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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Saeger, Uwe

* 3.1.1948

Geb. in Ueckermünde (Mecklenb.); Vater Fischer; 1966 Abitur; 1966 – 70 Studium der Pädagogik an der EMAU Greifswald; 1970 – 76 Lehrer in Ueckermünde; 1972 – 73 Armeedienst; seit 1976 freischaff. Schriftst. (Dramatik, Prosa, Essays, Hörspiele, Filmszenarien); erster Prosaband »Grüner Fisch mit gelben Augen«; 1983 UA des erfolgr. Theaterstücks »Flugversuch« in Leipzig (1986 in Osnabrück); 1987 Ingeborg-Bachmann-Preis für »Aus einem Herbst jagdbaren Wildes«, Glasnost-Geschichte über einen »armseligen« Funktionär; problemorientierte, alltagsbezogene, illusionsarme, detailreich-realist. Texte von moralischem Versagen, Aggressionen, Ausgrenzungen u. Aufbegehren. 1993 Adolf-Grimme-Preis für das Drehbuch zu »Landschaft mit Dornen«; 1995 UA des Theaterstücks »EndeAnfangEnde« in Stendal; 1996 Kulturpreis des Landes Mecklenb.-Vorpom.Nöhr. Rostock 1980; Warten auf Schnee. Rostock 1981; Sinon oder die gefällige Lüge. Berlin 1983; Einer hat getötet. Berlin 1984; Die Nacht danach u. der Morgen. München 1991; Verkleidungen. Gifkendorf 1998; Laokoons Traum. Gifkendorf 2002; Das Unerwartete. Rostock 2003.Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Sagert, Horst

* 13.10.1934 – ✝ 8.5.2014

Geb. in Dramburg (Pommern / Drawsko, Polen); Vater Bäcker; 1945 Übersiedl. nach Hagenow (Mecklenb.); 1953 Abitur u. Beginn des Studiums an der Kunst-HS Berlin-Weißensee, Schüler von  Heinrich Kilger; 1958 Dipl. als Bühnenbildner; anschl. Aspirantur (abgebrochen) u. freischaff. Tätigkeit in Berlin; 1963 Engagement am Dt. Theater Berlin (DT); dort 1963 Ausstattung für »Rote Rosen für mich« (R: Ernst Kahler) u. »Der Tartüff« (R:  Benno Besson), dazu zahlr. Figurinen u. szen. Tableaus als selbst. Kunstwerke, wie auch später zu anderen u. eigenen Inszenierungen, ferner Theatervorhänge, u. a. »Der Drache«, sowie künstler. Bühnenmodelle u. Inszenierungsplakate; 1964 an der Staatsoper Berlin »Aufstieg u. Fall der Stadt Mahagonny« (R:  Fritz Bennewitz); ab 1965 wieder am DT: »Der Drache« (R: Benno Besson), 1967 »Ödipus Tyrann« (auch kunstvolle Ledermasken, R: Benno Besson); 1968 UA »Horizonte« mit dem Arbeitertheater des VEB Erdölverarbeitungswerk Schwedt (R: zus. mit Benno Besson u. a., Patenschaftsarbeit des DT); 1969 UA »Turandot oder Der Kongreß der Weißwäscher« am Schauspielhaus Zürich (gem. Inszenierungen: Benno Besson / H. S.); am DT 1970 »Doña Rosita bleibt ledig oder Die Sprache der Blumen« (R: Siegfried Höchst / H. S.); mit »Doña Rosita bleibt ledig« (DT Berlin) beste Inszenierung auf der Biennale 1971 in Venedig (30. Internat. Festival der Schauspieltheater); 1971 Teiln. an der II. Prager Quadriennale (Weltausstellung des Bühnenbilds u. der Theaterarchitektur) u. Auszeichnung mit der Goldenen Triga für den DDR-Beitrag unter ausdrückl. Erwähnung der Werke von H. S.; 1971/72 Arbeit am DT an »Die Komödie von König Bamba« (nicht realisiert wegen künstler. Differenzen); seit 1972 häufiger Rückzug in die Mark Brandenb., malerisches Schaffen, bes. Landschaften seiner Umgebung; 1976 »Lieder u. Geschichten aus dem Mondlicht« (zehn Zeichnungen für das Programmheft »Ein Sommernachtstraum«, Bühnen der Stadt Köln, R: Hansgünther Heyme); 1977 am DT Ausstattung von »Medea«, Abbruch vor der Premiere wegen künstler. Differenzen; 1977/78 Teiln. an der VIII. Kunstausstellung der DDR in Dresden u. an der IV. Internationalen Prager Quadriennale, Verleihung der Goldmedaille für die Arbeiten zu »König Bamba« u. »Medea«; Puppenspiel »Schweinehonig« 1979 (Fragment); 1984 Inszenierung/Ausstattung von »Faust«-Szenen am Berliner Ensemble; seit 1966 zunehmend auch als Illustrator tätig (Trilogie von Cesare Pavese), mehrere Buchill., u. a. »Zwei u. ein Apfel« (1965), »Die geschwätzigen Kleinode« (Publ. 1965 abgebrochen), »Verse für Verliebte« (1974); zahlr. Werke wurden vom Kupferstichkabinett Dresden u. Kupferstichkabinett Berlin erworben; 1979 Ausstellung »H. S. Bühnenbilder u. Bilder« im Bode-Museum Berlin (Gestaltung / Inszenierung u. Kat. von H. S.). 1998 Kunstpreis Berlin der AdK. Gest. in Berlin.Lang, L.: H. S. Bühnenbilder u. Figurinen zu J. Schwarz’ »Der Drache«. Leipzig 1971; de Bruyn, G.: Begegnung mit H. S. In: Sonntag (1979) 1; Dieckmann, F.: H. S. In: Kat. »Zeichnungen«. Dresden 1974.Aune Renk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Salzsieder, Karl

* 16.5.1885 – ✝ 8.2.1963

Geboren am 16. Mai 1885 in Pielburg/Krs. Neustettin, Sohn eines Eisenbahners; Landarbeiter, 1901 übersiedelte er nach Köln, war in der Holzindustrie tätig. Von 1905 bis 1907 Militärdienst, anschließend Arbeiter in Duisburg, ab 1910 in Berlin. 1912 Krankenpfle- ger an der Fachschule für Bade- und Massagewesen, 1914 an der Heil- und Pflegeanstalt in Berlin-Buch. Im August 1914 zum Sanitätsdienst eingezogen, nach Kriegsende zurück nach Berlin-Buch, trat im Januar 1919 der KPD bei, war aber gleichzeitig Leiter der USPD-Ortsgruppe Berlin-Buch. Von Dezember 1920 bis 1932 führte er dort die KPD. Salzsieder gehörte 1924 zu den Mitbegründern des RFB und war eineinhalb Jahre lang Geschäftsführer der RFB-Bundesleitung. 1925 von Ernst Thälmann und Willy Leow abgesetzt, kam er im Mai 1926 in den Magistratsdienst nach Berlin-Buch und wurde im November 1929 in die Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin gewählt. Im Juni 1931 aus dem Magistratsdienst entlassen wegen eines Tumults in der Sitzung der Berliner Stadtverordnetenversammlung am 27.November 1930: Als die KPD-Abgeordneten von der Teilnahme ausgeschlossen werden sollten, hatte sich Salzsieder durch »Verwendung von Stuhlbeinen als Wurfgeschosse« besonders heftig gegen den Ausschluß zur Wehr gesetzt. Anschließend Funktionär der KPD-nahen Kleingärtner- und Siedlerbewegung, wurde dort 1.Vorsitzender der Reichsorganisation. Am 28.Februar 1933 verhaftet, saß er bis Ende August 1933 in Berlin-Spandau in »Schutzhaft«. Aus dem Ortsteil Berlin-Buch 1936 ausgewiesen, von 1938 bis 1944 Betriebssanitäter in Berlin-Tempelhof. 1938 und im August 1944 zeitweilig inhaftiert, u. a. im KZ Sachsenhausen, Anfang Mai 1945 kehrte Salzsieder nach Berlin-Buch zurück. Dort von der sowjetischen Kommandantur Mitte Mai zum Verwaltungsleiter der Krankenanstalt ernannt, von Juni 1945 bis Oktober 1947 geriet er in NKWD-Haft. Danach wieder Verwaltungsangestellter in Berlin-Buch. Karl Salzsieder starb am 8. Februar 1963 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Sanderling, Kurt

* 19.9.1912 – ✝ 17.9.2011

Geb. in Arys (Krs. Johannisburg, Ostpr. / Orzysz, Polen) in einer jüd. Familie; Vater Kfm.; 1916 erster Klavieruntericht; 1922 Gymnasium Königsberg; Klavier- u. Theorieuntericht; 1926 Übersiedl. nach Berlin; Forts. des Unterrichts, Abitur; 1931 – 33 pianist. Tätigkeit, Korrepetitor an der Städt. Oper Berlin; 1933 als »Nichtarier« entlassen, Berufsverbot, versch. künstler. Tätigkeiten im Jüd. KB Berlin-Charlottenburg, Dirigent des jüd. Orchesters; 1935 Emigr. in die Schweiz; Nov. 1935 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; kam Anf. 1936 als Assistent des Dirigenten Georges Sebastian in die UdSSR; Dirigent beim Moskauer Rundfunk; 1937 erstes Dirigat (»Entführung aus dem Serail«); 1939 Chefdirigent der Philharmonie Charkow; sowj. Staatsbürgerschaft; 1941 – 60 Dirigent des Symphonieorchesters der Leningrader Philharmonie; 1941 Evakuierung nach Alma Ata, dann nach Nowosibirsk; Ende 1941 Eheschließung mit Nina Schey; 1944 Rückkehr nach Leningrad; 1945/ 46 Prof. u. Ltg. einer Dirigentenklasse am Leningrader Konservatorium; Kritik in der Fachpresse wg. »Objektivismus« u. »Manierismus«, durch Intervention von D. Schostakowitsch bei Stalin vor weiterer Verfolgung bewahrt. 1956 »Verdienter Kunstschaffender der RSFSR«; Prof.; Gastdirigent großer sowj. Orchester; Juni 1960 Übersiedl. in die DDR; DDR-Staatsbürgerschaft; 1960 – 77 Chefdirigent u. künstler. Ltr. des Berliner Sinfonieorchesters; Gen.-Musikdir.; 1964 – 67 gleichz. Chefdirigent der Staatskapelle Dresden; 1961 Mitgl. der DAK; 1969 VVO; 1962, 1974 u. 1987 NP; 1975 Goethe-Preis u. Orden der Völkerfreundschaft (UdSSR); 1977 Stern der Völkerfreundschaft; seit 1977 widmete sich S. ausschl. seinen zahlr. Gastspielverpflichtungen im In- und Ausland; 1982 KMO; 1984 Mitgl. des Kuratoriums des Schauspielhauses Berlin; K. S.s Repertoire umfaßt klass. dt. u. russ. sowie Gegenwartskomponisten; 1997 Bundesverdienstkreuz; 2002 Abschiedskonzert in Berlin. Gest. in Berlin.Bitterlich, H.: K. S. Leipzig 1987; Momin, U. R.: Andere machten Geschichte, ich machte Musik – Die Lebensgeschichte des Dirigenten K. S. in Gesprächen u. Dokumenten. Berlin 2002; Feinberg, A.: Nachklänge. Berlin 2005.Peter Erler / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Sanke, Heinz Friedrich Wilhelm

* 28.3.1915 – ✝ 25.3.1997

Geb. in Berlin; Vater Werbekaufm.; ab 1921 Volks-, Real- u. Friedrich-Ebert-Oberrealschule Berlin, 1934 Abitur; anschl. Studium der Betriebswirtschaft u. Wirtschaftsgeographie an der Wirtschaftshochschule Berlin, 1938 Dipl.-Kaufm., 1941 Dr. rer. pol.; 1941 – 45 Wehrmacht. Okt. 1945 – Aug. 1946 Lehrer an der Berufsschule u. Volkshochschule Werneuchen, danach Doz. an der Bundesschule des FDGB in Bernau; 1945 / 46 KPD / SED; 1948 – 50 Mitarb. der Dt. Verwaltung für Volksbildung Berlin; 1950 Habil. für Wirtschaftsgeographie an der HU Berlin, danach dort ord. Prof. u. Dir. des Inst. für Wirtschaftsgeographie, ab 1951 Inst. für Polit. u. Ökon. Geographie; 1961 korr. u. 1964 ord. Mitgl. der DAW; 1963 – 65 Prorektor, 1965 – 67 Rektor der HU Berlin (Nachf. von  Kurt Schröder), 1967 – 75 Dir. des 1966 neugegr. Geograph. Inst. (ab 1968 Sektion Geographie); 1959, 1966 u. 1975 VVO; 1964 Hermann-Haack-Med.; 1975 Ehrenmitgl. der Geograph. Gesell.; 1980 Verdienter Hochschullehrer der DDR; 1983 NP; 1980 em.; gest. in Berlin. Arbeitsschwerpunkt: Polit. u. Ökon. Geographie, die in ihrer marxist. Ausrichtung von S. wesentlich mit geprägt wurde.Die Erdölwirtschaft des Imperialismus in ihren geographischen Grundlagen. 1951; Polit. u. Ökon. Geographie. 1955 (Hrsg., Mitautor).Horst Kant

Wer war wer in DDR

Saß, Katrin

* 23.10.1956

Geb. in Schwerin; Vater Angest. des Rates des Bez. u. Hausmann, Mutter Volksschauspielerin plattdt. Mundart (Marga Heiden); OS, Abitur; Lehre als Telefonistin (Facharbeiter für Fernsprechverkehr); nach Ablehnung an der Berliner Schauspielschule 1975 – 78 Studium an der Schauspielschule Rostock; nebenher am Theater in Schwerin; 1978 von Regisseur  Heiner Carow für den Film entdeckt (»Bis daß der Tod euch scheidet«, 1979); Engagement am Kleist-Theater in Frankfurt (O.), vor allem in Märchenstücken; ab 1981 zunächst als Gast am Theater des Friedens Halle, später dort Engagement unter  Peter Sodann, u. a. als stumme Kathrin in  Bertolt Brechts »Mutter Courage u. ihre Kinder«, als Julia in Shakespeares »Romeo u. Julia«, in Stücken von  Volker Braun u.  Heiner Müller, auch Gesang u. Tanz in der »Revue 50«; nebenher auch Filmarbeit, u. a. Hauptrolle in »Bürgschaft für ein Jahr« (1981, Regie Herrmann Zschoche), dafür 1982 Silberner Bär auf der Berlinale Berlin (West), danach zeitw. keine Rollen mehr bei der DEFA; ab 1985 wieder im Film, u. a. in »Meine Frau Inge u. meine Frau Schmidt« (1985, Regie Roland Oehme), »Das Haus am Fluß« (1986, Regie  Roland Gräf), »Der Traum vom Elch« (1986, Regie Siegfried Kühn), »Fallada – letztes Kapitel« (1988, Regie R. Gräf), »Heute sterben immer nur die anderen« (1990, Regie S. Kühn); beim DFF u. a. in »Polizeiruf 110« u. »Der Staatsanwalt hat das Wort«; bis 1990 Engagement am Schauspielhaus Leipzig. Nach 1990 zunächst in kleineren Fernsehrollen, u. a. 1993 – 98 als Kommissarin Tanja Voigt im »Polizeiruf 110« (ORB); 1991 – 2007 verh. mit dem Regisseur Siegfried Kühn; 1997 wieder in einem Kinofilm (»Härtetest«, R: Janek Rieke), 2001 Hauptrolle in »Heidi M.« (R: Michael Klier), Dt. Filmpreis u. Preis der dt. Filmkritik; 2003 in »Good bye, Lenin!« (R: Wolfgang Becker, zahlr. Preise), 2008 in »Lulu u. Jimi« (R: Oskar Roehler); 2006 unter Klaus Maria Brandauer in Brechts »Dreigroschenoper« im Admiralspalast in Berlin; lebt in Berlin.Das Glück wird niemals alt. München 2003 (Autobiogr.).Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sattler, Fritz

* 1.6.1896 – ✝ 1.11.1964

Geboren am 1. Juni 1896 in Suhl, Sohn eines Graveurs; Verwaltungslehre, Angestellter in Suhl und Niederzwehren bei Kassel. Von 1915 bis 1918 Soldat im Weltkrieg. Danach Verwaltungsgehilfe beim Magistrat der Stadt Suhl, schloß sich der USPD, Ende 1920 der KPD an. Ab Januar 1921 bis Ende 1927 war Sattler Geschäftsführer der Zeitung »Volkswille« Suhl. Nach Übernahme dieser Zeitung durch die Anhänger des Leninbundes gründete er im Auftrag des ZK der KPD 1928 den Verlag Arbeiterwille. 1929 übernahm er die Leitung des Thüringer Volksverlages, ab August 1930 den Tribüne-Verlag in Magdeburg, im Juni 1932 den Verlag der Zeitung »Kämpfer« in Chemnitz. Im Juni 1933 festgenommen, blieb Sattler bis Dezember 1933 in Haft, danach Leiter der illegalen KPD im Bezirk Chemnitz-Erzgebirge. Am 16.April 1935 erneut verhaftet, wurde er am 18.Oktober 1935 durch den VGH zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt, zuletzt im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Sattler wurde 1945 Leiter des KPD-UB Suhl, dort bis 1946 2. Bürgermeister. Von August 1952 bis 1958 Vorsitzender des Rates des Bezirks Suhl. Er erhielt 1955 den VVO in Silber. Fritz Sattler starb am 1.November 1964.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sauer, Fritz

* 1904 – ✝ 28.5.1938

(* 1904 – † 1938) Geboren 1904 in Frankfurt/M.; studierte Nationalökonomie an der Handelshochschule seiner Geburtsstadt, anschließend an der Universität in Freiburg/Breisgau. In der kommunistischen Studentenbewegung aktiv, wurde er Mitglied der Reichsleitung der Kostufra. 1926 Diplom, 1929 Promotion in Frankfurt/M. mit der Dissertation »Wesen, Funktionen und Entwicklungstendenzen der Sozialpolitik und die Stellung der Sozialdemokratie zur Sozialpolitik bis 1914«. Mitglied des KJVD, trat 1927 der KPD bei. Als Publizist tätig, soll Sauer 1929 auch dem AM-Apparat angehört haben. 1930 Übersiedlung in die UdSSR, wurde Mitarbeiter des Marx-Engels-Lenin-Instituts (MELI), Abteilung Werke von Marx und Engels. Nach der Verhaftung des Leiters David Rjasanow im März 1931 wurde er im Zuge von Parteisäuberungen in die Komintern versetzt, dann Rückkehr ins MELI. 1931 von der KPD in die KPdSU überführt, dort 1933 wegen »versöhnlerischer Haltung« gerügt, dann aus der Partei ausgeschlossen. Im September 1936 wurde er aus dem MELI entlassen und sofort vom NKWD verhaftet. Fritz Sauer wurde als Opfer der Stalinschen Säuberungen am 28. Mai 1938 in Butowo erschossen. Seine Frau Irmgard (*1907) und beider Sohn Ernst (* 1934) wurden ebenfalls inhaftiert und sind im Gulag verschollen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Scariot, Camillo

* 13.9.1902 – ✝ 14.5.1982

Geboren am 13. September 1902 in Essen, Sohn des aus Italien stammenden Bergarbeiters Peter Scariot; zunächst Gärtnergehilfe, dann Gießereiarbeiter in Essen. Wegen politischer Aktivitäten gemaßregelt, war er später wie seine Brüder Kaminbauer. 1921 Mitglied der KJD, 1928 der KPD. Ab Mitte der zwanziger Jahre einer der führenden Funktionäre des KJVD im Ruhrgebiet, Mitglied der sogenannten Plenar-Zentrale des KJVD. Ab 1929 hauptamtlicher Funktionär in der BL Ruhrgebiet, u. a. UB-Sekretär in Bielefeld, beauftragt, trotzkistische Gruppen in Gütersloh und Paderborn zu »liquidieren«. Scariot nahm im Oktober 1930 unten den Decknamen Harry und Iwanow am zweiten Kurs der M-Schule der Komintern in Moskau teil. Nach seiner Rückkehr wurde er Leiter des UB Essen und gehörte zur Leitung des BB-Apparates der BL Ruhrgebiet. Er hatte 1932 mit dem Nachfolger von Wilhelm Florin, Max Opitz, politische und persönliche Auseinandersetzungen, legte seine Funktion nieder und wurde wieder Kaminbauer. Von März bis November 1933 in »Schutzhaft« in Kleve, betätigte er sich nach seiner Freilassung illegal für die KPD. 1936 erneut verhaftet und im Februar 1937 durch das OLG Hamm zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, im September 1940 entlassen, wurde er am 15. Mai 1943 abermals festgenommen und saß bis zur Befreiung im KZ Buchenwald. Nach Essen zurückgekehrt, wurde er Mitarbeiter der Essener Stadtpolizei und Vorsitzender der Entnazifizierungskommission. 1946 übersiedelte Scariot in die SBZ, zunächst Kaminbauer, dann Offizier der Volkspolizei in Thüringen. Wegen einer schweren Tbc ab 1950 nur noch hauptamtlicher DSF-Funktionär, ab 1958 Rentner. Camillo Scariot starb am 14. Mai 1982 in Wilhelmshorst, Krs. Potsdam. Sein Bruder Gurino Scariot (*12.12. 1905), wie er Mitglied und Funktionär des KJVD, kämpfte ab 1936 auf seiten der Spanischen Republik und fiel als Offizier der XI.Internationalen Brigade am 9.Juli 1937 in der Nähe der Stadt Brunete.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schabrod, Karl

* 9.10.1900 – ✝ 31.3.1981

Geboren am 9. Oktober 1900 in Perleberg/Krs. Westprignitz, Sohn eines Werkmeisters; lernte Tischler. Er schloß sich während seiner Wanderschaft 1920 dem Holzarbeiterverband, 1921 der Monistischen Jugend an, trat 1922 in die SPD ein und wurde Vorsitzender der SAJ in Karlsruhe. Nach Besuch der bekannten Heimvolksschule in Tinz 1924 Übertritt zur KJD, zog 1925 nach Düsseldorf, wo er zur KJVD-BL gehörte. Ab 1927 Redaktionsvolontär an der »Bergischen Volksstimme« in Remscheid, dann bis Januar 1929 Sekretär des KPD-UB Remscheid. Dort wegen Ablehnung des RGO-Kurses abgelöst, er kehrte nach Düsseldorf zurück und arbeitete für den illegalen RFB. 1930/31 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau. Anschließend Redakteur bei der »Freiheit« in Düsseldorf, ab Juli 1932 Orgleiter der RGO Niederrhein unter Carl Muhsal und Konrad Skrentny. Am 28. Februar 1933 verhaftet, bis 1. April 1934 in »Schutzhaft«. Nach seiner Freilassung Instrukteur des ZK der illegalen KPD im Ruhrgebiet. Am 28.Juli 1934 in Essen erneut verhaftet, am 22.Dezember 1935 vom OLG Hamm zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Im Mai 1945 aus dem Zuchthaus Werl befreit, ab September 1945 Sekretär für Agitation und Propaganda der KPD-BL Niederrhein, von Februar 1946 bis Juni 1947 Chefredakteur der »Freiheit«. Im Oktober 1946 in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt, dem er bis 1954 angehörte, von Juli 1947 an Vorsitzender der KPD-Fraktion. Nach dem Verbot der KPD im Sommer 1956 wurde er Sekretär des »Zentralrats zur Verteidigung demokratischer Rechte«. Er kandidierte ab 1956 wiederholt als unabhängiger Landtagskandidat, wurde mehrmals verurteilt, so u. a. 1959 zu neun Monaten Haft, 1962/63 zwei Jahre Gefängnis, wurde aber bedingt freigelassen. 1968 war er Mitbegründer der DKP und Mitglied in deren Zentraler Revisionskommission. Karl Schabrod starb am 31. März 1981 in Düsseldorf.

Wer war wer in DDR

Schädlich, Hans Joachim

* 8.10.1935

Geb. in Reichenbach (Vogtl.); Vater Kfm.; Volksschule in Reichenbach, OS in Bad Saarow u. Templin, 1954 Abitur; 1954 – 59 Studium der Germanistik an Univ. in Berlin u. Leipzig; 1960 Prom. mit einer Diss. über die »Phonologie des Ostvogtländischen«; 1959 – 76 Mitarb. der AdW; daneben freier Übersetzer; seine seit 1969 verf. Erzählungen wurden in der DDR nicht veröff.; Nov. 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung von  Wolf Biermann, daraufhin Entlassung von der AdW; anschl. freiberufl. Übersetzer; seit den 70er Jahren im OV »Schädling« des MfS erf. (zugleich Bespitzelung durch den eigenen Bruder Karlheinz S., dazu der Text »Die Sache mit B.«, 1992); Kandidat des SV; 1977 erste liter. Veröff. im Rowohlt-Verlag u. Ausreise aus der DDR; zunächst nach Hamburg u. Dahlenburg, seit 1979 in Berlin (West) wohnhaft. 1994 längerer Aufenthalt im Dickinson College (USA); Mitgl. der Akad. für Sprache u. Dichtung in Darmstadt; Mitgl. des PEN-Zentrums der Bundesrep. Dtl., 1996 ausgetreten; 1977 Rauriser Lit.-Preis; 1989 Thomas-Dehler-Preis; 1992 Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln; 1995 Hans-Sahl-Preis des Autorenkrs. der Bundesrep. Dtl.; 1996 Kleist-Preis u. Schiller-Gedächtnis-Preis des Landes Baden-Württemberg; 2003 Hoffmann-von-Fallersleben-Preis; 2005 Samuel-Bogumil-Linde-Preis; 2007 Großer Literaturpreis der Bayer. Akad. der Schönen Künste, Literaturpreis der Stadt Bremen.A Model of Standard German Intonation. Paris 1970 (Koautor); Versuchte Nähe. Reinbek 1977; Der Sprachabschneider. Reinbek 1980; Irgend etwas irgendwie. Assenheim 1984; Tallhover. Reinbek 1986; Ostwestberlin. Prosa. 1987; Schott. Reinbek 1992; Über Dreck, Pol. u. Lit. Berlin 1992; Protokoll eines Tribunals. Reinbek 1991 (Mithrsg.); Aktenkundig. Berlin 1992 (Mithrsg.); Trivialroman. Reinbek 1998; Gib ihm die Sprache. Leben u. Tod des Dichters Äsop. Reinbek 1999; Zwischen Schauplatz u. Elfenbeinturm. Göttingen 2001; Anders. Reinbek 2003; Der andere Blick. Reinbek 2005; Vorbei. Reinbek 2007. Arnold, H. L. (Hrsg.): H. J. S. München 1999; Neumann, M.: »? sozusagen kalt u. kommentarlos«. Die Moral der Mitschrift in H. J. S.s Prosa. In: Schmitz, W. (Hrsg.): Dt.-dt. Literaturexil. Dresden 2009; Schädlich, S.: Immer wieder Dezember. Der Westen, die Stasi, der Onkel u. ich. München 2009.Siegmar Faust / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaefter, Erna

* 24.6.1892 – ✝ 5.9.1968

Geboren am 24. Juni 1892 in Berlin als Erna Kosky, Tochter eines Lederarbeiters; Stenotypistin und Sekretärin. Im Sommer 1914 Heirat mit Richard Schaefter (* 1893 – † ?). Dieser war während der Novemberrevolution Kommandant des von Kommunisten besetzten Wolffschen Telegraphenbüros, mußte 1919 fliehen und arbeitete später bei der Russischen Telegraphenagentur ROSTA. Erna Schaefter wurde 1919 Mitglied der USPD, 1922 der KPD, arbeitete in Verlagsunternehmungen der KPD bzw. in der preußischen Landtagsfraktion, später auch in der juristischen Abteilung unter Felix Halle und ab 1928 als Sekretärin bei Eugen Schönhaar. Ab Oktober 1930 in der sowjetischen Handelsvertretung beschäftigt, emigrierte sie 1934 in die Sowjetunion, dort Bibliothekarin in Podolsk. Ihr zweiter Mann war der ungarische Kommunist, Komintern-Funktionär und spätere Redakteur der »Roten Fahne« Béla Vago (* 1889 – † 1939). Er wurde am 28. Februar 1938 in Moskau vom NKWD verhaftet, der Spionage und der Teilnahme an einer konterrevolutionären terroristischen Organisation beschuldigt, am 10. März 1939 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Erna Schaefter saß bereits seit August 1937 in NKWD-Haft, wurde am 28. November 1937 wegen »Verdachts der Spionage« aus der Sowjetunion ausgewiesen und traf im Januar 1938 in NS-Deutschland ein. Nach Gestapoverhören fand sie als Sekretärin in Berlin Arbeit und bekam später Verbindung zur Widerstandsgruppe um Robert Uhrig. 1945/46 Mitglied der KPD/SED, zunächst im Magistrat von Groß-Berlin tätig, später in der Generaldirektion Kraftverkehr und Schiffahrtswesen, ab April 1949 bei der Deutschen Reichsbahn. Erna Schaefter starb am 5. September 1968 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Sägebrecht, Willy

* 21.2.1904 – ✝ 8.4.1981

Geb. in Groß Schönebeck (Krs. Niederbarnim); Vater Ziegelbrenner; 1910 – 18 Volksschule in Groß Schönebeck u. Liebenwalde; anschließend Land- u. Industriearb.; 1920 Dt. Holzarbeiterverb. u. SAJ; 1923 KJVD; Aug. 1925 KPD; 1928 – 32 Stadtverordn. in Liebenwalde u. Abg. des Krs.-Tags Niederbarnim; 1929 – 31 Ltr. des UB Nord der KPD-BL Berlin-Brandenb.; 1930/31 Teiln. am Kurs der M-Schule in Moskau; 1931 – 33 Instrukteur der KPD-BL Berlin-Brandenb.; 1932/33 Abg. des Preuß. Landtags; 1933 – 45 wegen illeg. politischer Tätigkeit in versch. Gefängnissen, 1936 wegen »intellektueller Willenstäterschaft« zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, 1941 – 45 KZ Sachsenhausen; April 1945 während des Todesmarsches nach Schwerin bei Below geflohen. 1945 Mitgl. der KPD-Initiativgr. für Berlin (Ltr.  Walter Ulbricht); Mitarb. in der Abt. Sozialwesen beim Magistrat von Groß-Ber- lin; 1945/46 Sekr. der KPD-BL Brandenb.; 1946 – 49 zus. mit  Friedrich Ebert Vors. des SED-LV Brandenb.; 1946 – 50 Abg. des Landtags Brandenb.; 1946 – 63 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED; 1949 – 52 Vors. bzw. 1. Sekr. der SED-LL Brandenb.; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats, 1949 – 58 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1952 – 54 Staatssekr. u. 1. Stellv. des Vors. der SPK; ab 1954 Oberst der KVP; ab 1956 Oberst der NVA; ab Sept. 1957 Ltr. der »Verw. für Koordination«, des militär. Nachrichtendienstes der DDR (Nachf. von  Karl Linke); Aug. 1959 offiz. aus gesundheitl. Gründen ausgeschieden; Ruhestand; 1979 VVO; gest. in Berlin.Nicht Amboß, sondern Hammer sein. Erinnerungen. Berlin 1968. Wegmann, B.: Biogr. Portrait W. S. In: Ders.: Die Militäraufklärung der NVA. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sahling, Hans

* 29.8.1904 – ✝ 24.11.1984

Geboren am 29. August 1904, Sohn der ledigen Schneiderin Liane Henriette Sahling; lernte Zimmermann. 1923 wurde er Mitglied der KJD und nahm am Hamburger Aufstand teil. 1925 Mitglied des RFB, 1927 der KPD. 1929/30 Angestellter bei der deutsch-sowjetischen Handelsgesellschaft Derutra in Hamburg. Ab 1929 Mitglied der BL Wasserkante, Sahling arbeitete von 1930 bis 1933 als hauptamtlicher KPD-Funktionär in Hamburg, Mitglied der Gauleitung des illegalen RFB. Von 1930 bis Anfang 1933 Sekretär für Propaganda bzw. Orgleiter der KPD-BL Wasserkante. Im September 1931 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt, der er aber nur ein Jahr angehörte. Bereits am 3. März 1933 inhaftiert, saß er bis Anfang 1934 im KZ Fuhlsbüttel, am 21. März 1934 erneut festgenommen und im November 1935 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 21. März 1941 freigelassen, arbeitete Sahling bis 1945 als Zimmermann. Vom Sommer 1945 bis Frühjahr 1947 hauptamtlicher Sekretär der KPD in Hamburg, übersiedelte dann in die SBZ. Dort Mitglied der SED und seit Juni 1947 Leiter der Polizei in Greifswald, 1949 Chef der Kriminalpolizei Mecklenburg und ab 1950 Chef der Kriminalpolizei in Sachsen. Im September 1951 wurde Sahling aus dem Polizeidienst entlassen, da er aus den Westzonen kam. Er war 1953 in der Staatlichen Versicherung Dresden, dann Leiter der Staatlichen Versicherung im Bezirk Karl-Marx-Stadt, ab Mai 1955 1. Sekretär der SED-Stadtleitung Karl-Marx-Stadt. 1960 abgelöst und bis 1962 Kaderleiter in der VVB Baustoffversorgung in Karl-Marx-Stadt, er erhielt 1980 den VVO in Gold. Hans Sahling starb am 24. November 1984 in Karl-Marx-Stadt.

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Sämisch, Arthur

* 21.2.1878 – ✝ 6.6.1940

Geboren am 21. Februar 1878 in Markranstädt/ Sachsen. Nach der Kürschnerlehre auf Wanderschaft in Deutschland und im Ausland. 1904 Eintritt in die SPD. Von 1909 bis Anfang 1914 Krankenkassenangestellter in Schkeuditz, dort ab August 1914 bis 1917 SPD-Parteisekretär. Er war 1917/18 Soldat im Weltkrieg, trat 1917 zur USPD über, deren Sekretär in Halle, 1914 bis 1919 Stadtverordneter in Schkeuditz, später besoldeter Sekretär des DMV des Kreises Merseburg. Im Januar 1919 wurde Sämisch für die USPD in die Preußische Nationalversammlung gewählt, war im Oktober 1920 Delegierter des Spaltungsparteitags der USPD, ging mit der linken USPD zur KPD und gehörte von 1922 bis 1926 als Mitglied und Kassierer der KPD-BL Halle-Merseburg an. Auf dem VIII. Parteitag 1923 in die Revisionskommission berufen und im Februar 1924 in die Stadtverordnetenversammlung von Merseburg gewählt. Sämisch wurde 1927 zum Reichsrevisor der KPD ernannt und war zugleich Mitarbeiter des ZK in Berlin. 1929 Rückkehr nach Halle, dort Sekretär für Gewerkschaft in der BL bis 1931. Im Juni 1933 verhaftet, kam in »Schutzhaft«, im KZ Lichtenburg an Tuberkulose erkrankt, erblindet und daraufhin freigelassen. Arthur Sämisch starb am 6.Juni 1940 in Merseburg.

Wer war wer in DDR

Sandner, Ingo

* 12.1.1941

Geb. in Waldheim; 1957 – 61 ABF für Bildende Künste Dresden; 1961 – 63 Tätigkeit als Schrift- u. Plakatmaler; 1963 – 65 Stud. an der HS für Bildende Künste Dresden, Fachrichtung Malerei bei  Gerhard Bondzin, Günter Horlbeck, Hans Mroczinski; 1965 – 68 Stud. der Malerei u. Gemälderestaurierung am Surikow-Inst. Moskau u. in den Zentralen Restaurierungswerkstätten der RSFSR, Dipl.; 1968 – 74 Restaurator im Inst. für Denkmalpflege der DDR, Arbeitsstelle Dresden; 1969 – 74 Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee; 1970 – 74 Ltr. der Restaurierungswerkstätten; ab 1974 Aufbau der Abt. Restaurierung als neue Studienrichtung an der HS für Bildende Künste Dresden, ab 1975 Doz.; 1977 Prom. im Bereich Kunstwiss. an der KMU Leipzig; 1981 Prof. in Dresden; Mitgl. der internat. Denkmalschutzorg. ICOM u. des ICOMOS-Nationalkomitees der DDR; VBK; 1982 – 88 Rektor der HS für Bildende Künste Dresden; Humboldt-Med. 1994 – 2006 Prof. für Restaurierung u. Konservierung von Gemälden u. Holzskulpturen an der FH Köln; Gastvorlesungen in Dtl., Dänemark, England, Österreich, Schweiz u. Schweden; lebt in Dresden.Lehrbuch f. Gemälderestauratoren. Berlin 1990; Monographie über den Maler Hans Hesse. Dresden 1983; Spätgotische Tafelmalerei in Sachsen. Dresden / Basel 1993. 1947 – 1987. Vierzig Jahre Hochschule für Bildende Künste Dresden. Dresden 1987.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sanneck, Albert

* 13.1.1901 – ✝ 11.4.1988

Geboren am 13. Januar 1901 in Scharfstorf/Krs. Grevesmühlen (heute Wismar) als sechstes Kind der Tagelöhnerwitwe Marie Sanneck; arbeitete selbst in der Landwirtschaft. Im Oktober 1921 Übersiedlung nach Hamburg, bis 1925 Kutscher, dann Speditionsarbeiter. 1920 trat er der KPD bei, ab 1927 hauptamtlicher Funktionär, zuerst Redakteur an der »Hamburger Volkszeitung«. Sanneck kam 1928 in die BL Wasserkante und wurde Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft, der er bis 1931 angehörte. Nach Differenzen mit der Parteiführung trat er 1930 aus der KPD aus und wurde im gleichen Jahr Mitglied der SPD, für die er noch ein Jahr lang sein Mandat ausübte. Am 15. September 1933 wurde Sanneck verhaftet, am 16. Oktober 1933 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend bis 6. August 1937 »Schutzhaft« im KZ Sachsenhausen. Dann Notstandsarbeiter, später Vorlader bei Mineralölwerken in Hamburg. Sanneck trat 1945 wieder der KPD bei und war von 1946 bis 1951 2. Vorsitzender der IG Chemie Hamburg. Seit 1951 im Baufach tätig, ab 1966 Rentner und dann im Juni 1969 Mitglied der DKP in Hamburg. 1980 beantragte er seine Übersiedlung in die DDR, deren Staatsbürgerschaft erhielt er im Juli 1981 und wurde in die SED übernommen. Albert Sanneck wohnte in Wismar, wo er am 11.April 1988 starb, beigesetzt auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf an der Seite seiner 1979 verstorbenen Ehefrau.

Wer war wer in DDR

Sasse, Gertrud

* 24.2.1902 – ✝ 13.8.1994

Geb. in Berlin; Vater Beamter der Oberpostdirektion; Lyzeum u. Oberlyzeum in Berlin, 1921 Abitur; 1922/23 Höheres Lehrerinnenseminar; 1923/24 Chefsekr. in Berlin; 1924/25 Lehrerin in Belzig; 1925 – 33 Privatlehrerin für Fremdsprachen in Wernigerode; 1933 – 45 Berufsverbot. 1945 LDPD; Mitgl. ihres Krs.-Vorst. Wernigerode u. Krs.-Vors. des KB; Mitgl. des antifa. Frauenbunds; 1946 FDGB; 1946 – 49 Lehrerin, zul. stellv. Dir. der Gerhart-Hauptmann-OS in Wernigerode; 1947 DFD; ab 1949 Abg. der (Prov.) Volkskammer, stellv. Vors. der LDPD-Fraktion; 1950 – 58 Mitgl. des Aussch. für Volksbildung, danach Mitgl. des Aussch. für Kultur; Mitgl. des Friedensrats der DDR; 1950 – 58 Dir. der Adolf-Reichwein-OS in Halle; 1950 – 52 stellv. Vors. des LDPD-Landesverb. Sachsen-Anh. u. Abg. des Landtags; 1950 – 86 Vizepräs., danach Ehrenpräs. des KB; 1952 – 61 Vors. des LDPD-Bez.-Verb. Halle (seit 1959 hauptamtl.); 1952 – 82 Vors., 1982 – 90 Ehrenvors. der BL Halle; ab 1961 Mitgl. des Pol. Aussch. des Zentralvorst. der LDPD; 1960 Oberstudienrat; ab 1961 wiss. Mitarb. der Sekt. Erziehung-Wissenschaft der MLU Halle; 1962 Prof.; 1962 – 89 Vizepräs. der Freundschaftsges. DDR – Frankreich; 1970 VVO u. Stern der Völkerfreundschaft; März – Aug. 1990 Mitgl. des Bundes Freier Demokraten, dann FDP; gest. in Halle.Elke Reuter / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sattler, Karl

* 29.1.1896 – ✝ 8.5.1945

Geboren am 29. Januar 1896 in Mainz, Sohn eines Tagelöhners; Maschinenschlosser in Köln, trat 1922 in die KPD ein und gehörte seit 1925 der RFB-Gauleitung Mittelrhein an. Ab März 1929 war er Vorsitzender des Erwerbslosen-Bezirksausschusses und Mitglied der BL Mittelrhein. Im November 1929 in die Kölner Stadtverordnetenversammlung gewählt, war er 1930 KPD-Spitzenkandidat zu den Reichstagswahlen im Wahlkreis Köln-Aachen. Seine Kandidatur erregte Aufsehen, nachdem die sozialdemokratische »Rheinische Zeitung« enthüllte, daß Sattler in den Jahren 1918 bis 1921 wegen Betrugs, Unterschlagung und Diebstahls zu insgesamt zwei Jahren Gefängnis rechtskräftig verurteilt worden war. Die KPD hielt an Sattlers Kandidatur fest und verharmloste seine Vergehen als Jugendsünde. Er wurde am 14. September 1930 in den Reichstag gewählt, dem er bis Juli 1932 angehörte. Im September 1931 wegen Beleidigung des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Auf einer Parteiarbeiterkonferenz am 11. April 1932 wurde Sattler heftig kritisiert, für den Stimmenrückgang bei den Preußischen Landtagswahlen vom Vortage verantwortlich gemacht und als UB-Leiter nach Aachen versetzt. Nach dem Reichstagsbrand inhaftiert, saß er bis Anfang April 1934 in »Schutzhaft«, wurde dann im März 1937 vom OLG Hamm zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Anfang Januar 1941 zwar an seinen Wohnort Alsdorf bei Aachen entlassen, aber am 22. August 1944 im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« erneut festgenommen. Karl Sattler war zuletzt Häftling im KZ Bergen-Belsen, wo er am 8. Mai 1945 umgekommen sein soll. Dieses Todesdatum wurde 1950 vom Amtsgericht Aachen festgesetzt.

Wer war wer in DDR

Sauerbruch, Ferdinand

* 3.7.1875 – ✝ 2.7.1951

Geb. in Barmen; Vater Angest. einer Weberei; Gymnasium in Elberfeld u. Mülheim (Ruhr); 1895 – 1901 Med.-Studium in Marburg, Jena u. Leipzig; hier 1902 Prom.; 1901 – 03 Assistenzarzt in Erfurt u. am Patholog. Inst. des Krankenhauses Berlin-Moabit; 1903 – 05 Assistenzarzt an der Chirurg. Univ.-Klinik in Breslau (b. Johann v. Mikulicz); hier 1905 Habil. über die »Chirurgie des Brustteils der Speiseröhre«; seine Experimente mit einer Unterdruck-Operationskammer bereiteten den Weg für die Thoraxchirurgie; 1905 – 07 Oberarzt an der Chirurg. Univ.-Klinik in Greifswald; 1907 – 10 Ltr. der Chirurg. Poliklinik der Univ. Marburg; 1908 hier a. o. Prof.; 1910 – 18 Ordinarius für Chirurgie in Zürich; 1914/15 Teiln. am 1. Weltkrieg als beratender Chirurg eines Armeekorps, Konstrukt. einer verbesserten Handprothese mit Greiffunktion (»Sauerbruch-Hand«); 1918 – 28 Ordinarius für Chirurgie in München; Mitgl. des Preuß. Staatsrates; 1928 – 49 Ordinarius für Chirurgie an der Univ. Berlin u. Dir. der Chirurg. Klinik der Charité; im 2. Weltkrieg Gen.-Arzt der Wehrmacht; Mitgl. des Wiss. Senats des Heeressanitätswesens. Mai – Okt. 1945 Stadtrat u. Ltr. der Abt. für Gesundheitsdienst im Berliner Magistrat; Mitbegr. der CDU; 1949 em. als Prof. der HU Berlin; letzte Lebensjahre in Berlin-Grunewald; gest. in Berlin.Die Chirurgie der Brustorgane. 2 Bde. Berlin 1920 – 25; Das war mein Leben. München 1951 (verfilmt 1954). Genschorek, W.: F. S. Ein Leben für die Chirurgie. Leipzig 1978; Voßschulte, K. E.: F. S. (1875 – 1951). In: Klassiker der Med., Bd. 2, Von P. Pinel bis V. von Weizsäcker (Hrsg. D. von Engelhardt u. F. Hartmann).Peter Schneck

Wer war wer in DDR

Schablinski, Barbara

* 11.5.1941

Geb. in Sondershausen; Vater Postangest.; Grund- und Oberschule; 1959 – 60 Arbeiterin im VEB Braunkohlenkombinat Hoyerswerda; 1960 / 61 Praktikantin bei der Ztg. »Das Volk« in Erfurt; 1961 SED; 1961 – 65 Studium an der Sektion Journalistik der KMU Leipzig, Dipl.-Journalistin; 1966 – 71 Red. im ADN-Büro in Bonn (zus. mit Ehemann  Rolf S.); 1971 / 72 Vorbereitung auf Auslandseinsatz in Moskau, 1972 – 75 ADN-Korresp. in Moskau; 1975 Red., 1981 – 83 Abt.-Ltr. für Leserprobleme bei der Auslandsillustrierten »Freie Welt« in Berlin; 1984 / 85 Studium an der PHS der SED; 1985 Redaktionssekr. u. Mitgl. des Red.-Kolleg., 1986 1. Stellv. des Chefred., 1987 – 90 Chefred. der »Freien Welt« (Nachf. von  Joachim Umann); 1986 u. 1988 – 89 Mitgl. des ZV der DSF, Mitgl. des Sekr.; nach 1990 Mitarb. bei der »Berliner Zeitung«.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Schacht, Ulrich

* 9.3.1951 – ✝ 16.9.2018

Geb. im Frauenzuchthaus Hoheneck (Stollberg, Sachsen); Vater sowj. Offz., Mutter bis 1954 aus pol. Gründen inhaftiert; aufgew. in Wismar; bis 1965 Grundschule; bis 1968 Bäckerlehre; Hilfspfleger in der Psychiatrie; Studium der Ev. Theol. in Rostock u. Erfurt; Arbeit am Schweriner Staatstheater; Beobachtung u. Verfolgung durch das MfS seit 1970, OV »Vereinigung«; demonstrierte 1970 in Prag am Grab von Jan Palach, deshalb kurzz. Inhaftierung in der DDR; 1973 Verhaftung wegen seines Einsatzes für einen demokrat. Soz., Verurteilung zu sieben Jahren Freiheitsentzug (»staatsfeindl. Hetze«); 17.11.1976 Freikauf in die Bundesrep. Dtl.; lebte in Hamburg, seit 1998 in Schweden; Studium der Politikwiss. u. Philos.; 1976 – 92 SPD; seit 1984 Feuilletonred. der »Welt«; 1987 – 98 ltd. Red. für Kulturpol. der »Welt am Sonntag«; seither freiberufl.; erhielt für mehrere Lyrikbände u. a. den Andreas-Gryphius-Förderpreis, den Theodor-Wolff-Preis für hervorragende journalist. Leistungen, ferner das Stipendium des Alexander-Zinn-Preises; 2007 Dresdner Stadtschreiber; lebte in Schweden als freier Schriftsteller, gest. in Förslöv/Schweden.Traumgefahr. Pfullingen 1981; Scherbenspur. Zürich 1983; Hohenecker Protokolle. Zürich 1984; Brandenb. Konzerte. Stuttgart 1989; Lanzen im Eis. Stuttgart 1990; Gewissen ist Macht. Notwendige Reden, Essays, Kritiken zu Lit. u. Pol. in Dtl. München 1992; Die selbstbewußte Nation. Berlin 1994; Für eine Berliner Rep. München 1997 (Mithrsg.); Verrat. Die Welt hat sich gedreht. Berlin 2001; Die Treppe ins Meer. Hauzenberg 2003; Gott mehr gehorchen. Gießen 2005 (Mitautor); Hohenecker Protokolle. Leipzig 2009.Siegmar Faust

Wer war wer in DDR

Schaefer, Wolfgang

* 6.6.1934 – ✝ 19.6.2003

Geb. in Halberstadt; OS in Bitterfeld; Studium der Physik an der MLU Halle; anschl. in der Filmfabrik Wolfen zunächst im Labor für Analysenmeßtechnik tätig, dann Ltr. bei Rekonstruktions- u. Investitionsmaßnahmen, 1972 abgesetzt u. von weiteren Leitungsfunktionen ausgeschlossen; SED; Dez. 1989 SDP; ab Mai Abg. des Kreistags u. Dezernent für Wirtsch. des Krs. Bitterfeld. Okt. 1990 – 2002 MdL Sachsen-Anh., Vors. des Aussch. für Finanzen; 1992 Mitgl. des SPD-LV Sachsen-Anh.; seit Juni 1995 Stadtrat in Bitterfeld; 1994 – 98 Landesmin. der Finanzen u. 1998 – 2002 Präs. des Landtags von Sachsen-Anh. (Nachf. von  Klaus Keitel).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Schäfer, Albert

* 7.2.1914

Geb. in Marburg (Lahn); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Dreher; 1928 DMV; 1929 KJVD; nach 1933 illeg. Arbeit, zeitw. inhaftiert; 1943 Wehrmacht; 1945 frz. Kriegsgefangenschaft. 1945 KPD; 1946 SED: Org.-Ltr. der SED im Krs. Ostprignitz; später Instrukteur des SED-LV Brandenb., Studium an der LPS Schmerwitz; 1948 Ref. der Abt. Org. des ZS des SED-PV; Fernstudium an der PHS; 1951 – 53 Ltr. der Abt. Landw. des ZK der SED.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sägebrecht, Willy

* 21.2.1904 – ✝ 8.4.1981

Geboren am 21. Februar 1904 in Groß-Schönebeck/Krs. Niederbarnim, Sohn eines Landarbeiters; Land- und Fabrikarbeiter u. a. im Ruhrgebiet. 1923 Mitglied der KJD, 1925 der KPD. Er tendierte zur Weddinger Opposition, wandte sich aber nach einiger Zeit von ihr ab und gehörte ab 1927 zur KPD-BL Berlin-Brandenburg. Im November 1929 zum Stadtverordneten in Liebenwalde und zum Abgeordneten des Kreistages Niederbarnim gewählt. Ende 1929 Instrukteur im AM-Apparat der BL Berlin-Brandenburg, 1930/31 Kursant an der M-Schule in Moskau, anschließend hauptamtlicher Polleiter des UB Nord. Am 24. April 1932 wurde Sägebrecht in den Preußischen Landtag gewählt, dort am 21. Mai 1932 beteiligt an einer wüsten Saalschlacht zwischen KPD- und NSDAP-Abgeordneten. Von August Creutzburg erhielten er und Max Herm Ende 1932 den Auftrag, eine eigenständige BL Brandenburg zu bilden, Anfang 1933 Mitglied deren Sekretariats. Sägebrecht wurde bereits am 4. April 1933 mit Herm verhaftet und nach Mißhandlungen in einer SA-Kaserne in das KZ Sonnenburg eingeliefert, aus dem er Ende Oktober 1933 entlassen wurde. Er knüpfte Kontakte zum ehemaligen KPD-Reichstagsabgeordneten Albert Kayser, arbeitete illegal in Berliner Unterbezirken. Am 17. Dezember 1934 erneut festgenommen, im Januar 1936 vom VGH zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, war er bis 1945 ununterbrochen in verschiedenen Zuchthäusern und KZs. Beim Todesmarsch aus dem KZ Sachsenhausen nach Schwerin von sowjetischen Truppen befreit. Sägebrecht war Mitte Mai 1945 Mitarbeiter von Walter Ulbricht. Anschließend Angestellter in der Abteilung Sozialwesen, danach beteiligt am Aufbau der KPD-Provinzialleitung Brandenburg in Potsdam. Er gehörte zu jenen 19 Funktionären, die auf der Parteikonferenz der KPD am 2./3. März 1946 in das ZK der KPD kooptiert wurden. Bis 1949 stand er paritätisch mit Friedrich Ebert, nach dessen Weggang als Oberbürgermeister nach Ost-Berlin dann bis Sommer 1952 mit Paul Bismark an der Spitze der SED Land Brandenburg. Er wechselte 1954 zur KVP und wurde als Oberst Leiter der Verwaltung Koordinierung (Tarnbezeichnung für den militärischen Nachrichtendienst der NVA). 1959 offiziell aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden. Im Ruhestand veröffentlichte er 1968 seine Erinnerungen unter dem Titel: »Nicht Amboß, sondern Hammer sein«, 1979 erhielt er den Karl-Marx-Orden. Willy Sägebrecht starb am 8. April 1981 in Ost-Berlin. Bettina Engels veröffentlichte 2003 eine biographische Skizze über Willy Sägebrecht.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Sakowski, Helmut

* 1.6.1924 – ✝ 9.12.2005

Geb. in Jüterbog; Vater Angest., Obersteuerinspektor beim Finanzamt; 1931 – 41 Volks- u. Mittelschule in Gera; 1941 – 43 Ausbildung zum Förster beim Forstamt Katzhütte u. Wasungen/Thür.; Sept. 1942 NSDAP; 1943 – 45 Wehrmacht (Div. »Hermann Göring«); 1945/ 46 Kriegsgefangenschaft in Kyborg (Dänemark). 1946 Rückkehr nach Dtl.; Hilfsförster in Mansfeld u. Bräunrode; 1947 SED; 1947 – 49 FS für Forstw. in Stollberg/Thür u. Kochstedt; 1949 – 51 Mitarb. im Min. für Land- u. Forstw.; 1951 – 58 Ltr. des Staatl. Forstw.-Betriebs Salzwedel; 1958 – 61 Revierförster in Krumke (b. Osterburg); ab 1954 Mitgl. der Arbeitsgemeinschaft junger Autoren des Bez. Magdeburg; ab 1961 freischaff. Schriftst. in Neustrelitz; 1961 – 91 Mitgl. der AdK, 1961 des geschäftsf. Vorst. des SV der DDR, ab 1969 auch von dessen Präs.; 1963 – 73 Kand., ab 1973 Mitgl. des ZK der SED; 1963 Lessing-Preis; 1964, 1968 u. 1982 Fritz-Reuter-Preis; ab 1968 Vizepräs. des KB; 1969 u. 1981 Kunstpreis des FDGB; 1969 Lit.-Preis des DFD; 1969 Goldener Lorbeer des Dt. Fernsehfunks; NP 1959 (im Koll.), 1965, 1968 (im Koll.) u. 1972 (im Koll.); 1971 – 74 Vizepräs. der AdK; 1971 – 89 Mitgl. der Kulturkommission beim PB des ZK der SED; schrieb im offiz. Auftrag des MfS »Das Leben eines Revolutionärs.  Gustav Szinda erinnert sich« (Leipzig 1989); 1970 u. 1974 VVO; 1984 Ehrenspange zum VVO; 1989 Orden Großer Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Wesenberg (Mecklenb.). In seinen Erzählungen, Fernsehspielen u. Theaterstücken reflektiert S. Konflikte u. Veränderungen im Landleben.Wege übers Land. Halle 1968; Daniel Druskat. Berlin 1976; Verflucht u. geliebt. Berlin 1981; Das Wagnis des Schreibens. Berlin 1983; Mutig waren wir nicht. Berlin 1990; Stiller Ort – oll mochum. Berlin 1991; Wendenburg. Roman. Berlin 1996; Die Schwäne von Klevenow. Berlin 1997; Die Geliebte des Hochmeisters. Berlin 2004. Elten-Krause, E.: H. S. Neubrandenburg 1979; Kaewert, K.: Prosa, Dramatik u. Fernsehroman bei H. S. (Diss.). Berlin 1979; Walther, J.: Sicherungsber. Lit. Berlin 1996; Korff-Edel, H.: Übers Land mit S. Erinnerungen von Helga Korff-Edel. Neubrandenburg 2009.Herbert Mayer / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Sammer, Matthias

* 5.9.1967

Geb. in Dresden; Vater Klaus S. Nationalspieler u. später Trainer von Dynamo Dresden; Besuch der KJS Dresden, 1972 – 90 Fußballer bei Dynamo Dresden, ab 1985 in der Oberliga-Mannschaft, Mittelfeldspieler, 1989 DDR-Mstr. u. Halbfinalist im UEFA-Pokal, 1990 DDR-Mstr. u. FDGB-Pokalsieger, 39 Tore in 102 Oberligaspielen, 20 Europapokalspiele; 1986 – 90 DDR-Nationalspieler, 23 Einsätze, 6 Tore. 1990 – 92 beim VfB Stuttgart, 1992 Dt. Mstr.; 1992/93 kurzzeitig bei Inter Mailand; 1993 – 98 Libero bei Borussia Dortmund, 1995 u. 1996 Dt. Mstr., 1997 Sieger der Europ. Champions League; insg. 178 Bundesligaspiele, 41 Tore, 50 Europapokalspiele; 1990 erster ostdt. Spieler in der bundesdt. Nationalmannschaft, 1992 Vize-EM, 1996 EM, 51 Länderspiele, 8 Tore; 1995 u. 1996 Fußballer des Jahres in Dtl., 1996 Europas Fußballer des Jahres; 1998 verletzungsbedingter Rücktritt vom Leistungssport; Trainerlehrgang; 2002 – 04 zunächst Assistenz-, dann Cheftrainer von Borussia Dortmund, 2002 Dt. Mstr. (jüngster Meistertrainer in der Geschichte der Bundesliga), UEFA-Pokalfinalist; 2004/05 Cheftrainer des VfB Stuttgart; ab 2006 Sportdir. des DFB; lebt in München.Benda, T., Kühne-Hellmessen, U.: M. S. – der Feuerkopf. Berlin 2001.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sandtner, Augustin (Gustl)

* 8.8.1893 – ✝ 11.10.1944

(* 1893 – † 1944) Geboren am 8. August 1893 in München, Sohn eines Marmorschleifers; lernte Bäcker. 1912 zur Kriegsmarine einberufen, schloß sich während des Krieges der Gruppe Internationale bzw. der Spartakusgruppe an. Im November 1918 nahm Sandtner am Matrosenaufstand in Kiel teil, trat Anfang 1919 der KPD bei. Als Angehöriger der bayerischen »Roten Armee« drohte ihm nach Niederschlagung der Räterepublik die standrechtliche Erschießung, Ende 1919 wurde er aber aus der Haft entlassen. Dann Hilfsarbeiter, zeitweise Arbeiterratsvorsitzender, ab Ende 1920 gehörte er zur KPD-BL Südbayern. Sandtner wurde 1922 zu dreieinhalb Jahren Festungshaft wegen Teilnahme am Mitteldeutschen Aufstand verurteilt. Nach seiner Freilassung hauptamtlicher Funktionär der KPD in Berlin-Moabit und Berlin-Wedding, 1926 kam er wegen »antimilitaristischer Arbeit unter Reichswehrangehörigen« wieder in Untersuchungshaft. Nach einer Amnestie entlassen, übernahm er 1927 die Leitung der Reichsemigrantenabteilung im ZK der KPD, anschließend bis Dezember 1931 Polleiter des KPD-Unterbezirks Nord der BL Berlin-Brandenburg. Im Februar 1932 wurde Sandtner Polleiter der KPD-BL Schlesien und im April 1932 als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt. Im Februar 1933 noch Teilnehmer der illegalen Tagung von KPD-Führern in Ziegenhals bei Berlin, bereits am 27. April 1933 in Breslau festgenommen und im Januar 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Er saß zunächst im Zuchthaus Brieg, anschließend im KZ Sachsenhausen. Dort wurde Gustl Sandtner wegen illegaler Tätigkeit zusammen mit Ernst Schneller, Matthias Thesen und weiteren 21 Funktionären sowie drei französischen Häftlingen am 11. Oktober 1944 von der SS erschossen.

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Särchen, Günter

* 14.12.1927 – ✝ 19.7.2004

Geb. in Wittichenau (Oberlausitz); Vater Schneidermstr.; 1934 – 39 Volksschule Wittichenau, 1939 – 42 OS Hoyerswerda, 1942 – 44 Handelsschule Senftenberg; Jan. 1945 Einberufung zum Militär; amerik. Kriegsgefangenschaft in Rheinhessen. Landarb. in Rossbrunn bei Würzburg; Jan. 1946 Rückkehr nach Wittichenau; bis 1947 Textil-Fachverkäufer in Hoyerswerda; 1946 – 48 CDU; kurzfr. Verhaftungen durch die SMAD wegen kath. Jugendarbeit; 1948 – 52 Studium der kath. Sozialpädagogik im Westteil Berlins; 1950 – 53 Diözesanjugendhelfer in Görlitz; 1953 – 56 Diözesanjugendhelfer in Magdeburg; 1956 – 84 Aufbau u. Ltg. der »Arbeitsstelle für pastorale Hilfsmittel« in Magdeburg, zuständig für die kath. Kirche in der gesamten DDR; ab 1956 Aufn. von Kontakten zur kath. Kirche bis zur Bischofsebene (Stefan Wyszyński, Karol Wojtyła) u. zur kath. Intelligenz in Polen (Tadeusz Mazowiecki, Władysław Bartoszewski, Stanisław Stomma), seither zahlreiche Reisen nach Polen u. Org. von Solidaritätsaktionen; 1966 – 75 stellv. Ltr. von Aktion Sühnezeichen in der DDR; 1968 – 84 Initiator u. Ltr. der »Polenseminare« des Seelsorgeamts Magdeburg mit poln. Ref.; 1985 – 92 »Anna-Morawska-Seminare« der Aktion Sühnezeichen; vom MfS 1982 – 87 bearbeitet in OPK »Patron«; 1984 Invalidisierung u. Entlassung aus dem kirchl. Dienst wg. falscher Beschuldigungen durch Bischof  Johannes Braun. 1990 – 93 Mitarb. im Stiftungsrat der Internat. Stiftung Kreisau für Europ. Verständigung; 1992 Mitbegr. der »Anna-Morawska-Ges. Ökumen. Dialog für dt.-poln. Verständigung«, seit 1996 Ehrenvors.; Mitgl. im Kuratorium des Bundesverb. der Dt.-Poln. Gesellschaften; 1997 Gründer des »Heimat- u. Kulturringes Wittichenau-Kulow«; 1990 Kommandeursstufe des Verdienstordens der Rep. Polen; 1993 Bundesverdienstkreuz am Bande; 1998 Dt.-Poln. Preis der Außenmin. der Bundesrep. Dtl. u. der Rep. Polen für Lebenswerk; gest. in Hoyerswerda.Mechtenberg, T.: Engagement gegen Widerstände. Der Beitrag der kath. Kirche in der DDR zur Versöhnung mit Polen. Leipzig 1998.Bernd Schäfer

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Sasse, Ernst

* 17.11.1897 – ✝ 20.6.1945

Geboren am 17. November 1897 in Potsdam; Maschinenschlosser, Meisterprüfung. 1913 Mitglied des DMV. 1916/17 Soldat im Weltkrieg, Verwundung am linken Bein. Ab 1920 wieder in seinem Beruf tätig, trat Sasse in die KPD ein und wirkte als Funktionär im UB Berlin-Pankow. Seit 1927 hauptamtlicher Funktionär im ZK der KPD (Abteilung Technik), arbeitete er von 1931 bis Anfang 1934 als Korrespondent in der sowjetischen Handelsvertretung. Ab 1933 illegal im Widerstand, wohnte bei Genia Bischowski, einer Angestellten der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Im März 1935 emigrierte er nach Prag, war dort zeitweise Polleiter der Emigrantenheime in Stodulky und Strasni?ce. Ab 1936 in Kopenhagen Mitarbeiter der Emigrationsleitung. Sasse wurde am 24. September 1937 in Kopenhagen verhaftet und vor einem dänischen Gericht wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« angeklagt, jedoch nicht nach Deutschland ausgeliefert. Von Februar 1938 bis November 1939 »zweiter Mann« der Emigrationsleitung, arbeitete eng mit dem Leiter der AL Nord Heinrich Wiatrek zusammen, war u. a. verantwortlich für die Einschleusung illegaler Druckschriften nach Deutschland. Im Sommer 1938 nahm er noch als Vertreter der KPD-Emigration für Dänemark an einer Konferenz der skandinavischen Emigrationsleitungen in Helsingborg teil, soll aber im Frühjahr 1940 aus der KPD wegen »Sammlung von Unterlagen über die Tätigkeit der AL Nord« ausgeschlossen worden sein. Am 26. Juli 1940 wurde Sasse erneut in Kopenhagen inhaftiert, Anfang 1941 nach Deutschland gebracht und hier am 23. Juni 1942 durch den VGH zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zuchthaus Brandenburg schwer erkrankt, kam er im Februar 1944 mit einer offenen Lungentuberkulose in die Krankenstation und war bei Kriegsende auf 41 Kilogramm abgemagert. Ernst Sasse starb am 20. Juni 1945 in Brandenburg/Havel.

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Sauber, Fritz

* 20.8.1884 – ✝ 24.4.1949

Geboren am 20. August 1884 in Friedrichsgmünd, Sohn einer ledigen Arbeiterin; Gastwirtsgehilfe, trat 1907 der Gewerkschaft bei. Ab April 1911 war er Geschäftsführer des Gastwirtsgehilfenverbandes bzw. des späteren Verbands der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter in Nürnberg, München und Frankfurt/M. Sauber wurde 1917 Mitglied der USPD, gehörte ab November 1918 dem Landessoldatenrat und dem provisorischen Nationalrat Bayerns an. Im Dezember 1918 war er Delegierter zum 1. Reichsrätekongreß in Berlin, aktiv in der Bayerischen Räterepublik. Im Juni 1920 auf der Liste der USPD in den Bayerischen Landtag gewählt, ging er Ende 1920 zur VKPD und bildete mit den vier weiteren zur VKPD übergewechselten USPD-Abgeordneten ( Franz Aenderl, Rosa Aschenbrenner, August Hagemeister und August Schmidt) sowie den KPD-Abgeordneten Josef Eisenberger und Otto Graf die VKPD-Fraktion im Landtag in München. Obwohl Abgeordneter, wurde er 1919 zu zwölf Jahren Festungshaft verurteilt und saß bis zu seiner Amnestierung 1925 in Niederschönenfeld. Er ging dann nach Frankfurt/M. und war Gewerkschaftsfunktionär. Dem Bayerischen Landtag gehörte Sauber offiziell bis 1924 an. Nach 1933 emigrierte er zunächst in das Saargebiet, im Juli 1935 nach Frankreich, wurde 1941 vom Vichy-Regime an Deutschland ausgeliefert und zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. 1945 aus dem KZ Dachau befreit, baute er in Fürth die KPD auf und arbeitete später für die VVN in Frankfurt/M. Fritz Sauber, der infolge der Haft zwei Schlaganfälle erlitten hatte, starb am 24.April 1949 in Frankfurt/ Main.

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Sauerland, Kurt

* 12.1.1905 – ✝ 22.3.1938

Geboren am 12. Januar 1905 in Köln, Sohn eines Oberpostbeamten. Nach dem Realgymnasium studierte er Ökonomie, Geschichte und Philosophie. 1923 trat er in die KPD ein und war von Mai 1923 bis Anfang 1927 im Nachrichtendienst der KPD tätig. Vom Sommer 1927 bis Sommer 1928 arbeitete Sauerland im Landesvorstand der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) in Köln und im Ortsvorstand der »Liga gegen Imperialismus«. Im Oktober 1928 zum Leiter des Internationalen Sozialpolitischen Archivs beim ZK der IAH berufen, gehörte er von März 1929 bis Januar 1931 dem Sekretariat des ZK der IAH an. Im Mai 1929 wurde er Chefredakteur der Zeitschrift »Roter Aufbau« – ein Blatt des »Münzenberg-Konzerns«. Während eines Aufenthaltes in London verhaftet und ausgewiesen. Ab Oktober 1931 offiziell Mitglied des Reichsvorstandes der IAH, galt Sauerland als einer der stalinistischen »Chefideologen« der KPD, er veröffentlichte 1932 das Pamphlet »Der dialektische Materialismus«. Ende März 1933 emigrierte er nach Paris, war dort Redakteur an der Zeitschrift »Unsere Zeit« und zugleich freier Schriftsteller. Im August 1934 kam er in die Sowjetunion, wurde als Emigrant anerkannt und Referent im Verlag des EKKI. Als deutsches Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR unter dem Parteinamen Karl Stockinger Mitarbeiter in der Abteilung von Bela Kun. Er wohnte mit seiner Frau und seinem Sohn im berühmt-berüchtigten Moskauer Hotel »Lux«. Kurt Sauerland wurde am 15. Mai 1937 verhaftet, am 22. März 1938 vom Militärtribunal des Obersten Gerichts der UdSSR wegen »Teilnahme an konterrevolutionärer terroristischer Tätigkeit« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Seit 1928 war Kurt Sauerland mit Friedel Lange (*17. 10. 1905) verheiratet, Tochter eines Handwerkers. 1924 Mitglied der KPD, bis Anfang 1933 im Neuen Deutschen Verlag bzw. beim Verlag Roter Aufbau. Sie emigrierte mit ihrem Mann nach Frankreich und 1934 in die Sowjetunion, wo sie an der KUNMS studierte. Am 8.Juni 1936 wurde der gemeinsame Sohn Karl geboren. Sie blieb auch nach der Verhaftung Kurt Sauerlands von Mai 1938 bis März 1940 im Gorki-Institut beschäftigt. Friedel Sauerland, die sich ständig nach dem Schicksal ihres Mannes erkundigte, erhielt 1939 die Auskunft, daß er sich in einem fernen Lager mit Schreibverbot befinde. Vom NKWD getäuscht und zur Mitarbeit gezwungen, wurde sie mit der Lüge, dort ihren Mann zu treffen, nach Berlin geschickt. Hier begann sie 1940 als Verlagsbuchhändlerin beim Nibelungen-Verlag und heiratete im Januar 1943 Kurt Becker. 1945 KPD-Mitglied, kam sie im November 1948 in der SBZ in den Vorstand des Verbandes Deutscher Konsumgenossenschaften (VDK), dort Hauptsekretärin, zeitweise Leiterin der Presseabteilung. Sie heiratete 1950 den aus schwedischer Emigration nach Deutschland zurückgekehrten Paul Friedländer. Da sie sich weiterhin um Aufklärung des Schicksals ihres ersten Mannes Kurt Sauerland bemühte, wurde sie Anfang September 1949 Gegenstand einer parteiinternen Untersuchung. Philipp Daub, der Leiter der Kaderabteilung im SED-Parteivorstand, schrieb an Walter Ulbricht: »Die Genossin Becker wurde als Schülerin für die Parteihochschule vorgeschlagen ... Die Genossin ist eine geborene Lange. Sie war mit Kurt Sauerland verheiratet, mit dem sie 1934 nach Moskau ging. Kurt Sauerland wird Dir ja kein Unbekannter sein, man hat ihn im Jahre 1937 beim Wickel genommen. Friedel Becker war nicht verhaftet. Sie arbeitete – nach ihrer Darstellung – von 1938 bis Anfang 1940 im Gorki-Institut und kehrte Anfang März des gleichen Jahres mit einem deutschen Paß der deutschen Botschaft nach Deutschland zurück. In ihren Unterlagen sowie auf erneutes Befragen erklärte sie, im Auftrage einer bestimmten russischen Stelle gefahren zu sein ... Da also eine Überprüfung ihrer Angaben unsererseits nicht möglich ist, sahen wir uns veranlaßt, die Genossin Becker nicht für die Parteihochschule vorzuschlagen ... Wir bitten nun um Deine Entscheidung und um Deinen Vorschlag, was wir tun sollen.« Nachdem sie bis Ende der fünfziger Jahre vom ZK hingehalten worden war, wandte sie sich 1962 selbst an den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Dieser teilte ihr im Mai 1963 mit, Kurt Sauerland sei am 22. März 1938 verstorben. Empört schrieb sie am 5. Januar 1964 an den ZPKK-Vorsitzenden Hermann Matern: »In diesem Brief geht es um meinen Mann Kurt Sauerland, der mir im Mai 1963 vom Deutschen Roten Kreuz als tot gemeldet worden ist ... Am 15. Mai 1937 wurde er unter falschem Namen von uns, meinem Sohn und mir, weggeholt, 10 Monate später, als 32jähriger Mann, tot. 26 Jahre bemühte ich mich, Licht in das Dunkel zu bringen. Nun steht fest, daß Kurt Sauerland die Moskauer Gefängnismauern nie verlassen hat. Jetzt fügt sich ein Mosaikstein an den anderen, und das Bild steht plastisch vor mir. Oft habe ich Euch gebeten, Nachricht über Kurt Sauerland einzuholen. Immer wieder wurde ich vertröstet. Im Jahre 1962, nach 25 Jahren, erhielt ich von Euch die Empfehlung, selbst zu forschen, da alle Eure Bemühungen erfolglos geblieben seien. Ich tat es. Schon im Mai 1963 bekam ich Antwort vom Roten Kreuz. Bitte, sage mir, wie soll ich noch glauben, daß Ihr alles getan habt, um aus Moskau Nachricht zu bekommen? Genosse Matern, ist das aufopferungsvolle Leben Kurt Sauerlands in den Reihen der deutschen kommunistischen Partei und in der Komintern so wenig Wert gewesen? Ist es nicht unaussprechlich hart, unschuldig in der Emigration, der sowjetischen Emigration, sterben zu müssen und auch noch vergessen zu werden?« Kurt Sauerland wurde auf Beschluß der ZPKK vom 24. April 1964 zwar »rehabilitiert«, Friedel Friedländer-Sauerland im Oktober 1964 aber darüber nur mündlich informiert. Friedel Friedländer-Sauerland starb am 28. Oktober 1994 in Berlin. Ihr Sohn Karl Sauerland lebt in Polen. In den fünfziger Jahren studierte er an der Ostberliner Humboldt-Universität Philosophie und gehörte 1956 zu den oppositionellen Studenten. Deshalb exmatrikuliert, mußte er sich in der Produktion »bewähren«. Er übersiedelte 1957 auch aus persönlichen Gründen nach Polen, wurde Professor für Philosophie in Warschau und Toru´n.

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Schablinski, Rolf

* 5.10.1932

Geb. in Erfurt; Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1946 FDJ; 1951 Volontär bei der Ztg. »Das Volk« in Erfurt; 1951 – 57 Studium der Journalistik zunächst an der Univ. Leipzig, dann an der Shdanow-Univ. Leningrad, Dipl.-Journalist; 1954 SED; 1957 – 59 Red., 1959 – 65 Abt.-Ltr., Mitgl. des Red.-Kolleg. u. Chefred. des SED-Bezirksorgans »Das Volk« in Erfurt (Nachf. von  Erich Richter); 1965 / 65 Chef vom Dienst beim ADN; 1966 – 71 ADN-Korresp. in Bonn (zus. mit Ehefrau  Barbara S.); 1971 / 72 Vorbereitung auf Einsatz in Moskau, 1972 – 75 ADN-Korresp. in Moskau; 1976 – 78 Studium an der PHS der SED, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1978 – 90 Stellv. des GD bzw. 1. Stellv. d. GD des ADN; lebt in Berlin.Andreas Herbst

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Schade, Günter

* 3.1.1933

Geb. in Frankfurt (Oder); Vater Tischler; 1939 – 49 Schulbesuch u. Tischlerlehre. 1950 – 53 ABF in Potsdam; 1953 – 57 Studium der Kunstgeschichte u. der frühchristl.-byzantin. Kunst an der HU Berlin; 1957 wiss. Assistent an der Staatl. Galerie Moritzburg in Halle; 1959 Ltr. des Sektors Kunst im Museum für Dt. Geschichte in Berlin; 1962 Dir. des Kunstgewerbemuseums der Staatl. Museen zu Berlin, Schloß Köpenick; 1963 Dr. phil.; 1974 Lehrauftrag an der Kunst-HS Berlin-Weißensee; 1980 Berufung zum Honorardoz. für Kunstgeschichte; 1983 GD der Staatl. Museen zu Berlin; 1985 Promotion B zum Dr. sc. phil. u. Ernennung zum Honorarprof.; Mitgl. des Nat. u. Internat. Museumsrats (ICOM); Mitgl. der Kulturgutschutzkommission; Präs.-Mitgl. des Zentralvorst. der Gewerkschaft Kunst; 1989 Präs. des ICOM-Nationalkomitees; internat. anerkannter Glas-, Porzellan- u. Möbelexperte. 1992 stellv. GD der Staatl. Museen zu Berlin – Stiftung Preuß. Kulturbesitz; 1998 Ruhestand; 2000 Ernennung zum Stadtältesten von Berlin; zahlr. Veröff. zum Museumswesen in der DDR, zur Geschichte der Staatlichen Museen zu Berlin sowie zur Beutekunstproblematik.Deutsche Möbel aus sieben Jahrhunderten. Leipzig 1966; Deutsches Glas von den Anfängen bis zum Biedermeier. Leipzig 1968; Deutsche Goldschmiedekunst. Leipzig 1974; Berliner Porzellan. Zur Kunst- und Kulturgeschichte der Berliner Porzellanmanufakturen im 18. u. 19. Jahrhundert. Leipzig 1983; Die Berliner Museumsinsel. Zerstörung, Wiederaufbau, Rettung. Berlin 1986.Christoph Links

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Schaefer, Cäcilie (Cilly)

* 25.1.1898 – ✝ 18.1.1981

(* 1898 – † 1981) Geboren am 25. Januar 1898 in Friedberg/Hessen als Cäcilie Tannenberg, Tochter eines Schuhmachers; Schneiderin, legte die Meisterprüfung ab. Im Oktober 1918 trat sie in Friedberg der FSJ bei, schloß sich 1920 der USPD und am Ende des Jahres der VKPD an. 1921 heiratete sie den Schneidermeister und Bad Nauheimer KPD-Funktionär Jakob Schaefer und zog mit ihm nach Bad Nauheim, wo sie neben ihrer Arbeit als Schneiderin ehrenamtliche Parteifunktionen ausübte, 1931 Frauenleiterin der BL Hessen-Frankfurt. Cäcilie Schaefer wurde im Juni 1932 in den Hessischen Landtag gewählt. Am 10. März 1933 wurde sie in Bad Nauheim verhaftet und am 5. April vom Sondergericht Darmstadt zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Danach Übersiedlung zum Schwager nach Marburg, dort mit ihrem Mann wieder Hausschneiderin. Beide wurden im August 1944 erneut festgenommen. Cäcilie Schaefer kam in das KZ Ravensbrück, konnte beim Todesmarsch im April 1945 fliehen und gelangte im Mai 1945 nach Hessen. Sie gehörte zu den Gründerinnen der VVN in Marburg, übte ehrenamtliche Funktionen für die KPD aus und wurde 1951 gemeinsam mit ihrem Mann ins Marburger Stadtparlament gewählt. Nach dem KPD-Verbot wirkte sie in der Deutschen Friedensunion und der Ostermarschbewegung, trat 1968 der DKP bei. Cäcilie Schaefer starb am 18. Januar 1981.

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Schäfer, Egmont

* 7.5.1908 – ✝ 14.1.2004

Geb. in Niederschöneweide (Krs. Teltow; ab 1920 Berlin); Vater Ing.; 1927 Abitur; 1927 – 28 Studium an der Kunstgewerbe- u. Handwerkerschule in Berlin, Tageskl. Grafik; 1928 – 31 Studium an den Vereinigten Staatsschulen für freie u. angewandte Kunst Berlin-Charlottenburg, Grafikkl. bei Emil Orlik; 1932 – 38 arbeitslos u. freiberufl. Grafiker; 1938 Berufsverbot als Maler, Grafiker u. Gebrauchsgrafiker durch die Reichskulturkammer; 1938 – 44 Offset-Hilfsarb. in einer Berliner Großdruckerei; 1944/45 Dienstverpflichtung im Heeresbekleidungsamt. 1945 wieder freiberufl. als Grafiker u. Zeichner; Beteiligung an zahlr. Ausstellungen in Berlin; Mitarb. im »Berliner Kulturkoll.« u. bei den Kunstämtern Kreuzberg u. Treptow, Betreuung von Ausstellungen; Publ. von Zeichnungen in Ztg. u. Ztschr.; 1952 – 59 VBKD; 1957 – 63 Betreuung der Malerin u. Grafikerin Sella Hasse, nach ihrem Tod 1963 deren Nachlaßverwalter, Übergabe des Nachlasses u. a. an die DAK; 1965 – 80 Betreuung der Galerie im Turm Berlin im Auftrag der VBKD/VBK; 1966 Wiederaufn. in den VBK; dann Ausstellungsbeteiligungen u. eigene Ausstellungen, u. a. Inst. für Baugebundene Kunst am Monbijou-Park Berlin, 1973; Galerie im Prater Berlin, 1977; Galerie im Alten Museum Berlin, 1981; Galerie Mitte Berlin, 1988; Berlin, 17 Künstler im Kunstförderverein Weinheim.Lang, L.: E. S. In: Weltbühne 1.3.1979; Leber, W.: E. S. – Weltsicht durch ein Fernglas. In: Kat. H. Burkhardt, E. S., H. Tucholski, H. Worner. Hrsg. vom Magistrat von Berlin u. VBK Berlin, 1984; E. S. Aquarelle u. Zeichnungen aus sechs Jahrzehnten. Hrsg. von J. Semrau, Kat. Galerie Inselstraße Berlin 1991 (Bibl.).Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sager, Hans

* 15.2.1909 – ✝ 23.3.1939

Geboren am 15. Februar 1909 in Reichenbach bei Chemnitz, Sohn einer ledigen Schneiderin, wuchs bei einer Pflegemutter auf; lernte Fräser und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Hausierer. 1924 Mitglied der KJD, 1925 der KPD, Polleiter der KJD in Chemnitz-Ost. Im Herbst 1928 in Chemnitz aktiv bei der Ausschaltung der Rechten, er unterstützte voll den Kurs Ernst Thälmanns. Ab Januar 1929 hauptamtlicher Angestellter beim KJVD, Polleiter des KJVD-Bezirks Chemnitz-Erzgebirge-Vogtland, im November in die Stadtverordnetenversammlung von Chemnitz gewählt. Sager war bei der Reorganisation der Partei in Sachsen 1929/30 eingesetzt, wurde dann Polleiter in Duisburg, gehörte der BL Ruhr an, Polleiter im wichtigen UB Essen, wo er sich bis Anfang Mai 1933 illegal aufhielt. Sager emigrierte in das Saargebiet, anschließend nach Frankreich und in die Tschechoslowakei, wo er bis März 1939 aktive Grenz- und Kurierarbeit leistete. Am 23.März 1939 in Prag von der Gestapo festgenommen, kam Hans Sager dort drei Tage später, am 26.März 1939, in der Haft ums Leben.

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Salié, Hans (Oscar Hans Emil)

* 6.4.1902 – ✝ 1.8.1978

Geb. in Leipzig; Vater kaufm. Angestellter; 1920 Abitur; anschl. Studium der Math. u. Physik an der Univ. Leipzig; ab 1925 Lehrer im Schuldienst in Leipzig; 1932 Prom. mit der Arbeit »Zur Abschätzung der Fourierkoeffizienten ganzer Modulformen« bei Otto Hölder u. Leon Lichtenstein an der Univ. Leipzig; im 2. Weltkrieg Soldat. Ab 1949 Mitarbeiter in der Redaktion des Biograph.-literar. Handwörterbuchs der exakten Naturwiss. (Poggendorff) der Sächs. AdW auf Vorschlag  Ernst Hölders; 1952 Lehrauftrag u. 1954 Habil. an der KMU Leipzig, dort 1955 – 1967 Prof. für Math.; 1956 – 74 zugl. Ltr. der Poggendorff-Redaktion u. verantw. Hrsg. der Bände VIIa u. VIIb; gest. in Leipzig. Arbeitsgebiet: Zahlentheorie, Arbeiten über die Kloostermannschen Summen, über quadrat. Reste, abundante Zahlen, Verallgemeinerungen der binom. Formel, die Zerlegung der natürl. Zahlen in elementfremde Klassen.; mathematikhistor. Beiträge; große Verdienste als Ltr. der Poggendorff-Redaktion.Über Abels Verallgemeinerungen der binom. Formel. Berlin 1951; Zur Verteilung natürl. Zahlen auf elementfremde Klassen. Berlin 1954; Ein Standardwerk zur Gesch. der Naturwiss. Hundert Jahre »Poggendorff«. In: Forschungen u. Fortschritte (1963) 37. G. Eisenreich: H. S. In: H. Beckert / H. Schumann (Hrsg.): 100 Jahre Mathematisches Seminar der Karl-Marx-Universität Leipzig. Berlin 1981 (mit Schriftenverz.).Annette Vogt

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Sandberg, Herbert

* 18.4.1908 – ✝ 18.3.1991

Geb. in Posen (Poznań, Polen); 1925 – 28 Studium an der Kunstakad. Breslau, b. Otto Mueller; 1928 – 33 Mitarb. an Berliner Ztg.; 1929 Mitgl. der ASSO; 1930 KPD; 1934 – 45 Zuchthaus Brandenb.-Görden u. KZ Buchenwald. 1945 – 50 Hrsg. des »Ulenspiegels« (gem. mit Günther Weisenborn); 1947 – 61 Bühnenbildner für versch. Berl. Theater; 1954 – 57 Chefred. der Ztschr. »Bildende Kunst«; danach freischaff. in Berlin; 1972 Prof.; 1973 u. 1983 NP; 1983 AdK. Werke: Holzschnitte u. Zeichnungen: Versch. Meinungen, Die Eiferer, Angst (1948), Brecht Verhör (1959), Der Redner – Karl Liebknecht (1971), David u. Goliath (1975); graf. Folgen u. Mappen: Atom, Atom ... (1958), Der Weg (1958 ff.), Variant. zum Kommunist. Manifest – Die farbige Wahrheit (1974), Über die Dummheit in der Musik (1977), O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen (1980), Blumen auf Stein (1984).Mein Brecht-Skizzenbuch. Berlin 1967; Spiegel eines Lebens. Erinnerungen, Aufsätze, Notizen und Anekdoten. Berlin 1988. Lang, L.: H. S. Leben u. Werk. Berlin 1977; Kat. H. S. AdK Berlin 1988; Kat. H. S. Pol. Grafik Abendgalerie Osnabrück/Weserburg Bremen 1981; Kat. H. S. Galerie am Fischmarkt Erfurt 1984.Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sandtner, Hanna

* 26.8.1900 – ✝ 26.2.1958

Geboren am 26. August 1900 in München als Hanna Ritter, Tochter eines Chauffeurs; Arbeiterin in einer Kartonagenfabrik bzw. Kontoristin. 1918 Mitglied des Spartakusbundes, gehörte sie der KPD seit Gründung an. 1919 wegen Beteiligung an den Kämpfen der Bayerischen Räterepublik zu sechs Monaten Festungshaft verurteilt, saß sie von 1921 bis 1923 wegen »Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz« (Beteiligung am Mitteldeutschen Aufstand) eineinhalb Jahre im Frauenzuchthaus in Aichach. Später Polleiterin in München und Frauenleiterin der KPD-BL Südbayern, wo sie ihren späteren Mann Augustin Sandtner kennenlernte und heiratete. 1923 Übersiedlung nach Berlin, dort Angestellte in der sowjetischen Handelsvertretung, ab 1931 hauptamtliche Funktionärin der KPD-BL Berlin-Brandenburg und bis Februar 1933 Berliner Stadtverordnete. Hanna Sandtner kam im Juli 1931 als Nachrückerin in den Reichstag, dem sie bis November 1932 als Abgeordnete angehörte. Ab Februar 1933 illegal als Instrukteurin im Berliner UB Nord. In einer Einschätzung der Politbüro-Kader vom Juli 1933 hieß es über sie: »Auf alle Fälle scheint Hanna Sandtner im Verlauf ihres politischen Lebens immer wieder in unklare Zusammenhänge verwickelt zu werden. Da das nun schon Tradition ist, müßte man sich mal ernsthaft damit beschäftigen.« 1934 Flucht nach Moskau, Kursantin an der Internationalen Leninschule, reiste bereits im Dezember 1934 unter falschem Namen nach Österreich, wirkte in der Leitung der Wiener KPÖ. Am 30. Oktober 1935 als Anna Gelb in Wien verhaftet und im März 1936 zu eineinhalb Jahren schwerem Kerker verurteilt. Im Juli 1936 amnestiert, kam sie 1937 in die Tschechoslowakei, arbeitete bis zur deutschen Besetzung in Prag und flüchtete dann nach Polen. Später ging Hanna Sandtner nach Norwegen und 1940 nach Schweden, dort zunächst interniert, danach Reinemachefrau und Metallarbeiterin. Anfang März 1946 nach Berlin zurückgekehrt, wurde sie Referentin in der Abteilung Arbeit und Sozialfürsorge im SED-Parteivorstand. Ab Mai 1949 VP-Kommandeurin und Leiterin der Pressestelle des Ostberliner Polizeipräsidiums, wurde sie Ende 1950 aufgrund des Befehls Nr. 2 wegen ihrer Westemigration, aber auch wegen einer schweren Krankheit abberufen. Hanna Sandtner lebte seit ihrem Exil in Schweden mit dem deutschen Kommunisten Paul Jahnke zusammen, war über dessen Absetzung 1951 verbittert und versuchte daraufhin, andere Emigranten und einstige Mitgenossen zu denunzieren. Als ihr Mann Jahnke Ende Oktober 1951 starb, wurde sie mißtrauisch und wandte sich deswegen an Hermann Matern von der ZPKK. Schließlich vom MfS überwacht, erhielt sie 1954 durch die ZPKK eine Rüge wegen »parteischädigenden Verhaltens«. Zuletzt war sie Leiterin der Fachschule des VEB Textil-Mode in Berlin-Friedrichshain. Hanna Sandtner starb am 26. Februar 1958 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Sarge, Günter

* 30.12.1930

Geb. in Gutenfeld (Krs. Samland, Ostpr./Lugovoe, Rußland); Vater Arbeiter; 1937 – 45 Volks- u. Mittelschule; 1945 Landarb. im Krs. Nauen; 1946 FDJ; ab 1948 VP, Pol.-Offz.; 1950 SED; 1953 Juristenlehrgang; 1955 – 58 Fernstudium an der DASR Potsdam, Dipl.-Jur.; ab 1954 Militärjurist in der KVP, ab 1956 in der NVA; 1961 Dr. jur. an der HU Berlin; 1963 – 77 Vors. des Militärkolleg. des Obersten Gerichts; 1966 – 71 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1971 – 77 Vizepräs., 1977 – 86 1. Vizepräs., ab 17.6.1986 Präs. des Obersten Gerichts (Nachf. von  Heinrich Toeplitz); 1974 Gen.-Major; 1977 Entlassung aus der NVA; 1980 VVO; 1985 – 90 Präs. der Vereinigung der Juristen (Nachf. von Heinrich Toeplitz); 18.1.1990 von der Volkskammer zum Rücktritt veranlaßt. Zulassung als Rechtsanwalt in Berlin; Rentner; Mitbegr. der Ges. zur rechtl. u. humanitären Unterstützung (GRH) u. des Solidaritätskomitees für die Opfer der pol. Verfolgung in Dtl., Dez. 1997 Mitunterz. der »Erklärung zur Diskriminierung u. Verfolgung ehem. DDR-Bürger in der Bundesrep. Dtl.«.Holzpantinen u. Arabesken. Berlin 1979; Volkseigentum, was es dich angeht. Berlin 1982.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Sattler, Fritz

* 1.6.1896 – ✝ 1.11.1964

Geb. in Suhl; Vater Graveur, Mutter Dienstmädchen; Volksschule in Suhl; 1910 – 15 Lehre u. Arbeit als Verwaltungsangest. beim Magistrat der Stadt Suhl; 1915 / 16 Verwaltungsgehilfe beim Bürgermeisteramt Niederzwehren (bei Kassel); 1916 – 18 Kriegsdienst; 1918 / 19 Abwicklungsarbeiten im Rahmen der allg. Demobilisierung; 1919 USPD, 1920 KPD; 1919 / 20 Tätigkeit bei der Städtischen Sparkasse in Suhl; 1920 erneut Verwaltungsgehilfe beim Suhler Magistrat u. Ltr. des Lebensmittel- u. Einwohnermeldeamtes Suhl; 1921 – 27 Geschäftsf. der Druckerei u. des Verlags Volkswille; 1923 – 29 Stadtverordn. der KPD in Suhl; 1928 / 29 Ltr. der Geschäftsstelle der KPD-Zeitung »Arbeiterwille« in Suhl; 1929 / 30 Ltr. des Thüringer Volksverlags in Gotha; 1930 – 32 Ltr. des KPD-Verlages Tribüne in Magdeburg; 1932 / 33 Ltr. des KPD-Verlages Kämpfer in Chemnitz; ab Juni 1932 Polit. Ltr. des KPD-Unterbez. Chemnitz / Erzgeb.; März – Juni 1933 nach Verbot der Zeitung arbeitslos; Juni – Dez. 1933 inhaftiert; 1934 / 35 illeg. Tätigkeit als Polit. Ltr. des illeg. KPD-Bez. Chemnitz / Erzgeb.; April 1935 erneut verhaftet, am 18.10.1935 durch den 1. Senat des VGH wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt, bis April 1942 im Zuchthaus Waldheim, von April bis Juni 1942 im Polizeigefängnis Chemnitz, von April 1942 bis April 1945 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. 1945 Polit.-Ltr. der KPD-Ortsgruppe Suhl; 1945 / 46 2. Bürgermstr. u. Polizeidezernent der Stadt Suhl u. zeitw. kommissar. Landrat des Landkrs. Eichsfeld in Heiligenstadt; 1946 –50 MdL Thüringen; 1946 / 47 erneut 2. Bürgermstr. der Stadt Suhl; 1948 Bürgermstr. der Stadt Zella-Mehlis; 1949 – 52 HA-Ltr. u. stellv. Minister im Thüringer Finanzministerium in Weimar, später in Erfurt; 1951 / 52 Fernstud. an der PHS »Karl Marx«; 1952 – 64 Mitgl. der SED-BL u. Abg. des Bezirkstags Suhl; 1952 –58 Vors. des Rats des Bez. Suhl, Ablösung aus gesundheitl. Gründen; 1958 zum Ehrenbürger der Stadt Suhl ernannt; 1959 – 64 Vors. der Bezirkskommission Suhl zur Erforschung der Gesch. der örtl. Arbeiterbew.; gest. in Suhl.Mann, E.: F. S. Lebensbild. Suhl 1987; Moczarski, N. u. a.: F. S., 1896 – 1964. Biogr. Skizze eines polit. Lebens zwischen Selbstverwirklichung u. Parteidisziplin. Suhl 2006.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Säuberlich, Kurt

* 24.3.1904 – ✝ 23.7.1971

Geb. in Krölpa (Krs. Pößneck); Vater Land- u. Forstarb.; Oberrealschule; 1924 – 32 Studium (mit Unterbrechungen) an der Bergakad. Freiberg; 1930 NSDAP; 1932 – 34 wiss. Hilfsassistent bzw. Hilfsarb. am Braunkohlenforschungsinst.; 1935 stellv. Dir. der Bergtechn. Abt., Ltr. der Unterabt. für Braunkohlenbergbau u. Brikettiertechnik; 1937 Prom. zum Dr.-Ing.; 1937 SS; 1938 Ltr. des Außeninst. der Bergakad. Freiberg; 1939 Habil.; 1940 Doz.; 1943 Prof. 1949 Dir. des Forschungsinst. für Roheisenerzeugung in der Maxhütte Unterwellenborn; entw. das Niederschachtofenverfahren zur Verhüttung eisenarmer saurer Erze mit minderfestem Koks (Technol. für das ab 1950 in Calbe (Saale) errichtete erste Niederschachtofen-Eisenwerk der Welt); SED; 1953 NP; 1954 – 58 Abg. der Volkskammer; 1957 Mitgl. des Forschungsrats; VVO, Held d. Arbeit; 1969 Ruhestand; gest. in Saalfeld.Untersuchungsaussch. Freiheitl. Juristen (Hrsg.): Ehem. Nationalsozialisten in Pankows Diensten. Berlin 1960.Klaus-Peter Meinecke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sawadzki, Johann (Hans)

* 10.6.1895 – ✝ 5.2.1958

(* 1895 – † 1958) Geboren am 10. Juni 1895 in Potsdam, Sohn einer Arbeiterfamilie; Universalfräser. 1909 Mitbegründer und Vorstandsmitglied der katholischen »Deutschen Jugendkraft«, wechselte Ende 1913 zur Arbeiterjugend. Von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg, beteiligte er sich aktiv an der Novemberrevolution und den Spartakuskämpfen in Berlin-Lichtenberg. Im Januar 1919 trat er in die USPD ein, wurde Ende 1920 Mitglied der VKPD. Seit Gründung des RFB gehörte Sawadzki dessen Bundesführung an und arbeitete im AM-Apparat der KPD, wurde dann bis 1932 zeitweise als Instrukteur des ZK im Reich eingesetzt. Ab 1925 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Nach der Verhaftung von Hans Pfeiffer wurde Sawadzki im Oktober 1932 Polleiter der BL Mecklenburg. Nach dem Reichstagsbrand einige Monate in »Schutzhaft«, im Oktober 1933 und im Juni 1935 erneut festgenommen. Seit der Freilassung arbeitete er bei der AEG und gehörte zur illegalen Saefkow-Widerstandsgruppe in Berlin. Im Juni 1945 Ortsgruppenleiter der KPD in Berlin-Treptow, ab September 1946 Leiter der Orgabteilung des SED-LV Groß-Berlin. Hans Sawadzki starb am 5. Februar 1958.

Wer war wer in DDR

Schabowski, Günter

* 4.1.1929 – ✝ 1.11.2015

Geb. in Anklam; Vater Klempner; 1935 – 39 Volksschule in Berlin; 1939 – Juli 1946 Andreas-Realgymnasium, Abitur; 1939 – 45 Dt. Jugend, Jungschaftsführer; Okt. 1946 – Okt. 1947 Volontär bei »Die freie Gewerkschaft«; 1946 FDGB; Okt. 1947 – Febr. 1950 Hilfsred. der »Tribüne«; anschl. bis 1952 Berliner »Tribüne«; 1950 FDJ; 1950 SED-Kand., ab 1952 Mitgl.; Jan. 1952 Abt.-Ltr. für Gesamtdt. Gewerkschaftspol. u. Mitgl. des Red.-Kolleg. der »Tribüne«; März 1953 – 67 zunächst kommissar., dann stellv. Chefred.; 1960 – 65 Vizepräs. der Dt.-Afrikan. Ges.; 1962 Dipl.-Journalist (KMU Leipzig); 1967/68 PHS der KPdSU in Moskau; Sept. 1968 stellv., ab 1974 1. Stellv., März 1978 – Nov. 1985 Chefred. des »Neuen Dtl.« (Nachf. von  Joachim Herrmann); 1977 VVO; 1978 – 85 Mitgl. der Agit.-Kommission des SED-PB; 1978 – 85 Mitgl. des ZV der VDJ; 1981 – 11.1.1990 Abg. der Volkskammer; 1981 – 3.12.1989 Mitgl. des ZK, ab 1986 Sekr.; 1981 Kand., 1984 – 3.12.1989 Mitgl. des SED-PB; 1985 – 31.10.1989 1. Sekr. der SED-BL Berlin (Nachf. von  Konrad Naumann); 1989 KMO; 8.11.1989 Rücktritt mit dem PB, 14.11.1989 Wiederwahl; am 9.11.1989 gab Schabowski auf einer Pressekonferenz die neue Reiseregelung bekannt, die zur Maueröffnung am gleichen Tag beitrug; 3.12.1989 Rücktritt mit dem ZK der SED; 21.1.1990 Parteiausschluß. 1992 – 99 Mitarb. der »Heimatnachrichten« (Bebra); nach 1990 öffentl. kritische Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte; 1993 Verfahren wegen »Fälschung der Ergebnisse der DDR-Kommunalwahlen«, im Nov. 1997 eingestellt; Frühj. 1995 Anklage u. 13.11.1995 Prozeßbeginn vor dem Berliner LG wegen »Totschlags u. Mitverantw. für das Grenzregime der DDR«, 25.8.1997 Verurteilung zu drei Jahren Gefängnis, Revision eingelegt; Nov. 1999 bestätigte der BGH das Urteil, 15.12.1999 – 30.9.2000 Haft in der JVA Hakenfelde in Berlin-Spandau, offener Vollzug, zum 2.12.2000 begnadigt; 2001 Berater des CDU-Kandidaten für das Amt des Regierenden Bürgermstr. von Berlin, Frank Henkel; gest. in Berlin.Sieren F., Koehne L. (Hrsg.): Das Politbüro. Ende eines Mythos. Eine Befragung. Reinbek 1990; »Der Honecker muß weg!« (Hrsg. von H.-H. Hertle). Berlin 1990; Der Absturz. Berlin 1991; Abschied von der Utopie. Stuttgart 1994; Wir haben fast alles falsch gemacht. Die letzten Tage der DDR. Berlin 2009 (mit F. Sieren). Fernsehfilm »Angeklagt. Der Maueröffner« (ARD 9.10.1996); Müller-Enbergs, H.: Meinungsoffiziere der Parteiführung. In: JHK. Berlin 1997; Hertle, H.: Chronik des Mauerfalls. Berlin 1996.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Schade, Werner

* 26.3.1934

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Beamter, Mutter Krankenschwester; aufgew. in Breslau, Schweidnitz, Liegnitz u. Luckenwalde; 1952 Abitur in Luckenwalde; 1952 – 56 Studium der Kunstgeschichte, Klassische Archäol., frühchristl.-byzantin. Kunst u. Philosophie zunächst an der Univ. Jena, dann an der HU Berlin; 1956 Prom. in Leipzig; danach wiss. Mitarb. an den Staatl. Kunstsammlungen Weimar, im Kupferstich-Kabinett der Staatl. Kunstsammlung Dresden, am Inst. für Denkmalpflege Berlin, im Kupferstichkabinett der Staatl. Museen zu Berlin; dort 1981 – 91 Dir. 1991 – 93 Dir. der Anhaltinischen Gemäldegalerie in Dessau.Altdt. Zeichnungen. Dresden 1963; Dresdener Zeichnungen 1550 – 1650. Dresden 1969 (überarb. Diss. von 1956); Die Malerfamilie Cranach. Dresden 1974; J. Beuys, frühe Aquarelle. München 1989; C. Lorrain, Gemälde u. Zeichnungen. München 1996.Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaefer, Jakob

* 20.5.1890 – ✝ 12.4.1971

Geboren am 20. Mai 1890 in Cappel bei Marburg; Schneidermeister, gehörte seit 1919 der KPD an und war Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe und Stadtverordneter in Bad Nauheim. Im Juni 1921 heiratete er Cäcilie Tannenberg ( Cäcilie Schaefer). Von 1927 bis 1931 war Jakob Schaefer Abgeordneter des Hessischen Landtags. Mit seinem Fraktionskollegen Hermann Sumpf begab er sich nach dem RFB-Verbot im Juni 1929 demonstrativ in der Uniform des Rot-Frontkämpferbundes in den Landtag, wurde daraufhin für vier Sitzungstage von den Plenartagungen ausgeschlossen, trat aber sonst wenig hervor. Im Juni 1933 wurde Jakob Schaefer verhaftet, »Schutzhaft« im KZ Osthofen, ab 1934 wieder Hausschneider. Nach dem 20. Juli 1944 erneut festgenommen, kam er in das KZ Sachsenhausen und wurde im Frühjahr 1945 auf dem Todesmarsch nach Mecklenburg befreit. 1945 Mitglied der KPD, wurde Stadtverordneter, gehörte mit seiner Frau der Marburger VVN an, beide engagierten sich nach dem KPD-Verbot 1956 in der Deutschen Friedensunion. 1968 trat er in die DKP ein. Jakob Schaefer starb während eines Kuraufenthaltes am 12. April 1971 in Karlsbad in der Tschechoslowakei.

Wer war wer in DDR

Schäfer, Gerd E.

* 14.7.1923 – ✝ 20.9.2001

Geb. in Berlin; Schauspielausbildung in der Akad. »Der Krs.« in Berlin; Engagements in Bautzen, Köln u. Berlin (Dt. Theater); 1956 – 68 einer der beliebtesten Kabarettisten der Berliner »Distel«; danach Mitgl. des Schauspielensembles des Dt. Fernsehfunks; besonders bekannt mit der Serie »Maxe Baumann«; Mitw. in vielen Unterhaltungssendungen; Moderator des »Wunschbriefkastens« (1975 – 89), Filmrollen, Schallplatten; 1961 NP (im Koll.). Nach 1990 in kleinen Fernsehrollen, u. a. 1993 im »Tatort« (»Die Zärtlichkeit des Monsters«), 1996 in der TV-Serie »Praxis Bülowbogen«; gest. in Berlin.Otto, R., Rösler, W.: Kabarettgeschichte. Berlin 1977.Gisela Winkler