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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pless, Philipp

* 16.3.1906 – ✝ 7.12.1973

Geboren am 16. März 1906 in Frankfurt am Main; Dreher. Seit 1919 Mitglied der FSJ, dann der KJD und seit 1922 in der BL der KJD Hessen-Frankfurt. 1927/28 Besuch der Akademie der Arbeit in Frankfurt am Main. 1927 Eintritt in die KPD, wurde aber bereits im November 1928 wegen seiner Kritik an der RGO-Politik der Thälmann-Führung als »Versöhnler« ausgeschlossen. Er ging zur KPO und gehörte mit Heinrich Galm und Alwin Heucke der BL der KPO an. Nach 1933 leitete er im Raum Frankfurt-Offenbach die Widerstandsgruppe »Einheit« und gab regelmäßig die gleichnamige illegale Druckschrift heraus. Im Februar 1934 emigrierte er mit seiner Familie ins Saargebiet, später nach Frankreich. Arbeiter in einem Eisenhüttenwerk, nach Kriegsausbruch interniert und erst 1945 wieder freigelassen. Im Oktober 1945 Rückkehr nach Frankfurt am Main, Mitbegründer der Deutschen Journalisten-Union. Er war seit 1946 Vorsitzender der Frankfurter Ortsgruppe und Sekretär der Arbeiterpartei (AP) um Heinrich Galm. Nach vergeblichen Versuchen eine eigenständige marxistische Partei zu gründen, traten Pless und seine Anhänger 1952 der SPD bei. Pless wurde Redaktionsmitglied des DGB-Organs »Welt der Arbeit«, 1958 für die SPD in den hessischen Landtag gewählt, blieb er bis 1973 MdL. Von 1967 bis 1972 Landesvorsitzender des DGB Hessen, in den sechziger Jahren aktiv in der Ostermarsch-Bewegung. Philipp Pless starb am 7. Dezember 1973 in Frankfurt am Main. Seine Frau Toni Pless, geborene Elsinger (* 19.8. 1910 – † 18. 12. 1999), war Stepperin in Schuhfabriken. 1925 Mitglied des KJVD, 1930 ebenfalls wegen »Rechtsabweichung« ausgeschlossen und Mitglied der KPO, 1933 illegale Arbeit, folgte ihrem Mann ins Saargebiet, später nach Frankreich. Dort kurz interniert, im Oktober 1945 nach Frankfurt am Main zurückgekehrt.

Wer war wer in DDR

Plitt, Walter

* 1.11.1905 – ✝ 9.11.1956

Geb. in Gnadenfrei an der Eule (Krs. Reichenbach, Schles./Pilawa Gorna, Polen); Va- ter Gutsgärtner; Volksschule, Realgymnasium in Reichenbach; 1921 – 23 Ausbildung zum Bankangest. in Nimtsch (Bez. Breslau); 1923 – 25 im Beruf tätig in Reichenbach; Mitgl. im »Wandervogel«; 1925 – 28 Studium der Volks- u. Betriebswirtschaft an der HS für Wirtschaftswiss. in Berlin; journalist. Arbeiten für versch. Ztgn.; 1926 Abitur in Berlin; 1925/26 Mitgl. des Soz. Studentenbunds; 1926 – 30 SPD u. »Rev. Sozialdemokrat. Studenten«; Red. von deren gleichn. Ztg.; ab 1928 freischaff. Journalist u. Schriftst.; 1929 Mitgl. der KPD u. der Reichsltg. der Roten Studenten; dort Red. des gleichn. Organs; Mitgl. der Pressekommission der KPD-BL Berlin; 1931 – 34 Finanzangest. an der Handelsvertr. der UdSSR in Berlin; 1933 für die KPD-UBL Berlin-Tempelhof u. -Schöneberg tätig (»Herrmann«); ab 1933 Mitarb. des sowj. Nachrichtendienstes GRU, Einsätze in Dtl., Prag u. Wien; Studium an der HS für Weltwirtschaft in Wien; 1937 – 39 Angeh. der Interbrigaden in Spanien; 1939/40 in Frankreich interniert; Flucht u. illeg. Tätigkeit in Montauban (Mittelfrankreich); 1941 illeg. in die Schweiz; 1942 – 45 für die KPD-Abschnittsltg. Süd tätig u. Hrsg. der Ztg. »Der Dt.« u. »Süddt. Volksstimme«. Juli 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; 1945 Wirtschaftsred. der »Dt. Volksztg.«; VdN; 1946 Wirtschafts- u. Landw.-Red. der Ztg. »Neues Dtl.«; 1946 – 55 Chefred. »Der Freie Bauer« (Nachf. von  Lex Ende); 1949 Mitbegr. u. Chefred. der Ztgn. »Dt. Gärtner-Post« u. »Der Kleingärtner«; 1951 Fernstudium an der PHS; 1955/56 Chefred. der Ztschr. »Der Genossenschaftsbauer«; gest. in Berlin.Kießling, W.: Partner im »Narrenparadies«. Berlin 1994; Dietrich, I.: Hammer, Zirkel, Gartenzaun. Die Politik der SED gegenüber den Kleingärtnern. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Plum, Agnes

* 9.4.1869 – ✝ 9.8.1951

Geboren am 9. April 1869 in Bardenberg bei Aachen als Agnes Jansen; arbeitete nach der Schulentlassung als Dienstmädchen, war später Arbeiterin. 1905 im Ruhrgebiet Mitglied der SPD. Während des Krieges Übertritt zur USPD; 1920 Delegierte des Spaltungsparteitags, mit der linken USPD zur KPD. Agnes Plum gehörte zum linken Parteiflügel. 1924 Frauenleiterin der Bezirksleitung Ruhr, Mitbegründerin des RFMB. Delegierte des X. Parteitags 1925 in Berlin, rückte sie im Dezember 1925 für Arthur König, der sein Mandat niedergelegt hatte, in den Reichstag nach. Bis 1928 Reichstagsabgeordnete, seit 1927 in der IAH tätig. 1929 zog sie sich von der aktiven Politik zurück und war auch nach 1945 nicht mehr politisch organisiert. Agnes Plum starb am 9. August 1951 in Essen

Wer war wer in DDR

Pöffel, Adolf

* 11.12.1914 – ✝ 22.9.1961

Geb. in Bremen; Vater Arbeiter, Mutter Weberin; 1920 – 28 Volksschule in Bremen; 1926 – 29 Mitgl. des Holzarb.-Verb.; 1927 – 29 Jungspartakusbunds; 1929 – 33 Ausbildung zum Bautischler in Bremen; ab 1929 RH, RGO; 1929 – 39 KJVD; versch. örtl. Funktionen; 1932 U-Haft wegen »Vorber. zum Hochverrat«, mangels Beweisen freigesprochen; 1933 – 35 illeg. Arbeit für den KJVD u. den AM-Apparat der KPD; 1934 dreimonatiger Lehrgang in Moskau (»Ernst Apfel«); 1936/37 Interbrigadist in Spanien, verwundet; 1937 – 39 Mitgl. der FDJ-Ltg. in Paris u. ab 1938 der KPD; 1939/40 in Frankreich interniert, geflohen u. illeg. in Frankreich; 1943/44 in der Normandie Instrukteur der von der Frz. KP gegr. Organisation für eingewanderte Arbeiter; ab 1944 Mitarbeiter des Komitees Freies Dtl. für den Westen; 1945 Mitgl. der KPD-Kaderkommission in Frankreich. Mai 1946 Rückkehr nach Dtl.; 1946 Studium an der PHS in Liebenwalde; 1946 KPD/SED; 1946 u. 1948/49 Mitarb. u. Ref. der Abt. Personalpol. des ZS der SED; 1946/47 Instrukteur in der PHS; 1947/48 Mitarb. der Kaderabt. der ZV Verkehr der DWK; 1949 – 51 Mitarb. u. Ref. der Abt. Westkommission des ZK der SED, dort verantw. für die KPD-Personalpol.; 1951 – 56 Ref. für Westkader der Kaderabt. des ZK der SED; 1954 Frz. Befreiungsmedaille; 1954 Fernstudium an der PHS; 1956 – 60 stellv. Abt.-Ltr. des Arbeitsbüros im ZK der SED, neben  Walter Hähnel verantw. für Kaderarbeit; 1959 VVO; 1960 von allen Funktionen entbunden; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Pohl, Johannes

* 27.7.1951

Geb. in Heidenau bei Dresden; 1970 Abitur; NVA; 1972 – 76 Studium der Wasserwirtschaft an der TU Dresden; Engagement in der kath. Studentengemeinde; 1976/77 Projektierungsing. beim Komplexen Wohnungsbau in Dresden; 1977 – 90 Verfahrens- u. Projekting. bei der Firma Trinkwasseraufbereitungsanlagen; seit 1980 Mitarb. an den Friedensseminaren in Meißen; Engagement für Wehrdienst- u. Reservistendienstverweigerer, Solidaritätsaktionen für verhaftete Verweigerer u. Aktionen im Kontext von »Schwerter zu Pflugscharen«, vom MfS bearbeitet im OV »Mineral«; 1982 – 90 Aufbau u. Ltg. eines ökumen. offenen Friedenskrs. in der kath. Gemeinde Dresden-Johannstadt; Beschäftigung mit Friedens- u. Menschenrechtsarbeit u. Org. von Seminaren; Kontakte zu Bürgerrechtlern in Berlin, vom MfS bearbeitet im OV »Johann«, keine Unterstützung durch die kath. Kirchenltg.; Mai 1989 Teiln. an der Aufdeckung des Kommunalwahlbetrugs in Dresden; Herbst 1989 Mitbegr. des DA in Dresden; Dez. 1989 – Mai 1990 Ansprechpartner für MfS-Opfer in Dresden; Mai 1990 Wahl in die Dresdener Stadtverordnetenvers. als Mitgl. der CDU-Fraktion. 1990 – 94 Beigeordn. u. Dezernent für Umwelt der Stadt Dresden; seit 1994 Betriebsltr. des kommunalen Eigenbetriebs Stadtentwässerung Dresden.Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Pohler, Georg

* 23.11.1913 – ✝ 28.3.1997

Geb. in Kamenz (Schles./Kamieniec Zabkowicki, Polen) in einer Arbeiterfamilie; 1920 – 28 Volksschule; 1928 – 31 Lehre als Elektromechaniker; 1931 – 34 Ingenieurstudium am Technikum Mittweida, St.-Ex. Meßtechnik, Werkstofftechnik, Kabeltechnik; ab 1934 Meßing. bei der H. Römmler AG Spremberg; ab 1935 im Berliner AEG-Kabelwerk Oberspree (KWO) als Laboring., ab 1941 als Entwicklungsltr. im Laboratorium. 1945 – 49 Betriebsltr. der Wickeldrahtfabrik; 1949 – 52 Techn. Dir. im SAG-Betrieb KWO; 1952 – 66 Dir. des VEB KWO; 1966 u. 1970 NP; 1967 – 82 GD des Kombinats KWO; 1973 SED; Vors. der Berliner KdT; 1977 Prom. an der TH Ilmenau; 1978 Dr.-Ing. e. h. der TU Dresden; Inhaber von 28 Patenten; 1982 Rentner; gest. in Berlin.Hagen Schwärzel

