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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Bleck, Martin

* 12.6.1919 – ✝ 15.4.1996

Geb. in Altdamm (Krs. Stettin/Dąbie, Polen); Vater Eisenbahnarbeiter, Mutter Näherin; Volksschule; 1933 – 39 Ausbildung zum Kfm., anschl. Handlungsgehilfe u. Angest. in Stettin; 1939 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht, Ofw. 1945 Landarbeiter in Kochstedt (Krs. Aschersleben); 1945 – 48 Polizeipostenltr. u. Revierltr. VPKA Wismar; 1945/46 KPD/SED; 1948 Lehrgang an der Landespolizeischule Mecklenb.-Vorpom. u. Kommandoltr. der VP-Bereitschaft Schwerin; 1948/49 Stabschef der VP-Bereitschaft Schwerin/Rostock; 1949 Einsatzltr. VPS Primerwald; 1949/50 Sonderlehrgang der DVdI in der UdSSR; 1950 – 52 Kdr. der LVP-Bereitschaft Torgau; 1952/53 Chef TV Dessau; 1953 – 55 Kdr. der KVP-Bereitschaft Schwerin; 1955 – 57 Offz.-Hörer an der Militärakad. des Gen.-Stabs der Streitkräfte der UdSSR, 1957 Dipl.-Militärwiss.; 1958 – 64 Chef des Militärbez. V (Nachf. von  Hermann Rentzsch); 1959 Gen.-Major; ab Aug. 1964 Chef der Verw. Inspektion im MfNV; 1969 Mitgl. des NR der NF; 1971 Gen.-Ltn.; 1976 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1979 VVO; 1980 Verdienter Angehöriger der NVA; 1980 entlassen; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Blinn, Klara

* 14.9.1895 – ✝ 27.12.1977

Klara Guntwolf wurde am 14. September 1895 in Rapperswil/Schweiz als Tochter eines Heizers geboren. Der Vater, ein Württemberger, war Sozialist, der mit der Familie durch die Lande zog. Nach der Schulentlassung arbeitete Klara Guntwolf fünf Jahre in der Schweiz und ein Jahr in Luxemburg als Hausmädchen. Sie kam dann nach Emmendingen im Schwarzwald, wo die Eltern seit 1908 wohnten, und fand Arbeit in einer Schuhfabrik. 1919 heiratete sie einen Arbeiter namens Blinn, im gleichen Jahr trat sie der USP bei und kam mit der linken USP 1920 zur KPD. Ab Mitte der zwanziger Jahre Mitglied der BL Baden, wurde sie vom XII. Parteitag 1929 als Kandidatin ins ZK gewählt. Seit 1931 erwerbslos, gehörte sie bis 1933 ehrenamtlich dem ZK an. 1933 einige Wochen verhaftet, danach wieder als Arbeiterin tätig und 1944 nochmals kurz inhaftiert. 1945 wieder Mitglied der KPD, ab 1969 der DKP, war sie für die Partei im lokalen Rahmen aktiv. Klara Blinn starb am 27.Dezember 1977 in Emmendingen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Blödorn, Karl

* 26.10.1906

Geboren am 26. Oktober 1906 in Stettin; Schiffskoch. Seit 1924 Mitglied der KPD, führender Funktionär des AM-Apparates in Pommern. 1932 Kursant an der M-Schule der Komintern in Moskau, Schuldeckname Theodor Silber. Im September 1932 kehrte er nach Stettin zurück und übernahm von Friedrich Wetzel die Leitung des AM-Apparates der BL Pommern. Im Juli 1933 in Stettin verhaftet, soll er bis zum Prozeß auf freien Fuß gesetzt worden sein. Im Dezember 1934 vom VGH zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. KPD-interne Quellen bezeichnen ihn als »Verräter«, nach 1945 soll er in Hamburg gelebt haben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Blum, Maria

* 27.10.1890 – ✝ 11.5.1965

Geboren am 27. Oktober 1890 in Schwabmünchen bei Augsburg als Maria Holl, Tochter einer Heimarbeiterfamilie (Bürstenmacher); Lehrmädchen in einer Stickerei, Bauernmagd. Zuletzt Verkäuferin in München, wo sie ihren Mann, den Sozialdemokraten Jakob Blum, kennenlernte. 1912 Übersiedlung nach Berlin, ab 1914 aktiv in der Antikriegsarbeit, dienstverpflichtet in den Munitionswerken in Berlin-Spandau. Im August 1917 zog sie nach Bad Kreuznach, dem Heimatort ihres Mannes. Dort trat sie in die USPD ein und gehörte während der Revolution zu den führenden USPD-Funktionären. Sie schleuste von der Polizei gesuchte Revolutionäre nach Luxemburg und übersiedelte im August 1920 selbst dorthin. Ende 1920 nahm Maria Blum an der Gründung der KP Luxemburgs teil, 1921 deshalb ausgewiesen. Sie ging nach Köln, wurde Mitglied der KPD, war in der Frauenabteilung des Bezirks Mittelrhein. 1923 besuchte sie die Reichsparteischule in Jena. 1926 gehörte sie zeitweilig der linken Opposition an. Zunächst Redakteurin in Aachen, 1928 zweite politische Redakteurin der »Thüringer Volkszeitung« in Jena und später in Erfurt. 1928 vom Reichsgericht in Leipzig verurteilt wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu eineinhalb Jahren Festung. Da Maria Blum im September 1930 im Wahlkreis Thüringen in den Reichstag gewählt wurde, konnte sie an den Sitzungen teilnehmen. Durch eine Amnestie einige Monate früher entlassen, kam sie 1931 nach Berlin, nun in die Reichsfrauenabteilung des ZK. Im November 1932 gelangte sie über den Reichswahlvorschlag wieder ins Parlament. Bis Juni 1933 illegale Tätigkeit, dann festgenommen und in der Untersuchungshaft schwer mißhandelt. Nach der Freilassung Ende 1933 in die Sowjetunion emigriert, war sie von 1934 bis 1936 unter dem Parteinamen Maria Herbst Kursantin an der West-Universität, 1937 Lehrerin an der Abendschule für deutsche Arbeiter. Ab 1938 in einem Emigrantenheim tätig, wurde sie 1941 nach Tomsk/Westsibirien verbannt. Im August 1947 Rückkehr nach Deutschland, sie behielt weiterhin den Namen Maria Herbst, trat in die SED ein und arbeitete nach einem längeren Sanatoriumsaufenthalt ab Januar 1948 an der SED-Landesparteischule Wiligrad. Von 1954 bis 1958 Mitarbeiterin am IML, sie betreute dort den Thälmann-Nachlaß. Maria Blum (Herbst) starb am 11. Mai 1965 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bobach, Carl

* 13.4.1898 – ✝ 8.5.1965

Geboren am 13. April 1898 in Waldenburg/ Sachsen, Sohn eines Töpfers. Handelslehrling, anschließend Freistelle in der öffentlichen Handelslehranstalt Chemnitz, 1916 Hilfsarbeiter. Seit 1912 in der Arbeiterjugend organisiert, 1917/18 Soldat im Ersten Weltkrieg. 1918 trat er in die FSJ und die USPD, 1919 in die KPD ein. Er wurde Jugendleiter des KJD-Bezirks Chemnitz-Erzgebirge. Von 1921 bis 1923 Packer in den Diamant-Fahrradwerken, 1924 Volontär der KPD-Zeitung »Der Kämpfer«, ab 1928 politischer Redakteur. 1929 vom Reichsgericht zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, anschließend erneut Redakteur, dann Ende 1932 beim KPD-Pressedienst. 1933 Kurier der KPD Sachsen, später Agitpropleiter von Westsachsen. Am 9. November 1933 festgenommen und im Juli 1934 durch das OLG Dresden zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, saß er bis 1939 im Zuchthaus Waldheim und in den KZs Sachsenburg und Buchenwald. Im April 1939 freigelassen, wurde Bobach 1944 zum Strafbataillon 999 eingezogen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr Abteilungsleiter im SED-LV Sachsen, von 1952 bis 1961 Chefredakteur der »Sächsischen Zeitung« Dresden. Carl Bobach starb am 8. Mai 1965 in Dresden.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Bobrowski, Johannes

* 9.4.1917 – ✝ 2.9.1965

Geb. in Tilsit (Ostpr. / Sowjetsk, Rußland); Vater Eisenbahnangest.; 1930 Mitgl. des Bundes dt. Bibelkrs.; Gymnasium in Rastenburg u. bis 1937 in Königsberg, Abitur; 1938 in Berlin Studium der Kunstgeschichte; Kontakt zur Bekennenden Kirche u. zum christl. Widerstand; 1938 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht; 1941 erste Gedichte; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Arbeit in Bergwerken im Don-Gebiet u. der mittleren Wolga, Besuch von Antifa-Schulen. 1949 Rückkehr nach Dtl. (Berlin); ab 1950 Lektor im Altberliner Verlag  Lucie Groszer; 1955 erste Gedichtveröff.; Mitgl. der CDU; ab 1959 Cheflektor im Union-Verlag; 1961 erschien sein erster Gedichtband »Sarmat. Zeit« in beiden dt. Staaten, dafür 1962 Alma-Johanna-Koenig-Preis in Wien u. Preis der Gruppe 47; 1963 – 65 Ermittlungen des MfS im Operativen Vorlauf (VAO) »Ahornkreis« v. a. gegen B. sowie seinen liter. Freundeskreis (u. a.  M. Bieler, B. Djacenko,  L. Kusche,  P. Huchel) wegen der kritischen Positionen zum Kunstprogramm der SED (»Bitterfelder Weg«, Postulat des soz. Realismus); 1964 Mitgl. des dt. PEN-Zentrums Ost u. West; Roman »Levins Mühle. 34 Sätze über meinen Großvater«, dafür Heinrich-Mann-Preis der DAK u. Charles-Veillon-Preis in Zürich. Sein Grundthema war die schuldbeladene Beziehung der Dt. zu den benachbarten osteurop. Völkern, die er aus christl.-humanist. Sicht erörterte; wegen der mod. Strukturen seiner Lyrik (u. a. »Schattenland Ströme« 1962, »Wetterzeichen« 1966) u. Prosa (u. a. »Boehlendorff u. Mäusefest« 1965, »Litauische Claviere« 1966), die u. a. an liter. Traditionen Klopstocks u. Hölderlins anknüpften, aber auch wegen seiner Kontakte zur Gruppe 47 begegnete ihm die offiz. Kulturpol. distanziert. Seine Dichtung durchbrach (zus. mit den Texten  E. Arendts u. P. Huchels) den langandauernden aufklärerischen u. didaktischen Poesiekanon der DDR-Lyriker ( Brecht,  Becher) u. öffnete sie für die Moderne.Ges. Werke (Hrsg. Eberhard Haufe). Berlin 1987 ff.; Briefwechsel mit Peter Huchel (Hrsg. Eberhard Haufe). Berlin 1993. Wolf, G.: J. B. Leben u. Werk. Berlin 1967; Wolf, G.: Beschreibung eines Zimmers. Berlin 1971; Grützmacher, C.: Das Werk von J. B. Eine Bibl. München 1974; Leistner, B.: J. B. Berlin 1982; Haufe, E.: B-Chronik. Würzburg 1994.Leonore Krenzlin / Andreas Kölling

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bock, Max

* 29.10.1881 – ✝ 15.3.1946

Geboren am 29. Oktober 1881 in Altona, Sohn eines Gastwirts; lernte Schmied. Während seiner Wanderschaft schloß er sich 1904 in der Schweiz der Sozialdemokratie an und war von 1911 bis 1915 Gewerkschaftssekretär in Zürich und Basel. 1916 kehrte er nach Deutschland zurück und war noch bis 1918 als Soldat im Krieg. 1917 Mitglied der USPD, für diese war er nach 1918 als Sekretär in Südbaden aktiv. 1918/19 Sekretär des Arbeiter- und Soldatenrates in Lörrach, 1919 Mitglied der Landeszentrale (Elfer-Ausschuß) der Arbeiter-, Bauern- und Volksräte in Baden. Delegierter zum 2. Reichsrätekongreß im April 1919 in Berlin, USPD-Fraktion, und 1920 Delegierter des USPD-Spaltungsparteitags. Mit der linken USPD trat Bock im Dezember 1920 zur KPD über, war Delegierter des Vereinigungsparteitages, der ihn in den ZA wählte. Seit 1921 vertrat er die KPD im Badischen Landtag und war von 1922 bis 1924 Stadtrat in Lörrach. Er wurde im Zusammenhang mit den KPD-Aufständen in Süd- und Mittelbaden im Oktober 1923 verhaftet, aber im April 1924 wieder freigelassen. Als »Nurparlamentarier« beteiligte sich Bock nicht an den inneren Parteiauseinandersetzungen und blieb auch in den folgenden Perioden (1925, 1929) Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender der KPD-Gruppe im Badischen Landtag. Nach 1933 lebte er – einige Male für kürzere Zeit verhaftet – in Heidelberg und arbeitete als Holzschnitzer. 1945 trat er wieder der KPD bei. Im Januar und Februar 1946 war Bock der erste Arbeitsminister von Württemberg-Baden. Er mußte sein Amt wegen schwerer Krankheit aufgeben. Max Bock starb am 15.März 1946 in Heidelberg.

