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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Schumann, Nils

* 20.5.1978

Geb. in Bad Frankenhausen; begann 1984 als Fußballer, danach Leichtathlet bei der SV Kyffhäuser Bad Frankenhausen, 1995 – 1996 beim ESC Erfurt, 1997 Erfurter LAC, 1998 – 2000 SV Creaton Großengottern, 2001 LG Nike Berlin; 2002 – 03 LC Creaton Erfurt; 2004 SC Magdeburg, 2005 LG Eintracht Frankfurt (Trainer: Vater Peter Sch., Dieter Hermann, Thomas Springstein,  Volker Beck); 1985 Bezirksmstr. Cross; 1995 Silber über 1.500 m bei der Dt. Jugendmeisterschaft; 1997 Junioren-EM, 1998 EM, Hallen-EM, Weltcupsieger (jeweils über 800 m); 1999 EM (U 23) über 800 m u. 4 x 400 m; 2000 Olympiasieger über 800 m, Silber bei der Hallen-EM; 2002 EM-Bronze; 2003/04 verletzt; Bestleistung: 1:44,16 (2002); 1996 Abitur in Bad Frankenhausen, Lehre als Bankkfm. in Erfurt, 1997 abgebrochen; seitdem Laufprofi; 2000 Silbernes Lorbeerblatt u. »Goldene Henne«; lebt in Hohenwarthe (Sachsen-Anh.).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Schur, Gustav-Adolf (genannt Täve)

* 23.2.1931

Geb. in Heyrothsberge (b. Magdeburg), Vater Heizer; Volksschule; 1945 – 48 Lehre als Maschinenmechaniker; anschl. als Maschinenschlosser tätig; 1949 – 64 aktiv im Radsport (Straße), zuerst bei SG Grün-Rot bzw. BSG Aufbau Börde Magdeburg, ab 1953 beim SC DHfK Leipzig; 12malige Teiln. an der Internat. Friedensfahrt ab 1952; zweimal Einzelsieger (1955, 1959), fünfmal Mannschaftssieger u. 9 Etappensiege; zweimal WM (1958, 1959) u. 1960 Vize-WM; Olymp. Bronzemedaille 1956 u. Silbermedaille 1960 im Mannschaftsrennen; 1958 SED; 1958 – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer; 1963 Abschl. des Studiums an der DHfK, Dipl.-Sportlehrer; 1964 – 73 Trainer; 1974 – 90 stellv. Vors. des DTSB-Bez.-Vorst. Magdeburg; nach mehrmaligem Sieg bei jährl. Umfragen der Ztg. »Junge Welt« nach den populärsten DDR-Sportlern auch Erster in ihrer Umfrage zum 40. Jahrestag der DDR; 1989/90 für die SED- bzw. PDS-Fraktion in der Volkskammer; Mitgl. des Aussch. für Abrüstung u. Verteidigung sowie des Untersuchungsaussch. für Fälle von Amtsmißbrauch u. Korruption; 1990 Vorruhestand; war Vors. des Kuratoriums zur Rettung der Friedensfahrt »Course de la Paix« e. V. u. Ehrenmitgl. des Vorst. des Landessportbunds Sachsen-Anh.; dreimal VVO; Ehrenspange zum VVO. Betreibt in Magdeburg einen Fahrradladen; 1998 – 2002 Abg. des Dt. Bundestags, PDS-Fraktion.Klimanschewsky, A.: Täve – Das Lebensbild eines Sportlers unserer Zeit. Berlin 1955; Ullrich, K.: Unser Täve. Berlin 1959; Huhn, K.: Das vierte Buch über Täve. Berlin 1992; Köhler, T: Der Favorit fuhr Kowalit. T. S. u. die Friedensfahrt. Leipzig 1997.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schüssler, Otto (Fischer