Wer war wer in DDR

Pollak, Andrea

* 8.5.1961

Geb. in Schwerin; 1967 mit dem Schwimmsport in Berlin begonnen; ab 1968 Mitgl. des SC Dynamo Berlin (Trainer: Rolf Gläser); KJS »Werner Seelenbinder«; Spezialdisz.: Delphin; Olymp. Spiele 1976: Siegerin über 200 m u. mit der 4 x 100-m-Lagenstaffel, 2. Platz über 100 m Delphin u. mit der 4 x 100-m-Freistilstaffel; bei den Weltmeisterschaften 1978: 2. Platz über 100 m u. mit der 4 x 100-m-Lagenstaffel, 3. Platz über 200 m; 1979 EM über 100 m u. mit der 4 x 100-m-Lagenstaffel; Olymp. Spiele 1980: Siegerin mit der 4 x 100-m-Lagenstaffel, 2. Platz über 100 m; insges. sieben WR; VVO; 1980 sportl. Laufbahn beendet; Studium an einer Med. FS; ab 1985 Physiotherapeutin beim SC Dynamo Berlin bzw. ab 1990 SC Berlin; 1988 auch in der Olympiamannschaft der DDR.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Pommer, Heinz

* 24.3.1929

Geb. in Gera; Vater Heizer; Volksschule; 1943 – 46 Ausbildung u. Arbeit als Bauschlosser; 1947 Bau- u. Transportarb.; 1948 Einstellung bei der VP, Inspektion Thür./Ost; 1948 SED; 1949/50 Besuch der VP-Schule für Kriminol.; 1951 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Gera; dann Abt. IX (Untersuchungsorgan) der Länderverw. Thür.; 1952 stellv. Abt.-Ltr.; 1954 Ltr. der Abt. IX der BV Leipzig; 1960 – 63 Fernstudium an der DASR Potsdam, 1964 – 66 an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1964 stellv. Operativ des Ltr. der BV Leipzig; 1973 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche; 1975 Offz. für Sonderaufg.; dann Ltr. der BV Suhl (Nachf. von Kurt Richter); 1980 Gen.-Major; 1981 Offz. für Sonderaufg.; 1982 Ltr. des Büros der ZL der SV Dynamo Berlin (Nachf. von Heinz Eggebrecht); Nov. 1989 von seiner Funktion entbunden; Jan. 1990 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Poppe, Eberhard

* 12.9.1931

Geb. in Wiesenburg (Krs. Zwickau) in einer Angest.-Familie; Besuch einer FS für Wirtschaft u. Verw., 1950 Abitur; 1950 – 54 Studium der Rechtswiss. an der Univ. Leipzig; 1952 SED; 1956 – 59 Assistent u. Oberassistent zunächst an der KMU Leipzig, dann an der MLU in Halle; 1958 Prom. mit der Arbeit »Volkssouveränität u. Abgeordneten-Stellung«; 1959 – 64 Doz. für Staatsrecht; 1963 Habil.; 1965 Prof. mit Lehrauftrag für Verfassungstheorie u. Staatsrecht an der MLU in Halle; bis 1968 zugl. Prorektor für Studienangelegenh.; anschließend bis 1970 für Ges.-Wiss.; 1967/68 Mitgl. der Kommission zur Ausarbeitung der neuen Verfassung der DDR; 1971 – 77 Rektor der MLU Halle-Wittenberg (Nachf. von Friedrich Wolf); ord. Prof. für Staatsrecht u. Verfassungstheorie; ab 1971 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1971 – März 1990 Mitgl. der KB-Fraktion in der Volkskammer, ab 1976 stellv. Vors. der Interparl. Gruppe; 1972 Korr. u. 1975 Ord. Mitgl. der AdW; 1973 Mitgl. des Rats für staats- u. rechtswiss. Forschung bei der AdW; 1975 – 80 Mitgl. des Verw.-Rats der Internat. Univ.-Assoziation; 1981 – 83 Ord. Mitgl., 1993/94 Korresp. Mitgl. der Sächs. AdW (Austritt); 1983 Mitgl. des DDR-Komitees für wiss. Fragen der Sicherung des Friedens u. der Abrüstung; 1969 u. 1974 VVO; 1984 KMO; 1990 Ruhestand.Der soz. Abg. u. sein Arbeitsstil. Berlin 1959; Menschenrechte – eine Klassenfrage. Berlin 1971; Grundrechte des Bürgers in der soz. Ges. Berlin 1980 (Ltr. des Autorenkoll.); Pol. u. persönl. Grundrechte in den Kämpfen unserer Zeit. Berlin 1984 (Ltr. des Autorenkoll.); Menschenrechte im Wandel. Berlin 1988; Die verfassungsrechtl. Stellung des Freistaates Sachsen als Bundesland. Berlin 1992.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Porombka, Vinzent

* 2.1.1910 – ✝ 28.11.1975

Geb. in Hindenburg (Oberschles./Zabrze, Polen); Vater Bergmann (1945 im KZ Groß-Rosen ermordet); 1925/26 Molkereiarb.; 1926 – 30 Bergarb.; 1927 RFB; 1930 – 35 Erwerbslosigkeit u. Kurzarbeit; 1930 KJVD; 1931 zehn Mon. Haft wegen Landfriedensbruchs; 1933 KPD; März 1933 U-Haft, Juni 1933 Überführung in das KZ-Lager II Esterwegen, Dez. 1933 Entlassung; danach illeg. Tätigkeit; Ltr. des KPD-UB Beuthen in Oberschles.; Instrukteur des ZK des KJVD; Aug. 1935 Flucht in die ČSR; Steinarb. in Steinau; danach Grenzarbeit für die KPD in Karwin u. Mährisch-Ostrau; Juli 1936 Verhaftung, Flucht während der Ausweisung nach Dtl.; nach weiteren drei Mon. illeg. in der ČSR; ab Nov. 1936 Teiln. am span. Bürgerkrieg in der XIII. Internat. Brigade; Mitgl. der KP Spaniens; Febr. – Juni 1939 Internierung in Frankreich; dann mit einem Verwundetentransport in die UdSSR; Dreher im Traktorenwerk in Tscheljabinsk; 1942 zeitw. in der Arbeitsarmee; 1942/ 43 Kursant einer Spezialschule für Fallschirmspringer bei Moskau; am 27.4.1943 als Funker einer dreiköpfigen Gruppe Absprung in der Nähe von Insterburg (Ostpr.); Versuch, in Oberschles. die Widerstandstätigkeit zu organisieren, Kontaktaufnahme zu örtl. KPD-Mitgl.; nach Einstellung der Funkkontakte wegen Gefährdung durch die Gestapo im Juli 1944 Reise nach Mährisch-Ostrau, danach Rückkehr nach Oberschles. u. gelegentl. Wiederaufn. der Funkverbindung nach Moskau; Jan 1945 Kontaktaufn. mit der anrückenden Roten Armee; März 1945 Fallschirmeinsatz in der Nähe von Chemnitz. 1945 Dolmetscher in einem Stab der Roten Armee; dann bis 1946 pol. Tätigkeit in Westdtl.; 1946 SED; ab Mai 1946 Transportbegleiter bzw. Kurier in der Zonenltg. u. ab 1950 in der Allg. Abt. im ZS bzw. ZK der SED; 1955 u. 1965 VVO; 1970 aus gesundheitl. Gründen aus dem ZK ausgeschieden; Orden des Vaterländ. Krieges; gest. in Berlin.Als Fallschirmspringer im illeg. Einsatz. In: Voßke, H. (Hrsg.): Im Kampf bewährt. Berlin 1969.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Pösel, Willy

* 13.5.1923 – ✝ 21.10.1992

Geb. in Calbe (Saale); Vater Bergarbeiter, Mutter Tabakarb.; Volksschule; 1937 – 42 kfm. Lehrling bzw. Angest.; 1942 RAD, dann Wehrmacht; 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. 1948 SED; Ltr. der SED-KPS Bad Kösen; 1950 Einjahreslehrgang an der PHS; 1951 Einstellung beim MfS, stellv. Ltr. der Schule des MfS Potsdam-Eiche; 1956 – 61 Fernstudium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; 1959 Ltr. der HS, ab 1965 Rektor der JHS Potsdam-Eiche; 1961/62 vom operativen Einsatz in der HA V (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund) entbunden; 1964/65 freigestellt, Prom. an der DASR Potsdam, Dr. jur.; Juni – Okt. 1967 zur Fertigstellung der Habil.-Schrift freigestellt, Habil. an der JHS; 1969 Berufung zum Prof. für Rechtswiss.; 1971 Gen.-Major; 1985 wegen Krankheit von seiner Funktion entbunden; 1985 VVO; 1986 Entlassung, Rentner; gest. in Potsdam.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Posselt, Anna

* 28.12.1914 – ✝ 22.10.2009

Geb. in Althabendorf (Krs. Reichenberg, Böhmen); Vater Textilarb.; 1929 – 45 Weberin u. Hilfskraft in Betrieben der Textilindustrie, des Handels u. der Landw.; 1930 – 38 KPČ u. Textilarbeiterverb. Dez. 1945 Umsiedl. nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; FDGB; 1946 – 50 Stadträtin für Sozial- u. Gesundheitswesen u. Jugendfragen in Wismar; 1950/51 PHS; 1951 – Febr. 1990 Mitgl. des Zentralvorst. der IG Textil-Bekleidung-Leder, 1952 – 75 deren Vors.; 1952 – 76 Mitgl. der Ltg.-Organe der Internat. Vereinigungen der Gewerkschaften der Werktätigen der Textil-, Bekleidungs- u. der Leder- u. Häuteindustrie im WGB; 1952 – Dez. 1989 Mitgl. des Bundesvorst. des FDGB u. 1952 – 63 seines Präs.; 1974 VVO; 1977 – Anf. 1989 Vors. der Veteranenkommission beim Bundesvorst. des FDGB; gest. in Berlin.Die gewerkschaftl. Aufgaben in den privatkap. Betrieben beim Aufbau des Soz. Berlin 1952.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Plesse, Karl

* 13.2.1906 – ✝ 18.7.1978

Geboren am 13. Februar 1906 in Leipzig, Sohn eines Straßenbahners; wurde Kraftfahrer. Im August 1927 Mitglied der KPD, zunächst ehrenamtlich, übernahm er im Mai 1932 die Leitung des AM-Apparates für Sachsen. Bereits vorher war er im Nachrichtendienst der KPD tätig. Von November 1932 bis April 1933 war Plesse unter dem Decknamen Klaus Kursant an der M-Schule der Komintern in Moskau. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er den AM-Apparat in Essen. Im Januar 1934 ging er nach Leipzig und wurde dort am 9. März 1935 verhaftet. Nach schweren Mißhandlungen wurde Plesse am 27. Januar 1937 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend kam er ins KZ Buchenwald. Im August 1939 in die Gestapozentrale Prinz-Albrecht-Straße überführt und dort bis April 1940 als Kalfaktor eingesetzt. Zum Schein bot er sich als V-Mann der Gestapo an und wurde deshalb freigelassen. Plesse setzte seine antifaschistische Arbeit in Leipzig fort und hatte u. a. enge Kontakte zu Theodor Neubauer, Bruno Plache und Kurt Roßberg. Im Februar 1942 zur Wehrmacht einberufen, wurde er im August 1944 erneut verhaftet. Spätere Behauptungen, Plesse wäre nur deshalb von der Gestapo festgenommen worden, da sie ihn als V-Mann unter den Häftlingen einsetzen wollte, sind falsch. Am 9.März 1945 wurde Plesse von der Gestapo entlassen, er hielt sich bis zum Einmarsch der Amerikaner in Leipzig versteckt. 1945 zunächst Orgsekretär der KPD Leipzig, am 17. September 1945 wurde er gemeinsam mit Kurt Roßberg von allen Verwaltungs- und Parteifunktionen entbunden, ihnen wurde Zusammenarbeit mit der Gestapo vorgeworfen. Es begann eine Untersuchung durch sowjetische Organe und durch die KPD Sachsens. Die Anschuldigungen ließen sich nicht beweisen, aber beide durften keine Parteifunktionen mehr ausüben. Bis 1951 war Plesse Hauptdirektor der VVB Braunkohle in Welzow und von 1949 bis 1950 Abgeordneter der Volkskammer, 1949 Kursant eines Halbjahreslehrgangs an der PHS. Anfang der fünfziger Jahre gab es erneut Vorwürfe, er habe mit der Gestapo zusammengearbeitet. Deshalb am 1. September 1951 verhaftet, am 5. Dezember 1952 wegen »Verbrechens gegen die Menschlichkeit« durch das Bezirksgericht Cottbus zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 29. April 1956 aus der Haft entlassen, arbeitete er bis 1968 im VEB Kombinat »Schwarze Pumpe« bzw. VEB Kraftwerke Lübbenau/Vetschau. Er bemühte sich vergeblich um seine vollständige Rehabilitierung. Karl Plesse starb am 18. Juli 1978.

