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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Pechauf, Peter

* 7.3.1941

Geb. in Sonneberg; Vater Buchhalter, Mutter Verkäuferin; 1947 – 59 Grund- u. EOS in Sonneberg, Abitur; 1959 – 63 Ausb. zum Fachlehrer für Dt. Geschichte am Pädagog. Inst. in Leipzig; 1966/67 Zusatzausb. zum Fachlehrer für Staatsbürgerkunde; 1969 – 75 2. Sekr. der FDJ-KL Sonneberg, dann 1. Sekr. der FDJ-KL Hildburghausen; 1975 – 78 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1985 – 89 1. Sekr. der SED-KL Meiningen (Nachf. von Otto Pfaff); Nov. 1989 – Febr. 1990 1. Sekr. der SED-BL Suhl (Nachf. von  Hans Albrecht); Dez. 1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorbereitung des außerordentl. Parteitags der SED. 1990 – 95 Mitarb. der PDS Suhl u. der »Unsere Neue Zeitung« (UNZ)-Verlags-GmbH; 1996 – 2000 Mitarb. eines Inkassounternehmens in Erfurt; 2000 – 04 in der Erwachsenenbildung in Coburg tätig; Ruhestand; lebt in Sonneberg.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Peck, Ulrich

* 20.1.1948

Geb. in Stilow (Krs. Greifswald); Vater Landarbeiter; POS; 1963 FDJ; Ausb. zum Elektromonteur; Studium der Elektrotechnik, Dipl.-Ing. für Elektrotechnik; 1967 – 70 NVA; 1969 SED; 1970/71 Sachgebietsltr. Materialverkauf auf der Peene-Werft Wolgast; 1971/72 Instrukteur der FDJ-KL Wolgast, 1972/73 Sekr. für Arbeiterjugend, 1973 – 75 2. Sekr.; 1975/76 Studium an der BPS »John Scheer« in Rostock; 1976 – 80 1. Sekr. der FDJ-KL Wolgast; 1980 – 82 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschafts- wiss.; 1982 – 87 1. Sekr. der FDJ-BL Rostock (Nachf. von Norbert Rowohl) u. Mitgl. des ZR der FDJ; Mitgl. der SED-BL Rostock u. Mitgl. des Sekr.; 1988/89 1. Sekr. der SED-KL Rostock-Stadt (Nachf. von Heinz Kochs); Nov. 1989/90 1. Sekr. der SED-BL Rostock (Nachf. von  Ernst Timm); Dez. 1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorbereitung des außerord. Parteitags der SED; Febr. – Juni 1990 Stellv. Vors. des PDS-LV Mecklenb.-Vorp.; Juli 1990 – Jan. 1992 Geschäftsf. des Honda-Autohauses Car-Service Rostock GmbH; Febr. 1992 – Jan. 2006 Geschäftsf. des Autohauses Auto-Contor Rostock; seit Febr. 2006 selbständiger Grundstücks- u. Immobilienmakler.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pelz, Herbert

* 15.11.1909 – ✝ 1938

(* 1909 – † 1938?) Geboren am 15. November 1909 in Berlin. Nach dem Studium und der Promotion wurde er Assistenzarzt und Bakteriologe in Berlin. Aktiv in der kommunistischen Studentenarbeit, ab 1929 in der Kostufra-Reichsleitung, 1931 kurzzeitig deren Leiter. Pelz übersiedelte im November 1932 nach Moskau und war auch dort als Arzt tätig. Im März 1938 vom NKWD verhaftet, wurde er als angeblicher Trotzkist vor Gericht gestellt. Herbert Pelz soll noch im gleichen Jahr erschossen worden sein.

Wer war wer in DDR

Perk, Willy

* 27.9.1905 – ✝ 9.12.1991

Geb. in Dortmund; Vater Stahlarb.; Volksschulabschl.; 1919 – 22 Lehre als Metallarb. bei Krupp in Essen; nach Abschl. der Lehre arbeitslos; erst unbezahlter, dann bezahlter Funktionär des KJVD, bzw. der KPD; seit 1920 Mitgl. der Jugendltg. des DMV in Essen; 1923 KJVD; 1926 Ltr. des UB Essen; Mitbegr. der RJ; 1926 Mitgl. der BL Ruhrgeb.; Agitprop-Sekr.; 1927 KPD; 1929 Mitgl. der BL Ruhrgeb.; 1930 – 31 Mitarb. der KI in Moskau; in dieser Zeit auch Teiln. an einem militärpol. Lehrgang; Rückkehr nach Essen; 1932 Red. am KPD-Organ »Ruhrecho«; 1933 (illeg. Ltr. des RFB Ruhrgeb., später Berlin) Emigr. in die Niederlande; 1934 Rückkehr nach Dtl.; illeg. Reichsltr. des RFB; Verhaftung Ende 1934, 1935 Verurteilung zu acht Jahren Haft, die im Zuchthaus Luckau, bzw. in versch. Moorlagern verbüßt wurden, 1943 – 45 KZ Sachsenhausen. 1945 Eheschließung in Berlin mit der Tochter seiner letzten Quartiereltern vor der Verhaftung; Übersiedl. nach Herne; Mitgl. der KPD-Zonenltg. in der BBZ, Mitgl. des Sekr. der BL Ruhrgeb.; 1946 – 48 Chefred. des »Westdt. Volks-Echos«, 1948 Verbot der Ztg. durch die Besatzungsbehörden; Übersiedl. in die SBZ; SED; Mitarb. des »Neuen Dtl.«, verantw. für dessen Westausgabe; nach deren Verbot zum Chefred. des Dtl.-Senders ernannt; ab März 1951 operativer pol. Mitarb. der ZK-Abt. Arbeitsbüro-Westabt.; 1956 – 59 1. stellv. Vors. des Staatl. Rundfunkkomitees; seit 1953 Mitgl. des Zentralvorst. u. zeitw. Mitgl. des Präs. des VDP; 1959 – 63 Sekr. des Bundesvorst. des FDGB; 1959 Verdienstmedaille der DDR; 1965 VVO; 1963 – 70 Sekr. bzw. stellv. Vors. des ZA der Volkssolidarität; 1970 – 75 Arbeitsbereichsltr. bzw. Sekr. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer der DDR; 1975 KMO.Die Hölle im Moor. Frankfurt (Main) 1970.Anette Leo

Wer war wer in DDR

Peschel, Manfred

* 12.4.1932 – ✝ 26.2.2002

Geb. in Olbersdorf (b. Zittau); 1951 – 57 Studium der Physik u. Mathematik an der HU Berlin; anschl. bis 1963 in der Industrie; danach bis 1966 im Rechenzentrum der HU Berlin tätig, hier Prom.; 1966 ord. Prof. für Regelungstechnik an der TH Karl-Marx-Stadt; 1970 Habil. mit einer Arbeit zur Systemtheorie; 1972 Rückkehr nach Berlin; 1973 – 86 Ltr. des Forschungsber. Mathematik u. Kybernetik (später Mathematik u. Informatik) der AdW; 1979 Korr. Mitgl. der AdW; 1983 NP; 1986 –89 am Zentrum für wiss. Gerätebau u. ab 1989 Bereichsltr. am Inst. für Informatik u. Rechentechnik der AdW; gest. in Großschönau (Lausitz). Arbeitsgebiete: Polyoptimierung, Theorie der Suchprozesse, Modellbildung.IPM: Betrachtungen zur Systemtheorie. Gedenkband. Zittau, Görlitz 2003.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Peter, Fritz

* 28.12.1927

Geb. in Bralitz (Krs. Bad Freienwalde); Vater Fleischer u. Landwirt; Volks-, dann Landw.-Schule; 1942 – 44 Landw.-Gehilfe; 1944/45 Wehrmacht (Infanterie); 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 24.9.1948 Polizeibereitschaft Brandenb. (Havel); Kursant; Gruppen- u. Zugführer; 1949 VP-Kommissar; bis 1951 stellv. Ltr. der Bereitschaft Brandenb., dann Löbau u. Apolda; 1951/52 militär. Sonderlehrgang in Privolsk (UdSSR), VP-Rat; 1952 – 55 Oberadj. bzw. Ltr. der Adjutantur beim MdI, Oberst; 1956 – 59 Abt.-Ltr. in der Operativen Verw. des MfNV; 1959 – 61 sowj. Gen.-Stabsakad., Dipl. rer. mil.; danach Stellv. des Kdr. u. Stabschef der Panzerdiv. Eggesin (Bez. Neubrandenb.); 1962 – 64 Stellv. des Stadtkommandanten von Berlin u. Stabschef; 1964 – 69 Stellv. des Chefs u. Chef des Stabs des Militärbez. Leipzig (Nachf. von  Fritz Streletz), 1966 Gen.-Major; 1969 – 72 als DDR-Vertreter Stellv. des Chefs des Stabs der Vereinten Streitkräfte der Warschauer Vertragsstaaten (Nachf. von Friedhold Neumeister); 1972 – 76 Stellv. des Chefs u. Chef des Stabs der Landstreitkräfte, 1974 Gen.-Ltn.; 1976 – 30.4.1990 Ltr. der Zivilverteidigung (Nachf. von  Friedrich Dickel), 1989 Gen.-Oberst; 1978 VVO; 1981 Scharnhorst-Orden; Jan. – Mai 1990 Regierungsbeauftr. zur Auflösung des Amts für Nat. Sicherheit (MfS); Juni – Okt. 1990 Sekr. der Regierungskommission beim Innenmin. zur Auflösung des MfS; 30.4.1990 Ruhestand.Froh, K, Wenzke, R.: Die Generale u. Admirale der NVA. Berlin 2007; Ehlert, H., Wagner, A.: Genosse General! Berlin 2003.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Peters, Bruno

* 18.1.1884 – ✝ 13.2.1960

Geboren am 18. Januar 1884 in Berlin, Sohn eines Schuhmachermeisters; wurde Werkzeugmacher. Er trat 1908 der SPD bei und gehörte von 1910 bis 1916 zur Leitung der 3. Gruppe des sozialdemokratischen Wahlkreises Berlin-Charlottenburg, in dem im Januar 1916 die Opposition die Führung übernahm. 1916/17 Schlosser in Berlin, stand in Verbindung zu den Revolutionären Obleuten. Ab 1916 gehörte er zur Spartakusgruppe, 1917 trat er der USPD bei. Peters war ein Vertrauter von Leo Jogiches und half u. a. bei der Verbreitung der »Spartakusbriefe«. Im April 1917 anläßlich des Berliner »Brotstreiks« zeitweilig inhaftiert, wurde dann zum Militärdienst eingezogen. Zusammen mit Jogiches wurde er u. a. wegen Beteiligung am Januarstreik verhaftet und wegen »Hoch- und Landesverrats« angeklagt, Mitte Oktober 1918 entlassen. Im November 1918 war Peters 1. Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Frankfurt/Oder. Gemeinsam mit Wilhelm Michalski nahm er als Delegierter Charlottenburgs am Gründungsparteitag der KPD teil und wurde Mitglied der Revisionskommission der Partei. Peters wurde auf dem IV. Parteitag im April 1920 als Kassenrevisor der Zentrale der KPD gewählt, ebenso im Dezember 1920 vom Vereinigungsparteitag von KPD und USPD (Linke). Auf dem VII. Parteitag 1921 in Jena legte er sein Mandat als Obmann der Revisionskommission nieder. Bis Anfang 1933 betätigte er sich nur noch ehrenamtlich als Referent der BL Berlin-Brandenburg. Er arbeitete als Abnahmeingenieur bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Ab 1933 lebte er einige Monate illegal, wurde 1934 erstmals kurzzeitig inhaftiert. Peters kam ab März 1941 als Abnahmeingenieur zur Deutschen Reichsbahn, hatte konspirativen Kontakt zu Werner Seelenbinder, wurde 1944 verhaftet und wegen »Zersetzung der Wehrkraft« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein Bruder Max wurde noch im Februar 1945 hingerichtet. Ab Juni 1945 arbeitete Bruno Peters wieder im Reichsbahnzentralamt und als ehrenamtlicher KPD-Funktionär in Berlin-Charlottenburg, war zuletzt Leiter des Abnahmeamtes bzw. des Technischen Zentralamts der Deutschen Reichsbahn. 1953 übersiedelte er nach Berlin-Pankow, erhielt 1958 als Parteiveteran den VVO in Silber. Bruno Peters starb am 13. Februar 1960. Seine Frau Lucie Peters, geborene Schulz (*18.9. 1888 – † 7. 7. 1967), war Kontoristin, 1908 Mitglied der SPD und 1919 der KPD. Von 1926 bis 1930 Sekretärin im Berliner Büro der IAH und 1930/31 in der »Liga gegen den Imperialismus«. 1931/32 Frauensekretärin der Berliner Organisation der IAH, ab 1933 illegale Arbeit für die KPD. Nach 1945 Mitglied des SED-Kreisvorstandes in Berlin-Charlottenburg, ab 1953 Veteranin in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Petersen, Jan

* 2.7.1906 – ✝ 11.11.1969

Geboren am 2. Juli 1906 in Berlin als Hans Otto Schwalm, Sohn eines Maurers. Zunächst Dreher, verfaßte ab Ende der zwanziger Jahre Gedichte und Erzählungen für die Arbeiterpresse. Seit 1929 Mitglied der KPD, wurde er als Jan Petersen 1931 hauptamtlicher Orgleiter des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller, von 1933 bis 1935 Leiter des illegalen BPRS in Berlin. 1935 Emigration, zunächst nach Frankreich und in die Schweiz, 1937 nach Großbritannien. Dort war Petersen von 1938 bis 1946 Vorsitzender des Freien Deutschen Kulturbundes und Mitglied des PEN-Zentrums, 1940/41 zeitweise interniert. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romane »Unsere Straße« (1936, in zwölf Sprachen übersetzt) und »Weg durch die Nacht« (1944). Er kehrte 1946 nach Berlin zurück, arbeitete als freier Schriftsteller und war von 1953 bis 1955 1. Vorsitzender des Deutschen Schriftstellerverbandes Berlin (Ost). Jan Petersen starb am 11. November 1969 in Ost-Berlin.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Petrowsky, Ernst-Ludwig (»Luten«)

* 10.12.1933

Geb. in Güstrow; Kontakt zum Jazz durch Schallplatten; Autodidakt; 1955 – 57 Eberhard-Weise-Combo; 1956 Studium an der HS für Musik »Franz Liszt« Weimar (abgebro- chen); 1957 – 60 Orchester Eberhard Weise; 1960/61 Tanz- u. Schauorchester Max Reichelt; 1962 – 70 Manfred-Ludwig-Sextett (1964 Jazzfestival Prag); 1963 erste Schallplattenaufn. (LP »Modern Jazz Studio Nr. 2«); ab 1964 Bossa-Nova-Quartett; Auftritte mit der  Klaus-Lenz-Bigband, Joachim Kühn, Synopsis, SOK, Modern Soul Band u. a.; ab 1967 Jazz-Ensemble Studio IV (erste Band der DDR, die regelm. Jazz spielte); 1968 Jazz Festival Montreux; Jazz Jamboree Warschau; 1969 LP; 1970 Alba Regia Jazz-Festival Székesfehérvár (Ungarn); 1970 Jazz Jamboree Warschau (auch 1973, 1974); ab 1972 Ernst-Ludwig-Petrowsky-Trio (u. a. Interpr. Neuer Musik), -Quartett u. -Sextett; 1972 Interband (Prag); 1973 LP »Just For Fun« (FMP, Berlin (West)); 1974 LP »Auf der Elbe schwimmt ein rosa Krokodil« (FMP); 1975 Duo mit Klaus Koch; Auftritte u. a. bei Jazz Festivals in Budapest, Prag, Ljubljana (Jugosl.); »Jazz in der Kammer Nr. 100« in Berlin; 1978 LP »Ernst Ludwig Petrowsky« (Amiga); Konzert in Hamburg, Titel »Ein Sandsack zuviel« (Anspielung auf Aufpasser, der das Quartett begleitete); 1979 LP »SelbViert« (FMP); 1980 »SelbDritt« (FMP); 1982 USA-Tournee mit Berlin-Brandenb. Quartett; 1982 Heirat u. 1983 Beginn der Duo-Arbeit mit  Uschi Brüning; ab 1984 Zentral-Quartett (LP, 1990 JazzFest Berlin); 1985 JazzFest Berlin (West) (auch 1986, 1988, 1990, 1993), Jazztage der DDR (auch 1986); 1988 LP »Kontraste«; 1988 NP. 1992 CD »Features Of Usel« (beide mit Uschi Brüning); 1994 Lyrik-Jazz-Programm »der regen hat keinen wie immer gearteten durst«; weitere Auftritte u. Aufnahmen mit dem Quartett »Ruf der Heimat« u. zahlr. anderen Musikern; 1994 CD »Zentralquartett: Plie«; 1997 Albert-Mangelsdorff-Preis der Union Dt. Jazzmusiker; 4.12.2002 Gast in Wiglaf Drostes Benno-Ohnesorg-Theater in der Volksbühne Berlin (mit Brüning), 2004 Programm »Der Bär auf dem Försterball – Hacks u. Anverwandtes« (mit F. W. Bernstein, W. Droste u. Rayk Wieland), 2005 Konzerte »All That Jazz« (mit Brüning) u. »Poetry Meets Jazz« (mit Droste).Rainer Bratfisch

Handbuch Deutsche Kommunisten

Peuke, Werner

* 30.11.1905 – ✝ 8.10.1949

Geboren am 30. November 1905 in Berlin, Sohn eines Arbeiters; konnte als Freischüler am Köllnischen Gymnasium das Abitur ablegen. Er schloß sich schon als Schüler der KPD an, nach einer kaufmännischen Lehre Techniker. Peuke trat 1922 der Gewerkschaft und dem KJVD bei, war 1923 Vorsitzender des Proletarischen Jugendkartells und Mitglied der Berliner Leitung. 1925 wurde er offiziell Mitglied der KPD und arbeitete bis 1933 hauptamtlich als KPD-Sekretär bzw. Parteiangestellter. 1929 Agitpropleiter der BL Berlin, anschließend Polleiter des KPD-UB Zentrum. Ende 1929 verhaftet, da er zusammen mit Karl Frank im Oktober 1928 den Handstreich gegen den Rundfunk organisiert hatte, bei dem Karl Schulz eine öffentliche kommunistische Rede gegen den Panzerkreuzerbau halten konnte. Peuke wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. 1930 war er führend in der Gruppe um Paul Merker, die in seinem Bezirk einen starken Stützpunkt besaß. Offiziell kapitulierte er im Mai 1930 vor dem ZK, hielt aber illegal die oppositionelle Gruppe weiter zusammen. Als Walter Ulbricht und Paul Langner ihn 1931 in einer Parteiveranstaltung wegen einer »abweichenden Rede« angriffen, erwiderte er lächelnd, doch nur Absätze aus früheren ZK- und EKKI-Beschlüssen zitiert zu haben. Peuke arbeitete wieder als Techniker und leitete nach 1933 eine illegale Widerstandsgruppe, die sich aus ehemaligen Mitgliedern des Merker-Kreises zusammensetzte. Nach ihm wurde 1933 gefahndet wegen angeblicher Beteiligung an der Ermordung des SA-Mannes Horst Wessel und der Polizeioffiziere Paul Anlauf und Franz Lenck im August 1931. Peuke fuhr öfter nach Prag, hatte Verbindung zur Gruppe »Neu-Beginnen« und zu Paul Merker persönlich. Am 13. April 1936 nahm ihn die Gestapo in Teltow fest, von April bis August 1936 in strenger Einzelhaft, erlitt brutale Mißhandlungen im Berliner Columbiahaus und in der Prinz-Albrecht-Straße, dann zunächst im KZ Lichtenburg und anschließend KZ Sachsenhausen, dort im Januar 1939 entlassen. Im Juli 1940 zur Wehrmacht eingezogen, Soldat bei der Eisenbahnflak, kam in britische Kriegsgefangenschaft und war im Juli 1945 wieder in Berlin. Er wurde Mitglied der KPD, 1946 der SED, arbeitete als Angestellter des Bezirksamtes Berlin-Kreuzberg, anschließend Direktor der Humboldt-Mühle in Berlin-Tegel. Peuke widersetzte sich der Umwandlung der SED in eine stalinistische Partei vehement. Am 5. Dezember 1948, dem Tag, an dem die SED zum Boykott der Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung im Westteil der Stadt aufrief, trat Peuke demonstrativ aus der SED aus. Er richtete im sozialdemokratischen »Telegraf« unter der Überschrift »Befreit Euer Gewissen« einen Appell an die Mitglieder der SED: »Wir haben nicht alle Qualen des Faschismus ertragen, um jetzt unter anderer Flagge den gleichen Leidensweg zu gehen. Die Blockade ist unmenschlich. Für die geplante Unterdrückung in Berlin trägt die SED die volle Verantwortung. Sie ist blind gegenüber der Wirklichkeit. Ihre Haltung und Politik führt zur Verletzung jeder Menschenwürde, zur Vernichtung jeder Demokratie, ist der Weg in die Barbarei. Deshalb wähle ich am 5. Dezember die Freiheit, Liste 1, Sozialdemokraten.« Der SPD-Parteivorstand hat ihn dann im Bundestagswahlkampf im Sommer 1949 als Redner eingesetzt. Werner Peuke starb am 8. Oktober 1949 in West-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pfeiffer, Gustav Richard

* 5.4.1889

Geboren am 5. April 1889 in Loebejün/Saalkreis, Sohn eines Klempners. Nach kaufmännischer Lehre Handlungsgehilfe in Leipzig, ab 1907 Expedient und Disponent bei der Märkischen Kammgarnspinnerei in Berlin. Mitglied der SPD, 1917 der USPD. Er wurde zum Militärdienst einberufen, war während der Novemberrevolution besoldetes Mitglied in der Zentralstelle der Arbeiter- und Soldatenräte des Kreises Niederbarnim, danach Angestellter der Kreisverwaltung. Am 20. Juni 1920 als Abgeordneter der USPD in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt. Als 2. Vorsitzender der Berlin-Brandenburger USPD unterstützte er die Vereinigung mit der KPD zur VKPD und gehörte zu den 21 Abgeordneten, die sich im Oktober 1920 in Berlin als KPD-Fraktion in der Berliner Stadtverordnetenversammlung konstituierten, er wurde 1921 wiedergewählt. Später arbeitete Pfeiffer als Geschäftsführer der »Roten Fahne«, ging dann zusammen mit Emil Unfried zur Prometheus Film GmbH bzw. zum Verlag Welt am Abend. Nach Aussagen von Babette Gross, der Lebensgefährtin von Willi Münzenberg, soll Pfeiffer nach 1933 zu den Nazis übergelaufen sein. In der von Münzenberg im Exil herausgegebenen Zeitschrift »Unsere Zeit« vom Oktober 1933 hieß es, er habe als Geschäftsführer der »Welt am Abend« versucht, sich bei den Nazis anzubiedern und dabei seine »Gesinnung für eine Kücheneinrichtung verkauft«. Zuletzt soll er bei der UFA beschäftigt gewesen sein. Weitere Daten von Gustav Richard Pfeiffer waren nicht zu ermitteln.

Wer war wer in DDR

Pflaume, Kai

* 27.5.1967

Geb. in Halle; 1978 Umzug der Familie von Leuna nach Leipzig, 1985 dort Abitur an der Max-Klinger-OS; 1985 – 87 Wehrdienst bei der NVA; anschl. Aufnahme eines Informatikstudiums an der TU Magdeburg. Sommer 1989 über Ungarn nach Frankfurt (Main), dort Ausbildung zum Wertpapierkaufm. 1990 – 92 Aktienhändler beim Bankhaus Georg Hauck & Sohn; ab 1991 Nebentätigkeiten als Werbevertreter für Philipp Morris u. Moderator bei Karaoke-Shows, Kand. in der ARD-Sendung »Herzblatt«; 1992 erstes Casting bei RTL; 1993 erstmals Moderator der Sendung »Nur die Liebe zählt« (seitdem über 150 Ausgaben, ab 1995 bei Sat 1); 1995 Wechsel zu Sat 1, seitdem Moderator zahlr. TV-Sendungen, insbes. Spielshows, u. a. »Glückssprale« (1996 – 99, 35 Folgen), »Rache ist süß« (ab 1998), »Die Chance Deines Lebens« (seit 2000), »Dtl.s Helden« (2001), u. karitativer Galaprogramme wie »Charity« (seit 2001) u. »Red Nose Day« (2004); »Rich List – jede Antwort zählt« (seit 2007); seit 2006 Moderator bei Direktübertragungen von UEFA-Cup-Spielen; 1997 »Goldene Henne«; gilt insb. bei Jugendl. als einer der beliebtesten dt. TV-Moderatoren; lebt seit 1998 in München.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Pechel, Rudolf

* 30.10.1882 – ✝ 28.12.1961

Geb. in Güstrow; Vater Gymnasiallehrer; Volksschule u. Gymn., 1901 Abitur; Militärdienst (Seekadett); 1902 – 08 Studium der Philos., Germanistik, Anglistik u. Volkswirtschaft an den Univ. Göttingen u. Berlin, 1906 Prom. zum Dr. phil.; wiss. Mitarb. am Goethe-u.-Schiller-Archiv in Weimar; anschl. freier Schriftsteller; ab 1911 Ltr. der Red. »Dt. Rundschau«; später Ass. am Märkischen Museum Berlin u. Red. des »Literarischen Echos«; 1914 – 18 Angeh. des Marinekorps in Flandern u. Kdr. einer Seefliegereinheit; April 1919 – April 1942 Chefred. von »Dt. Rundschau«, ab 1924 im Verlag Dt. Rundschau GmbH, später Verlag Dt. Rundschau Dr. Rudolf Pechel; ab 1933 im Widerstand gegen das NS-Regime, enge Kontakte zu Carl Goerdeler u. opposit. Militärs der Wehrmacht; nach Veröff. eines krit. Artikels über die dt. Nachrichtenpolitik unter Goebbels wg. »Landesverrats« am 8.4. 1942 Festnahme, Verbot der »Dt. Rundschau«, 28.5.1942 Überführung ins KZ Sachsenhausen, Juni 1944 KZ Ravensbrück, Ende 1944 Anklage wg. »Landesverrats u. Feindbegünstigung«, 1.2.1945 aus »Mangel an Beweisen« vom 1. Senat des VGH freigesprochen, Überführung ins KZ Sachsenhausen, 11.4.1945 Entlassung nach Güstrow. Ab Mai 1945 Ltr. der Betreuungsstelle für polit. Häftlinge bei der Stadtverw. Güstrow; Rückkehr nach Berlin; ab 1.9.1945 Redakteur, von Okt.–Dez. 1945 Chefred. des Zentralorgans der CDU »Neue Zeit«; (Nachf. von  Emil Dovifat); ab April 1946 mit brit. Lizenz Hrsg. der »Dt. Rundschau« in Berlin. Ab Sept. 1948 in Stuttgart; 1950 Präs. der Dt. Akad. für Sprache u. Dichtung, ab 1952 Ehrenpräs. u. Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrep. Dtl.; 1957 Ehrendoktorwürde der Philosoph. Fak. der Freien Univ. Berlin u. Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main; 1958 Übersiedl. in die Schweiz; gest. in Zweisimmen, Kanton Bern.Deutscher Widerstand. Zürich 1947. Schneider, S.: R. P. In: Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik. München 1988.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Peet, John Scott