* 1905 – ✝ 1982

(* 1905 – † 1982) Geboren 1905; wurde Angestellter einer Buchhandlung in Leipzig. Er war zunächst in der KAPD aktiv, gründete 1928 gemeinsam mit Erwin Ackerknecht und Roman Well die Gruppe »Bolschewistische Einheit«, gehörte dann im Leninbund zur trotzkistischen Minderheit. Seit 1930 zählt er zur Führungsgruppe der LO. Im April 1932 ging Schüssler als Sekretär Trotzkis für einige Monate nach Prinkipo. Er hat Ende 1932 Roman Well wegen dessen positiver Einschätzung des Berliner Verkehrsarbeiterstreiks, d. h. der Zusammenarbeit von Kommunisten mit Nazis im November 1932, scharf kritisiert. Unter seinem Pseudonym Oskar Fischer veröffentlichte Schüssler noch 1933 eine Dokumentation: »Leninismus gegen Stalinismus. Lehren der deutschen Katastrophe«. Darin enthüllte er anhand von Zitaten die verderbliche Sozialfaschismus-Politik der KPD. Ab April 1933 leitete Schüssler/Fischer die Redaktion des trotzkistischen Exil-Organs »Unser Wort« und war von September 1933 bis 1939 führend im Auslandskomitee der Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD). Schüssler/Fischer nahm 1938 als einer der beiden deutschen Delegierten an der Gründungskonferenz der IV. Internationale teil. Im Februar 1939 ging er nach Mexiko, wurde erneut Sekretär Trotzkis, kam im Mai 1940 kurzzeitig in Haft. Er blieb auch nach der Ermordung Trotzkis im August 1940 in Mexiko in der trotzkistischen Gruppe aktiv. Weil Schüssler als Theoretiker zu beweisen versuchte, daß die Sowjetunion unter Stalin ein »faschistisches Land« sei, wurde er ausgeschlossen. Er hielt weiterhin Verbindung zu radikalen Kreisen, korrespondierte mit Johre ( Joseph Weber) und publizierte in der Zeitschrift »Dinge der Zeit«. Während des Kalten Krieges trat er für einen Krieg der »Demokratien« gegen den »russischen Faschismus« ein. Otto Schüssler starb 1982 in Mexiko.

Wer war wer in DDR

Schütt, Hans-Dieter

* 16.8.1948

Geb. in Ohrdruf (Thür.); Vater Lehrer; EOS, Facharbeiterausbildung mit Abitur; 1963 FDJ; 1967 – 69 Gummifacharb. bei »Elgawa« in Leipzig sowie Arbeit in versch. Buchhandlungen; 1969 – 73 Studium an der Theter-HS Leipzig; Dramaturgie u. Regieass. in Magdeburg u. Gera; 1973 Mitarb. der FDJ-Ztg. »Junge Welt« als Filmkritiker; später stellv. Ltr. der Kulturabt.; stellv. Chefred.; 1976 SED; 1981 – 84 Abt.-Ltr. u. 1984 – 89 Sekr. des ZR der FDJ; 1984 – Nov. 1989 Chefred. der »Jungen Welt« (Nachf. von  Dieter Langguth); 1973 Mitgl. im VDJ, 1986 – 90 seines ZV; 1989/90 Red. des neugegr. Reisemagazins »Globus«; dann arbeitslos. Ab 1992 Feuilleton-Red. u. seit 2009 Ltr. des Feuilletons in der Ztg. »Neues Dtl.«; Autor zahlr. Interviewbücher; lebt in Berlin.u. a. ohnMacht. DDR-Funktionäre sagen aus (Hrsg. zus. mit B. Zimmermann). Berlin 1992; F. v. Almsick: Superstar. Porträt. Berlin 1993; Lothar Matthäus. Superstar. Berlin 1993; K. Böwe – Der lange kurze Atem. Berlin 1995; Gundermann: Rockpoet u. Baggerfahrer. Berlin 1996; Das halbstarke Lachen: Gespräche mit G. Oechelhaeuser. Berlin 1997; I. Keller – Alles aufs Spiel gesetzt. Berlin 1998; Rot u. Weiß: Gespräche mit M. Mebel. Berlin 1999; Zwischen Baum u. Basis. Gespräche mit Gabriele Zimmer. Berlin 2000; Nimm dir das Leben! Berlin 2003; Regine Hildebrandt: Ich seh doch, was hier los ist. Biogr. Berlin 2005; Nicht gegen mein Gewissen. Gespräche mit Felicia Langer. Berlin 2005; Gläubig u. Genosse. Gespräche mit Bodo Ramelow. Berlin 2006; Markus Wolf: Letzte Gespräche. Berlin 2007; Thomas Langhoff: Spielzeit Lebenszeit. Berlin 2008; Peymann von A-Z. Berlin 2008 (mit C. Peymann); Ursula Karrusseit: Wege übers Land u. durch die Zeiten. Berlin 2009; Glücklich beschädigt. Republikflucht nach dem Ende der DDR (Autobiogr.) Berlin 2009.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schütz, Walter