Wer war wer in DDR

Ploog, Arthur

* 17.6.1904 – ✝ 26.7.1993

Geb. in Lübeck; Vater Schneider; Anfang der 1920er Jahre dreijährige Wanderschaft (»auf der Walz«); seit Mitte der 1920er Jahre in Berlin; Ausbildung zum Schriftsetzer; 1927 – 39 Hersteller u. Gestalter; 1939 – 45 Wehrmacht, Funker in Frankreich; Jan. 1945 wegen Wehrunwürdigkeit (Ehe mit jüd. Frau) entlassen; April 1945 Volkssturm. Sommer 1945 mit Gründung des Schulbuchverlags Volk u. Wissen dort tätig als Hersteller u. dann Technischer Dir., 1955 – 73 Hauptdir. des Verlags; 1950 NP, VVO, Neubauer-Med. u. Bracke-Med.; seit 1956 Mitgl. des künstler.-wiss. Rats beim MfK, später auch des Kollegiums des Min. für Volksbildung; 1973 Rentner, gest. in Berlin.Christoph Links

Wer war wer in DDR

Pniower, Georg Bela

* 29.4.1896 – ✝ 19.3.1960

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Literaturhistoriker u. Dir. des Märk. Museums in Berlin; 1911 nach Schulabbruch Lehre als Gärtner; Gärtnergehilfe in der städt. Gartenverw. Trier u. in der Parkverw. Beuten (Oberschles.); 1916 – 20 Studium an der Staatl. Lehranstalt für Obst- u. Gartenbau in Proskau (Schles.), Abschluß als Gartentechniker; 1920 / 21 beim Gartenbauamt Hannover persönl. Ass. des Gartenbaudir. Hermann Kube; 1922 – 24 Ltr. des Entwurfsbüros der Baumschule Späth, Berlin-Treptow; Prüfung zum Gartenbauinspektor; 1922 / 23 gleichzeitig Ausbildung zum Gartenbaudir. in Proskau; 1925 selbständig beim Provinzialverband der Kleingärtner Groß-Berlin; bis 1933 Mitgl. der SPD; 1933 Einladung nach Mailand zur Triennale (mit Erich Mendelsohn, Hans Poelzig u. Mies van der Rohe); 1935 Berufsverbot wg. jüd. Abstammung; bis 1938 Gestaltung Volkspark Wilmersdorf (Berlin); 1938 nach England, Gartengestaltungen in London u. in der Grafschaft Surrey; 1939 Rückkehr nach Dtl.; kurze Einberufung; 1940 selbständiger Gemüsegärtner; 1944 Verhaftung durch die Gestapo u. Zwangsarbeit in Berlin-Zehlendorf. 1945 Auftrag der amerik. Streitkräfte zur Neugestaltung des Kleistparks in Berlin-Schöneberg (Sitz des Alliierten Kontrollrats); 1946 Berufung zum ord. Prof. u. Dir. des Inst. für Gartenkunst u. Landschaftsgestaltung an der Univ. Berlin (Berlin-Dahlem); 1951 Umzug nach Ost-Berlin; 1951 – 60 Weiterführung des Lehrstuhls unter dem Namen Inst. für Garten- u. Landeskultur Berlin-Mitte an der HU Berlin; 1959 Sommerblumengarten im Treptower Park; 1960 Promotion; gest. in Berlin. P. gilt in Fachkreisen als einer der führenden Landschaftsarchitekten u. -planer in der frühen DDR.Gröning, G., Wolschke-Bulmahn, J.: Zum 90. Geburtstag des Gartenarchitekten G.B.P. In: Gartenamt (1986) 12; Gandert, K.-D.: G.B.P. – Sein Leben u. Wirken für die Garten- u. Landeskultur. In: Inst. für Umweltgesch. u. Regionalentw. (Hg.): Landschaft u. Planung in den neuen Bundesländern – Rückblicke. Berlin 1999; Fibich, P.: G. P. Hannover 2004; Giese, H., Sommer, S.: Leben u. Werk. Dresden 2005; Landschaftsarchitektur der DDR im Land Brandenburg, Ausstellungskatalog 2006.Volker Wagner

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pohl, Käthe (Rabinowitsch)

* 21.7.1892 – ✝ 23.2.1948

Dr. phil.; geboren am 21. Juli 1892 in St. Petersburg als Lydia Rabinowitsch, Tochter einer begüterten Familie; studierte und promovierte zum Dr. phil. Im Ersten Weltkrieg schloß sie sich den Bolschewiki an. Nach dem Krieg mit August Kleine verheiratet, zog 1920 nach Deutschland. Hier spielte sie in der KPD eine vielfältige und wichtige Rolle. Sie wurde 1922 Sekretärin des Polbüros (neben Leo Flieg) und hatte 1923, zusammen mit ihrem Mann, erheblichen Einfluß innerhalb der Partei. Obwohl von den Linken 1924 abgelöst, kam noch 1924 im KPD-Verlag ihre weitverbreitete Broschüre heraus: Käthe Pohl: »Ebert oder Lenin? Der Bankrott der sozialdemokratischen Politik«. Käthe Pohl wurde 1923 von Kleine geschieden, sie soll einige Zeit mit Emil Höllein zusammengelebt haben, heiratete dann in Hamburg Hans Westermann und gehörte mit ihm zunächst zu den Versöhnlern. Nach ihrer Trennung von dieser Oppositionsgruppe arbeitete Käthe Pohl, die als ein sehr kluger, aber »diktatorischer Typ« galt, bei der Peuvag, 1932 leitete sie die Rote Hilfe in Hamburg. Anfang 1933 flüchtete sie – als Jüdin und Kommunistin besonders gefährdet – aus Deutschland in die Sowjetunion und war dort bei der Komintern beschäftigt. Vom NKWD 1936 zeitweise verhaftet, hat sie später im Institut 99 (einer Parteischule der KPD) sowie in der Antifaschule Krasnogorsk als Lehrerin gearbeitet. Sie starb am 23. Februar 1948 in Moskau.

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Pohl, Siegfried

* 2.2.1928

Geb. in Lyck (Ostpr. / Ełk, Polen); Vater Reichswehr-Unteroffz. u. später Briefträger; Volks- u. Handelsschule, anschl. Finanzgehilfe u. Landarb.; 1944 RAD; 1945 Wehrmacht. 1945 Landarb.; 1946 KPD / SED; 1946 – 50 Gemeindesekr., 1950 / 51 Bürgermstr. von Wilmersdorf (Krs. Pritzwalk); 1951 / 52 Instrukteur, 1952 – 55 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-KL Kyritz u. Pritzwalk; 1955 – 58 1. Sekr. der SED-KL Brandenb.-Land; 1958 – 61 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1961 – 63 Ltr. der Abt. Org. u. Kader der SED-BL Potsdam; 1963 – 66 2. Sekr. der SED-BL Potsdam, abgelöst wg. »Mängeln in der Leitungstätigkeit«; 1966 – 89 Einsatz als Sekr. des Bezirksaussch. der NF Potsdam.Mario Niemann

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Pohlmeyer, Heinz-Alois

* 05.08.1893 – ✝ 18.05.1956

Geb. in Münster (Westfalen); Vater Arbeiter; Volksschule, Gymn., Abitur; 1920 / 21 u. 1923 / 24 Studium der Nationalökon., Literaturgesch., Sozial- u. Arbeitsrechtswesen am Staatswiss. Inst. der Univ. Münster; 1912 SPD; 1912 – 15 Volontär, Lokal- u. polit. Red. beim »Volksblatt« in Mühlhausen, bei der »Volkszeitung« in Ibbenbühren u. der »Volkswacht« in Herford; 1915 – 18 Soldat im Ersten Weltkrieg; 1918 / 19 Vors. des Soldatenrats auf dem Truppenübungsplatz in Zossen / Wünsdorf; 1919 Parteisekr. u. Vors. des SPD-KV Münster u. der Arbeiterwohlfahrt; 1919 – 33 Red. beim »Volkswillen« in Münster, später bei versch. sozialdemokrat. Ztgn. in Dortmund u. Hamburg; Jan. – März 1933 Hrsg. der »Wirtschafts- u. Kommunalpolit. Korrespondenz« in Hamburg; 1933 Festnahme, Anklage wg. »Landesverrats«, mangels Beweisen zunächst außer Verfolgung gesetzt, dann erneut verhaftet, KZ Fuhlsbüttel; 1938 – 45 dienstverpflichtet in versch. Arbeitslagern in Mecklenb., Westfalen u. Schlesien; Ende Jan. 1945 Flucht nach Hamburg, von dort nach Mecklenb. 1945 SPD; 1946 durch Vermittl. v. Carl Moltmann Berufung zum Chefred. der »Volksstimme«; 1946 SED, parit. Chefred. der »Landes-Zeitung« Mecklenb.; zeitw. Mitgl. des SED-LV Mecklenb. u. Vors. des Parteischiedsgerichts; Mitbegr. des VDP im Land Mecklenb., Ehrenvors.; 1947 zunächst Hörer, dann Lehrgangsltr. für Journalistenlehrgänge an der SED-PHS in Kleinmachnow; Herbst 1948 Wechsel nach Berlin, im Sept. auf dem Weg nach Berlin schwerer Verkehrsunfall; 1949 – 51 Ltr. der Abt. Presse u. Rundfunk im SED-PV; 1950 / 51 stellv. Vors. des VDP; 1951 / 52 Ltr. des Inst. für Journalistik; 1952 – 55 Chefred. u. Cheflektor im Kongreß-Verlag in Berlin; Umzug nach Thüringen; gest. in Eisenach.Andreas Herbst

