Silber) – mit insg. neun Olympiamed. erfolgreichste dt. Wintersportlerin; Mehrkampf: WM (2000); achtmal WM-Zweite (1996 – 1999, 2001, 2003, 2004, 2006); zweimal WM-Dritte (2002, 2005); fünfmal Einzelstrecken-WM: 1.500 m (2000), 3.000 m (2000, 2004), 5.000 m (1996, 2003); zweimal Mehrkampf-EM (1998, 2006); dreimal Siegerin Weltcup 3.000 u. 5.000 m (2003 – 05); 20 Weltcupsiege; fünf WR (dreimal 3.000 m, zweimal 5.000 m); elfmal Dt. Mstr.: fünfmal Mehrkampf (1996, 2000, 2002, 2004, 2006), zweimal 1.500 m (2003, 2006); viermal 3.000 m (2002 – 05); 2004 Mitgl. d. Bundesversammlung für die CDU bei der Bundespräsidentenwahl; 1992 Silbernes Lorbeerblatt, 2002 Sportlerin des Jahres; Febr. 2009 aufgrund von Indizien für Blutdoping von der Intern. Eislauf-Union (ISU) für 2 Jahre gesperrt; Klage vor dem Intern. Sportgerichtshof (CAS) noch nicht entschieden (Stand Aug. 2009); wohnt in Diensdorf-Radlow (Krs. Oder-Spree).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Pehnert, Horst

* 3.11.1932 – ✝ 1.4.2013

Geb. in Neukirchen (Krs. Borna); Vater Schneider; Grund- u. Berufsschule; 1947 – 50 Ausb. z. Buchdrucker; 1946 FDJ, 1955 SED; 1950 Jungkorrespondetenlehrgang, 1950 – 54 Journalist bei der »Jungen Welt«; 1954 – 57 Studium der Journalistik an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1956 Red., 1962 – 66 stellv. Chefred., 1966 – 71 Chefred. der »Jungen Welt« (Nachf. von  Dieter Kerschek); 1965 –71 Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1967 – 72 Mitgl. des ZV des VdJ; 1968 VVO; 1971 – 76 stellv. Vors. des Staatl. Komitees für Fernsehen; 1976 – 90 stellv. Min. für Kultur u. Ltr. der HV Film (Nachf. von Hans Starke); ab 1978 Mitgl. des Präs. des Film- u. Fernsehrats. 1990 Vorruhestand; seit 1990 PDS, zeitw. Gemeindeverordneter in Zeuthen u. Abg. des Kreistags Dahme-Spreewald; gest. in Bad Saarow.Dr. Sorge funkt aus Tokio. Berlin 1966 (zus. mit J. Mader); Trauer ist ja die Fortsetzung der Liebe. Berlin 2001 (Hrsg.); Kino, Künstler u. Konflikte. Filmprod. u. Filmpolitik in der DDR. Berlin 2009. Poss, I., Warnecke, P.: Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Penka, Rudolf

* 29.3.1923 – ✝ 16.1.1990

Geb. in Mährisch-Trübau (ČSR/Moravská Trebová); Vater u. Mutter Weber; Volksschule u. Staatsrealgymnasium; 1933 Mitgl. der »Roten Falken«, 1938 des KJV der ČSR; nach dem Einmarsch der Wehrmacht im Herbst 1938 aus polit. Gründen von der Schule relegiert; ab 1939 Tätigkeit als kaufm. Angest., Bau- u. Speditionsarb., Kraftfahrer; 1939 – 42 illeg. antifasch. Tätigkeit, u. a. als Kurier; 1941 RAD, Frühjahr 1942 Wehrmacht; Dez. 1942 Verhaftung, Jan. 1943 Verurteilung wegen »Zersetzung der Wehrkraft« durch das Kriegsgericht in Liegnitz zu zwei Jahren Gefängnis, Umwandlung der Strafe in »Frontbewährung«, Strafbat.; März 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft, Dolmetscher in einem Kriegsgefangenlager. 1946 Umsiedl. nach Reichenbach (Vogtland); 1946 SED; 1946/47 Abiturausbildung an der Vorstudienanstalt Plauen, anschl. Studium der Germanistik, Geschichte u. Publizistik an der Univ. Leipzig, Ltr. der Laienspielgruppe an der Univ. Leipzig; 1950 Delegierung zum Studium der Schaupielkunst am Dt. Theaterinst. in Weimar, Dipl.-Schauspieler; 1953 erstes Engagement an den Städt. Bühnen Erfurt; 1955 – 59 Doz. u. Abt.-Ltr. für Schauspiel sowie Schauspieler am »Theater der Jungen Welt« in Dresden; 1959/60 Schauspieler u. Regisseur am Dt. Nationaltheater Weimar; Okt. 1960 stellv. Dir., 1962 – 75 Dir. der Staatl. Schauspielschule Berlin (Nachf. von  Wolfgang Heinz), anschl. dort Doz. u. Prof. für Schauspielkunst, 1988 em.; Theaterregie, u. a. »Tagebuch der Anne Frank«; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Perwuchin, Michail Georgijewitsch

* 14.10.1904 – ✝ 22.7.1978

Geb. in Jurjuzan (Gebiet Tscheljabinsk, Ural); Vater Schmied; 1919 Mitgl. des Komsomol u. der KPdSU; Schulinstrukteur u. Red.; nach Abendschulen 1922 – 29 Ausbildung zum Elektroing. am Plechanow-Inst. in Moskau; 1930 – 37 Ing., zul. Dir. in der Elektroerzeugung; ab 1937 Dir. der HV für Elektrizitätswerke (»Glawenergo«) beim Volkskommissariat für Schwerindustrie der UdSSR; 1938/39 stellv. Volkskommissar für Schwerindustrie der UdSSR; 1939/40 Volkskommissar für Elektrokraftwerke u. -industrie der UdSSR; 1940 – 44 u. 1950 – 53, 1953 – 55 stellv. Vors. u. 1955 – 57 Erster stellv. Vors. des Rats der Volkskommissare bzw. ab 1946 des Min.-Rats der UdSSR; zugl. 1940 – 42 Volkskommissar für Kohle- u. Erdölindustrie der UdSSR; 1942 – 50 Volkskommissar bzw. ab 1946 Min. für chem. Industrie der UdSSR; 1953 – 54 Min. für Elektrokraftwerke u. -industrie der UdSSR; April – Juli 1957 Min. für mittleren Maschinenbau der UdSSR; ab 1940 Mitgl. des ZK u. 1952 – 57 des Präs. des ZK der KPdSU; infolge der Entmachtung von Wjatscheslaw Molotow, Georgi Malenkow u. Lazar Kaganowitsch durch Nikita Chruschtschow 1957 wirkte er 1957/58 nur noch als Vors. des Staatskomitees für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland beim Min.-Rat der UdSSR. 1958 – 62 Botschafter in der DDR (Nachf. von  Georgi M. Puschkin); er hatte offene Meinungsverschiedenheiten mit  Walter Ulbricht; 1963 – 65 Verw.-Ltr. beim Volkswirtschaftsrat der UdSSR u. 1965 – 78 Abt.-Ltr. beim Staatl. Planungsamt der UdSSR; vier Lenin-Orden; Rotbannerorden; Held der soz. Arbeit; gest. in Moskau.Kowalewa, N. et al. (Hrsg.): Molotow, Malenkow, Kaganowitsch. 1957. Stenogramma ijunskogo plenuma ZK KPSS i drugije dokumenty. Moskwa 1998.Jan Foitzik

Handbuch Deutsche Kommunisten

Peschke, Paul

* 3.12.1890 – ✝ 4.12.1983

Geboren am 3. Dezember 1890 in Berlin, Sohn einer alleinerziehenden Metallarbeiterin (Vater unbekannt), wuchs ab dem ersten Lebensjahr bei Pflegeeltern (Hermann und Anna Schulz) auf; Gürtlerlehre, später Maschinenschlosser. 1912 Mitglied der SPD, ab 1915 Soldat im Weltkrieg, ging 1917 zur USPD und war im November 1918 Vorsitzender eines Soldatenrates in Estland. Zurück in Berlin, nahm er dort an den Januarkämpfen 1919 teil. Er kam Ende 1920 mit dem linken Flügel der USPD zur KPD. Bei der Vorbereitung des Oktobers 1923 mit militärischen Aufgaben betraut, berief ihn die Zentrale im September 1923 zum »Revolutions-Kommissar« für Waffen. Anschließend war er unter Ruth Fischer als militärpolitischer Instrukteur tätig. Längere Zeit erwerbslos, arbeitete dann wieder als Schlosser bei Siemens. Mit der Mehrheit der Berliner Funktionäre gehörte Peschke zur Fischer-Maslow-Richtung, mit diesen wandte er sich 1925 gegen den »Offenen Brief« der Komintern. Als Leiter des UB Berlin-Prenzlauer Berg trat er noch Ende 1925 gegen Ernst Thälmann auf, doch einige Wochen später schwenkte er zum ZK über. 1925 in die Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin gewählt, kam er im Oktober 1926 in die Orgabteilung des ZK, war später Mitarbeiter in der Gewerkschaftsabteilung. Ab November 1930 Vorsitzender des Einheitsverbandes der Metallarbeiter von Berlin und Brandenburg und Mitglied der RGO-Reichsleitung. Ende Januar 1933 ging Peschke in die Sowjetunion, wo er bis 1936 Mitarbeiter der RGI und stellvertretender Leiter des mitteleuropäischen Sekretariats in Moskau war, hier in die KPdSU(B) übernommen, reiste er für sechs Monate illegal als RGI-Instrukteur nach Österreich. 1936 Redakteur bei der »Deutschen Volkszeitung« in Prag, führte dort 1937/38 die KPD-AL. Er flüchtete 1939 nach Schweden, war 1939/40 in der KPD-AL Mitte in Stockholm zusammen mit Karl Mewis. Dann verhaftet, er kam in ein Internierungslager. Ab Sommer 1943, 600 Kilometer nördlich von Stockholm, Werkzeugmacher. Peschke kehrte im Januar 1946 über Danzig nach Berlin zurück, war von Juni 1946 bis Oktober 1949 Vorsitzender des ZV der IG Metall in der SBZ. Bei Bildung der DDR-Regierung wurde er Staatssekretär im Ministerium für Arbeit u. Gesundheitswesen, von 1951 bis 1954 Leiter der ostdeutschen Sozialversicherung, im Sommer 1953 wegen »unsensiblen Verhaltens gegenüber der Ärzteschaft« abberufen, ab Anfang 1955 Leiter der Abteilung für Arbeiterfragen im Ausschuß für Deutsche Einheit. Er erhielt zum 75.Geburtstag 1965 den Karl-Marx-Orden. Paul Peschke starb am 4. Dezember 1983.Michael F. Scholz

Handbuch Deutsche Kommunisten

Petermann, Werner

* 31.1.1906 – ✝ 1942

Geboren am 31. Januar 1906 in Berlin, Sohn eines Angestellten und einer Schneiderin. Nach der Mittelschule Ausbildung als Statistiker. 1926 Funktionär der KPD, 1930 Übersiedlung in die Sowjetunion, Mitglied der KPdSU und Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Später arbeitete er im Apparat der Komintern, u.a. als Nachfolger von Helene Glatzer im Mitteleuropäischen Ländersekretariat. Danach war Petermann als Mitarbeiter im Moskauer Sekretariat von Palmiro Togliatti (Ercoli) beschäftigt. 1940 wurde er vom NKWD verhaftet und am 23. Dezember 1940 wegen »Teilnahme am antisowjetisch-rechtstrotzkistischen Block« zu fünf Jahren Lager verurteilt. Werner Petermann wurde im September 1942 in der Sowjetunion erschossen. Seine Frau Erna Petermann, geborene Saar (*5.7. 1904 – † 8. 1. 1981), war von 1919 bis 1930 Stenotypistin, seit 1927 in der KPD. Sie folgte ihrem Mann in die UdSSR, war dort im Komintern-Apparat beschäftigt und wurde ebenfalls vom NKWD festgenommen und im Dezember 1940 zu fünf Jahren Lager verurteilt, später in Kasachstan Kolchosarbeiterin. Ende 1955 kam sie in die DDR, war in der Redaktion der Zeitschrift »Probleme des Friedens und des Sozialismus« tätig. In ihrem Antrag auf Anerkennung als »Verfolgte des Naziregimes« schrieb sie, daß Werner Petermann 1942 »als Partisan« in der UdSSR gefallen sei.