* 25.10.1897 – ✝ 29.3.1933

Geboren am 25. Oktober 1897 in Wehlau/Ostpreußen; arbeitete nach der Lehre als Maschinenschlosser in Königsberger Betrieben. 1921 trat er der KPD bei, war ab 1927 hauptamtlicher Funktionär der KPD, 1928 einige Monate Orgleiter der BL Ostpreußen. Im Juni 1929 Delegierter Ostpreußens zum XII. Parteitag in Berlin, seit 1925 in der Königsberger Stadtverordnetenversammlung, im September 1930 wurde Schütz für die KPD im Wahlkreis Ostpreußen als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Nach dem Reichstagsbrand untergetaucht, wurde er bereits am 29. März 1933 von SA-Leuten in einer illegalen Wohnung in Königsberg aufgespürt, in eine Kaserne verschleppt und so bestialisch mißhandelt, daß Walter Schütz seinen Verletzungen im Krankenhaus erlag. Das Krankenhauspersonal wurde angewiesen, seinen Totenschein auf »Herzschlag« auszustellen. Seine Frau Elise Schütz, geborene Sahnwald (* 6. 4. 1899), emigrierte mit ihrem Sohn Gustav (* 2. 9. 1920) in die Sowjetunion. Hier wurde sie in einer vertraulichen Information von Paul Jäkel für das ZK der KPD und die deutsche Vertretung beim EKKI vom 29. April 1938 noch neben Erich Wundersee und Berta Köppe erwähnt, weil alle drei seit Ende 1937 keine Parteibeiträge gezahlt hätten. Gustav Schütz, der zunächst im Kinderheim Iwanowo bei Moskau aufwuchs, kam 1936 als Kadett an die Moskauer Militärschule. Als Artillerieleutnant der Roten Armee ist er Ende 1941 gefallen.

Wer war wer in DDR

Schwab, Sepp (Max Joseph Schwab)

* 16.1.1897 – ✝ 30.7.1977

Geb. in München; Vater Hilfsarb., Mut- ter Dienstmädchen; 1903 – 11 Volksschule; 1911 – 15 Ausbildung zum Kfm. u. Gehilfe in einer Lederhandlung; 1913 SAJ; 1915 – 19 Militärdienst, bis Nov. 1915 an der Westfront, dann Garnisonsdienst; 1917 USPD, anschl. Bremer Linke; 1918 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrats in München; 1919 KPD; beteiligt an der Errichtung der Münchener Räterep.; Ltr. des militär. Eisenbahnwesens der Roten Armee u. des Frontabschnitts Südost; Nov. 1919 verhaftet u. wegen »Hochverrats« zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, bis Nov. 1923 Vollzug in der Festung Niederschönenfeld; 1923 Ltr. der Erwerbslosenbew. in München; Dez. 1923 – Mai 1924 u. Juni – Okt. 1924 »Schutzhaft«; 1924 Org.-Ltr. der illeg. KPD in Bayern u. Red.; 1925 Chefred. der »Neuen Ztg.« in München; März. 1925 wegen Pressevergehens verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« in Leipzig zu 21 Mon. Gefängnis verurteilt, Vollzug in Landsberg am Lech; 1927 Red. im Pressedienst des ZK der KPD; Mitgl. der KPD-LL Bayern u. Chefred. der »Neuen Ztg.«; 1929 Einleitung eines weiteren Hochverratsverfahrens, verschiedene kurzfr. Verhaftungen; Okt. 1930 Emigr. in die UdSSR; Nov. 1930 Ref. für dt. Fragen im mitteleurop. Ländersekr. des EKKI; zugl. Lektor im dt. Sektor der Lenin-Schule; 1933 – 36 Mitarb. des EKKI; 1936 – April 1937 Ltr. der Abschnittsltg. Nord der KPD in Dänemark (»Louis Schwarz«); danach Rückkehr in die UdSSR; Juli 1937 – Okt. 1945 Ltr. der dt.-spr. Red. des Moskauer Rundfunks; Ausbürgerung 31.8.1938 (Liste 62); Anf. 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; Feb. – Aug. 1944 Mitarbeit in der Arbeitskommission des ZK der KPD, Mitgl. der Unterkommission für Agrarfragen u. für Wirtschaftsfragen. Nov. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Mitarb. des KPD-Pressedienstes; Mitbegr. der Ztschr. »Neuer Weg«; März 1946 Chefred. der »Volksztg.«; SED; April – Aug. 1946 Chefred. des »Neuen Dtl.«; Aug. 1946 – April 1949 Chef vom Dienst; 8.3.1949 »Verwarnung« vom PB für die Veröff. eines als trotzkist. bewerteten Artikels über den Frieden von Brest-Litowsk; ab Juni 1949 dt. Vertreter im Vorst. bzw. Vors. der DEFA u. bis Aug. 1952 Hauptdir. der DEFA (Nachf. von  Hans Klering); Aug. 1952 – 54 Ltr. des Staatl. Komitees für Filmwesen; Jan. 1954 – Mai 1956 Botschafter in Ungarn (Nachf. von  Stefan Heymann); 1956 – Juni 1964 stellv. Min. für Ausw. Angelegenh., verantw. für die Außereurop. Abt. u. die Abt. Internat. Org.; 1957 KMO; Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; ab 1960 Vorstandsmitgl. des Komitees für die Solidarität mit den Völkern Afrikas; ab Jan. 1961 Präs.-Mitgl. der Dt.-Afrikan. Ges.; Nov. 1963 Rentner; weiterhin Mitgl. des Kolleg. des MfAA; 1972 Ehrenspange zum VVO; 1976 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in BerlinDie KPD u. ihre Presse lebt u. kämpft. Hamburg 1933.Michael F. Scholz / Peter Erler

Wer war wer in DDR

Schwabe, Kurt

* 29.5.1905 – ✝ 4.12.1983

Geb. in Reichenbach (Vogtl.); 1924 – 27 Studium der Chemie an der TH Dresden; dort 1928 Prom.; 1933 Habil.; 1934 Privatdoz. an der TH Dresden u. Industriechemiker in Kriebstein; 1939 Prof. für chem. Technol. an der TH Dresden; 1944 – 57 Ltr. des Forschungsinst. für Chem. Technol. in Meinsberg (Sachsen). 1949 Prof. u. Dir. des Inst. für Elektrochemie u. Physikal. Chemie der TH Dresden u. zeitw. kommissar. Dir. des Inst. für Kolloidchemie; 1961 – 65 Rektor der TU Dresden (Nachf. von  Werner Gruner); zugl. ab 1958 stellv. Dir. u. 1964 – 69 Dir. am ZI für Kernforschung der DAW in Rossendorf; hier auch Ltr. des Bereichs Radiochemie; 1970 em.; 1953 Ord. Mitgl. der DAW; 1954 u. 1961 NP; 1965 – 80 Präs. der Sächs. AdW in Leipzig; 1971 – 80 Vizepräs. der AdW der DDR; Mitgl. des Forschungsrats; Mitgl. der Leopoldina; mehrf. Ehrendoktor; Mitgl. ausländ. Wiss.-Akad. u. Ges.; 1980 – 83 Vizepräs. der Internat. Elektrochem. Ges.; gest. in Berlin. Hauptarbeitsgebiete: elektrochem. Meßtechnik (insbes. pH-Messungen) u. deren Anwendung in Industrie u. Umweltschutz, thermodynam. Eigenschaften u. Leitfähigkeit konzentrierter Elektrolytlösungen, Korrosionsschutz, angewandte Radiochemie; Mithrsg. u. a. der »Ztschr. für Physikal. Chemie«.Physikal. Chemie. 3 Bde. Berlin 1973/ 74.Horst Kant

Wer war wer in DDR

Schwäblein, Jörg

* 15.5.1952

Geb. Benshausen (Krs. Suhl); 1970 Abitur in Zella-Mehlis u. Werkzeugmacher; 1970 – 74 Studium der Elektrotechnik an der TH Ilmenau, Dipl.-Ing.; 1970 CDU; 1974 – 90 Entwicklungsing. u. Gruppenltr. im VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt; 1986 Nachfolgekand. des Bezirkstags Erfurt; 6.12.1989 – 31.5.1990 CDU-Abg. im Bezirkstag Erfurt, Vors. des Untersuchungsaussch. gegen Amtsmißbrauch u. Korruption; stellv. CDU-Kreisvors. Erfurt; seit 1990 wiss. Mitarb. u. Berater des CDU-Landesvorst. Thür. Okt.1990 – Jan. 2009 Mitgl. des Thür. Landtags, 1990 – 95 Vors. der CDU-Frakt.; Mitgl. der Thür. CDU-Mittelstandsvereinigung u. des CDU-Landesvorst. Thür.; seit Juni 1999 Mitgl. des Stadtrats Erfurt; seit 1.1.2009 Geschäftsf. der Lotterie-Treuhandgesell.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwalbach, Hans (Johann)

* 2.11.1905 – ✝ 23.12.1994

(* 1905 – † 1994) Geboren am 2. November 1905 in Berlin, Sohn des Maschinenschlossers Georg Schwalbach, eines bekannten Weddinger Sozialisten und späteren Kommunisten. Hans Schwalbach war Mitglied des Jung-Spartakusbundes und der KPD und arbeitete als kaufmännischer Angestellter. Als er arbeitslos wurde, eröffnete er einen Zeitungshandel. 1926 gehörte er zu den führenden Mitunterzeichnern des »Briefes der 700«. Aus der KPD ausgeschlossen, wurde er Mitglied des Leninbundes und leitete bis 1933 mit Kurt Landau die trotzkistische Linke Opposition der KPD (Bolschewiki-Leninisten), die nach ihrer Zeitung häufig Gruppe Funke bzw. Landau-Gruppe genannt wurde. Von der Gestapo 1933 gesucht, flüchtete Schwalbach nach Frankreich und wurde durch die NS-Behörden im April 1934 ausgebürgert. Er überlebte den Krieg, kehrte aber nicht nach Deutschland zurück, wohnte zuletzt in Lyon. Hans Schwalbach starb dort am 23. Dezember 1994. Seine Frau Ruth, geborene Schedlich (* 25. 2. 1904 in Berlin), Buchhalterin, war in der Linken Opposition engagiert. Im August 1933 festgenommen, dann am 5. Januar 1935 vom Kammergericht Berlin zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Seit September 1936 in Frankreich, wurde sie am 26. November 1940 in Paris verhaftet und nach NS-Deutschland überführt, Ende Februar 1941 aus dem Berliner Polizeigefängnis am Alexanderplatz freigelassen. Nach 1945 Mitglied der KPD und einige Zeit der SED, sie arbeitete zunächst beim Bezirksamt Wedding, später beim Deutschen Außenhandel Textil in Ost-Berlin, wo sie Anfang 1951 wegen ihrer »negativen Auffassungen über unsere fortschrittliche Entwicklung« entlassen wurde.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwantes, Martin

* 20.8.1904 – ✝ 5.2.1945

Geboren am 20. August 1904 in Drengfurt/Krs. Rastenburg, Sohn eines Uhrmachers; besuchte das Lehrerseminar in Quedlinburg, das er 1924 beendete. Er ging auf Wanderschaft, war Kohlentrimmer auf einem Schiff, kam in die USA, schlug sich dort als Gelegenheitsarbeiter durch und besuchte eine Kunstgewerbeschule. Im Juli 1926 kehrte er nach Deutschland zurück, war bis 1933 Lehrer in Magdeburg-Sudenburg, 1928 schloß er sich der KPD an, wurde 1930 Mitglied der BL Magdeburg-Anhalt und 1932 Sekretär für Agitation und Propaganda. Mit dem Kürzel Que schrieb er für die Parteizeitung »Tribüne«. Nach dem Reichstagsbrand 1933 illegaler Instrukteur der BL Magdeburg-Anhalt, ab August 1933 in Thüringen. Schwantes wurde am 20. Januar 1934 verhaftet, schwer mißhandelt und am 20.August 1934 vom 5. Strafsenat des Kammergerichts Berlin zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Anschließend kam er im Februar 1937 ins KZ Sachsenhausen, aus dem er im Februar 1941 entlassen wurde. Danach Lagerverwalter in einer Schuhfabrik in Gommern, erneut im Widerstand, hatte Kontakte zu Franz Jacob und Bernhard Bästlein. Schwantes gehörte zu den Verfassern der politischen Plattform: »Wir Kommunisten und das Nationalkomitee Freies Deutschland«. Am 9. Juli 1944 verhaftet und am 1. November 1944 zum Tode verurteilt, wurde Martin Schwantes am 5. Februar 1945 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Ernst

* 18.1.1886 – ✝ 29.5.1958

(* 1886 – † 1958) Geboren am 18. Januar 1886 in Landsberg/ Warthe; besuchte das Gymnasium in Landsberg und Berlin und studierte nach dem Abitur in Grenoble, Bonn und Berlin. Vor dem Weltkrieg promovierte er zum Dr. phil. Er hatte keine Verbindung zur sozialistischen Bewegung, soll sogar Mitglied einer bürgerlichen Partei gewesen sein. Im Krieg war Schwarz nur kurze Zeit Soldat, dann Studienassessor. Nach der Revolution 1918 in Chemnitz Mitglied der SPD, die ihn während des Kapp-Putsches mit der Kontrolle der Polizei in Chemnitz beauftragte (später hieß es deswegen, er sei dort Polizeipräsident gewesen). Schwarz radikalisierte sich und trat Mitte 1920 zur USPD über, wurde im Sommer 1920 deren Bezirkssekretär in Kiel. Er stand auf dem linken Flügel der USPD und ging mit diesem im Dezember 1920 zur KPD. Für die KPD wurde Schwarz (unter dem Pseudonym Tiede) Bezirkssekretär in Hessen-Kassel. Nach der März-Aktion 1921 geflüchtet, kehrte er nach Berlin zurück, hier im Dezember 1921 verhaftet und nach Kassel gebracht. Nach mehrmonatiger Haft wurde Schwarz im Oktober 1922 Studienrat in Berlin. Auch in der KPD gehörte er zum linken Parteiflügel, war Mitglied der BL Berlin-Brandenburg und Delegierter des VIII. Leipziger Parteitags 1923. Als die Linken auf dem IX. Frankfurter Parteitag 1924 die Führung übernahmen, wurde Schwarz (Tiede) hauptamtlicher Polleiter von Thüringen. Der »Dicke«, wie er genannt wurde, konnte jedoch den rechten Thüringer Bezirk nicht für die linke Führung gewinnen. Im Mai und im Dezember 1924 zum Reichstagsabgeordneten gewählt, schloß er sich 1925 der ultralinken Opposition um Werner Scholem und Arthur Rosenberg an. Er wurde deswegen von der Ruth-Fischer-Führung seiner Funktion in Thüringen enthoben. Im Mai 1925 kehrte er nach Berlin zurück. Nach dem »Offenen Brief« und dem Auseinanderbrechen der Ultralinken bildete Schwarz zusammen mit Karl Korsch die Gruppe »Entschiedene Linke«, wurde Mitherausgeber der »Kommunistischen Politik«. Er trat am radikalsten gegen die Komintern auf, im Reichstag wandte er sich gegen die »konterrevolutionäre« Sowjetunion. Am 30. April 1926 wurde Schwarz aus der KPD ausgeschlossen. Er trennte sich mit seinen Anhängern im Herbst 1926 von der Korsch-Gruppe, gab ein eigenes Organ heraus (»Entschiedene Linke«) und näherte sich der KAPD. Im Dezember 1927 trat er aus seiner eigenen Gruppe »Entschiedene Linke« aus, weil diese sich mit der KAPD verschmolz und er als Mitglied der antiparlamentarischen KAPD sein Reichstagsmandat hätte niederlegen müssen. Schwarz blieb bis 1928 Reichstagsabgeordneter und ging dann wieder in den Schuldienst. Politisch entfernte er sich von der Arbeiterbewegung, sympathisierte mit der Paneuropa-Bewegung und bemühte sich um eine deutsch-französische Freundschaft. Im Juli 1933 emigrierte Schwarz nach Frankreich, dann über Kuba und Mexiko in die USA, wo er zunächst in Chicago, später in Washington lebte und 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. 1956 kehrte er nach Deutschland zurück, lebte in Bad Godesberg, trat aber politisch nicht mehr hervor. Ernst Schwarz starb bei einem England-Besuch am 29.Mai 1958 in Twickenham.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Rudolf

* 3.3.1904 – ✝ 1.2.1934

Geboren am 3. März 1904 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte nach dem frühen Tod der Eltern Schlosser. 1921 Mitglied des KJD, von 1924 bis 1928 Redakteur des KJVD-Organs »Junge Garde« und hauptamtlicher Mitarbeiter des ZK des KJVD. Er leitete ab 1927 die Rote Jungfront in Berlin-Brandenburg, gehörte zur Bundesführung des RFB und war verantwortlicher Redakteur des RFB-Organ »Die rote Front«. Nach dem RFB-Verbot Mitarbeiter des AM-Apparates unter Hans Kippenberger und vor allem für die Tätigkeit unter Reichswehr- und Polizeiangehörigen zuständig. Im Juli 1930 zu acht Monaten Haft verurteilt, die er auf der Festung Gollnow verbüßte. Hier beteiligte er sich maßgeblich an den Gesprächen mit dem Reichswehrleutnant Richard Scheringer, der im März 1931 von der NSDAP zur KPD übertrat. Nach der Freilassung weiterhin enger Mitarbeiter Kippenbergers im AM-Apparat. Ab Mitte 1933 leitete Schwarz unter dem Parteinamen Horst das Abwehrressort und verfaßte noch den Abschlußbericht über die Untersuchungen zur Verhaftung Ernst Thälmanns. Schwarz und Leo Roth vom Abwehrressort trafen sich am 25. Dezember 1933 in Spindlersmühle in der âSR mit Siegfried Rädel, Herbert Wehner und Wilhelm Kox von der illegalen Landesleitung, um die rasche Reorganisation des Kippenberger-Apparates vorzubereiten. Bereits Anfang Januar 1934 geriet Rudolf Schwarz in die Hände der Gestapo und wurde (als Reaktion auf die Erschießung des Spitzels Alfred Kattner) am 1.Februar 1934 beim Transport nach Wannsee am Kilometerstein 23,7 gemeinsam mit John Schehr, Eugen Schönhaar und Erich Steinfurth »auf der Flucht« ermordet.

Wer war wer in DDR

Schumann, Ralf

* 10.6.1962

Geb. in Meißen; begann 1977 mit Schießsport; ab 1982 beim GST-Klub für Sportschießen Leipzig; 1981 Spartakiadesieger Olympisch Schnellfeuer; 1982 4. Platz Junioren-EM; DDR-Mstr. 1985 Olympisch Schnellfeuer, 1986 u. 1988 – 90 Luftpistole; 1986 WM-Bronze; 1987 u. 1989 EM; 1988 Olympia-Silber; 1989 Weltschütze des Jahres. 1990 Leipziger SG, 1991 SG Dudweiler, seit 1994 beim SSZ Förderverein Suhl (Trainer: Peter Eisenschmidt, Peter Kraneis); Olympiasieger 1992, 1996 u. 2004; WM 1990 u. 1998, WM-Zweiter 2000, WM-Dritter 1994; EM 1991, 1993, 1995, 1999 u. 2003; Weltcup-sieger 1989 – 95, 1997, 1999, 2000 u. 2002); Dt. Mstr. 1991, 1993 – 96, 1998 – 99, 2001 – 04, Vizemstr. 2000; 1994 WR (699,7 Ringe); 1992 Silbernes Lorbeerblatt; verh. mit Anke Völker (1986 WM Luftpistole); gelernter Kraftfahrzeugschlosser u. Feinmechaniker; lebt in Stockheim (Franken).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Schürer, Gerhard Paul

* 14.4.1921 – ✝ 22.12.2010

Geb. in Auerbach (b. Zwickau); Vater Anstreicher, Fabrikarbeiter; Mutter Friseuse; Volksschule in Auerbach (Sachsen); 1936 – 39 Ausbildung zum Maschinenschlosser an der Gewerbeschule Zwickau; 1936 – 39 Flieger-HJ, Segelflieger; 1939 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht, Luftwaffe, 1942 nach schwerem Flugunfall »frontuntauglich«, 1942 – 45 Fluglehrer u. a. in Pilsen u. Dresden-Klotzsche, Uffz. 1945/46 Erdarb.; Juni – Okt. 1945 Stahlbauschlosser im Elbtaleisenwerk in Dresden; 1946 Autoschlosser, Nieter, Kraftfahrer; 1946/47 Kraftfahrer, dann Sachbearb. in der Industrieverw. Fahrzeugbau in Dresden; Jan. – Nov. 1947 Industrieverw.-Schule Mittweida; 1948 SED; KPS »Ernst Thälmann« in Seefrieden; 1947 – 51 Sachbearb., dann stellv. Ltr. der HA Wirtschaftsplanung in der Landesreg. Sachsen; März – Dez. 1951 in Berlin Ltr. der Gruppe Regionalplanung, anschl. Abt.-Ltr. in der SPK (Plankoordinierung); 1952 LPS; 1953 – 55 Mitarb. des ZK der SED, Instrukteur, Sektorenltr. Planung, stellv. Ltr. der Abt. Planung u. Finanzen; 1955 – 58 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 – 60 stellv. Abt.-Ltr., 1960 – 62 Ltr. der Abt. Planung, Finanzen u. techn. Entw. des ZK der SED (Nachf. von Fritz Müller) u. Mitgl. der Wirtschaftskommission beim PB; 1961 Mitgl. der Kaderkommission der SPK; 1962/63 stellv. Vors., 1963 – 65 1. stellv. Vors., 1965 – 89 Vors. der SPK (Nachf. von  Erich Apel) u. Mitgl. des Präs. des Min.-Rats; 1963 Banner der Arbeit; ab 1963 Mitgl. des ZK der SED; 1966 – 89 Ko-Vors. der Parität. Regierungskommission für wirtschaftl. u. wiss.-techn. Zusammenarbeit DDR – UdSSR; ab 1966 Vors. der DDR-Sektion im Dt.-Jugosl. Wirtschaftskomitee; ab 1967 stellv. Vors. des Min.-Rats u. Abg. der Volkskammer; 1966 VVO; 1972 Orden Jugoslaw. Stern mit großem Band; ab 1973 Kand., Nov./Dez. 1989 Mitgl. des PB des ZK der SED; 1971 VVO; 1976 Mitgl. der Wirtschaftskommission beim PB des ZK der SED; 1981 KMO; ab 1981 Mitgl. der AG Zahlungsbilanz beim PB des ZK der SED; 1985 Dr. oec. h. c. der HU Berlin; 1986 Held der Arbeit; Nov./Dez. 1989 Rücktritt mit der Reg.  Willi Stoph u. dem ZK der SED; Nov. 1989 – Jan. 1990 Vors. der Plankommission u. Min. der Reg.  Hans Modrow; 20./21.1.1990 Ausschl. aus der SED / PDS; 22.1.1990 wegen »verbrecherischen Vertrauensmißbrauchs« inhaftiert, drei Mon. Haft, Mai 1990 Einstellung des Ermittlungsverfahrens durch den DDR-Gen.-Staatsanwalt; danach Rentner u. Unternehmensberater; gest. in Berlin.Gewagt u. verloren. Eine dt. Biogr. Frankfurt (Oder) 1996. Hertle, H.-H.: Vor dem Bankrott der DDR (Die Schürer-Mittag-Kontroverse). Berlin 1991; Hertle, H.-H.: Der Weg in den Bankrott der DDR-Wirtschaft. In: Dtl. Archiv (1992) 2; Pirker, T., u. a.: Der Plan als Befehl u. Fiktion. Wirtschaftsführung in der DDR. Gespräche u. Analysen. Opladen 1995.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

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Schuster, Karl

* 25.1.1896 – ✝ 20.7.1978

Geboren am 25. Januar 1896 in Neuwallwitz/ Krs. Döbeln, Sohn einer Arbeiterfamilie; Maurerlehre. Ab 1916 Soldat im Weltkrieg, 1918/19 in britischer Kriegsgefangenschaft. Am 1. Januar 1920 trat er in die KPD ein, war ab 1924 Leiter von Nachrichtenabteilungen mehrerer KPD-BL. 1929/30 nahm er an einer militärpolitischen Ausbildung in Moskau teil und wurde nach seiner Rückkehr 1930 Gauführer des illegalen RFB in Niedersachsen, wo er auch den Nachrichtenapparat leitete, dann im Bezirk Wasserkante (BB-Apparat) eingesetzt. Er kam Mitte 1932 in den AM-Apparat des ZK nach Berlin und arbeitete eng mit Rudolf Schwarz zusammen. Im Dezember 1933 verhaftet und 1935 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, ab Januar 1936 im KZ Sachsenhausen. Zwar im April 1939 freigelassen, aber im Oktober 1939 erneut bis 1942 inhaftiert, im August 1944 wieder festgenommen. Im August 1945 wurde Schuster Referent in der Zentralverwaltung für Verkehr, 1947 Chef der Personalabteilung in der Deutschen Zentralverwaltung für Umsiedler, anschließend in der DWK-Hauptverwaltung Bauindustrie. Später beim Rat des Stadtbezirks Berlin-Köpenick tätig, er erhielt 1971 den VVO in Silber. Karl Schuster starb am 20. Juli 1978 in Ost-Berlin.

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Schütt, Harry

* 4.11.1930

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Volksschule. 1945 – 49 Lehre u. Arbeit als Kfm.; 1949 Verkaufsstellenltr. in Grevesmühlen; 1949 SED; 1950 Einstellung bei der VP-See, Kadersachbearb.; 1951 Einstellung beim MfS, Abt. I (VP-Bereitschaften), Rostock; 1956 Versetzung zur HVA-HA I (pol. Spionage), MfS Berlin; dann HVA-Abt. IV (Wirtschaftsspionage); 1962 stellv. