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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schäfer, Paul

* 15.9.1894 – ✝ 11.3.1938

Geboren am 15. September 1894 in Erfurt; Arbeiter in einer Schuhfabrik, Soldat im Ersten Weltkrieg, 1918/19 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates und Mitbegründer der KPD-Ortsgruppe Erfurt. Er war Betriebsratsvorsitzender, 1920 aktiv bei der Abwehr des Kapp-Putsches und 1923 Führer einer Roten Hundertschaft in Erfurt. Dort Mitbegründer des RFB und ab Mai 1924 Stadtverordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der KPD. Ab Sommer 1925 hauptamtlicher IAH-Sekretär für Großthüringen und ab März 1931 in gleicher Funktion im Bezirk Hessen-Frankfurt. Schäfer floh 1933 ins Saargebiet, im März 1935 nach Frankreich, war aktiv in der KPD-Emigration. Dann kam er in die Sowjetunion. Er wurde am 11. März 1938 in Moskau vom NKWD verhaftet und der Spionage für Deutschland beschuldigt. Paul Schäfer wurde am 17. Mai 1938 zum Tode verurteilt und am 26. Juli 1938 erschossen. Rehabilitiert am 12.September 1989. In der DDR-Geschichtsschreibung ist bis zum Ende fälschlich behauptet worden, Paul Schäfer sei im März 1937 als Angehöriger der Internationalen Brigaden bei Guadalajara in Spanien gefallen.

Wer war wer in DDR

Schahn, Margarete

* 30.5.1903 – ✝ 11.4.1996

Geb. in Forst; Vater Landwirt; Lehre u. Arbeit als Damenschneiderin, Arbeiterin in Forster Tuchfabriken; am 15.3.1945 wg. »Hochverrat u. Spionage« Verhaftung, Einlieferung in das Frauenzuchthaus Cottbus, Apr. 1945 entlassen. 1945 KPD, 1946 SED; 1949 Kreissekr. des DFD; 1950 MdL Brandenburg; 1952 Vors. des Rats des Krs. Forst; Aug. 1953 – Juli 1954 Bürgermstr. bzw. OB von Cottbus (Nachf. von  Hans Bertram), erste Frau als Stadtoberhaupt in der Gesch. der Stadt; gest. in Cottbus.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schälike, Fritz

* 19.10.1899 – ✝ 30.1.1963

Geboren am 19. Oktober 1899 in Berlin, Sohn eines Rohrlegers; Buchhalter. 1918 Soldat, 1919 Mitglied der FSJ/KJD und der KPD. Er leitete von 1921 bis 1930 den Verlag der KJI in Berlin. 1927 wegen »literarischen Hochverrates« vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. 1931 Übersiedlung in die Sowjetunion, Mitglied der KPdSU, bis Ende 1935 Redakteur im Apparat der Komintern, anschließend Abteilungsleiter in der Verlagsgenossenschaft ausländischer Arbeiter. Von April 1942 bis August 1943 war er Leiter des deutschsprachigen Jugendsenders Sturmadler und Mitarbeiter beim Deutschen Volkssender, bis Mai 1945 Redakteur am Institut 205. Er traf 1945 als Mitglied der KPD-Gruppe unter Anton Ackermann in Sachsen ein, wurde zunächst Herausgeber und Chefredakteur der »Sächsischen Volkszeitung«, dann in Berlin Leiter des KPD-Verlages Neuer Weg. Nach Gründung der SED bis 1962 Leiter des Dietz Verlages (bis 1948 noch paritätisch mit Kurt Schöpflin), seit 1954 Mitglied der ZRK der SED. Fritz Schälike starb am 30. Januar 1963 in Ost-Berlin. Seine Frau Luise Schälike, geborene Doerwald (*16. 2. 1903 – † 2. 9. 1977), war Kontoristin, seit 1920 in der KJD und der KPD. Ab 1921 im Parteiapparat beschäftigt, von 1923 bis 1928 beim Verlag der KJI, von 1928 bis 1931 bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Seit 1931 mit der Familie in der Sowjetunion, Buchhalterin und Stenografin. Im Juni 1946 Rückkehr nach Deutschland, ab Januar 1949 Angestellte im Dietz Verlag. Die älteste Tochter Waltraut Schälike (* 1927) blieb in der Sowjetunion, wurde Historikerin in Kirgisien. 2006 erschienen ihre Erinnerungen (»Ich wollte keine Deutsche sein«), worin sie auch über die Verhältnisse im Moskauer Hotel »Lux« berichtet.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Schaller, Wolfgang

* 26.12.1951

Geb. in Schwerin; Sohn des Shakespeare-Übersetzers Rudolf Schaller; nach dem Abitur Stud. der Opernregie an der HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin; nach 1977 Regisseur am Volkstheater Rostock u. Oberspielltr. des Musiktheaters am Theater Senftenberg; 1982 Dir. für Planung u. Org. der Staatstheater Dresden. 1994 Intendant des Musiktheaters Görlitz; 1995 Geschäftsf. der Stadttheater Görlitz GmbH; 1996 Gründungsgeschäftsf. der Neuen Lausitzer Philharmonie; 1999 – 2003 Intendant des Stadttheaters Würzburg; ab 2000 BWL-Stud. an der Fernuniv. Hagen, unterrichtete parallel dazu im Studiengang Kultur u. Management der HS Zittau / Görlitz, an der TU Dresden sowie an der Palucca-Schule Dresden; seit Beginn der Spielzeit 2003 / 04 Intendant der Staatsoperette Dresden.Operette unterm Hakenkreuz. Zwischen hoffähiger Kunst und »Entartung«. Beiträge einer Tagung der Staatsoperette Dresden. Berlin 2007 (Hrsg.).Christian Krause

Wer war wer in DDR

Scharf, Joachim-Hermann

* 7.11.1921 – ✝ 22.6.2014

Geb. in Nebra (Unstrut); Vater Buch- u. Kunsthändler; 1940 Abitur am Humanist. Gymnasium der Klosterschule Roßleben; anschl. Kriegsdienst bei der Infanterie, zul. Ltn. u. Kompanieführer; nach Verwundung noch während des Kriegs Aufn. des Med.-Studiums in Wien, anschl. in Mainz. 1950 St.-Ex. u. med. Prom. in Mainz; 1953 naturwiss. Prom.; 1956 Habil. für Anatomie; 1957 Extraordinarius u. Prosektor am Anatom. Inst. der FSU Jena; 1959 – 87 ord. Prof. u. Dir. des Anatom. Inst. der MLU Halle; 1961 Mitgl. der Leopoldina, 1964 Mitgl. ihres Präs., 1967 Director Ephemeridum; 1975 Dr. med. h. c. der Med. Akad. Poznań; 1981 Mitgl. der Sächs. AdW zu Leipzig; 1982 Korr. Mitgl. der Akad. der Wiss. u. Lit. zu Mainz; 1987 em. Arbeitsgebiete: Neurohistol., Experimentelle Endokrinol., Histochemie, Biokybernetik, Biomathematik (vorw. nichtlineare u. innere Regression), Biolinguistik, Geschichte der Morphol.; umfgr. Hrsg.-Tätigkeit (u. a. »Acta histochemica«, »Nova Acta Leopoldina«, »Mikroskopie«).Joachim Kaasch

Wer war wer in DDR

Scharfenstein, Fritz

* 14.6.1925

Geb. in Aue; Vater Werkzeugmacher; Volksschule u. Handelsschule; kaufm. Lehre; 1943 –45 RAD u. Wehrmacht. 1945 – 48 Bauhilfsarbeiter u. kaufm. Angest. in Zwickau bzw. Wilkau-Hasslau; 1945 / 46 KPD / SED; 1948 – 52 Sekr. des FDGB-KV Zwickau; 1950 Studium an den SED- bzw. FDGB-Landesschulen Sachsen; 1950 – 52 Mitgl. des FDGB-LV Sachsen; 1952 – 60 Fernstudium der Binnenhandelsökon. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtschaftler; 1958 – 62 stellv. Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Dresden; 1962 – 63 kommissar. Vors. der Bezirksplankommission Dresden; Mitgl. der SED-BL Dresden; 1963 –65 Stellv. des Vors. der SPK; 1965 – 71 Minister für die Anleitung u. Kontrolle der Bezirks- u. Kreisräte (Nachf. von  Kurt Seibt); anschl. Ltr. der Instrukteurabt. beim 1. Stellv. des Vors. des Min.-Rats der DDR.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Schauerhammer, Albrecht

* 3.4.1943

Geb. in Altenburg; Vater selbst. Handwerker; 1949 – 57 Grundschule; 1957 – 61 EOS, Abitur; Lehre als Bergarb.; 1956 FDJ; 1961 / 62 Kipper im Tagebau; 1962 / 68 Studium der Energetik-Kraftwerksanlagen an der TU Dresden, Dipl.-Ing.-Ökonom; 1968 – 70 EDV-Organisator im VEB Kraftwerke Lübbenau-Vetschau; 1970 SED; 1971 / 72 Sekr. der FDJ-GO im VEB Kraftwerke Lübbenau-Vetschau; 1968 – 80 Mitgl. der FDJ-BL Cottbus; 1972 / 73 Lehrgang an der SED-BPS; 1973 Sekr. für Arbeiterjugend, 1974 – 80 1. Sekr. der FDJ-BL Cottbus; 1976 – 81 Mitgl. des FDJ-ZR; 1979 VVO; 1980 – 83 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1983 polit. Mitarb. der SED-BL Cottbus; 1983 – 86 1. Sekr. der SED-KL Calau; 1986 – 89 2. Sekr. der SED-BL Cottbus; Frühjahr 1990 Ausschluß aus der PDS. 1990 – 92 Mitarb. in der Hauptverw. des Kombinats Braunkohlenkraftwerk (später Vereinigte Energiewerke AG); 1992 – 94 arbeitslos; Zusatzstudium Steuerberatung u. Buchführung, seitdem selbständig.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Scheer, Diethelm

* 6.3.1909 – ✝ 18.2.1996

Geb. in Berlin; Vater Buchhändler u. Versicherungsangest.; 1928 – 33 Studium der Zool. u. Fischereiwiss. an der Landw. HS Berlin; 1928 KJVD; 1930 KPD; 1931/32 Vorträge an der MASCH; 1933 – 35 Volontärassistent an der Preuß. Landesanstalt für Fischerei in Berlin-Friedrichshagen, 1934 Prom.; 1935 Verhaftung wegen illeg. Arbeit gegen das NS-Regime, 1937 Verurteilung vom VGH zu fünf Jahren Zuchthaus, anschl. versch. Haftanstalten, 1940/41 KZ Sachsenhausen, 1941/42 KZ Auschwitz; Ltr. der dortigen Teichwirtschaft; 1942 – Jan. 1945 als dienstverpflichteter Fischereibiologe im KZ Auschwitz tätig; Febr. 1945 Entlassung; ab März 1945 wiss. Mitarb. an der Preuß. Landesanstalt für Fischerei Berlin. Juni 1945 – Anfang 1946 Mitarb. im neugegr. Fischereiamt von Groß-Berlin; SED; 1946 – 49 Assistent an der Univ. Greifswald; kommissar. Dir. des dortigen Fischereiinst.; 1949 Habil. mit einer Studie über die Parasiten von Fischnährtieren; 1949 – 53 verantw. für Binnenfischerei im Min. für Industrie (später für Handel u. Versorgung, dann für Land- u. Forstw.); ab 1950 Lehrtätigkeit an der HU Berlin; 1953 – 56 Dir. des Inst. für Hochseefischerei u. Fischverarbeitung Rostock; 1956 Doz. am Inst. für Fischereiwesen der HU Berlin, 1958 Prof. mit Lehrauftrag; 1961 ord. Prof.; 1962 – 65 Dir. dieses Inst.; 1964 – 69 Dir. des Berliner Inst. für Binnenfischerei; 1969 em; gest. in Berlin.Kowalczuk, I.-S.: Geist im Dienste der Macht. Berlin 2003.Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Scheffler, Ernst

* 18.9.1891 – ✝ 9.5.1954

Geboren am 18. September 1891 in Bermsgrün/Erzgebirge, Sohn eines Eisenbahnschaffners; wurde Klempner und 1911 Mitglied der SPD. Als Gefreiter 1914 an der Westfront, im Oktober 1916 verwundet, arbeitete nach seiner Entlassung 1917 in Schwarzenberg in der Rüstungsindustrie. Hatte Verbindung zur Spartakusgruppe, gründete 1918 in Schwarzenberg die USPD und trat im Januar 1919 der KPD bei. Von 1919 bis 1921 Klempner und ehrenamtlicher Funktionär der Partei. 1921 wegen »Beihilfe zum Hochver- rat« zu 16 Monaten Zuchthaus verurteilt, verbüßte wegen einer Amnestie nur neun Monate im Zuchthaus Bautzen. Nun erwerbslos, wurde er 1923 hauptamtlicher UB-Leiter in Schwarzenberg. Im Herbst 1923 aktiv an den Aufstandsvorbereitungen beteiligt, deswegen 1924 drei Monate in Haft. Mitglied der KPD-BL Sachsen, im April 1927 rückte Scheffler in den Sächsischen Landtag nach und blieb bis 1930 Abgeordneter und Sekretär der KPD-Fraktion. Bei den innerparteilichen Diskussionen vertrat er die Linie des ZK, kam Anfang 1933 in die engere Leitung des Bezirks Sachsen und wurde am 1.Juli 1933 Orgleiter der illegalen KPD in Leipzig. Dort am 20. November 1933 verhaftet, im Juli 1934 vom OLG Dresden zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 19.April 1939 entlassen, arbeitete er als Klempner in Schwarzenberg. Im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« 1944 erneut verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht, auf dem Todesmarsch 1945 in Mecklenburg befreit. Scheffler wurde Ende Juli 1945 Landrat im Kreis Schwarzenberg, das einige Wochen »Niemandsland« war, dann Vorsitzender des Rates des Kreises Aue. Ernst Scheffler starb am 9.Mai 1954. Sein Sohn Erhard Scheffler (*5.11. 1912 – † 5. 12. 1997) war Bauklempner, arbeitete nach 1933 für die illegale KPD, wurde verhaftet, später zur Wehrmacht eingezogen und kehrte 1949 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Er war von 1952 bis 1955 Botschafter der DDR in Albanien, ab 1969 einige Jahre 1. Sekretär an der DDR-Botschaft in Moskau.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schehr, John

* 9.2.1896 – ✝ 1.2.1934

Geboren am 9. Februar 1896 in Altona, Sohn einer Arbeiterfamilie; Schlosser. Ende 1912 Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD. Schehr war einer der eifrigsten Hamburger Anhänger von Ernst Thälmann in der USPD, ging mit diesem 1920 zur KPD. 1924 wurde er Polleiter von Altona, dort auch Stadtverordneter, Schlosser im Hafen, 1925 in den hauptamtlichen Apparat aufgenommen. Von Thälmann protegiert, wählte ihn der X. Parteitag 1925 in die Beschwerdekommission und als Kandidat ins ZK. Zunächst UB-Leiter von Harburg-Wilhelmsburg, 1927 Orgleiter des KPD-Bezirks Wasserkante (unter dem Polleiter John Wittorf), Delegierter des XI. Parteitags in Essen und erneut als ZK-Kandidat berufen. Schehr hat als Mitglied der Kontrollkommission des Bezirks Wasserkante Thäl- mann bei der Vertuschung der Wittorf-Unterschlagung 1928 maßgeblich geholfen. Deswegen enthob ihn das ZK im Oktober 1928 aller Funktionen, sogar sein Parteiausschluß wurde gefordert. Doch nach Thälmanns Rehabilitierung wurde Schehr wieder als Orgleiter eingesetzt und auf dem XII. Parteitag 1929 abermals zum Kandidaten des ZK gewählt. Bis März 1930 Orgleiter der BL Wasserkante, dann Polleiter der BL Niedersachsen in Hannover. Im April 1932 rückte er als Abgeordneter in den Preußischen Landtag ein, wurde außerdem in den Reichstag gewählt, dem er von Juli 1932 bis 1933 angehörte. Mitte 1932 ging Schehrs steile Karriere weiter: Zum Vollmitglied des ZK kooptiert, kam er als Sekretär des ZK und als Polbüromitglied nach Berlin, er wurde damit praktisch Stellvertreter Thälmanns (nachdem Heinz Neumann ausgeschaltet war). Bei seiner Verhaftung am 20. November 1932 fand die Polizei wichtiges Material über den illegalen Apparat der KPD, er wurde dennoch als Reichstagsabgeordneter bereits nach acht Tagen wieder freigelassen. Nach Thälmanns Festnahme im März 1933 übertrug die Komintern den Parteivorsitz an Schehr. Zwischen ihm, Walter Ulbricht und Hermann Schubert kam es jedoch zu Auseinandersetzungen um die Leitung der KPD. Aber am 13. November 1933 wurde Schehr verhaftet. Da die Gestapo wußte, daß Schehr ein sehr hoher Parteifunktionär war, versuchte sie, Aussagen zu erpressen und folterte ihn auf schlimmste Weise; dabei erlitt er schwere Verbrennungen, auch das linke Auge soll ihm ausgeschlagen worden sein. Von ihm erfuhr die Gestapo aber nichts, Schehr blieb standhaft: »Ich erkläre, daß ich über die Tätigkeit der Organisation der Kommunistischen Partei Deutschlands, über meine politische Arbeit, über die meiner Mitarbeiter keine Aussagen zu machen habe.« Am 1.Februar 1934 wurde der frühere KPD-Funktionär Alfred Kattner, der beschuldigt wurde, Thälmann verraten zu haben, im Auftrag des KPD-Apparates ermordet. Dafür rächten sich die Nazis sofort, sie verschleppten John Schehr und mit ihm die KPD-Funktionäre Erich Steinfurth, Eugen Schönhaar und Rudolf Schwarz aus der berüchtigten Gestapozentrale Columbiahaus in Berlin nach Wannsee. Auf dem Weg dahin wurden alle vier am 1. Februar 1934 erschossen. Über den Mord gab es widersprüchliche Meldungen: Einerseits hieß es, Schehr und Genossen seien »auf der Flucht erschossen« worden, andererseits wurde nachdrücklich auf den »Fall Kattner« hingewie- sen, das Motiv der »Vergeltung« war offensichtlich.

Wer war wer in DDR

Scheinpflug, Heinz

* 20.4.1924

Geb. in Weißensee (Krs Sömmerda); Vater Arbeiter; Grund- u. Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1942 – 45 Wehrmacht (Kriegsmarine); April / Mai 1945 brit. Kriegsgef. 1945 / 46 Transportarb. in Kiel; 1946 – 49 Werkzeugmacher im VEB Büromaschinenwerk Sömmerda; 1949 SED; ab 1950 hauptamtl. Sekr. der FDJ-GO im VEB Büromaschinenwerk Sömmerda; 1950 – 52 Bürgermeister der Stadt Weißensee; 1952 – 55 Sekr., 1955 –57 Vors. des Rats des Krs. Sömmerda; 1957 / 58 Stud. an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1958 – 61 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Erfurt; 1961 – 64 Vors. des Rats des Krs. Worbis; 1964 – 68 1. Sekr. der SED-KL Nordhausen; 1968 – 82 OB der Stadt Erfurt (Nachf. von  Rolf-Dietrich Nottrodt); 1979 Banner der Arbeit.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Scheller, Fritz

* 15.9.1909 – ✝ 28.1.1992

Geb. in Lößnitz (Krs. Aue); Vater Fabrikarb.; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser u. Strumpfwirker; 1923 KJD, 1928 KPD; Politltr. des KJVD in Lößnitz u. Stadtverordn.; ab 1933 illeg. Arbeit, März 1933 verhaftet, wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt; 1942 Wehrmacht, Strafbat. 999; 1943 – 46 amerikan. Kriegsgef. 1946 SED, Parteisekr. in Lößnitz; 1947 / 48 Lehrer an der KPS der SED in Lößnitz; 1948 / 49 2. Vors. u. Sekr. für Wirtschaft im FDGB-KV Aue; 1949 Kreisbeauftragter für staatl. Kontrolle Aue; 1950 – 54 1. Sekr. der SED-KL Marienberg; 1954 – 58 Vors. des Rats des Krs. Rochlitz; 1958 / 59 Stud. an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau; 1959 / 60 Stellv. des OB, 1960 / 61 OB von Karl-Marx-Stadt (Nachf. von  Kurt Berthel); 1961 bis 1963 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Karl-Marx-Stadt; gest. in Chemnitz.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schäfer (Schaefer), Maria

* 17.5.1903 – ✝ 16.2.1995

(* 1903 – † 1995) Geboren am 17. Mai 1903 in Osnabrück; Textilarbeiterin. Sie fand über die Naturfreundebewegung und die Monistische Jugend 1923 Anschluß an die KPD. Bis November 1927 Frauenleiterin im UB Berlin-Schöneberg, dann Kursantin der Internationalen Leninschule bzw. der KUNMS in Moskau. Anfang 1932 zurückgekehrt, wurde sie Mitglied der Agitpropabteilung der BL Berlin-Brandenburg und übernahm 1933 die illegale Frauenarbeit dieser BL. Beschäftigt bei der AEG, gehörte sie mit Alice (Marga Eliassohn), Erich Hanke und Siegmund Spieler zur illegalen Leitung des UB Pankow. Sie war in Berlin bis zur Verhaftung Hankes am 10.August 1935 mit diesem liiert. Maria Schäfer nahm 1935 als Delegierte am VII. Weltkongreß der Komintern in Moskau und auch an der »Brüsseler Konferenz« teil. 1936 illegal in Berlin für die KPD aktiv, emigrierte sie 1936 in die ?CSR. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in das Sudetenland ging sie in die Schweiz, stand dort bis Mai 1939 im Kontakt zur KPD-Leitung unter Hans Teubner. Später heiratete sie den Schweizer Staatsbürger Rasch, zog sich von der Politik zurück und schuf sich mit ihm eine neue Existenz. Maria Schäfer-Rasch starb am 16.Februar 1995 in Winterthur (Schweiz).

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaible, Richard Otto

* 7.11.1900 – ✝ 14.12.1953

(* 1900 – † 1953) Geboren am 7. November 1900 in Leipzig, Sohn eines Buchbinders und sozialdemokratischen Funktionärs. Ab 1915 Kaufmannslehre in Hamburg und Eintritt in die Sozialdemokratische Jugend, Kontakt zur Spartakusgruppe und zu den Bremer Linksradikalen. Im September 1917 verhaftet, im Januar 1918 vom Kriegsgericht wegen Verbreitung illegaler Schriften zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach drei Monaten vom Hamburger Senat begnadigt, mußte er zum Heeresdienst, war Pionier-Minenwerfer in Arys (Ostpreußen). Seit der Revolution in Hamburg bei den Linksradikalen (Internationale Kommunisten) und der kommunistischen »Freien Jugend«. 1919 Mitglied der KPD, Mitarbeit an der »Kommunistischen Arbeiterzeitung«. Im März 1921 Volontär der Berliner »Roten Fahne«, Anfang 1922 in der »Hamburger Volkszeitung« zunächst Gewerkschaftsredakteur, dann politischer Redakteur. Schaible war Teilnehmer am Oktoberaufstand 1923 in Hamburg, deswegen 1924 kurze Untersuchungshaft. Danach Versetzung nach Stuttgart, von Mai bis August 1924 Chefredakteur der »Süddeutschen Arbeiterzeitung«. Schaible wurde 1925 im Prozeß gegen Hugo Urbahns zu zweieinhalb Jahren Festung verurteilt, aber nach sechs Monaten aufgrund der »Hindenburg-Amnestie« entlassen. 1926 Chefredakteur der »Freiheit« in Düsseldorf sowie kurze Zeit Agitpropsekretär der BL Niederrhein, dann politischer Redakteur der »Freiheit«. Ab 1928 im Zentralvorstand der Roten Hilfe in Berlin; Redakteur deren Zeitschrift »Tribunal«. Von 1929 bis März 1931 in der politischen Redaktion der »Roten Fahne«, dann Chefredakteur der »Arbeiterzeitung« Bremen. Am 30. Juli 1933 verhaftet; im März 1934 freigelassen, nochmals – wie seine Frau Elsa – Mitte 1937 etliche Monate inhaftiert. Bei Kriegsausbruch 1939 zum Militär eingezogen, von 1941 bis 1943 Soldat in Afrika. Im Juli 1945 Rückkehr nach Hamburg, wieder Mitglied der KPD, Redakteur und kurz Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«, aber im Mai 1946 für ein Jahr aller Parteifunktionen enthoben. Im Sommer 1949 übernahm er das Redaktionssekretariat der »Hamburger Volkszeitung«, bis dann im November 1949 die Mitteilung des PV der KPD eintraf, daß Schaible bereits 1947 aus der KPD ausgeschlossen worden sei. Ab Mai 1950 Hamburger Korrespondent des Ostberliner Deutschlandsenders, ab 1952 Geschäftsführer des »Komitees zur Verteidigung deutscher Patrioten« in Hamburg. Nach einem Herzinfarkt starb Richard Schaible am 14. Dezember 1953 in Hamburg.

Wer war wer in DDR

Schall, Ekkehard

* 29.5.1930 – ✝ 3.9.2005

Geb. in Magdeburg; während der Schulzeit Schauspielunterricht; 1946 – 48 Ausbildung am Schauspielstudio Magdeburg; 1947 Bühnendebüt; 1948 – 51 Engagement in Frankfurt (Oder); seit 1952 am Berliner Ensemble (BE); Heirat mit Barbara Brecht (Berg); SED; 1974 Regiedebüt mit »Leben Eduards des Zweiten von England« von  Bertolt Brecht; Mitgl. der AdK; 1977 – 91 stellv. Intendant am BE; Mitgl. des Präs. des Verb. der Theaterschaffenden; 1979 NP. 1991 Rückzug ins Privatleben, gelegentl. Auftritte am Berliner theater 89, literar. Arbeiten; gest. in Buckow (Brandenb.). Bühnenrollen u. a. in: 1952 »Mutter Courage u. ihre Kinder« von Bertolt Brecht, 1955 »Winterschlacht« von  Johannes R. Becher, 1959 »Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui«, 1964 »Coriolan«, 1965 »Oppenheimer« von  Heinar Kipphardt, 1978 »Leben des Galilei«, 1979 »Großer Friede« von  Volker Braun, 1987 »Untergang des Egoisten Fatzer« von Bertolt Brecht; Filmrollen u. Auftritte mit Brecht-Programmen.Meine Schule des Theaters. Frankfurt (Main) 2001; Buckower Barometer. Gedichte. Frankfurt (Main) 2002. Stadelmaier, G.: Meister des F-Effekts. Zum Tode von E. S. In: FAZ, 5.9.2005.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Schaper, Alwin

* 18.3.1898 – ✝ 24.9.1979

Geb. in Badeleben (Krs. Oschersleben); Vater Handwerker; Volks- u. Oberrealschule; Soldat im Ersten Weltkrieg; ab 1919 Korresp. der Versicherungsgesell. »Wilhelma«, nebenbei Journalist; 1919 Mitgl. der DDP, Ltr. der Abt. Jugend in der DDP-BL Sachsen; 1925 Übersiedl. nach Berlin, Mitarb. der Red. »Magdeburgische Zeitung«; 1926 – 45 Mitarb. im Dt. Nachrichtenbüro. 1945 CDU; 1945 Red., 1947 – 50 Chefred. der Ztg. »Neuer Weg« (Organ des CDU-LV Sachsen-Anh.); 1950 – 52 MdL Sachsen-Anh.; 1950 – 61 Chefred. des CDU-Zentralorgans »Neue Zeit« (Nachf. von Martin Preikschar); 1951 – 54 Mitgl. des CDU-HV; Juli 1961 Ablösung als Chefred. wg. antisemit. Artikel in der NS-Zeit.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Scharf, Jürgen

* 15.9.1952

Geb. in Salzwedel; 1971 Abitur; Studium der Math. an der TH »Otto v. Guericke« Magdeburg, 1975 Dipl.; 1976 CDU; Arbeit in der Forsch. u. Entw. in der Lacke- u. Farbenindustrie; 1978 – 83 Abg. in der Stadtbezirksvers. Magdeburg-Südost; Mitgl. der Synode der Ev. Kirche der Union; seit 1990 Mitgl. des CDU-Stadtvorst. Magdeburg, Vors.; Mitgl. des CDU-Landesvorst. Sa.-Anh. u. des geschäftsf. Landesvorst. 1990 Mitbegr. des Ökumen. Domgymnasiums Magdeburg; seit 1990 Betriebsratsvors. in der Magdeburg Lacke GmbH bzw. Institut für Lacke u. Farben; seit Okt. 1990 MdL Sachsen-Anh.; 1993 / 94 stellv. Vors. der CDU-Landtagsfrakt., 1990 – 93 u. 1994 – 2002 deren parlamentar. Geschäftsf.; Mitgl. des Ältestenrats; 1994 – 2003 CDU-Vors. des Landes Sachsen-Anh.; Vors. des Ev. Arbeitskreises der CDU Sachsen-Anh.; seit Mai 2002 Vors. der CDU-Landtagsfrakt.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Scharrer, Rudolf

* 17.12.1923 – ✝ 22.9.1977

Geb. in Nürnberg; Vater Bauhilfsarb.; 1930 –38 Volksschule; 1938 – 40 Ausfahrer; 1940 – 42 Automateneinsteller u. -dreher; Berufs- u. Fachschule für Mechaniker; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 – 47 brit. Kriegsgef. in Ägypten, hier Gründer u. Ltr. einer demokrat. Jugendarbeitsgemeinschaft. 1948 Rückkehr nach Dtl.; KPD; 1948 Org.-Ltr. u. Jugendltr. der KPD in Nürnberg; im Juni 1948 Übersiedl. in die SBZ; SED; 1948 Sachbearb. für Betriebe, 1948 / 49 Sekr. des FDJ-KV Plauen; 1949 Lehrgang an der SED-LPS in Ottendorf; 1949 / 50 Sekr. für Arbeit u. Landjugend im FDJ-LV Sachsen; 1951 Ltr. des Kabinetts, 1951 / 52 Ltr. der Abt. Agit. u. Prop. der FDJ-LL Sachsen; 1952 – 56 Sekr. für Agit. u. Prop. der FDJ-BL Chemnitz / Karl-Marx-Stadt; 1956 – 59 2. Sekr. der SED-Stadtltg. Karl-Marx-Stadt; 1959 – 64 1. Sekr. der SED-KL Aue; 1954 – 61 Fernstudium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1964 – 75 1. Sekr. der SED-Stadtltg. Karl-Marx-Stadt; 1969 / 70 Studium am ZI für soz. Wirtschaftsführung beim ZK der SED in Berlin-Rahnsdorf; 1975 – 77 2. Sekr. der SED-BL Karl-Marx-Stadt.Mario Niemann

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Schaul, Hans

* 13.12.1905 – ✝ 10.5.1988

Geb. in Hohensalza (Inowrocław, Polen); Vater Kfm.; Volksschule, ab 1915 humanist. Gymnasium in Frankfurt (Oder); 1925 – 28 Studium der Rechts- u. Wirtschaftswiss. an den Univ. Berlin, Freiburg i. Br. u. Heidelberg; 1926/27 Soz. Studentenbund; 1929 Heirat mit der Kinder- u. Jugendbuchautorin Ruth Rewald (1942 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet); nach dreijähriger Referendarzeit an Berliner Gerichten 1932 Zulassung als Rechtsanwalt in Berlin; 1933 Berufsverbot wegen jüd. Herkunft, Entzug der Zulassung; Emigr. nach Frankreich, in Paris als Fotograf tätig; ab 1936 Teiln. am span. Bürgerkrieg, Soldat in der 13., dann Ltn. in der 11. Internat. Brigade u. Red. versch. Ztg., zeitw. Mitarb. im Büro des Gen.-Inspekteurs der Internat. Brigaden Luigi Longo («Gallo«); 1937 KP Spaniens; 1937 Geburt der Tochter Anja (1944 im KZ Auschwitz ermordet); 1938 Rückkehr nach Frankreich; Sekr. im Hilfskomitee für die dt. Spanienkämpfer in Paris; 1939 KPD; Sept. 1939 Internierung in St. Jean-de-la-Ruelle bei Orléans, ab Mai 1940 in einer Prestataire-Compagnie, ab März 1941 im Lager Le Vernet, anschl. im Lager Djelfa in Algerien; 1943 Angeh. einer brit. Arbeitskomp. in Algerien; 1944 Abreise in die UdSSR, Nov. 1944 Ankunft in Moskau; zunächst Politinstrukteur in Lagern für frz. u. japan. Kriegsgefangene; Mitarb. der HV für Kriegsgefangene in Moskau; Lehrer u. Lektor an Antifa-Schulen, u. a. der Schule 2041 in Taliza. 1948 auf Verfügung des ZK der KPdSU Rückkehr nach Dtl.; zunächst persönl. Mitarb. bei  Heinrich Rau; dann Ltr. der Rechtsabt. u. HA-Ltr. in der DWK, Chefred. des Zentralverordnungsblattes der DWK; ab Okt. 1949 im Min. für Planung bzw. ab 1950 in der SPK; 1951 – 56 Prof. u. Prorektor an der HS für Planökon. bzw. der HfÖ Berlin; 1956 – 72 Abt.-Ltr. des ZK der SED u. Chefred. des theoret. Organs der SED »Einheit« (Nachf. von Gertrud Keller), bis 1976 Mitgl. dessen Red.-Kolleg.; ehrenamtl. Mitarb. der Abt. Internat. Verbindungen des ZK der SED; 1955 u. 1971 VVO; 1960 Dr. h. c.; 1965 KMO; gest. in Berlin.Die »wandernde« Bataillonszeitung. In: Brigada Internacional, Bd. 1. Berlin 1974; Mitarbeiter der Dt. Wirtschaftskommission. In: Die ersten Jahre. Berlin 1979.Andreas Herbst / Bernd-Rainer Barth

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Scheer, Maximilian

* 22.4.1896 – ✝ 3.2.1978

Geb. in Haan (Rheinl.); Vater Schmied, Mutter Bäuerin; Volksschule; anschl. Bürotätigkeit u. in versch. Berufen; kurzer Militärdienst im 1. Weltkrieg; anschl. ltd. Angest. eines Stahlwerks im Ruhrgeb.; nach 1918 Büroltr. einer Stahl- u. Werkzeughandlung in Köln; Ende der 20er Jahre Personalchef, Filialltr. in Essen u. 2. Dir. eines sowj. Exportunternehmens in Dtl.; studierte als Gasthörer Völkerkunde, Theaterwiss. u. Lit.-Geschichte in Köln; Mitbegr. der liter. Vereinigung »Oktobergr.«, arbeitete als Kritiker u. Journalist für die Tagesztg. »Soz. Rep.« u. Theaterkritiker beim »Berliner Börsen-Courier«; März 1933 Emigr. nach Frankreich (Paris); 1933 – 36 Mitarb. der von Sándor (Alexander) Radó geleiteten Presseagentur INPRESS in Paris u. Mitarb. der dt. Ztg. »Neue Weltbühne«, »Gegen-Angriff«, »Pariser Tageblatt / Pariser Tagesztg.« u. an frz. Ztschr.; 1935 Mitarb. im »Vorläufigen Aussch. zur Vorber. einer dt. Volksfront«; seine Beiträge über Prop. u. Spionage der NSDAP erregten Aufsehen; 1936 Mithrsg. der Dokumentation »Das dt. Volk klagt an – Hitlers Krieg gegen die Friedenskämpfer in Dtl.«; Sept. 1939 in Frankreich interniert (Lager Vierson, Bagny, Nantes); Juli 1940 Flucht nach Marseille, dann in die USA (New York); Mitarb. der »Overseas News Agency«; dort ab 1944 Ltr. der Abt. Fremdsprachen; publizierte in »The Protestant« u. »Aufbau«; 1944 Mitarb. im Council for a Democratic Germany, Red. des Bulletins (zus. mit  Elisabeth Hauptmann). 1947 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); 1947 – 49 Chefred. der von  Alfred Kantorowicz hrsg. Ztschr. »Ost u. West«; 1949 – 52 Ltr. der HA Künstler. Wort des Berliner Rundfunks u. des Dtl.-Senders; 1951 Mitgl. des PEN-Zentrums Dtl., dann Dt. PEN-Zentrum Ost u. West bzw. DDR; ab 1952 freischaff. Schriftst.; später Mitgl. des Präs. des SV; Mitgl. des Weltfriedensrats u. des DDR-Friedensrats; in den 50er u. 60er Jahren ausgedehnte Reisen in die arab. Welt, nach Ostafrika, Indien u. Kuba; 1962 NP; ab 1961 Mitgl. des Präs. der Liga für Völkerfreundschaft u. der Dt.-Arab.-Ges.; 1965 Carl-von-Ossietzky-Medaille; 1965 – 78 Mitgl. des PEN-Präs.; 1966 Stern der Völkerfreundschaft; 1971 Banner der Arbeit; 1974 Johannes-R.-Becher-Medaille; 1976 VVO; Autor zahlr. Reportagen, Erzählungen, Hörspiele u. Romane; gest. in Berlin.Begegnungen in Europa u. Amerika. Berlin 1949; So war es in Paris. Berlin 1964 (Autobiogr. Bericht); Ein unruhiges Leben. Berlin 1975 (Autobiogr.); In meinen Augen. Auslese aus 50 Jahren. Berlin 1977. Dürr, V.: Zw. Welten u. Ideologien In: Spalek, J. M., Strelka, J. (Hrsg.): Dt.-spr. Exillit. seit 1933. New York 1989.Bernd-Rainer Barth

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Scheffler, Hermann

* 12.2.1893 – ✝ 18.9.1933

Geboren am 12. Februar 1893 in Königsberg/ Krs. Neumark, Sohn eines Tischlers; lernte selbst Tischler. Soldat im Ersten Weltkrieg, 1919 Mitglied der USPD und 1920 der KPD. In den zwanziger Jahren als Former bei der Deutsche Werke AG in Spandau und dort auch Mitglied des Betriebsrates. 1925 wurde er in die Bezirksversammlung Wedding, im November 1929 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt. Er gehörte zur illegalen Gauführung des RFB Berlin-Brandenburg. 1930 und 1931 hielt er sich zu Schulungen in der Sowjetunion auf, danach arbeitete er in Berlin für die BVG. Am 18. September 1933 wurde Hermann Scheffler von SA-Angehörigen festgenommen und einen Tag später, am 19. September 1933 in der »Maikäfer«-Kaserne in Berlin ermordet. Ein zusammen mit Scheffler verhafteter Kommunist berichtete nach 1945: »Im Laufe des anderen Tages kamen wir zur Maikäfer-Kaserne ... Schon auf der Polizeiwache in der Zingster Straße wurden wir beide unerhört geschlagen. Dieses wiederholte sich auf dem Polizeiamt noch mehrere Male, und zwar so furchtbar, daß Scheffler, mit dem ich in einem Raum war, wiederholt zusammenbrach ... danach wieder zu sich gekommen, brach aber vor meinen Augen zusammen und wurde von Polizeibeamten herausgeschleppt. Daß der Totenschein die Angabe ?Innere Verblutung? aufweist, ist mir verständlich, weil ich mit ansehen mußte, wie Scheffler tatsächlich totgeschlagen wurde.«

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Scheibe, Herbert

* 28.11.1914 – ✝ 7.2.1991

Geb. in Hohenmölsen (Weißenfels); Vater Arbeiter, Mutter Köchin; Volksschule; Ausbildung u. Arbeit als Schriftsetzer in Leipzig-Gohlis; 1929 Gewerkschaft; 1930 KJVD; 1933 illeg. pol. Tätigkeit für den KJVD; Aug. 1933 verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu acht Mon. Gefängnis verurteilt, bis Juni 1934 Haft in Bautzen; anschl. weiter illeg. tätig; Juni 1935 erneut verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu zwei Jahren, drei Mon. Zuchthaus verurteilt, 1935 – 45 Zuchthaus u. ab 1937 KZ Buchenwald; dort Schachtkdo. u. Kapo der Poststelle; Mitgl. der illeg. KPD-Militär-Org., 11.4.1945 Teiln. an der Selbstbefreiung der Häftlinge. 1945/46 KPD/SED; Apr./Mai 1945 Instrukteur der Antifa-Jugend in Erfurt; Kriminalpolizei; 1947 Polizeischule; 1948/49 Ltr. der Abt. 6 der Kriminalpolizei in Görlitz; 1949/50 als VP-Kdr. Sonderlehrgang an der Militärakad. Privolsk (UdSSR), dort als GRU-Agent angeworben; 1950/51 Stellv. des Kdr. der VP-Bereitschaft Prenzlau; 1951 – 56 Abt.-Ltr., anschl. Chef einer Verw. im Stab der HV für Ausbild. der VP bzw. KVP; 1951/52 Aufbau der Allg. Abt. (militär. Nachrichtendienst); 1952 – 54 stellv. Chef der Verw. 19; 1954 – 56 Chef der 2. Verw. beim Stab der KVP; 1956/57 Ltr. der Verw. Aufklärung (militär. Nachrichtendienst) im MfNV, Oberst; 1957 – 59 Akad. des Gen.-Stabs der Streitkräfte der UdSSR, Dipl. rer. mil.; 1959/60 Ltr. der operativen Verw. im MfNV; 1960 – 67 Stellv., dann Chef des Stabs u. stellv. Chef, 1967 – 72 Chef der Luftstreitkräfte / Luftverteidigung der NVA (Nachf. von  Heinz Keßler); 1961 Gen.-Major, 1966 Gen.-Ltn.; Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1967 – 76 Kand., 1976 – 86 Mitgl. des ZK der SED; 1972 – 85 Ltr. der Abt. Sicherheit des ZK der SED (Nachf. von  Walter Borning), 1972 Gen.-Oberst; 1974 KMO; 1986 Ruhestand; gest. in Berlin.Wegmann, B.: Die Militäraufklärung der NVA. Berlin 2005.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

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Scheler, Manfred

* 20.3.1929 – ✝ 2.6.2014

Geb. in Gablenz (Krs. Weißwasser); Vater Bergmann; Volks- u. Mittelschule; 1944 – 46 Ausbildung zum Maschinenschlosser. 1945 Mitgl. der Antifa-Jugend; 1946 SPD/ SED; 1946 – 49 Instrukteur u. Sekr. der FDJ-KL Weißwasser bzw. Niesky; 1949/50 Instrukteur der SED-KL Niesky; 1950 – 52 1. Sekr. der FDJ-KL Dresden; 1953/54 Studium an der Komsomol-HS in Moskau; 1952 2. Sekr., 1954 – 59 1. Sekr. der FDJ-BL Dresden; 1951 – 59 Mitgl. des ZR der FDJ; 1954 – 82 Abg. des Bez.-Tags Dresden; 1959 – 62 1. Sekr. der SED-KL Sebnitz; 1962/63 Sekr. für Landw. der SED-BL Dresden; 1963 – 82 Vors. des Rats des Bez. Dresden (Nachf. von  Günther Witteck); 1970 Dipl.-Staatswiss.; Mitgl. des Sekr. der SED-BL Dresden; 1979 VVO; 1982 – 90 1. Sekr. u. stellv. Vors. des ZV der VdgB (Nachf. von Fritz Zeuner); 1983 – 90 Mitgl. der KL Zentr. Organe der Land- u. Nahrungsgüterwirtschaft der SED; 1983 – 90 Mitgl. des NR der NF; 1986 –März 1990 Abg. der Volkskammer, Mitgl. des Präs. der Volkskammer u. Vors. der VdgB-Fraktion; März – Sept. 1990 Hauptgeschäftsf. des Bauernverb. der DDR e. V.; Vorruhestand, dann Rentner; PDS; 1990 – 92 Vors. u. 1992 – 2005 Stellv. Vors. des Verbandsgerichts des Nordostdt. Fußballverb., 1990 – 92 Mitgl. des Bundesgerichts des DFB; gest. in Dresden.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

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Schellhorn, Fritz

* 23.11.1919 – ✝ 23.4.2007

Geb. in Sonneberg; Vater Ang.; Volks- u. Berufsschule; Ausb. zum Kfm.; Exportkfm.; 1940 – 45 Wehrmacht; amerikan. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; 1945 – 50 Ltr. der Abt. Handel u. Versorgung beim Rat des Krs. Sonneberg; 1950 Personalltr. in der Konsumgenossensch. Sonneberg; 1950 – 53 Instrukteur, Abt.-Ltr. in der SED-Landesltg. Thür., ab 1952 bei der SED-BL Erfurt; 1953 – 58 zunächst stellv. Ltr., dann Ltr. der Abt. Gewerkschaften, Sozial- u. Gesundheitswesen des ZK der SED; 1958 – 72 Sekr. für Wirtschaft bzw. Ltr. des Büros für Industrie- u. Bauwesen der SED-BL Erfurt (Nachf. von Alfred Schmarje); anschl. Werkltr. des im Aufbau befindl. VEB Porzellanwerks in Ilmenau; gest. in Neuhaus am Rennweg.Helmut Müller-Enbergs

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Schäfermeier, Reinhold

* 18.6.1913 – ✝ 7.2.1967

Geb. in Berlin; Vater Ziseleur; Volksschule u. Gymnasium; 1937 – 41 Studium der Rechtswiss. an der Univ. Berlin, Prom. zum Dr. jur.; Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945 SPD; Mitarb. im Magistrat von Groß-Berlin; 1946 SED; 1946 – 49 stellv. Ltr. der Abt. Justiz des ZS des SED-PV; (parität. mit  Karl Polak); ab Okt. 1949 zeitw. Mitarb. im Min. für Justiz; 21.10.1949 Ausschl. aus der SED durch die ZPKK wegen »Fragebogenfälschung«; später Flucht in die Bundesrep. Dtl.; Assessorexamen in Tübingen; Assessor in Sigmaringen; später Berufung zum Arbeitsrichter u. Arbeitsgerichtsrat in Ravensburg; SPD u. zeitw. Vorstands-Mitgl. der SPD in Ravensburg; Stadt- u. Krs.-Rat; 1967 Kand. der SPD für den Bürgermeisterposten von Ravensburg.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Schalck-Golodkowski, Alexander

* 3.7.1932 – ✝ 21.6.2015

Geb. in Berlin-Treptow; Vater Kraftfahrer, Mutter Buchhalterin; 1938 – 42 Grundschule in Berlin-Treptow, 1942 – 47 OS mit Internat in Waldsieversdorf; 1947/48 Volontär in Berlin; April – Aug. 1948 Ausbildung zum Mechaniker, abgebrochen wegen Konkurs der Firma; 1948 – 50 Ausbildung zum Feinmechaniker in den Elektro-Apparatewerken »J. W. Stalin« in Berlin-Treptow, vorfr. beendet; dort bis 1951 Arbeitsvorber.; in jener Zeit aktiver Boxer; 1951 FDJ; 1951/52 Materialplaner im RFT-Anlagenbau; Parteieinsätze in Berlin (West); Mai – Okt. 1952 Sachbearb. der Abt. Werbung im DIA Berlin, dort 1952 – 54 Hauptref. im Hauptref. Feinmechanik, dann im Hauptref. Werkzeugmaschinen u. Metallwaren u. 1956 – 62 Hauptverw.-Ltr. beim Min. für Außenhandel u. Innerdt. Handel; dort 1962 – 66 1. Sekr. der SED-KL; 5.3.1953 (Jossif W. Stalins Tod) Aufnahmeantr. in die SED, seit 1955 deren Mitgl.; Okt. 1954 – Nov. 1957 Internatsstudium an der HS für Außenhandel, Dipl.; Okt. 1955 Sonderlehrgang Kampfsport an der GST-Zentralschule; ab 1958 Vertreter des Außenhandels in der Ständ. Kommission für Bauwesen des RGW; 1958 Mitw. an der »Entlarvung von parteifeindl. Elementen« im Min. für Außenhandel; ab 1966 Ltr. des Bereichs Kommerzielle Koordinierung (Koko); ab 1967 OibE des MfS, später Oberst; 1967 – 75 stellv. Minister für Außenwirtschaft (Nachf. von Dieter Albrecht); 1969 VVO; 1970 a. o. Aspirantur, Prom zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche mit einer Diss. über die »Vermeidung ökon. Verluste u. Erwirtschaftung zusätzl. Devisen«, deren Verteidigung in Anwesenh. von Minister  Erich Mielke erfolgte; 1974 u. 1982 KMO; ab 1975 Staatssekr. für Außenhandel; ab 1976 Mitgl. der Wirtschaftskommission beim PB des ZK der SED; 1981 Mitgl. der Kommission zur Koord. der ökon., kulturellen u. wiss.-techn. Beziehungen der DDR zu Ländern Asiens, Afrikas u. des arab. Raums beim PB des ZK der SED; 1983 maßgebl. beteiligt an den Verhandlungen DDR – Bundesrep. Dtl., bereitete Milliardenkreditnahme vor; seit 1986 Mitgl. des ZK der SED; galt im Okt. / Nov. 1989 als Nachf. von  Günter Mittag; 4.12. 1989 durch das 12. Plenum des ZK der SED ausgeschl.; stellte sich am 6.12. den Behörden in Berlin (West), U-Haft, 9.1.1990 entlassen; lebte seitdem in Rottach-Egern am Tegernsee in Bayern. 1992/93 Ermittlungen wegen »Verletzung des Betäubungsmittelgesetzes« bzw. wegen »Veruntreuung von Geld« wurden eingestellt; Okt. 1993 Ermittlungen eingeleitet, dann Anklage erhoben wegen »Spionageverdachts, Steuerhinterziehung, Untreue, Verletzungen von Embargobestimmungen u. Verstoß gegen das Alliierten-Militärgesetz«; 1994 Beendigung der Arbeit des Untersuchungsaussch. des Bundestags gegen die Koko; im Jan. 1996 zu einjähriger Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt; gest. in Rottach-Egern.Dt.-dt. Erinnerungen. Reinbek 2000. Bahrmann, H., Fritsch, P.-M.: Sumpf. Berlin 1990; Blutke, G.: Obskure Geschäfte mit Kunst u. Antquitäten. Berlin 1990; Seiffert, W., Treutwein, N.: Die Schalck-Papiere. Wien 1991; Koch, E. R.: Das geheime Kartell. Hamburg 1992; Koch, P.-F.: Das Schalck-Imperium lebt. München 1992; Der Bereich Kommerzielle Koordinierung u. A. S.-G. Bonn 1994; Rathmer, M.: A. S.-G. Münster 1996; Bülow, A. von: Im Namen des Staates. München 1998; Burmester, S.: Die Justizlüge vom »100-Millionen-Steuerbetrug«. Berlin 2002.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Schaller, Johanna

* 13.9.1952

Geb. in Artern (Thür.); leichtathlet. Mehrkämpferin; 1970 Spartakiadesiegerin 100 m Hürden, Weitsprung u. Fünfkampf (Trainer: Siegfried Meißner); ab 1972 Mitgl. beim SC Turbine Erfurt; 1973 – 90 SED; nach einer Handverletzung 1975 auf 100 m Hürden spezialisiert (Trainer: Eberhard König); 1976 Olymp. Spiele: Siegerin; 1976 Heirat mit Hürdenläufer Martin Klier; 1978 EM (seitdem als Johanna Klier); 1980 Olymp. Spiele: 2. Platz; VVO; 1981 endete ihre sportl. Laufbahn; Sportstudium an der DHfK, Dipl.-Sportlehrerin; Mitgl. der SED-BL Erfurt; Lehrerin an der PH Erfurt. Seit 1999 tätig bei der »Thüringer Sportjugend«, zuständig für Veranstaltungen u. Freizeiten.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaper, Friedrich

* 14.10.1890 – ✝ 27.5.1966

Geboren am 14. Oktober 1890 in Holzminden; in verschiedenen Berufen tätig, kam nach Bayern, wo er als Glasarbeiter in Tettau Beschäftigung fand. Nach dem Weltkrieg Mitglied der USPD, 1920 Übertritt zur KPD. 1928 zog Schaper als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag ein und wurde auch 1932 wieder in das Bayerische Parlament gewählt. Ab 1928 Parteisekretär der KPD im UB Hof, war 1931 Lehrgangsteilnehmer an der KPD-Parteischule in Berlin-Fichtenau. 1933 verhaftet und ins KZ Dachau eingeliefert, zwar Weihnachten 1934 entlassen, doch einen Tag später erneut festgenommen, mißhandelt und für längere Zeit festgehalten. 1945 schloß sich Schaper wieder der KPD an und war für sie in Bayern aktiv. Seit 1955 lebte er als Rentner in Tettau/Krs. Kronach. Friedrich Schaper starb am 27. Mai 1966 in Coburg.

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Scharf, Kurt

* 21.10.1902 – ✝ 28.3.1990

Geb. in Landsberg (Warthe, Ostbrandenb. / Gorzów Wielkopolski, Polen); Vater Buchhändler; 1921 – 25 Studium der Theol. an den Univ. Tübingen, Jena u. Halle; 1928 Ordination; anschl. Pfarrer in Friesack; 1933 – 46 Pfarrer in Sachsenhausen (b. Oranienburg); ab 1933 Vizepräses des Pfarrernotbunds; Engagement u. versch. Funktionen in der Bekennenden Kirche (BK), ab Aug. 1934 mehrmals inhaftiert; 1938 Vors. der Konferenz der Landesbruderräte der BK in Dtl.; Publ.- u. Auftritts- sowie Aufenthaltsverbot für Berlin; 1941 – 45 Kriegsteiln.; anschl. amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 66 Präses der Brandenb. Bekenntnissynode, Propst der Ev. Kirche Berlin-Brandenb. (Bereich Brandenb.); 1952 Dr. h. c. der HU Berlin; 1955 – 57 stellv. Vors., 1957 – 60 Vors., anschl. bis 1966 wieder stellv. Vors. des Rats der Ev. Kirche der Union; 1961 – 67 Vors. des Rats der EKD (Nachf. von  Otto Dibelius); ab 1965 Hrsg. der »Ost-Denkschrift« der EKD; ab 1961 Einreiseverbot in die DDR im Zusammenhang mit den Bestrebungen der DDR-Reg., die ostdt. Kirchen von den westdt. zu trennen; 1963 – 69 Vizepräs. der Vereinigten Weltbibelges.; 1966 – 76 Bischof der Ev. Kirche Berlin-Brandenb., ab 1972 nur noch zuständig für Berlin (West); 1966 Dr. h. c. der University of St. Louis, USA; 1968 – 75 Mitgl. des ZA des Ökumen. Rats der Kirchen; 1980 – 84 Vors. der Aktion Sühnezeichen; gest. in Berlin. K. S. setzte sich u. a. in den 1980er Jahren für die Entlassung pol. Häftlinge in der DDR ein.Für ein pol. Gewissen der Kirche. Aus Reden u. Schriften 1932 – 72. Stuttgart 1972; Brücken u. Breschen. Berlin 1977. Ev. Bildungswerk (Hrsg.): Dokumentation über K. S. zu seinem 90. Geburtstag. Berlin 1993.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Scharrer, Adam

* 13.7.1889 – ✝ 2.3.1948

Geboren am 13. Juli 1889 in Klein-Schwarzenlohe/Niederbayern, Sohn eines Gemeindehirten; war erst Hirtenjunge, dann Schlosserlehrling. Er ging auf Wanderschaft durch Mitteleuropa, war später Werftarbeiter in Kiel und Hamburg. Im Weltkrieg Infanterist an der Westfront, ab 1917 Rüstungsarbeiter in Berlin, Teilnehmer am Munitionsarbeiterstreik 1918, Mitglied des Spartakusbundes und 1919 aktiv in der Berliner KPD. Mit der Mehrheit der Berliner Kommunisten trat Scharrer 1920 in die KAPD ein und blieb bis 1933 führend in dieser Partei, war u. a. Redakteur der »Kommunistischen Arbeiterzeitung« und des theoretischen KAP-Organs »Proletarier«. Scharrer war 1921/22 ein Führer der »Berliner Richtung« gegen Karl Schröders »Essener Richtung«. Ab 1925 veröffentlichte er Erzählungen, 1930 erschien Scharrers Roman mit autobiographischen Zügen »Vaterlandslose Gesellen«, der von der Kritik als erstes antimilitaristisches Buch eines revolutionären Arbeiters über den Weltkrieg gelobt wurde. Er flüchtete 1933 in die Tschechoslowakei, in Prag kam 1934 sein Buch »Maulwürfe« heraus. Scharrer ging 1935 in die Sowjetunion, trennte sich dort von (oder verbarg) seinem Linksradikalismus und arbeitete (obwohl er nicht der KPD angehörte) an Kominternorganen und im Rundfunk mit. Von 1941 bis 1943 in Taschkent evakuiert, lebte er dann bei Moskau und schrieb für Exilblätter, bereits 1942 war sein Roman »Der Hirt von Rauhweiler« publiziert worden. 1945 kam er nach Schwerin, beteiligte sich in Mecklenburg am Aufbau des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung. Adam Scharrer starb am 2.März 1948 in Schwerin.

Wer war wer in DDR

Schedlinski, Rainer

* 11.11.1956

Geb. in Magdeburg, aufgew. in Schleibnitz (b. Magdeburg); Vater LPG-Vors., Mutter Finanzbuchhalterin; 1974 – 76 Ausbildung zum Wirtschaftskfm.; 1976/77 FS-Studium der Pflanzenzüchtung, abgebrochen; danach in Magdeburg Heizer u. Hausmstr.; 1979 – 89 vom MfS als IM »Gerhard« erf.; 1979 Mitarb. im Vorbereitungskomitee des Nat. Jugendfestivals der FDJ; Arbeit in der Bez.-Filmdir. Magdeburg; 1981/82 Wehrdienst, aus gesundheitl. Gründen ausgemustert; lebt seit 1983 in Berlin; publizist. Tätigkeit u. a. für »Wochenpost« u. »Sonntag«; 1984 erste liter. Texte in der inoffiz. Ztschr. »Schaden«; 1986 – 90 Hrsg. der essayist. Ztschr. »Ariadnefabrik« (mit Andreas Koziol), dem wichtigsten theoret. Sprachrohr der unabh. Lit.- u. Kunstszene; Mitarbeit an zahlr. nichtoffiz. Ztschr., z. B. »Bizarre Städte«, »Kontext«, »Liane«, »Radix-Blätter« (»Wohnsinn«), »Verwendung«; wurde 1989/90 mit zahlr. Essays zur Wende im In- u. Ausland bekannt. 1990 Mitbegr. des Verlags Druckhaus Galrev, 1992 als Gesellschafter ausgeschlossen; im Jan. 1992 als langj. IM des MfS enttarnt; Grafikbücher u. zahlr. Aufsätze in Ztgn. u. Ztschr., zul. zur Stasi-Debatte: »Die Unzuständigkeit der Macht« Neue Dt. Lit. (1992) 6.die rationen des ja u. des nein. Gedichte. Berlin, Weimar 1988; Abriß der Ariadnefabrik. Berlin 1990 (Hrsg. mit A. Koziol); Innenansichten DDR, letzte Bilder. Reinbek 1990; die arroganz der ohnmacht. aufsätze u. zeitungsbeiträge 1989 – 1990. Berlin 1991; Die Männer der Frauen. Gedichte. Berlin 1991. Die andere Sprache. Neue DDR-Lit. der 80er Jahre. Text+Kritik. München 1990; Rathenow, L.: Die blockierte Erinnerung zu Schedlinski: Die Unzuständigkeit der Macht. In: Kommune (1992) 6; Böthig, P., Michael, K.: MachtSpiele. Lit. u. Staatssicherheit. Leipzig 1993 (mit Bibl. zur Stasi-Debatte).Klaus Michael

Handbuch Deutsche Kommunisten

Scheffel, Rudolf

* 6.6.1901 – ✝ 17.8.1943

Geboren am 6. Juni 1901 in Debschwitz/Gera, Sohn eines Malermeisters. Nach der mittleren Reife Bürolehre und bis 1924 Verwaltungsassistent bei verschiedenen Behörden, nicht in den öffentlichen Dienst übernommen. 1922 Eintritt in die KJD und 1924 in die KPD, Anstellung als Buchhalter. Später Leiter der Geschäftsleitung bei der »Neuen Zeitung«, dem Organ der KPD Groß-Thüringen. Von 1926 bis 1928 Hauptkassierer im ZK des KJVD, leitete zusätzlich den Verlag »Junge Garde« und gehörte damit zur Führung des KJVD. Von 1929 bis 1931 in der – von der KPD unterstützten – Arbeiter-Radio-Bewegung aktiv, Herausgeber der Zeitschrift »Der Arbeitersender«. Ab 1931 Geschäftsführer des KPD-Zeitschriftenverlages »Stern«-GmbH. Nach 1933 mehrmals festgenommen, setzte er nach seiner Freilassung gemeinsam mit seiner Schwester Charlotte (* 19. 5. 1900 – † 8. 12. 1971) und seinem Schwager Paul Hohmann (*13. 1. 1898 – † 19. 9. 1961) die Widerstandsarbeit gegen das NS-Regime fort. Das von seiner Schwester und seinem Schwager geführte Einzelhandelsgeschäft für Molkereiprodukte in Berlin-Schöneberg diente als illegale Anlaufstelle. Scheffel war Steuerberater und Bücherrevisor, wurde 1940 zur Polizeireserve gezogen und im Mai 1942 zum Polizeiwachtmeister der Reserve befördert. Für den im Juni 1942 aus der Sowjetunion über Ostpreußen mit dem Fallschirm abgesprungenen Erwin Panndorf (* 7. 1. 1904 – † 10. 12. 1942) besorgte er ein illegales Quartier und Hilfe. Er wurde deswegen am 2. August 1942 in Fränkisch-Crumbach/Odenwald – wo seine Familie lebte – verhaftet und am 17.August 1943 vom VGH zum Tode verurteilt. Rudolf Scheffel wurde am 8. September 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet.

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Schefke, Siegbert

* 21.2.1959

Geb. in Eberswalde (Brandenb.); Vater Maurer; 1965 – 75 POS Eberswalde; 1975 – 78 Ausbildung zum Baufacharb. mit Abitur; 1978 – 80 NVA-Grundwehrdienst; 1980 – 85 Studium an der Ing.-HS für Bauwesen Cottbus; 1985 – 88 Baultr. für Neubausanierung in Berlin; 1986 Mitbegr. der Umweltbibliothek in der Zionskirche Berlin, Arbeit in Friedens- u. Umweltkrs.; ab 1987 freiberufl. Fotograf, Journalist u. Kameramann für versch. pol. TV-Magazine u. westdt. Ztgn.; dokumentierte Umweltzerstörung u. den sich formierenden Widerstand in der DDR; filmische Dok. wichtiger Ereignisse des Jahres 1989, lieferte u. a. die ersten Demonstrationsbilder aus Leipzig. 1990 halbjährige Vortragsreise durch Nordamerika; 1991 Siebenpfeiffer-Preis (Journalistenpreis Saarl.); seit 1992 Journalist beim MDR, Red. ARD-Aktuell.Bernd-Rainer Barth

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Scheiblich, Christine

* 31.12.1954

Geb. in Wilsdruff; begann in Kesseldorf (b. Dresden) mit Schulsport u. Crossläufen; ab 1968 Ruderin beim SC Einheit Dresden (Trainer: Rolf Tiller, Dieter Schubert); Spartakiade: 1970 Gold im Einer, Silber im Doppelzweier mit Renate Brendel, 1972 Gold im Einer u. Doppelzweier mit Renate Brendel; 1972 3. Platz bei DDR-Seniorenmeisterschaften im Einer; WM im Einer 1974, 1975, 1977 u. 1978); 1976 Olympiasiegerin; DDR-Mstr. im Einer 1974, 1975, 1977 u. 1978, 1974 im Doppelzweier mit Sybille Tietze u. 1978 im Doppelvierer; 1971 – 73 Lehre als Schreibmaschinenmechanikerin; 1978 Rücktritt vom Leistungssport u. Heirat mit dem dreifachen Rennrodel-WM Ulrich Hahn; 1978 – 81 FS-Studium Physiotherapie in Dresden. Ab 1991 Angest. in einer Physiotherapie; lebt in Dresden.Volker Kluge

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Scheler, Walter

* 18.4.1923 – ✝ 19.8.2008

Geb. in Sonneberg; ab 1938 kaufm. Lehre bei einem Rechtsanwalt, HJ; 1940 Kriegsmarine; 1945 engl. Kriegsgef. Anfang 1946 Entlassung, arbeitslos in Sonneberg; SPD, dann SED; Volkspolizist; 1949 Austritt aus der SED, deshalb Ablehnung eines Studiums der Wirtschaftswiss., quittiert daraufhin den Polizeidienst; 6.6.1952 im Rahmen der »Aktion Ungeziefer« Zwangsumsiedl. mit Frau u. Sohn nach Jena; dort Buchhalter bei der DHZ Kohle; am 17. Juni 1953 gewählter Sprecher der Jenaer Kohlearbeiter, beauftragt mit der Übermittl. polit. u. ök. Forderungen an die SED-KL Jena-Stadt; in der SED-KL zus. mit Herbert Bähnisch u.  Alfred Diener verhaftet u. an das Sowj. Militärtribunal Weimar überführt (Diener wird am 18.6.1953 standrechtl. erschossen); Verurteilung zu 25 Jahren Lagerhaft, ab Ende Juli 1953 Haft in Bautzen (»Gelbes Elend«), bis 1956 Einzelhaft; 1961 Entlassung durch präsidialen Gnadenerlaß; anschl. Hilfsarb. im Jenaer Glaswerk Schott & Gen., Lagerist in einem Möbelgeschäft u. schließl. Beauftragter für Technik-, Brand- u. Arbeitsschutz der HO-Gaststätten Jena; 1988 Rentner. Seit 1990 als Zeitzeuge aktiv an der Aufarbeitung des 17. Juni 1953 beteiligt; 15.11.1993 Rehabilitierung durch die russ. Generalstaatsanwaltschaft; 2003 Ehrenbürgerschaft der Stadt Jena; gest. in Jena. 2009 erstmalige Ausschreibung des W.-Sch.-Preises durch die Geschichtswerkstatt Jena.Voigt, H.: W. Sch. In: Mählert, U. (Hrsg.): Der 17. Juni 1953. Bonn 2003.Ilko-Sascha Kowalczuk

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Schenk, Christian

* 9.2.1965

Geb. in Rostock; Vater Mediziner Eberhard S. (1955 DDR-Mstr. 100 m Hürden); POS, ab 1977 KJS, Abitur; 1970 – 73 Turner in Kühlungsborn (Trainer: Küpke); 1973 – 77 Leichtathlet (Zehnkampf, Hochsprung) bei der BSG Motor Stralsund (Trainer: Werner Winke); anschl. beim SC Empor Rostock (Trainer: Horst Hübner u. bis 1982 Klaus Dieter Mirow, danach Dr. Klaus Schlottke); SED; bei den DDR-Juniorenmeisterschaften 1983: Sieger; 1983 bei den Junioren-Europameisterschaften: 2. Platz; 1986 – 90 Studium der Med., abgebrochen; bei den Weltmeisterschaften 1987: 5. Platz; 1988 Olymp. Spiele: Sieger (Zehnkampf); 1989 beim Europacup: 2. Platz; bei den Europameisterschaften 1990: 3. Platz. Lebte 1990/91 in Mainz u. ist seit 5.10.1990 Mitgl. des USC Mainz (Trainer: Holger Schmidt); lebt seit 1991 in Ingelheim; beim Europacup 1991: 2. Platz; bei den Weltmeisterschaften 1991: 3. Platz; bei den dt. Meisterschaften 1991: Sieger; 1994 endete seine sportl. Laufbahn; Studium der Publizistik an der Johann-Gutenberg-Univ. Mainz; Praktika beim ZDF u. der »Allg. Ztg.« (Mainz); zeitw. Ko-Kommentator beim ZDF; 2000 – 2005 Präsidiumsmitgl. u. Vize-Präsident des Leichtathletik-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern; 2002 Direktor des Leichtathletik-Meetings ISTAF in Berlin; seit 2001 Geschäftsf. der Sportmarketingagentur »Christian Schenk Sports« in Berlin.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

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Schaffran, Gerhard

* 4.7.1912 – ✝ 4.3.1996

Geb. in Leschnitz (Krs. Großstrelitz, Oberschles./Leśnica, Polen); Vater Lehrer; Gymnasium in Görlitz; 1932 – 37 Studium der Theol. in Breslau; 1937 Priesterweihe in Breslau; 1938 – 40 Kaplan in Breslau; 1940 – 45 Wehrmachtspfarrer; 1945 – 50 freiw. Gefangenschaft in der UdSSR nach der Übergabe Breslaus an die Sowjetarmee. 1950 Rückkehr in die SBZ; 1950 – 52 Kaplan in Cottbus; 1952 – 56 Rektor des Katechetenseminars in Görlitz; 1956 – 59 Konsistorialrat im Erzbischöfl. Amt Görlitz; 1959 – 62 Doz. für Homiletik am Priesterseminar in Neuzelle; 1962 – 70 Weihbischof in Görlitz; 1963 – 72 Titel eines (Breslauer) Kapitelsvikars in Görlitz; Sept. 1970 Ernennung zum Bischof der Diözese Meißen durch den Vatikan auf Vorschlag von  Alfred Bengsch (Nachf. von  Otto Spülbeck); 1970 – 87 Bischof des Bistums Meißen, 1980 Umbenennung in Bistum Dresden-Meißen nach Verlegung des Bischofssitzes von Bautzen nach Dresden; 1980 – 82 Vors. der Berliner Bischofskonferenz (Nachf. von  Alfred Bengsch), 15.1. 1981 Antrittsbesuch bei  Erich Honecker, Sept. 1982 Rücktritt als Vorsitzender auf Druck seiner Mitbischöfe wegen Differenzen über den Kurs gegenüber dem Staat; 1986/87 Gespräche mit dem 1. Sekr. der SED-BL Dresden,  Hans Modrow; 1987 Ruhestand; gest. in Dresden.Seewald, M.: Solo Dios Basta. Leipzig 1995; Schäfer, B.: Staat und kath. Kirche in der DDR. Köln, Weimar 1998.Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Schälike, Fritz

* 19.10.1899 – ✝ 30.1.1963

Geb. in Berlin; Vater Rohrleger, Mutter Arbeiterin; 1905 – 13 Volksschule, Fortbildungsschule; Ausbildung zum Kfm.; 1918 Militärdienst, Luftschiffer; 1919 Buchhalter bei einer Kredit-Anstalt; 1919 Freie Soz. Jugend; 1920 KPD; 1921 – 30 Ltr. des KJI-Verlags in Berlin; 1927 wegen »liter. Hochverrats« vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, sechs Mon. Haft in Gollnow; 1931 Übersiedl. nach Moskau; Mitgl. der KPdSU; 1931 – 39 Mitarb. der Abt. Redisdat des EKKI, Vertriebsltr. der dt. Sekt. der Verlagsgenossenschaft ausländ. Arbeiter in der UdSSR; 1934/35 Abendkurse an der Univ. für nat. Minderheiten des Westens in Moskau; 1939 Entzug der dt. u. Erwerb der sowj. Staatsbürgerschaft; 1941 Ltr. des dt.-spr. Jugendsenders »Sturmadler«; 1942/43 Angest. beim EKKI; 1943 – 45 im Inst. 205 beim ZK der KPdSU; Mitarb. beim Dt. Volkssender. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl. mit der KPD-Initiativgr.  Anton Ackermann; Hrsg. der »Sächs. Volksztg.« (Dresden); 1946 – 62 Ltr. des Verlags Neuer Weg Berlin, der 1946 mit dem Vorwärts-Verlag zum Verlag JHW Dietz Nachf. Berlin (Dietz-Verlag) fusionierte; Hrsg. von Karl-Marx-, Friedrich-Engels- u. Wladimir-I.-Lenin-Werkausgaben sowie pol., wiss. u. belletrist. Lit.; 1947 Mitgl. im Verlegeraussch. u. 1958 im Hauptaussch. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig; ab 1949 Mitgl. der Ltg. der SED-GO 16 (Dietz-Verlag) des ZK der SED; 1952 Held der Arbeit; 1954 – 58 Kand. der ZRK der SED; 1955 VVO; 1960 Banner der Arbeit; 1961 Arthur-Becker-Medaille; 1962 Invalidenrentner; gest. in Berlin.Schälike, W.: Ich wollte keine Deutsche sein. Berlin 2006.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Schaller, Wolfgang

* 20.4.1940

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); nach dem Studium Lehrer in Görlitz; spielte daneben in versch. Amateurkabaretts; von  Manfred Schubert entdeckt u. zur »Herkuleskeule« nach Dresden geholt; seit 1970 deren Autor u. Dramaturg; schrieb Texte mit  Hans Glauche u.  Peter Ensikat; Sch. u. Ensikat gehörten mit ihren oft nachinszenierten Programmen zu den meistgespielten Autorenduos der DDR; schrieb außerdem Chansons; 1970 – 81 Regie am Betriebskabarett »Die Lachkarte« des VEB Robotron in Dresden, dem Patenkabarett der »Herkuleskeule«; 1976 u. 1981 Kunstpreis des FDGB (jeweils im Koll.); 1986 künstl. Ltr. der »Herkuleskeule«, nach der Privatisierung Gesellschafter. Seit 1998 Intendant der »Herkuleskeule«; textete nach 1990 weiter in Autorenpartnerschaft mit P. Ensikat, auch für andere Kabaretts wie »Die Distel« (»Im Westen geht die Sonne auf«, 1995); Kolumnen für die »Sächs. Ztg.« u. für Radio Sachsen (1991 / 92); lebt in Dresden.Herkuleskeulereien. Kabarett-Texte. Berlin 1976 (Hg. mit W. Zobel); Bürger, schützt eure Anlagen oder Wem die Mütze paßt. Satirische Sätze aus dem Nachlaß vom Roten Paul. Kabarett-Texte. Berlin 1983 (mit P. Ensikat); Der finale Stuss. Berlin 1998; Der letzte macht das Licht an. Satiren. Berlin 2004. Budzinski, K., Hippen, R.: Metzlers-Kabarett-Lexikon. Stuttgart 2000.Christian Krause

Wer war wer in DDR

Schäperclaus, Wilhelm

* 10.7.1899 – ✝ 3.1.1995

Geb. in Hagen (Westf.); Vater Studienrat; Oberrealschule; 1917 – 18 Teiln. am 1. Weltkrieg; 1918/19 Kriegsgefangenschaft; 1919 – 23 Studium der Zool., Hydrobiol., Fischereibiol., Mathematik u. allg. Naturwiss. in Münster u. München; 1923 Prom. mit einer Arbeit über den Stoffwechsel niederer Wassertiere an der Univ. Münster; 1925 Volontärassistent an der Landw. Versuchsstation Münster; 1925 – 46 tätig an der Preuß. Landesanstalt für Fischerei in Berlin; 1927 Habil. über die Rotseuche des Aals an der Forstl. HS Eberswalde; anschl. dort nebenamtl. Lehrauftrag; 1932 Ltr. des Fischereiinst. dieser HS; 1935 a. o. Prof.; 1939 außerplanm. Prof.; 1937/38 Dir. der Preuß. Landesanstalt für Fischerei; 1942 NSDAP. 1945 – 46 tätig im Ärztl. Untersuchungsamt Berlin-Friedrichshagen; Febr. 1946 Entlassung aus der Dt. Forschungsanstalt für Fischerei (der vormaligen Preuß. Landesanstalt); Herbst 1946 – 52 wiss. Mitarb. im Fischereiamt von Groß-Berlin; 1952 – 59 Abt.-Ltr. am Inst. für Fischerei der DAL (der vormaligen Dt. Forschungsanstalt); 1952 nebenamtl. Prof. mit Lehrauftrag an der HU Berlin; 1956 ord. Prof.; 1956 – 62 Dir. des Inst. für Fischereiwesen u. Ltr. der Fachrichtung Fischwirtschaft an der HU Berlin; 1957 Ord. Mitgl. der DAL; 1959 – 64 Dir. des Instit. für Fischerei der DAL; 1964 em. W. S. gilt als einer der internat. bedeutendsten Fischereiwiss.; seine Arbeiten über Fischkrankheiten u. ihre Bekämpfung sowie über Teichwirtschaft u. Fischzucht zählen weltweit zu den Standardwerken dieser Wiss.-Disz. Sek.-Lit.: Steffens, W.: Zum 70. Geb. von Prof. Dr. W. S. In: Ztschr. für Fischerei (1969) (mit Bibl.), Ergänzung der Bibl. In: Ztschr. für Binnenfischerei 6/1979; Kowalczuk, I.-S.: Geist im Dienste der Macht. Berlin 2003.Lehrbuch der Teichwirtschaft. Berlin 1933 (stark erw. Berlin, Hamburg 1961); Fischkrankheiten. Braunschweig 1934 (stark erw. Berlin 1954); Grundriß der Teichwirtschaft. Berlin, Hamburg 1949.Ilko-Sascha Kowalczuk

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Scharf, Erich

* 14.9.1908 – ✝ 7.7.1943

Geboren am 14. September 1908 in Ummerstadt bei Coburg. Bekannt über ihn ist lediglich, daß er Anfang der dreißiger Jahre als Arbeiter in Tambach-Dietharz lebte und für die KPD, deren Mitglied er war, vom 31. Juli 1932 bis März 1933 als Abgeordneter dem Landtag von Thüringen angehörte. Ob er nach 1933 verfolgt wurde, ist nicht belegt. Überliefert ist, daß er im November 1942 zur Wehrmacht eingezogen wurde und zur Ausbildung zum Grenadier-Ersatzbataillon 322 nach Schneidemühl kam. Erich Scharf ist als Soldat am 7. Juli 1943 bei den Kämpfen im Kaukasus gefallen.

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Schätzle, Julius

* 19.11.1905 – ✝ 31.8.1988

Geboren am 19. November 1905 in Furtwangen/Baden, Sohn eines Uhrmachermeisters; Schreiner. 1920 Mitglied der KJD, ab 1924 der KPD und des RFB, leitete im Bezirk Württemberg die RJ. Nach dem RFB-Verbot 1929 im AM-Apparat der BL Württemberg tätig. Von Mai bis Oktober 1931 Kursant der M-Schule der Komintern in Moskau, Schuldeckname Heinz. Nach Rückkehr im AM-Apparat der BL Württemberg, Deckname Pastor (Zersetzung Polizei und Reichswehr), 1932 festgenommen und vom Reichsgericht zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Freilassung 1934 Arbeit als Schreiner, Verbindung zu Stefan Lovacz, dem Polleiter der illegalen KPD Württemberg. 1935 vom OLG Stuttgart zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, anschließend in verschiedenen KZs. Im April 1945 überlebte er als Häftling den Todesmarsch zur »Cap Arkona« und die Bombardierungen durch alliierte Flugzeuge. Im September 1945 Rückkehr nach Stuttgart, Angestellter im Amt für Wiedergutmachung, dann bis 1951 hauptamtlicher Funktionär der KPD-Landesleitung Württemberg. Im November 1946 in den Landtag von Württemberg-Baden gewählt, ab Ende 1951 im KPD-PV. Dann von 1952 bis 1955 Sekretär des Gesamtdeutschen Arbeitskreises Land- und Forstwirtschaft. Bis zum KPD-Verbot 1956 Mitarbeiter des PV, 1969 Mitglied der DKP. Er veröffentlichte 1974 den Erinnerungsbericht »Stationen der Hölle«. Julius Schätzle starb am 31. August 1988 in Stuttgart.

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Scheel, Heinrich

* 11.12.1915 – ✝ 7.1.1996

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Besuch der reformpädagog. Schulfarm Insel Scharfenberg in Berlin; 1932 KJVD; 1935 Studium der Germanistik, Geschichte u. Anglistik an der Univ. Berlin; aktiv im Widerstand, seit 1939 Mitgl. der Widerstandsgr. Harro Schulze-Boysen / Arvid Harnack; 1942 Verhaftung u. Verurteilung zu fünf Jahren Zuchthaus, 1942 – 44 Zuchthaus, KZ Aschendorfer Moor, Festung Torgau, Bewährungsbat.; 1944 Kriegsgefangenschaft. Nach der Rückkehr 1946 SED u. bis 1949 Ltr. der Schulfarm Scharfenberg in Berlin-Tegel; 1949 Dir. des Hauses der Kinder; Mitarb. beim Hauptschulamt von Groß-Berlin; Doz. an der PH Berlin; Assistent an der HU Berlin; 1956 Prom. mit einer Arbeit über rev.-demokrat. Volksbew. in Südwestdtl. 1795 – 1801; 1956 wiss. Mitarb. am Inst. für Geschichte bei der DAW; 1960 Habil. über Süddt. Jakobiner; 1960 – 64 Sekr. der SED-Parteiltg. der DAW; Prof. an der HU Berlin; 1961 – 68 stellv. Dir. des Inst. für Geschichte der DAW; 1969 Ord. Mitgl. der DAW; 1972 – 84 Vizepräs. der AdW; 1976 Dr. h. c. der HU Berlin; 1977 NP; 1978 ausw. Mitgl. der Poln. AdW; 1980 – 90 Präs. der Hist.-Ges. (Nachf. von  J. Streisand); 1984 – 90 Ltr. der Arbeitsstelle zur Geschichte der Schulze-Boysen / Harnack-Widerstandsorg. bei der AdW; 1975 VVO; 1980 KMO; 1985 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin. H. S. hatte als Mitgl. versch. wiss., parteil. u. staatl. Gremien starken wissenschaftspol. Einfluß auf die Entw. der DDR-Geschichtswiss.; hauptsächl. Forschungsgebiete waren die dt. Geschichte des 18./19. Jh. u. die Schulze-Boysen / Harnack-Widerstandsgr.; internat. Beachtung fanden insbes. seine Arbeiten über »Süddt. Jakobiner« (Berlin 1962 u. a.) sowie »Die Mainzer Rep.« (3 Bde. Berlin 1975, 1981, 1989).Jakobin. Flugschriften aus dem dt. Süden (Hrsg.). Berlin 1965; Vor den Schranken des RKG. Berlin 1993 (Autobiogr.); Autobiograph. Aufzeichnungen. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät 1996 (6).Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Scheffler, Felix

* 10.2.1915 – ✝ 13.3.1986

Geb. in Hamburg; Vater Kfm. u. ltd. Angest. in der Dt. Werft Hamburg, Mutter Wasch- u. Reinemachefrau; Grundschule u. Mittelschule in Hamburg; 1930 – 33 Ausbildung zum Drogisten in Hamburg-Altona; 1932/33 SA; 1933 – 36 Schiffsjunge u. Steward bei der Hapag-Hamburg; 1936/37 RAD in Oldesloe (Holst.); 1937 – 41 Wehrmacht, Uffz.; 1941 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft; 1941 – 43 Holzfahrer, Heizer u. Sanitäter in den Lagern 58 (Potma), 95 (Elaluga), 95 (Kamamündung), 84 (Ural) u. 100 (Mariupol); 1942 Mitgl. des Antifa-Aktivs des Lagers Elaluga; 1943 Mitbegr. des NKFD; 1943/44 Zentr. Antifa-Schule (27/40) in Krasnogorsk; 1944 Partisaneneinsätze in den Brigaden »Tschkalow« u. »Stalin« im Raum der 1. Beloruss. Front, verletzt u. Lazarettaufenthalt; 1945 zur »Banditenbekämpfung« vom NKWD in Wilnus (Polen) als Partisan eingesetzt; 1946 Antifaschüler in Noginsk, dort Sekr.; 1946/47 Ltr. des Antifa-Aktivs der Zentr. Antifa-Schule. Nov. 1947 Rückkehr nach Dtl.; Jan. – Aug. 1948 Sekr. des Ltr. der PHS; 1948 SED; Sept. 1948 – Febr. 1950 Org.-Sekr. der DBD; Mitgl. der (Prov.) Volkskammer, Mitgl. des außenpol. Aussch.; ab Febr. 1950 Mitarb. der KVP, Abt. z. b. V., Inspekteur; 1950 HV für Ausbildung der Seepolizei (HVS), dort Chef des Stabs, Chefinspekteur; 1952 Stellv. des Chefs der HVS, Konteradmiral; 15.10.1955 Chef der VP-See; 1.3. – 31.12.1956 Chef der Seestreitkräfte der NVA (Nachf. von  Waldemar Verner); 1957 – 59 Seekriegsakad. der UdSSR, Dipl. rer. mil.; 1959 – 61 Stellv. des Chefs der Seestreitkräfte/Volksmarine für Ausbildung; 1962 Med. Kämpfer gegen den Fasch.; 1962/ 63 Stellv. des Chefs der Volksmarine für Technik (Nachf. von Franz Pfeifer), 1964 – 75 Stellv. des Chefs der Volksmarine u. Chef der Rückwärt. Dienste (Nachf. von Willi Winkler); 1964 VVO; 1968 Dipl.-Militärwiss an der Militärakad.; 1970 sowj. Orden des Vaterländischen Krieges; 1975 Ruhestand; anschl. Mitgl. des Bez.-Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer Rostock; gest. in Rostock.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schehr, Anna

* 2.11.1899

Geboren am 2. November 1899 in Esslingen als Anna Spathelf, Tochter eines Angestellten. Nach Mittelschule Lehre und Arbeit als Stenotypistin und Laborantin. Seit 1918 Mitglied im Spartakusbund, seit 1919 in der KPD, Mitarbeiterin im Apparat verschiedener Bezirksleitungen, 1926 in Hamburg wegen Streikbeteiligung festgenommen. Leistete ab 1930 Frauenarbeit in Sachsen, wurde auch dort wegen Streikbeteiligung verhaftet. 1930/31 Kursantin an der Internationalen Leninschule in Moskau. Nach Rückkehr gehörte sie unter Rudolf Renner dem Sekretariat der neugebildeten BL Sachsen an, wechselte dann in das Frauensekretariat des ZK der KPD, bis März 1933 Instrukteurin des ZK im Bezirk Sachsen. 1933 nach Frankreich emigriert, nahm sie am Antifakongreß in Paris teil und arbeitete später in den USA unter dem Namen Gerda Marion bzw. Masion offiziell für das Weltkomitee der Freunde der Sowjetunion und illegal für die OMS. Doch 1935 wurde ihr Gesuch zur Einreise in die Sowjetunion abgelehnt. Sie lebte zuletzt in Edgewater/Maryland (USA). Anna Schehrs weiterer Lebensweg konnte nicht ermittelt werden.

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Scheidel, Wolfgang

* 1.3.1943

Geb. in Ilmenau (Thür.); 1955 mit dem Rennschlittensport bei der BSG Empor Ilmenau begonnen; Ausbildung zum Maschinenbauschlosser; 1965 Mitgl. des ASK Vorwärts Oberhof (Trainer: Gottfried Legler); 1965 – 89 SED; 1965 WM (Herren-Doppelsitzer); bei den Weltmeisterschaften 1969 u. 1970 jeweils 3. Platz (Herren-Einsitzer); 1972 Olymp. Spiele: Sieger (Herren-Einsitzer); NVA, Unterltn.; Sportstudium an der DHfK, Dipl.-Sportlehrer; Ltr. eines Ferienheims in Frauenwald (Thür.); bis 2003 Praxis für Sauerstofftherapie; lebt in Ilmenau.Olaf W. Reimann

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Scheler, Werner

* 12.9.1923

Geb. in Coburg; Vater Schlossermstr.; 1930 – 42 Volksschule u. Realgymnasium in Steinach u. Sonnenburg; 1941 NSDAP; Kriegsteiln. als Flaksoldat. 1945/46 Werkzeugmacher u. Kassierer bei der Sozialversicherung in Steinach; 1945/46 KPD/ SED; ab 1946 Abiturlehrgang an der ABF u. anschl. Studium der Med. an der FSU Jena; 1949 LPS in Camburg; 1951 Prom. (Die biol. Wirkungen des Cholins unter bes. Berücksichtigung des Neurotropans) an der FSU Jena; anschl. Assistent am Pharmakolog. Inst. der HU Berlin; 1954 – 59 Oberassistent bzw. wiss. Mitarb. am Inst. für med. Biol. der DAW in Berlin-Buch, dort 1956 Habil. (Der Einfluß der Eiweißkomponenten auf Eigenschaften u. Struktur von Methämoglobinverbindungen); 1956 Doz. u. 1959 Prof. für Pharmakol. HU Berlin; 1959 Dir. des Pharmakol. Inst. der EMAU Greifswald; 1962 ord. Prof. mit Lehrstuhl für Pharmakol. an der EMAU; 1961 – 63 Prorektor für wiss. Nachwuchs; 1963 – 70 u. 1981 – 90 Abg. der Volkskammer; 1966 – 70 Rektor der EMAU (Nachf. von  Georg Tartler); 1966 Verdienter Arzt des Volkes; 1968 Mitgl. des Präsidialrats des KB; ab 1969 Mitgl. des Forschungsrats; 1970 NP; 1971 – 79 Dir. des Forschungszentrums für Molekularbiol. u. Med. der DAW bzw. AdW; 1971 Korr., 1973 Ord. Mitgl. der AdW; 1976 Kand., 1978 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1979 – 90 Präs. der AdW (Nachf. von  Hermann Klare); Mitgl. der Leopoldina; 1981 Dr. h. c. der EMAU; 1982 VVO; 1983 KMO; Mitgl. der AdW Bulgariens, der ČSSR u. UdSSR; lebt in Berlin. Arbeitsgebiete: allg. u. molekulare Pharmakol. Sek.-Lit.: W. S. In: Pasternak, L. (Hrsg.): Wissenschaftler im biomedizin. Forsch.-Zentr.: Berlin-Buch 1930 – 2004. Frankfurt (Main). 2004; Steiger, K.-P. (Hrsg.): Zwischen Wiss. u. Politik. Festkolloquium zum 80. Geb. von W. S. Berlin 2004.Grundlagen der allg. Pharmakol. Jena 1969; Von der DAW zu Berlin zur AdW der DDR. Berlin 2000; Die Berliner Akad. nach 1945. Berlin 2001 (Hrsg. mit W. Hartung); Zwischen Arznei u. Gesell. Zum Leben u. Wirken des Friedrich Jung. Berlin 2002 (Hrsg. mit P. Oehme); Planung u. Selbstbestimmung in der Forschung. Berlin 2003.Hubert Laitko

Wer war wer in DDR

Schenk, Christina (Christian)

* 8.7.1952

Geb. in Ilmenau; 1971 Abitur; 1972 – 76 Physikstudium an der HU Berlin; 1973 SED, 1981 Austritt nach Konflikten im Zusammenhang mit der pol. Entw. in Polen; 1976 – 88 wiss. Mitarb. an der AdW; bekennende Lesbe, seit 1985 Mitarbeit in der Lesbengr. Berlin, Forschungsarbeit zur »psychosozialen Situation von Lesben in der DDR«; Okt. 1989 Gründungsinitiatorin der Frauengr. »lila offensive«; Aufn. einer Aspirantur in der soziolog. Frauenforschung an der HU Berlin; Dez. 1989 Mitbegr. des UFV, Dez. 1989 – 90 Vertreterin des UFV am Berliner u. am Zentr. Runden Tisch; Aug. 1990 Mitinitiatorin des Frauenpol. Runden Tischs. Dez. 1990 als Vertreterin des UFV Wahl in den Dt. Bundestag auf der Liste Bündnis 90 / Die Grünen, Mitarb. in den Aussch. »Familie u. Senioren«, »Frauen u. Jugend«; 1994 – 2002 Mitgl. der PDS-Fraktion, frauenpolit., dann familien-, lesben- u. schwulenpolit. Sprecherin; 2001 Preis »Rosa Courage« des Osnabrücker Lesbisch-Schwulen Festivals »Gay in May« u. »Frau des Monats« des WDR im Nov.; 2002 öff. Bekenntnis als Transmann, 2006 Annahme des Vornamens Christian; arbeitet als freiberufl. Politikberater.Jan Wielgohs