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Pollatschek, Walther

* 10.9.1901 – ✝ 1.3.1975

Geb. in Neu-Isenburg; Vater Ing.; Grund- u. Oberschule in Harburg, Worms, Amsterdam, Heidelberg; studierte nach dem Ersten Weltkrieg Germanistik, Theater- u. Musikgesch. in Heidelberg, München u. Frankfurt (Main); 1924 Prom. über »Hofmannsthal u. die Bühne« zum Dr. phil.; anschl. Red. u. Kritiker in Schwelm (Westfalen), 1933 entlassen; 1934 Übersiedl. nach Berlin; Verhaftung durch die Gestapo, nach der Haftentlassung Emigr. nach Spanien; 1936 erneut vorübergehend verhaftet; 1936 / 37 in Südfrankreich; Mitgl. der KPF; 1937 – 45 in der Schweiz; Arbeitsverbot, aktiv im antifasch. Widerstand; am Aufbau des BFD beteiligt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; KPD; bis 1950 Mitarb. der »Frankfurter Rundschau«, nach Diff. über seine kommunist. Anschauungen 1950 Übersiedl. nach Berlin / DDR; SED, KB; bis 1952 Mitgl. der Red. u. Theaterkritiker der »Tägl. Rundschau«; seit 1952 freischaff. Theaterkritiker u. Publizist; machte sich einen Namen als Förderer sozialist. Gegenwartsdramatik, v. a. aber mit der Erschließung u. editor. Betreuung des Werkes von  Friedrich Wolf, das er zus. mit Else Wolf herausgab; bis 1970 Ltr. des Friedrich-Wolf-Archivs der DAK; im Zentrum des eigenen schriftsteller. Schaffens stand die Kinderlit. mit Werken wie »Bezwinge die Meere, ?Thälmann Pionier!? Ein Buch über unsere volkseigene Seefahrt« (1956); als einer der ersten sozialist. Autoren versuchte er das Gegensätzliche der Entw. nach 1945 darzustellen (»Herren des Landes«, 1951); Johannes-R.-Becher-Med.; Med. Kämpfer gegen den Faschismus; gest. in Berlin.Mut u. Geist. Heinrich Heine. Gadernheim 1947; Pusteblumenkinder. Eine Löwenzahngeschichte. Illustriert von L. Scherbauer. Neu-Isenburg 1949; Philip Müller. Held der Nation. Berlin 1952; Das Bühnenwerk Friedrich Wolfs. Berlin 1958; Friedrich Wolf. Sein Leben in Bildern. Leipzig 1960. Kosch, W.: Dt. Lit.-Lexikon. Bern 1963.Christian Krause

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Pommer, Kurt

* 5.5.1904 – ✝ 13.8.1993

Geb. in Schmölln; Vater Reichsbahnassistent; Volks- u. Realschule, Lehre u. Arbeit als Schlosser; 1922 – 25 Studium an der Staatl. Akad. für Technik in Chemnitz, Ing. für Maschinenbau; 1925 – 29 Konstrukteur bei Siemens & Halske in Berlin-Siemensstadt; 1929 – 36 Studium der Elektrotechnik an der TH Darmstadt, Dipl.-Ing.; 1936/37 Assistent, Prom. zum Dr.-Ing.; ab 1937 Versuchsing. in den Sachsenwerken Dresden-Niedersedlitz. 1946 SED; 1946 – 52 Haupting. u. GD sowie Ltr. der techn.-wiss. Arbeiten des VEB Sachsenwerk Niedersedlitz; ab 1952 TH Dresden, 1953 Berufung zum Prof. mit Lehrstuhl für Elektromaschinenbau, 1955 Dir. des Inst. u. Prof. mit Lehrstuhl für elektr. Maschinen u. Antriebe; 1956 – 58 Rektor der TH Dresden (Nachf. von  Karl Horst Peschel); 1960 NP; 1966 Ord. Mitgl. der DAW; gest. in Dresden.Andreas Herbst

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Poppe, Gerd

* 25.3.1941

Geb. in Rostock; Vater Ing., Mutter Sekr.; 1958 Abitur; 1959 – 64 Physikstudium in Rostock; 1965 – 76 Physiker im Halbleiterwerk Stahnsdorf; seit 1968 Engagement in opp. Krs.; liter. Abende mit krit. Autoren; Mitarb. in versch. Friedenskrs.; 1975 sechs Mon. Bausoldat; 1976 Rücknahme eines Einstellungsversprechens der AdW wegen Protests gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; 1977 – 84 Maschinist in einer Berliner Schwimmhalle; 1980 – 89 Auslandsreiseverbot; 1984 – 89 Ing. im Baubüro des Diakon. Werks; 1985/86 Mitbegr. der IFM; Mithrsg. u. Autor mehrerer illeg. Samizdat-Publ., u. a. »grenzfall« (1986/ 87), »SPUREN. Zur Geschichte der Friedensbew. der DDR« (1988), »Ostkreuz« (1989); maßgebl. beteiligt an der Org. von Kontakten zur osteurop. Opp.; 1989/90 Sprecher der IFM, Vertreter der IFM am Zentr. Runden Tisch; Mitgl. der Arbeitsgr. »Neue Verfassung der DDR«; Febr. – April 1990 Min. ohne Geschäftsber. in der zweiten Reg.  Hans Modrow; März – Okt. 1990 Mitgl. u. stellv. parl. Geschäftsf. der Volkskammerfraktion Bündnis 90/Grüne. 1990 – 98 Abg. des Dt. Bundestags, außenpol. Sprecher der Abg.-Gruppe Bündnis 90 / Die Grünen; Mai 1992 Mitgl. des Bundessprecherrats der Partei Bündnis 90; prominenter Befürworter der Fusion mit den Grünen; 1998 – 2003 Beauftr. der Bundesreg. für Menschenrechte u. humanitäre Hilfe; 2003 – 05 Berater der Heinrich-Böll-Stiftung für Demokratieprojekte in Rußland; Mitgl. des Vorst. der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; 1979 – 97 verh. mit  Ulrike P.; lebt in Berlin.Gesteinsammlung. Fs. für G. P. Berlin 1991.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Porsch, Peter

* 15.10.1944

Geb. in Wien; Volksschule u. Gymnasium in Wien, Abitur; 1962 – 68 Studium der Germanistik, Anglistik u. Politol. in Wien u. 1968 – 72 an der FU Berlin; ab 1970 als IM »Christoph« beim MfS erf.; 1972 Prom.; 1973 Übersiedl. in die DDR; ab 1973 Assistent bzw. Oberassistent an der KMU Leipzig; 1982 SED; 1981 Habil., 1982 Doz. u. ab 1988 ord. Prof. für Dialektol. u. Soziolinguistik am Inst. für Germanistik der KMU; stellv. Vors. der Ges. für Germanistik; Mitgl. im Beirat der Ges. für Sprachwiss. Okt. 1990 – Okt. 2009 Mitgl. des Sächs. Landtags, 1990 – 94 Pressesprecher der Fraktion Linke Liste/PDS; 1990 – 95 u. 1997 – 2001 Landesvors. der PDS Sachsen; 1994 – 2009 Vors. der PDS-Fraktion u. Mitgl. des Präs. des Sächs. Landtags; 2000 – 02 stellv. Bundesvors. der PDS; 2002 – Juli 2007 stellv. Landesvors. der PDS-Sachsen; 2004 fristlose Kündigung als Prof. der Univ. Leipzig, 2005 Umwandl. in ord. Kündigung.Textbeurteilung als Methode zur Erhebung sprachl.-kommunikativer Normen. Leipzig 1981.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Poser, Magnus

* 26.1.1907 – ✝ 14.7.1944

Geboren am 26. Januar 1907 in Jena, Sohn eines Zimmermanns; Tischlerlehre, anschließend Wanderschaft durch die Schweiz, Österreich, Dänemark, Finnland und die Sowjetunion. Mitglied einer sozialdemokratischen Jugendgruppe, trat während des Jugendtages in Gotha im Oktober 1923 mit der Gruppe in die KJD ein. Arbeiter in den Zeiss-Werken in Jena. 1928 Mitglied der KPD. 1929 bis 1933 im Verband proletarischer Freidenker tätig. Nach 1933 zunächst Mitglied der illegalen UB-Leitung von Jena, wurde am 26. November 1933 verhaftet und am 20. April 1934 zu zwei Jahren und vier Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Freilassung wieder Tischler, baute dann in Jena eine Widerstandsgruppe auf. Nach Kontaktaufnahme zu Theodor Neubauer Anfang 1942 gehörte er mit zu den führenden Mitgliedern einer in Thüringen weitverzweigten Widerstandsorganisation, die Verbindungen nach Berlin und Sachsen hatte. Magnus Poser wurde am 14. Juli 1944 an seiner Arbeitsstelle verhaftet und in den Weimarer Marstall, den Gestapositz, überführt. Nach unmenschlichen Folterungen in der Nacht vom 20. zum 21. Juli 1944 versuchte er zu fliehen, wurde aber im angrenzenden Park von fünf Schüssen getroffen und in das Krankenrevier des KZ Buchenwald transportiert, wo Magnus Poser starb. Seine Frau Lydia Poser, geborene Orban (*30.1. 1909 – † 30. 12. 1984), war Stenotypistin, seit 1929 in der KPD. Bis 1933 Mitarbeiterin der BL in Jena und Erfurt, übernahm im Frühjahr 1933 die Funktion einer Orgleiterin im UB Jena, wurde aber schon am 26.November 1933 verhaftet und mit Magnus Poser am 20. April 1934 vom OLG Jena zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Im September 1936 heiratete sie Magnus Poser. Bis 1945 Stenotypistin, von 1946 bis 1948 Bürgermeisterin von Jena. Von 1948 bis 1950 Mitglied, 1951 Vorsitzende der Kommission für Staatliche Kontrolle im Land Thüringen. Von 1952 bis 1959 Vorsitzende des Rates des Bezirks Gera.

Wer war wer in DDR

Postler, Erich

* 25.11.1940

Geb. in Märzdorf (Nordböhmen / Matinkovice, Tschechien); Vater Landwirt; Grundschule; Ausb. zum Landwirt; tätig auf dem elterl. Hof; 1962 staatl. gepr. Landwirt; Agrar-Ing. in der LPG »Komsomol« in Fürstenwerder (Krs. Prenzlau); Studium an der Komsomol-HS in Moskau; 1959 – 80 Mitgl. des ZR der FDJ; 1961 SED; 1963 – 65 Sekr., 1965 – 69 1. Sekr. der FDJ-BL Schwerin (Nachf. von Franz Schepanski); 1969 Sekr. für Landjugend des ZR der FDJ; 1976 – 80 2. Sekr. des ZR der FDJ (Nachf. von  Wolfgang Herger); 1976 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1981 – 89 2. Sekr. der SED-BL Schwerin (Nachf. von  Bruno Lindemann); Nov. 1989/90 1. Sekr. der SED-BL Gera (Nachf. von  Herbert Ziegenhahn); Dez. 1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorbereitung des außerord. SED-Parteitags. Seit 1990 in versch. linkssoz. Initiativen engagiert, u. a. im Solidaritätsbereich.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Plettner, Hans

* 9.12.1887 – ✝ 7.9.1961

Geboren am 9. Dezember 1887 in Berlin, Sohn eines Schlossers und Werkmeisters; Modelltischlerlehre, anschließend auf Wanderschaft, die ihn durch Deutschland, die Schweiz, Italien, Großbritannien und Frankreich führte. Bis 1919 Tischlergeselle in Berlin. Von 1915 bis 1918 Soldat im Weltkrieg. Seit 1907 Mitglied der SPD und der Gewerkschaft, 1917 trat er in die USPD ein, war 1919 kurzfristig Funktionär in Berlin und wirkte von Mai 1919 bis Oktober 1920 als USPD-Sekretär in Hannover. Im Juni 1920 wurde Hans Plettner auf dem Reichswahlvorschlag der USPD in den Reichstag gewählt, dem er bis 1924 angehörte. Von Oktober bis Dezember 1920 Mitglied der Zentralen Kontrollkommission der USPD-Linken, trat für die Fusion mit der KPD ein. Er gehörte zu den USPD-Abgeordneten, die nach der Vereinigung des linken Flügels der USPD mit der KPD Ende 1920 zur VKPD eine gemeinsame kommunistische Reichstagsfraktion bildeten. Im Streit zwischen der Mehrheit der Zentrale und Paul Levi 1921 unterstützte er diesen und wurde deshalb aus der KPD ausgeschlossen. Im Januar 1922 trat Plettner gemeinsam mit Otto Brass und Emil Eichhorn zur Fraktion der KAG über. Drei Mo-nate später wurde er wieder Mitglied der SPD und übte in ihr verschiedene Funktionen aus. Nach 1933 gründete er ein Anzeigengeschäft, das 1936 aufgelöst wurde. Plettner war 1945 Funktionär der SPD in Berlin-Spandau, von 1946 bis 1950 Abgeordneter der Bezirksverordnetenversammlung, ab 1948 Fraktionsvorsitzender und Bürgerdeputierter der SPD in Spandau. Hans Plettner starb am 7. September 1961.

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Plötner, Klaus Otto Gustav

* 8.9.1940

Geb. in Stadtroda; Vater Versicherungsinspektor; nach dem Abitur 1959 – 65 Studium Landmaschinentechnik an der TU Dresden; 1964 SED; 1965 – 71 Ass. im Inst. für Landtechnik der WPU Rostock, Aufbau u. Ltg. eines Landmaschinenlabors, 1970 dort Prom.; 1971 / 72 Zusatzstudium an der HS für Ingenieure der Landw. Prod. in Moskau; 1972 Hochschuldoz. für Landmaschinentechnik an der WPU, 1976 dort Prom. B zum Dr. sc. techn. mit Untersuchungen zur Methodik der Entw. von Landmaschinen; 1976 – 82 Prorektor für Erziehung u. Ausbildung, 1977 Berufung zum ord. Prof. für Landmaschinenkonstruktion, 1983 – 88 Dir. der Sektion Landtechnik, 1989 / 90 Rektor der WPU Rostock (Nachf. von  Wolfgang Brauer). 1990 als Rektor abberufen u. 1991 als Hochschullehrer ausgeschieden; danach freiberufl. Gutachtertätigkeit; lebt in Dierhagen. Forschungsschwerpunkte: Konstruktion von Landmaschinen für Bodenmechanik u. Bodenbearbeitung; ca. 50 Veröff., u. a. das Lehrbuch »Grundsätze für die Konstruktion von Landmaschinen«, Berlin 1978 (Mitgl. des Autorenkollektivs).Martin Guntau

Wer war wer in DDR

Poche, Klaus

* 18.11.1927 – ✝ 9.1.2007

Geb. in Halle; Vater Angest.; Volksschule, Oberrealschule; Wehrmacht, 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. Nach 1945 Krankenpfleger, Lehrer u. Zeichenlehrer; 1950 journalist. Arbeit, Red. beim »Nachtexpress« (Berlin); dann Red. u. Zeichner bei der »BZ am Abend«; 1954 – 79 freischaff. Schriftst. u. Grafiker (Romanillustrationen, Schutzumschläge, Filmplakate) in Berlin; verf. anfangs Reportagen u. Kurzgeschichten (»Das OKW gibt nicht mehr bekannt«, 1961 zus. mit Hans-Oliva Hagen); 1965 erster Roman »Der Zug hält nicht im Wartesaal«, der Kriegserlebnisse u. die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit propagandist. gegen die Bundesrep. Dtl. aufbereitet; 1970 Drehbuch für das Fernsehspiel »Rottenknechte« (5 Folgen, R:  Frank Beyer); zunehmend krit. Arbeiten; zahlr. Fernsehfilme (teils mit  Jurek Becker); 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; 1978 sein Fernsehfilm »Geschlossene Ges.« wurde nach der Erstsendung verboten u. erst 1989 wieder ausgestrahlt; 1978 Veröff. seines autobiogr. gefärbten Romans »Atemnot« in der Schweiz, der auch die Zensurpraxis behandelt; zunehmend Konflikte u. berufl. Behinderungen, vom MfS im OV »Buch« als »feindlich eingestellter Schriftst.« erf.; 1979 Mitunterz. eines offenen Briefs an  Erich Honecker, in dem die kulturpol. Praxis kritisiert wurde; Juni 1979 deshalb zus. mit  Stefan Heym u. a. Schriftst. aus dem SV ausgeschl.; Ende 1979 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; hier zahlr. Fernsehspiele (u. a. 1981 »Collin« nach dem Roman von Stefan Heym); gest. in Pulheim (bei Köln). 1993 Mitgl. des Dt. PEN-Zentrums; Mitgl. der AdK; 1991 »Das große Fest«; 1994 »Ich klage an«; 1996 Drehbuch zu »Rosa Roth – Verlorenes Leben« (ZDF).Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Pohl, Gerhard

* 16.8.1937 – ✝ 30.5.2012

Geb. in Guben; Vater Webmeister u. mittelständ. Unternehmer; 1953 – 55 Ausb. zum Tuchmacher; 1953 FDGB; 1955 – 58 Studium an der Ing.-Schule für Textiltechnik in Forst; anschl. Betriebsassistent, dann Technologe im VEB Vereinigte Feintuchwerke Forst; 1959 CDU; 1963 – 69 Fernstudium an der TU Dresden, Dipl.-Ök.; 1967 – 77 Ing. für Chemiefasern bei der VVB Volltuch Cottbus, dort 1969 – 77 Abt.-Ltr.; 1972 – 90 Vors. des CDU-KV Forst; 1977 Dir. für Forschung u. Erzeugnisentw. im VEB Forster Tuchfabriken; 1978 Prom. zum Dr. oec. an der TU Dresden mit einer Arbeit über den VEB Textilkombinat Cottbus; 1979 – 84 Abg. im Kreistag Forst, 1981 – 90 Mitgl. der Volkskammer; 1990 Mitgl. des CDU-Parteivorst., parl. Geschäftsf. der CDU-Frakt. in der Volkskammer; 12.4. – 15.8.1990 Min. für Wirtschaft in der Reg.  de Maizière (Nachf. von  Christa Luft). 1990/91 Geschäftsführer der Gubener Textil GmbH, später Geschäftsführer einer Firma für Kunststoffentw. in Forst (Lausitz), Vors. des Vereins der Forster Tuchmacher. Am 30.5.2012 im Schwielochsee (bei Cottbus) tot aufgefunden.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Pohl, Sieghard

* 11.9.1925 – ✝ 13.6.1994

Geb. in Breslau (Schles./Wrocław, Polen); Rudolf-Steiner-Schule; 1943 RAD, danach Wehrmacht, verwundet; Kriegsgefangenschaft. 1947 Abitur; anschl. Neulehrer; 1951 – 55 Studium am Inst. für Kunsterziehung Leipzig bei Prof.  Elisabeth Voigt u. Prof. Dr. Hans Schulze; 1961 erste u. 1965 zweite Inhaftierung wegen »staatsfeindl. Bilder«, zwischenzeitl. als freischaff. Maler tätig; 1965 Haftentlassung u. Freikauf; Verlust seines künstler. Werks von 20 Jahren; bis 1987 in Berlin (West) Kunsterzieher im Schuldienst; anschl. freiberufl. als Maler u. Publizist tätig; aktiv gegen militar. u. totalitäre Strukturen, streitbar auch im Einsatz für bedrängte Kollegen; gest. in Berlin. Werke: Glotzt nicht so romantisch oder der Strafgefangene (1962), In der Menschenveredlungsanstalt (1962), Erinnerungen an einen Leipziger Wahlauftrieb (1962/63), Genosse, was hast du mit der roten Fahne gemacht? (1978), Schießtafeln (1983 – 86); Illustrationen zu Texten von Wolfgang Borchert,  Siegmar Faust, Siegfried Heinrichs u. a.; Einzelausstell. in Leipzig u. mehrf. in Berlin, beteiligt an div. Gruppenausstellungen im In- u. Ausland.Die ungehorsamen Maler der DDR. Anspruch u. Wirklichkeit der SED-Kulturpol. 1965 – 1979. Berlin 1977/1979 (in zwei Teilen, zus. mit seiner Frau Edda P.); extra muros. Koblenz 1990.Siegmar Faust / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Polak, Karl

* 12.12.1905 – ✝ 27.10.1963

Geb. in Westerstede bei Oldenburg; Vater Schlächter, Händler, Mittelbauer; jüd. Pensionsschule in Oldenburg, Abitur; 1925 – 29 Studium der Rechtwiss. an den Univ. Heidelberg u. Frankfurt (Main); 1927 – 29 Mitgl. einer Roten Studentengr.; Erstes jurist. St.-Ex.; anschl. Referendar am Kammergericht Berlin; Besuch der MASCH; 1932 Prom. zum Dr. jur. in Freiburg; 1.4.1933 wegen jüd. Abstammung aus dem Justiz-Vorbereitungsdienst entlassen; Emigr. nach Dänemark; Okt. 1933 auf Einladung der AdW zu Probevorlesungen in die UdSSR; dann wiss. Mitarb. am Inst. für Recht der AdW u. an der Gen.-Staatsanwaltschaft in Moskau; Sekr. des Komitees zur Verteidigung Ernst Thälmanns; Sommer 1941 Mobilisierung für den Bau von Verteidigungsanlagen (Panzergräben); Nov. 1941 Evakuierung des Inst. für Recht nach Taschkent; 1942 – 45 Lehr- u. Forschungstätigkeit im Jurist. Inst. der Usbek. SSR in Taschkent; ab Aug. 1945 erneut Mitarb. am Inst. für Recht der AdW in Moskau; 4.2.1946 Verteidigung als Kand. der Rechtswiss. am Zentr. Forschungsinst. für jurist. Wiss. beim Volkskommissariat für Justiz. Febr. 1946 Rückkehr nach Dtl.; März 1946 Ltr. der Rechtsabt. des ZK der KPD; April/ Mai 1946 – April 1948 Ltr. der Abt. für Justiz im ZS der SED; Ende Juli 1946 Entwurf für die Verfassung einer »Demokrat. Rep. Dtl.«; 1.9.1946 SED; VVN; März 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; ab April 1948 Vorlesungen für Staatslehre u. Staatsrecht an der KMU Leipzig; gleichz. persönl. Ref. von  Wilhelm Pieck u.  Otto Grotewohl für »Verfassungsfragen«; als Vertreter von Otto Grotewohl im Verfassungsaussch. des Dt. Volksrats, Ltr. des Unteraussch. für die Kodifizierung der Verfassung; nach Berufung zum Prof. für allg. Staatslehre, Staats- u. Rechtswiss. an die KMU Leipzig am 31.5.1949 Ausscheiden aus dem ZS der SED; ab Okt. 1949 Abg. der (Prov.) Volkskammer; Mitarb. in den Aussch. für Verfassung u. Recht sowie für örtl. Volksvertr.; maßgebend beteiligt an der Ausarbeitung der Verfassung der DDR; Mitgl. des Staats- u. Verfassungspol. Aussch. beim ZK der SED; Mithrsg. der Ztschr. »Sowjetwiss.«; Vorlesungen über Staats- u. Verfassungslehre an der MLU in Halle; 1.4.1952 – 1.10.1953 wiss., jurist. Mitarb. beim Büro des Präs. des NR der NF; 1.10.1953 – 15.7.1954 Ltr. der Abt. Staat u. Recht im Aussch. für dt. Einheit; 15.7.1954 –1960 wiss. Mitarb. der Abt. Staatl. Verw. des ZK der SED; 1959 VVO; 1960 – 63 Mitgl. des Staatsrats; 1961 Ord. Mitgl. der DAW; ab 1963 Ltr. des Inst. für staats- u. rechtswiss. Forschung der AdW u. Vors. des gleichn. Wiss. Rats; maßgebl. beteiligt an der Erarbeitung des Erlasses des Staatsrats vom April 1963 zur Neugestaltung der Rechtspflege in der DDR; Mitgl. des Zentralvorst. der Vereinigung Demokrat. Juristen Dtl.; gest. in Berlin. Sek.-Lit.: Poppe, E., Weichelt, W.: K. P.s Beitrag zur Herausbildung einer marxist.-leninist. Staats- u. Rechtswiss. in der DDR. Fs. zum 80. Geb. Berlin 1987; Laufer, J.: Die Verfassungsgebung in der SBZ 1946 – 1949. In: Aus Pol. u. Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenztg. Das Parlament vom 31.7.1998.Marxismus u. Staatsrecht. Berlin 1947; Die Weimarer Verfassung, ihre Errungenschaften u. Mängel. Berlin 1949; Die Demokratie der Arbeiter-u.-Bauern-Macht. Berlin 1957; Zur Dialektik in der Staatslehre. Berlin 1963; Zur Entw. der Arbeiter-u.-Bauern-Macht. Reden u. Aufsätze (mit Gesamtbibl.). Berlin 1968.Jan Wielgohs / Peter Erler

Wer war wer in DDR

Polte, Wilhelm

* 11.1.1938

Geb. in Niegripp (Krs. Burg); Lehre u. Ar- beit als Maschinenschlosser, 1955 – 58 Stud. im Fach Maschinenbau; 1958 – 60 Techno- loge; Hochschulstud., 1965 Dipl.-Ing.; 1965 –68 Projektierungsing. in einem Großbetrieb in Leipzig, anschl. in einem Magdeburger Forschungsinst. im Bereich Technol. tätig; 1978 –90 wiss. Mitarb. an der TU Magdeburg; 1989 Gründungsmitgl. der SDP in der DDR, 1990 SPD-Vors. im Bez. Magdeburg; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer. 1990 – 2001 OB von Magdeburg (Nachf. von Werner Nothe); Präs. des Städte- u. Gemeindebunds Sachsen-Anh. u. Mitgl. des Präs. des Dt. Städtetags; 2002 – 2006 MdL Sachsen-Anh., Vors. des Aussch. für Inneres; seit 2002 Ortsbürgermstr. von Niegripp in der Stadt Burg (bei Magdeburg); 2001 Bundesverdienstkreuz; 2003 Ehrenbürger von Magdeburg; lebt in Niegripp.Andreas Herbst

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Pommeranz-Liedke, Gerhard

* 12.12.1909 – ✝ 27.6.1974

Geb. in Mewe (Krs. Marienwerder, Westpr. / Gniew, Polen); Vater Apotheker; 1910 Tod des Vaters, Mutter Hausfrau; Stiefvater Apotheker; Realschule in Mewe, Humanist. Gymnasium in Marienwerder u. Oppeln; 1927 Reifeprüfung; 1927 – 31 Studium der Malerei an der Kunstakad. Breslau, dann an der Staatl. Akad. für graph. Künste u. Buchgewerbe in Leipzig; zugleich journalist. tätig; 1934 – 40 freischaff. Maler u. Journalist; 1940 / 41 Wehrmacht; März – Juni 1941 Pressereferent im Ausw. Amt; ab Juni 1941 Wehrmacht, Sold. in Holland, Nord-Belgien, im Saargebiet; Dez. 1944 amerikan. Kriegsgef., u. a. im Lager Compiegne / Frankreich u. Ascot / England, dort Arbeit für die BBC, im Lager verantw. für eine Kriegsgefangenenztg.; Sept. 1945 Entlassung nach Hannover. Sept. 1945 im Auftrag der US-Besatzungsbehörden Teiln. am Aufbau der demokrat. Presse, enge Kontakte zu Karl-Eduard von Schnitzler; 1946 außenpolit. Red. der »Rheinischen Ztg.« in Köln; Juni 1946 Übersiedl. in die SBZ; 1946 – 48 Bild- u. Umbruch-Red. der »Tägl. Rundschau« in Berlin; 1947 SED; 1948 / 49 Chefred. der Ztschr. »Bildende Kunst«; Nov. 1949 Hauptreferent der DAK in Berlin, 1950 – 60 Ltr. der Abt. Ausstellung u. Publikationen der DAK; 1960 – 67 freischaff. Mitarb. u. a. beim Berliner Rundfunk; zahlr. Publ. u. Ausstellungskataloge zur Kunst des 20. Jh. u. zur sozialist. Gegenwartskunst; 1967 – 74 Dir. der Staatl. Kunstsammlung zu Weimar (Nachf. von Walther Scheidig), dort Aufbau einer Abt. sozialist. Gegenwartskunst, veranlaßte wichtige Erwerbungen; Mitgl. des VBK; 1972 Kunstpreis der Stadt Weimar; gest. in Weimar.Franz Masereel. Malerei u. Graphik 1918 – 1957. Berlin 1957; Heinrich Zille. Berlin 1958; Bühnenbilder aus den Jahren 1945 – 1958. Berlin 1959; Graphikspiegel. Bildner. Volksschaffen der DDR. 100 Bildtafeln. Dresden 1969; Walter Womacka. Dresden 1969; Moritz von Schwind. Maler u. Poet. Leipzig 1974.Bernd-Rainer Barth

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Poppe, Helmut

* 8.10.1926 – ✝ 26.7.1979

Geb. in Niederhannsdorf (Krs. Glatz, Niederschl./Jaszkowa Dolna, Polen); Vater Arbeiter; Grundschule; Elektrikerlehre; 1944/45 Wehrmacht; 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule in Gorlowka. Sept. 1948 Rückkehr nach Dtl.; Eintritt in die DVP; Kursant an der VP-Schule Apollensdorf; VP-Kommissar, 1949/50 Zugführer bzw. Kompaniechef an der VP-Schule Naumburg (Saale); 1950 VP-Oberkommissar u. VP-Rat; 1950 SED; 1950/51 Lehrgangsltr. der VP-Dienststelle Weißenfels; 1951 Kompaniechef an der VP-Schule Erfurt; 1951/52 Sonderlehrgang in der UdSSR; 1952/53 stellv. Kdr. (Allgemeines) der VP-Dienststelle Kochstedt; 1952 Major; 1953 – 56 Ltr. der Abt. Planung u. zugl. Stellv. des Chefs der Verw. Ausbildung der KVP; 1954 Oberst-Ltn.; 1956 – 59 Chef der Verw. Ausbildung des MfNV; Oberst; 1959 – 61 Offiziershörer an der Militärakad. des Gen.-Stabs der Streitkräfte der UdSSR, Dipl. rer. mil.; 1961/62 Kdr. der 4. Mot. Schützendiv. in Erfurt (Nachf. von  Hans Ernst); Mitgl. der SED-BL Erfurt; 1962 – 71 Stadtkommandant von Berlin; 1962 Gen.-Major; 1962 – 71 Mitgl. der SED-BL Berlin; 1971 Gen.-Ltn.; 1971/72 1. Stellv. des Chefs des Militärbez. 5 (Neubrandenb.) (Nachf. von Rudi Lindner), 1972 – 79 stellv. Minister für Nat. Verteidigung u. Chef der Rückwärt. Dienste (Nachf. von  Walter Allenstein); 1964 u. 1976 VVO.Andreas Herbst

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Pöschel, Hermann

* 28.9.1919 – ✝ 30.12.2007

Geb. in Zeitz; Vater ungelernter Arbeiter; Mittelschule; 1935 – 38 Ausbildung zum Schlosser; 1938 – 40 Studium an der Höheren Techn. Lehranstalt Magdeburg; 1940 – 45 Versuchsingenieur in den Junkers-Flugzeugwerken Dessau. 1945 Schlosser, Vorarbeiter, Werkmstr. in Dessau; 1945/46 SPD/SED; 1946 – 50 Techn. Ltr. im VEB Zeitzer Kinderwagenfabrik; 1951 SED-LPS Ballenstedt; 1952 HA-Ltr. in der Landesreg. Sachsen-Anh.; 1952/53 Abt.-Ltr. im Rat des Bez. Halle; 1953/54 Instrukteur, 1954 – 56 Sektorenltr., 1956 – 58 stellv. Ltr. der Abt. Maschinenbau des ZK der SED; 1958 – 61 Ltr. der Arbeitsgr. Forschung, technolog. Entwicklung u. Investitionspol., ab 1961 Ltr. der Abt. Forschung u. technolog. Entw. des ZK der SED; ab 1963 Kand., 1967 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1966 – 71 Mitgl. des »Strateg. Arbeitskrs.« beim PB; 1962, 1964, 1975 u. 1989 VVO; 1979 Ehrenspange zum VVO; 1963 u. 1969 Banner der Arbeit; 1975 u. 1981 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1984 KMO; gest. in Berlin.Probleme der Standardisierung in der DDR. Berlin 1961; Erhöhung der Wirksamkeit von Wissenschaft u. Technik. Berlin 1984.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Poser, Lydia

* 30.1.1909 – ✝ 30.12.1984

Geb. in Heidersbach (Krs. Suhl); Vater Arbeiter; Grundschule u. Lyzeum in Jena; Handelsschule; 1923 / 24 Lehre als Stenotypistin; Angest. in einer Schlosserei in Jena; 1925 KJVD; 1925 – 30 Stenotypistin u. Angest. im Wahlaussch. der KPD-BL Jena u. Erfurt; 1927 – 30 Vors. der KJVD-Ortsgruppe Jena; 1929 KPD; 1930 – 1933 arbeitslos; KJVD-Org.-Ltr. der Bezirke in Thüringen; 1933 Org.-Ltr. im Unterbez. Jena der KPD; am 26.11.1933 verhaftet, am 20.4.1934 durch das OLG Jena wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt; 1936 / 37 Angest.; Sept. 1936 Heirat mit Magnus Poser, KPD-Funktionär u. antifasch. Widerstandskämpfer, der 1944 ermordet wurde; 1937 – 41 Stenotypistin u. Hausfrau; 1941 – 46 Kassiererin. 1945 Vorstandsmitgl. im Versorgungsring Jena; 1946 – 50 MdL Thüringen; 1946 – 48 Bürgermeisterin von Jena; 1948 – 50 Mitgl., 1950 – 52 Vors. der Landeskommission für Staatl. Kontrolle Thüringen; 1950 LPS; 1950 – 63 Abg. der Volkskammer; 1952 – 59 Vors. des Rats des Bez. Gera, dann aus gesundheitl. Gründen auf eigenen Wunsch Niederlegung dieser Funktion; 1952 – 59 Abg. des Bezirkstags Gera; später Vors. des Bezirkskomitees der Antifasch. Widerstandskämpfer Gera; 1974 Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Jena, die im März 1991 wieder aberkannt wurde; gest. in Jena.Einiges aus meinem Leben. In: Amlacher C. / Ebert, D. / Horn, G. (Hg.): Anpassung, Verfolgung, Widerstand. Frauen in Jena 1933 – 1945. Jena 2007. Beyer, R., Mann, C.: Die Ehrenbürger der Stadt Jena. Jena 2007.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Potrykus, Folkert

* 25.8.1900 – ✝ 8.3.1971

Geboren am 25. August 1900 in Geestemünde, ältestes von fünf Kindern einer sozialdemokratischen Werftarbeiterfamilie; lernte Dreher. 1917 wegen antimilitaristischer Arbeit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Seit Dezember 1918 Mitglied des Spartakusbundes, 1919 der KPD, beteiligte sich an der Bremer Räterepublik. Von 1925 bis 1930 zunächst Expedient, dann Redakteur der »Arbeiterzeitung« in Bremen. Potrykus gab 1933 mit zwei Gesinnungsgenossen die »Kleine Arbeiter-Zeitung« heraus, die über den SA-Terror und den kommunistischen Widerstand berichtete. Am 8. Oktober 1933 verhaftet, verurteilte ihn das OLG Hamm im Juli 1934 zu zwei Jahren Zuchthaus, anschließend kam er in die KZs Esterwegen und Sachsenhausen. 1938 mit schweren gesundheitlichen Schäden entlassen, wieder Dreher auf der Unterweserwerft, bis Kriegsende mehrmals festgenommen. 1945 Funktionär der KPD in Bremerhaven, u. a. 1.Sekretär der Kreisleitung, bis 1955 gehörte Potrykus der dortigen Stadtverordnetenversammlung an. Am 26. November 1951 aus der KPD wegen »parteifeindlicher und trotzkistischer Haltung« ausgeschlossen, übte er sein Stadtverordnetenmandat als Unabhängiger weiter aus und schloß sich der Gruppe Arbeiterpolitik an. Da er sich engagiert für die Belange der sozial Benachteiligten einsetzte, galt er in Bremerhaven als »Edelkommunist«. Folkert Potrykus starb am 8. März 1971 in Bremerhaven.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Plievier, Theodor

* 12.2.1892 – ✝ 12.3.1955

Als Theodor Plivier am 12. Februar 1892 in Berlin-Wedding geboren, durchlebte als Proletarierkind eine harte Jugend. 1909 brach er seine Lehre als Stukkateur ab, begab sich auf Wanderschaft durch Europa, fuhr als Matrose nach Australien und Südamerika. Im Weltkrieg bei der Kriegsmarine auf dem Hilfskreuzer »Wolf«, beteiligte sich dann am Matrosenaufstand 1918 in Wilhelmshaven. Ab Ende 1920 lebte er als freier Schriftsteller, Übersetzer und Redner wieder in Berlin. Plivier war im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller aktiv und galt als kommunistischer Autor. Sein Erstlingswerk »Des Kaisers Kulis. Roman der deutschen Kriegsflotte« (1930) wurde in 18 Sprachen übersetzt. In seinem zweiten Roman »Der Kaiser ging, die Generäle blieben« (1932 ) schilderte der sozialkritische Schriftsteller den Zusammenbruch 1918. Ab 1933 nannte er sich Plievier. Nach einigen Wochen illegalen Aufenthalts in Berlin ging er nach dem Reichstagsbrand in die Tschechoslowakei. Seine Bücher wurden 1933 in Deutschland öffentlich verbrannt, und 1934 entzogen ihm die Nazi-Behörden die deutsche Staatsbürgerschaft. Aus der âSR emigrierte Plievier über verschiedene europäische Staaten in die Sowjetunion. Hier arbeitete er an einem Roman über die Wolgadeutschen, wäre fast in die Säuberungen geraten und fühlte sich – vom Stalinismus desillusioniert – gezwungen, Manuskripte, darunter einen Roman, zu verbrennen. 1945 wurde er Verlagsleiter in Weimar und Vorsitzender des Kulturbundes in Thüringen, zählte zunächst zur Kulturprominenz der SBZ. Sein Roman »Stalingrad« (1945), eine Anklage gegen den Krieg, erreichte eine millionenfache Auflage. 1947 brach er jedoch mit der SED und kehrte nach einer Vortragsreise in Westdeutschland nicht mehr in die SBZ zurück, 1953 ging er in die Schweiz. Seine Romane »Moskau« (1952) und »Berlin« (1954) sind durch die Abkehr vom Kommunismus geprägt. Theodor Plievier starb am 12. März 1955 in Avegno in der Schweiz.

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Pludra, Benno

* 1.10.1925 – ✝ 27.8.2014

Geb. in Mückenberg (Niederlausitz); Vater Metallgußformer; Mittelschule; 1942 – 45 Schiffsjunge auf dem Segelschulschiff »Padua« bei der Handelsmarine, dann Vollmatrose. 1945 Rückkehr nach Riesa; KPD; 1946 Neulehrerkurs in Riesa, kurzz. Neulehrer; 1947/48 ABF; 1948 erste Kurzgeschichten u. Reportagen veröff.; 1948 – 50 Studium der Germanistik, Geschichte u. Kunstgeschichte an Univ. in Halle u. Berlin, abgebrochen; gleichz. Zeitungsreporter; 1950 – 52 Red. u. Journalist der Ztschr. »Der Rundfunk«; seit 1952 freischaff. Schriftst.; Mitgl. des DSV; 1964 Erich-Weinert-Medaille; 1966 u. 1981 NP; seit 1970 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR, dann PEN-Zentrum Dtl. 1990 PDS; lebte in Potsdam-Nedlitz; gest. in Potsdam. Einflußr. Kinder- u. Jugendbuchautor; mehr als 30 Bücher mit einer Gesamtaufl. von über 5 Mio. Exemplaren, darunter Lizenzausgaben in anderen Sprachen; besonders erfolgr. Bücher: »Sheriff Teddy« (1956, als Fsp. 1957), »Haik u. Paul« (1956), die Kinderbücher »Lütt Matten u. die weiße Muschel« (1963, auch als Film u. Hsp.), »Die Reise nach Sundevit« (1965, Film 1966), »Tambari« (1969, Film 1977), »Insel der Schwäne« (1980, Film 1983), »Drinnen schläft die Zaubermaus« (Kinderverse 1980); »Das Herz des Piraten« (1985); mit »Aloa-hé« (1989) legte er einen poet. autobiogr. Roman vor; für »Siebenstorch« (1991) ausgezeichnet mit dem Dt. Jugendliteraturpreis 1992; 2000 Alex-Wedding-Preis der AdK; 2004 Sonderpreis des Dt. Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk; immer wieder Neuaufl. seiner Kinderbücher.Siebenstorch. Berlin 1991; Die Märchen. Berlin 1994; Jakob Heimatlos. Berlin 1999. Hormann, H.: Menschenbild u. Perspektive im ep. Schaffen B. P.s. Berlin 1975; Kuhnert, H.: Attraktivität u. Wirkung. Berlin 1983; Freundeskrs. des Inst. für Jugendbuchforschung (Hrsg.): Schreiben für Kinder: Ganz hinten sollte Hoffnung sein. Frankfurt (Main) 1993 (mit Werkverz.).Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Podubecky, Rudolf

* 23.5.1896 – ✝ 14.12.1941

Geboren am 23. Mai 1896 in Karlsruhe; bei Kriegsausbruch als Gymnasiast Freiwilliger, kam an die Front und diente bis zu seiner Verwundung als Leutnant der Feldartillerie. Er wurde Kriegsgegner und schloß sich dem radikalen Flügel des Sozialismus an. Kurz nach Beginn seines Philologiestudiums trat er im Februar 1919 in die USPD ein und beteiligte sich an der Errichtung der kommunistischen Räterepublik in München. Er leitete im Generalstab der Roten Armee das Post- und Fernmeldewesen. Podubecky wurde am 4.Mai 1919 in München verhaftet und zu dreijähriger Festungshaft verurteilt, die er in Niederschönenfeld verbüßen mußte. Noch während seiner Haft trat er zur KPD über. 1922 freigelassen, war er zunächst Hilfsarbeiter in einer Nähmaschinenfabrik, kam dann in Mannheim als Volontär zur »Arbeiter-Zeitung«. Bei der Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes wurde er 1923 in die Oberleitung Süd-West berufen und war führend im AM-Apparat in Südwestdeutschland. Am 4.Mai 1924 verhaftet und vom Staatsgerichtshof wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« verurteilt. Nach seiner Entlassung arbeitete er von 1926 bis 1930 als Redakteur an der Frankfurter »Arbeiter-Zeitung« und war Mitglied der BL Hessen-Frankfurt, ab 1928 wieder im AM-Apparat tätig. Weil Podubecky in Deutschland polizeilich gesucht wurde, wies ihn das ZK 1930 an, in die Sowjetunion überzusiedeln. Hier wirkte er bis zum Januar 1937 für die OMS der Komintern und wurde in Deutschland und der Schweiz als Spionage-Funker eingesetzt. In Moskau lebte er unter dem Parteinamen Franz Riedel. Am 26. Juli 1937 wurde er vom NKWD verhaftet und am 4. Mai 1939 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Rudolf Podubecky wurde ins Lager Norilsk verbannt, wo er am 14. Dezember 1941 ums Leben kam. Seine Ehefrau Berta Podubecky (* 9. 2. 1900), geborene Cotiaux aus Karlsruhe, Bankangestellte, seit 1920 Mitglied des KJVD und 1924 in der KPD, war eine Zeitlang Sekretärin von Karl Wittfogel und ging mit ihrem Mann in die Sowjetunion, studierte an der Moskauer KUNMS unter dem Parteinamen Irene. Zwei Tage nach Rudolf Podubecky ebenfalls verhaftet und am 14. Mai 1939 zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Auch Berta Podubecky kam im Gulag ums Leben.

Wer war wer in DDR

Pohl, Horst

* 1.3.1923

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre als Industriekaufm.; 1941 – 45 Wehrmacht; 1945 – 48 sowj. Kriegsgef. 1948 Rückkehr nach Dtl.; 1949 SED; 1949 Arbeit in einer Ziegelei in Eisenberg; später Ltr. einer Ziegelei; 1950 Abg. u. Stadtverordnetenvorsteher in Eisenberg; 1953 – 55 Bürgermstr. von Eisenberg; 1955 – 59 Vors. des Rats des Krs. Rudolstadt; 1960 – 62 Stud. an der PHS der SED, Dipl.-Gesellschaftswiss; 1962 – 1988 OB von Gera (Nachf. von  Wilhelm Weber); Mitgl. des Präs. des Hauptaussch. des Städte- u. Gemeinderats; Mitgl. des Sekr. u. Präs. der Dt.-Französ. Gesellsch.; 1983 VVO; 1990 PDS.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Pohl, Wolfgang

* 10.2.1940

Geb. in Königsberg (Ostpr./Kaliningrad, Rußland); Vater Arbeiter; 1946 – 54 Volksschule im Krs. Weimar; 1954 – 57 Ausbildung zum Stahlschiffbauer; 1956 FDJ; 1957 – 60 Wehrdienst (Bereitschaftspolizei); 1960 SED; 1961/ 62 Verw.-Schule Staßfurt; 1964 Abitur; 1965 – 70 Studium der Rechtswiss. an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1970 – 74 stellv. OB von Magdeburg; 1974 – 77 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1978 – 89 1. Sekr. der SED-Stadt-BL; Magdeburg-Nord; 13.11.1989 1. Sekr. der SED-BL Magdeburg (Nachf. von  Werner Eberlein); 3.12. Mitgl. des Arbeiteraussch. zur Vorber. des a. o. Parteitags der SED, ab 8.12. stellv. Vors. der SED-PDS bzw. PDS; Ltr. der Kommission Org. u. Parteileben; Vors. der Statutenkommission; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer. Okt. 1990 im Zusammenhang mit Finanzmanipulationen Rücktritt von allen Ämtern; danach Mitarb. einer Rechtsanwaltskanzlei in Leipzig; 5.4.1991 vor dem LG Berlin angeklagt wegen »gemeinschaftl. Untreue«, 20.3.1992 schuldig gesprochen, 20.10.1993 erfolgreiche Revision beim BGH, 20.6.1995 vom LG Berlin freigesprochen.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Pollack, Peter

* 30.8.1930 – ✝ 20.10.2017

Geb. in Dresden; 1949 Abitur in Dresden; 1949 – 52 Landwirtschaftsgehilfe; 1952 – 55 Studium der Landwirtsch. an der MLU Halle, Dipl.-Landw.; 1955 – 63 wiss. Mitarb. im Inst. für Futterbau u. Kulturtechnik, Außenstelle Falkenberg (Krs. Osterburg); 1963 – 68 wiss. Mitarb. der Forschungsstelle Altmärk. Wische in Falkenberg; 1969 – 90 Dir. des Wiss. Zentrums für landwirtsch. Vorbereitung von Meliorationen für den Bez. Magdeburg in Falkenberg; 1964 Prom. an der MLU mit einer Diss. über Ertragsleistungen, Inhaltsstoffe u. Entw. des Pflanzenbestands auf Grünlandflächen in der Wische; 12.4. – 15.8.1990 Min. für Ernährung, Land- u. Forstwirtsch. in der Reg.  de Maizière auf Vorschlag der SPD (Nachf. von  Hans Watzek). Nach 1990 SPD; Agrarberater in Sachsen-Anhalt u. Brandenburg; lebte in Paulinenaue (b. Nauen), dort stellv. Bürgermstr.; gest. in Paulinenaue.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Polzin, Gerhard

* 8.1.1945

Geb. in Lietzow (Rügen); Vater Angestellter; Grundschule und EOS für Sehgeschädigte in Königs Wusterhausen, Abitur; 1965 – 70 Pädagogikstudium mit den Fachrichtungen Russisch / Englisch an der KMU Leipzig, Dipl.-Fremdsprachenlehrer für Erwachsenenbildung; 1970 – 84 pädagog. Mitarb. beim Rat des Krs. Rügen; 1973 – 84 Vors. des KV Rügen des Blinden-u.-Sehschwachen-Verbandes (BSV); 1980 SED; 1984 Dir. des Rehabilitationszentrums für Blinde »Ernst Puchmüller« in Neukloster (Krs. Wismar); 1981 – 84 Aspirantur u. Prom. zum Dr. paed. an der WPU Rostock; 1985 – 90 Mitgl. im ZV des BSV, ab 1.9.1986 Sektorltr. Organisation, 1987 – 90 Präs. des BSV (Nachf. von Helmut Pielasch). Nach 1990 Mitarb. im Arbeitsstab des Beauftragten der Bundesreg. für die Belange behinderter Menschen Karl Hermann Haack.Andreas Herbst

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Pommert, Hans-Joachim

* 26.1.1929

Geb. in Klostermansfeld (Krs. Eisleben); Vater Bergmann; Volksschule; 1943 – 45 Lehre als Dreher im Junkers-Werk Aschersleben. Juni – Dez. 1945 Landarb. auf der Domäne Klostermansfeld; Dez. 1945 SPD, 1946 SED; 1946 – 48 Lehre (Facharb.) u. Arbeit als Dreher im Walzwerk Hettstedt; Mai – Dez. 1948 Sachbearb. in der SED-LL Sachsen-Anh. in Halle; 1948 SED-LPS; 1949 / 50 Sekr. für Prop. der SED-BPO im VEB Walzwerk Hettstedt; Juli – Aug. 1950 Instrukteur der SED-LL Sachsen-Anh. in Halle; 1950 – 54 Red., dann Chefred. der vom ZK der SED hrsg. Ztschr. »Notizbuch des Agitators« u. Sektorenltr. im ZK der SED; 1954 – 57 Studium an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1957 – 63 Chefred. der SED-Bezirksztg. »Märkische Volksstimme« in Potsdam (Nachf. von  Hans-Werner Ortmann); Mitgl. der SED-BL Potsdam u. zeitw. Kandidat bzw. Mitgl. des Büros der SED-BL; 1961 – 72 Mitgl. im Präs. des VDJ-ZV; 1963 – 69 Chefred. der SED-Bezirksztg. »Leipziger Volkszeitung« (Nachf. von  Hans Teubner); Juni 1969 – Nov. 1989 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Leipzig; 1971 – 90 Abg. des Bezirkstags Leipzig; mitbeteiligt am Appell der »Leipziger Sechs« vom 9.10.1989 an die 70.000 Demonstranten u. die Staatsmacht zur Gewaltfreiheit bei der Montagsdemonstration in Leipzig. Seit Dez. 1990 Rentner; seit 1991 parteilos.Kirsten Nies

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Poppe, Ulrike

* 26.1.1953

Geb. in Rostock, aufgew. in Hohen Neuendorf (b. Berlin); Vater Historiker, Mutter Slawistin; 1971 Abitur; 1971 – 73 Studium der Kunsterziehung u. Geschichte an der HU Berlin (abgebrochen); anschl. versch. Tätigkeiten, u. a. Hilfserzieherin in einem Durchgangsheim für Kinder u. Jugendl., Hilfspflegerin in der Psychiatr. Klinik der Charité; 1976 – 88 Mitarb. im Museum für Dt. Geschichte in Berlin; 1980 Mitinitiatorin des ersten unabh. Berliner Kinderladens; 1982 Gründungsmitgl. des Netzwerks »Frauen für den Frieden«; 1983 sechs Wochen U-Haft beim MfS wegen Verdachts auf landesverräter. Nachrichtenübermittlung (zus. mit  Bärbel Bohley); seit 1985 Mitgl. der IFM; 1987/88 Berlin-Brandenb. Regionalvertreterin im Fortsetzungsaussch. des DDR-weiten Netzwerks der unabh. Gruppen »Frieden konkret«; 1987 – 89 Beteiligung am Arbeitskrs. »Absage an Praxis u. Prinzip der Abgrenzung«; Sept. 1989 Erstunterz. des Gründungsaufrufs der Bürgerbew. Demokratie Jetzt (DJ); 1989 – 91 Mitgl. des DJ-Sprecherrats; Dez. 1989 – März 1990 DJ-Vertreterin am Zentr. Runden Tisch; 1990 Mitarb. der Volkskammerfraktion Bündnis 90/Grüne. 1992 – 2010 Studienltr. an der Ev. Akad. Berlin-Brandenb.; 1999 Mitgl. des Gründungsvorst. der Grünen Akad. bei der Heinrich-Böll-Stiftung; Mitgl. des Beirats der BStU; 2000 Gustav-Heinemann-Preis; 1979 –97 verh. mit  Gerd P.; seit 2001 verh. mit dem Sozialwissenschaftler Claus Offe; Dez. 2009 Wahl zur brandenb. Landesbeauftr. zur Aufarb. der Folgen der kommunist. Diktatur; lebt in Berlin.Zw. Selbstbehauptung u. Anpassung. Berlin 1995 (Mithrsg.); Wer schreibt DDR-Geschichte? Berlin 1995 (Mithrsg.). Jesse, E. (Hrsg.): Eine Rev. u. ihre Folgen. Berlin 2000.Jan Wielgohs

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Pose, Waldemar

* 23.9.1920 – ✝ 12.8.1994

Geb. in Erfurt; Vater Arbeiter; Volksschule; 1932/33 Bünd. Jugend; 1935 – 38 Ausbildung zum Kfm.; 1938/39 im Beruf tätig; 1939 – 44 Wehrmacht, Fw.; 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Kursant an einer Antifa-Schule. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED, FDGB; 1948/ 49 Konsum-Angest. in Erfurt; 1949/50 Presse-Sekr. zunächst des LV Thür., dann des ZV der Gewerkschaft Verw., Banken, Versicherungen; 1950/51 PHS; 1951/52 Red. u. 1953 – 75 Chefred. des FDGB-Zentralorgans »Tribüne« (Nachf. von  Günter Erxleben); 1955 – 82 Mitgl. des FDGB-BV, 1972 – 77 seines Präs.; 1969 VVO; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Poßner, Wilfried

* 13.9.1949

Geb. in Neustadt (Orla, Krs. Pößneck); Vater Weber u. Traktorist, Mutter Gemeindeschwester; 1964 FDJ; 1964 – 68 EOS, Abitur mit Berufsausbildung zum Maurer; 1968 Erziehungshelfer in Hütten (Pößn.); 1968 – 70 NVA, Gefr.; 1969 SED; 1970 Erziehungshelfer in Kospoda; 1970 – 74 Studium an der PH Potsdam, Dipl.-Lehrer für Germanistik u. Geschichte; dort 1974 – 76 Sekr. der FDJ-GO; 1976 – 79 Aspirant an der Akad. für Ges.-Wiss. beim ZK der KPdSU, Dr. phil.; 1979/80 Ltr. der Abt. Studenten beim, 1980 – 84 Sekr. u. Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1984 – 25.11.1989 Vors. der Pionierorg. »Ernst Thälmann« (Nachf. von  Helga Labs) u. Sekr. des ZR der FDJ; 1984 – 86 Mitgl. der Jugendkommission beim PB des ZK der SED; 1986 – Dez. 1989 Mitgl. des ZK der SED; 1986 – März 1990 Abg. der Volkskammer; Nov. 1989 – April 1990 Staatssekr. u. Ltr. des Amts für Jugend u. Sport (Nachf. von  Hans-Ulrich Sattler); danach u. a. Mitarb. der Ges. Bildung, Information, Tourismus (BIT) im Landkrs. Potsdam-Mittelmark.Immer bereit. Parteiauftrag: kämpfen, spielen, fröhlich sein. Berlin 1995.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Pötschke, Günter

* 28.7.1929 – ✝ 11.9.2006

Geb. in Halle; Vater Friseur; Volksschule, 1940 – 48 OS in Halle, Abitur; Okt. 1948 Beginn der journalist. Tätigkeit als freier Mitarb., Volontär, ab 1949 Reporter der ADN-Außenstelle Halle; 1949 Mitgl. des VDP; 1950/51 stellv. Bez.-Stellenltr. des ADN in Halle; 1951 – 90 VDJ; ab 1951 in Berlin; Red. bzw. Chef vom Dienst der Abt. Dtl.-Dienst/Ostred., stellv. Ltr. der DDR-Red.; 1957 Ltr. der Auslandsred.; 1952 Kand., 1954 SED; 1954 – 56 Fernstudium Journalistik an der KMU Leipzig, ohne Abschl.; 1951 – 66 Sonderkorrespondent bei wichtigen internat. Ereignissen u. Konferenzen, so in den Wochen nach dem ungar. Volksaufstand im Okt. 1956 in Budapest, bei den UNO-Vollvers. 1957 u. 1962 in New York, der Genfer Außenmin.-Konferenz 1959; auch Korrespondent bei pol. Prozessen in der DDR; 1957 – 59 Mitgl. der ZPL des ADN; 1959/60 ADN-Korrespondent in London; 1960 Chefred. u. stellv. GD des ADN; erster Leiter der Zentr. Pol. Red.; 1961 – 68 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; ab 1963 Mitgl. der UNESCO-Kommission der DDR; Mitgl. der Dt.-Brit. Ges.; 1966 – 74 stellv. Ltr. der Westabt. des ZK der SED (Arbeitsber. Agit.); Mitgl. der Westkommission beim PB; 1974 – 77 stellv. Ltr. der Abt. Agit. des ZK der SED; 1976 Ltr. des Pressebüros des Treffens der kommunist. u. Arbeiterparteien Europas in Berlin; 1977 – 89 GD des ADN (Nachf. von  Deba Wieland); 1977 – 90 mehrmals Vizepräs., zeitw. Präs. der Allianz der europ. Nachrichtenagenturen; 1979 VVO; 1980 – 89 Mitgl. des ZV des VDJ; Mitgl. der Agit.-Kommission beim PB des ZK; 1981 Kand., 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1989 KMO; 1990 Vorruhestand; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth