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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Richter, Friedrich

* 5.6.1894 – ✝ 3.3.1984

Geb. in Brünn (Brno / Tschechien) in einer jüd. Familie; Vater Dir. einer Textilfabrik; Gymnasium; Beginn einer kfm. Lehre, abgebrochen; schauspieler. Ausbildung am Raimund-Theater in Wien; erste Theatererfahrung 1920 am Theater in Bielsko (ČSR); Heirat mit der Schauspielerin Amy (Emmi) Frank (1897 – 1980); 1921 Debüt in Neustrelitz; Engagements in Brünn, am Dt. Theater in Prag, Raimund-Theater, Lebe-Theater in Breslau, in Stuttgart u. 1928 – 32 mit Amy Frank am Schauspielhaus in Düsseldorf bei Louise Dumont u. Alfred Lindemann; 1928 KPD; 1929 Mitbegr. u. Mitgl. der Schauspielergem. »Truppe im Westen«; 1933 Engagement am Schauspielhaus Köln; März 1933 Verhaftung durch die Gestapo, Freilassung wegen tschech. Staatsbürgerschaft, Ausweisung aus Dtl.; mit Amy Frank Rückkehr nach Brünn, Prag; 1936 – 38 Emigr. in die UdSSR; Zusammenarbeit mit  Maxim Vallentin am Dt. Gebietstheater Dnepropetrowsk; danach als Pädagoge u. Schauspieler am Dt. Staatstheater in Engels; nach verleumder. Anschuldigungen auf Anraten der KI 1938 über Polen u. Schweden Emigr. nach England; im Emigrantenkabarett »24 schwarze Schafe« (Mitgl. u. a. Paul Dehmel, Annemarie Haase,  John Heartfield, Charlotte Küter); 1940 Sprecher bei der BBC London. 1948 auf Initiative von  Wolfgang Langhoff Rückkehr u. Engagement am Dt. Theater (DT); 1950/51 Theater am Schiffbauerdamm; 1952 – 70 zus. mit Amy Frank am DT; Rollen: Nathan (alternierend mit  Eduard von Winterstein, R: Adolf P. Hofmann, Amy Frank als Daja), Gloster (»König Lear«, 1957, R: Wolfgang Langhoff); seit 1950 Filmarbeit bei der DEFA, u. a. mit  Slátan Dudow (»Frauenschicksale«, 1952); SED; 1969 NP; VVO; gest. in Berlin.Garderobengespräch mit F. R. In: Theater der Zeit (1975) 11.Aune Renk

Wer war wer in DDR

Richter, Horst

* 8.7.1938

Geb. in Schlochau (Westpr. / Człuchów, Polen); Vater Angest.; Grund- u. OS; 1958 – 63 Studium der Geologie an der Univ. Rostock, Dipl.-Geologe; 1963 – 67 Objektgeologe in Freiberg; 1968 SED; 1967 – 71 Abt-Ltr., 1971 – 78 Betriebsteilltr., 1978 – 83 Dir. des VEB Geolog. Forsch. u. Erkundung Freiberg; 1976 Prom. zum Dr. oec.; 1981 / 82 Fernstudium an der SED-BPS; 1984 – 88 Stellv. des Min. für Geologie, 1988 / 89 Staatssekr. im Ministerium für Geologie; 1989 – 91 GD der Wismut (Nachf. von  Horst Bellmann). Nach 1991 Aufbau des Bergbaudienstleisters G.E.O.S. Freiberg Ingenieurgesell. mbH; Funktionen in zahlr. Branchenverbänden; Vorstandsvors. des Geokompetenzzentrums Freiberg e. V. u. Mitgl. des wiss. Beirats der Dt. Rohstoff AG (DRAG).Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Richter, Peter

* 21.9.1939

Geb. in Plauen; 1957 – 62 Studium der Pharmazie an der KMU Leipzig; 1963 SED; 1963 – 76 wiss. Ass. an der KMU, dort 1968 Prom.; 1974 Habil., 1976 Doz., 1979 ord. Prof. für Pharmazie an der EMAU Greiswald, 1978 – 82 stellv. Sektionsdir. für Erziehung u. Ausbildung, 1984 – 88 Prorektor für Naturwiss.; 1988 Mitgl. der SED-KL Greifswald; 1988 – 90 Rektor (Nachf. von  Artur Bethke), Einleitung von Reformprozessen an der EMAU u. Aufbau neuer wiss. Kontakte in die Bundesrep. Dtl., insb. zur Univ. Osnabrück; Forschungsaufenthalte in Stanford (USA) u. Nancy (Frankreich). 1992 – 94 Forschungsmitarb. der Fa. Helopharm in Berlin-Reinickendorf; 1994 – 2004 Dir. bzw. wiss. Mitarb. der Fa. IfAp – Service für Ärzte u. Apotheker GmbH, Bad Saarow. Forschungsgebiete: Wirkstoffsynthese (internationale Resonanz der Arbeiten über 4-Amidinophenylbrenztraubensäure), Antiarrhythmika; enge Zusammenarbeit mit dem VEB Pharmazeutisches Kombinat GERMED in Dresden; diverse Patente.Synthese von 4-Amidinophenylbrentraubensäure (APPA), Teil 1. In: Pharmazie (1973) 8, Teil 2. In: Pharmazie (1974) 3; Antiarrhythmisch wirksame Amidinohydrazone substituierter Benzophenone 1. Mitteilung: Synthese neuer Amidinohydrazone u. N-Phenyl-amidinohydrazone substituierter Benzophenone. In: Pharmazie (1992) 10.

Wer war wer in DDR

Richter, Ulrike

* 17.6.1959

Geb. in Görlitz; 1965 Beginn mit dem Schwimmtraining bei der BSG Motor Görlitz, 1970 KJS Dresden u. Mitgl. des SC Einheit Dresden (Trainer: Uwe Neumann); Spezialdisz.: 100 m u. 200 m Rücken; dreifache Spartakiadesiegerin; 1973 – 77 14 WR; 1973 u. 1975 WM; 1974 u. 1977 zweifache EM; 1976 dreifache Olympiasiegerin (100 m, 200 m, 4 x 100-m-Lagenstaffel); Stern der Völkerfreundschaft; VVO; nach Beendigung der sportl. Laufbahn 1978 Abitur; 1979 – 82 Kosmetikstudium an der Med. Akad. in Dresden; seit 1983 selbst. Kosmetikerin in Zwönitz (Sachsen); verh. mit Volker Schmidt, langj. Fußballspieler bei Wismut Aue (heute FC Erzgeb.). 2003 Mit-Unterzeichnerin der Initiative »Sportlerinnen und Sportler für den Frieden«; beschäftigt in der Schülerbetreuung; lebt in Affalter (Sachsen).Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Riebe, Helene

* 3.4.1911 – ✝ 16.12.1975

Geboren am 3. April 1911 in Georgendorf/ Pommern, Tochter eines Landarbeiters. Ausbildung und Arbeit als Stenotypistin, 1925 Mitglied des KJVD, 1927 der KPD, Stenotypistin bei der KPD-BL Ruhrgebiet. Ab Januar 1929 in Breslau, anfangs in der Jugendarbeit der BL, dann Frauenleiterin der BL bzw. Orgsekretärin der RHD Schlesien. Mitte 1930 Berufung nach Berlin, Mitarbeiterin im Sekretariat der Reichsleitung der RHD, ab März 1931 in der Reichsleitung der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit, hier Aufbau der Frauenarbeit, Vorsitzende der Reichsfrauenleitung und enge Mitarbeiterin von Ernst Grube. Am 9. Oktober 1933 als Mitglied der illegalen Reichsleitung der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit verhaftet, Dezember 1934 Verurteilung durch den 1. Senat des VGH zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Bis 1935 in Berlin-Moabit und im Frauengefängnis Barnimstraße. Nach der Entlassung illegale Arbeit u. a. als Abschnittsleiterin im Norden Berlins. Am 9. März 1936 erneut festgenommen, ging sie zum Schein auf eine Gestapomitarbeit ein, floh im April 1936 nach Prag. Hier erhielt sie im Januar 1937 durch Herbert Lessig (Bert) die Mitteilung, daß sie wegen »Verrats« aus der KPD ausgeschlossen sei. Im August 1937 mit Hilfe von Rudolf Brandt Flucht über Deutschland nach Dänemark, später nach Norwegen. Lebensgemeinschaft mit dem KPD-Funktionär Heinz Dwillat (* 24. 9. 1905 – † 12. 4. 1943). Nach der deutschen Besetzung Norwegens Rückkehr nach Berlin, hier bis 1945 Arbeit als Sekretärin. Nach Kriegsende Angestellte im Bezirksamt Berlin-Kreuzberg. Mit Unterstützung von Kurt Vieweg ab 1. September 1949 im ZV der VdgB. Da ihr die Rehabilitierung verweigert wurde, ging sie später enttäuscht nach Hamburg und dann über die Schweiz nach Australien, wo sie (neu verheiratet) unter dem Namen Bayer lebte. Helene Riebe starb am 16.Dezember 1975 in Australien.

Wer war wer in DDR

Riedeberger, Erich

* 23.11.1903 – ✝ 4.12.1969

Geb. in Leipzig; Vater Buchdrucker; Volksschule; 1918 – 21 Lehre als Buchdrucker; 1922 Turnwart beim ATSB Leipzig u. Mitgl. der SPD; 1922 – 40 Buchdrucker; 1925 ATSB-Schule; 1940 – 45 Sportlehrer im Reservelazarett Dresden. 1945 – 48 Mitarbeiter im Sportamt Leipzig; 1946 SED; 1949 Mitarbeiter beim DS in Berlin, später Techn. Ltr.; 31.10. – 15.12.1950 Mitgl. der ersten dt. Sportlerdeleg. in die UdSSR; 1951 – 69 Ltr. der Sektion bzw. Präsident des Dt. Turnverb.; 1951 Mitbegr. u. bis 1969 Präsidiumsmitgl. des NOK; 1954 – 57 Ltr. der Abt. Massensport im Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport; 1954 – 69 Ltr. der Organisationsbüros der Dt. Turn- und Sportfeste; 1957 – 69 Vizepräs. des DTSB; 1956 VVO; 1959 NP; 1963 u. 1967 Jahn-Med.; Verdienter Meister des Sports; Ehefrau Hilda R. (1904 – 1995) internat. Turn-Kampfrichterin u. Gestalterin von Massenübungen bei den Turn- u. Sportfesten; gest. in Leipzig.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rieger, Ernst

* 10.6.1875 – ✝ 1947

Geboren am 10. Juni 1875 in Lautenburg/ Westpreußen, Sohn einer kleinen Handwerkerfamilie; Arbeiter. Er übersiedelte in den neunziger Jahren nach Berlin, trat 1895 in die SPD ein, wurde 1899 in die Spandauer Stadtverordnetenversammlung gewählt, war aktiv als Propagandaredner und schrieb für den »Vorwärts« und das Spandauer SPD-Blatt »Die Laterne«. Nach seinem Umzug nach Berlin-Hohenschönhausen in einer kleinen syndikalistischen Gruppe aktiv. Als scharfer Gegner des Weltkrieges näherte er sich nach 1915 der Spartakusgruppe, ohne seine syndikalistischen Grundgedanken aufzugeben. Rieger war Delegierter von Berlin-Hohenschönhausen auf dem Gründungsparteitag der KPD Ende 1918. Er stand auf dem ultraradikalen Flügel und erklärte: »Wir müssen mit diesem Schwindel, mit dem Parlamentarismus im bürgerlichen Sinne, klipp und klar brechen« und forderte den Parteitag auf: »Lassen Sie sich nicht abbringen und lehnen Sie jede Wahlbeteiligung ab!« Gegen den Willen von Rosa Luxemburg, 4 Paul Levi und anderen Führern folgte der Gründungsparteitag solchen Parolen. Rieger blieb auf dem ultralinken Flügel der Partei und wurde 1920 Mitbegründer der KAP und der Allgemeinen Arbeiter-Union (AAU). Im Juli 1920 verlangte er den Zusammenschluß der Linksradikalen mit den Syndikalisten, ab 1922 war er in der Syndikalistischen Freien Arbeiter-Union (FAUD) aktiv und widmete sich dann ausschließlich kulturellen Problemen, besonders der Feuerbestattung, Schulerziehung und der Jugendweihe. In der Nazizeit nicht verfolgt, trat er 1945 der KPD bzw. 1946 der SED bei. Er wohnte zuletzt in Schöneiche, war dort Leiter der KPD- bzw. SED-Ortsgruppe, Vorsitzender der Konsumgenossenschaft Niederbarnim Süd. Ernst Rieger starb 1947 in Schöneiche bei Berlin. Sein Sohn Heinz Rieger war wegen antifaschistischer Arbeit in der NS-Zeit verurteilt, zuletzt zur »Bewährung« in einem Mienenräumkommando in Baden, kam im Februar 1946 aus alliierter Kriegsgefangenschaft zurück und trat in die KPD/SED ein. Er wurde Dolmetscher bei der amerikanischen Militärregierung. Im Juni 1946 von einer sowjetischen Militärstreife in Schöneiche verhaftet, wegen Spionage von einem sowjetischen Sondergericht verurteilt, kam er in das »Speziallager« nach Buchenwald, 1948 nach Workuta. Von dort 1956 entlassen, lebte Heinz Rieger dann in West-Berlin.

Wer war wer in DDR

Riemer, Kurt

* 28.1.1909 – ✝ 30.11.2004

Geb. in Berlin; Vater Zugführer; Volksschule; Lehre als Werkzeugmacher; 1925 DMV; 1931 KPD; Pol.-Ltr. bzw. Org.-Ltr. der Betriebszelle der KPD bei Osram; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit; 18.1.1934 erste Verhaftung; später Mitgl. der Widerstandsgr. um Robert Uhrig u. der Gruppe Europ. Union; 9.9.1943 Verhaftung, 1943 KZ Sachsenhausen, April 1945 Evakuierungsmarsch. Mai – Dez. 1945 Bürgermstr. in Telschow / Krs. Ostprignitz; anschl. Metallarb. bei AEG Brunnenstraße; 1946 SED; ab 1.5.1946 – 1948 Sachbearb. bzw. Ltr. der Abt. zur Überprüfung ausländ. Vermögens der Zentr. Kommission für Sequestrierung u. Beschlagnahme; April 1948 HA Ltr. im »Ausschuß zum Schutz des Volkseigentums« der DWK (Ermittlung ausländ. Vermögens); Juni – Nov. 1949 Ltr. der Abt. Kader der DWK bzw. ab Nov. 1949 – 30.9.1951 Ltr. der HA Personal des Min. des Innern; 1949/50 Mitgl. der ZPKK; ab Okt. – Dez. 1951 Assistent im VEB Stahl- u. Walzwerk Riesa; Jan. 1952 zunächst kommissar. Dir., ab März 1952 – 56 Dir. der Eisenwerke West in Calbe (Saale); 1956 – 58 Ltr. der Hauptverw. Eisenindustrie im Min. für Berg- u. Hüttenwesen; 1956 Banner der Arbeit; 1958/59 1. Vors. des Bez.-Wirtschaftrats Magdeburg u. Mitgl. des Büros der SED-BL Magdeburg; 1958 – 63 Abg. des Bez. Tags Magdeburg; 1958 – 63 Kand. des ZK der SED; 1959/ 60 Sektorenltr. Schwarzmetallurgie in der SPK; 1959 u. 1965 VVO; 1960 Ltr. der Abt. Kader der SPK; 1961 – 65 Ltr. der Abt. Kader im VWR; 1965 – 71 stellv. Ltr. der Abt. Kader im Min. für Erzbergbau, Metallurgie u. Kali; ständ. Vertreter der DDR im Internat. Sachsenhausen-Komitee; 1969 VVO; 1974 Ehrenspange zum VVO; 1984 KMO.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rieß, Ludwig

* 1.10.1893 – ✝ 7.3.1965

Geboren am 1. Oktober 1893 in München, Sohn eines Fabrikarbeiters; Schlosserlehre. Ab 1913 lebte er in Hamburg und arbeitete auf der Werft. 1918 Mitglied der USPD. Von 1919 bis 1921 leitete er die USPD und nach der Verschmelzung des linken Flügels der USPD mit der KPD die VKPD in Hamburg-Eimsbüttel. 1924 war Rieß zeitweise auch Orgleiter der BL Wasserkante. Er arbeitete später in der sowjetischen Handelsvertretung in Hamburg und stand in enger persönlicher Verbindung zu Ernst Thälmann. Im Zusammenhang mit der Wittorf-Affäre geriet Rieß 1928 zusammen mit Willy Presche in die Schlagzeilen. Gegen ihn wurde ein Parteiverfahren wegen Unterschlagung von Parteigeldern eröffnet, aber nach der »Rehabilitierung« Thälmanns wieder eingestellt. Im Juni 1929 war Rieß Delegierter des XII. Parteitages, ab 1931 Leiter der Freidenkerbewegung in Hamburg. Seit Februar 1933 illegal, emigrierte er im Januar 1934 in die Niederlande. Hier gehörte er der Amsterdamer Emigrationsleitung an und stand ab September 1937 an deren Spitze. Nach innerparteilichen Auseinandersetzungen wurde Rieß abgesetzt und war 1939/40 Verbindungsmann zum allgemeinen Flüchtlingskomitee. Am 25. Juni 1940 wurde er verhaftet und am 23.Mai 1941 vom VGH in Berlin zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Anschließend nach Hamburg überführt, soll Rieß der Gestapo als Auskunftsperson gedient haben. Nach 1945 lebte er in München, er war politisch nicht mehr aktiv. Ludwig Rieß starb am 7. März 1965 in Hamburg-Altona.

Wer war wer in DDR

Rietz, Hans

* 26.4.1914 – ✝ 25.5.1996

Geb. in Könnern (Krs. Bernburg), Mutter Arbeiterin; Volks- u. Mittelschule in Bitterfeld; 1928 – 32 Schlosserlehre; 1928 KJVD u. DMV; 1932 – 39 Schlosser bei IG Farben in Wolfen; zwischendurch zwei Jahre Wehrdienst; 1939 – 45 RAD u. Wehrmacht, Oberwachtmstr.; dann sowj. Kriegsgefangenschaft, Mitarbeit in einem Lageraktiv u. an einer Antifa-Lagerschule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949 FDGB u. DBD; 1949 – 51 Ltr. der DBD-Parteischule in Borkheide (Belzig); ab 1951 Mitgl. des PV der DBD u. in ltd. Funktionen tätig; 1954 – 82 Mitgl. des Präs. des PV; 1963 Sekr. für Org.; 1963 – 82 stellv. Vors. der DBD; 1977 – 82 Vors. des Parteischiedsgerichts (Nachf. von  Stephan Zagrodnik); später Vors. der Veteranenkommission der DBD; 1954 – 86 Abg. der Volkskammer, u. a. ab 1963 stellv. Vors. des Aussch. für Nat. Verteidigung, 1976 – 81 Mitgl. des Präs.; ab 1958 Mitgl. des NR der NF u. des Zentralvorst. der DSF; 1960 – 76 stellv. Vors. des Staatsrats; 1963 Mitgl. des Präs. der Freundschaftsges. DDR – Italien; 1964 u. 1979 VVO; 1974 Stern der Völkerfreundschaft; 1980 Mitgl. des Präs. u. des ZA der Volkssolidarität; 1979 Ruhestand; 1990 nicht an der Fusion von DBD u. CDU beteiligt.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Rink, Arno

* 26.9.1940 – ✝ 5.9.2017

Geb. in Schlotheim (Thür.) in einer Arbeiterfamilie; 1955 – 58 OS Mühlhausen; 1958 – 61 ABF für bildende Kunst in Dresden; 1961 Arbeit als Fahrstuhlführer in der Leipziger Wollkämmerei; 1962 – 67 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig bei  Bernhard Heisig; Reise in die UdSSR; 1967 – 69 freischaff. in Leipzig; 1969 Aspirant an der HS für Grafik u. Buchkunst; 1972 dort Beginn der Lehrtätigkeit; 1975 Doz.; ab 1975 Reisen in die UdSSR, nach Italien, Indien, Kuba u. in die Bundesrep. Dtl.; 1979 Prof. an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; 1986 NP; 1987 – 94 Rektor der HS (Nachf. von Bernhard Heisig). 1995 – 2005 Ltr. der Fachklasse für Malerei u. Grafik an der HS; 2005 Max-Pechstein-Ehrenpreis der Stadt Zwickau; gest. in Leipzig. Sinnbildhafte Malerei, die u. a. mit dem Simultanprinzip arbeitet u. veristische u. expressive Elemente integriert. Werke: Lied vom Oktober (1969), Pariser Kommune (1970/71), Spanien 1938 (1974), Canto Libre (1977), Versuchung (1980).Malerei u. Zeichnung. Leipzig 2003. Kat. A. R. Museum der Bildenden Künste Leipzig 1981 (mit Bibl.); Kat. A. R. Bilder. Frankfurt (Main) 2008.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Ripperger, Erich

* 9.4.1909 – ✝ 21.1.1979

Geb. in Albrechts (Thür.); Vater Schlosser; Volksschule, Fortbildungsschule; Eisendreher; 1926 – 29 Werkzeugmacher in Heinrichs; 1929 – 32 erwerbslos; 1929 – 32 KJVD; 1931 RGO; 1932 als Facharb. in die UdSSR; in Moskau als Werkzeugmacher tätig; 1932 Komsomol; sowj. Staatsbürgerschaft; 1937 – 39 Teiln. am span. Bürgerkrieg, Flugzeugmechaniker im Flugzeugwerk in Reos; 1938 Mitgl. der KP Spaniens; Bruder u. Schwägerin wurden 1938 vom NKWD verhaftet; 1939 Internierung im frz. Lager St. Cyprien; Rückkehr in die UdSSR; Arbeiter im Werkzeugmaschinenwerk in Moskau; 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; 1941 – 45 Werkzeugmacher in Nishni Tagil, dann als Politinstrukteur in Kriegsgefangenenlagern u. erneut in Nishni Tagil tätig, Sommer 1945 Kursant eines Parteischullehrgangs der KPD in der Nähe von Moskau. Ende 1945/Anf. 1946 Rückkehr nach Dtl.; KPD/SED; 1946 Sekr. der Stadt- u. KL der KPD/SED in Suhl; Dez. 1946 Offz. der Grenzpolizei, Oberst; ab Aug. 1952 Politstellv., dann Allg. Stellv. des Ltr., 1957 kommissar. Ltr. des militär. Nachrichtendienstes; 1963 aus gesundheitl. Gründen pensioniert; 1974 VVO.Wegmann, B.: Biogr. Porträt E. R. In: Ders.: Die Militäraufklärung der NVA. Berlin 2006.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Richter, Hans Theo

* 7.8.1902 – ✝ 14.9.1969

Geb. in Rochlitz (Sachsen); Vater Kfm.; 1909 – 18 Volksschule u. Realgymnasium in Radebeul; 1918 – 23 Studium an der Kunstgewerbeakad. in Dresden, vor allem bei Georg Erler; 1923 – 26 freischaff. in Dresden; Studienreisen nach München, Helgoland u. Sylt; 1926 – 31 Studium an der Akad. der bildenden Künste in Dresden, 1928 dort Mstr.-Schüler von Otto Dix; 1929 Studienaufenthalt in Paris; 1930 – 32 mehrf. Aufenthalte in Berlin u. Nidden (Ostpr.); bis 1933 außerdem Sicherung des Lebensunterhalts durch Privatunterricht im Malen u. Zeichnen; 1932 – 44 freischaff. in Dresden; 1933 Beteiligung an der Ausstellung des Dt. Künstlerbunds in Magdeburg; zum Rompreis vorgeschlagen, Aufenthalt jedoch von den NS-Behörden unterbunden; 13.2.1945 Verlust sämtl. Zeichnungen u. Aquarelle beim Luftangriff auf Dresden. 1944 – 46 Doz. für Grafik an der Staatl. Akad. für Graf. Künste u. Buchgewerbe in Leipzig; 1947 – 67 Prof. für Grafik an der HS für Bildende Künste in Dresden; 1956 DAK; ab 1958 Betreuung von Mstr.-Schülern im Auftrag der DAK; 1958 Reisen in die UdSSR u. die Niederlande; 1959 Mitgl. der Bayr. Akad. der Schönen Künste; begann als Maler u. konzentrierte sich nach dem 2. Weltkrieg auf Zeichnungen u. Lithographien, hauptsächl. Kinderdarstellungen, Bildnisse, Akte; 1965 NP; gest. in Dresden.Balzer, W.: H. T. R. Dresden 1956; Schmidt, W.: H. T. R. Das grafische Werk. Werkverz. mit Bibl. Berlin, Dresden 1974; Kat. H. T. R. – Aquarelle u. Zeichnungen. Berlin 1991 (Bibl. für den Zeitraum 1974 – 90); Kat. der Villa Griesebach. Berlin 1999/2000.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Richter, Kurt

* 6.6.1919 – ✝ 25.1.1975

Geb. in Berlin; Vater Postgehilfe; Volksschule; 1933 – 35 Landarb.; 1935/36 Bote; 1936 Arbeiter; 1937 beim Versuch, nach Spanien zu gelangen, nach illeg. Grenzübertritt in die ČSR verhaftet u. ausgeliefert, sieben Mon. Gefängnis; 1937/38 Bote; 1938/39 Arbeiter; 1939/40 Wehrmacht; 1940 – 42 Arbeiter; 1942 – 45 Wehrmacht. 1945 – 48 sowj. Gefangenschaft, 1947 Vors. des Antifa-Komitees im Lager; 1948 SED; 1948/49 Lehrer an der KPS Berlin-Kaulsdorf; 1949 Sekr. der SED-Betriebsgr. Bez.-Amt Berlin-Treptow; 1950 Einjahreslehrgang an der PHS; 1951 Einstellung beim MfS, Abt./HA IX (Untersuchungsorgan); 1952 stellv. Ltr., 1956 Ltr. der HA IX; 1958 Oberst; 1964 Kommandierung, dann Versetzung zum BdL zur Durchführung einer Sonderaufg.; 1964 – 66 Externstudium an der HU Berlin, 1966 Prom. zum Dr. jur.; 1968 Ltr. der AG Sicherung von Staatsgeheimnissen (später Zentr. Arbeitsgr. Geheimnisschutz).Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Richter, Rolf

* 23.10.1932 – ✝ 21.8.1992

Geb. in Sohland (Spree); Eltern Arbeiter; Volksschule; ab 1951 Studium der Germanistik, Theaterwiss. u. Kunstgeschichte an der HU Berlin; ab 1955 Lehrtätigkeit am Lehrstuhl für Dramaturgie der Dt. HS für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg; 1961/62 Zusatzstudium am Allunionsfilminst. Moskau; danach wieder an der Film-HS Babelsberg; 1962 – 89 SED; 1967 – 69 Deutschlektor am Kulturzentrum der DDR in Kairo; 1968 Gründungsmitgl. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden der DDR, dessen Sekt. für Theorie u. Kritik er zeitw. leitete; ab 1970 freischaff. Autor u. Filmwissenschaftler. Veröffentlichte Erzählungen u. Gedichte in Ztschr. u. Anthol., schrieb publizist. Arbeiten über die Kinematogr. der Dritten Welt u. über den DEFA-Film; Autor von 13 Dok.-Filmen, u. a. »Das wechselvolle Leben des dt. Malers u. Glücksuchers Heinrich Vogeler« (1979), »The Time is Now – Jetzt ist die Zeit« (1987), »Ich war ein glücklicher Mensch« (1990); seit Anfang der 80er Jahre zahlr. Collagen u. Grafiken, erste Ausstellung 1991. Nach 1989 u. a. Vors. einer Kommission des DDR-Film- u. Fernsehverb. zur Rehabil. u. Aufführung verbotener DEFA- u. Fernsehfilme, Vorstandsmitgl. des Vereins »Kino Babylon« e. V. u. Mitgl. des Auswahlaussch. für den dt. Filmpreis; 1992 Kunstpreis der Stadt Berlin; gest. in Berlin.Günter Agde

Wer war wer in DDR

Richter, Wilhelm

* 5.7.1904 – ✝ 4.12.1977

Geb. in Rückersdorf (Friedland, Böhmen/ Tschechien); Vater Textilarb.; Volksschule; Lehre als Brettschneider; Sägewerksarb.; kfm. Lehre u. Arbeit; Mitgl. der Holz- u. Textilgewerkschaft; 1919 Soz. Jugend; 1920 KJV; 1923 KPČ; Arbeitersportler; 1927 – 30 Jugendsekr. des KJV in Karlsbad u. Aussig; 1929 Verurteilung zu eineinhalb Jahren Haft; 1931 – 33 Verlagsltr. der sudetendt. kommunist. Ztg. »Vorwärts«, der »Internationale« u. 1933 – 38 der »Roten Fahne« in Prag; 1938 Mitarb. im »Dölling-Komitee« für die Betreuung der aus dem Sudetengebiet geflüchteten kommunist. Kader in Prag; 1939 Emigr. in die UdSSR. 1946 Ankunft in Dtl.; 1946 Mitbegr. u. bis 1949 Verlagsltr. des »Neuen Dtl.«; 1948 Geschäftsf. der Kongreß-Verlag GmbH; 1949 Abt.-Ltr. im SED-PV; 1950/51 Dir. der Dt. Ein- u. Ausfuhrges. (DEAG), der Dachorg. der Außenhandelsbetriebe des ZK der SED; 1951 – 56 Dir. der Dt. Waren-Vertriebsges. (DWV); 1957/58 GD der Dt. Genußmittel GmbH; 1959 – 63 GD des DIA Nahrung; anschl. Mitarb. des ZK der SED in der Abt. Handel u. Versorgung; 1963 – 69 Handelsrat in Bulgarien; später Mitarb. im Min. für Außenwirtschaft/Außenhandel; gest. in Berlin.Andreas Herbst

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Rieche, Alfred

* 28.4.1902 – ✝ 6.11.2001

Geb. in Dortmund; Vater Chemiker; Abitur in Bernburg (Saale); 1920 – 25 Studium der Chemie in Greifswald; 1925 Prom. in Erlangen (bei Rudolf Pummerer), anschl. Assistent, dann Ltr. der organ. Abt. des chem. Laboratoriums der Univ. Erlangen; 1930 Habil.; 1933 – 45 Ltr. eines Labors für Zwischenprodukte im Werk Wolfen der IG Farben; zugl. 1933 Doz., ab 1937 außerord. Prof. an der Univ. Leipzig. 1946 – 51 Aufenthalt in der UdSSR, dort Einrichtung einer Fabrik für Farbstoff-Zwischenprodukte; anschl. wieder in Wolfen tätig u. Lehrauftrag an Univ. Halle; 1952 – 67 Prof. u. Dir. des Inst. für Techn. Chemie der FSU Jena; 1954 – 68 Gründungsdir. des Inst. für Organ. Chemie der DAW in Berlin; ab 1960 auch Prof. für techn. Chemie an der HU Berlin; 1956 Korr. u. 1959 Ord. Mitgl. der DAW, 1959 Mitgl. der Leopoldina, 1964 Korr. Mitgl. der Heidelberger AdW; 1959 NP; Dr. h. c. der TH Hannover (1961), der Univ. Erlangen-Nürnberg (1966) u. der TH Leuna-Merseburg (1991); 1962 August-Kekulé-Med. der Chem. Ges. der DDR, 1975 A.-v.-Baeyer-Gedenkmünze der Ges. Dt. Chemiker; Mithrsg. der »Chem. Berichte«; 1967 em.; gest. in Berlin. Arbeitsgebiete: Organ. u. Techn. Chemie, u. a. Peroxidchemie, Futterhefeherstellung.Die Bedeutung der organ. Peroxyde für die chem. Wiss. u. Technik. Stuttgart 1936; Grundriß der techn. Organ. Chemie. Leipzig 1956. Nordheim, W., Lorentz, M.: Das gährungsgewerbl. Schaffen von A. R. In: Die Branntweinwirtschaft, 1967; Pritzkow, W.: Laudatio anläßl. Ehrenprom. In: Wiss. Ztschr. der TH Leuna-Merseburg (1991) 3.Horst Kant

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Riedel, Lars

* 28.6.1967

Geb. in Zwickau; begann 1973 bei der BSG Motor Thurm als Leichtathlet; 1983 – 90 Diskuswerfer beim SC Karl-Marx-Stadt (Trainer: Jürgen Dreßler, Siegfried Eichfeld); Ausb. zum Betonfacharb.; 1985 Silber bei der Spartakiade; 1986 4. Platz Junioren-WM Diskuswerfen; 1990 DDR-Vizemstr., ein Länderkampf für die DDR. 1990 beim Chemnitzer SC; Januar – März 1991 Arbeit als Maurer, danach Wechsel zum USC Mainz, seit 1994 beim LAC Erdgas Chemnitz (Trainer: Karlheinz Steinmetz); 1996 Olympiasieger, 2000 Olympia-Silber; WM 1991, 1993, 1995, 1997 u. 2001, 1999 WM-Bronze; 1993 Sieger der Universiade; 1998 EM; Europacup-Sieger 1993, 1995, 1997, 2000 u. 2001; Dt. Mstr. 1992 – 98, 2000, 2001 u. 2003; Grand Prix-Siege 1991, 1993, 1995, 1997 u. 1999; Sieger der Golden Four 1996; Bestleistung: 71,50 m (1997); 1991 – 97 13 Länderkämpfe für den Dt. Leichtathletikverb.; 1996 Silbernes Lorbeerblatt, 1997 »Goldene Henne«; Angest. einer Krankenkasse; 2006 Wechsel zum TuS 1897 Saulheim; 2008 Rücktritt wg. Rückenproblemen zeitgl. mit dem Erscheinen seiner Autobiogr. »Meine Welt ist eine Scheibe« (mit Edwin Klein); Ausbildung zum Fitneß-Ökonom; lebt am Tegernsee.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Riegg, Franz

* 8.8.1901 – ✝ 4.5.1945

Geboren am 8. August 1901 in München, Sohn eines Schlossers; besuchte das Gymnasium, dann kaufmännischer Angestellter. 1921 Mitglied der KPD. Im Herbst 1923 aktiv an den Aufstandsvorbereitungen beteiligt, mußte er aus Bayern flüchten und kam als Max Dänicke ins Ruhrgebiet. Anfang 1924 Volontär am »Ruhr-Echo«, dann Redakteur der »Westfälischen Arbeiterzeitung« in Dortmund, 1925 Lokalredakteur des »Ruhr-Echos« für Essen. Der theoretisch versierte Riegg wurde im April 1926 Agitpropleiter der BL Ruhr und war gleichzeitig Lehrer an der zentralen KPD-Schule. Von Ende 1927 bis Frühjahr 1929 Teilnehmer eines Schulungskurses in der Sowjetunion. Nach seiner Rückkehr war er hauptsächlich mit Funktionen im AM-Apparat der KPD betraut. 1932/33 Redakteur an KPD-Organen in Berlin. Ab Februar 1933 illegal für die KPD tätig, wurde Ende 1933 verhaftet und über elf Jahre in Zuchthäusern und KZs gefangengehalten (Ludwigsburg, Dachau, Buchenwald, Neuengamme). Er befand sich unter den 7000 Häftlingen, die Anfang Mai 1945 in der Lübecker Bucht zum Transport verladen wurden. Als dort am 4. Mai die »Cap Arcona« bombardiert wurde, retteten sich nur etwa 400 Gefangene. Riegg gehörte nicht zu den Überlebenden. Auf Beschluß des Amtsgerichts München wurde Franz Riegg 1951 für tot erklärt, als Todestag der 4. Mai 1945 festgestellt.

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Rienäcker, Günther

* 13.5.1904 – ✝ 13.6.1989

Geb. u. aufgew. in Bremen, Eltern Lehrer; nach dem Abitur 1922 – 26 Studium d. Chemie an der Univ. München, Abschl. mit Prom. zum Dr. phil.; anschl. Assistent am Inst. für Physikal. Chemie u. am Chem. Laboratorium der Univ. Freiburg i. Br.; 1936 Habil. u. bis 1942 Prof. für anorgan. Chemie u. Technol. sowie Abt.-Vorsteher im Chem. Inst. der Univ. Göttingen; ab 1942 ord. Prof. für anorgan. Chemie u. Dir. des Chem. Inst. an der Univ. Rostock. 1945 Dekan der dortigen Philosoph. Fak.; 1946 SED; Stadtverordn. in Rostock u. MdL Mecklenb.-Vorpom.; Vors. des Bez. Ost-Mecklenb. u. Mitgl. der LL des KB; 1946 – 48 Rektor der Univ. Rostock; 1949/50 Abg. der Prov. Volkskammer; 1951 Gründungsdir. des Inst. für Katalyseforschung der DAW in Rostock; 1953 Ord. Mitgl. der DAW; 1953 – 59 Vors. des Zentralvorst. der Gewerkschaft Wiss. u. 1955 – 59 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst.; 1954 – 62 ord. Prof. für anorgan. Chemie u. Dir. des 1. Chem. Inst. der HU Berlin; 1955 NP; 1957 – 68 Gen.-Sekr. der DAW; 1958 – 63 Mitgl. des ZK der SED; Forschungsdir. am Inst. für Physikal. Chemie der DAW; 1965 VVO; 1966 Mitgl. der AdW der UdSSR; 1969 em.; 1971/72 Präs. der Kommission für UNESCO-Arbeit der DDR; Mitgl. u. ab 1977 Ehrenmitgl. des Präsidialrats des KB; gest. in Berlin. Arbeitsgebiete: anorgan. Chemie, heterogene Katalyse.Hubert Laitko / Andreas Herbst

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Riesenburger, Martin

* 14.5.1896 – ✝ 14.4.1965

Geb. in Berlin; Vater Mitarb. im bekannten Berliner Textilhaus N. Israel, Mutter aus frommer ostjüd. Familie; nach dem Abitur Aufn. des Studiums der Zahnmed., Abbruch während des 1. Weltkriegs; später Unterhalt als Klavierlehrer, Kantor u. Religionslehrer; Studium an der HS für die Wiss. des Judentums in Berlin; ab 1933 Dienst in der Berliner Jüd. Gemeinde, Prediger im jüd. Altersheim in der Großen Hamburger Straße; 1939 Ordination als Rabbiner; ab 1942 nach kurzzeitiger Verhaftung unter Polizeiaufsicht; ab 1943 auf dem Friedhof der Jüd. Gemeinde in Berlin-Weißensee tätig. 11.5.1945 Predigt zum ersten öffentl. Gottesdienst Berliner Juden nach dem Kriegsende; maßgebl. Beteiligung am Neuaufbau der Berliner Gemeinde; 1948 – 58 Predigten in den 14tägigen Sendungen des Berliner Rundfunks zur Sabbat-Feier; 1953 Vors. der Jüd. Gemeinde Berlin (Ost), nachdem im Jan. 1953 die Ltg. der Berliner Jüd. Gemeinde vor dem Hintergrund der antizionist. Kampagnen im sowj. Machtbereich (SED-ZK-Beschluß »Lehren aus dem Prozeß gegen das Verschwörerzentrum Slánský« vom 20.12.1952) u. der Flucht mehrerer jüd. Gemeindevorsteher aus der DDR ihren Sitz nach Berlin (West) verlegt hatte; Einweihung der Synagoge Rykestraße in Berlin-Prenzlauer Berg; Mitarb. im Friedensrat; 1961 Berufung zum Landesrabbiner; Dr. h. c. der Jur. Fak. der HU Berlin; 1956 u. 1961 VVO; 1987 Benennung einer Straße in Berlin-Hellersdorf nach R.Also spricht dein Bruder. Predigten. Berlin 1958; Das Licht verlöschte nicht. Dokumente aus der Nacht des Nazismus. Berlin 1960.Jan Wielgohs

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Rilla, Paul

* 26.12.1896 – ✝ 5.11.1954

Geb. in Neunkirchen; Volksschule, Gymnasium; bis 1933 Ltr. des Feuilletons einer Breslauer Tagesztg.; Hrsg. im Propyläenverlag; zeitweise einem von der Reichsschrifttumkammer verhängten Publikationsverbot unterworfen. Nach 1945 Ltr. der Kulturred. der »Berliner Ztg.«; einer der wichtigen Theaterkritiker der SBZ bzw. frühen DDR; 1950 Mitgl. der AdK; 1950 NP; wichtiger Vertreter marxist. Lit.-Kritik u. -Geschichtsschreibung der frühen DDR; Arbeiten zu Thomas Mann,  Arnold Zweig,  Bertolt Brecht,  Johannes R. Becher,  Anna Seghers; war Hrsg. der »Dramaturgischen Blätter«; Hrsg. der Ges. Werke von Gotthold E. Lessing (11 Bde., Berlin u. Weimar 1954 – 58); letzte bedeutende Arbeit war die Monographie »Lessing u. sein Zeitalter«; gest. in Rostock.Lit., Kritik u. Polemik. Berlin 1950; Vom bürgerl. zum soz. Realismus. Leipzig 1967; Theaterkritiken. Berlin 1978 (Hrsg. L. Pfelling); Lit. als Geschichte. Zwei Streitschriften. München 1978. Mayer, H.: Zur dt. Lit. der Zeit. Reinbek 1967.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rink, Aloys

* 4.3.1881 – ✝ 21.6.1971

Geboren am 4. März 1881 in Urberach/Hessen, Sohn eines Arbeiters (Hasenhaarschneider); wurde Metallarbeiter, schloß sich der SPD an. Rink lebte in Urberach und hatte Verbindung zur Spartakusgruppe, 1919 Mitglied der KPD, dann Parteisekretär. Von 1919 bis 1933 Mitglied des Gemeinderats Urberach. 1921 in den Hessischen Landtag gewählt, stellte sich Rink nach der März-Aktion hinter Paul Levi. 1922 legte er sein Mandat im Landtag nieder (Nachfolgerin Katharina Roth) und verließ im gleichen Jahr die KPD. Wieder Metallarbeiter in Urberach, trat er der SPD bei und wurde für sie 1931 wieder in den Hessischen Landtag gewählt, in dem er bis 1933 blieb. Während der Hitler-Diktatur mehrfach inhaftiert, in den KZs Osthofen, Dachau und Gefängnis in Darmstadt. 1945 gehörte Rink zu den Neubegründern der Hessischen Sozialdemokratie. Er wurde Leiter der Bezirksfürsorge und vertrat die SPD von Dezember 1946 bis Ende November 1950 erneut im Hessischen Landtag. Aloys (genannt Ludwig) Rink starb am 21. Juni 1971 in Urberach.

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Rippin, Günter

* 11.3.1933

Geb. in Chemnitz; Vater Elektroingenieur; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1952 – 55 Studium an der Ingenieurschule für Werkzeugmaschinenbau Karl-Marx-Stadt; 1955 – 61 Abt.-Ltr. Technol. im VEB Modul Karl-Marx-Stadt; 1959 – 65 Fernstudium an der TH Karl-Marx-Stadt; 1961 SED; 1961 – 67 Haupttechnologe in der VVB Werkzeugmaschinen Karl-Marx-Stadt; 1967 – 72 Oberass. an der TH Karl-Marx-Stadt, 1972 Prom. zum Dr.-Ing.; 1972 – 85 Betriebsdir. des VEB Maschinenfabrik »John Schehr« Meuselwitz; 1977 / 78 Lehrgang an der SED-BPS; 1981 Held der Arbeit; 1985 amt. GD, ab April 1986 – 90 GD des VEB Kombinat Umformtechnik »Herbert Warnke« Erfurt.Andreas Herbst

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Richter, Helmut

* 30.11.1933

Geb. im mähr. Bruntàl (dt. Freudenthal) (ČSR / Tschechien); Vater Schneider; 1945 Flucht nach Sachsen-Anh.; nach 1947 Saisonlandarb., Gemeindesekr. u. Traktorist; 1950 Lehre als Maschinenschlosser in Leipzig; 1953 Delegierung an die ABF; 1956 – 58 Stud. der Physik in Leipzig; 1958 – 61 Prüfingenieur; SED; 1961 – 64 Stud. am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig; danach freiberufl. Journalist u. Schriftst.; ab 1970 als Nachf. von  Georg Maurer Ltr. des Lyrikseminars am Lit.-Inst., 1989 Prof., 1990 bis zur vorübergehenden Auflösung des Lit.-Inst. (1992) dessen Dir.; 1982 Gründer der Ztschr. »Leipziger Blätter«, bis zum Frühjahr 1989 dort Cheflektor, nach 1990 im Beirat. Nach journalist. Anfängen (Reportagen, Glossen, Porträts) Lyrikveröff. in Anthologien; 1967 erster eigener Gedichtband »Land fährt vorbei«; Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele, Filmszenarien; im Mittelpunkt der sprachl. routinierten, doch wenig ambitionierten Texte steht die sächs. Industrielandschaft; in der Reportage »Schnee auf dem Schornstein« (1969) verarbeitet R. Erfahrungen beim Bau des Großkraftwerks Thierbach. Da die konfliktreichen Beziehungen zwischen den Arbeitern weitgehend ungeschminkt beschrieben sind, bleibt der Text lange verboten; im Roman »Scheidungsprozeß« (1971) werden Emanzipationskonflikte der Frau in der sozialist. Gesell. thematisiert; 1978 Drehbuch zum Fernsehfilm »Über sieben Brücken mußt du gehn«, der v. a. durch die Musik der Gruppe »Karat« in Erinnerung geblieben ist; 1971 u. 1978 Kunstpreis der Stadt Leipzig (im Koll.); lebt in Leipzig.Wiedersehen nach Jahr und Tag. Leipzig 1998; Was soll nur werden, wenn ich nicht mehr bin? Hundert Gedichte. Leipzig 2008. Killy, W. (Hrsg.): Literaturlexikon. Autoren u. Werke dt. Sprache. Berlin 1998.Christian Krause

Wer war wer in DDR

Richter, Kurt

* 13.9.1921 – ✝ 24.10.1981

Geb. in Gera; Vater Bahnhilfsarb.; Volksschule; 1936 – 40 Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1940 RAD, dann Wehrmacht; April 1945 amerik. Gefangenschaft, dann Flucht; Rückkehr nach Gera. 1945/46 KPD/SED; 1945 Einstellung bei der Polizei Gera; 1947/48 Besuch der Höheren Polizeischule Berlin; 1948/49 Lehrer an der Landespolizeischule Erfurt; 1949 stellv. Operativ des Ltr. des VP-Krs.-Amt Rudolstadt; 1950 Besuch der LPS Bad Blankenburg; 1951 Mitarb. in der Abt. Politkultur der Landespolizeibehörde Thür. in Weimar; dann Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Greiz; 1952 Ltr. der Krs.-Dienststelle Greiz; dann stellv. Politkultur des Ltr. bzw. 1. Sekr. der SED-KL der BV Suhl; 1954 stellv. Operativ des Ltr. der BV Suhl; 1959/60 Besuch der PHS; 1960 Ltr. der BV Suhl (Nachf. von  Kurt Grünler) u. Mitgl. der SED-BL Suhl; 1962 – 68 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1969 Oberst; 1974 Freistellung; 1975 Entlassung.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Richter, Trude

* 19.11.1899 – ✝ 4.1.1989

Geb. in Magdeburg; Vater Postbeamter; Gymnasium in Danzig, Pädagogik-Ausbildung; 1919 Erzieherin auf der Insel Poel (b. Wismar); 1920 – 24 Studium der Germanistik, Geschichte u. Kunstgeschichte in Berlin, ab 1923 in Frankfurt (Main); daneben Fremdsprachenlehrerin in Danzig; 1924 Gymnasiallehrerin in Frankfurt (Main); 1925 Assessorenprüf. u. Prom., 1926 – 33 Studienassessorin bzw. Studienrätin in Frankfurt (Main), Kassel u. ab 1930 in Berlin; 1931 KPD; ab Jan. 1931 Mitgl. u. 1. Sekr. des BPRS (Deckn. »Trude Richter«), Zusammenarb. u. a. mit  Johannes R. Becher,  Georg Lukács u.  Ludwig Renn; 1932 gleichztg. Lehrerin an Schulen in Berlin-Wilmersdorf; bis April 1934 illeg. Arbeit für den BPRS u. Mitgl. der Red. der illeg. »Neuen Dt. Blätter«; April 1934 über Prag Emigr. in die UdSSR; 1935 – 36 Doz. am Pädagog. Inst. für neuere Sprachen in Moskau; 1934 u. 1936 Doz. am Dt. Pädagog. Inst. »MOPINJA« in Odessa, Hrsg. von Sprachlehrbüchern; publizist. tätig an der theoret. Arbeit der dt. Sekt. der Internat. Vereinigung rev. Schriftst.; 1936 zweite Prom. an der Moskauer Lomonossow-Univ.; Nov. 1936 zus. mit ihrem Mann Hans Günther verhaftet wegen »konterrev. trotzkist. Tätigkeit«, ohne Prozeß zu 5 Jahren Straflager u. ewiger Verbannung verurteilt; Jan. 1937 Ausschluß aus der KPD; Lagerhaft im Kolyma-Gebiet; Okt. 1938 Tod ihres Mannes; 1946 Entlassung aus dem Lager, Ansiedl. in Magadan; Garderobenfrau am dortigen Theater; 1949 erneute Verhaftung u. Verbannung nach Ustj-Omtschug, dort u. a. Sprachlehrerin; 1954 Aufhebung der Verbannung, erneute Übersiedl. nach Magadan, dort Konzertmstr. am Theater; Jan. 1957 durch das Oberste Gericht der UdSSR rehabil.; Apr. 1957 nach Einsatz von  Anna Seghers u. J. R. Becher Rückkehr nach Dtl.; Juni 1957 parteiinterne Rehabil. durch die ZPKK, SED; Doz. am Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« in Leipzig; Stern der Völkerfreundschaft; 1968 Ruhestand; gest. in Leipzig. Ihre vollständig. Lebenserinnerungen, die auch über die Jahre der Lagerhaft u. Verbannung berichten, erschienen erst nach ihrem Tode.Das Glück des Bitteren. Reise durch die Literatur. Halle 1969; Die Plakette. Halle 1972; Totgesagt. Erinnerungen. Halle, Leipzig 1990. Barck, S.: Homo sum. T. R. zum Gedenken. In: Sonntag (1989) 4; Hilzinger, S.: »Ich hatte nur zu schweigen.« StrategienBernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Richter, Bernhard

* 18.1.1882 – ✝ 10.8.1938

Geboren am 18. Januar 1882 in Wurzen, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Chemigraph. 1905 Mitglied der SPD, von 1917 bis 1920 der USPD, ging Ende 1920 mit dem linken Flügel zur VKPD. Richter war Polleiter eines Stadtteils in Leipzig und Vorsitzender der Beschwerdekommission der KPD Westsachsen. Ab 1924 unbesoldeter Stadtrat in Leipzig. Er gehörte der BL Westsachsen an, arbeitete in deren kommunalpolitischen Abteilung und war Delegierter mehrerer Parteitage. Im Juni 1933 kam er auf Beschluß der MOPR nach Moskau, wo er mit der ebenfalls in die Sowjetunion geflüchteten Martha Kühne zusammenlebte. Richter arbeitete 1933/34 als Korrektor bei der »Deutschen Zentral-Zeitung«, schied aber wegen Differenzen mit der Chefredakteurin Julia Annenkowa aus der Redaktion aus. Er wohnte im Hotel »Lux«, wurde dort vom NKWD verhaftet, der »konterrevolutionären Tätigkeit und Spionage für Deutschland« beschuldigt. Bernhard Richter wurde am 10. August 1938 in Butowo erschossen. Noch im April 1938 hatte Wilhelm Pieck in einem Schreiben an Dimitroff erklärt, daß Richter an keinen »irgendwelchen parteifeindlichen Fraktionen oder Gruppierungen« beteiligt sei. Rehabilitiert wurde Bernhard Richter erst am 29. August 1989.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Riechen, Wilhelm

* 12.10.1900 – ✝ 29.1.1978

Geboren am 12. Oktober 1900 in Rellingen/Krs. Pinneberg, Sohn einer Gärtnerfamilie. Er wurde Feinmechaniker und Metallarbeiter, trat 1918 in die FSJ, 1919 in die KPD ein, Funktionär im Bezirk Wasserkante. 1923 wegen Teilnahme am Hamburger Aufstand gesucht, lebte Riechen bis 1924 illegal und war bis 1926 Jugendsekretär der KPD Bezirk Wasserkante. Ab Mai 1925 Mitglied des Sekretariats des ZK des KJVD, zunächst verantwortlich für das Ressort »Wirtschaftskampf« bzw. amtierender Sekretär für Organisationsfragen. 1926 wurde er zusammen mit Arkadi Maslow, Ruth Fischer und Hugo Urbahns aus der KPD ausgeschlossen. Als Mitbegründer des Leninbundes gehörte er deren Reichsleitung an, sein Deckname war seit 1923 Jonny. 1933 Emigration nach Schweden, arbeitete dort als Laboratoriumstechniker und Ingenieur sowie als Betriebsleiter. Im März 1941 durch Nazi-Deutschland ausgebürgert, blieb er auch nach Kriegsende in Schweden und wohnte zuletzt in Stockholm. Wilhelm Riechen starb am 29. Januar 1978 in Råsunda, einem Vorort von Stockholm.

Wer war wer in DDR

Riedel, Sigfried

* 3.9.1918

Geb. in Neuwelt (Krs. Schwarzenberg, Erzgeb.); Vater Metallarb.; Volksschule u. Reformgymnasium, Handelsschule; 1929 – 33 Rote Pioniere, KJVD; 1935 – 38 kfm. Lehre u. Arbeit als Gehilfe im Kaufhaus in Schwarzenberg; 1938/39 RAD, 1939 – 45 Wehrmacht; Mai/Juni 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft in Bayern. 1945 Buchhalter bei der AG »Sächs. Werke« in Schwarzenberg; 1945/46 KPD/SED; 1945 – 47 Ltr. des Arbeitsamts Aue, Nebenstelle Schwarzenberg; 1947 Eintritt in die DVP; 1947 – 49 Büro- u. Personalltr. Krs.-Polizeiamt Aue; ab 1949 in der HV A der DVP; 1949/50 Sonderlehrgang in der UdSSR; 1950 – 52 Stabschef VP-Dienststelle Leipzig II; 1952/53 Stabschef KVP-Dienststelle Pasewalk; 1953/ 54 Stabschef der Bereitschaft Potsdam II; 1954/55 Chef des Stabs der 4. Verw. der KVP; 1955 – 57 Studium an der Militärakad. des Gen.-Stabs der Streitkräfte »K. J. Woroschilow« der UdSSR, Dipl.-Militärwiss.; 1958 – 60 Chef der Verw. Operativ des Hauptstabs im MfNV; 1958 – 67 Stellv. des Min. u. Chef des Hauptstabs des MfNV (Nachf. von  Heinz Hoffmann); 1959 Gen.-Major; 1963 Gen.-Ltn.; 1967 – 82 Staatssekr. u. Ltr. der HV Planung beim Vors. des Min.-Rats; 1961, 1969 u. 1976 VVO; 1.1.1983 Ruhestand.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Rieke, Dieter

* 21.6.1925

Geb. in Osnabrück als Sohn eines Beamten; 1942 Umzug nach Gardelegen; 1943 Abitur; Einberufung zum Arbeitsdienst u. zum Kriegsdienst, Febr. 1944 Teiln. an der Schlacht bei Monte Cassino; Juni 1944 US-Kriegsgef. in der Normandie, Flucht, Erkrankung an Malaria. Juli 1945 SPD; Kontakt zum Büro Schumacher in Hannover; Sept. 1945 Ltr. des Nachrichtenamts des Landkrs. Gardelegen; April 1946 SED, danach Aufrechterhaltung der Verbindung zur SPD in Hannover, 4.5.1948 Verhaftung durch die sowj. Geheimpolizei, U-Haft im »Roten Ochsen« Halle, ab 2.10.1948 in Berlin-Hohenschönhausen; 14.4.1949 Verurteilung zu 25 Jahren Haft durch ein Sowj. Militärtribunal, Überstellung ins Speziallager Bautzen, Teiln. an der Häftlingsrevolte im Zuchthaus Bautzen nach Übergabe des Speziallagers an das DDR-MdI im März 1950, Mitautor des Offenen Briefes der Häftlinge, den Herbert Wehner 1950 auf dem Parteitag der SPD verlas; Entlassung nach internat. Intervention am 21.12. 1956; Flucht mit der Fam. in die Bundesrep. am 21.1.1957. 1956 Journalist beim »Vorwärts« in Bonn; 1967 Pressesprecher des Sport- u. Verkehrsamts Rüsselsheim.D. Rieke: Geliebtes Leben. Erlebtes u. Ertragenes zwischen den Mahlsteinen jüngster dt. Geschichte. Berlin 1999.Bernd Florath

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ries, Erwin

* 12.10.1907 – ✝ 16.3.1942

Geboren am 12. Oktober 1907 in Mannheim, Sohn einer Arbeiterfamilie; wurde Former. Seit 1923 Mitglied der Kommunistischen Jugend, 1927 der KPD. Im Jahr 1930 leitete er den KJVD-Bezirk Baden-Pfalz, 1931 kam er in den AM-Apparat der Partei (Pseudonyme Hans Baum und Paul Radke). 1932 im zentralen AM-Apparat in Berlin, dann bis Dezember 1933 in der illegalen BL Baden in Mannheim. Er emigrierte in das Saargebiet, dann nach Paris und kam 1935 in die UdSSR. Ries studierte zuerst an der KUNMS, war dann Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau. Dort vom NKWD am 20. Oktober 1937 verhaftet und sofort (mit 33 weiteren Funktionären) aus der KPD ausgeschlossen. Am 5. Juni 1939 zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt, kam Erwin Ries am 16. März 1942 im Gulag des NKWD-Nordost-Gebiets ums Leben. Seine Frau Friederike Ries, geb. Ocker (*30.9. 1905 – † 4.4.1989), war seit 1930 in der KPD und folgte ihrem Mann 1936 in die Sowjetunion, auch sie besuchte zunächst die KUNMS und arbeitete von 1938 bis 1941 in einer Trikotagenfabrik. Am 12. September 1941 verhaftet, saß sie bis September 1946 in Strafarbeitslagern in Sibirien. Danach Schneiderin, 1955 durfte sie in die DDR ausreisen. Hier war Friederike Ries im Museum für Deutsche Geschichte in Ost-Berlin angestellt.

Wer war wer in DDR

Riesner, Hans (Johann)

* 22.4.1902 – ✝ 19.5.1976

Geb. in Schneeberg (Erzgeb.); Vater Handwerker; Volks- u. Aufbauschule; Besuch des Lehrerseminars in Schneeberg; 1922 Hilfslehrer in Breitenbrunn; 1923 KPD; 1930 Mitgl. der ersten dt. Lehrerdelegation in die UdSSR; 1933 illeg. Arbeit; Verhaftung, »Schutzhaft« in den KZ Colditz u. Sachsenburg, 1934 Entlassung; ab 1937 Hilfsarb. in einer Textilfabrik in Rodewisch. 1945 Stadtrat u. stellv. Bürgermstr. in Chemnitz; anschl. HA-Ltr. im Sächs. Volksbildungsmin.; 1951/52 Min. für Kultur u. Volksbildung in Sachsen; 1952 – 57 1. Sekr. der SED-BL Dresden u. Abg. des Bez.-Tags Dresden; 1957 stellv. Ltr. bzw. amt. Ltr. der Abt. Volksbildung u. Kultur des ZK der SED; später HA Ltr. im MfAA; zeitw. Botschaftsrat in Warschau; Ltr. der pol. Abt. der DDR-Handelsvertr. in Finnland; 1963 Prof. u. Prorektor an der ASR Potsdam; 1965 Ruhestand; 1967 – 76 Mitgl. der SED-BL Karl-Marx-Stadt.Andreas Herbst

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Rindt, Otto

* 16.12.1906 – ✝ 3.1.1994

Geb. in Apenrade (heute Dänemark); Vater Postinspektor; Ausbildung zum Gärtner; 1932 – 35 Studium an der TH u. der Landw. HS Berlin, Dipl.-Gärtner; 1936 – 41 Landschaftsgestalter für mitteldt. Strecken der Reichsautobahn; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 – 47 Kriegsgefangenschaft. 1948/49 Berufsschullehrer u. Gartenarchitekt in Halle; Projektierung für Neubauernhöfe in Marl u. Delitzsch, 1948 Strandbad Mildensee (Dessau); 1950 – 52 Forschungsaufträge für die DBA, u. a. im Rahmen der Landschaftsdiagnose DDR, Teilgeb. Sachsen; 1952 – 58 VE Entwurfsbüro für Stadt- u. Dorfplanung des Min. für Aufbau: Flächennutzungsplanung von Suhl, Gera, Eisleben, Dresden, Wismar; 1956 2. Preisträger im internat. Wettbewerb zur Gestaltung der Gedenkstätte Auschwitz; 1956 – 58 Grünplanung für Hoyerswerda; 1957/58 Studie zur Entw. der Erholungslandschaft Insel Rügen; 1957 – 62 Lehrbeauftr. an der HS für Bauwesen Cottbus; 1962 – 75 Büro für Territorialplanung in Cottbus, langj. Forschung u. erfolgr. Praxis in der Gestaltung von Bergbaufolgelandschaften: Knappensee (1958), 600 km2 Senftenberger See (1962), Landschaftsgestaltung des Spreewalds (1966), Entwurf für Folgelandschaft des Kiesabbaus (1968) in Zeischa, Mühlberg, Forst, Lübbenau; Konzeption eines »Cottbuser Bäderringes« in Restlöchern von Abbaugebieten; Modell zur landschaftl. Eingliederung von Müllbergen (1973).Gehölzpflanzungen an fließendem Wasser unter Berücksichtigung des Uferschutzes. Berlin 1952; Doppelter Nutzen bei Massenbew. durch zielger. Koordinierung der Investitionen auf den Territorien der Räte der Städte u. Gemeinden. Cottbus 1970; O. R. Sechs Jahrzehnte Wirken für die Landwirtschaft. Cottbus 1993.Helmut Müller-Enbergs

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Rinka, Erich

* 19.12.1902 – ✝ 17.12.1983

Geboren am 19. Dezember 1902 in Lübbenau/ Spreewald, Sohn einer Arbeiterfamilie; Buchdrucker. 1921 Übersiedlung nach Berlin, dort 1923 Mitglied der KJD, 1928 der KPD. 1928 »roter Betriebsrat« in einer Buchdruckerei. Er war seit 1930 Leiter der Arbeiterfotografen von Groß-Berlin, ab Anfang 1931 hauptamtlicher Reichssekretär der Arbeiterfotografen Deutschlands. Rinka leitete im Herbst 1930 eine Delegation von Arbeiterfotografen in die Sowjetunion. Er machte als Arbeiterfotograf die ersten politischen Bildreportagen für die AIZ. 1932 Leiter des internationalen Büros der Arbeiterfotografen. Wegen illegaler Aktivitäten im April 1933 festgenommen, konnte fliehen und arbeitete für das ZK. Im März 1934 in Johanngeorgenstadt verhaftet, vom OLG Dresden am 18. Juni 1935 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Rinke war von 1939 bis 1943 Werbefotograf bzw. Atelierleiter, wurde Anfang 1943 zum Strafbataillon 999 gepreßt, desertierte vor Kriegsende. Er übernahm im Sommer 1945 die Bild- und Feuilletonredaktion der KPD-Zeitung »Volkswille« (Provinz Brandenburg), wurde dann Chefredakteur beim Rundfunk der SMA, später Chefredakteur beim Fernsehzentrum in Berlin-Adlershof. Erich Rinka starb am 17. Dezember 1983 in Ost-Berlin.

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Riss, Rudolf

* 2.7.1923 – ✝ 17.1.1985

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volksschule u. höhere Handelslehranstalt; 1938 – 41 kfm. Lehre; 1941 – 45 Wehrmacht; 1945/46 brit. Kriegsgefangenschaft in Norwegen. 1946 Bauarb.; 1946 SED u. Eintritt in die DVP; 1947 – 50 Revierdienst im VP-Präs. Leipzig u. im VPKA Pirna; 1948 Landespolizeischule Sachsen; 1950 – 52 Ref.-Ltr. (S 1) bzw. Revierltr. im VPKA Pirna; 1951 Zentralschule der DVP in Aschersleben; 1952 Sachbearb. u. 1953 – 55 Ltr. der Abt. Ausbildung u. Schulung der BDVP Dresden, VP-Oberrat; 1955 stellv. Allgemein im VPKA Görlitz; 1956 – 59 Ltr. des VPKA Görlitz; 1959 – 63 Offiziershörer an der Militärakad. »Friedrich Engels«, Dipl.-Militärwiss.; 1961 Oberst-Ltn.; 1963/64 Ltr. der Abt. Operativ im Stab des MdI; 1964 – 68 Stellv. des Chefs des Stabs im MdI; 1965 Oberst; 1969 – 71 Chef des Stabs im MdI; 1970 Gen.-Major; 1971/72 Studium an der PHS; 1972 – 76 Stellv. des Min. des Innern u. Chef des Stabs; 1975 Gen.-Ltn.; 1976/77 beauftragt mit der vertretungsw. Dienstausübung u. 1977 – 85 1. Stellv. des Ministers des Innern (Nachf. von  Ewald Eichhorn); 1981 – 85 Kand. des ZK der SED; 1977 – 85 2. Vors. der SV Dynamo; 1973 u. 1983 VVO.Andreas Herbst

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Richter, Herbert

* 20.4.1933

Geb. in Klettwitz; Vater Bergarb.; 1947 – 50 Ausbildung zum Chemielaboranten in Schwarzheide; 1950 – 53 ABF der PH Potsdam, 1953 Abitur; 1953 – 55 Chemiestudium an der FSU Jena u. von 1955 – 59 an der TH Leuna-Merseburg; 1955 SED; Dipl.-Chemiker; 1959 Ltr. der Forschungsgr. Chemie in der Großkokerei Lauchhammer; 1963 Prom. zum Dr. rer. nat.; 1963 – 65 Ltr. des Sektors Chemie/Geologie der SED-BL Cottbus; 1965/66 Ltr. der Abt. Wirtschaftspol. der SED-BL Cottbus; 1966 –70 Dir. des VEB Kombinat »Schwarze Pumpe« in Hoyerswerda; 1970 – 72 GD des VEB Gaskombinat »Schwarze Pumpe«; 1972/73 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1973 – 90 GD des VEB Gaskombinat »Fritz Selbmann« »Schwarze Pumpe«; zugl. Mitgl. des Sekr. der SED-KL Hoyerswerda u. 1967 –84 der SED-BL Cottbus; 1980 Banner der Arbeit; 1983 VVO; 1985 NP (im Koll.); Abg. des Bez.-Tags Cottbus; 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer, PDS-Fraktion.Hagen Schwärzel / Andreas Herbst

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Richter, Liselotte

* 7.6.1906 – ✝ 16.1.1968

Geb. in Berlin; Vater Bankbeamter, Mutter Hausfrau; Reifeprüfung in Berlin u. humanist. Abitur in Marburg; 1926 – 32 Studium der Philos., Theol., Germanistik u. Geschichte in Berlin, Freiburg u. Marburg; 1932 Staatsexamen, 1934 Prom. in Marburg zum Thema »Der Begriff der Subjektivität bei Kierkegaard«; 1929 Gründung einer kommunist. Studentengr.; 1932 – 36 erwerbslos infolge polit. Verfolgung; 1935/36 Mitarb. an der Leibniz-Edition der DAW zu Berlin mit einer nicht gewerteten Preisschrift zur »Weiterbildung protestant. Motive in Philos. u. Weltanschauungsdichtung d. Dt. Idealismus« (1946 von Eduard Spranger u. Paul Hofmann als Habil. anerkannt); 1943 – 45 Verwundetenbetreuung b. DRK. 1945/46 ltd. Referentin für Volksbildung in Berlin-Charlottenburg sowie Mitarb. in der Zentralverwaltung zur antifaschist.-demokrat. Hochschulreform; 1946 Doz. für Philos. an der Berliner Univ., Lehre in Geschichte der Philos.; 1947 Prof. mit vollem Lehrauftrag (erste Philos.-Professorin in Dtl.); 1951 zusätzl. Prom. zum Dr. theol. mit der Arbeit »Immanenz u. Transzendenz im nachreformator. Gottesbild« u. Berufung zur Prof. mit Lehrstuhl für Religionsphilos. an die Theolog. Fak. der HU zu Berlin; Hrsg. der Kierkegaard-Werke I – V (Hamburg 1960 – 64); 1965 Dr. h. c. der Theolog. Fak. der HU Berlin; 1966 nach längerer Erkrankung em.René Descartes. Dialoge mit dt. Denkern. Hamburg 1942; Jacob Böhme. Myst. Schau. Hamburg 1943; Leibniz u. sein Rußlandbild. Berlin 1946; Jean Paul Sartre oder die Philos. des Zwiespalts. Berlin 1949; Schöpfer. Glaube im Zeitalter der Angst. Wiesbaden 1954; Mahatma Gandhi. Berlin 1962. Wenzel, C.: Von der Leidenschaftlichkeit des Religiösen. Leben u. Werk der L. R. Köln, Weimar 1999; Wenzel, C.: Frau Prof. Dr. theol., Dr. phil. habil. L. R. als Grenzgängerin. 2004.Hans-Christoph Rauh

Handbuch Deutsche Kommunisten

Richter, Trude

* 19.11.1899 – ✝ 4.1.1989

Geboren am 19. November 1899 in Magdeburg als Erna Barnick; Lehrerin, dann Schriftstellerin. Von 1929 bis 1931 Mitglied der SPD, aber zugleich in der Roten Hilfe aktiv. Durch ihren Lebensgefährten, den Schriftsteller Hans Günther, kam sie 1931 in die KPD. Ab 1932 war Trude Richter »Erster Sekretär« des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller, sie leitete den BPRS 1933 und 1934 in der Illegalität. Im April 1934 emigrierte sie gemeinsam mit Hans Günther in die UdSSR. Dort wurde sie am 4. November 1936 vom NKWD verhaftet und zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im Herbst 1946 freigelassen, aber im Herbst 1949 erneut festgenommen, blieb Trude Richter bis 1956 in verschiedenen Gulags eingesperrt. 1957 durfte sie in die DDR übersiedeln und war dort eine bekannte Literaturwissenschaftlerin. Trude Richter starb am 4. Januar 1989.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Richthofer, Otto

* 1.4.1892 – ✝ 24.1.1961

Geboren am 1. April 1892 in Wiesbaden-Biebrich als Rudolf Möller-Dostali; erlernte das Malerhandwerk und übte seinen Beruf einige Zeit auf einer Schiffswerft aus. 1911 Mitglied der SPD. Er betätigte sich journalistisch und wurde Mitarbeiter mehrerer sozialdemokratischer Blätter. 1913 wanderte Rudolf Möller nach Brasilien aus und trat in die Dienste eines internationalen Pressebüros in São Paulo. Nach dem Krieg Rückkehr nach Deutschland, trat er 1920 der KPD bei, für die er einige Zeit die Bielefelder »Arbeiterzeitung« redigierte. Von August 1925 bis Oktober 1926 Sekretär der KPD im UB Bielefeld, dann Polleiter für den Bezirk Niedersachsen in Hannover. In der KPD arbeitete er unter dem Namen Richthofer und war wegen seiner undurchsichtigen Vergangenheit umstritten. Die Opposition griff ihn vor allem an, da er in Niedersachsen anfangs die Linie des ZK gegen die Linke und dann gegen die Versöhnler ( Joseph Miller usw.) verteidigte. Richthofer blieb bis 1930 Polleiter in Niedersachsen, kam anschließend als Sekretär ins Westeuropäische Büro der Komintern. 1931 begann ein Parteiverfahren gegen ihn, über dessen langsamen Verlauf er sich 1932 beim ZK beschwerte. Nach einer kurzen Tätigkeit in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin 1932 Mitglied der Presseabteilung des ZK. Von 1933 bis Juli 1934 war Richthofer Leiter der illegalen Roten Hilfe in Berlin-Brandenburg, dann Flucht nach Prag, einige Zeit Leiter der Emigrantengruppe. Im Dezember 1934 trat Möller-Dostali aus der KPD aus, wurde leitender Redakteur der Zeitschrift »Abendland«. Er floh 1938 nach England, wo er 1942 Mitglied der SPD wurde, 1944 in den Vorstand der Vereinigung deutscher Sozialdemokraten gewählt. Er gab einen regelmäßigen Informationsdienst heraus, der hauptsächlich für die Deutschen in Südamerika bestimmt war. 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Chefredakteur des Organs der DGB-Jugend »Aufwärts«. Von 1952 bis 1958 stand er an der Spitze des SPD-UB Essen; er erkrankte schwer. Rudolf Möller-Dostali (Otto Richthofer) starb am 24. Januar 1961 in Essen.

Wer war wer in DDR

Rieck, Wolfgang

* 30.3.1953

Geb. u. aufgewachsen in Rostock; Mutter Geflügelzüchterin, Vater Tischler; 1959 – 69 POS, 1969 Berufsausb. zum Vollmatrosen u. 1972 Abitur bei der Dt. Seereederei Rostock; 1971 – 89 SED; 1974 – 78 Studium der Elektronik an der WPU Rostock, Dipl.-Ing.; seit 1970 musikal. aktiv (Pop- u. Tanzmusik, Singeclub KuBa), 1975 – 85 Ausbildung in Gesang u. klass. Gitarre am Konservatorium Rostock; 1975 – 93 Duo »Piatkowski / Rieck«, 1979 u. 1983 Hauptpreise bei den DDR-Chansontagen mit dem Programm »Liederzirkus«; ab 1980 Programm Kindermusikzirkus »Cantus Faximus«, 1985 Kulturpreis der Stadt Rostock, 1986 Kulturpreis der Stadt Bad Bevensen für bes. Leistungen auf dem Gebiet der musikal. Interpretation niederdt. Texte; 1988 Kulturpreis des Bez. Rostock. 1993 – 2001 Zusammenarb. mit dem Hamburger Trio »Liederjahn«, u. a. beim »Hamburg«-Film für die Dt. Welle u. zwei Kabarettprogrammen, diverse TV-Auftritte; 1996 Filmprod. »Mecklenburg« für die Dt. Welle; seit 1998 Kinderprogramm u. 2002 CD »Die Maus im Fernrohr. Lieder u. Lügenmärchen von der Seefahrt«; seit 1998 Konzertprogramm mit hochdt. u. plattdt. Liedern; seit 1999 Fortbildungsveranstaltungen für Grundschullehrer zum Thema Seefahrt u. zum Kreativen Schreiben mit Kindern; seit 2001 musikal.-literar. Weihnachtsprogramm mit Texten u. Vertonungen zu Barlach-Skulpturen; seit 2002 Erwachsenenprogramm »Land in Sicht«; Seminare für die Friedrich-Ebert-Stiftung »Lied als Spiegel der Gesellschaft«; 2002/03 Projekt »WECHSEL.Jahre« im Societaetstheater Dresden (mit Jörg Kokott); 2003 Solo-CD »Alles muss sich wandeln«, CD des Monats März 2004, Wahl des Titelsongs auf Platz Eins der »Liederbestenliste«; seit 2003 Konzertprogramm »Kein Weg zu weit« (mit J. Kokott); 2002/03 Arbeitsstipendium des Kultusmin. von Mecklenb.-Vorpomm.; seit 2004 Konzertprogramm »Rote Tropfen streut der Mohn ?« nach Texten von Theodor Kramer (mit Heike Kellermann); musikal.-literar. Programm »Zu Hülfe! Schwarzer Humor, Lieder u. Grotesken« mit dem Autor Michael Augustin; 2003/04 musikal. Lesungen aus niederdt. Erzählungen u. Novellen von John Brinckman; seit 2007 Kinderprogramm »Adele-Ukulele oder warum mit Musik alles besser geht« (CD 2009); lebt seit 1996 in Baumgarten (Mecklenb.). Mehrere LPs u. CDs mit Joachim Piatkowski sowie »Liederjahn«.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Rieger, Rigomar

* 17.2.1930

Geb. in Halle (Saale); Vater Verlagsred. bei Brockhaus, später bei der IHK; Besuch der Christian-Thomasius-Oberschule in Halle, 1948 Abitur; danach Lehre in der Landw.; 1950 – 53 Studium der Agrarwiss., spez. Genetik, Pflanzenzüchtung u. Züchtungsforschung an der MLU Halle, anschl. wiss. Ass. am Inst. für Kulturpflanzenforschung (später ZI für Genetik u. Kulturpflanzenforschung), Abt. Genetik, in Gatersleben, dort 1956 Prom. mit einer Studie über Intrahaploidpaarung u. Meiose-Ablauf bei haploiden Formen von Antirrhinum majus; 1956 – 59 Oberass., 1959 – 68 wiss. Arbeitsltr., 1968 – 91 Ltr. der Abt. Zytogenetik; 1969 Prof. für Genetik; 1969 – 85 Ltr. des Bereichs Molekular- u. Zellgenetik; 1969 Mitgl. der Leopoldina; 1972 Korr. u. 1975 Ord. Mitgl. der AdW; zwischen 1971 u. 1985 mehrfach über langjährige Intervalle stellv. bzw. kommissar. Dir. des Gaterslebener Inst., dort bis zum Ruhestand im Jahr 1995 wiss. Mitarbeiter; lebt in Gatersleben. R. gelangen die internat. erstmalige Entw. »synthetischer Karyotypen« mit rekonstruierten Chromosomen bei Vicia faba, der Nachweis von Nukleardominanz in gezielt rekonstruierten Translokationskaryotypen der Gerste sowie der Nachweis von durch Streßfaktoren induzierbaren zellulären Schutzmechanismen gegen die Induktion von chromatidalen Strukturumbauten bei höheren Pflanzen in vivo. Außerdem legte er neue Befunde zu Mechanismen der Karyotypevolution vor; Mithrsg. der Ztschr. »Biolog. Zentralblatt« (1969 – 91) u. »Kulturpflanze« (1969 – 90) sowie Mitgl. des Redaktionsbeirates von »Mutation Research« (1964 – 79). R. zählte zu den internat. wirksamsten Genetikern der DDR; mehr als 100 Originalpubl., Übers. ins Russische, Polnische, Spanische, Chinesische.Wörterbuch der Genetik. In: Der Züchter (1955) SH 1 (mit A. Michaelis); Genommutation. Jena 1962; Chromosomenmutationen. Jena 1967 (mit A. Michaelis); Glossary of Genetics and Cytogenetics. Heidelberg – Berlin 1968 – 1991 (5. Auflage) (mit A. Michaelis u. M. M. Green). Schulz, J.: Gatersleben im Spannungsfeld zwischen internat. Genetik-Forschung, offiziell vorgegebenen Forschungsrichtungen u. polit. Einflüssen. In: Weisemann, K. u. a. (Hrsg.): Wiss. u. Politik – Genetik u. Humangenetik in der DDR (1949 – 1989). Münster 1997.Jörg Schulz; Jg. 1959; Wissenschaftshistoriker in Berlin.

Wer war wer in DDR

Rieke, Karl

* 10.3.1929

Geb. in Brandenb., Vater Arbeiter; Grund- u. Mittelschule; 1944 – 46 landw. Lehre; 1949 SED; 1949 – 54 Wirtschafts- bzw. Betriebsltr. volkseigener Güter; seit 1954 Vors. der LPG »Einigkeit« in Rogäsen (Krs. Brandenb.); 1956 – 60 ehrenamtl. Mitgl. des Rats des Krs.: 1958 – 67 Mitgl. der SED-BL Potsdam; 1959 FS für Landw. in Oranienburg, staatl. geprüfter Landwirt; 1960 – 71 Mitgl. des Staatsrats; 1961 – 63 Vors. des Zentr. LPG-Beirats beim Min.-Rat (Nachf. von  Paul Scholz); 1963 – 68 Mitgl. des Landw.-Rats der DDR; 1963 – 71 Abg. der Volkskammer; 1963 – 71 Mitgl. des ZK der SED; 1965 VVO.Siegfried Kuntsche

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Ries, Joseph

* 7.11.1900 – ✝ 9.3.1933

Geboren am 7. November 1900 in Bochum, Sohn eines Schneidermeisters, der Vater starb, als Joseph zehn Jahre alt war, seine Mutter eröffnete eine private Handarbeitsschule und ernährte so ihre zwei Söhne. Die linke Körperseite von Josef Ries war durch eine überstandene Kinderlähmung erheblich behindert, er lernte Buchhändler. Damals stark nationalistisch eingestellt, verfaßte er während des Krieges in seiner Lehrzeit ein Jugenddrama unter dem Titel »Unsere Emden«. 1918 übersiedelte er nach Erfurt, arbeitete als Buchhändler. Ein Jahr später wurde Ries, der inzwischen auch einen Gedichtband publiziert hatte, Initiator und Mitbegründer des Verlages für Jugendliteratur Aufgang und gab die bürgerliche Jugendzeitschrift »Aufgang« heraus. Nachdem der Verlag 1920 in Konkurs ging, arbeitete er wieder als Buchhändler. Ries war zunächst eifriger Anhänger einer religiösen Sekte, der Gottsucher-Much-Lamberts, doch wurde er bald radikal und wandte sich der politischen Linken zu. 1922 trat er der KJD und 1923 der KPD bei. Er betrieb Kunststudien und war bis 1928 als Maler und Dekorationsmaler tätig. 1928 besuchte Ries die KPD-Parteischule und kam als Redakteur an die KPD-Zeitung »Arbeiterwille« Suhl (Nachfolgeorgan des mit Guido Heym zum Leninbund bzw. zur SPD gegangenen »Volkswillens«) und übernahm 1929 die Chefredaktion dieser Zeitung. Ab Spätsommer 1929 Redakteur am »Roten Echo« in Gotha, 1930 am »Thüringer Volksblatt« in Erfurt. Er blieb bis 1933 Redakteur, zugleich Mitglied der BL Thüringen und einer ihrer bekanntesten Ideologen und Redner. Nach dem Verbot des »Thüringer Volksblattes« im Februar 1933 lebte Ries illegal. Am 9. März 1933 verhaftet, nach fürchterlichen Folterungen von der SA aus dem Gefängnis geholt und am 28. Juni 1933 angeblich »auf der Flucht« niedergeschossen. Bereits einige Stunden danach starb Joseph Ries im Krankenhaus.

Wer war wer in DDR

Rietschel, Lona

* 21.9.1933 – ✝ 19.12.2017

Geb. in Reppen (Neumark/Rzepin, Polen); FS-Studium Modegrafik, später Zeichentrick; Arbeit als Modellschneiderin an der HS für Bildende Künste in Berlin; ab Mai 1960 Zeichnerin für die Bilderztschr. »Mosaik« von Hannes Hegen ( Johannes Hegenbarth); Mitarbeit an insgesamt mehr als 400 »Mosaik«-Heften; nach Hannes Hegens Ausscheiden nahm sie wesentl. Einfluß auf die Entw. der neuen Comic-Helden des »Mosaik« – die »Abrafaxe«, Abrax, Babrax u. Califax; seit 1999 im Ruhestand; gest. in Berlin.Über die Schulter geschaut. In: Mosaik (1991) 12; Aus den Archiven des Mosaiks. In: Mosaik 200 (Aug. 1992); Lettkemann, G., Scholz, M. F.: »Schuldig ist schließlich jeder ...« – Comics in der DDR. Berlin 1994; Friske, M.: Die Geschichte des »MOSAIK von Hannes Hegen«. Berlin 2008.Michael F. Scholz

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Ringstorff, Harald

* 25.9.1939

Geb. in Wittenburg (Krs. Hagenow); Grundschule in Wittenburg, OS in Hagenow, 1958 Abitur; 1959/60 NVA; 1960 – 65 Studium der Chemie an der WPU Rostock, Dipl.-Chem.; anschl. wiss. Mitarb., 1969 Prom. mit voltametr. Untersuchungen über einen neuartigen Einsatz der stationären Quecksilberelektrode zur Spurenanalyse; danach bis 1987 Chemiker im VEB Kombinat Schiffbau in Rostock; 1987 Ltr. der Außenstelle Schiffsfarben Küste des VEB Kombinat Lacke u. Farben in Rostock; 1989 Mitbegr. der SDP Rostock; 1990 Vors. des SPD-KV Rostock; März 1990 – Apr. 2003 Landesvors. der SPD Mecklenb.-Vorpomm.; März – Okt. 1990 Mitgl. des Parteivorst. der SPD der DDR u. Mitgl. der Volkskammer. Seit Okt. 1990 MdL Mecklenb.-Vorpomm., 1990 – 94 u. 1996 – 98 Vors. der SPD-Frakt.; 1991 – 95 Vors. des SPD-Bundesparteirats; 1994, 1998, 2002 u. 2006 Spitzenkand. der SPD zu den Landtagswahlen in Mecklenb.-Vorpomm.; 1994 – 96 Min. für Wirtsch. (Nachf. von Conrad-Michael Lehment) u. Angelegenh. der EU (Nachf. von Herbert Helmrich) sowie stellv. Ministerpräs., 3.11.1998 – 6.10.2008 Ministerpräs. des Landes Mecklenb.-Vorpomm. (Nachf. von  Bernd Seite) u. bis Sept. 2000 zugl. Landesmin. der Justiz (Nachf. von Rolf Eggert); Nov. 2006 – Okt. 2007 Präs. des Bundesrats; 2007 Bundesverdienstkreuz.Voltammetrische Untersuchungen. Rostock 1969; Vertrauen durch Stehvermögen u. Verläßlichkeit zurückgewinnen. Berlin 2006; Vision MV. Schwerin. 2006.Helmut Müller-Enbergs

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Rintelen, Friedrich Maria

* 12.12.1899 – ✝ 9.11.1988

Geb. in Ahlen (Westf.); Vater Jurist; 1917 – 19 Militärdienst; 1919 Abitur; 1919 – 24 Studium der Theol. in Paderborn u. München; 1924 Priesterweihe in Paderborn; 1924 – 27 Vikar in Egeln (Sachsen-Anh.); 1927 – 36 Vikar u. Studentenseelsorger in Halle; 1935 Prom. zum Dr. theol.; 1936 – 39 Gen.-Sekr. der Akadem. Bonifatius-Einigung in Paderborn; 1939 – 41 Pfarrer in Paderborn; 1941 – 51 Gen.-Vikar der Erzdiözese Paderborn. 1951 Übersiedl. als Erzbischöfl. Kommissar nach Magdeburg; 1952 Weihbischof in Magdeburg (Nachf. von  Wilhelm Weskamm); Juli 1970 Rücktritt als Weihbischof nach langj. kirchl. Intrigen zu seiner Ablösung, Amtsübergabe an den Adjutor-Bischof  Johannes Braun u. Übersiedl. nach Paderborn, 1971 Ruhestand; gest. in Paderborn.Erinnerungen ohne Tagebuch. Paderborn 1982. Schäfer, B.: Staat und kath. Kirche in der DDR. Köln, Weimar 1998.Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Ritschl, Rudolf

* 7.12.1902 – ✝ 8.11.1982

Geb. in Bonn; Vater Prof. der Theol.; 1912 – 21 Städt. Gymnasium Bonn; 1921 – 27 Studium der Mathematik, Physik u. Chemie in Freiburg, Göttingen u. Bonn, hier 1927 Prom.; 1927/28 Assistent bei James Franck in Göttingen; ab 1928 wiss. Angest. bei Friedrich Paschen u. Johannes Stark an der Physikal.-Techn. Reichsanstalt (PTR) in Berlin; ab 1936 Reg.-Rat u. ab 1941 Mitgl. der PTR; NSDAP; 1936 Habil. für Physik an der Univ. Berlin; 1937 Doz. für Experimentalphysik, 1942 außerplanm. Prof.; 1939 – 44 Wehrdienst beim Reichswetterdienst. 1946/47 Mitarb. des Opt. Inst. von Ernst Lau in Berlin-Karow (Arbeitsgr. des Konstruktionsbüros der sowj. Kriegsmarine, wurde 1948 Opt. Laboratorium der DAW); 1948 – 59 wiss. Mitarb. u. 1959 – 67 Dir. des Inst. für Optik u. Spektroskopie der DAW; 1949 – 60 Dir. des 1. Physikal. Inst. der HU Berlin (bis 1952 kommissar.); 1949 Prof. für Physik; 1952 Prof. für Experimentalphysik; 1953 – 65 Fachrichtungsltr. für Physik; 1968 em.; gest. in Berlin. Hauptarbeitsgebiete: Atom- u. Molekülspektren, opt. Spektroskopie, Feinstruktur des Zeemann- u. Stark-Effekts, Polarisation, Eigenschaften dünner Metallschichten u. Kristallphosphore, Laser; Mithrsg. der Ztschr. »Fortschritte der Physik«; mehr als 70 wiss. Aufsätze.Peter Nötzold