Wer war wer in DDR

Petersen, Asmus

* 6.12.1900 – ✝ 4.1.1962

Geb. in Kemphy (Krs. Flensburg); Vater Bauer; Real- u. Oberrealschule; 1920 – 22 landw. Lehre; 1922 – 25 Studium an der Landw. HS Berlin; dabei Ltr. der agrarpol. soz. Arbeitsgemeinschaft; Dipl.-Landwirt; 1926/27 Wirtschaftsberater; 1927 Prom. mit einer Diss. über die Taxation von Wiesenländereien nach dem Pflanzenbestand; 1928 – 31 Assistent bei Friedrich Aereboe; nach der Habil. bis 1934 Privatdoz. an der Landw. HS Berlin; 1934 – 43 Prof. für landw. Betriebslehre an der FSU Jena; 1943 – 45 Prof. mit Lehrstuhl u. Dir. des Inst. für landw. Betriebslehre an der Univ. Rostock. 1946 SED; 1946 – 60 Prof., bis 1958 Dir. des Inst. für landw. Betriebslehre u. Agrarpol.; 1947 – 52 Dekan, 1952/53 Prodekan der Landw. Fak. der Univ. Rostock; 1955/56 Auseinandersetzungen zur Johann-H.-v.-Thünen-Rezeption; 1949 Ord. Mitgl. der DAW, 1951 der DAL; 1960 dort Sekretar der Sekt. Landeskultur u. Grünland; 1953 NP; ab 1957 Dir. des Inst. für Grünland- u. Moorforschung Paulinenaue der DAL (Nachf. von  Eilhard A. Mitscherlich), anknüpfend an die frühere Gräserforschung Umorientierung auf Forschungen zur Grünlandbewirtschaftung, Entw. der Organisationsform des Weidekombinats; ab 1960 Prof. mit Lehrstuhl für Grünland- u. Moorkunde an der HU Berlin; 1960 Ltr. der Forschungsgem. Grünland des Forschungsrats der DDR; 1960 Dr. h. c. der Univ. Rostock; A.-von-Humboldt-Medaille; gest. in Paulinenaue.Grundlagen zu einer Reichsbonitierung der landw. Kulturböden Dtl. Berlin 1934; Die Gräser als Kulturpflanzen u. Unkräuter. Berlin 1936 (6. Aufl. Berlin 1988); Thünens isolierter Staat. Berlin 1944; Die neuere Rostocker Thünenforschung. Berlin 1953; Bodenschätzung, Rohertragsbonitierung u. Meliorationsbonitierung. Berlin 1956. Stubbe, H., Wojahn, E.: A. P. in memoriam. Berlin 1962; A.-P.-Gedenksymposium von WPU Rostock u. AdL. 1981.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Peterson, Bruno

* 16.4.1900 – ✝ 28.1.1966

Geb. in Berlin-Karlshorst; Vater Tischler; 1906 – 14 Volksschule in Berlin; Ausbildung zum Buchdrucker; 1915/16 Mitgl. der Arbeiterjugend u. 1916 – 18 des Jugend-Bildungsvereins (Spartakusbund); 1918 Soldat; 1919 KPD; Schriftsetzer u. Korrektor im Verlag der Jugend-Internationale in Berlin-Schöneberg; 1929 Agit-Prop.-Sekr. der RFB-Bundesführung, ab 1929/30 des ZK der KPD; 1931/32 Ltr. des Internat. Arbeiter Verlags in Berlin; 1932 Mitarb. im Sekr. des ZK der KPD; 1933 Mitarb. des M-Apparats der KPD; 1933 verhaftet u. 1934 vom VGH zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, 1934 – 36 Haft im Zuchthaus Luckau; in Prag verantw. für den Druck der illeg. »Roten Fahne«; anschl. Auswerter im KPD-Nachrichtenapparat; 1937 – 39 Ltg. des KI-Verlags Prometheus in Paris; 1940 als Soldat des tschechoslowak. Korps der frz. Armee; 1941 – 45 dt. Gefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; Druckereiltr. in Saarbrücken u. Agit.-Prop.-Sekr. der KPD-BL Saargeb.; ausgewiesen u. Übersiedl. in die SBZ; Juli 1946 Rückkehr nach Berlin; Mitaufbau des Verlags JHW Dietz Nachf. GmbH Berlin; 1946 – 50 ltd. Red., dann Chefred. im Dietz Verlag; ab 1947 Mitgl. der SED-KL Köpenick; 1950 – 54 Ltr. des Verlags Volk u. Welt u. 1954 – 63 des Verlags Neues Leben; 1956 VVO; ab 1963 Geschäftsf. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig; gest. in Berlin.Schaul, D.: Résistance. Berlin 1973; Kaufmann, B. et al.: Der KPD-Nachrichtendienst 1919 – 1937. Berlin 1993.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Paterna, Erich

* 19.2.1897 – ✝ 22.4.1982

Geb. in Genschmar (Oderbruch); Vater Postagent; 1916 – 18 Vizefw. im 1. Weltkrieg; 1919 Beendigung der 1916 abgebrochenen Volksschullehrerausbildung; 1920 – 27 Volksschullehrer; 1927 Attestation als Mittelschullehrer; 1927 – 32 SPD, seit 1932 KPD; 1927 – 30 Mittelschullehrer; 1930 – 33 Rektor einer weltl. Schule in Frankfurt (Oder); 1933 Entlassung; Aug. 1933 – 1936 Lehrer in der Niederlausitz; 1933 – 36 Rottenführer in der SA-Brigade 122 in Sorau; zugl. aktiv im illeg. Widerstand, 1936 Verhaftung, 1936 – 40 Zuchthaus Brandenb.-Görden; 1940 – Jan. 1945 Aushilfsbuchhalter; Jan. – Mai 1945 Sonderaufträge für die sowj. Armee. Mai – Juli 1945 stellv. Ltr. des Bez.-Schulamts Berlin-Schöneberg; Juli 1945 – Mitte 1946 wiss. Mitarb. beim PV der KPD; hier beteiligt an der Ausarbeitung der »Richtlinien für den Unterricht in dt. Geschichte«; 1946 SED; 1946 – 53 Lehrer, ab 1947 Ltr. des Lehrstuhls für Geschichte der dt. Arbeiterbew. an der PHS; 1953 – 63 Dir. des Inst. für dt. Geschichte an der HU Berlin; 1953 – 58 Wahrnehmung einer Professur für dt. Geschichte; 1955 Prom. u. 1958 Habil. mit einer zweibändigen Studie über Klassenkämpfe der Mansfeld. Bergarb. vom 15. bis 17. Jh.; 1958 – 63 ord. Prof.; 1963 em.; 1972 VVO; 1977 Dr. h. c. der HU Berlin; 1982 KMO; gest. in Berlin. E. P. war u. a. Mitautor des HS-Lehrbuchs zur Geschichte Dtl. 1933 – 39 (Berlin 1969); obgleich selbst ohne universitäre geschichtswiss. Ausbildung, war er von nachhaltiger Bedeutung für die DDR-Geschichtswiss.; als HS-Lehrer u. Parteifunktionär hat er die Ausbildung der ersten u. bis 1989 dominierenden Historikergeneration der DDR maßgebl. mitgeprägt.»Da stunden die Bergleute auff«. Berlin 1960. Pätzold, K.: E. P. In: Wegbereiter der DDR-Geschichtswiss. Berlin 1989; Kowalczuk, I.-S.: Legitimation eines neuen Staates. Berlin 1997.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Paul, Elfriede

* 14.1.1900 – ✝ 30.8.1981

Geb. in Köln; Vater Lithograph; Lyzeum in Harburg; Lehrerinnenseminar; 1921 – 23 im Schuldienst; anschl. bis 1926 Ltr. eines Kinderheims; 1926 – 33 Med.-Studium in Hamburg u. Berlin, hier 1936 Prom.; 1934 – 38 Schulärztin; seit 1936 auch ärztl. Privatpraxis in Berlin; 1936 – 42 Mitarbeit in der antifa. Widerstandsgr. »Rote Kapelle«; 1942 wegen »Hochverrats« zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, ihr Lebensgefährte Walter Küchenmeister wurde zum Tode verurteilt u. 1943 hingerichtet. 1945 in Hannover; 1946 KPD-Abg. im Hess. Landtag; 1947 hess. Min. für Arbeit u. Volkswohlfahrt; 1947 Teiln. am Gründungskongreß des DFD u. Übersiedl. nach Berlin; SED; 1947 – 50 Abt.-Ltr. in der Dt. ZV für Gesundheitswesen; 1950 – 56 am Inst. für Sozialhygiene der HU Berlin; hier 1954 Habil. über »Häufigkeit u. Dauer der Arbeitsunfähigkeit der Frau«; 1956 Übernahme des Lehrstuhls für Sozialhygiene u. Gründung des Inst. für Sozialhygiene an der neuerrichteten Med. Akad. Magdeburg; wiss. Arbeitsschwerpunkte: med. u. soziale Probleme der berufstätigen Frau; 1964 em.; 1980 VVO; gest. in Ahrenshoop.Ein Sprechzimmer der Roten Kapelle. Berlin 1981.Peter Schneck

Wer war wer in DDR

Paulick, Richard

* 7.11.1903 – ✝ 4.3.1979

Geb. in Roßlau (Krs. Zerbst); Vater Red., SPD-Funktionär, Landtagspräs. von Sachsen-Anh.; Gymnasium u. pol. Arbeit in linken Gruppen; 1923 – 27 Architekturstudium an der TH Dresden u. in Berlin (u. a. bei Hans Poelzig), Dipl.-Ing.; 1925 SPD; 1927 – 30 Assistent von Walter Gropius in Dessau; 1930 – 33 selbst. Architekt in Dessau u. Berlin; 1933 Mitbegr. der SAP; 1933 Emigr. nach Shanghai (China); 1933 – 46 ltd. Architekt für das Entwurfs- u. Ausführungsbüro Bauwesen u. Innenarchitektur »The Modern Home«; 1934 Ausstattung chin. Speiseräume für das Walldorf Astoria Hotel New York, Inneneinrichtungen für Hotels u. Bars in Shanghai; illeg. pol. Arbeit in der Gruppe um Agnes Smedley u. Richard Sorge; 1940 Lehramt an der amer. St. Jones University in Shanghai; 1942 Prof.; 1945 – 49 Dir. des Stadtplanungsamts Shanghai (Hochbauabt. Shanghai-Nanking-Eisenbahn). 1949 Flucht aus China, Rückkehr nach Europa; seit 1950 in Berlin; SED; 1950 Inst. für Bauwesen der DAW unter Hans Scharoun, Wiederaufbauplanung für das hist. Zentrum Berlins (nach den Vorbildern von Knobelsdorff u. Schinkel); 1951 Mitgl. der DBA; Dir. des Inst. für Wohnbauten u. Ltr. des Aufbaustabs Stalinallee in Berlin, Projekt Block C-Nord u. C-Süd; Wiederaufbau des »Forum Fredericianum« Unter den Linden in Berlin mit Dt. Staatsoper (1951 – 55), Prinzessinnenpalais (1953/54) u. Kronprinzenpalais (1967 – 69); 1955 – 65 Vizepräs. der DBA; 1959 – 63 Chefarchitekt von Hoyerswerda, 1962 – 66 Schwedt u. 1964 – 68 Halle-Neustadt; 1964 – 70 Thälmann-Platz in Halle; 1968 Verdienstmedaille der DDR; 1952, 1956 u. 1969 NP; 1969 Entw. im industr. Wohnungsbau, prakt. Einführung der Vollmontage u. Fließfertigung, Planung u. Baultg. für den Akad.-Komplex Berlin-Wuhlheide; gest. in Berlin. R. P. galt als vielseitig begabter u. fachl. kompetenter Architekt u. Stadtplaner. Sein Können reichte vom historisierenden Wiederaufbau über die Architektursprache der »nat. Traditionen« bis hin zu mod. Tragwerkplanungen.Hoyerswerda – eine soz. Stadt in der DDR. In: Dt. Architektur (1960) 7. Müller, M.: Das Leben eines Architekten. Halle 1975; Durth, W. u. a.: Ostkreuz – Städte, Themen. Frankfurt (Main) 1999; Barth, H., Topfstedt, T.: Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Erkner 2000.Simone Hain / Volker Wagner