Wer war wer in DDR

Bodenstein, Christel

* 13.10.1938

Geb. in München; zog 1949 mit der Mutter nach Leipzig; 1952 – 55 Ballettschule; 1952 FDJ, FDGB, DSF; Mitgl. des ZV der DSF; 1955 Tänzerin am Landestheater Halle; Filmdebüt 1956 in  Slátan Dudows »Der Hauptmann von Köln«; bis 1959 Schauspielstudium an der HS für Film u. Fernsehen Potsdam-Babelsberg; 1959 – 73 Mitgl. des Schauspielensembles der DEFA; erlangte Popularität durch Rollen in Märchenverfilmungen wie »Das singende, klingende Bäumchen« (1957); 1960 vom Jugendmagazin »Neues Leben« zur beliebtesten Schauspielerin gewählt; Darstellerin in Musik- u. Revuefilmen; es folgten zunehmend anspruchsvollere Rollen unter Regisseuren wie  Martin Hellberg oder  Gerhard Klein; spielte 1962 in »Beschreibung eines Sommers« mit  Manfred Krug u. 1966 in der Lit.-Verfilmung »Der kleine Prinz« unter der Regie von  Konrad Wolf, mit dem sie 1960 – 78 verheiratet war; 1962 Kunstpreis der FDJ; in den 1970er Jahren blieben interessante Rollenangebote aus; 1973 – 76 freischaff. Künstlerin (Chanson), Auftritte an der Seite von  Hansgeorg Stengel u. a.; Gastrollen am Maxim-Gorki-Theater in Berlin u. am Hans-Otto-Theater in Potsdam; ab 1976 Mitgl. der Kleinen Bühne »Das Ei« im Berliner Friedrichstadtpalast. Arbeitete in den 1990er Jahren im Friedrichstadtpalast, vorrangig hinter der Bühne, als Regieass., seit 1994 selbst Regie; gelegentl. kleinere Filmrollen.Habel, F. B. / Wachter, V.: Lexikon der DDR-Stars. Berlin 1999.Christian Krause

Wer war wer in DDR

Bofinger, Manfred

* 5.10.1941 – ✝ 8.1.2006

Geb. in Berlin; Vater Entwurfsgrafiker u. Plakatmaler, Mutter Verkäuferin u. Lageristin. 1959 Abitur; 1951 – 61 Ausbildung zum Schriftsetzer; 1961 – 68 Typograph bei der satir. Ztschr. »Eulenspiegel«, danach freiberufl. tätig; als Künstler Autodidakt, Arbeit als Cartoonist, Buchillustrator u. Grafiker (Plakate); 1963 – 89 SED; 1972 – 89 VDJ, dort ab 1979 als Vertreter der Cartoonisten Vorst.-Mitgl. in Berlin; 1974 – 90 VBK, danach Mitgl. im Verb. der Grafik-Designer; illustrierte über 300 Bücher, vor allem für Kinder, u. a. Werke von Mark Twain u. Otto Julius Bierbaum, zeichnete Karikaturenbände, Bastelbögen, Kalender, Postkartenbücher, Programmhefte, Spielkarten u. Plakate; mehrmals Auszeichn. »Schönstes Buch«; 1981 Kunstpreis der DDR; 1987 Goethepreis der Stadt Berlin; 1989 Hans-Baltzer-Preis. Nach 1990 auch Buchautor; zahlr. Ausstellungen; gezeichneter Briefwechsel mit F. W. Bernstein (»Ich glaube, du bist dran«, 1995; »Berl. Bilderbuch brominenter Bersönlichkeiten«, 1999); 2000 Dt. Karikaturenpreis; 2002 Rahel-Varnhagen-Medaille; ab Dez. 2004 Hirnschlag u. Wachkoma; gest. in Berlin. Illustrationen zu: R. Holland-Moritz: Graffunda räumt auf. Berlin 1969; U. Kant: Der kleine Zauberer u. die große Fünf. Berlin 1974; G. Holtz-Baumert: Alfons Zitterbacke. Berlin 1977; C. Hein: Das Wildpferd unterm Kachelofen. Berlin 1984; R. Holland-Moritz: Ossis, rettet die Bundesrepublik! Berlin 1993; J. Sparschuh: Stinkstiefel. Berlin 2000.Graf Tüpo, Lina Tschornaja u. die anderen. Für El Lissitzky zum 100. Geburtstag. Leipzig 1991; Das Gänsehaut-Buch. Berlin 1994; Das dicke Bofinger Buch. Berlin 1995; Der krumme Löffel. Miniaturen einer Kindheit. Berlin 1998; Ein dicker Hund. Geschichten mit Kindern. Berlin 2003; Das Leben eben. Berlin 2006 (posthum).Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Bohley, Bärbel

* 24.5.1945 – ✝ 11.9.2010

Geb. in Berlin; Vater Konstrukteur; 1963 Abitur; anschl. Lehre als Industriekfm., Beschäftigung als Lehrausbilderin sowie im Kulturbereich; 1969 Studium an der Kunst-HS Berlin-Weißensee; seit 1974 freischaff. Malerin, mehrere Ausstellungen u. a. in der Bundesrep. Dtl. u. auf der IX. Kunstausstellung der DDR 1982/83 in Dresden; 1979 Mitgl. der Sekt.-Ltg. Malerei u. des Bez.-Vorst. Berlin des VBK; 1982 Gründungsinitiator des unabh. Netzwerks »Frauen für den Frieden«, Eingabe beim Staatsratsvors. gegen das neue Wehrdienstgesetz (Einberufung von Frauen in Vorber. von Mobilmachung), zahlr. Kontakte zur westdt. u. ausländ. Friedensbew.; 1983 Ausschluß aus dem Bez.-Vorst. Berlin des VBK, sechs Wochen U-Haft beim MfS wegen »Verdachts auf landesverräter. Nachrichtenübermittlung« (gem. mit  Ulrike Poppe), Entlassung nach internat. Protesten, Auslandsreiseverbot, Auftrags- u. Ausstellungsboykott, private Keramikwerkstatt (mit  Katja Havemann); 1985/86 Mitbegr. der IFM, Mithrsg. u. Autorin von Samizdat-Publ.; Jan. 1988 Verhaftung im Zusammenhang mit den Protestaktionen bei der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration, Abschiebung, Aufenthalt in England; 3.8.1988 Rückkehr nach Berlin; Engagement für die Loslösung opp. Gruppen von der ev. Kirche, Sept. 1989 Initiator der illeg. Gründung des Neuen Forums (NF) in Grünheide, Jan. 1990 Mitgl. des NF-Arbeitsaussch., Mai –Dez. 1990 Mitgl. der Berliner Stadtverordnetenvers., Fraktion Bündnis 90, Sept. 1990 Mitbesetzerin der MfS-Zentr. in Berlin, Initiatorin des »Runden Tisches von unten«. 1991 Mitarb. der Fraktion NF/Bürgerbew. im Berliner Abgeordnetenhaus; entschiedene Vertreterin basisdemokrat. Konzepte u. Gegnerin der Fusion der Bürgerbew.-Org. zur Partei Bündnis 90; 1994 Spitzenkand. des NF zur Europawahl; 1996 Gründungsvors. u. bis 2009 Mitgl. des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur; 1996 – 1999 EU-Beauftragte in Sarajewo für die Rückkehr von Flüchtlingen u. den Wiederaufbau; lebte 1999 – 2008 in Celina (b. Split, Kroatien), ab 2000 dort Bürgermeisterin; org. versch. Hilfsprojekte, u. a. 2006 »Zisternen« zur Trinkwasserversorgung Bedürftiger in Bosnien; 2008 Rückkehr nach Berlin; 1994 Bundesverdienstkreuz, 2000 Nationalpreis der Dt. Nationalstiftung, 2004 »Goldene Henne«; gest. in Strasburg (Landkrs. Uecker-Randow).Wir mischen uns ein. Freiburg i. Br. 1998 (mit E. Neubert u. J. Reich); Mut-Frauen in der DDR. München 2005 (mit G. Praschl u. R. Rosenthal). Findeis, H., Pollack, D., Schilling, M.: Die Entzauberung des Pol. Berlin, Leipzig 1994.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Böhm, Horst

* 11.5.1937 – ✝ 21.2.1990

Geb. in Zwickau; Vater Bäcker, Mutter Handschuhmacherin. 1954 SED; 1955 Abitur u. Eintritt in das MfS; Zweijahreslehrgang an der JHS Potsdam-Eiche; 1961 stellv. Ltr. der Krs.-Dienststelle Stollberg; 1962 stellv. Ltr. der Krs.-Dienststelle Hohenstein; 1962 – 67 Fernstudium der Ges.-Wiss. an der KMU Leipzig, Dipl.-Lehrer für Marx.-Lenin.; 1966 stellv. Ltr. der Arbeitsgr. Anleitung u. Kontrolle der BV Karl-Marx-Stadt, 1974 stellv. Operativ des Ltr. der BV Karl-Marx-Stadt; 1981 Offz. für Sonderaufgaben, dann Ltr. der BV Dresden (Nachf. von  Rolf Markert), Mitgl. der BL Dresden der SED; 1982 Gen.-Major; 1989 Entlassung; 1990 Suizid.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Böhm, Tatjana