* 27.11.1915 – ✝ 26.7.1988

Geb. in London; Vater Journalist, Mutter Lehrerin; 1920 – 27 Privatunterricht; 1927 – 34 Schulausbildung in Yorck; ab 1934 Lokalreporter; 1935 Mitgl. der KP Großbritanniens; 1935 Rekrut des königl. Garde-Regiments, Abbruch auf eigenen Wunsch; 1935 / 36 Englischlehrer u. freischaff. Journalist in Wien; 1936 / 37 Englischlehrer in Prag; Aug. 1937 von London über Paris nach Spanien; Sept. 1937 – Dez. 1938 Soldat im Brit. Bataillon der Internat. Brigaden (15. Brigade); Anwerbung für das NKWD; Dez. 1938 Rückkehr nach London; 1939 arbeitslos; 1939 – 42 Soldat der Brit. Armee in Palästina; 1942 – 45 Chefred. von Radio Jerusalem. 1945 / 46 Chefkorresp. von Reuter in Wien; 1946 / 47 Chefkorresp. der Agentur Reuter in Prag; 1947 – 50 Chefkorresp. der Agentur Reuter in West-Berlin; Anf. Juni 1950 spektakulärer Übertritt in die DDR (konspirativ vorbereitet durch seine Bekannten aus der Wiener Zeit,  Georg Honigmann u.  Walter Hollitscher); 12.6.1950 auf einer internat. Pressekonferenz im Amt für Information (zus. mit  Gerhart Eisler) Erklärung, »den angloamerikan. Kriegshetzern nicht länger dienen zu können«; anschl. als Propaganda-Redner u. Journalist in der DDR-Provinz; VDJ; ab 1952 Hrsg. u. Chefred. des 14-tägig erscheinenden »Democratic German Report«, einer Ztschr. für DDR-Auslandspropaganda; 1952 Heirat mit der Journalistin Georgia Tanewa; 1953 mehrere Befragungen durch die ZPKK im Kontext der Untersuchungen gegen ehem. Westemigranten (P. kannte mehrere der Angeklagten im Prager Slánský-Prozeß); 1956 Hans-Beimler-Med.; 1969 Verdienstmed. der DDR; 1975 Stern der Völkerfreundschaft; Dez. 1975 durch Politbüro-Beschluß Einstellung der Ztschr. »German Report«, weil der Hrsg. »aus obj. u. auch aus subj. Gründen nicht mehr eine politisch unanfechtbare Linie der Ztschr. zu garantieren« in der Lage sei (Hintergrund war die zunehmend krit. Spiegelung der DDR-Gesell., u. a. durch den Nachdruck eines Artikels von  Stefan Heym aus dem »New York Times Magazine«); 1976 Rentner; Übersetzer, v. a. der Werke von Marx u. Engels ins Englische; gest. in Berlin.The Long Engagement: Memoirs of a Cold War Legend. London 1989 (dt. »Der Spion der keiner war«. Wien, Zürich 1991). Andrew, Ch. / Mitrochin, W.: Das Schwarzbuch des KGB. Berlin 1999; Mann, E.: Der Fall J. P. (1950). In: Dies.: Blitze überm Ozean. Aufsätze, Reden, Reportagen. Reinbek 2001; Berger, S., LaPorte, N.: J. P. (1915 – 1988). An Englishman in the GDR. In: History (2004) 293; Anderson, E.: Liebe im Exil. Berlin 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Penck, A. R.

* 5.10.1939 – ✝ 2.5.2017

Geb. in Dresden; Mutter Lehrerin; Volksschule; 1953/54 Mal- u. Zeichenkurs bei  Jürgen Böttcher (Strawalde) an der VHS Dresden; 1955 – 56 Lehre als Zeichner bei der DEWAG, abgebrochen; 1956/57 Teiln. an Abendkursen der HS für Bildende Künste Dresden bei  Bernhard Kretzschmar,  Wilhelm Rudolph u.  Gerhard Kettner; ab 1956 viermalige erfolglose Bewerbung an der HS für Bildende Künste Dresden u. der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; 1957 – 59 plast. Arbeiten, gem. Atelier mit Peter Makolis; 1961 eigenes Atelier, erste »System«-Bilder, Porträts, Selbstbildnisse; 1962 Arbeit als Briefträger, Heizer, Nachtwächter; Wandbild »Das geteilte Dtl.« in einem Kellerraum, nicht erhalten; 1964 Beschäftigung mit Kybernetik, »System«-Bilder, »Standart«-Arbeit; 1965 vorz. Schließung der gem. mit Peter Herrmann, Peter Graf u. P. Makolies veranstalteten Ausstellung im Puschkin-Haus Dresden; 1966 Kand. des VBKD; 1967 – 70 Beschäftigung mit Signalen, Symbolen u. Zeichen; 1968 Ps. Penck nach dem Geografen u. Eiszeitforscher Albert Penck; 1969 Verwehrung der Mitgliedschaft im VBKD; zunehmende Schwierigkeiten mit dem MfS, Beschlagnahme von Bildern; Personalausstellung in der Galerie Michael Werner, Köln; es folgten bis 1990 mehr als 150 Ausstellungen in der Bundesrep. Dtl., Westeuropa, Japan u. den USA; 1971 Gründung der Künstlergr. »Lücke« mit Gallasch, Kunert u. Opitz; formulierte den »Standart«-Begriff; arbeitete mit Laien; 1972 Beitrag auf der documenta 5, Kassel; 1973 Reservistendienst in der NVA; 1975 Ausstellung in der EP Galerie  Jürgen Schweinebraden, Berlin; Will-Grohmann-Preis der AdK Berlin (West); Aufenthalt in Budapest; 1976 erstes öffentl. Konzert im Jazzclub Parkhotel Dresden; Auflösung der Malergr. »Lücke«; 1977 Beschlagnahme von Gemälden durch den Zoll; Gründung der Obergrabenpresse; 1979 Einbruch im Atelier, Verlust der dort befindl. Arbeiten, Bücher u. Schriftstücke; am 3.8.1980 Ausreise aus der DDR; Übersiedl. nach Kerpen bei Köln; 1981 Rembrandt-Preis der Goethe-Stiftung Basel; 1983 Umzug nach London; 1985 Kleinplastiken; 1986 Marmorskulpturen in Carrara; 1988 Prof. an der Kunstakad. Düsseldorf. 1991 Arbeit u. Atelier in Berlin; lebte u. arbeitete in Dublin, Düsseldorf u. New York; 1993 Skulptur »Delphi helitroph« am Sitz der Dt. Bank in Luxemburg; Dez. 2005 wurde die Skulptur »Die himmlischen Stürze« durch einen Baggerfahrer zerstört; 2007/08 Retrospektive in Frankfurt (Main), Kiel u. Paris; P. starb in Zürich. Werke: Der Übergang (1963), Großes Weltbild (1965), Standart-Evolution (1973), Mike Hammers Geburt (1974), Der Wahnsinn der Vergangenheit ist irreparabel (1977), Me and Gorbachov (1988).Was ist Standart. Köln, New York. 1970; Standarts. München 1970; Ich bin ein Buch, kaufe mich jetzt. Obertshausen 1976; A. R. P. – Ich über mich selbst. In: Kunstforum (1974/75) 12; Krater u. Wolke (Hrsg.). Köln 1982; Standart-Modelle 1973/74. Köln 1975; Mein Denken. Frankfurt (Main) 1986; Ich der Tourist, fast 7 Jahre, 7 Jahre West. Bern 1990; A. R. P. im Gespräch mit W. Dickhoff. Köln 1990; pinturas. Vigo 2002; Der neue Holzschnitt. Hamburg 2002; Menschen u. Tiere nach der Öffnung. Köln 2003; Neue Arbeiten 2007. Berlin 2007. Kat. A. R. P. Köln 1981; Kat. A. R. P. Bonn 1982; Kat. A. R. P. Sculptures. Zürich 1986; Kat. A. R. P. Galerie Beyeler Basel 1989; Kat. A. R. P. Das Jahr 1989. Köln 1990; Kat. A. R. P. in Dresden. Kupferstichkabinett Dresden 1992; Scheffel, C. (Hrsg.): A. R. P. – Konfessionen, Bilder 1988 – 1995. Bad Homburg 2000; Städt. Galerie Dresden: Sein u. Wesen – der unbekannte A. R. P. München u. a. 2008.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Perten, Hanns Anselm

* 12.8.1917 – ✝ 29.11.1985

Geb. in Bromberg (Weichsel / Bydgoszcz, Polen), aufgew. in Hamburg; gelernter Schriftsetzer; Gasthörer an der Univ. Hamburg (Kunst- u. Lit.-Geschichte); Schauspielunterricht; Schauspieler u. Regisseur in Hamburg; 1938 Verhaftung, KZ, Arbeitsdienst, Wehrmacht, Verwundung; 1944 Schauspieler in Neustrelitz; in den letzten Kriegsmon. erneut Wehrmacht u. Gefangenschaft. 1945 KPD; Mitbegr. der Agit.-Prop.-Gruppe »Laternenanzünder« in Hamburg; 1945/46 Schauspieler in Hamburg; 1946 von  Willi Bredel nach Mecklenb. berufen; SED; 1946 – 48 künstler. Ltr. des Landessenders; stellv. Intendant der Maxim-Gorki-Bühne Schwerin; Landesvors. der Volksbühne Mecklenb.; 1948 Chefintendant der Mecklenb. Volksbühne (sämtl. Mecklenb. Theater außer Schwerin u. Rostock); 1950 – 52 Intendant in Wismar; 1952 Intendant, 1958 Gen.-Intendant in Rostock; 1958 u. 1959 NP; 1959 – 61 Initiator der Rügenfestspiele; 1969 Mitgl. der AdK u. der Akad. der Darstellenden Künste Frankfurt (Main); 1970 – 72 Intendant am Dt. Theater Berlin; 1972 wieder Gen.-Intendant in Rostock; 1975 Präs. des Solidaritätszentrums für das chilen. Volk; 1980 NP; gest. in Rostock. H. P. widmete sich seit 1949/50 der  Brecht-Pflege; Inszenierungen vieler Peter-Weiss-Erstaufführungen in der DDR (1965 »Marat« u. »Die Ermittlung«, 1968 »Viet Nam Diskurs«), ebenso Rolf-Hochhuth-Erstaufführungen (1975 »Lysistrate u. die NATO«, 1980 »Juristen«, 1981 »Ärztinnen«); Förderer von DDR-Dramatik, u. a.  Rainer Kerndl, Claus Hammel; H. P. brachte in Rostock bis 1977 ca. 250 Ur- u. Erstaufführungen heraus.Pietzsch, I.: Werkstatt Theater. Berlin 1975; Theater in der Zeitenwende. Bde. 1 u. 2. Berlin 1972.Renate Rätz / Leonore Krenzlin

Wer war wer in DDR

Peschke, Paul

* 3.12.1890 – ✝ 4.12.1983

Geb. in Berlin; Mutter Metallarb.; Volksschule; Gürtlerlehre; Maschinenschlosser; Maschinenbau-FS in Berlin, beim Militär Waffenmeisterschule Döberitz; 1908 DMV; 1912 SPD; 1915 Wehrdienst; 1916 USPD; 1918 Vors. eines Soldatenrats in Estland; 1920 KPD; 1921 KPD-Bez.-Ltr. in Berlin; 1923 militärpol. Instrukteur der KPD; 1926 hauptamtl. Parteiarb.; 1930 – 33 Vors. des Einheitsverb. der Metallarb. von Berlin; ab Jan. 1933 Mitarb. der RGI in Moskau, stellv. Ltr. der mitteleurop. Sekt.; Mitgl. der KPdSU(B); 1934/35 für die RGI in Österreich, Frankreich u. der Schweiz; 1936/37 Red. der »Dt. Volksztg.« in Prag; als Ltr. der KPD-Abschnittsltg. Mitte verhaftet; Ausbürgerung 31.8.1938 (Liste 62); 1939 Flucht nach Schweden, Internierung in Loka-Brunn u. Långmora; ab Sommer 1943 Arbeit als Werkzeugmacher; Gründungsmitgl. des Freien Dt. KB. 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); 1946 – 49 Vors. der IG Metall; 1947 – 55 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst.; 1949/50 Staatssekr. im Min. für Arbeit u. Gesundheitswesen; 1951 – 54 Dir. der Sozialversicherung (Nachf. von Gustav Brack); 1953 suspendiert; 1954/55 Sektorenltr. beim FDGB-Bundesvorst., Mitgl. des Aussch. für Dt. Einheit; ab 1955 ehrenamtl. Funktionen im FDGB; Mitgl. der Westkommission des Bundesvorst.; ab 1960 Mithrsg. der »Soz. Briefe«; 1965 KMO; 1970 VVO; 1975 Ehrenspange zum VVO.Es begann die Zeit der Wettbewerbe. Die Masseninitiative wird von den Gewerkschaften organisiert. In: Aufbruch in unsere Zeit. Erinnerungen an die Tätigkeit der Gewerkschaften von 1945 bis zur Gründung der DDR. Berlin 1975. Aulich, I.: Komm zur Sache, Kollege! In: Wegbereiter. 32 Porträtskizzen. Berlin 1988.Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Peter (sen.), Richard

* 10.5.1895 – ✝ 3.10.1977

Geb. in Schles. in einer Arbeiterfamilie; Lehre als Schmied; Arbeit als Bergmann; Soldat; Beginn als Amateurfotograf; Übersiedl. nach Halle; Tätigkeit im Leunawerk; 1920 KPD; Übersiedl. nach Dresden; es entstanden sozialdokumentar. Arbeiten; 1924 Fotokorrespondent der Arbeiterpresse, u. a. für »AIZ« u. »Roter Stern«; Betreuer der Dresdener Arbeiterfotografen; 1927 – 30 Aufenthalt als Bildreporter in Südamerika; 1933 – 39 Arbeitsverbot als Pressefotograf, Arbeit für die DEWAG; 1939/ 40 u. 1943 Wehrmacht. 1945 Verlust sämtl. Negative aus der Vorkriegszeit durch die Zerstörung Dresdens; Ltr. der KPD-Bildstelle; Chefred. der Ztschr. »Zeit im Bild«; bis 1949 Landesred. der Ztg. »Der freie Bauer«; seit Mitte der 50er Jahre verstärkt Arbeit für Verlage u. Werbung; sein Bildbericht vom zerstörten Dresden 1945 gehört zu den erschütterndsten fotograf. Dokumenten des Krieges; gest. in Dresden.Dresden – eine Kamera klagt an. Dresden 1949; Bautzen. Dresden 1957; Erinnerungen u. Bilder eines Dresdener Fotografen. Autobiogr. Leipzig 1987 (Hrsg. von W. Wust).Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Peters, Herbert

* 20.7.1904 – ✝ 3.2.1945

Geboren am 20. Juli 1904 in Zeitz; Arbeiter. Er trat 1923 der KPD bei und war für sie in Berlin aktiv. 1928 wurde er in den AM-Apparat der KPD übernommen und war Mitarbeiter des Verbindungsdienstes der Komintern. Nach 1933 illegal für den KPD-Apparat tätig, emigrierte er 1934 oder 1935 in die Sowjetunion und wurde dort (Pseudonym Hans Leo Hofmann) im Komintern-Apparat beschäftigt. Am 13. September 1938 vom NKWD verhaftet, wurde Peters im Juli 1940 zu drei Jahren Lager verurteilt. Durch eine Verfügung des NKWD vom 22. Juni 1941 blieb er weiter in Haft. Herbert Peters ist am 3.Februar 1945 dann im Lager Karaganda ums Leben gekommen.

Wer war wer in DDR

Petersen, Leiva

* 28.11.1912 – ✝ 17.4.1992

Geb. in Berlin; Vater Historiker; ab 1930 Studium der klass. Philol., Geschichte u. Archäol. in Frankfurt (Main), München, Kiel u. Würzburg; 1937 Prom. zum Dr. phil. mit der Diss. »Zur Geschichte der Personifikation in griech. Dichtung u. bildender Kunst«; 1938/39 Bildungsreise nach Italien u. Hauslehrerin in Dänemark; 1939 Buchhändlerlehrling im Verlag Hermann Böhlaus Nachf., Weimar; seit 1942 Ltr. u. Kommanditistin des Verlags. 1946 Lizenz der SMAD als einer der ersten Privatverlage der SBZ; 1947 persönl. haftende Gesellschafterin; Forts. bzw. Beginn von wiss. Werkausgaben zur dt. Klassik u. Reformationszeit, u. a. Johann W. v. Goethe, Friedrich Schiller u. Martin Luther, sowie geisteswiss. Publ.; ab 1951 als freie Mitarb. Mitautorin, 1961 – 72 als Oberassistentin der AdW auch Hrsg. des Lexikons der röm. Reichsbeamten »Prosographia Imperii Romani«; 1978 Verkauf des Verlags an die AdW; bis 1983 Ltg. der Abt. Hermann Böhlaus Nachf.; Rentnerin; langj. Mitgl. des Verw.-Aussch. der Schiller-Nationalausg. u. des Aussch. der Dt. Schillerges., Mitgl. des Vorst. der Shakespeare-Ges. u. des Verlegeraussch. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler; 1980 Leibnizmedaille der AdW; 1982 Goldene Medaille der Goethe-Ges.; 1986 Reuchlin-Preis der Stadt Pforzheim; gest. in Weimar.Gedenken an L. P. Köln, Weimar 1993.Bernd-Rainer Barth / Carsten Wurm

Wer war wer in DDR

Petry, Jürgen

* 26.11.1939 – ✝ 7.9.2018

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); 1946 vertrieben aus Ostp.; 1947 Grundschule Löbnitz; 1955 – 58 Buchhändlerlehre in Delitzsch, danach Anstellung im Volksbuchhandel; 1960 – 62 FS für Buchhändler; 1962 – 68 Ltr. der Volksbuchhandl. Borna; 1964 SED; 1968 Wechsel in die Hauptdirektion des Volksbuchhandels in Leipzig, dort Abt.-Ltr., ab 1971 Mitgl. der Geschäftsltg.; 1971 – 76 Stud. der Kulturtheorie u. Germanistik an der KMU Leipzig; 1978 – 80 externes Stud. Wirtschaftsrecht an der HU Berlin; 1982 – 86 Dir. des Leipziger Volksbuchhandels, Vorstandsmitgl. im Börsenverein, 1986 geschäftsf. Dir. des LKG. 1990 Antrag auf Privatisierung des LKG über ein Management-Buy-out, 1995 bis Ende 2008 geschäftsf. Gesellschafter des LKG; zeitw. Vors. des Aufsichtsrats der Eichborn AG; 1996 – 2005 ehrenamtl. Funktion im Börsenverein des Dt. Buchhandels Frankfurt (Main); 2008 Verkauf der LKG-Geschäftsanteile, Ruhestand; gest. in Leipzig.Ostpreußen. Geschichte eines unbekannten Landes. Leipzig 1996; Das Monopol. Die Geschichte des LKG. Leipzig 2001; Die Jurte. Leipzig 2003.Christoph Links

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pfaff, Nikolaus

* 8.3.1892 – ✝ 23.5.1951

Geboren am 8. März 1892 in Michelau/Oberfranken, Sohn eines Korbmachers; besuchte die Realschule und das Lehrerseminar in Kulmbach und Bayreuth. 1910 legte er sein Lehrerexamen ab und war (mit Unterbrechung 1912/13 wegen des Militärdienstes) Volksschullehrer in verschiedenen bayerischen Orten. Im Weltkrieg Soldat, 1916 schwer verwundet, zuletzt Leutnant der Reserve, Anfang August 1918 schied Pfaff aus dem Heeresdienst aus und nahm seine Tätigkeit als Volksschullehrer wieder auf. Er schloß sich zunächst der SPD, dann der USPD an, mit deren linkem Flügel ging er 1920 zur KPD. Wegen seiner öffentlichen antikirchlichen Propaganda leitete die Schulbehörde in Oberfranken gegen Pfaff ein Disziplinarverfahren ein. Unmittelbar vor Abschluß des Verfahrens stellte ihn die von der USPD geführte Landesregierung in Gotha als Volksschullehrer in Zella-Mehlis ein. 1923 als Waffenkäufer der Zentrale (unter dem Namen Dr. Winkler) tätig, gehörte Pfaff dem militärischen Stab der Parteiführung der KPD an. Da er nach der Oktoberniederlage polizeilich gesucht wurde, lebte er bis 1925 illegal und war Redakteur kommunistischer Zeitungen. Im März 1925 flüchtete er in die Sowjetunion und arbeitete im Komintern-Apparat. 1927 als Kandidat für die Landtagswahl in Thüringen aufgestellt, um unter dem Schutz der Immunität zurückkehren zu können. Seine Kandidatur wurde jedoch abgelehnt, da er seit drei Jahren nicht mehr in Thüringen wohnte. Nach der Amnestie im Oktober 1928 wieder in Deutschland, wurde Pfaff als »Kommissar« des ZK in Thüringen eingesetzt, um dort die rechte Opposition zu bekämpfen. Nach dem Tode Emil Hölleins rückte er an dessen Stelle im August 1929 als Abgeordneter in den Reichstag nach. Seit Ende 1928 auch Polleiter der KPD in Thüringen, wurde dort 1930 von Walter Duddins abgelöst, 1930 auch nicht mehr als Kandidat für den Reichstag aufgestellt. Ende des Jahres wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« vom Reichsgericht zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, die er von Mai 1931 bis Mai 1932 in Groß-Strehlitz/Oberschlesien verbüßte. Danach trat er politisch nicht mehr hervor. Nach 1933 zunächst jahrelang Wohlfahrtserwerbsloser, konnte er später in einer Zella-Mehliser Spedition als Buchhalter arbeiten und bekam Kontakt zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow. Am 8. Juni 1944 wurde Pfaff mit einer großen Anzahl ehemaliger Arbeiterfunktionäre von der Gestapo verhaftet, in das Zuchthaus Ichtershausen eingeliefert und dort am 15. April 1945 von amerikanischen Truppen befreit. Pfaff trat zunächst nicht wieder der KPD bei, kritisierte deren Aufruf vom 11. Juni 1945 als Verrat an den kommunistischen Idealen. Erst im Dezember 1945 Mitglied der KPD, nahm er am thüringischen Gewerkschaftskongreß und am Vereinigungsparteitag in Gotha teil. Im März 1946 mußte Pfaff wegen eines Herzinfarkts in das Krankenhaus Zella-Mehlis, kritisierte sofort die Unfähigkeit der Geschäftsführung und deckte auch Korruption auf. Dadurch geriet er in Konflikt mit der SED-Ortsleitung, die ihn kurzerhand aus der Partei ausschloß. Nikolaus Pfaff starb am 23. Mai 1951 in Zella-Mehlis.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pfeiffer, Hans Walter

* 24.4.1895 – ✝ 30.3.1968

Geboren am 24. April 1895 in Johanngeorgenstadt/Krs. Schwarzenberg, Sohn eines Handschuhmachers; lernte in Chemnitz Werkzeugmacher. Nach der Lehre ging er auf Wanderschaft. An seinem 18. Geburtstag 1913 wurde er Mitglied der SPD. Anschließend zog er in die Schweiz, wo er sich den Anarchisten anschloß, Robert Siewert gewann ihn wieder für die Sozialdemokratie. Im November 1914 kehrte er nach Deutschland zurück. Wegen körperlicher Untauglichkeit kein Soldat. In Berlin Anhänger der Spartakusgruppe, 1917 USPD. Pfeiffer gehörte nach dem Januarstreik 1918 dem Kreis der Revolutionären Obleute an und war Ende 1918 Delegierter des KPD-Gründungsparteitags. Ab Mai 1919 hauptamtlicher Sekretär der KPD u. a. von Dezember 1919 bis Mai 1920 Bezirkssekretär für Nordbayern in Nürnberg. Nach Verhaftung und Ausweisung aus Bayern war Pfeiffer in den folgenden Jahren vor allem in der Orgarbeit in Berlin tätig, sein bürokratisches Verhalten trug ihm den Spitznamen Kartothekowitsch ein. Zunächst Anhänger der linken Opposition, auf dem VII. Parteitag 1921 in Jena in die Statutenkommission gewählt, auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 als Mitglied in die Zentrale berufen. Zusammen mit Heinz Neumann, Gerhart Eisler und Arthur Ewert distanzierte er sich im April 1923 von der Ruth-Fischer-Opposition. Im Mai 1924 in den Reichstag gewählt, blieb er bis 1930 Abgeordneter des Wahlkreises Potsdam. Als Mitglied der Zentrale von 1923 polizeilich gesucht, im März 1924 verhaftet, saß er trotz seiner Immunität bis Juli 1925 in Untersuchungshaft. Nach der Freilassung wieder in der Orgleitung des Berliner Parteibezirks, wurde nach dem »Offenen Brief« 1925 eine der Stützen des ZK gegen die Parteilinke. Bis Ende 1929 Orgleiter des Bezirks Berlin-Brandenburg, vom XII. Weddinger Parteitag 1929 als Kandidat ins ZK berufen. Von Januar 1930 bis Oktober 1932 war Pfeiffer Mitarbeiter der Orgabteilung der Komintern, u. a. KI-Instrukteur in der Tschechoslowakei, Österreich sowie in Skandinavien. Er kehrte im Oktober 1932 nach Deutschland zurück, arbeitete zunächst in der Orgabteilung des ZK. Bei der Novemberwahl 1932 im Wahlkreis Westfalen-Süd erneut in den Reichstag gewählt. Am 7.Februar 1933 Teilnehmer der letzten illegalen Tagung der Parteiführung in Ziegenhals. Im April 1933 Oberberater des ZK, reiste Pfeiffer mit falschem Paß (Kurt Mittendorf) zwischen Berlin und dem Rheinland und führte mehrere Besprechungen. Bei seiner Verhaftung am 10. Juni 1933 in Elberfeld beschlagnahmte die Gestapo einen Koffer mit Berichten an das ZK. Erst nach schweren Folterungen gab Pfeiffer die Anklagepunkte und seine Tätigkeit im wesentlichen zu und wurde am 26. November 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Haftzeit wurde er noch bis 1938 im KZ Sachsenhausen festgehalten, dort bis zur Entlassung ständig verhört und bekam von der Gestapo wiederholt Angebote zur Mitarbeit. Danach Werkzeugmacher in Berlin, ab 1944 in Glogau. Von Mai bis November 1945 stellvertretender Landrat des Kreises Teltow, bis November 1947 Instrukteur der KPD-BL Brandenburg bzw. des SED-LV Brandenburg, dann dort bis 1950 Leiter der Abteilung Wirtschaft bzw. der Orginstrukteur-Abteilung. Seit Dezember 1950 Kulturdirektor des VEB ABUS in Wildau und ab 1953 Sekretär des Rates des Kreises Königs Wusterhausen. Im Januar 1960 abgesetzt wegen angeblichen Verrats als KZ-Häftling. Pfeiffer hatte sich bereits unmittelbar nach Kriegsende gegen die Verdächtigungen gewehrt, er sei ein Gestapospitzel gewesen. In einem Schreiben an die ZPKK von 1959 gab er lediglich Fehler zu. Laut seinem Bericht war die Gestapo z. B. durch Aussagen anderer genau informiert, wann, wo und wie lange er im Einsatz für die Komintern bzw. das ZK gewesen war. Aufgrund von nicht bewiesenen Anschuldigungen wurden Pfeiffer dennoch die für Parteiveteranen üblichen Ehrungen und Auszeichnungen vorenthalten. Pfeiffers Teilnahme an der Tagung in Ziegenhals durfte auf direkte Anweisung der Kaderabteilung des ZK der SED in einer entsprechenden Broschüre nicht erwähnt werden (wohl aber die von Max Opitz, der sich 1941 zu Hitler bekannt hatte). Sehr spät bekam er nur die Medaille für die »Teilnahme an den Kämpfen der Arbeiterklasse 1918 bis 1923« sowie 1966 eine Verdienstmedaille. Symptomatisch für die Mißachtung dieses Altkommunisten: Das ZK der SED gratulierte am 24. April 1965 im »Neuen Deutschland« zwar zwei Professoren zum 65. Geburtstag, ignorierte aber den 70.Geburtstag Hans Pfeiffers am gleichen Tag. Und als Hans Pfeiffer am 30. März 1968 starb, hat ihm das ZK in SED-Zeitungen auch nicht den üblichen Nachruf gewidmet. Am 5. April 1968 erschien lediglich im »Neuen Deutschland« eine privat aufgegebene Todesanzeige für Hans Pfeiffer.

Wer war wer in DDR

Pflug, Lucie

* 24.2.1916 – ✝ 9.11.1993

Geb. in Kunersdorf (Brandenb.); Vater Schmied; Volksschule; 1930 – 32 Lehre als Stenotypistin; 1932 KJVD; 1932 – 43 illeg. pol. Arbeit in Berlin; 1932 – 34 arbeitslos; 1934 – 43 Red.-Sekr. der »Allg. Automobil-Ztg.« im Verlag Delius, Klasing & Co. Berlin; 1943 – 45 Hausfrau, 1944/45 in Kössern. 1945 KPD; 1946 SED; 1946 – 54 Red. im Aufbau-Verlag; zunächst Red.-Sekr., seit 1949 Chef vom Dienst bei der Wochenztg. »Sonntag«; zugl. BGL-Vors. u. 1952 – 54 Parteisekr. des Aufbau-Verlags; 1952 Teiln. am ersten Weiterbildungslehrgang für Verlagskader an der ASR Potsdam; 1954/55 PHS nach Delegierung durch  Walter Janka; 1955/56 pol. Mitarb. im ZK der SED; 1956 – 78 Ltr. des Sektors Verlage in der Abt. Wiss., später Abt. Kultur des ZK der SED; mitverantw. für Kampagnen zur ideolog. Ausrichtung u. hierarch. Neuordnung der DDR-Verlage, so 1957/58 nach der Verurteilung Walter Jankas u. 1963/64; 1966 – 87 Mitgl. u. 1968 Vors. einer Schiedskommission; 1978 Rentnerin; 1978 – 88 Mitarb. im Vorst. des Verlegerverb.; 1983 – 90 Parteisekr. einer WPO; gest. in Berlin.Barck, S. et al.: Jedes Buch ein Abenteuer. Zensur-System u. liter. Öffentlichkeit(en) in der DDR bis Anfang der 60er Jahre. Berlin 1997; Barck, S., Lokatis, S.: Zensurspiele. Heiml. Literaturgeschichten aus der DDR. Halle (Saale) 2008.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Pechstein, Claudia

* 22.2.1972

Geb. in Berlin; begann vierjährig mit Eiskunstlauf beim Trainingszentrum Dynamo Berlin-Hohenschönhausen; 1982 Wechsel zum Eisschnellauf; KJS Berlin, SC Dynamo Berlin bzw. SC Berlin (Trainer:  Joachim Funke, seit 1991  Joachim Franke); 1985 Spartakiadesiegerin 1.500 m; Junioren-WM: 1988 (Silber), 1989 u. 1990 (4. Pl.); 1989 DDR-Juniorenmstr.; seit 1993 Angeh. des Bundesgrenzschutzes bzw. der Bundespolizei; 1995 – 97 beim EC Berlin, 1997 – 99 beim Berliner Schlittschuh-Club v. 1893, 1999 – 2001 beim EHC Berlin, seit 2001 bei Eisbären Juniors Berlin; fünfmal Olymp. Spiele: 1992: 3.000 m (Bronze); 1994: 5.000 m (Gold), 3.000 m (Bronze); 1998: 5.000 m (Gold), 3.000 m (Silber); 2002: 3.000 u. 5.000 m (Gold); 2006: Team (Gold), 5.000 m (Silber) – mit insg. neun Olympiamed. erfolgreichste dt. Wintersportlerin; Mehrkampf: WM (2000); achtmal WM-Zweite (1996 – 1999, 2001, 2003, 2004, 2006); zweimal WM-Dritte (2002, 2005); fünfmal Einzelstrecken-WM: 1.500 m (2000), 3.000 m (2000, 2004), 5.000 m (1996, 2003); zweimal Mehrkampf-EM (1998, 2006); dreimal Siegerin Weltcup 3.000 u. 5.000 m (2003 – 05); 20 Weltcupsiege; fünf WR (dreimal 3.000 m, zweimal 5.000 m); elfmal Dt. Mstr.: fünfmal Mehrkampf (1996, 2000, 2002, 2004, 2006), zweimal 1.500 m (2003, 2006); viermal 3.000 m (2002 – 05); 2004 Mitgl. d. Bundesversammlung für die CDU bei der Bundespräsidentenwahl; 1992 Silbernes Lorbeerblatt, 2002 Sportlerin des Jahres; Febr. 2009 aufgrund von Indizien für Blutdoping von der Intern. Eislauf-Union (ISU) für 2 Jahre gesperrt; Klage vor dem Intern. Sportgerichtshof (CAS) noch nicht entschieden (Stand Aug. 2009); wohnt in Diensdorf-Radlow (Krs. Oder-Spree).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Pehnert, Horst

* 3.11.1932 – ✝ 1.4.2013

Geb. in Neukirchen (Krs. Borna); Vater Schneider; Grund- u. Berufsschule; 1947 – 50 Ausb. z. Buchdrucker; 1946 FDJ, 1955 SED; 1950 Jungkorrespondetenlehrgang, 1950 – 54 Journalist bei der »Jungen Welt«; 1954 – 57 Studium der Journalistik an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1956 Red., 1962 – 66 stellv. Chefred., 1966 – 71 Chefred. der »Jungen Welt« (Nachf. von  Dieter Kerschek); 1965 –71 Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1967 – 72 Mitgl. des ZV des VdJ; 1968 VVO; 1971 – 76 stellv. Vors. des Staatl. Komitees für Fernsehen; 1976 – 90 stellv. Min. für Kultur u. Ltr. der HV Film (Nachf. von Hans Starke); ab 1978 Mitgl. des Präs. des Film- u. Fernsehrats. 1990 Vorruhestand; seit 1990 PDS, zeitw. Gemeindeverordneter in Zeuthen u. Abg. des Kreistags Dahme-Spreewald; gest. in Bad Saarow.Dr. Sorge funkt aus Tokio. Berlin 1966 (zus. mit J. Mader); Trauer ist ja die Fortsetzung der Liebe. Berlin 2001 (Hrsg.); Kino, Künstler u. Konflikte. Filmprod. u. Filmpolitik in der DDR. Berlin 2009. Poss, I., Warnecke, P.: Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth

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Penka, Rudolf

* 29.3.1923 – ✝ 16.1.1990

Geb. in Mährisch-Trübau (ČSR/Moravská Trebová); Vater u. Mutter Weber; Volksschule u. Staatsrealgymnasium; 1933 Mitgl. der »Roten Falken«, 1938 des KJV der ČSR; nach dem Einmarsch der Wehrmacht im Herbst 1938 aus polit. Gründen von der Schule relegiert; ab 1939 Tätigkeit als kaufm. Angest., Bau- u. Speditionsarb., Kraftfahrer; 1939 – 42 illeg. antifasch. Tätigkeit, u. a. als Kurier; 1941 RAD, Frühjahr 1942 Wehrmacht; Dez. 1942 Verhaftung, Jan. 1943 Verurteilung wegen »Zersetzung der Wehrkraft« durch das Kriegsgericht in Liegnitz zu zwei Jahren Gefängnis, Umwandlung der Strafe in »Frontbewährung«, Strafbat.; März 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft, Dolmetscher in einem Kriegsgefangenlager. 1946 Umsiedl. nach Reichenbach (Vogtland); 1946 SED; 1946/47 Abiturausbildung an der Vorstudienanstalt Plauen, anschl. Studium der Germanistik, Geschichte u. Publizistik an der Univ. Leipzig, Ltr. der Laienspielgruppe an der Univ. Leipzig; 1950 Delegierung zum Studium der Schaupielkunst am Dt. Theaterinst. in Weimar, Dipl.-Schauspieler; 1953 erstes Engagement an den Städt. Bühnen Erfurt; 1955 – 59 Doz. u. Abt.-Ltr. für Schauspiel sowie Schauspieler am »Theater der Jungen Welt« in Dresden; 1959/60 Schauspieler u. Regisseur am Dt. Nationaltheater Weimar; Okt. 1960 stellv. Dir., 1962 – 75 Dir. der Staatl. Schauspielschule Berlin (Nachf. von  Wolfgang Heinz), anschl. dort Doz. u. Prof. für Schauspielkunst, 1988 em.; Theaterregie, u. a. »Tagebuch der Anne Frank«; gest. in Berlin.Andreas Herbst

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Perwuchin, Michail Georgijewitsch

* 14.10.1904 – ✝ 22.7.1978

Geb. in Jurjuzan (Gebiet Tscheljabinsk, Ural); Vater Schmied; 1919 Mitgl. des Komsomol u. der KPdSU; Schulinstrukteur u. Red.; nach Abendschulen 1922 – 29 Ausbildung zum Elektroing. am Plechanow-Inst. in Moskau; 1930 – 37 Ing., zul. Dir. in der Elektroerzeugung; ab 1937 Dir. der HV für Elektrizitätswerke (»Glawenergo«) beim Volkskommissariat für Schwerindustrie der UdSSR; 1938/39 stellv. Volkskommissar für Schwerindustrie der UdSSR; 1939/40 Volkskommissar für Elektrokraftwerke u. -industrie der UdSSR; 1940 – 44 u. 1950 – 53, 1953 – 55 stellv. Vors. u. 1955 – 57 Erster stellv. Vors. des Rats der Volkskommissare bzw. ab 1946 des Min.-Rats der UdSSR; zugl. 1940 – 42 Volkskommissar für Kohle- u. Erdölindustrie der UdSSR; 1942 – 50 Volkskommissar bzw. ab 1946 Min. für chem. Industrie der UdSSR; 1953 – 54 Min. für Elektrokraftwerke u. -industrie der UdSSR; April – Juli 1957 Min. für mittleren Maschinenbau der UdSSR; ab 1940 Mitgl. des ZK u. 1952 – 57 des Präs. des ZK der KPdSU; infolge der Entmachtung von Wjatscheslaw Molotow, Georgi Malenkow u. Lazar Kaganowitsch durch Nikita Chruschtschow 1957 wirkte er 1957/58 nur noch als Vors. des Staatskomitees für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland beim Min.-Rat der UdSSR. 1958 – 62 Botschafter in der DDR (Nachf. von  Georgi M. Puschkin); er hatte offene Meinungsverschiedenheiten mit  Walter Ulbricht; 1963 – 65 Verw.-Ltr. beim Volkswirtschaftsrat der UdSSR u. 1965 – 78 Abt.-Ltr. beim Staatl. Planungsamt der UdSSR; vier Lenin-Orden; Rotbannerorden; Held der soz. Arbeit; gest. in Moskau.Kowalewa, N. et al. (Hrsg.): Molotow, Malenkow, Kaganowitsch. 1957. Stenogramma ijunskogo plenuma ZK KPSS i drugije dokumenty. Moskwa 1998.Jan Foitzik

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Peschke, Paul

* 3.12.1890 – ✝ 4.12.1983

Geboren am 3. Dezember 1890 in Berlin, Sohn einer alleinerziehenden Metallarbeiterin (Vater unbekannt), wuchs ab dem ersten Lebensjahr bei Pflegeeltern (Hermann und Anna Schulz) auf; Gürtlerlehre, später Maschinenschlosser. 1912 Mitglied der SPD, ab 1915 Soldat im Weltkrieg, ging 1917 zur USPD und war im November 1918 Vorsitzender eines Soldatenrates in Estland. Zurück in Berlin, nahm er dort an den Januarkämpfen 1919 teil. Er kam Ende 1920 mit dem linken Flügel der USPD zur KPD. Bei der Vorbereitung des Oktobers 1923 mit militärischen Aufgaben betraut, berief ihn die Zentrale im September 1923 zum »Revolutions-Kommissar« für Waffen. Anschließend war er unter Ruth Fischer als militärpolitischer Instrukteur tätig. Längere Zeit erwerbslos, arbeitete dann wieder als Schlosser bei Siemens. Mit der Mehrheit der Berliner Funktionäre gehörte Peschke zur Fischer-Maslow-Richtung, mit diesen wandte er sich 1925 gegen den »Offenen Brief« der Komintern. Als Leiter des UB Berlin-Prenzlauer Berg trat er noch Ende 1925 gegen Ernst Thälmann auf, doch einige Wochen später schwenkte er zum ZK über. 1925 in die Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin gewählt, kam er im Oktober 1926 in die Orgabteilung des ZK, war später Mitarbeiter in der Gewerkschaftsabteilung. Ab November 1930 Vorsitzender des Einheitsverbandes der Metallarbeiter von Berlin und Brandenburg und Mitglied der RGO-Reichsleitung. Ende Januar 1933 ging Peschke in die Sowjetunion, wo er bis 1936 Mitarbeiter der RGI und stellvertretender Leiter des mitteleuropäischen Sekretariats in Moskau war, hier in die KPdSU(B) übernommen, reiste er für sechs Monate illegal als RGI-Instrukteur nach Österreich. 1936 Redakteur bei der »Deutschen Volkszeitung« in Prag, führte dort 1937/38 die KPD-AL. Er flüchtete 1939 nach Schweden, war 1939/40 in der KPD-AL Mitte in Stockholm zusammen mit Karl Mewis. Dann verhaftet, er kam in ein Internierungslager. Ab Sommer 1943, 600 Kilometer nördlich von Stockholm, Werkzeugmacher. Peschke kehrte im Januar 1946 über Danzig nach Berlin zurück, war von Juni 1946 bis Oktober 1949 Vorsitzender des ZV der IG Metall in der SBZ. Bei Bildung der DDR-Regierung wurde er Staatssekretär im Ministerium für Arbeit u. Gesundheitswesen, von 1951 bis 1954 Leiter der ostdeutschen Sozialversicherung, im Sommer 1953 wegen »unsensiblen Verhaltens gegenüber der Ärzteschaft« abberufen, ab Anfang 1955 Leiter der Abteilung für Arbeiterfragen im Ausschuß für Deutsche Einheit. Er erhielt zum 75.Geburtstag 1965 den Karl-Marx-Orden. Paul Peschke starb am 4. Dezember 1983.Michael F. Scholz

Handbuch Deutsche Kommunisten

Petermann, Werner

* 31.1.1906 – ✝ 1942

Geboren am 31. Januar 1906 in Berlin, Sohn eines Angestellten und einer Schneiderin. Nach der Mittelschule Ausbildung als Statistiker. 1926 Funktionär der KPD, 1930 Übersiedlung in die Sowjetunion, Mitglied der KPdSU und Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Später arbeitete er im Apparat der Komintern, u.a. als Nachfolger von Helene Glatzer im Mitteleuropäischen Ländersekretariat. Danach war Petermann als Mitarbeiter im Moskauer Sekretariat von Palmiro Togliatti (Ercoli) beschäftigt. 1940 wurde er vom NKWD verhaftet und am 23. Dezember 1940 wegen »Teilnahme am antisowjetisch-rechtstrotzkistischen Block« zu fünf Jahren Lager verurteilt. Werner Petermann wurde im September 1942 in der Sowjetunion erschossen. Seine Frau Erna Petermann, geborene Saar (*5.7. 1904 – † 8. 1. 1981), war von 1919 bis 1930 Stenotypistin, seit 1927 in der KPD. Sie folgte ihrem Mann in die UdSSR, war dort im Komintern-Apparat beschäftigt und wurde ebenfalls vom NKWD festgenommen und im Dezember 1940 zu fünf Jahren Lager verurteilt, später in Kasachstan Kolchosarbeiterin. Ende 1955 kam sie in die DDR, war in der Redaktion der Zeitschrift »Probleme des Friedens und des Sozialismus« tätig. In ihrem Antrag auf Anerkennung als »Verfolgte des Naziregimes« schrieb sie, daß Werner Petermann 1942 »als Partisan« in der UdSSR gefallen sei.

Wer war wer in DDR

Petersen, Asmus

* 6.12.1900 – ✝ 4.1.1962

Geb. in Kemphy (Krs. Flensburg); Vater Bauer; Real- u. Oberrealschule; 1920 – 22 landw. Lehre; 1922 – 25 Studium an der Landw. HS Berlin; dabei Ltr. der agrarpol. soz. Arbeitsgemeinschaft; Dipl.-Landwirt; 1926/27 Wirtschaftsberater; 1927 Prom. mit einer Diss. über die Taxation von Wiesenländereien nach dem Pflanzenbestand; 1928 – 31 Assistent bei Friedrich Aereboe; nach der Habil. bis 1934 Privatdoz. an der Landw. HS Berlin; 1934 – 43 Prof. für landw. Betriebslehre an der FSU Jena; 1943 – 45 Prof. mit Lehrstuhl u. Dir. des Inst. für landw. Betriebslehre an der Univ. Rostock. 1946 SED; 1946 – 60 Prof., bis 1958 Dir. des Inst. für landw. Betriebslehre u. Agrarpol.; 1947 – 52 Dekan, 1952/53 Prodekan der Landw. Fak. der Univ. Rostock; 1955/56 Auseinandersetzungen zur Johann-H.-v.-Thünen-Rezeption; 1949 Ord. Mitgl. der DAW, 1951 der DAL; 1960 dort Sekretar der Sekt. Landeskultur u. Grünland; 1953 NP; ab 1957 Dir. des Inst. für Grünland- u. Moorforschung Paulinenaue der DAL (Nachf. von  Eilhard A. Mitscherlich), anknüpfend an die frühere Gräserforschung Umorientierung auf Forschungen zur Grünlandbewirtschaftung, Entw. der Organisationsform des Weidekombinats; ab 1960 Prof. mit Lehrstuhl für Grünland- u. Moorkunde an der HU Berlin; 1960 Ltr. der Forschungsgem. Grünland des Forschungsrats der DDR; 1960 Dr. h. c. der Univ. Rostock; A.-von-Humboldt-Medaille; gest. in Paulinenaue.Grundlagen zu einer Reichsbonitierung der landw. Kulturböden Dtl. Berlin 1934; Die Gräser als Kulturpflanzen u. Unkräuter. Berlin 1936 (6. Aufl. Berlin 1988); Thünens isolierter Staat. Berlin 1944; Die neuere Rostocker Thünenforschung. Berlin 1953; Bodenschätzung, Rohertragsbonitierung u. Meliorationsbonitierung. Berlin 1956. Stubbe, H., Wojahn, E.: A. P. in memoriam. Berlin 1962; A.-P.-Gedenksymposium von WPU Rostock u. AdL. 1981.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Peterson, Bruno

* 16.4.1900 – ✝ 28.1.1966

Geb. in Berlin-Karlshorst; Vater Tischler; 1906 – 14 Volksschule in Berlin; Ausbildung zum Buchdrucker; 1915/16 Mitgl. der Arbeiterjugend u. 1916 – 18 des Jugend-Bildungsvereins (Spartakusbund); 1918 Soldat; 1919 KPD; Schriftsetzer u. Korrektor im Verlag der Jugend-Internationale in Berlin-Schöneberg; 1929 Agit-Prop.-Sekr. der RFB-Bundesführung, ab 1929/30 des ZK der KPD; 1931/32 Ltr. des Internat. Arbeiter Verlags in Berlin; 1932 Mitarb. im Sekr. des ZK der KPD; 1933 Mitarb. des M-Apparats der KPD; 1933 verhaftet u. 1934 vom VGH zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, 1934 – 36 Haft im Zuchthaus Luckau; in Prag verantw. für den Druck der illeg. »Roten Fahne«; anschl. Auswerter im KPD-Nachrichtenapparat; 1937 – 39 Ltg. des KI-Verlags Prometheus in Paris; 1940 als Soldat des tschechoslowak. Korps der frz. Armee; 1941 – 45 dt. Gefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; Druckereiltr. in Saarbrücken u. Agit.-Prop.-Sekr. der KPD-BL Saargeb.; ausgewiesen u. Übersiedl. in die SBZ; Juli 1946 Rückkehr nach Berlin; Mitaufbau des Verlags JHW Dietz Nachf. GmbH Berlin; 1946 – 50 ltd. Red., dann Chefred. im Dietz Verlag; ab 1947 Mitgl. der SED-KL Köpenick; 1950 – 54 Ltr. des Verlags Volk u. Welt u. 1954 – 63 des Verlags Neues Leben; 1956 VVO; ab 1963 Geschäftsf. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig; gest. in Berlin.Schaul, D.: Résistance. Berlin 1973; Kaufmann, B. et al.: Der KPD-Nachrichtendienst 1919 – 1937. Berlin 1993.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Petter, Erwin

* 10.10.1904 – ✝ 1943

Geboren am 10. Oktober 1904 in Rathenow, Arbeitersohn; Brillenbauer. Mitglied der SAJ, 1926 des KJVD. Er trat 1927 der KPD bei, war Funktionär der BL Berlin-Brandenburg. Er wurde 1928 wegen »Zugehörigkeit zur Ruth-Fischer-Opposition« und als »aktiver Trotzkist« aus der KPD ausgeschlossen. 1929 kam er nach Berlin, wurde wieder in die KPD aufgenommen. Petter übersiedelte 1930 als Facharbeiter mit seiner Frau Margarete in die Sowjetunion. 1930/31 belegte er dort Abendkurse, ab 1931 absolvierte er ein Direktstudium an der KUNMS, 1934 Ausschluß aus der KUNMS. Er wurde nun Instrukteur unter ausländischen Bergarbeitern im Kusbass. Im Januar 1937 vom NKWD festgenommen, drei Monate später aus der KPdSU ausgeschlossen. Erwin Petter ist 1943 in einem Gulag verstorben. Seine Frau Margarete, geborene Zühlke (* 20. 3. 1906 – † 7. 6. 1981), war bis 1922 Fabrikarbeiterin, dann Stenotypistin, 1926 Mitglied des KJVD und der KPD, 1927 als Anhängerin von Ruth Fischer ebenfalls ausgeschlossen. Nach Wiederaufnahme 1929 bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Von 1930 bis Ende 1932 Angestellte im Volkskommissariat für Außenhandel in Moskau. Anfang 1933 in Berlin mit Thea Kippenberger ( Hans Kippenberger) für die illegale RGO aktiv. Danach in Moskau um Visa für Thea Kippenberger und deren Kinder bemüht. Sie war unter dem Parteinamen Grete Fabian Kursantin an der KUNMS. Im März 1935 zeitweilig aus der KPdSU ausgeschlossen, weil sie zum Kirow-Mord gesagt hatte: »Wenn sich dahinter nur nicht ein Akt der persönlichen Rache, vielleicht aus Eifersucht begangen, verbirgt.« Im Juli 1937 verhaftet und wegen »konterrevolutionärer Tätigkeit« zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt, erhielt sie 1943 erneut zehn Jahre Gulag. Bis 1956 zwangsangesiedelt in Kasachstan, durfte sie Ende Juni 1957 in die DDR, Oberreferentin im Ministerium für Gesundheitswesen. Im ZK der SED wurde ihr im Januar 1960 nur mündlich mitgeteilt, Erwin Petter sei posthum »rehabilitiert«.

Wer war wer in DDR

Pfaffenbach, Friedrich

* 31.7.1921 – ✝ 13.3.2008

Geb. in Hofgeismar (Hessen); Vater Beamter; Volks- u. Oberrealschule, Abitur; 1939 NSDAP; ab 1939 Wehrmacht, zul. Hptm.; 1944 sowj. Kriegsgefangenschaft, Mitarbeit in Antifakomitees, Besuch von Antifa-Schulen u. Lehrtätigkeit. 1949 Rückkehr nach Dtl.; NDPD; 1949 – 67 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 FDGB; 1950/51 HA-Ltr. im PV der NDPD; 1951/52 Pol. Geschäftsf. des Landesverb. Berlin; 1952/53 Vors. des Bez.-Verb. Halle u. Abg. des Bez.-Tags; nach einem Fernstudium an der DASR Potsdam 1954 Dipl.-Staatswiss.; 1953 – 84 Vors. des Bez.-Verb. Berlin der NDPD; 1955 – 85 Mitgl. des PV bzw. Präs.; 1958 – 86 Abg. der Stadtverordnetenvers. Berlin; 1971 – 86 erneut Abg. der Volkskammer; 1973 – 86 Vors. ihres Mandatsprüfungsaussch. (Nachf. von  Gustav Siemon); 1964 VVO; ab 1966 Vizepräs. des Freundschaftskomitees DDR – Japan; 1984 Rentner; nach dem kooperativen Beitritt der NDPD zum Bund Freier Demokraten März 1990 dessen Mitgl., dann FDP.Lapp, P. J.: Ulbrichts Helfer. Bonn 2000.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pfeiffer, Max

* 25.4.1896 – ✝ 25. April

Geboren am 25. April 1896 in Düsseldorf; nach dem Abitur Fotograf und Journalist. Von 1910 bis 1916 Mitglied der Arbeiterjugend, 1917 der USPD. Pfeiffer war im Spartakusbund aktiv und seit 1919 in der KPD. Ab 1922 Redakteur bei KPD-Zeitungen, u. a. in Wuppertal, dort kurzfristig Chefredakteur. Er war von 1927 bis 1931 in den Münzenberg-Medien tätig, u.a. als Redakteur und Fotograf bei der AIZ. Im Februar 1932 in die Sowjetunion abkommandiert; in Moskau arbeitete er (Pseudonym Willi Elberfeld) für die »Unionfoto« und die »Deutsche Zentral-Zeitung«. Anfang 1937 vom NKWD verhaftet und in den Gulag auf den Solowezki-Inseln verbannt. Max Pfeiffer kam dort ums Leben, das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.

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Pflugbeil, Sebastian

* 14.9.1947

Geb. in Bergen (Rügen); Eltern Kirchenmusiker; 1965 Abitur; 1966 – 71 Studium der Physik an der EMAU Greifswald; ab 1971 wiss. Mitarb. am ZI für Herz-Kreislauf-Forschung der AdW in Berlin-Buch, Abt. Mathematik; 1983 Einreichung einer Diss. zum Computereinsatz in neurophysiolog. Untersuchungen, Verweigerung der Prom. wegen pol. mißliebiger Äußerungen (Prom. erfolgte 1990); Mitbegr. des Friedensseminars der ev. Immanuelgemeinde in Berlin; 1986 (nach der Katastrophe in Tschernobyl) im Auftrag des Bunds der Ev. Kirchen Mitarb. an einer Studie über Probleme der Kernenergieprod. in der DDR, Überwachung durch das MfS (OV »Reaktor«); Sept. 1989 Mitbegr. des Neuen Forums (NF) u. Mitarb. im NF-Arbeitsaussch., NF-Sprecher im Stadtbez. Berlin-Prenzlauer Berg, ab Dez. 1989 NF-Vertreter am Berliner u. am Zentr. Runden Tisch, Einsatz für die sofortige Abschaltung des Kernkraftwerks Greifswald; Feb. 1990 Min. ohne Geschäftsber. in der zweiten Reg.  Hans Modrow; ab Mai Mitgl. der Berliner Stadtverordnetenvers. 1990 – 94 MdA Berlin; Mitgl. der Abg.-Gruppe NF/Bürgerbew.; seit 1993 Vors. des »Kinder von Tschernobyl e. V.«; 1995 – 97 in dieser Eigenschaft u. in Koop. mit der Europ. Kommission sowie weißruss. Initiativen maßgebl. am Aufbau eines Reha-Zentrums für Kinder in der Region von Tschernobyl beteiligt; daneben wiss. Beschäftigung mit den ökolog. Hinterlassenschaften der DDR sowie den Verbindungen zw. dem MfS u. dem DDR-Kernenergiesektor; Ord. Mitgl. der Internat. Ökolog. Akad.; seit 1999 Präs. der Ges. für Strahlenschutz (Nachf. von  Wolfgang Köhnlein); lebt in Berlin.Helmut Müller-Enbergs / Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pechulla, Hans

* 24.4.1906 – ✝ 14.7.1975

Geboren am 24. April 1906 in Roschwitz; Landarbeiter im Kreis Osternberg. Ende der zwanziger Jahre Mitglied der KPD, für sie unter Landarbeitern aktiv. Pechulla wurde noch am 5. März 1933 für die KPD als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt, aber bereits am 8.März verhaftet und bis April im Gefängnis Spandau festgehalten. Anschließend kam er in »Schutzhaft« ins KZ Sonnenburg, wurde dort im November 1933 freigelassen. Er trat politisch nicht mehr hervor, war wieder als Landarbeiter beschäftigt. Hans Pechulla starb am 14. Juli 1975.

Wer war wer in DDR

Peiper, Albrecht

* 23.10.1889 – ✝ 7.10.1968

Geb. in Greifswald; Vater Erich P., Prof. für Pädiatrie; 1902 – 08 Gymnasium in Greifs- wald; studierte von 1908 – 13 Med. in Freiburg i. Br., München u. Greifswald; 1914 Prom.; 1914 – 18 Kriegsdienst als Militärarzt; 1919 Assistenzarzt an der Kinderklinik der Berliner Charité bei Adalbert Czerny; 1924 Habil. u. 1930 a. o. Prof.; zeitw. Dir.-Vertr. an den Kinderkliniken in Greifswald u. Bonn; 1934 – 43 Ltr. des Städt. Kinderkrankenhs. in Wuppertal-Barmen; 1937 NSDAP; 1943 – 46 ord. Prof. für Pädiatrie u. Dir. der Univ.-Kinderklinik in Greifswald; 1943 Mitgl. der Leopoldina. Nach 1945 zunächst vom universitären Dienst suspendiert; kinderärztl. Praxis in Greifswald; 1948 Berufung zum ord. Prof. für Pädiatrie u. Dir. der Univ.-Kinderklinik in Leipzig, Wiederaufbau der kriegszerstörten Kinderklinik; wiss. Arbeiten zur Pathophysiol. der Frühgeborenen, zur Hirntätigkeit des Säuglings u. zur Perinatol.; 1955 Ord. Mitgl. der DAW; 1956 Mitgl. der Sächs. AdW; 1952 Verdienter Arzt des Volkes; 1953 NP; 1958 em.; gest. in Leipzig.Die Eigenart der kindl. Hirntätigkeit. Leipzig 1949 (3. Aufl. 1961); Chronik der Kinderheilkunde. Leipzig 1951 (4. Aufl. 1966); Erinnerungen eines Kinderarztes. Berlin 1967.Peter Schneck

Wer war wer in DDR

Peplinski, Franz

* 14.2.1910 – ✝ 12.11.1991

Geb. in Samotschin (Krs. Kolmar, Posen / Szamocin, Polen); Vater Zimmermann; Volksschule; 1925 – 33 Lehre als Mechaniker u. Zimmermann; 1927 RGO, 1928 KJVD; 1932 Jugendltr. des KJVD Berlin-Brandenburg; 1934 – 38 Arbeit als Zimmermann; 1939 – 45 Elektromonteur in den Siemens-Werken Berlin; nach 1933 illeg. Tätigkeit, u. a. 1933 / 34 als Betriebsinstrukteur des KJVD in Siemensstadt (Berlin-Marienfelde); 1934 KJVD-Schulung in Prag, Kontakte zur Widerstandsgr. um Anton Saefkow; 1938 / 39 19 Monate in Haft. 1945 KPD, Ltr. der KPD-Ortsgr. Zepernick; 1945 – 49 Bürgermstr. von Zepernick; 1946 SED; 1948 LPS in Schmerwitz; 1949 / 50 Landrat bzw. Vors. des Rats des Krs. Nauen; 1950 Besuch des 1. Halbjahreslehrgangs der DVA; 1950 – 52 Min. für Wirtschaft u. Arbeit der Landesreg. Brandenburg in Potsdam; Aug. 1952 bis Sept. 1956 Vors. des Rats des Bez. Frankfurt (Oder); Fernstud. an der DASR Potsdam u. der HfÖ Berlin, 1954 Dipl.-Volkswirt; 1956 / 57 Stud. an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1957 / 58 Staatssekr. im Min. des Innern u. Ltr. des Staatssekr. für die Angelegenh. der örtl. Räte; 1958 – 60 Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Potsdam; 1960 – 62 Vors. des Rats des Bez. Potsdam (Nachf. von  Herbert Rutschke), wg. »mangelnder politisch-ideolog. Qualifizierung u. unkrit. Verhaltens« sowie »Nichtdurchführung von Parteibeschlüssen« von dieser Funktion abberufen; 1963 – 70 Dir. des VEB Tiefbaukombinat Brandenburg; ab 1970 Rentner; ab 1974 Vors. des Bezirkskomitees der Antifasch. Widerstandskämpfer Potsdam. Gest. in Neufahrland (b. Potsdam).Kämpfer an der illegalen Front. In: Beiträge zur Gesch. der Arbeiterbew., Jg. 29, Berlin 1980. Kotsch, D.: Karrierewege in Brandenburg nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Jahrbuch für brandenburgische Landesgesch. Berlin (1996) 47.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Peschel, Karl Horst

* 29.9.1909 – ✝ 11.4.1989

Geb. in Dresden; Vater Vermessungstechniker Adolf P.; ab 1928 Studium der Geodäsie an der TH Dresden, dort 1932 Dipl.-Ing., anschl. dort wiss. Ass. bei Paul Werkmeister, 1936 Prom. zum Dr.-Ing.; 1933 / 34 Mitarb. am Geodät. Inst. Potsdam; 1936 – 38 Referendariat im Landesvermessungsamt Sachsen; 1937 NSDAP; 1938 / 39 Lehrtätigkeit an der TH Dresden, 1940 / 41 dort wiss. Ass. bei Reinhard Hugershoff; 1939 – 44 zugl. öffentl. bestellter Vermessungsing. in Dresden u. Kriegsdienst; 1945 / 46 Kriegsgef. 1946 Ltr. eines Vermessungsbüros in Dresden; 1950 Berufung auf den Lehrstuhl für Landesvermessung u. Katasterwesen an der TH Dresden, 1952 – 68 Dir. des Geodät. Inst. der TH Dresden, bis 1956 Ltr. der Abt. Vermessungswesen; 1952 – 67 Ord. Mitgl. der Dt. Geodät. Kommission bei der Bayerischen AdW; 1953 – 56 kommissar. Dir. des Inst. für Forstl. Geodäsie u. Photogrammetrie; 1953 – 56 Rektor der TH Dresden (Nachf. von  Kurt Koloc), anschl. Prorektor; 1956 Gründung der Zentralstelle für internat. Dokumentation der Geodäsie; 1959 – 74 Präsident, danach Ehrenpräsident der KdT; Mitgl. im Forschungsrat der DDR; 1960 Mitbegr. der Gesell. für Photogrammetrie der DDR; 1963 – 68 kommissar. Dir. des Geodät. Inst. Potsdam; 1963 – 84 Präsident des Nationalkomitees für Geodäsie u. Geophysik bei der AdW der DDR; 1968 – 74 Prof. für Spheroidale u. Phys. Geodäsie, 1969 – 74 Ltr. des neu gebildeten Wissenschaftsbereichs Geodäsie der TH Dresden; Arbeiten zur geometr. Höhenmessung; 1974 em.; 1956, 1974 u. 1984 VVO; 1973 NP; 1982 Ehrensenator der TU Dresden; 1984 Johannes-Stroux-Med. der AdW u. Ernst-Abbe-Med. der KdT; gest. in Dresden.Untersuchungen der mittelbaren Strekkenmessung mit Anwendung von Theodoliten u. Tangensschraubeninstrumenten zur mikrometr. Winkelmessung. Dresden 1936; P. S. Sakatow: Lehrbuch der höheren Geodäsie. Berlin 1957 (dt. Bearb.); N. A. Urmajew: Sphäroidische Geodäsie. Berlin 1958 (dt. Bearb.); M. S. Molodenski: Grundbegriffe der geodätischen Gravimetrie. Berlin 1958 (dt. Bearb.). Rößler, H.: P., K. H. In: Sächsische Biografie, hrsg. vom Inst. für Sächs. Gesch. u. Volkskunde e. V., bearb. v. M. Schattkowsky, Online Ausgabe; Petschel, D.: Die Professoren der TU Dresden 1828 – 2003. Köln u. a. 2003; Rößler, H.: Aus der Gesch. des Geodät. Inst. der Techn. Univ. Dresden. In: Geodäsie im Wandel – Einhundertfünfzig Jahre Geodätisches Institut. Dresden 2002; Hurtig, E.: Professor Dr. Ing. H. P. In: Journal of Geodesy (1989) 4.Uwe Fraunholz

Wer war wer in DDR

Peter, Erich

* 17.7.1919 – ✝ 11.10.1987

Geb. in Salza (Krs. Nordhausen); Vater Schmied, Mutter Heimarb.; 1925 – 33 Volksschule; 1933 – 36 Ausbildung zum Schlosser in Nordhausen; 1936/37 Arbeiter in Zinn (b. Gotha); 1937/38 RAD, Obervormann; 1938/39 Schlosser u. Maschinenarb. in Nordhausen; 1939 – April 1945 Wehrmacht (Panzer), Uffz.; bis 13.6.1945 amerik. Kriegsgefangenschaft in Remagen (Rheinl.). 1945 arbeitslos; 1945/46 KPD/SED; KPS; 1945/46 Schlosser in Nordhausen; 1946 Eintritt in die VP, Einzelposten; 1946/47 Gruppenführer u. Ltr. Untersuchungsorgan 201; 1948 Krs.-Polizeidir.; 1948/49 Ltr. der VPD bzw. KPV Nordhausen; 1949/50 Sonderlehrgang in der UdSSR; 1950/51 Stellv. der Fachabt. HVA; 1951/52 Stellv. Truppenausrüstung der KVPD Gotha; 1952 – 54 Ltr. der techn. Abt. im Stab der KVP; 1955/56 stellv. Chef der Verw. Motorisierung der KVP, Obltn.; 1956/57 Chef der Verw. Panzertechnik des Min. für Nat. Verteidigung, Oberst; 1957 – 59 Militärakad. des Gen.-Stabs der Streitkräfte der UdSSR, Dipl. rer. mil.; 1959/50 Kdr. der 9. PD; 1960 – 79 Chef der Grenzpolizei bzw. Grenztruppen (Nachf. von Paul Ludwig); 1963 Gen.-Major, 1969 Gen.-Ltn.; 1972 – 79 stellv. Minister für Nat. Verteidigung; 1979 Gen.-Oberst; 1962 – 79 Mitgl. des Kolleg. des MfNV; KMO; VVO; Scharnhorstorden; 1979 Ruhestand.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Petermeier, Karl

* 12.10.1899 – ✝ 2.4.1938

Geboren am 12. Oktober 1899 in München; studierte Volkswirtschaft, wurde 1916 zum Militär eingezogen, war Flugzeugführer und kam verwundet in ein Münchner Lazarett. Während der dortigen Räterepublik 1919 war Petermeier Adjutant des Stadtkommandanten von München. 1919 Mitglied der KPD, er wurde wegen Beteiligung an der Münchner Räterepublik gesucht und in Abwesenheit zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Kurzzeitig Mitglied der KAPD und Funktionär der AAU, er reiste 1921 als Delegierter der AAU zum Gründungskongreß der RGI nach Moskau. Petermeier trennte sich von der AAU, wurde 1921 Mitarbeiter der »Roten Fahne« und der sowjetrussischen Handelsvertretung in Berlin. 1922/23 kam er unter dem Decknamen Winokurow in den Apparat der KPD-Zentrale zu August Kleine (Samuel Guralski) und war im AM-Apparat an der Vorbereitung des geplanten bewaffneten Aufstandes im Oktober 1923 beteiligt. Wegen drohender Verhaftung flüchtete er aus Deutschland und erhielt eine Anstellung in der sowjetischen Handelsvertretung in London, wurde aber ausgewiesen. Von 1924 bis 1926 im Auftrag der Komintern in Italien tätig, übersiedelte dann in die Sowjetunion, wurde Mitglied der KPdSU und Referent im Volkskommissariat für Außenhandel. Ab 1931 Lehrstuhlleiter am Institut der »Roten Professur« zu Fragen der Weltwirtschaft und Weltpolitik. Petermeier war zuletzt Leiter der Internationalen Bibliothek in Moskau und gehörte zum Freundeskreis des 1933 als Trotzkist »entlarvten« Erich Wollenberg. Karl Petermeier wurde am 27. Juli 1937 vom NKWD verhaftet, am 2. April 1938 durch das Militärkollegium des Obersten Gerichts wegen »Spionage« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag in Butowo erschossen. Das Oberste Gericht der UdSSR hat Petermeier am 22. Juli 1965 rehabilitiert.

Wer war wer in DDR

Petersen, Jan

* 2.7.1906 – ✝ 11.11.1969

Geb. in Berlin; Vater Maurer; Kfm., Dreher u. Werkzeugmacher; 1921 Kommunist. Arbeiterjugend; 1926 – 28 KAP; ab 1930 KPD; verfaßte Texte für Spieltrupps sowie Sprechchöre u. veröff. kleine Prosastücke in »Rote Fahne«, »Arbeiterstimme«, »Illustrierte Rote Post« u. »Illustriertes Volksecho«; 1931 – 33 Org.-Ltr., 1933 – 35 Vors. des BPRS; sein erstes größeres liter. Werk erschien unter dem Ps. Jan Petersen (»Unsere Straße. Aufzeichnungen eines dt. Illegalen«. Prag 1936); anonymer Red. der antifa. Ztschr. »Neue Dt. Blätter« (Prag); Hrsg. von »Stich u. Hieb«, der einzigen, illeg. in Dtl. erscheinenden Ztschr. antifa. Schriftst.; Juni 1935 auf dem Internat. Schriftst.-Kongreß zur Verteidigung der Kultur in Paris als »Mann mit der schwarzen Maske« aufgetreten; da- nach Emigr. in die Schweiz, 1937 nach England; 1938 dt. Staatsbürgerschaft aberkannt; 1938 – 46 Vors. der Schriftst.-Sekt. des Freien dt. KB (London); 1940 – 42 in Kanada interniert; in London Mitgl. des engl. PEN-Clubs. 1946 Rückkehr nach Dtl. (Berlin); KPD/ SED; 1951 – 53 Vors. der Volksbühne Berlin; 1953 – 55 Vors. der Bez.-Org. Berlin des DSV; 1953 Mitgl. des dt. PEN-Zentrums Ost u. West; 1958 VVO; 1959 NP; gest. in Berlin.Und ringsum Schweigen. Erzählungen aus der dt. Widerstandsbew. 1933/1935. Berlin 1949; Yvonne. Berlin 1957; Er schrieb es in den Sand. Berlin 1960; Die Bewährung. Eine Chronik. Berlin, Weimar 1970. Vaßen, F.: Das illeg. Wort. In: Schnell, R. (Hrsg.): Kunst u. Kultur im dt. Faschismus. Stuttgart 1978; Hoffmann, L. et al.: Exil in der Tschechoslowakei, in Großbritannien, Skandinavien u. Palästina. Leipzig 1980.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Peterson, Bruno

* 16.4.1900 – ✝ 28.1.1966

Geboren am 16. April 1900 in Berlin, Sohn eines Tischlers; lernte Schriftsetzer, gehörte im Weltkrieg der Spartakusjugend an. 1918 noch Soldat, 1919 trat er in die KPD ein. In den zwanziger Jahren Schriftsetzer und Korrektor im Verlag Jugend-Internationale. Ende 1928 Agitpropsekretär in der RFB-Bundesführung, nach dem RFB-Verbot kam er in die Agitpropabteilung des ZK. Nach einem Kurs in Moskau übernahm Peterson 1930 die Leitung des Internationalen Arbeiterverlages. Ende 1932 gehörte er als Leiter des Kurierdienstes zu den wichtigen Mitarbeitern im Sekretariat des ZK der KPD und des AM-Apparates. Ab Februar 1933 in der illegalen Landesleitung tätig, im November 1933 festgenommen, Ende des Monats Zeuge im Reichstagsbrand-Prozeß. Am 13. Februar 1934 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, nach der Freilassung emigrierte er im Februar 1936 in die âSR und war in Prag mitverantwortlich für den Druck der »Roten Fahne«. Seit Juni 1937 in Frankreich, als tschechischer Staatsbürger 1939 im âSR-Korps der französischen Armee, er geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft und gab sich als Franzose aus, bis April 1945 in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern. Ende 1945 ging Peterson zurück nach Paris und Anfang Juli nach Saarbrücken, wo er Druckereileiter der KPD wurde. Im Juli 1946 aus der französischen Zone ausgewiesen, Übersiedlung in die SBZ, bis 1950 Redakteur im Dietz Verlag, von 1950 bis 1962 Leiter der Verlage Volk und Welt und Neues Leben, zuletzt Geschäftsführer des DDR-Börsenvereins der Deutschen Buchhändler in Leipzig. Er erhielt 1957 den VVO in Silber. Bruno Peterson starb am 28. Januar 1966 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Petzold, Barbara

* 8.8.1955

Geb. im Hammer-Unterwiesenthal (Krs. Annaberg); Eltern Genossenschaftsbauern; POS, KJS, Abitur; ab 1967 Training; 1969 – 82 Skilanglauf beim SC Traktor Oberwiesenthal (Trainer: Erich Linke, Heinz Nestler u. Christine Nestler); 1980 – 82 Med.-Studium, 1982 – 88 Jurastudium an der KMU Leipzig bzw. HU Berlin; 1971 bei den Junioren-Europameisterschaften mit der 3 x 5-km-Staffel 2. Platz; bei den Weltmeisterschaften 1974 2. Platz (10 km u. mit der 4 x 5-km-Staffel), 1978 2. Platz u. 1982 3. Platz (jeweils mit der 4 x 5-km-Staffel); 1980 Olymp. Spiele: Siegerin (über 10 km u. mit der 4 x 5-km-Staffel); 1976 – 81 Nachfolgekand. der Volkskammer; 1977 – 89 SED; 1981 – 90 Abg. der Volkskammer (FDJ-Fraktion); 1986 – 90 Exekutivmitgl. des Langlaufkomitees des FIS (Internat. Skiverb.); VVO; 1988 – 90 Assistentin; ab April 1990 Rechtsanwältin in Thum (Erzgebirge).Klaus Gallinat

Wer war wer in DDR

Pfannstiel, Margot

* 18.6.1926 – ✝ 10.10.1993

Geb. in Altenburg; Vater Ing.; Volksschule in Berlin; kfm. Ausbildung; 1943 – 45 Stenotypistin; 1945 – 48 Mitarb. in der Gemeindeverw. Miersdorf; 1947 SED; 1948 – 53 Volontärin, Red. u. Reporterin der Ztg. »Neues Dtl.«; 1953 – 58 Mitbegr. u. Chefreporterin der »Wochenpost«; 1958 – 68 Chefred. der Frauenztschr. »Sibylle« (Nachf. von  Sibylle Gerstner); Hrsg. v. sieben »Sibylle-Büchern«; 1968 – 86 erneut Chefreporterin der »Wochenpost«; 1986 Rentnerin; freischaff. Journalistin; gest. in Berlin.Die Jungmanns u. Julia. Berlin 1958; Die Tulpenkanzel – Geschichten des Erzbergbaus. Leipzig 1980; Der Lokomotivkönig – Biogr. A. Borsig. Berlin 1987. Polkehn, K.: Das war die »Wochenpost«. Berlin 1997; Barck, S. et al.: Zwischen »Mosaik« u. »Einheit«. Zeitschriften in der DDR. Berlin 1999.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Pfemfert, Franz

* 20.11.1879 – ✝ 26.5.1954

Geboren am 20. November 1879 in Lötzen/Ostpreußen, wuchs im kleinbürgerlichen Milieu in Berlin auf. Nach dem Tod des Vaters 1892 mußte er das Gymnasium verlassen, schlug sich beim Zirkus und als Botenjunge durch und soll seinerzeit sogar Radrennmeister gewesen sein. Er hat dann eine Buchdruckerlehre abgeschlossen, doch die Jugendzeit liegt im dunkeln, ebenso seine frühen Beziehungen zum Anarchismus und zur Boheme. Der Autodidakt Pfemfert veröffentlichte 1904/05 Artikel in der anarchistischen Zeitschrift »Kampf«, war 1908/09 Mitarbeiter an linksliberalen Blättern und Mitglied der Demokratischen Vereinigung. 1910 wurde Pfemfert Redakteur der Wochenschrift »Der Demokrat«, schied aber im Januar 1911 wegen Streits mit dem Herausgeber aus und gründete schon im Februar 1911 »Die Aktion«, die bis 1931 sein Lebensinhalt wurde. Diese berühmte radikale Kulturzeitschrift war nach dem Weltkrieg auch ein radikalkommunistisches Organ. Pfemfert gab sie in enger Zusammenarbeit mit Alexandra Ramm (*31. 1. 1883 – † 17. 1. 1963) heraus, mit der er seit 1911 verheiratet war. Nach Ausbruch des Weltkrieges beteiligte er sich an illegaler Antikriegspropaganda und bildete mit Mitarbeitern der »Aktion« die Antinationale Sozialistische Partei, die sich später dem Spartakusbund anschloß. Er war Teilnehmer am Gründungsparteitag der KPD, gehörte aber ab Mitte 1919 zur linken Opposition. Nach dem II. Parteitag brach er mit der KPD und hat die KAPD mitbegründet, führte dort mit James Broh den »föderalistischen Flügel« und wurde 1921 ausgeschlossen. Mit Broh und Otto Rühle führte er dann die Allgemeine Arbeiter-Union-Einheitsorganisation. In seiner »Aktion« bot Pfemfert insbesondere kommunistischen Oppositionellen (etwa Leo Trotzki) eine politische Plattform. Er selbst blieb ein revolutionärer und scharf antistalinistisch eingestellter Politiker. 1926 schloß er sich dem von Iwan Katz gegründeten ultralinken Spartakusbund der linkskommunistischen Organisationen an. Bereits 1932 mußte er die »Aktion« einstellen, seinen Unterhalt verdiente er seit 1927 mit einer »Werkstatt für Porträtfotografie«. Pfemfert und Alexandra Ramm (die sich inzwischen als Trotzki-Übersetzerin einen Namen gemacht hatte) gelang 1933 die Flucht in die âSR. Dort wurden sie von den Parteikommunisten heftig angefeindet, verleumdet und bedroht, vor allem weil er als unabhängiger Kommunist den Moskauer Schauprozeß von 1936 öffentlich als Barbarei Stalins angegriffen hatte. Emigration nach Frankreich, dort vorübergehend interniert, kamen beide 1941 ins Exil nach Mexiko, wo sie isoliert und in großer Armut lebten. Wie alle Wahrheitsfanatiker verteidigte auch Pfemfert seine anarchokommunistische Überzeugung bis ins Extrem und verlor durch diese rigorose Haltung immer wieder Weggenossen. Seine Geradlinigkeit als politischer Rebell seit seiner scharfen Ablehnung der Kriegshysterie und des Chauvinismus 1914 schuf ihm zwar Feinde, aber ebenso Freunde und Mitkämpfer. Und auch seine Weitsicht in der modernen Kunst als Wegbereiter des Expressionismus bleibt verdienstvoll. Franz Pfemfert starb am 26. Mai 1954 in Mexiko. Alexandra Ramm-Pfemfert kehrte 1955 nach Berlin zurück. Hier versuchte sie bis zu ihrem Tod 1963, den damals fast (inzwischen nicht mehr) vergessenen Pfemfert wieder ins Gedächtnis der Öffentlichkeit zu bringen. Über sie liegt jetzt eine Dissertation (von Juliane Ranc) vor. Texte und Briefe Franz Pfemferts (Pfemfert. Erinnerungen und Abrechnungen) wurden 2000 von Lisbeth Exner und Herbert Kapfer herausgegeben.

Wer war wer in DDR

Pflüger, Hans

* 23.5.1921 – ✝ 7.5.1988

Geb. in Halle; Vater Arbeiter; Volksschule; zwei Jahre Botenjunge, dann Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1941 Wehrmacht (Marine), engl. Gefangenschaft. 1946 Heimkehr; SED; Motorenschlosser in den Karosseriewerken Halle; Besuch der Zentralschule für Wirtschaft; 1950 – 54 Ltr. des VEB Melsa in Wittenberg; 1954 – 57 Sekr. für Wirtschaft der SED-Stadtltg. Halle; 1957 – 84 OB von Halle (Nachf. von Herbert Schuberth); Vors. des Rats der Stadt; Abg. des Bez.-Tags; 1961/62 PHS; Mitgl. des Präs. des Dt. Städte- u. Gemeindetags; Mitgl. des Präs. u. Sekr. der Bez.-Gruppe Halle der Dt.-Arab. Ges.; gest. in Halle.Helmut Müller-Enbergs