Wer war wer in DDR

Pech, Ottomar

* 2.1.1914 – ✝ 13.12.2000

Geb. in Weißenfels (Saale); Mittelschule; 1928 – 31 Lehre u. Arbeit als Stricker; Funktionär in der SAJ; 1931 – 34 erwerbslos; 1934/35 u. 1937 – 39 Stricker; 1935 – 37 u. 1939 – 45 Wehrmacht. 1945/46 KPD/SED; Juli 1945 Einstellung bei der Polizei Chemnitz; 1946 Sekr. der SED-Betriebsgr. im Polizeipräs. Chemnitz; 1948 Kdr. der Schutzpolizei in Berlin; 1949/50 Sonderlehrgang in der UdSSR; danach 1950 MfS; 1951 Ltr. der Abt. VII (MdI/DVP); 1952 Ltr. der Abt. VII/G (Abwehr Grenzpolizei); 1953 Gen.-Major, Ltr. der HA I (KVP bzw. NVA) des MfS; 1955 Kdr. der Inneren Truppen/Bereitschaftspolizei des MfS; 1956 Stabschef der HV Innere Sicherheit; Versetzung zur NVA; 1957 stellv. Chef des Hauptstabs der NVA; 1960 Lehrgang an der Militärakad. »Friedrich Engels«; 1961 Chef der Verw. Kader des MfNV (Nachf. von  Ewald Munschke), 1969 Gen.-Ltn.; 1979 Entlassung, Rentner; KMO.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pechulla, Hans

* 24.4.1906 – ✝ 14.7.1975

Geboren am 24. April 1906 in Roschwitz; Landarbeiter im Kreis Osternberg. Ende der zwanziger Jahre Mitglied der KPD, für sie unter Landarbeitern aktiv. Pechulla wurde noch am 5. März 1933 für die KPD als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt, aber bereits am 8.März verhaftet und bis April im Gefängnis Spandau festgehalten. Anschließend kam er in »Schutzhaft« ins KZ Sonnenburg, wurde dort im November 1933 freigelassen. Er trat politisch nicht mehr hervor, war wieder als Landarbeiter beschäftigt. Hans Pechulla starb am 14. Juli 1975.

Wer war wer in DDR

Peiper, Albrecht

* 23.10.1889 – ✝ 7.10.1968

Geb. in Greifswald; Vater Erich P., Prof. für Pädiatrie; 1902 – 08 Gymnasium in Greifs- wald; studierte von 1908 – 13 Med. in Freiburg i. Br., München u. Greifswald; 1914 Prom.; 1914 – 18 Kriegsdienst als Militärarzt; 1919 Assistenzarzt an der Kinderklinik der Berliner Charité bei Adalbert Czerny; 1924 Habil. u. 1930 a. o. Prof.; zeitw. Dir.-Vertr. an den Kinderkliniken in Greifswald u. Bonn; 1934 – 43 Ltr. des Städt. Kinderkrankenhs. in Wuppertal-Barmen; 1937 NSDAP; 1943 – 46 ord. Prof. für Pädiatrie u. Dir. der Univ.-Kinderklinik in Greifswald; 1943 Mitgl. der Leopoldina. Nach 1945 zunächst vom universitären Dienst suspendiert; kinderärztl. Praxis in Greifswald; 1948 Berufung zum ord. Prof. für Pädiatrie u. Dir. der Univ.-Kinderklinik in Leipzig, Wiederaufbau der kriegszerstörten Kinderklinik; wiss. Arbeiten zur Pathophysiol. der Frühgeborenen, zur Hirntätigkeit des Säuglings u. zur Perinatol.; 1955 Ord. Mitgl. der DAW; 1956 Mitgl. der Sächs. AdW; 1952 Verdienter Arzt des Volkes; 1953 NP; 1958 em.; gest. in Leipzig.Die Eigenart der kindl. Hirntätigkeit. Leipzig 1949 (3. Aufl. 1961); Chronik der Kinderheilkunde. Leipzig 1951 (4. Aufl. 1966); Erinnerungen eines Kinderarztes. Berlin 1967.Peter Schneck

Wer war wer in DDR

Peplinski, Franz

* 14.2.1910 – ✝ 12.11.1991

Geb. in Samotschin (Krs. Kolmar, Posen / Szamocin, Polen); Vater Zimmermann; Volksschule; 1925 – 33 Lehre als Mechaniker u. Zimmermann; 1927 RGO, 1928 KJVD; 1932 Jugendltr. des KJVD Berlin-Brandenburg; 1934 – 38 Arbeit als Zimmermann; 1939 – 45 Elektromonteur in den Siemens-Werken Berlin; nach 1933 illeg. Tätigkeit, u. a. 1933 / 34 als Betriebsinstrukteur des KJVD in Siemensstadt (Berlin-Marienfelde); 1934 KJVD-Schulung in Prag, Kontakte zur Widerstandsgr. um Anton Saefkow; 1938 / 39 19 Monate in Haft. 1945 KPD, Ltr. der KPD-Ortsgr. Zepernick; 1945 – 49 Bürgermstr. von Zepernick; 1946 SED; 1948 LPS in Schmerwitz; 1949 / 50 Landrat bzw. Vors. des Rats des Krs. Nauen; 1950 Besuch des 1. Halbjahreslehrgangs der DVA; 1950 – 52 Min. für Wirtschaft u. Arbeit der Landesreg. Brandenburg in Potsdam; Aug. 1952 bis Sept. 1956 Vors. des Rats des Bez. Frankfurt (Oder); Fernstud. an der DASR Potsdam u. der HfÖ Berlin, 1954 Dipl.-Volkswirt; 1956 / 57 Stud. an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1957 / 58 Staatssekr. im Min. des Innern u. Ltr. des Staatssekr. für die Angelegenh. der örtl. Räte; 1958 – 60 Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Potsdam; 1960 – 62 Vors. des Rats des Bez. Potsdam (Nachf. von  Herbert Rutschke), wg. »mangelnder politisch-ideolog. Qualifizierung u. unkrit. Verhaltens« sowie »Nichtdurchführung von Parteibeschlüssen« von dieser Funktion abberufen; 1963 – 70 Dir. des VEB Tiefbaukombinat Brandenburg; ab 1970 Rentner; ab 1974 Vors. des Bezirkskomitees der Antifasch. Widerstandskämpfer Potsdam. Gest. in Neufahrland (b. Potsdam).Kämpfer an der illegalen Front. In: Beiträge zur Gesch. der Arbeiterbew., Jg. 29, Berlin 1980. Kotsch, D.: Karrierewege in Brandenburg nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Jahrbuch für brandenburgische Landesgesch. Berlin (1996) 47.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Peschel, Karl Horst

* 29.9.1909 – ✝ 11.4.1989

Geb. in Dresden; Vater Vermessungstechniker Adolf P.; ab 1928 Studium der Geodäsie an der TH Dresden, dort 1932 Dipl.-Ing., anschl. dort wiss. Ass. bei Paul Werkmeister, 1936 Prom. zum Dr.-Ing.; 1933 / 34 Mitarb. am Geodät. Inst. Potsdam; 1936 – 38 Referendariat im Landesvermessungsamt Sachsen; 1937 NSDAP; 1938 / 39 Lehrtätigkeit an der TH Dresden, 1940 / 41 dort wiss. Ass. bei Reinhard Hugershoff; 1939 – 44 zugl. öffentl. bestellter Vermessungsing. in Dresden u. Kriegsdienst; 1945 / 46 Kriegsgef. 1946 Ltr. eines Vermessungsbüros in Dresden; 1950 Berufung auf den Lehrstuhl für Landesvermessung u. Katasterwesen an der TH Dresden, 1952 – 68 Dir. des Geodät. Inst. der TH Dresden, bis 1956 Ltr. der Abt. Vermessungswesen; 1952 – 67 Ord. Mitgl. der Dt. Geodät. Kommission bei der Bayerischen AdW; 1953 – 56 kommissar. Dir. des Inst. für Forstl. Geodäsie u. Photogrammetrie; 1953 – 56 Rektor der TH Dresden (Nachf. von  Kurt Koloc), anschl. Prorektor; 1956 Gründung der Zentralstelle für internat. Dokumentation der Geodäsie; 1959 – 74 Präsident, danach Ehrenpräsident der KdT; Mitgl. im Forschungsrat der DDR; 1960 Mitbegr. der Gesell. für Photogrammetrie der DDR; 1963 – 68 kommissar. Dir. des Geodät. Inst. Potsdam; 1963 – 84 Präsident des Nationalkomitees für Geodäsie u. Geophysik bei der AdW der DDR; 1968 – 74 Prof. für Spheroidale u. Phys. Geodäsie, 1969 – 74 Ltr. des neu gebildeten Wissenschaftsbereichs Geodäsie der TH Dresden; Arbeiten zur geometr. Höhenmessung; 1974 em.; 1956, 1974 u. 1984 VVO; 1973 NP; 1982 Ehrensenator der TU Dresden; 1984 Johannes-Stroux-Med. der AdW u. Ernst-Abbe-Med. der KdT; gest. in Dresden.Untersuchungen der mittelbaren Strekkenmessung mit Anwendung von Theodoliten u. Tangensschraubeninstrumenten zur mikrometr. Winkelmessung. Dresden 1936; P. S. Sakatow: Lehrbuch der höheren Geodäsie. Berlin 1957 (dt. Bearb.); N. A. Urmajew: Sphäroidische Geodäsie. Berlin 1958 (dt. Bearb.); M. S. Molodenski: Grundbegriffe der geodätischen Gravimetrie. Berlin 1958 (dt. Bearb.). Rößler, H.: P., K. H. In: Sächsische Biografie, hrsg. vom Inst. für Sächs. Gesch. u. Volkskunde e. V., bearb. v. M. Schattkowsky, Online Ausgabe; Petschel, D.: Die Professoren der TU Dresden 1828 – 2003. Köln u. a. 2003; Rößler, H.: Aus der Gesch. des Geodät. Inst. der Techn. Univ. Dresden. In: Geodäsie im Wandel – Einhundertfünfzig Jahre Geodätisches Institut. Dresden 2002; Hurtig, E.: Professor Dr. Ing. H. P. In: Journal of Geodesy (1989) 4.Uwe Fraunholz

Wer war wer in DDR

Peter, Erich

* 17.7.1919 – ✝ 11.10.1987

Geb. in Salza (Krs. Nordhausen); Vater Schmied, Mutter Heimarb.; 1925 – 33 Volksschule; 1933 – 36 Ausbildung zum Schlosser in Nordhausen; 1936/37 Arbeiter in Zinn (b. Gotha); 1937/38 RAD, Obervormann; 1938/39 Schlosser u. Maschinenarb. in Nordhausen; 1939 – April 1945 Wehrmacht (Panzer), Uffz.; bis 13.6.1945 amerik. Kriegsgefangenschaft in Remagen (Rheinl.). 1945 arbeitslos; 1945/46 KPD/SED; KPS; 1945/46 Schlosser in Nordhausen; 1946 Eintritt in die VP, Einzelposten; 1946/47 Gruppenführer u. Ltr. Untersuchungsorgan 201; 1948 Krs.-Polizeidir.; 1948/49 Ltr. der VPD bzw. KPV Nordhausen; 1949/50 Sonderlehrgang in der UdSSR; 1950/51 Stellv. der Fachabt. HVA; 1951/52 Stellv. Truppenausrüstung der KVPD Gotha; 1952 – 54 Ltr. der techn. Abt. im Stab der KVP; 1955/56 stellv. Chef der Verw. Motorisierung der KVP, Obltn.; 1956/57 Chef der Verw. Panzertechnik des Min. für Nat. Verteidigung, Oberst; 1957 – 59 Militärakad. des Gen.-Stabs der Streitkräfte der UdSSR, Dipl. rer. mil.; 1959/50 Kdr. der 9. PD; 1960 – 79 Chef der Grenzpolizei bzw. Grenztruppen (Nachf. von Paul Ludwig); 1963 Gen.-Major, 1969 Gen.-Ltn.; 1972 – 79 stellv. Minister für Nat. Verteidigung; 1979 Gen.-Oberst; 1962 – 79 Mitgl. des Kolleg. des MfNV; KMO; VVO; Scharnhorstorden; 1979 Ruhestand.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Petermeier, Karl

* 12.10.1899 – ✝ 2.4.1938

Geboren am 12. Oktober 1899 in München; studierte Volkswirtschaft, wurde 1916 zum Militär eingezogen, war Flugzeugführer und kam verwundet in ein Münchner Lazarett. Während der dortigen Räterepublik 1919 war Petermeier Adjutant des Stadtkommandanten von München. 1919 Mitglied der KPD, er wurde wegen Beteiligung an der Münchner Räterepublik gesucht und in Abwesenheit zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Kurzzeitig Mitglied der KAPD und Funktionär der AAU, er reiste 1921 als Delegierter der AAU zum Gründungskongreß der RGI nach Moskau. Petermeier trennte sich von der AAU, wurde 1921 Mitarbeiter der »Roten Fahne« und der sowjetrussischen Handelsvertretung in Berlin. 1922/23 kam er unter dem Decknamen Winokurow in den Apparat der KPD-Zentrale zu August Kleine (Samuel Guralski) und war im AM-Apparat an der Vorbereitung des geplanten bewaffneten Aufstandes im Oktober 1923 beteiligt. Wegen drohender Verhaftung flüchtete er aus Deutschland und erhielt eine Anstellung in der sowjetischen Handelsvertretung in London, wurde aber ausgewiesen. Von 1924 bis 1926 im Auftrag der Komintern in Italien tätig, übersiedelte dann in die Sowjetunion, wurde Mitglied der KPdSU und Referent im Volkskommissariat für Außenhandel. Ab 1931 Lehrstuhlleiter am Institut der »Roten Professur« zu Fragen der Weltwirtschaft und Weltpolitik. Petermeier war zuletzt Leiter der Internationalen Bibliothek in Moskau und gehörte zum Freundeskreis des 1933 als Trotzkist »entlarvten« Erich Wollenberg. Karl Petermeier wurde am 27. Juli 1937 vom NKWD verhaftet, am 2. April 1938 durch das Militärkollegium des Obersten Gerichts wegen »Spionage« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag in Butowo erschossen. Das Oberste Gericht der UdSSR hat Petermeier am 22. Juli 1965 rehabilitiert.

Wer war wer in DDR

Petersen, Jan

* 2.7.1906 – ✝ 11.11.1969

Geb. in Berlin; Vater Maurer; Kfm., Dreher u. Werkzeugmacher; 1921 Kommunist. Arbeiterjugend; 1926 – 28 KAP; ab 1930 KPD; verfaßte Texte für Spieltrupps sowie Sprechchöre u. veröff. kleine Prosastücke in »Rote Fahne«, »Arbeiterstimme«, »Illustrierte Rote Post« u. »Illustriertes Volksecho«; 1931 – 33 Org.-Ltr., 1933 – 35 Vors. des BPRS; sein erstes größeres liter. Werk erschien unter dem Ps. Jan Petersen (»Unsere Straße. Aufzeichnungen eines dt. Illegalen«. Prag 1936); anonymer Red. der antifa. Ztschr. »Neue Dt. Blätter« (Prag); Hrsg. von »Stich u. Hieb«, der einzigen, illeg. in Dtl. erscheinenden Ztschr. antifa. Schriftst.; Juni 1935 auf dem Internat. Schriftst.-Kongreß zur Verteidigung der Kultur in Paris als »Mann mit der schwarzen Maske« aufgetreten; da- nach Emigr. in die Schweiz, 1937 nach England; 1938 dt. Staatsbürgerschaft aberkannt; 1938 – 46 Vors. der Schriftst.-Sekt. des Freien dt. KB (London); 1940 – 42 in Kanada interniert; in London Mitgl. des engl. PEN-Clubs. 1946 Rückkehr nach Dtl. (Berlin); KPD/ SED; 1951 – 53 Vors. der Volksbühne Berlin; 1953 – 55 Vors. der Bez.-Org. Berlin des DSV; 1953 Mitgl. des dt. PEN-Zentrums Ost u. West; 1958 VVO; 1959 NP; gest. in Berlin.Und ringsum Schweigen. Erzählungen aus der dt. Widerstandsbew. 1933/1935. Berlin 1949; Yvonne. Berlin 1957; Er schrieb es in den Sand. Berlin 1960; Die Bewährung. Eine Chronik. Berlin, Weimar 1970. Vaßen, F.: Das illeg. Wort. In: Schnell, R. (Hrsg.): Kunst u. Kultur im dt. Faschismus. Stuttgart 1978; Hoffmann, L. et al.: Exil in der Tschechoslowakei, in Großbritannien, Skandinavien u. Palästina. Leipzig 1980.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Peterson, Bruno

* 16.4.1900 – ✝ 28.1.1966

Geboren am 16. April 1900 in Berlin, Sohn eines Tischlers; lernte Schriftsetzer, gehörte im Weltkrieg der Spartakusjugend an. 1918 noch Soldat, 1919 trat er in die KPD ein. In den zwanziger Jahren Schriftsetzer und Korrektor im Verlag Jugend-Internationale. Ende 1928 Agitpropsekretär in der RFB-Bundesführung, nach dem RFB-Verbot kam er in die Agitpropabteilung des ZK. Nach einem Kurs in Moskau übernahm Peterson 1930 die Leitung des Internationalen Arbeiterverlages. Ende 1932 gehörte er als Leiter des Kurierdienstes zu den wichtigen Mitarbeitern im Sekretariat des ZK der KPD und des AM-Apparates. Ab Februar 1933 in der illegalen Landesleitung tätig, im November 1933 festgenommen, Ende des Monats Zeuge im Reichstagsbrand-Prozeß. Am 13. Februar 1934 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, nach der Freilassung emigrierte er im Februar 1936 in die âSR und war in Prag mitverantwortlich für den Druck der »Roten Fahne«. Seit Juni 1937 in Frankreich, als tschechischer Staatsbürger 1939 im âSR-Korps der französischen Armee, er geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft und gab sich als Franzose aus, bis April 1945 in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern. Ende 1945 ging Peterson zurück nach Paris und Anfang Juli nach Saarbrücken, wo er Druckereileiter der KPD wurde. Im Juli 1946 aus der französischen Zone ausgewiesen, Übersiedlung in die SBZ, bis 1950 Redakteur im Dietz Verlag, von 1950 bis 1962 Leiter der Verlage Volk und Welt und Neues Leben, zuletzt Geschäftsführer des DDR-Börsenvereins der Deutschen Buchhändler in Leipzig. Er erhielt 1957 den VVO in Silber. Bruno Peterson starb am 28. Januar 1966 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Pätzold, Kurt

* 3.5.1930 – ✝ 18.8.2016

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); 1948 – 53 Studium der Geschichte, Pol. Ökon. u. Philos. an der Univ. Jena; SED; 1953 – 63 dort Assistent u. Aspirant; Lehrtätigkeit an der ABF; als Mitgl. der SED-Parteiltg. u. zeitw. als Univ.-Parteisekr. an der FSU Jena v. a. von 1956 – 58 maßgebl. an der Verfolgung, Diskriminierung u. Ausgrenzung Andersdenkender beteiligt; 1963 Prom. über den Zeiss-Konzern in der Weltwirtschaftskrise 1929 – 33; 1963 – 67 wiss. Sekr. der Sekt. Geschichte bei der DAW; 1967 – 73 Assistent an der HU Berlin; 1973 Diss. B »Zur pol. Strategie u. Taktik des fasch. dt. Imp.«; 1973 – 92 ord. Prof. an der HU Berlin; 1988 NP. Nach 1989 geriet K. P. aufgrund maßgebl. Beteiligung an der pol. motivierten Relegation von Studenten der Sekt. Geschichte an der HU Berlin in den Jahren 1968, 1971/72 u. 1976 unter heftige öffentl. Kritik; 1992 Entlassung, seitdem Vorruhestand; PDS; Mitgl. des Marxist. Forums; Mitgl. der Leibniz-Sozietät; K. P. publizierte hauptsächl. zur dt. Geschichte 1933 – 45; er galt als prominenter Vertreter der DDR-Geschichtswiss., insbes. der marxist.-leninist. Fasch.-Forschung.Fasch., Rassenwahn, Judenverfolgung. Berlin 1975; Hakenkreuz und Totenkopf. Berlin 1981 (mit M. Weißbecker); Pogromnacht 1938. Berlin 1988 (mit I. Runge); Auschwitz war für mich nur ein Bahnhof. Berlin 1994 (mit E. Schwarz); Adolf Hitler. Leipzig 1995 (mit M. Weißbecker); Geschichte der NSDAP. Köln 1997 (mit M. Weißbecker); Rudolf Hess. Leipzig 1999 (mit M. Weißbecker); Stalingrad u. kein Zurück. Leipzig 2002; Der Führer ging, die Kopflanger blieben. Köln 2005; im Rückspiegel: Nürnberg. Der Prozess gegen die dt. Hauptkriegsverbrecher 1945/46. Köln 2006; Die Geschichte kennt kein Pardon. Erinnerungen eines dt. Historikers. Berlin 2008.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Paul, Rudolf

* 30.7.1893 – ✝ 28.2.1978

Geb. in Gera; Gymnasium; Studium der Staats- u. Rechtswissensch. in Berlin u. Leipzig; 1919 Referendarsexamen, danach Prom. zum Dr. jur.; 1922 Assessor; Staats- u. Rechtsanwalt in Gera; 1922 DDP; 1925 – 33 Vors. des Landesverb. Thür.; 1933 Berufsverbot; 1934 – 45 Landwirt. 7.5.1945 vom amerikan. Stadtkommandanten als OB von Gera eingesetzt; April 1946 SED; ab 16.7.1945 Präs. der Landesverw., 1946/47 Min.-Präs. des Landes Thür. (Nachf. von  Hermann Brill); 9.10.1947 Flucht nach Berlin (West), dann in die amerik. Besatzungszone; ab 1948 Rechtsanwalt, Notar u. Mitbegr. der Kanzlei Knauthe-Paul-Schmitt in Frankfurt (Main).Werdender Staat. Ein Zeitdok. über thür. Neuaufbau. Gera 1946; Gestern, heute u. morgen! Weimar 1946 (zus. mit W. Eggerath). Domkowsky, G.: Oberbürgermeister der Stadt Gera. Gera 2007.Helmut Müller-Enbergs

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Paulus, Friedrich

* 23.9.1890 – ✝ 1.2.1957

Geb. in Breitenau (Guxhagen, Schwalm-Eder-Krs.); Vater Beamter; Gymnasium, 1909 Abitur in Kassel; 1910 kaiserl. Armee, Laufbahn als Berufsoffz., 1911 Ltn.; im 1. Weltkrieg in Stabs- u. Adjutantenstellungen; danach Grenzschutz Ost, 1919 Reichswehr, Hptm.; dann überwiegend Dienst als Gen.-Stabsoffz., 1.6. 1933 Obltn.; 1934 Major u. Kdr. der Kraftfahrabt. in Wünsdorf (b. Zossen); 1935 Chef des Gen.-Stabs des Kdo. Kraftfahrtruppen (Panzer) in Berlin, Oberst; Teiln. an den Überfällen Dtl. auf Polen, Belgien u. Frankreich sowie an der Planung des Einfalls in die UdSSR, 1.1.1939 Gen.-Major; Mitte 1940 Oberquartiermstr. I im Gen.-Stab des Heeres (erster Berater des Gen.-Stabschefs, zugl. dessen Stellv.); 1942 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes; 1943 Eichenlaubträger; Anfang 1942 Oberbefehlshaber der 6. Armee, Weisung zur Nichtbefolgung des »Kommissars-Befehls« u. Aufhebung des »Härte-Befehls«; 31.1.1943 als Gen.-Feldmarschall im Raum Stalingrad Kapitulation u. sowj. Gefangenschaft; im Aug. 1944 Beitritt zum Bund Dt. Offz. u. Anschluß an die BFD; Verhaftung der Ehefrau durch die Gestapo, Sohn in Sippenhaft. Sommer 1946 vor dem Internat. Militärgerichtshof in Nürnberg Zeuge der Anklage gegen den ehem. dt. Gen.-Stab, Aussagen über die Ausarbeitung des Plans »Barbarossa«; Okt. 1953 Rückkehr nach Dtl.; freischaff. Schriftst. in Dresden; 1953 Mitgl. der DSF; Mai 1954 auch Vortragstätigkeit an der HS für Offz. der KVP; gest. in Dresden.Feldmarschall P. spricht. Berlin 1954; »Ich stehe hier auf Befehl!« Lebensweg des Gen.-Feldmarschalls F. P. (Hrsg. W. Görlitz). Frankfurt (Main) 1960. Goerlitz, W. (Hrsg.): P. u. Stalingrad. Frankfurt (Main) 1964; Reschin, L.: Feldmarschall im Kreuzverhör. F. P. in sowj. Gefangenschaft. Berlin 1996; Diedrich, T.: P. Das Trauma von Stalingrad. Eine Biogr. Paderborn 2008.Helmut Müller-Enbergs

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Pechauf, Peter

* 7.3.1941

Geb. in Sonneberg; Vater Buchhalter, Mutter Verkäuferin; 1947 – 59 Grund- u. EOS in Sonneberg, Abitur; 1959 – 63 Ausb. zum Fachlehrer für Dt. Geschichte am Pädagog. Inst. in Leipzig; 1966/67 Zusatzausb. zum Fachlehrer für Staatsbürgerkunde; 1969 – 75 2. Sekr. der FDJ-KL Sonneberg, dann 1. Sekr. der FDJ-KL Hildburghausen; 1975 – 78 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1985 – 89 1. Sekr. der SED-KL Meiningen (Nachf. von Otto Pfaff); Nov. 1989 – Febr. 1990 1. Sekr. der SED-BL Suhl (Nachf. von  Hans Albrecht); Dez. 1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorbereitung des außerordentl. Parteitags der SED. 1990 – 95 Mitarb. der PDS Suhl u. der »Unsere Neue Zeitung« (UNZ)-Verlags-GmbH; 1996 – 2000 Mitarb. eines Inkassounternehmens in Erfurt; 2000 – 04 in der Erwachsenenbildung in Coburg tätig; Ruhestand; lebt in Sonneberg.Helmut Müller-Enbergs

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Peck, Ulrich

* 20.1.1948

Geb. in Stilow (Krs. Greifswald); Vater Landarbeiter; POS; 1963 FDJ; Ausb. zum Elektromonteur; Studium der Elektrotechnik, Dipl.-Ing. für Elektrotechnik; 1967 – 70 NVA; 1969 SED; 1970/71 Sachgebietsltr. Materialverkauf auf der Peene-Werft Wolgast; 1971/72 Instrukteur der FDJ-KL Wolgast, 1972/73 Sekr. für Arbeiterjugend, 1973 – 75 2. Sekr.; 1975/76 Studium an der BPS »John Scheer« in Rostock; 1976 – 80 1. Sekr. der FDJ-KL Wolgast; 1980 – 82 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschafts- wiss.; 1982 – 87 1. Sekr. der FDJ-BL Rostock (Nachf. von Norbert Rowohl) u. Mitgl. des ZR der FDJ; Mitgl. der SED-BL Rostock u. Mitgl. des Sekr.; 1988/89 1. Sekr. der SED-KL Rostock-Stadt (Nachf. von Heinz Kochs); Nov. 1989/90 1. Sekr. der SED-BL Rostock (Nachf. von  Ernst Timm); Dez. 1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorbereitung des außerord. Parteitags der SED; Febr. – Juni 1990 Stellv. Vors. des PDS-LV Mecklenb.-Vorp.; Juli 1990 – Jan. 1992 Geschäftsf. des Honda-Autohauses Car-Service Rostock GmbH; Febr. 1992 – Jan. 2006 Geschäftsf. des Autohauses Auto-Contor Rostock; seit Febr. 2006 selbständiger Grundstücks- u. Immobilienmakler.Helmut Müller-Enbergs

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Pelz, Herbert

* 15.11.1909 – ✝ 1938

(* 1909 – † 1938?) Geboren am 15. November 1909 in Berlin. Nach dem Studium und der Promotion wurde er Assistenzarzt und Bakteriologe in Berlin. Aktiv in der kommunistischen Studentenarbeit, ab 1929 in der Kostufra-Reichsleitung, 1931 kurzzeitig deren Leiter. Pelz übersiedelte im November 1932 nach Moskau und war auch dort als Arzt tätig. Im März 1938 vom NKWD verhaftet, wurde er als angeblicher Trotzkist vor Gericht gestellt. Herbert Pelz soll noch im gleichen Jahr erschossen worden sein.

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Perk, Willy

* 27.9.1905 – ✝ 9.12.1991

Geb. in Dortmund; Vater Stahlarb.; Volksschulabschl.; 1919 – 22 Lehre als Metallarb. bei Krupp in Essen; nach Abschl. der Lehre arbeitslos; erst unbezahlter, dann bezahlter Funktionär des KJVD, bzw. der KPD; seit 1920 Mitgl. der Jugendltg. des DMV in Essen; 1923 KJVD; 1926 Ltr. des UB Essen; Mitbegr. der RJ; 1926 Mitgl. der BL Ruhrgeb.; Agitprop-Sekr.; 1927 KPD; 1929 Mitgl. der BL Ruhrgeb.; 1930 – 31 Mitarb. der KI in Moskau; in dieser Zeit auch Teiln. an einem militärpol. Lehrgang; Rückkehr nach Essen; 1932 Red. am KPD-Organ »Ruhrecho«; 1933 (illeg. Ltr. des RFB Ruhrgeb., später Berlin) Emigr. in die Niederlande; 1934 Rückkehr nach Dtl.; illeg. Reichsltr. des RFB; Verhaftung Ende 1934, 1935 Verurteilung zu acht Jahren Haft, die im Zuchthaus Luckau, bzw. in versch. Moorlagern verbüßt wurden, 1943 – 45 KZ Sachsenhausen. 1945 Eheschließung in Berlin mit der Tochter seiner letzten Quartiereltern vor der Verhaftung; Übersiedl. nach Herne; Mitgl. der KPD-Zonenltg. in der BBZ, Mitgl. des Sekr. der BL Ruhrgeb.; 1946 – 48 Chefred. des »Westdt. Volks-Echos«, 1948 Verbot der Ztg. durch die Besatzungsbehörden; Übersiedl. in die SBZ; SED; Mitarb. des »Neuen Dtl.«, verantw. für dessen Westausgabe; nach deren Verbot zum Chefred. des Dtl.-Senders ernannt; ab März 1951 operativer pol. Mitarb. der ZK-Abt. Arbeitsbüro-Westabt.; 1956 – 59 1. stellv. Vors. des Staatl. Rundfunkkomitees; seit 1953 Mitgl. des Zentralvorst. u. zeitw. Mitgl. des Präs. des VDP; 1959 – 63 Sekr. des Bundesvorst. des FDGB; 1959 Verdienstmedaille der DDR; 1965 VVO; 1963 – 70 Sekr. bzw. stellv. Vors. des ZA der Volkssolidarität; 1970 – 75 Arbeitsbereichsltr. bzw. Sekr. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer der DDR; 1975 KMO.Die Hölle im Moor. Frankfurt (Main) 1970.Anette Leo

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Peschel, Manfred

* 12.4.1932 – ✝ 26.2.2002

Geb. in Olbersdorf (b. Zittau); 1951 – 57 Studium der Physik u. Mathematik an der HU Berlin; anschl. bis 1963 in der Industrie; danach bis 1966 im Rechenzentrum der HU Berlin tätig, hier Prom.; 1966 ord. Prof. für Regelungstechnik an der TH Karl-Marx-Stadt; 1970 Habil. mit einer Arbeit zur Systemtheorie; 1972 Rückkehr nach Berlin; 1973 – 86 Ltr. des Forschungsber. Mathematik u. Kybernetik (später Mathematik u. Informatik) der AdW; 1979 Korr. Mitgl. der AdW; 1983 NP; 1986 –89 am Zentrum für wiss. Gerätebau u. ab 1989 Bereichsltr. am Inst. für Informatik u. Rechentechnik der AdW; gest. in Großschönau (Lausitz). Arbeitsgebiete: Polyoptimierung, Theorie der Suchprozesse, Modellbildung.IPM: Betrachtungen zur Systemtheorie. Gedenkband. Zittau, Görlitz 2003.Annette Vogt

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Peter, Fritz

* 28.12.1927

Geb. in Bralitz (Krs. Bad Freienwalde); Vater Fleischer u. Landwirt; Volks-, dann Landw.-Schule; 1942 – 44 Landw.-Gehilfe; 1944/45 Wehrmacht (Infanterie); 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 24.9.1948 Polizeibereitschaft Brandenb. (Havel); Kursant; Gruppen- u. Zugführer; 1949 VP-Kommissar; bis 1951 stellv. Ltr. der Bereitschaft Brandenb., dann Löbau u. Apolda; 1951/52 militär. Sonderlehrgang in Privolsk (UdSSR), VP-Rat; 1952 – 55 Oberadj. bzw. Ltr. der Adjutantur beim MdI, Oberst; 1956 – 59 Abt.-Ltr. in der Operativen Verw. des MfNV; 1959 – 61 sowj. Gen.-Stabsakad., Dipl. rer. mil.; danach Stellv. des Kdr. u. Stabschef der Panzerdiv. Eggesin (Bez. Neubrandenb.); 1962 – 64 Stellv. des Stadtkommandanten von Berlin u. Stabschef; 1964 – 69 Stellv. des Chefs u. Chef des Stabs des Militärbez. Leipzig (Nachf. von  Fritz Streletz), 1966 Gen.-Major; 1969 – 72 als DDR-Vertreter Stellv. des Chefs des Stabs der Vereinten Streitkräfte der Warschauer Vertragsstaaten (Nachf. von Friedhold Neumeister); 1972 – 76 Stellv. des Chefs u. Chef des Stabs der Landstreitkräfte, 1974 Gen.-Ltn.; 1976 – 30.4.1990 Ltr. der Zivilverteidigung (Nachf. von  Friedrich Dickel), 1989 Gen.-Oberst; 1978 VVO; 1981 Scharnhorst-Orden; Jan. – Mai 1990 Regierungsbeauftr. zur Auflösung des Amts für Nat. Sicherheit (MfS); Juni – Okt. 1990 Sekr. der Regierungskommission beim Innenmin. zur Auflösung des MfS; 30.4.1990 Ruhestand.Froh, K, Wenzke, R.: Die Generale u. Admirale der NVA. Berlin 2007; Ehlert, H., Wagner, A.: Genosse General! Berlin 2003.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Peters, Bruno

* 18.1.1884 – ✝ 13.2.1960

Geboren am 18. Januar 1884 in Berlin, Sohn eines Schuhmachermeisters; wurde Werkzeugmacher. Er trat 1908 der SPD bei und gehörte von 1910 bis 1916 zur Leitung der 3. Gruppe des sozialdemokratischen Wahlkreises Berlin-Charlottenburg, in dem im Januar 1916 die Opposition die Führung übernahm. 1916/17 Schlosser in Berlin, stand in Verbindung zu den Revolutionären Obleuten. Ab 1916 gehörte er zur Spartakusgruppe, 1917 trat er der USPD bei. Peters war ein Vertrauter von Leo Jogiches und half u. a. bei der Verbreitung der »Spartakusbriefe«. Im April 1917 anläßlich des Berliner »Brotstreiks« zeitweilig inhaftiert, wurde dann zum Militärdienst eingezogen. Zusammen mit Jogiches wurde er u. a. wegen Beteiligung am Januarstreik verhaftet und wegen »Hoch- und Landesverrats« angeklagt, Mitte Oktober 1918 entlassen. Im November 1918 war Peters 1. Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Frankfurt/Oder. Gemeinsam mit Wilhelm Michalski nahm er als Delegierter Charlottenburgs am Gründungsparteitag der KPD teil und wurde Mitglied der Revisionskommission der Partei. Peters wurde auf dem IV. Parteitag im April 1920 als Kassenrevisor der Zentrale der KPD gewählt, ebenso im Dezember 1920 vom Vereinigungsparteitag von KPD und USPD (Linke). Auf dem VII. Parteitag 1921 in Jena legte er sein Mandat als Obmann der Revisionskommission nieder. Bis Anfang 1933 betätigte er sich nur noch ehrenamtlich als Referent der BL Berlin-Brandenburg. Er arbeitete als Abnahmeingenieur bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Ab 1933 lebte er einige Monate illegal, wurde 1934 erstmals kurzzeitig inhaftiert. Peters kam ab März 1941 als Abnahmeingenieur zur Deutschen Reichsbahn, hatte konspirativen Kontakt zu Werner Seelenbinder, wurde 1944 verhaftet und wegen »Zersetzung der Wehrkraft« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein Bruder Max wurde noch im Februar 1945 hingerichtet. Ab Juni 1945 arbeitete Bruno Peters wieder im Reichsbahnzentralamt und als ehrenamtlicher KPD-Funktionär in Berlin-Charlottenburg, war zuletzt Leiter des Abnahmeamtes bzw. des Technischen Zentralamts der Deutschen Reichsbahn. 1953 übersiedelte er nach Berlin-Pankow, erhielt 1958 als Parteiveteran den VVO in Silber. Bruno Peters starb am 13. Februar 1960. Seine Frau Lucie Peters, geborene Schulz (*18.9. 1888 – † 7. 7. 1967), war Kontoristin, 1908 Mitglied der SPD und 1919 der KPD. Von 1926 bis 1930 Sekretärin im Berliner Büro der IAH und 1930/31 in der »Liga gegen den Imperialismus«. 1931/32 Frauensekretärin der Berliner Organisation der IAH, ab 1933 illegale Arbeit für die KPD. Nach 1945 Mitglied des SED-Kreisvorstandes in Berlin-Charlottenburg, ab 1953 Veteranin in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Petersen, Jan

* 2.7.1906 – ✝ 11.11.1969

Geboren am 2. Juli 1906 in Berlin als Hans Otto Schwalm, Sohn eines Maurers. Zunächst Dreher, verfaßte ab Ende der zwanziger Jahre Gedichte und Erzählungen für die Arbeiterpresse. Seit 1929 Mitglied der KPD, wurde er als Jan Petersen 1931 hauptamtlicher Orgleiter des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller, von 1933 bis 1935 Leiter des illegalen BPRS in Berlin. 1935 Emigration, zunächst nach Frankreich und in die Schweiz, 1937 nach Großbritannien. Dort war Petersen von 1938 bis 1946 Vorsitzender des Freien Deutschen Kulturbundes und Mitglied des PEN-Zentrums, 1940/41 zeitweise interniert. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romane »Unsere Straße« (1936, in zwölf Sprachen übersetzt) und »Weg durch die Nacht« (1944). Er kehrte 1946 nach Berlin zurück, arbeitete als freier Schriftsteller und war von 1953 bis 1955 1. Vorsitzender des Deutschen Schriftstellerverbandes Berlin (Ost). Jan Petersen starb am 11. November 1969 in Ost-Berlin.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

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Petrowsky, Ernst-Ludwig (»Luten«)

* 10.12.1933

Geb. in Güstrow; Kontakt zum Jazz durch Schallplatten; Autodidakt; 1955 – 57 Eberhard-Weise-Combo; 1956 Studium an der HS für Musik »Franz Liszt« Weimar (abgebro- chen); 1957 – 60 Orchester Eberhard Weise; 1960/61 Tanz- u. Schauorchester Max Reichelt; 1962 – 70 Manfred-Ludwig-Sextett (1964 Jazzfestival Prag); 1963 erste Schallplattenaufn. (LP »Modern Jazz Studio Nr. 2«); ab 1964 Bossa-Nova-Quartett; Auftritte mit der  Klaus-Lenz-Bigband, Joachim Kühn, Synopsis, SOK, Modern Soul Band u. a.; ab 1967 Jazz-Ensemble Studio IV (erste Band der DDR, die regelm. Jazz spielte); 1968 Jazz Festival Montreux; Jazz Jamboree Warschau; 1969 LP; 1970 Alba Regia Jazz-Festival Székesfehérvár (Ungarn); 1970 Jazz Jamboree Warschau (auch 1973, 1974); ab 1972 Ernst-Ludwig-Petrowsky-Trio (u. a. Interpr. Neuer Musik), -Quartett u. -Sextett; 1972 Interband (Prag); 1973 LP »Just For Fun« (FMP, Berlin (West)); 1974 LP »Auf der Elbe schwimmt ein rosa Krokodil« (FMP); 1975 Duo mit Klaus Koch; Auftritte u. a. bei Jazz Festivals in Budapest, Prag, Ljubljana (Jugosl.); »Jazz in der Kammer Nr. 100« in Berlin; 1978 LP »Ernst Ludwig Petrowsky« (Amiga); Konzert in Hamburg, Titel »Ein Sandsack zuviel« (Anspielung auf Aufpasser, der das Quartett begleitete); 1979 LP »SelbViert« (FMP); 1980 »SelbDritt« (FMP); 1982 USA-Tournee mit Berlin-Brandenb. Quartett; 1982 Heirat u. 1983 Beginn der Duo-Arbeit mit  Uschi Brüning; ab 1984 Zentral-Quartett (LP, 1990 JazzFest Berlin); 1985 JazzFest Berlin (West) (auch 1986, 1988, 1990, 1993), Jazztage der DDR (auch 1986); 1988 LP »Kontraste«; 1988 NP. 1992 CD »Features Of Usel« (beide mit Uschi Brüning); 1994 Lyrik-Jazz-Programm »der regen hat keinen wie immer gearteten durst«; weitere Auftritte u. Aufnahmen mit dem Quartett »Ruf der Heimat« u. zahlr. anderen Musikern; 1994 CD »Zentralquartett: Plie«; 1997 Albert-Mangelsdorff-Preis der Union Dt. Jazzmusiker; 4.12.2002 Gast in Wiglaf Drostes Benno-Ohnesorg-Theater in der Volksbühne Berlin (mit Brüning), 2004 Programm »Der Bär auf dem Försterball – Hacks u. Anverwandtes« (mit F. W. Bernstein, W. Droste u. Rayk Wieland), 2005 Konzerte »All That Jazz« (mit Brüning) u. »Poetry Meets Jazz« (mit Droste).Rainer Bratfisch

Handbuch Deutsche Kommunisten

Patzschke, Kurt

* 22.2.1898 – ✝ 23.12.1968

Geboren am 22. Februar 1898 in Großzschocher bei Leipzig, Arbeitersohn; Maurer, von 1916 bis 1919 Soldat. 1918 Mitglied der USPD, 1919 der KPD. Bis Ende 1933 Instrukteur der BL Sachsen, übernahm unter dem Decknamen der »Dicke« nach der Liquidierung der illegalen BL unter Karl Ferlemann die Leitung des Bezirks. Gemeinsam mit Walter Philippi (Orgleiter) und der Oberberaterin Maria Krollmann bemühte sich Patzschke, die illegalen Strukturen im Bezirk Sachsen wiederaufzubauen. Im August 1934 reiste er mit Philippi nach Prag zu einer Beratung mit Vertretern der KPD-Auslandsleitung. Beide wurden auf der Rückreise am 5.September 1934 beim Grenzübertritt in Bad Schandau festgenommen. Nach schweren Mißhandlungen durch die Gestapo machte Patzschke auch Aussagen über die illegale BL. Am 21.November 1935 vom OLG Dresden zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, er kam ins Zuchthaus Waldheim, ab 1943 ins Untersuchungsgefängnis Leipzig. Im Juni 1944 lehnte der Generalstaatsanwalt beim OLG Dresden einen Antrag auf Bewährung ab. Nach Kriegsende Funktionär der KPD/SED und 2. Sekretär der IG Bau-Holz in Leipzig, dann im Sekretariat der IG Bau-Holz im FDGB in Berlin tätig. Nach einer parteiinternen Untersuchung wegen seines Verhaltens bei der Aufrollung der illegalen BL wurde er im Oktober 1947 beim ZV der IG Bau-Holz entlassen. Er arbeitete zunächst als Maurerpolier, dann bis 1960 als BGL-Vorsitzender im Hoch-Ingenieur und Tiefbau. Im Frühjahr 1953 von der ZPKK wegen »falschen Verhaltens vor der Gestapo« aus der SED ausgeschlossen. Nach seiner Rehabilitierung im Juni 1957 erhielt er 1958 die Medaille »Kämpfer gegen den Faschismus«. Kurt Patzschke starb am 23.Dezember 1968 in Leipzig.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Paul, Ernst

* 4.9.1901 – ✝ 15.10.1939

Geboren am 4. September 1901 in Berlin, Sohn eines Arbeiters, der im Weltkrieg gefallen ist. Paul lernte Dreher und arbeitete in diesem Beruf. 1919 Mitglied der Freien Sozialistischen Jugend, 1922 der KPD. Zunächst arbeitslos, war er ehrenamtlich und dann hauptamtlich bei der »Roten Fahne« beschäftigt. 1927 kam er als Kursant an die Internationale Leninschule in Moskau und sollte nach der Rückkehr Ende 1928 in den AM-Apparat aufgenommen werden, aber als Brandler-Anhänger wurde Paul aus der KPD ausgeschlossen. Bis 1933 erwerbslos; aktiver Funktionär der KPO. Als Mitglied des Berliner Komitees der KPO wurde er im Februar 1937 verhaftet und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 15. Oktober 1939 schwerkrank (Krebs) aus der Haft entlassen, starb Ernst Paul am 31.Oktober 1939.

Wer war wer in DDR

Pauly, Charlotte E.

* 6.12.1886 – ✝ 24.3.1981

Geb. in Stampen (Krs. Oels, Schles. / Stepin, Polen); Vater Großpächter; Gymnasium u. Abitur in Breslau; 1908 – 13 Studium der Biol., Lit., Archäol. u. Kunstgeschichte in Breslau, Heidelberg, Berlin u. Freiburg; 1914 Italien-Reise; 1915 Prom. »Der venezianische Lustgarten« an der Univ. Würzburg; während des Krieges Krankenschwester in Oels; 1917 Studium an der Stuttgarter Kunstschule bei Bernhard Pankok; 1925 – 31 Aufenthalt in Spanien u. Portugal, Reisen nach Paris u. Span.-Marokko; 1927 Studium der Malerei bei Vázquez Díaz in Madrid; 1932/33 Reise nach Griechenland u. in den Vorderen Orient; 1933 Teiln. an einer Großausstellung in Breslau; Beginn der Diffamierungen durch die Nazis, Ausschl. aus dem Künstlerbund, Ausstellungsverbot; 1933 – 45 in Agnetendorf (Riesengeb.); 1938 Reise nach England, Verbindung zur Quäkerbew.; bis 1943 Mitarb. von Alfons Paquet an der »Frankfurter Ztg«. 1946 Übersiedl. nach Berlin; Reisen nach England, in die Schweiz, nach Ungarn, Bulgarien u. in die Bundesrep. Dtl.; 1958 Bekanntschaft mit dem Grafiker  Herbert Tucholski, der ihr die Technik der Radierung vermittelte; Beginn des graf. Spätwerks, das als Motive Reiseeindrücke aufnahm u. durch seine Unbekümmertheit in den 60er Jahren starken Einfluß auf die Berliner Kunst gewann; gest. in Berlin.Die glückliche Halbinsel. Autobiogr. Strasbourg 1928; Der Tiger u. die Harfe. Hamburg 1944; Die Zigeunerromanzen von Federico García Lorca. Übertr. ins Dt. u. Illustr. Berlin 1978; Gemälde: Zigeuner vor der Höhle (1930), Junger Portugiese (1932), Erinnerung an Spanien (1962), Grafikmappe Sprung nach Bulgarien (1972). Werner, K.: C. E. P. Dresden 1984; Kat. C. E. P. Kupferstichkabinett der Staatl. Museen Berlin 1986; Kühnel, A.: C. E. P. Verz. der Tiefdrucke (mit Bibl.). Berlin 1993.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Pechel, Rudolf

* 30.10.1882 – ✝ 28.12.1961

Geb. in Güstrow; Vater Gymnasiallehrer; Volksschule u. Gymn., 1901 Abitur; Militärdienst (Seekadett); 1902 – 08 Studium der Philos., Germanistik, Anglistik u. Volkswirtschaft an den Univ. Göttingen u. Berlin, 1906 Prom. zum Dr. phil.; wiss. Mitarb. am Goethe-u.-Schiller-Archiv in Weimar; anschl. freier Schriftsteller; ab 1911 Ltr. der Red. »Dt. Rundschau«; später Ass. am Märkischen Museum Berlin u. Red. des »Literarischen Echos«; 1914 – 18 Angeh. des Marinekorps in Flandern u. Kdr. einer Seefliegereinheit; April 1919 – April 1942 Chefred. von »Dt. Rundschau«, ab 1924 im Verlag Dt. Rundschau GmbH, später Verlag Dt. Rundschau Dr. Rudolf Pechel; ab 1933 im Widerstand gegen das NS-Regime, enge Kontakte zu Carl Goerdeler u. opposit. Militärs der Wehrmacht; nach Veröff. eines krit. Artikels über die dt. Nachrichtenpolitik unter Goebbels wg. »Landesverrats« am 8.4. 1942 Festnahme, Verbot der »Dt. Rundschau«, 28.5.1942 Überführung ins KZ Sachsenhausen, Juni 1944 KZ Ravensbrück, Ende 1944 Anklage wg. »Landesverrats u. Feindbegünstigung«, 1.2.1945 aus »Mangel an Beweisen« vom 1. Senat des VGH freigesprochen, Überführung ins KZ Sachsenhausen, 11.4.1945 Entlassung nach Güstrow. Ab Mai 1945 Ltr. der Betreuungsstelle für polit. Häftlinge bei der Stadtverw. Güstrow; Rückkehr nach Berlin; ab 1.9.1945 Redakteur, von Okt.–Dez. 1945 Chefred. des Zentralorgans der CDU »Neue Zeit«; (Nachf. von  Emil Dovifat); ab April 1946 mit brit. Lizenz Hrsg. der »Dt. Rundschau« in Berlin. Ab Sept. 1948 in Stuttgart; 1950 Präs. der Dt. Akad. für Sprache u. Dichtung, ab 1952 Ehrenpräs. u. Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrep. Dtl.; 1957 Ehrendoktorwürde der Philosoph. Fak. der Freien Univ. Berlin u. Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main; 1958 Übersiedl. in die Schweiz; gest. in Zweisimmen, Kanton Bern.Deutscher Widerstand. Zürich 1947. Schneider, S.: R. P. In: Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik. München 1988.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Peet, John Scott

* 27.11.1915 – ✝ 26.7.1988

Geb. in London; Vater Journalist, Mutter Lehrerin; 1920 – 27 Privatunterricht; 1927 – 34 Schulausbildung in Yorck; ab 1934 Lokalreporter; 1935 Mitgl. der KP Großbritanniens; 1935 Rekrut des königl. Garde-Regiments, Abbruch auf eigenen Wunsch; 1935 / 36 Englischlehrer u. freischaff. Journalist in Wien; 1936 / 37 Englischlehrer in Prag; Aug. 1937 von London über Paris nach Spanien; Sept. 1937 – Dez. 1938 Soldat im Brit. Bataillon der Internat. Brigaden (15. Brigade); Anwerbung für das NKWD; Dez. 1938 Rückkehr nach London; 1939 arbeitslos; 1939 – 42 Soldat der Brit. Armee in Palästina; 1942 – 45 Chefred. von Radio Jerusalem. 1945 / 46 Chefkorresp. von Reuter in Wien; 1946 / 47 Chefkorresp. der Agentur Reuter in Prag; 1947 – 50 Chefkorresp. der Agentur Reuter in West-Berlin; Anf. Juni 1950 spektakulärer Übertritt in die DDR (konspirativ vorbereitet durch seine Bekannten aus der Wiener Zeit,  Georg Honigmann u.  Walter Hollitscher); 12.6.1950 auf einer internat. Pressekonferenz im Amt für Information (zus. mit  Gerhart Eisler) Erklärung, »den angloamerikan. Kriegshetzern nicht länger dienen zu können«; anschl. als Propaganda-Redner u. Journalist in der DDR-Provinz; VDJ; ab 1952 Hrsg. u. Chefred. des 14-tägig erscheinenden »Democratic German Report«, einer Ztschr. für DDR-Auslandspropaganda; 1952 Heirat mit der Journalistin Georgia Tanewa; 1953 mehrere Befragungen durch die ZPKK im Kontext der Untersuchungen gegen ehem. Westemigranten (P. kannte mehrere der Angeklagten im Prager Slánský-Prozeß); 1956 Hans-Beimler-Med.; 1969 Verdienstmed. der DDR; 1975 Stern der Völkerfreundschaft; Dez. 1975 durch Politbüro-Beschluß Einstellung der Ztschr. »German Report«, weil der Hrsg. »aus obj. u. auch aus subj. Gründen nicht mehr eine politisch unanfechtbare Linie der Ztschr. zu garantieren« in der Lage sei (Hintergrund war die zunehmend krit. Spiegelung der DDR-Gesell., u. a. durch den Nachdruck eines Artikels von  Stefan Heym aus dem »New York Times Magazine«); 1976 Rentner; Übersetzer, v. a. der Werke von Marx u. Engels ins Englische; gest. in Berlin.The Long Engagement: Memoirs of a Cold War Legend. London 1989 (dt. »Der Spion der keiner war«. Wien, Zürich 1991). Andrew, Ch. / Mitrochin, W.: Das Schwarzbuch des KGB. Berlin 1999; Mann, E.: Der Fall J. P. (1950). In: Dies.: Blitze überm Ozean. Aufsätze, Reden, Reportagen. Reinbek 2001; Berger, S., LaPorte, N.: J. P. (1915 – 1988). An Englishman in the GDR. In: History (2004) 293; Anderson, E.: Liebe im Exil. Berlin 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Penck, A. R.

* 5.10.1939 – ✝ 2.5.2017

Geb. in Dresden; Mutter Lehrerin; Volksschule; 1953/54 Mal- u. Zeichenkurs bei  Jürgen Böttcher (Strawalde) an der VHS Dresden; 1955 – 56 Lehre als Zeichner bei der DEWAG, abgebrochen; 1956/57 Teiln. an Abendkursen der HS für Bildende Künste Dresden bei  Bernhard Kretzschmar,  Wilhelm Rudolph u.  Gerhard Kettner; ab 1956 viermalige erfolglose Bewerbung an der HS für Bildende Künste Dresden u. der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; 1957 – 59 plast. Arbeiten, gem. Atelier mit Peter Makolis; 1961 eigenes Atelier, erste »System«-Bilder, Porträts, Selbstbildnisse; 1962 Arbeit als Briefträger, Heizer, Nachtwächter; Wandbild »Das geteilte Dtl.« in einem Kellerraum, nicht erhalten; 1964 Beschäftigung mit Kybernetik, »System«-Bilder, »Standart«-Arbeit; 1965 vorz. Schließung der gem. mit Peter Herrmann, Peter Graf u. P. Makolies veranstalteten Ausstellung im Puschkin-Haus Dresden; 1966 Kand. des VBKD; 1967 – 70 Beschäftigung mit Signalen, Symbolen u. Zeichen; 1968 Ps. Penck nach dem Geografen u. Eiszeitforscher Albert Penck; 1969 Verwehrung der Mitgliedschaft im VBKD; zunehmende Schwierigkeiten mit dem MfS, Beschlagnahme von Bildern; Personalausstellung in der Galerie Michael Werner, Köln; es folgten bis 1990 mehr als 150 Ausstellungen in der Bundesrep. Dtl., Westeuropa, Japan u. den USA; 1971 Gründung der Künstlergr. »Lücke« mit Gallasch, Kunert u. Opitz; formulierte den »Standart«-Begriff; arbeitete mit Laien; 1972 Beitrag auf der documenta 5, Kassel; 1973 Reservistendienst in der NVA; 1975 Ausstellung in der EP Galerie  Jürgen Schweinebraden, Berlin; Will-Grohmann-Preis der AdK Berlin (West); Aufenthalt in Budapest; 1976 erstes öffentl. Konzert im Jazzclub Parkhotel Dresden; Auflösung der Malergr. »Lücke«; 1977 Beschlagnahme von Gemälden durch den Zoll; Gründung der Obergrabenpresse; 1979 Einbruch im Atelier, Verlust der dort befindl. Arbeiten, Bücher u. Schriftstücke; am 3.8.1980 Ausreise aus der DDR; Übersiedl. nach Kerpen bei Köln; 1981 Rembrandt-Preis der Goethe-Stiftung Basel; 1983 Umzug nach London; 1985 Kleinplastiken; 1986 Marmorskulpturen in Carrara; 1988 Prof. an der Kunstakad. Düsseldorf. 1991 Arbeit u. Atelier in Berlin; lebte u. arbeitete in Dublin, Düsseldorf u. New York; 1993 Skulptur »Delphi helitroph« am Sitz der Dt. Bank in Luxemburg; Dez. 2005 wurde die Skulptur »Die himmlischen Stürze« durch einen Baggerfahrer zerstört; 2007/08 Retrospektive in Frankfurt (Main), Kiel u. Paris; P. starb in Zürich. Werke: Der Übergang (1963), Großes Weltbild (1965), Standart-Evolution (1973), Mike Hammers Geburt (1974), Der Wahnsinn der Vergangenheit ist irreparabel (1977), Me and Gorbachov (1988).Was ist Standart. Köln, New York. 1970; Standarts. München 1970; Ich bin ein Buch, kaufe mich jetzt. Obertshausen 1976; A. R. P. – Ich über mich selbst. In: Kunstforum (1974/75) 12; Krater u. Wolke (Hrsg.). Köln 1982; Standart-Modelle 1973/74. Köln 1975; Mein Denken. Frankfurt (Main) 1986; Ich der Tourist, fast 7 Jahre, 7 Jahre West. Bern 1990; A. R. P. im Gespräch mit W. Dickhoff. Köln 1990; pinturas. Vigo 2002; Der neue Holzschnitt. Hamburg 2002; Menschen u. Tiere nach der Öffnung. Köln 2003; Neue Arbeiten 2007. Berlin 2007. Kat. A. R. P. Köln 1981; Kat. A. R. P. Bonn 1982; Kat. A. R. P. Sculptures. Zürich 1986; Kat. A. R. P. Galerie Beyeler Basel 1989; Kat. A. R. P. Das Jahr 1989. Köln 1990; Kat. A. R. P. in Dresden. Kupferstichkabinett Dresden 1992; Scheffel, C. (Hrsg.): A. R. P. – Konfessionen, Bilder 1988 – 1995. Bad Homburg 2000; Städt. Galerie Dresden: Sein u. Wesen – der unbekannte A. R. P. München u. a. 2008.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Perten, Hanns Anselm

* 12.8.1917 – ✝ 29.11.1985

Geb. in Bromberg (Weichsel / Bydgoszcz, Polen), aufgew. in Hamburg; gelernter Schriftsetzer; Gasthörer an der Univ. Hamburg (Kunst- u. Lit.-Geschichte); Schauspielunterricht; Schauspieler u. Regisseur in Hamburg; 1938 Verhaftung, KZ, Arbeitsdienst, Wehrmacht, Verwundung; 1944 Schauspieler in Neustrelitz; in den letzten Kriegsmon. erneut Wehrmacht u. Gefangenschaft. 1945 KPD; Mitbegr. der Agit.-Prop.-Gruppe »Laternenanzünder« in Hamburg; 1945/46 Schauspieler in Hamburg; 1946 von  Willi Bredel nach Mecklenb. berufen; SED; 1946 – 48 künstler. Ltr. des Landessenders; stellv. Intendant der Maxim-Gorki-Bühne Schwerin; Landesvors. der Volksbühne Mecklenb.; 1948 Chefintendant der Mecklenb. Volksbühne (sämtl. Mecklenb. Theater außer Schwerin u. Rostock); 1950 – 52 Intendant in Wismar; 1952 Intendant, 1958 Gen.-Intendant in Rostock; 1958 u. 1959 NP; 1959 – 61 Initiator der Rügenfestspiele; 1969 Mitgl. der AdK u. der Akad. der Darstellenden Künste Frankfurt (Main); 1970 – 72 Intendant am Dt. Theater Berlin; 1972 wieder Gen.-Intendant in Rostock; 1975 Präs. des Solidaritätszentrums für das chilen. Volk; 1980 NP; gest. in Rostock. H. P. widmete sich seit 1949/50 der  Brecht-Pflege; Inszenierungen vieler Peter-Weiss-Erstaufführungen in der DDR (1965 »Marat« u. »Die Ermittlung«, 1968 »Viet Nam Diskurs«), ebenso Rolf-Hochhuth-Erstaufführungen (1975 »Lysistrate u. die NATO«, 1980 »Juristen«, 1981 »Ärztinnen«); Förderer von DDR-Dramatik, u. a.  Rainer Kerndl, Claus Hammel; H. P. brachte in Rostock bis 1977 ca. 250 Ur- u. Erstaufführungen heraus.Pietzsch, I.: Werkstatt Theater. Berlin 1975; Theater in der Zeitenwende. Bde. 1 u. 2. Berlin 1972.Renate Rätz / Leonore Krenzlin

Wer war wer in DDR

Peschke, Paul

* 3.12.1890 – ✝ 4.12.1983

Geb. in Berlin; Mutter Metallarb.; Volksschule; Gürtlerlehre; Maschinenschlosser; Maschinenbau-FS in Berlin, beim Militär Waffenmeisterschule Döberitz; 1908 DMV; 1912 SPD; 1915 Wehrdienst; 1916 USPD; 1918 Vors. eines Soldatenrats in Estland; 1920 KPD; 1921 KPD-Bez.-Ltr. in Berlin; 1923 militärpol. Instrukteur der KPD; 1926 hauptamtl. Parteiarb.; 1930 – 33 Vors. des Einheitsverb. der Metallarb. von Berlin; ab Jan. 1933 Mitarb. der RGI in Moskau, stellv. Ltr. der mitteleurop. Sekt.; Mitgl. der KPdSU(B); 1934/35 für die RGI in Österreich, Frankreich u. der Schweiz; 1936/37 Red. der »Dt. Volksztg.« in Prag; als Ltr. der KPD-Abschnittsltg. Mitte verhaftet; Ausbürgerung 31.8.1938 (Liste 62); 1939 Flucht nach Schweden, Internierung in Loka-Brunn u. Långmora; ab Sommer 1943 Arbeit als Werkzeugmacher; Gründungsmitgl. des Freien Dt. KB. 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); 1946 – 49 Vors. der IG Metall; 1947 – 55 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst.; 1949/50 Staatssekr. im Min. für Arbeit u. Gesundheitswesen; 1951 – 54 Dir. der Sozialversicherung (Nachf. von Gustav Brack); 1953 suspendiert; 1954/55 Sektorenltr. beim FDGB-Bundesvorst., Mitgl. des Aussch. für Dt. Einheit; ab 1955 ehrenamtl. Funktionen im FDGB; Mitgl. der Westkommission des Bundesvorst.; ab 1960 Mithrsg. der »Soz. Briefe«; 1965 KMO; 1970 VVO; 1975 Ehrenspange zum VVO.Es begann die Zeit der Wettbewerbe. Die Masseninitiative wird von den Gewerkschaften organisiert. In: Aufbruch in unsere Zeit. Erinnerungen an die Tätigkeit der Gewerkschaften von 1945 bis zur Gründung der DDR. Berlin 1975. Aulich, I.: Komm zur Sache, Kollege! In: Wegbereiter. 32 Porträtskizzen. Berlin 1988.Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Peter (sen.), Richard

* 10.5.1895 – ✝ 3.10.1977

Geb. in Schles. in einer Arbeiterfamilie; Lehre als Schmied; Arbeit als Bergmann; Soldat; Beginn als Amateurfotograf; Übersiedl. nach Halle; Tätigkeit im Leunawerk; 1920 KPD; Übersiedl. nach Dresden; es entstanden sozialdokumentar. Arbeiten; 1924 Fotokorrespondent der Arbeiterpresse, u. a. für »AIZ« u. »Roter Stern«; Betreuer der Dresdener Arbeiterfotografen; 1927 – 30 Aufenthalt als Bildreporter in Südamerika; 1933 – 39 Arbeitsverbot als Pressefotograf, Arbeit für die DEWAG; 1939/ 40 u. 1943 Wehrmacht. 1945 Verlust sämtl. Negative aus der Vorkriegszeit durch die Zerstörung Dresdens; Ltr. der KPD-Bildstelle; Chefred. der Ztschr. »Zeit im Bild«; bis 1949 Landesred. der Ztg. »Der freie Bauer«; seit Mitte der 50er Jahre verstärkt Arbeit für Verlage u. Werbung; sein Bildbericht vom zerstörten Dresden 1945 gehört zu den erschütterndsten fotograf. Dokumenten des Krieges; gest. in Dresden.Dresden – eine Kamera klagt an. Dresden 1949; Bautzen. Dresden 1957; Erinnerungen u. Bilder eines Dresdener Fotografen. Autobiogr. Leipzig 1987 (Hrsg. von W. Wust).Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Peters, Herbert

* 20.7.1904 – ✝ 3.2.1945

Geboren am 20. Juli 1904 in Zeitz; Arbeiter. Er trat 1923 der KPD bei und war für sie in Berlin aktiv. 1928 wurde er in den AM-Apparat der KPD übernommen und war Mitarbeiter des Verbindungsdienstes der Komintern. Nach 1933 illegal für den KPD-Apparat tätig, emigrierte er 1934 oder 1935 in die Sowjetunion und wurde dort (Pseudonym Hans Leo Hofmann) im Komintern-Apparat beschäftigt. Am 13. September 1938 vom NKWD verhaftet, wurde Peters im Juli 1940 zu drei Jahren Lager verurteilt. Durch eine Verfügung des NKWD vom 22. Juni 1941 blieb er weiter in Haft. Herbert Peters ist am 3.Februar 1945 dann im Lager Karaganda ums Leben gekommen.

Wer war wer in DDR

Petersen, Leiva

* 28.11.1912 – ✝ 17.4.1992

Geb. in Berlin; Vater Historiker; ab 1930 Studium der klass. Philol., Geschichte u. Archäol. in Frankfurt (Main), München, Kiel u. Würzburg; 1937 Prom. zum Dr. phil. mit der Diss. »Zur Geschichte der Personifikation in griech. Dichtung u. bildender Kunst«; 1938/39 Bildungsreise nach Italien u. Hauslehrerin in Dänemark; 1939 Buchhändlerlehrling im Verlag Hermann Böhlaus Nachf., Weimar; seit 1942 Ltr. u. Kommanditistin des Verlags. 1946 Lizenz der SMAD als einer der ersten Privatverlage der SBZ; 1947 persönl. haftende Gesellschafterin; Forts. bzw. Beginn von wiss. Werkausgaben zur dt. Klassik u. Reformationszeit, u. a. Johann W. v. Goethe, Friedrich Schiller u. Martin Luther, sowie geisteswiss. Publ.; ab 1951 als freie Mitarb. Mitautorin, 1961 – 72 als Oberassistentin der AdW auch Hrsg. des Lexikons der röm. Reichsbeamten »Prosographia Imperii Romani«; 1978 Verkauf des Verlags an die AdW; bis 1983 Ltg. der Abt. Hermann Böhlaus Nachf.; Rentnerin; langj. Mitgl. des Verw.-Aussch. der Schiller-Nationalausg. u. des Aussch. der Dt. Schillerges., Mitgl. des Vorst. der Shakespeare-Ges. u. des Verlegeraussch. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler; 1980 Leibnizmedaille der AdW; 1982 Goldene Medaille der Goethe-Ges.; 1986 Reuchlin-Preis der Stadt Pforzheim; gest. in Weimar.Gedenken an L. P. Köln, Weimar 1993.Bernd-Rainer Barth / Carsten Wurm

Wer war wer in DDR

Petry, Jürgen

* 26.11.1939 – ✝ 7.9.2018

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); 1946 vertrieben aus Ostp.; 1947 Grundschule Löbnitz; 1955 – 58 Buchhändlerlehre in Delitzsch, danach Anstellung im Volksbuchhandel; 1960 – 62 FS für Buchhändler; 1962 – 68 Ltr. der Volksbuchhandl. Borna; 1964 SED; 1968 Wechsel in die Hauptdirektion des Volksbuchhandels in Leipzig, dort Abt.-Ltr., ab 1971 Mitgl. der Geschäftsltg.; 1971 – 76 Stud. der Kulturtheorie u. Germanistik an der KMU Leipzig; 1978 – 80 externes Stud. Wirtschaftsrecht an der HU Berlin; 1982 – 86 Dir. des Leipziger Volksbuchhandels, Vorstandsmitgl. im Börsenverein, 1986 geschäftsf. Dir. des LKG. 1990 Antrag auf Privatisierung des LKG über ein Management-Buy-out, 1995 bis Ende 2008 geschäftsf. Gesellschafter des LKG; zeitw. Vors. des Aufsichtsrats der Eichborn AG; 1996 – 2005 ehrenamtl. Funktion im Börsenverein des Dt. Buchhandels Frankfurt (Main); 2008 Verkauf der LKG-Geschäftsanteile, Ruhestand; gest. in Leipzig.Ostpreußen. Geschichte eines unbekannten Landes. Leipzig 1996; Das Monopol. Die Geschichte des LKG. Leipzig 2001; Die Jurte. Leipzig 2003.Christoph Links