* 14.11.1954

Geb. in Karl-Marx-Stadt; Eltern Ges.-Wiss.; 1973 Abitur; 1973/74 Philos.-Studium an der HU Berlin, unterbrochen; Beschäftigung als Maschinenarb. u. Archivassistentin in Karl-Marx-Stadt; 1975 – 80 Soziologiestudium an der HU Berlin; 1976 SED; 1980 – 83 wiss. Mitarb. am Inst. für Soziol. u. Sozialpol. (ISS) der AdW in Berlin, Forschungsrichtung Frauen- u. Sozialpol., 1983 – 86 Assistentin am Inst. für Soziol. der HU, anschl. Rückkehr zum ISS; seit Anf. der 80er Jahre Mitarb. in informellen Gesprächskrs. feminist. orientierter Wiss., die sich für eine krit. Frauenforschung u. Veränderungen in der Frauenpol. einsetzen; Okt. 1989 Mitarb. in der Soz. (später: Solidar.) Fraueninitiative SOFI, Nov. Austritt aus der SED, Nov./Dez. Mitarb. in der Vorbereitungsgr. u. Gründungsmitgl. des UFV, Mitgl. im Berliner UFV-Koordinierungsrat; Dez. 1989 – März 1990 UFV-Vertreterin am Zentr. Runden Tisch, Mitarb. in der Arbeitsgr. »Neue Verfassung«, Schwerpunkt: Frauenrechte in der Verfassung, Mitautorin u. –einbringerin der »Sozialcharta« des Runden Tisches; Febr. – April 1990 Min. ohne Geschäftsbereich in der zweiten Reg.  Modrow, Juni – Okt. 1990 Mitarb. der Volkskammerfraktion Bündnis 90/Grüne; Juni 1990 Gründungsmitgl. des Kuratoriums für einen demokrat. verfaßten Bund Dt. Länder. 1991/92 versch. Auftragsarbeiten für den DGB in der pol. Bildung, Schwerpunkt: Arbeitsmarkt u. Frauenarbeit in den neuen Bundesländern; Vorträge u. Publ. im In- u. Ausland; seit 1992 Ltr. des Referats Gleichstellungsfragen in Erziehung u. Familie des Min. für Arbeit, Soziales, Gesundheit u. Frauen im Land Brandenb.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bleier, Oswald

* 17.12.1889 – ✝ 9.5.1936

Geboren am 17. Dezember 1889 in Voigtsgrün bei Neudeck als Sohn eines Tagelöhners. Lehre und anschließend Tätigkeit als Porzellanschleifer, die er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben mußte. Bleier zog 1907 nach Riesa und arbeitete hier im Stahlwerk. 1912 Einberufung zum Militärdienst, im Weltkrieg nach schwerer Verwundung an der russischen Front Entlassung als Kriegsbeschädigter, lebte er in Riesa. Bereits vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD, trat er 1917 zur USPD über und schloß sich 1920 der KPD an. Ab September 1920 lange Zeit erwerbslos, fand er nach einer mehrmonatigen Tbc-Heilkur 1925 Arbeit in einer Riesaer Brauerei. Von 1924 bis 1926 dort Stadtverordneter der KPD, 1926 Abgeordneter des Landtags von Sachsen. Bei der Spaltung der Fraktion Anfang 1929 blieb er mit der Mehrheit auf der ZK-Linie, wurde aber trotzdem 1929 nicht mehr als Landtagskandidat aufgestellt. Bleier wurden zwar »versöhnlerische Tendenzen« vorgeworfen, er blieb aber weiter in der KPD aktiv. Er war von 1926 bis 1930 Sekretär des UB Riesa-Oschatz-Großenhain und bis 1930 Mitglied der BL Westsachsen. Im März 1933 wurde Bleier verhaftet und ins KZ überführt. Nach seiner Freilassung Ende 1933 reihte er sich in den illegalen Widerstandskampf ein. Am 2. Oktober 1934 erneut verhaftet und am 8.Juli 1935 durch das OLG Dresden zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Bleier, inzwischen als staatenlos erklärt, sollte auf Antrag der Polizei Dresden nach der Haft mit seiner Ehefrau aus Deutschland ausgewiesen werden. Doch schon am 9. Mai 1936 ist Oswald Bleier im Zuchthaus Waldheim an Lungentuberkulose gestorben.

Wer war wer in DDR

Bloch, Ernst

* 8.7.1885 – ✝ 4.8.1977

Geb. in Ludwigshafen (Rhein); Vater Eisenbahnbeamter; 1905 – 08 Studium der Philos. mit den Nebenfächern Musik u. Physik an den Univ. München u. Würzburg, 1908 Prom. mit einer Arbeit über »Rickert u. das Problem der mod. Erkenntnistheorie«; zwischen 1908 u. 1912 Bekanntschaft mit Georg Lukács, Georg Simmel u. Max Weber; 1914 – 17 entstand das Werk »Geist u. Utopie« (Veröff. 1918); 1917 – 19 Journalist in der Schweiz, publizist. Arbeiten gegen den Krieg; 1924 – 26 längere Reisen nach Italien, Frankreich u. Tunesien; 1926 – 33 freier Publizist in Berlin, Bekanntschaft u. a. mit Siegfried Kracauer, Theodor W. Adorno, Walter Benjamin u.  Bertolt Brecht; 1933 Emigr. über Zürich, Wien (1934) u. Paris (1935, Teiln. am Kongreß »Pour la Défense de la Culture«) in die USA (1938 – 49); dort Erarbeitung der Manuskripte »Das Prinzip Hoffnung« (Veröff. Berlin 1954 – 59) u. »Subjekt-Objekt. Erläuterungen zu Hegel« (1951). 1948 Berufung auf den Lehrstuhl für Philos. an der Univ. Leipzig, Antrittsvorlesung »Univ., Marxismus, Philos.«, ab 1949 umfgr. Vorlesungstätigkeit insbes. zur Geschichte der Philos., bis 1957 Dir. des Inst. für Philos. der KMU; 1953 Mitbegr. u. bis 1956 Mithrsg. der »Dt. Ztschr. für Philos.«, dem einzigen Periodikum der DDR-Philos., dort Mitinitiator einer v. a. gegen die dogmat.-sektierer. Hegel-Marx-Rezeption ( R. O. Gropp) gerichteten Diskussion; 1955 NP; VVO; Ord. Mitgl. der DAW; März 1956 unmittelbar nach dem XX. KPdSU-Parteitag Veranstaltung der sog. Freiheitskonferenz über »Das Problem der Freiheit im Lichte des wiss. Soz.« an der DAW in Berlin, deren »Protokoll« nach den Ereignissen in Ungarn sowie der Verhaftung  Wolf- gang Harichs nicht mehr ausgeliefert wurde; 1956/57 (durch R. O. Gropp,  Hermann Ley,  Georg Mende u. a.) u. nochmals 1961/62 (u. a.  Manfred Buhr) scharfe philosoph. u. ideolog. Kampagne gegen E. B.s Gesamtwerk, insbes. die »Hoffnungsphilos.«; 1957 Zwangsem.; 1958/59 Vereinbarung u. Vorber. der Gesamtausgabe beim Suhrkamp Verlag; ab 1958 Vortragsreisen nach Frankfurt (Main), Paris, Tübingen, Heidelberg u. Stuttgart, nach Schließung der dt.-dt. Grenze im Aug. 1961 nicht mehr in die DDR zurückgekehrt; Annahme einer Gastprof. an der Univ. Tübingen, bis 1966 nochmals intensive Lehrtätigkeit; 1962 Ausschl. aus der DAW; 1966 Protest gegen die westdt. Notstandsgesetze; 1968 Unterstützung der Studentenbew.; Dr. h. c. der Univ. Zagreb (1969), der Pariser Sorbonne u. der Univ. Tübingen (1975); gest. in Tübingen. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre gegen Widerstände vorsichtige Versuche einer erneuten B.-Rezeption in der DDR (Gerd Irrlitz); seit 1990 systemat. Aufarbeitung der Wirksamkeit B.s an der Univ. Leipzig.Gesamtausgabe. 17 Bde. Frankfurt (Main) 1959 ff.; Aus meinem Leben. Pfullingen 1981; Das Abenteuer der Treue. Briefe an Karola. Frankfurt (Main) 2005. Gropp, R. O.: Ztschr. E. B. zum 70. Geburtstag. Berlin 1955; Horn, J. H. (Hrsg.): E. B.s Revision des Marxismus. Berlin 1957; Schmidt, B.: E. B. Bibl. Stuttgart 1985; »Hoffnung kann enttäuscht werden.« E. B. in Leipzig. Frankfurt (Main) 1992; Franzke, M. (Hrsg.): Die ideolog. Offensive. Leipzig o. J. 1993; Horster, D.: E. B. Wiesbaden 2005.Hans-Christoph Rauh / Bernd-Rainer Barth

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Blücher, Heinrich

* 29.1.1899 – ✝ 31.10.1970

Geboren am 29. Januar 1899 in Berlin, der Vater starb vor seiner Geburt, die Mutter war Wäscherin. Seine Ausbildung im Lehrerseminar wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen und nie abgeschlossen. Als Nichtjude trat er der zionistischen Jugendgruppe Blau-Weiß bei. 1917 zum Kriegsdienst eingezogen, konnte er wegen einer Gasvergiftung nicht an einem Offizierslehrgang teilnehmen. Während der Revolution Mitglied eines Soldatenrates, 1919 trat er der KPD bei. Mitarbeiter der Orgabteilung der BL Berlin-Brandenburg, unter dem Decknamen Larsen für den Nachrichtendienst der KPD tätig, Angestellter der Politischen Ost-West-Nachrichtenagentur. Er war (mit seinem lebenslangen Freund Robert Gilbert) in Kabarett-, Operetten- und Filmprojekten aktiv. Als Freund Heinrich Brandlers kritisierte er die zunehmende Stalinisierung, blieb aber KPD-Mitglied und gehörte zu den Versöhnlern. 1933 zunächst Instrukteur der illegalen KPD-BL Berlin-Brandenburg, emigrierte er im Juli 1933 nach Prag, 1934 nach Frankreich. Er wurde 1936 aus der KPD ausgeschlossen. Nach zwei Ehen begegnete Blücher 1936 Hannah Arendt in Paris, die er am 16. Januar 1940 heiratete. Von September bis Dezember 1939 interniert, flohen beide 1941 über Spanien nach Lissabon und später nach New York, wo sie im Mai ankamen. Blücher hielt ab 1950 Vorlesungen an der New School for Social Research in New York City. 1952 wurde er Professor für Philosophie am Bard College in Annandale-on-Hudson, New York, und erhielt im August 1952 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Heinrich Friedrich Ernst Blücher starb am 31. Oktober 1970 in New York an einem Herzinfarkt.

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Blume, Franz

* 26.9.1905 – ✝ 30.1.1988

Geboren am 26. September 1905 in Hamburg. Tischler, seit 1922 SAJ-Mitglied, 1926 Übertritt zum KJVD, Instrukteur und Mitglied der KJVD-BL Wasserkante. Von 1927 bis 1929 wegen »Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Rädelsführerschaft« zu Gefängnisstrafen verurteilt. Er war von 1931 bis 1933 Mitarbeiter des AM-Apparats der KPD-BL Wasserkante, besuchte 1932 die M-Schule der Komintern in Moskau, Schulname Michael. Ab Anfang 1933 illegale Arbeit in Hamburg, er wurde bereits Ende April 1933 festgenommen, am 4. Februar 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, saß bis Anfang Juni 1936 in Hamburg-Fuhlsbüttel. Anfang Dezember 1936 erneut verhaftet, am folgenden Tag jedoch wieder entlassen, emigrierte Blume im Januar 1937 nach Dänemark, war ab März 1938 in Spanien Angehöriger der Internationalen Brigaden, wurde schwer verwundet. Interniert in St.Cyprien, Frankreich, kam 1940 in einer Arbeitskompanie, flüchtete nach Marseille, kämpfte ab 1942 bei der Résistance und war mitverantwortlich für die Herausgabe der Zeitung »Soldat am Mittelmeer«, die sich an deutsche Soldaten richtete. Im August 1945 Rückkehr nach Hamburg, wieder Funktionär der KPD. 1948 Archivar bei der HVZ, dann Leiter der Kaderabteilung der KPD-Landesleitung Hamburg, später auch Orgsekretär. Wegen »Westemigration« mußte er Ende 1951 in die DDR übersiedeln, dort SED-Mitglied, von 1952 bis 1957 Instrukteur der IG Bau-Holz des FDGB in Dresden. Ab Oktober 1957 Mitarbeiter beim ZK der illegalen KPD der Bundesrepublik in Ost-Berlin. Franz Blume starb am 30. Januar 1988 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Bobach, Günther

* 7.8.1930 – ✝ 22.3.2012

Geb. in Taucha; Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule; 1947 SED; 1950 Abitur; 1950 – 52 Stud. an der Fak. für Journalistik der Univ. Leipzig; 1953 / 54 dort wiss. Ass., Dipl.-Journalist; 1954 – 60 Red., 1960 stellv. Chefred. der SED-Bezirksztg. »Freiheit« in Halle, 1963 – 67 Chefred. (Nachf. von  Rudolf Singer); Mitgl. der SED-BL Halle; 1967 – 89 Mitarb. im ZK der SED u. Mitgl. der Agitationskommission; Mitgl. des Zentralvorst. des VDJ.Andreas Herbst

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Bochert, Alfred Max

* 20.6.1887 – ✝ 8.1.1975

Geboren am 20. Juni 1887 in Schmiedefeld/Krs. Schleusingen als Sohn eines Geigenbauers; er erlernte das Schneiderhandwerk in Bad Ilmenau, 1907 bis 1909 Militärdienst. 1910 trat Bochert der SPD bei, ab 1911 war er selbständiger Schneidermeister. Von 1914 bis 1919 Soldat. 1919 Mitglied der USPD, 1921 der KPD, er wurde Vorsitzender der KPD in Pößneck und KPD-Kreistagsmitglied in Saalfeld. Auf dem VII. Parteitag 1921 wurde Bochert in die Statutenkommission und als Mitglied in den ZA gewählt, dem er bis 1923 angehörte. Von 1922 bis 1925 hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Pößneck, anschließend bis 1928 dort Schneidermeister. Er war von 1928 bis zu seiner Entlassung 1932 einer der wenigen kommunistischen Bürgermeister (in Katzhütte). Von 1921 bis 1926 KPD-Landtagsabgeordneter in Thüringen. Bochert zählte zu den Versöhnlern und trat nach 1928 in der KPD nicht mehr hervor. Er wurde 1932 Gauleiter des Internationalen Bundes der Opfer des Krieges in Hamburg, kehrte im April 1933 nach Pößneck zurück und arbeitete wieder als Schneider. Am 22. August 1944 ins KZ Buchenwald eingeliefert, wo er bis April 1945 inhaftiert blieb. 1945 wurde Bochert als Bürgermeister von Pößneck eingesetzt, trat wieder der KPD bei. 1946 Ortsvorsitzender der SED in Pößneck, von 1948 bis 1950 Landrat des Kreises Saalfeld. Als Parteiveteran erhielt er 1959 den VVO in Silber. Alfred Max Bochert starb am 8. Januar 1975.

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Bock, Siegfried

* 26.9.1926

Geb. in Meerane (Sachsen); Ausbildung zum u. Arbeit als Textilkfm.; 20.4.1944 NSDAP. 1945 – 50 Studium an der Univ. Leipzig, Dipl.-Jur.; 1946 SED; 1951 – 61 Mitarb. im Min. für Ausw. Angelegenh., u. a. Abt.-Ltr. Rechts- u. Vertragswesen; 1955 Prom. an der KMU Leipzig zum Dr. jur.; 1959 jur. Berater der DDR-Delegation bei der Genfer Außenministerkonferenz; 1962 – 66 Botschaftsrat in Rumänien; 1967 – 77 Ltr. der Abt. Grundsatzfragen im Min. für Ausw. Angelegenh. (Nachf. von Gerhard Herder), 1972 – 75 bei der KSZE in Helsinki u. Genf tätig, Ltr. der DDR-Delegation in Genf; 1977 – Nov. 1984 Botschafter in Rumänien (Nachf. von Hans Voss); 1984 – 90 Abt.-Ltr. Südosteuropa im Min. für Ausw. Angelegenh. 1993 – 2005 Präs., dann Ehrenpräs. des Verb. für Internat. Politik u. Völkerrecht (VIP), des ehem. Berufsverb. der DDR-Diplomaten.Wie kann der Frieden in Europa gesichert werden? Berlin 1968; Für koll. Sicherheit in Europa. Dresden 1968; DDR-Außenpolitik im Rückspiegel. Münster 2004.Helmut Müller-Enbergs

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Boegelsack, Uwe

* 2.12.1939

Geb. in Gommern; Vater Angest.; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1958 / 59 Stanzer u. Hilfsarbeiter; 1959 – 61 Studium; 1961 / 62 Setzer u. Feiler; 1962 – 66 Technologe; 1966 SED; Fernstudium an der Ingenieurschule Magdeburg, Ing.; 1966 – 68 Bereichsltr., 1968 – 70 Dir. für Prod., 1970 – 78 Ltr. der Hauptabt. Prod. im VEB Elektromotorenwerk Wernigerode; Fernstudium an der TH Magdeburg, 1971 Dipl.-Ing.; 1978 / 79 Dir. für Prod. u. Material, ab 1979 Betriebsdir. des VEB Elektromotorenwerk Wernigerode; 1984 – 87 stellv. Minister für Elektrotechnik u. Elektronik; 1987 – 90 GD des VEB Kombinat Rundfunk u. Fernsehen Staßfurt (Nachf. von Joachim Witschaß).Andreas Herbst

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Bogatzky, Hans-Erich

* 12.6.1927 – ✝ 27.1.2009

Geb. in Berlin-Wilmersdorf; Vater Architekt; 1937 – 44 Fichte-Gymn. Berlin-Steglitz; 1944 Luftwaffenhelfer in der Wehrmacht, 1945 wg. Kriegsverletzung entlassen. 1945 Grafikerschule in Berlin; 1949 – 52 Ausbildung an der Meisterschule für Tischler u. Innenarchitektur Berlin (unter der Ltg. des Vaters); 1952 beim VEB (Zentrale) Projektierung Berlin; 1958 Innenausbau Ostflügel Humboldt-Universität Berlin; 1959 – 61 Innenausbau beim Wiederaufbau Altes Museum, Berlin; 1961 Stellv. des Kollektivltr.  Roland Korn bei der Projektierung des Staatsratsgebäudes; Schinkelmed.; 1965 – 70 Innenausbau »Hotel Stadt Berlin« am Alexanderplatz in Berlin (heute Park-Inn-Hotel) mit R. Korn u. Heinz Scharlipp; 1968 – 71 Innenausbau Haus des Reisens, Berlin; 1974 – 75 Großer Festsaal im Gebäude des ZK der SED (heute Auswärtiges Amt) Berlin (mit Bruno Hess); 1976 am Inst. für Wohnungs- u. Gesellschaftsbau der DBA; 1983 Ltr. der Zentralen Fachgr. Ausbau / Innengestaltung beim BDA; 1990 Ruhestand; gest. in Berlin.Ideenwettbewerb zur Ausgestaltung von Läden in der Friedrichstraße. In: Architektur der DDR (1985) 11. Barth, H., Topfstedt, T. u. a.: Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Erkner 2000; Wagner, V.: Regierungsbauten in Berlin. Berlin 2001; Meuser, Ph.: Schlossplatz 1. Berlin 2006.Volker Wagner

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Böhm, Erich

* 29.11.1902 – ✝ 24.10.1987

Geboren am 29. November 1902 in Königsberg, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Buchdrucker und Schriftsetzer. Er trat 1919 in die KPD ein, wurde 1922 wegen »Zersetzungsarbeit in der Reichswehr« verhaftet, bis 1924 im Gefängnis. Danach Korrektor und Redakteur an der KPD-Zeitung »Echo des Ostens« in Königsberg, ab 1925 zunächst Setzer, dann Redakteur der »Roten Fahne« in Berlin, anschließend bis 1930 der »Neuen Zeitung« in München. Böhm wurde 1931 vom Reichsgericht wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu einer neunmonatigen Festungsstrafe verurteilt. Nach seiner Freilassung 1932 Instrukteur des ZK in Baden und Danzig, ab 1933 illegal im Ressort Polizeizersetzung des AM-Apparates. Bereits im Dezember 1933 festgenommen, nach längerer Untersuchungshaft 1935 keine Anklage, aber bis 1937 im KZ Lichtenburg eingesperrt. Von 1937 bis 1939 Korrektoraushilfe, bei Kriegsausbruch kam Böhm erneut in Haft, 1941 aus dem KZ Sachsenhausen entlassen, bis Kriegsende war er Druckfachmann für Werbung in Berlin. 1945 Bezirksbürgermeister in Berlin-Reinickendorf, ab Ende 1946 als SED-Funktionär Chefredakteur beim Funkverlag, später Chefredakteur beim Berliner Rundfunk. 1954 stellvertretender Chefredakteur der »Wochenpost«, ging Böhm im September 1954 als ADN-Korrespondent nach Bonn. Aus politischen Gründen – Böhm kritisierte die Politik Walter Ulbrichts und die Ausschaltung Karl Schirdewans, seines einstigen Mithäftlings und Kampfgefährten aus dem KZ Sachsenhausen – weigerte er sich Ende 1961, nach Ost-Berlin zurückzukehren. Nach seinem Austritt aus der SED verunglimpfte ihn das »Neue Deutschland« im Januar 1962, er sei vom »amerikanischen Geheimdienst gekauft«. Als Journalist tätig, trat er 1970 in die SPD ein, schrieb unter dem Pseudonym Walter Osten im »Vorwärts« und wohnte zuletzt in Bad Honnef. Erich Böhm starb am 24.Oktober 1987.

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Böhm, Karl Ewald

* 5.3.1913 – ✝ 16.5.1977

Geb. in Nürnberg; Vater Buchbindermstr., Mutter Kartonagenarb.; 1919 – 32 Volks- u. Oberrealschule in Nürnberg, Abitur; 1930 – 32 Schülergr. des KJVD, ab 1932 KJVD; 1932/33 Studium der Wirtschafts- u. Ztgs.-Wiss. an der Handels-HS in Nürnberg; ab 1933 illeg. pol. Arbeit; im Parteiauftrag zur Tarnung Mitgl. einer Burschenschaft; Sommer 1933 Anlaufstelle für KPD-BL-Nordbayern, Wiederaufbau der BL (zus. mit  Georg Klaus); Okt. 1933 verhaftet; 1934 vom OLG München wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt; 1934/35 Haft in Nürnberg, 1935 – 39 im KZ Dachau, zul. Kapo; 1939 – 42 kfm. Angest. in Nürnberg; 1942 – 45 Wehrmacht, zul. OGfr. 1945 Mitbegr. u. Vors. der KPD Rückersdorf (b. Nürnberg); Febr. 1946 Übersiedl. in die SBZ; Ltr. des Verlags Thür. Volk in Sonneberg; 1946 SED; 1946 Mitbegr. u. Ltr. der Thür. Verlagsanstalt, redigierte die Ztschr. »Soz. Tribüne«; 1947/48 PHS; 1948 – 50 Red. bzw. Hauptred., 1950/51 stellv. Chefred. der Ztschr. »Neuer Weg« u. stellv. Ltr. der Abt. »Neuer Weg« im ZK der SED; ab 1951 stellv. Ltr. des Amtes für Lit.; bis 1958 Ltr. HV Verlagswesen im Min. für Kultur (Zensurbehörde), abgesetzt; 1958 freischaff. Schriftst. in Berlin, Mitautor des Jugendweihebuches »Weltall-Erde-Mensch«; 1960 NP; ab 1962 Vors. des DSV-BV Frankfurt (Oder); 1973 VVO; gest. in Berlin.Atomkraft – Atomkrieg. Berlin 1949; Gigant Atom. Berlin 1956 (unter Ps. »Peter Porst« zus. mit Georg Klaus); Auf dem Weg zu fernen Welten. Berlin 1958; (mit Rolf Dörge): Welt von Morgen. Berlin 1960; Felix Tricks (TV-Trickfilmserie, 1972/73); Schauplatz Zukunft. Berlin 1974. Barck, S. u. a.: »Jedes Buch ein Abenteuer«. Zensur-System u. literarische Öffentlichkeit(en) in der DDR bis Anf. der 60er Jahre. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Böhme, Günter

* 16.7.1943

Geb. in Heidenau (Sachsen); Vater Arbeiter. OS; 1957 FDJ; 1961 SED; 1960 – 63 Ausbildung zum landw. Facharbeiter; 1963/64 Sekr. der FDJ-KL Zossen; 1964/65 Studium an der Komsomol-HS in Moskau; 1965 – 67 1. Sekr. der FDJ-KL Zossen; 1967 – 69 2. Sekr., 1969 – 73 1. Sekr. der FDJ-BL Potsdam (Nachf. von Manfred Presch), zeitw. Mitgl. des Sekr. der SED-BL Potsdam; 1973 – 82 Mitgl. des Büros u. Sekr. des FDJ-ZR (Nachf. von Johannes Reich); 1973 VVO; 1974 – 81 Mitgl. des Präs. des FDGB-BV u. des Präs. des DTSB-BV; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1976 – 82 Vors. der FDJ-Fraktion (Nachf. von  Egon Krenz); 1977/78 Studium an der PHS; 1983 – 89 stellv. Ltr. der Abt. Staat u. Recht des ZK der SED (Nachf. von  Klaus Sorgenicht); 1988 VVO; 1989 Ltr. der Abt. Staat u. Recht des ZK der SED.Andreas Herbst

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Blenkle, Konrad

* 28.12.1901 – ✝ 20.1.1943

Geboren am 28. Dezember 1901 in Berlin, Sohn des Schlossers und späteren Gastwirts Reinhold Blenkle. Der gelernter Bäcker wurde 1919 Mitglied der FSJ, später der kommunistischen Jugend und 1920 der KPD. 1921 Anstellung bei der diplomatischen Vertretung der RSFSR in Berlin. Auf dem 7. Reichsjugendkongreß im März 1923 ins ZK des KJD gewählt, er wurde Wortführer der Linken. Bis September 1923 Polleiter des Bezirksverbandes Berlin-Brandenburg, im Dezember 1923 kam Blenkle ins Sekretariat des ZK des Jugendverbandes und war bis August 1924 für Pressearbeit zuständig. Dann bis April 1925 Einsatz in Moskau beim EKKI der KJI, dem er seit dem IV. Weltkongreß (Juli 1924) als Mitglied angehörte. In Berlin trat Blenkle bereits Ende April 1925 neben Hermann Jacobs faktisch an die Spitze der KJD und wurde am 22.Mai 1925 vom ZK der KPD förmlich mit der politischen Leitung der kommunistischen Jugend betraut. Als Vorsitzender des KJVD gehörte er in den folgenden Jahren auch dem ZK der KPD an. 1925 zählte Blenkle mit der Mehrheit des KJVD zu den unbedingten Anhängern des EKKI, er trat bereits auf dem X. Parteitag 1925 gegen die Ruth-Fischer-Führung auf. Deswegen vor allem von Ottomar Geschke heftig attackiert, aber doch wieder ins ZK gewählt. Nach dem »Offenen Brief« war Blenkles Stellung gefestigt, er wurde als Jugendvertreter Mitglied des Polbüros und auch der XI. Parteitag 1927 wählte ihn erneut als Mitglied ins ZK der KPD. Clara Zetkin fand Blenkle allerdings »unklar und unreif« und kritisierte seinen »Drang«, sich »radikal« und »links« zu geben. 1928 kam er als jüngster Abgeordneter in den Reichstag und wurde auf dem VI. Weltkongreß der Komintern 1928 Mitglied des EKKI. Im Zusammenhang mit der Wittorf-Affäre stimmte das Büro des ZK des KJVD unter Führung Blenkles einstimmig den Beschlüssen des ZK der KPD zu, die Funktionen Ernst Thälmanns bis zur Klärung ruhen zu lassen. Auch als das ZK des KJVD am 12. Oktober 1928 geschlossen die neuen Moskauer Direktiven zur Wiedereinsetzung Thälmanns bejahte, blieben Zweifel an der unbeirrbaren Treue Blenkles zu Thälmann. Diese wurden noch verstärkt, als das Büro des ZK des KJVD unter Blenkles Vorsitz am 17. Oktober 1928 den BL des Jugendverbandes mitteilte, daß es mit einigen Fragen des EKKI-Beschlusses nicht einverstanden sei, aber im Interesse der Liquidierung aller fraktionellen Gruppierungen zugestimmt habe. Anfang November 1928 konstatierte das Sekretariat des ZK der KPD, Blenkle trage für die »politischen Schwankungen« im KJVD die Hauptverantwortung, deshalb sei er abzulösen und durch Walter Häbich, den bisherigen Orgleiter, zu ersetzen. Eine Reichskonferenz des KJVD beschloß dies am 10./11. November 1928, doch wählten die Delegierten Blenkle zum Ehrenmitglied. Er gehörte weder zu den Versöhnlern noch zu den Rechten, aber ihm schien die Methode falsch, mit der die Korruption vertuscht worden war. Deshalb wurde er degradiert. In der Folgezeit war Blenkle Redakteur der »Jungen Garde«, des Organs des KJVD, außerdem betätigte er sich im illegalen RFB. Ins ZK (1929) und in den Reichstag (1930) wurde er nicht mehr gewählt. 1931 wegen Pressevergehens zu eineinhalb Jahren Festung verurteilt, hat ihn die Parteiführung nach seiner Freilassung 1932 in Oberschlesien eingesetzt. Ab März 1933 illegale Arbeit in Berlin, im April 1934 flüchtete er in das Saargebiet, im Sommer 1934 nach Amsterdam, dort war er bis Dezember 1936 Instrukteur der AL Nordwest. Im November 1937 in der Schweiz verhaftet; Blenkes Auslieferung nach NS-Deutschland konnte erst in letzter Minute verhindert werden. Ab 1938 2. Leiter der KPD-AL Nord in Kopenhagen, die für Norddeutschland zuständig war. Nach der Verhaftung Heinrich Wiatreks im Mai 1941 wurde Blenkle faktisch Leiter der kommunistischen Parteigruppe in Kopenhagen. Dort am 16. Dezember 1941 festgenommen und dann vom VGH am 25. November 1942 zum Tode verurteilt. Konrad Blenkle wurde am 20.Januar 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

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Bloch, Friedrich

* 21.1.1904 – ✝ 10.4.1996

Geb. in Ballenstedt (Harz); Gymnasium, Abitur; 1922 – 25 Stud. der Rechtswiss. u. Volkswirtschaftslehre; zur Finanzierung des Studiums Arbeit auf dem Bau, in einer Bank u. im Lohnbüro einer Weberei; 1925 – 29 Referendar beim Gericht in Gera, gleichzeitig für die Stadtverw. und eine Geraer Anwaltskanzlei tätig; 1930 Assessor-Examen u. Prom. zum Dr. jur.; 1937 aus polit. Gründen aus dem Staatsdienst entlassen; ab 1938 Mitarb. bei einem Wirtschaftstreuhänder in Frankfurt (Main). 1945 Landgerichtsdir., Okt. 1945 – Sept. 1948 OB von Gera (Nachf. von  Rudolf Paul); Umzug nach Jena; 1950 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; gest. in Berlin-Wilmersdorf.Andreas Herbst

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Bludau, Wilhelm

* 10.5.1896 – ✝ 23.7.1941

Geboren am 10. Mai 1896 in Hörde (1928 zu Dortmund); lernte Maschinenschlosser. Mitglied der KPD (zeitweise der KAPD), gehörte zwischen 1920 und 1923 im Ruhrgebiet zu den Führern der Hungerrevolten. Deswegen mehrfach inhaftiert, galt er als »kleiner Max Hoelz«. Im Erwerbslosenausschuß des Ruhrgebiets trat Bludau 1925 als linker Kritiker gegen die KPD auf und wurde 1926 aus der Partei ausgeschlossen. Vorwürfe einer Verbindung zur politischen Polizei waren offensichtlich zu seiner Isolierung ausgestreut. In Polizeiakten wird er als »redegewandt mit sicherem Auftreten« bezeichnet; er stand unter polizeilicher Beobachtung. Nach 1933 in kleinen Gruppen im Widerstand aktiv gegen die NS-Diktatur, wurde er im »Bludau-Prozeß« 1936 zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt und Ende 1937 im KZ Buchenwald inhaftiert. Wilhelm Bludau kam dort am 23. Juli 1941 ums Leben.

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Blume, Renate

* 3.5.1944

Geb. in Bad Wildungen (Hessen); 1956 Umzug der Familie nach Dresden; Schülerin im Kinderballett der  Palucca Schule, dann Abitur an der EOS, anschl. bis 1965 Studium an der HS für Schauspielkunst in Berlin; noch während des Studiums 1964 erste Filmhauptrolle in »Der geteilte Himmel« (R:  Konrad Wolf); 1965 – 70 Mitgl. des Dresdner Stadttheaters; 1970 – 91 Mitgl. des Schauspielensembles des DFF; 1965 – 74 verh. mit dem Regisseur  Frank Beyer, 1981 – 86 verh. mit dem Sänger  Dean Reed; Hauptrollen in mehr als 40 Fernseh- u. 6 DEFA-Filmen, u. a. »Väter u. Söhne« (1971), »Die Bilder des Zeugen Schattmann« (1972), »Die sieben Affären der Dona Juanita« (1973), »Die zertanzten Schuhe« (Kinderfilm, 1976); Mitwirkung in den TV-Serien »Polizeiruf 110«, »Front ohne Gnade«, »Archiv des Todes«; 1981 Lenin-Preis für die Darstellung der Jenny Marx in der dt.-sowj. Ko-Prod. »Karl Marx – die jungen Jahre«. 1990 – 92 Schauspiellehrerin, seitdem versch. Bühnenengagements in Berlin, München, Düsseldorf, Köln, Hamburg u. Dresden; Filmrollen in den ARD-Serien »Praxis Bülowbogen«, »Polizeiruf 110«, »Großstadtrevier«, der SAT1-Serie »Wolffs Revier« u. der ZDF-Serie »Fünf Sterne«; 2005 Hauptrolle im SAT1-Film »Ich bin ein Berliner« über John F. Kennedys West-Berlin-Besuch 1963.Jan Wielgohs

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Bobek, Felix

* 21.8.1898 – ✝ 22.1.1938

Geboren am 21. August 1898 in Prag. Sohn eines Universitätsprofessors, lebte mit seiner Mutter im Haus der Großeltern in Nürnberg, anschließend in Graz. Nach dem Abitur im Sommer 1916 studierte er Chemie und Physik, wurde 1917 zum Heer eingezogen, Offiziersanwärter. Während des Studiums schloß er sich der Naturfreundebewegung an. Nach dem Krieg studierte er zunächst in München, ab 1920 in Berlin und promovierte 1924 an der philosophischen Fakultät. Anschließend war er im Versuchslabor der Firma Osram beschäftigt. Bobek arbeitete seit 1932 für den Nachrichtendienst der KPD und hatte enge Kontakte zu Wilhelm Bahnik, dem Leiter des Betriebs-Berichterstattungs-Apparats, seinen Mitarbeitern Hans Israel und Ewald Jahnen. Er fotografierte Berichte über geheime Rüstungsvorhaben und übergab diese den Mitarbeitern des BB-Apparates. Das propagandistisch verwertbare Material erhielt die KPD-Führung, die technisch relevanten Informationen gelangten zur IV. Abteilung des Generalstabs der Roten Armee. Wegen seiner »nichtarischen Abstammung« wurde Bobek im Sommer 1933 bei Osram entlassen. 1934 war er für mehrere Monate beim Luma-Konzern in Stockholm tätig. Bobek wurde im Mai 1935 in Berlin verhaftet, ihm gelang jedoch im Oktober 1935 die Flucht aus der Untersuchungshaft. Zwei Wochen konnte er sich in der Umgebung Berlins verstecken, dann erneut festgenommen, vom VGH am 10. März 1937 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Verrat militärischer Geheimnisse« zum Tode verurteilt. Felix Bobek wurde am 22.Januar 1938 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Bobek war seit 1926 mit Gertrud Bobek, geborene Denner (* 15. 11. 1898), verheiratet, die 1928 promoviert hatte. Sie gehörte wie ihr Mann ab 1932 dem AM-Apparat der KPD an. Ihr gelang 1935 mit den beiden Töchtern die Flucht in die Sowjetunion, dort später Mitarbeiterin am Geographischen Institut der AdW der UdSSR. 1938 erhielt Gertrud Bobek eine Parteistrafe wegen »mangelnder Wachsamkeit« und wurde 1941 nach Alma-Ata evakuiert. Im Sommer 1944 Rückkehr nach Moskau, im Mai 1945 Heimkehr nach Deutschland, ab Oktober 1946 Kreisrat für Volksbildung in Bautzen, von 1954 bis 1958 Vizeministerin für Volksbildung, dann bis 1963 Direktorin der Pädagogischen Schule für Kindergärtnerinnen in Leipzig. Gertrud Bobek starb am 25. Juni 2000 in Bautzen. Unter dem Titel »Erinnerungen an mein Leben« hatte sie 1998 einen Bericht veröffentlicht. Siegfried Grundmann veröffentlichte 2004 eine Biographie über Felix Bobek.

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Bochmann, Manfred

* 15.3.1928 – ✝ 18.11.2011

Geb. in Zschorlau (Krs. Aue-Schwarzenberg); Vater Arbeiter; Volks- u. Gewerbeschule; Ausb. zum Werkzeugmacher, im Beruf tätig; 1945 RAD u. Wehrmacht; Mai/Juni 1945 amerikan. Kriegsgefangensch. 1945 – 46 Werkzeugmacher in Aue; 1946 – 49 Studium an der Städt. Ing.-Schule in Aue u. dem Bergtechnikum Freiberg; 1946 Mitgl. der SPD/SED; 1949 – 53 Techniker bzw. Reviermechaniker bei der SDAG Wismut; 1953 Studium an der PHS; 1954/55 Mitarb. der Abt. Sicherheit der SED-Gebietsparteiltg. Wismut; 1955 – 62 pers. Mitarb. des 1. Sekr. der Gebietsparteiltg. Wismut; 1957 – 60 Fernstudium der Wirtschaftswiss. an der HfÖ in Berlin-Karlshorst, Dipl.-Wirtschaftl.; 1966 Prom. zum Dr. rer. oec. an der TU Dresden; 1962 – 67 Sekr. für Wirtsch. der SED-Gebietsparteiltg. Wismut; 1967 – 74 Staatssekr., 1974 – 89 Min. für Geol. u. Mitgl. des Min.-Rats; 1984 VVO; gest. in Berlin.Von Best- zu Typentechnologien – warum u. wie? Berlin 1968 (zus. mit G. Lingott); Wege zur Vervollkommung der Ltg. von Arbeitskollektiven. Dresden 1967.Helmut Müller-Enbergs

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Böck, Willibald

* 30.12.1946

Geb. in Bernterode (Krs. Heiligenstadt); Grundschule, 1961 – 65 EOS in Worbis, Forstfacharbeiter mit Abitur; 1965 – 69 Studium an der Pädagog. HS Erfurt, Dipl.-Lehrer für Dt. u. Kunstgeschichte; 1969 – 85 Lehrer in Dingelstädt (Krs. Warbis) u. Deuna (Krs. Warbis); seit 1965 Mitgl. der CDU; Febr. 1984 – 90 Bürgermeister in Bernterode; Febr. 1990 1. Stellv. des Landrats in Worbis; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer u. Sprecher der Landesgr. Thür. der CDU/DA-Fraktion; März 1990 Initiator einer spektakulären »probeweisen Massenflucht« mit rund 80.000 Einwohnern, die gedroht hatten, bei einer Verzögerung der Einheit in die Bundesrep. Dtl. auszuwandern (Ziel: Niedersachsen); Teiln. an den Verhandlungen zur dt. Einheit. Ab Aug. 1990 – 93 Landesvors. der CDU Thür. u. Mitgl. des BV; Okt. 1990 – 2004 Mitgl. des Thür. Landtages; 1990 – Sept. 1992 Innenmin. in der Thür. Landesreg. Rücktritt (im Zusammenhang mit der sog. Raststätten-Affäre); seit 1991 Mitgl. der Konrad-Adenauer-Stiftung; 1993 – 96 ehrenamtl. Geschäftsf. der Eisenbahnimmobilien-Management GmbH; Landesvors. der Kommunalpol. Vereinigung (KpV) der CDU Thür. u. Mitgl. des Bundesvorst. der KpV der CDU/CSU; unterhält die Galerie »Feine Thüringer art« in Erfurt; arbeitet als Unternehmensberater; Präs. des Frendeskrs. des Kinderhospizes Mitteldt.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Boelke, Richard

* 7.3.1868 – ✝ 27.11.1943

Geboren am 7. März 1868 in Halle/Saale; Tischler. 1919 Mitglied der USPD. Boelke wurde am 6. Juni 1920 als USPD-Abgeordneter in die Bremer Bürgerschaft gewählt. Ende 1920 ging er mit der Minderheit der Bremer USPD in die VKPD. Am 1. Februar 1924 kam er als Nachrücker erneut für die KPD in die Bremer Bürgerschaft. Als im Mai 1924 die Fischer-Maslow-Führung mit Eugen Eppstein, und Max Kranz eine linke BL in Bremen installierte und namhafte langjährige Bremer Kommunisten wie Wilhelm Dantz, Wilhelm Deisen und Adolf Ehlers ausschloß, verließ Boelke die KPD im Juni des gleiches Jahres aus Protest gegen die neue Linie. Er gehörte bis zum Ende der Legislaturperiode am 6. Dezember 1924 der Bürgerschaft als fraktionsloser Abgeordneter an, danach trat er politisch nicht mehr hervor. Richard Boelke starb am 27. November 1943 in Bremen.

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Bogdanow, Semjon Iljitsch

* 17.8.1894 – ✝ 12.3.1960

Geb. in St. Petersburg; Vater Arbeiter; 1915 – 18 Militärdienst; ab 1918 Berufssoldat, versch. Kommandoposten; 1938/39 grundlos inhaftiert; 1942 KPdSU; 1943 – 45 Kdr. der 2. Garde-Panzerarmee; 1944 u. 1945 Held der Sowjetunion; 1945 Marschall der Panzertruppen. 1945 – 47 Chef der SMAD-Landesverw. Brandenb.; 1947 Kdr. der Panzer- u. der mechanisierten Verbände der Gruppe der sowj. Besatzungstruppen in Dtl.; 1947/48 Erster Stellv. u. 1948 – 53 Kdr. der Panzer- u. der mechanisierten Verbände der Sowj. Armee; 1954 – 56 Kdr. der Kriegsakad. für Panzer- u. motorisierte Verbände; 1956 Ruhestand; Kand. des ZK der KPdSU; Deputierter des Obersten Sowjets der UdSSR; zweimal Lenin- u. Suworow-Orden; gest. in Moskau.Jan Foitzik

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Böhm, Alfred

* 23.8.1913 – ✝ 12.10.1982

Geb. in Leipzig; Vater Brunnenbauer; Volksschule; 1928 – 31 Tischlerlehre; 1931 KPD; 1931 – 35 arbeitslos; 1935 – 44 Zuchthaus, dann KZ Sachsenhausen; 1944/45 Strafbat. Dirlewanger, dann sowj. Kriegsgefangenschaft. 1947 SED; Einstellung bei der VP, K 5; 1950 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Leipzig; 1951 Versetzung zur Abt. VI des MfS Berlin, 1953 dort Kommissar. Ltr., dann Mitarb. der Kontroll-Inspektion; 1956 Stellv. Operativ des Ltr. der BV Neubrandenb. (Nachf. von  Gustav Szinda); 1959/60 PHS; 1965 Ltr. der BV Neubrandenb. u. Mitgl. der SED-BL; 1973 VVO; 1975 Gen.-Major; 1977 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

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Böhm, Rudolf

* 28.8.1917

Geb. in Schles.; Vater Werkmstr. bei der DR; Mitgl. in der kath.-bünd. Jugend; 1936 Abitur; anschl. Studium der Theol., Philos. u. Geschichte in Breslau u. München; dort Mitarb. in der Widerstandsbew. kath. Studenten; 1939 – 43 Wehrmacht, Ltn.; 1940 als Wehrmachtsangest. Staatsprüfung in Philos. u. Geschichte in Wien; 1943 – 45 sowj. Kriegsgefangenschaft bei Stalingrad; Mitgl. Antifa-Komitees; 1945 KPD. Sommer 1945 Rückkehr nach Dtl.; Sept. 1945 Ref. für Studienangelegenh. in der dt. ZV für Volksbildung Berlin, zuständig für die Immatrikulationskommission, Mitgl. des Zentr. Jugendaussch.; 7.3.1946 Mitunterz. der Gründungsurkunde der FDJ; Juni 1946 (1. Parlament der FDJ in Brandenb.) bis Mai 1947 (2. Parlament der FDJ in Meißen) Sekr. des FDJ-ZR für Studenten; 1947 – 49 Lizenzträger u. Chefred. des »FORUM« (Ztschr. für das geistige Leben an den dt. HS); 1949 persönl. Ref. des Min. für Volksbildung  Paul Wandel; anschl. Mitarb. im Büro  Anton Ackermann (ZK der SED), stellv. Ltr. der HV Film; 1956 DEFA-Studiodir. (zus. mit  Albert Wilkening); 1958 im Zusammenhang mit der Revisionismus-Debatte u. der pol. Deklassierung von Paul Wandel Parteiverfahren u. fristlose Entlassung; seit 1958 (unter Ps.) freiberufl. Autor, rund 60 TV- u. DEFA-Spielfilme; lebt als Rentner in Berlin.Forum. Ztschr. für das geistige Leben an den dt. HS. Berlin, Jg. 1947 – 49; Bresch, U.: FDJ-Studentensekr. (1946 – 1989). In: Jahresbericht 1992 des Inst. für zeitgeschichtl. Jugendforschung. Berlin 1992; Schenk, R. (Red.): Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946 – 1992. Berlin 1994.Ulrike Schuster

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Böhme, Hans-Joachim

* 29.12.1929 – ✝ 4.9.2012

Geb. in Bernburg (Saale); Vater Arbeiter; Mittelschule; 1945/46 SPD/SED; 1945 – 48 Verw.-Angest. in Bernburg; 1948/49 dort Vors. der FDJ-KL; 1949 – 51 Abt.-Ltr. in der SED-KL Bernburg, 1951/52 Abt.-Ltr. in der BPO des Mansfeldkombinats, 1952 – 55 Mitarb. u. stellv. Abt.-Ltr. der SED-LL Sachsen-Anh. bzw. der SED-BL Halle; 1955 – 58 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 – 63 Sekr. der SED-KL Weißenfels; 1963 – 68 Sektorenltr. u. Abt.-Ltr., 1968 – 74 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Halle (Nachf. von  Werner Felfe); 1967 Prom. zum Dr. phil. an der MLU Halle mit einer Diss. über Probleme der pol. Bewußtseinsbildung; 1969 VVO; 1974 – 81 2. Sekr., ab Mai 1981 1. Sekr. der SED-BL Halle (Nachf. von  Werner Felfe); 1980 VVO; 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED u. Abg. der Volkskammer, 1986 – 89 Mitgl. des PB des ZK der SED; Nov. 1989 aus dem PB ausgeschieden u. seiner Funktion als 1. Sekr. der SED-BL Halle enthoben, Anklageerhebung wegen »untreuer Handlungen auf Kosten des soz. u. Parteieigentums«, mangels Beweisen eingestellt; Jan. 1990 aus der SED-PDS ausgeschl.; Rentner. Mai 1993 mangels Beweisen durch das AG Halle von dem Vorwurf freigesprochen, durch den Bau einer priv. Jagdhütte einem ehem. staatl. Forstbetrieb finanziellen Schaden zugefügt zu haben; Mai 2000 Prozeß vor dem LG Berlin wegen »Totschlags an DDR-Flüchtlingen (zus. mit  Herbert Häber u.  Siegfried Lorenz); 6.7.2000 freigesprochen, 6.9.2002 Urteil vom BGH aufgehoben; 6.8.2004 vom Landgericht Berlin wegen Beihilfe zum Mord durch Unterlassen zu 15 Mon. Haft auf Bewährung verurteilt; gest. in Berlin.Zur polit. Bewußtseinsbildung im Sozialismus. Halle 1967; Erfahrungen der Bezirksparteiorg. Halle in der pol.-ideolog. Arbeit. Berlin 1989.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Blessing, Klaus

* 24.9.1936

Geb. in Liegnitz (Niederschles./Legnica, Polen); Vater kfm. Angest.; Volks- u. Oberschule, Studium an der KMU Leipzig, 1958 Dipl.-Wirtsch.; 1958 – 66 Betriebswirtsch. im VEB Maxhütte; 1966 Studium an der Ingenieurschule Henningsdorf; 1966/68 Ltr. einer Abt. im VEB Eisenerz-Roheisen; 1967 SED; 1968 – 70 Bereichsltr. im VEB Eisenhüttenkombinat, 1970 – 79 Ltr. der Abt. Planung u. Ökon. u. 1980 – 86 Staatssekr. im Min. für Erzbergbau, Metallurgie u. Kali; 1979/80 Studium an der PHS; 1986 – 89 Ltr. der Abt. Maschinenbau des ZK der SED (Nachf. von  Gerhard Tautenhahn); Dez. 1989 bis zum Rücktritt der Reg.  Modrow, Stellv. Min. für Schwerindustrie unter Min.  Singhuber.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Block, Heinz

* 11.2.1925

Geb. in Aschersleben; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Industriekaufm. u. Arbeit als kaufm. Angest.; 1943 – 45 RAD u. Wehrmacht. 1945 – 52 Einkaufs- u. Verkaufsltr., Treuhänder, 2. Geschäftsf. bzw. kaufm. Ltr. in einer Fa. in Aschersleben; 1952 SED, 1952 / 53 Innenrevisor u. Ltr. für Abwicklung beim Konsumverband Aschersleben; 1953 / 54 kaufm. Dir. des VEB Optima Aschersleben; Fernstud. an der Finanzschule Brandis u. an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; 1954 – 59 Sekr. bzw. 1. Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Aschersleben; 1959 – 67 Vors. des Rats des Krs. Wittenberg; 1968 – 70 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. u. Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Halle; Mitgl. u. zeitw. auch Mitgl. des Sekr. der SED-BL Halle; 1970 – 75 stellv. Minister bzw. Staatssekr. für Bezirksgeleitete u. Lebensmittelindustrie; ab Febr. 1976 Hauptdir. im Staatl. Getränkekontor; ab 1980 GD des VEB Kombinat Spirituosen, Wein u. Sekt Berlin; 1975 VVO; 1990 Rentner.Andreas Herbst

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Bluhm, Carola

* 16.11.1962

Geb. in Berlin; 1969 – 79 POS; 1982 Abitur mit Berufsausb. zur Facharb. für Obstprod.; 1982 SED; 1982 – 87 Studium der Soziol. an der HU Berlin, Dipl.-Soziol.; 1987 – 91 wiss. Ass. an der HfÖ Berlin; Mai – Dez. 1990 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Berlin, PDS-Fraktion. Seit Jan. 1991 Mitgl. des Berliner Abg.-Hauses; 1995 – 2001 Vors., dann stellv. Vors. der PDS-Fraktion; hat 2005 wieder ihren Geburtsnamen Bluhm angenommen 2004/05 Mitgl. der Enquete-Kommission des Abg.-Hauses »Eine Zukunft für Berlin«; seit 2006 Vors. der Fraktion PDS bzw. Die Linke im Berliner Abg.-Haus.Helmut Müller-Enbergs

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Bobach, Carl

* 13.4.1898 – ✝ 8.5.1965

Geb. in Waldenburg (Sachsen); Vater Töpfer, später Bauhilfsarb., Mutter Näherin, Wasch- u. Scheuerfrau; 1901 Umzug der Fam. nach Chemnitz; 1904 – 12 Volksschule; Handelslehrling in einer Tapetenfabrik; 1912 SAJ; ab 1914 Arbeit in der Automobilfabrik »Presto« u. in der Stahlgießerei Krautheim in Chemnitz; 1914 Zentralverb. der Handlungsgehilfen; 1916 wegen antimilitarist. Einstellung Ausschluß aus der SAJ, danach Spartakusbund; 1917 Soldat, jedoch wegen »schwächlicher Konstitution« kein Fronteinsatz; Mitgl. der Freien Soz. Jugend, dann USPD; bei Gründung Mitgl. der KPD u. KJV in Chemnitz; zunächst KJV-Jugendleiter, später bis 1925 Mitgl. der KJV-BL Chemnitz (Erzgeb. / Vogtland), verantw. für Agit., Prop. u. Org.; 1920 Arbeiter in einem Konfektionsbetrieb in Chemnitz, nach dem Kapp-Putsch entlassen; 1923 Fahrradpacker in den Diamant-Werken, beim Reichswehreinmarsch fristlos entlassen; bis März 1924 arbeitslos; in dieser Zeit des Verbots der KPD weiter illeg. polit. Arbeit; ab April im Parteiauftrag Red. der KPD-Ztg. »Der Kämpfer« in Chemnitz; 1929 wegen Veröffentl. »staatsfeindl. Artikel« zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, Haft im Amtsgericht Auerbach (Vogtl.); ab Jan. 1931 Mitarb. der KPD-Wochenztschr. »Illustriertes Volksecho« in Leipzig, Jan. – März 1933 des Kommunist. Pressediensts in Berlin (teilw. Illeg.); ab März 1933 Sekr. bzw. Kurier der illeg. KPD-BL Sachsen, später Agitprop-Ltr. für Westsachsen; Nov. 1933 in Leipzig verhaftet; Juli 1934 vom Oberlandesgericht Leipzig wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, Haft im Zuchthaus Waldheim, 1937 Überführung in das KZ Sachsenburg; Apr. 1939 Entlassung, anschl. Arbeit auf einem Schrotthof; ab 1942 als Geschäftsf. einer Holzfabrik; ab 1941 erneut illeg. polit. Arbeit; Jan. 1944 zum Strafbataillon 999 nach Baumholder einberufen, Aug. 1944 mit dem Bataillon. nach Frankreich; Sept. 1944 amerikan. Kriegsgef.; 1944 – 46 in versch. Kriegsgefangenenlagern in Frankreich. März 1946 Rückkehr nach Chemnitz; SED; Apr. 1946 Ltr. der Abt. Presse u. Information, dann Ltr. des Ressorts Presse in der Abt. Agitation der SED-LL in Dresden; März 1950 – Dez. 1952 stellv. Ltr., zuletzt Ltr. des Amts für Information im Land Sachsen; Jan. 1953 – 61 Chefred. der »Sächsischen Zeitung« in Dresden (Nachf. von  Otto Trillitzsch); 1958 – 60 Mitgl. der SED-BL Dresden; 1960 Rentner; gest. in Dresden.SED-BL Karl-Marx-Stadt (Hrsg.): Revolutionäre Kämpfer. Biogr. Skizzen. Karl-Marx-Stadt 1970.Bernd-Rainer Barth

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Bobeth, Wolfgang

* 15.2.1918 – ✝ 2.4.1996

Geb. u. aufgewachsen in Löbau; Vater Germanist; 1937 Abitur; Maschinenbaustudium, Fachrichtung Textiltechnik in Breslau, Aachen u. Dresden; 1941 – 45 Assistent u. wiss. Mitarb. am Lehrstuhl für Faserstoffkunde der TH Dresden, 1943 dort Prom. zum Dr.-Ing. 1945 – 50 Tätigkeit in der Industrie in Löbau u. Bautzen; 1950 – 55 wiss. Mitarb. u. Abt.-Ltr. am Inst. für Technol. der Fasern der DAW in Pirna u. Dresden sowie Lehrbeauftragter an der TH Dresden; 1955/56 wiss. Mitarb. im Min. für Leichtindustrie; 1956 Habil. an der TH Dresden mit einer Arbeit zur Gebrauchswertsteigerung von Glasfaser-Textilien; 1957 – 88 als Prof. für Textiltechnik in versch. akadem. Ämtern u. Funktionen an der Fak. für Technol. bzw. der Sektion Verarbeitungs- u. Verfahrenstechnik der TH/TU Dresden; 1959 – 81 gleichzeitig Dir. des Inst. für Technol. der Fasern der DAW/AdW (Nachf. von Walter Frenzel) in Dresden (seit 1971 hauptamtl.); enge fachl. u. wissenschaftspolit. Zusammenarb. mit  Erich Correns u.  Hermann Klare; 1962 – 84 Mitgl. des Forschungsrates; 1967 Mitgl. der DAW, 1969 Fellow of the Royal Textile Institute of Great Britain, 1989 Ehrenmitgl. des Verbandes der Poln. Textilfachleute; 1964 NP, 1974 u.1988 VVO.Anorgan. Textilfaserstoffe – Asbest, Glas, Schlacke, Gestein. Berlin 1955 (Hrsg. mit W. Böhme u. J. Techel); Zur Quantifizierung des Gebrauchswertes, dargestellt am Beispiel textiler Werkstoffe. Sitzungsberichte der AdW der DDR, 1 N, Berlin 1980; Textile Faserstoffe – Beschaffenheit und Eigenschaften. Berlin u. a. 1993 (Hrsg. mit W. Berger).Günter Dörfel

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Bochow, Frank

* 12.8.1937 – ✝ 10.4.2012

Geb. in Dresden; Vater kfm. Angest.; OS, Abitur; Freundschaftsratsvors. der Jungen Pioniere; 1951 FDJ, 1955 FDGB, 1956 SED; 1955 – 61 Studium am Inst. für Internat. Beziehungen in Moskau, Dipl.-Staatswiss.; 1962/63 hauptamtl. u. pol. Mitarb. im ZR der FDJ, 1963 – 65 Vertreter der FDJ im WBDJ, 1965 – 76 Sekr. für internat. Verbindungen im ZR der FDJ; 1973 VVO; 1976/77 Mitarb. im Min. für Ausw. Angelegenh.; 1977 – 81 Botschafter in Portugal (Nachf. von Erich Butzke); Apr. 1982 – Nov. 1989 Sekr. für Internat. Verbindungen des BV des FDGB; 1984 – 89 Vizepräs. des Friedensrats; 1986 – 89 Abg. der Volkskammer, stellv. Vors. des Aussch. für Ausw. Angelegenh.; 1986 – 89 Mitgl. des Gen.-Rats u. des Büros des WGB; 1990 zunächst Buchbindereiarb., dann ab Juni Mitarb. in einem Reisebüro; publ. in den Mitteilungen der Kommunist. Plattform der PDS.Helmut Müller-Enbergs

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Bodag, Wolfram (»Boddi«)

* 3.5.1950

Geb. in Bad Freienwalde; Vater Literaturwiss.; POS in Falkenberg, 1968 Abitur in Bad Freienwalde; studierte zeitw. Klavier an der Musikschule Berlin-Friedrichshain u. Kulturwiss. an der HU Berlin; zunächst Mitarb. in den Bands »Mobil« u. »Pardon«; 1975 Begr. u. seitdem Bandchef (Sänger, Pianist, Komponist u. Texter) der Gruppe »Engerling«, die in den folgenden Jahren mit inzwischen legendären Titeln wie »Tommy Simpson«, »Mama Wilson« u. »Narkose Blues« zur populärsten ostdt. Blues- u. Boogie-Band avancierte; 1983 Mitgl. der »Amiga-Blues-Band« (LP »Not Fade Away«); Sept. 1989 Gastspiel mit »Engerling« in Hamburg (erste Westreise der Band). Seit 1994 jährl. Europa-Tourneen mit dem Detroiter Bluesmusiker Mitch Ryder, als dessen europ. Konzert- u. Studioband »Engerling« seitdem fungiert; neben der Arbeit mit »Engerling« zahlr. Kompositionen für Hörspiel u. Film, u. a. »Auf dem Sprung« (Jugendfilmdrama von R. Evelyn Schmidt, 1984); Märchenhörspiele sowie Rundfunk- u. Theaterprod., insb. mit dem Regisseur Werner Buhss; lebt in Berlin. Mit »Engerling« produziert W. B. seit fast 30 Jahren eigenwillige Geschichten, moderne Boogie- u. Rockmusik u. intensive Interpretationen der Blues- u. Rockgeschichte. Musikproduktionen: 1977 Single »Weiße Ziege«/»Da hilft kein Jammern«; 1978 LP »Engerling Blues«; 1981 LP »Tagtraum«; 1989/97 CD »So oder So«; 1992 CD »Legoland«; 1994 CD u. Video »Live in Berlin – Franzklub« (Mitch Ryder u. Engerling); 1994 CD »Mitch Ryder & Engerling – Rite of Passage u. Engerling live«; 1997 CD »Komm vor«; 1998 CD »Engerling spielt Stones«, 2000 Live-Doppel-CD »25 Jahre Engerling«; 2002 CD »The Old Man Springs A Boner – Mitch Ryder & Engerling«; 2004 CD »A Dark Caucasian Blue – Mitch Ryder & Engerling«.Leitner, O.: Rockszene DDR. Berlin 1981; Balitzki, J.: Rock aus erster Hand. Berlin 1985; Rauhut, M.: Politik mit Musik. Rock in der DDR 1964 bis 1989. Bonn 2002; Kriese, K.: Blues over Beethoven. In: Rauhut, M., Kochan, Th. (Hrsg.): Bye, bye Lübben City. Berlin 2004.Konstanze Kriese

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Boenheim, Felix

* 17.1.1890 – ✝ 1.2.1960

Geb. in Berlin; Vater Kfm.; Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf; 1909 – 14 Med.-Studium in München, Berlin u. Freiburg i. Br.; 1914 Prom. in Berlin (b. Friedrich Kraus) über »Chinolinderivate u. Harnsäureausscheidung«; 1914 – 16 Militärdienst (Arzt); 1916 – 18 Assistenzarzt an der Med. Univ.-Poliklinik Rostock; 1918/19 in Nürnberg u. München Beteiligung an den pol. Auseinandersetzungen nach der Novemberrev., u. a. Wahl in den Nürnberger Arbeiter- u. Soldatenrat, der USPD nahestehend, 1923 Mitbegr. der Ges. der Freunde des Neuen Rußland, Mitgl. des Vereins Soz. Ärzte; 1919 – 21 Assistenzarzt am Katharinenhospital in Stuttgart; 1921 – 29 Niederlassung als Internist in eigener Praxis in Berlin, 1929 – 33 ltd. Arzt der II. Inneren Abt. des Berliner Hufeland-Krankenhauses; Febr. – Aug. 1933 »Schutzhaft« in Spandau, anschl. Exil in der Schweiz, in Frankreich u. Palästina, 1935 – 48 Arzt in New York), 1940 US-Staatsbürgerschaft. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1950 Abg. des Sächs. Landtags, 1949 – 55 Prof. für Innere Med. u. Ltr. der Poliklinik an der Univ. Leipzig, hier 1950 auch kommissar. Ltr. des Karl-Sudhoff-Inst. (KSI) für Geschichte der Med. u. der Naturwiss.; 1955 – 60 Dir. der Poliklinik n. Umberufung zum Prof. für Geschichte der Med. u. Dir. des KSI; 1959 em.; 1960 VVO; gest. in Leipzig.Biochemie des Menschen. Berlin 1926; Every Woman’s standard medical guide. New York 1948 (Mitautor); Virchow. Berlin 1997; Von Huang-ti bis Harvey: Zur Gesch. der Entdeckung des Blutkreislaufs. Jena 1957. Er verzichtet auf das »gute« Leben. Zur Rückkehr von F. B. In: Deutschlands Stimme. 29.7.1949; Ruprecht, T. M.: F. B. Arzt, Politiker, Historiker. Hildesheim, Zürich, New York 1992.Ralf Schenk / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bohla, Hans

* 26.1.1891 – ✝ 8.1.1928

Geboren am 26. Januar 1891 in Herreth/Oberfranken, Sohn eines Oberlehrers. Besuchte das Gymnasium in Erlangen, anschießend Studium in Leipzig. 1918 Mitglied der USPD, trat mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD über. Seit 1919 Redakteur am »Volksblatt«, dem USPD-Organ für Halle, nach der Vereinigung von USPD und KPD beim »Klassenkampf« in Halle, ab April 1921 Redakteur des »Kommunist« in Stuttgart (unter dem Pseudonym Ernst Kunert). 1922/23 arbeitete Bohla als KPD-Sekretär in der Pfalz, bis ihn die französischen Behörden auswiesen. Er stand auf dem linken Parteiflügel und wurde 1924 von der Ruth-Fischer-Führung als Polleiter in den rechten Bezirk Württemberg entsandt. Dort arbeitet er unter dem Namen Meyer und stieß auf großen Widerstand seitens der Parteiorganisation. Im September 1924 wurde er in Stuttgart verhaftet; nach seiner Wahl in den Reichstag, im Dezember 1924, jedoch wieder freigelassen. Bohla schloß sich 1925 den Ultralinken an, er übte verschiedene Funktionen aus, wurde aber nach dem »Offenen Brief« im August 1925 aus dem hauptamtlichen Apparat verdrängt. Im Reichstag gehörte er ab 1926 zur Gruppe der linken Kommunisten. Am 3. August 1927 trat er aus der KPD aus, um sich mit Georg Kenzler und anderen gemaßregelten Linken zu solidarisieren. Hans Bohla starb am 8.Januar 1928.

Wer war wer in DDR

Böhm, Georg

* 26.3.1923

Geb. in Willomitz (ČSR/Vilémov, Tschechien); Vater Arzt; Volks- u. Oberschule, 1940 – 42 landw. Lehre; 1.9.1942 NSDAP; Jungbauer in Bensen (Sudetenland); Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. 1950 – 90 DBD, bis 1951 Krs.-Instrukteur bzw. Jugendref. des LV Mecklenb. u. Mitgl. des LV, später des BV Schwerin; 1951 – 54 Ltr. der Parteischule der DBD in Bad Kleinen; 1951 – 55 Fernstudium an der DVA bzw. der DASR Potsdam, Dipl.-Wirtsch.; 1955 – 60 HA-Ltr. Schulung u. Aufklärung des PV der DBD u. Mitgl. seines Präs.; 1958 – 63 Abg. der Volkskammer; 1958 – 60 als IM des MfS erf.; 1960 – 62 Sekr. des BV Neubrandenb., 1962 – 67 stellv. Vors. bzw. Vors. der BV; danach Sekr. u. 1970 stellv. Vors. des BV Magdeburg; 1971 – 76 Vors. des BV Halle (Nachf. von Kurt Burkhardt); ab 1972 erneut Mitgl. des Präs. des PV der DBD, ab 1976 Sekr. des PV der DBD (Nachf. von Claus Howitz); 1982 Vizepräs. des Friedensrats der DDR; 1983 VVO; Jan. 1990 auf dem Sonderparteitag der DBD nicht wieder in den PV gewählt; Jan. 1990 zus. mit  Werner Fischer u.  Gottfried Forck vom Zentr. Runden Tisch mit der Kontrolle der Auflösung des MfS beauftragt, bis April 1990 Reg.-Bevollm., Juni – Okt. 1990 Stellv. Sekr. der Reg.-Kommission zur Auflösung des MfS. Seit Okt. 1990 Altersrentner; parteilos, seit Okt. 1992 Mitgl. (Beobachter) des Kuratoriums Ostdt. Verb.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Böhm, Siegfried

* 20.8.1928 – ✝ 5.5.1980

Geb. in Plauen; Vater Arbeiter; Ober- u. Handelsschule; 1945 – 48 Ausbildung zum Kfm.; 1947 FDJ, FDGB; 1948 SED; 1948 – 53 hauptamtl. FDJ-Funktionär, zunächst in Plauen Arbeitsgebietsltr. u. Sekr., dann persönl. Ref. des FDJ-Landesvors. Sachsen; 1953/54 Bandwärter, Presser, Brigadier im Braunkohlenwerk Espenhain; 1954 – 58 Studium an der KMU Leipzig, Hörer von  Fritz Behrens u.  Arne Benary, 1958/59 Assistent am Inst. für pol. Ökon. der KMU u. Mitgl. der Parteiltg. dieser Fak.; 1959 – 61 Mitarb. u. Arbeitsgr.-Ltr. Sektor Ökon., 1961 Stellv. Ltr., 1963 Ltr. der Abt. Planung u. Finanzen des ZK der SED (Nachf. von  Gerhard Schürer), Befürworter des »Neuen Ökonom. Systems der Planung u. Ltg. der Volkswirtschaft« (NÖS); 1964 u. 1970 VVO; 1966 – 80 Min. der Finanzen (Nachf. von  Willy Rumpf), Mitgl. des Präs. des Min.-Rats; 1967 – 80 Mitgl. des ZK u. Abg. der Volkskammer; 1974 VVO; Suizid aus persönl. Gründen.Zu den Aufgaben der BPO Berlin 1964; Die zunehmende Bedeutung der Finanzen für eine effektive Prod. u. die rationelle Verteilung u. Verwendung des Nationaleinkommens. Berlin 1979.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Böhme, Hans-Joachim

* 25.4.1931 – ✝ 11.5.1995

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; 1950 – 53 Studium der Pädagogik an der Univ. Leipzig; 1952 SED; 1953 – 55 Lehrer bzw. Assistent an der KMU Leipzig, 1955 – 59 1. stellv. Sekr., 1959 – 66 1. Sekr. der SED-KL der KMU Leipzig; 1966 – 68 Ltr. der Studienabt. an der DDR-Botschaft in Moskau; 1968 – 70 Staatssekr. u. 1. stellv. Min., 1970 – 89 Min. für HFS-Wesen (Nachf. von  Ernst-Joachim Gießmann); 1971 Kand., 1973 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1970 Prof. an der HU Berlin; 1981 Dr. h. c. der Univ. Leningrad; 1981 VVO; Nov. / Dez. 1989 Rücktritt mit der Reg.  Stoph u. dem ZK der SED; anschl. arbeitslos bzw. zeitw. 1990 Mitarb. des Inst. für HFS-Wesen.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs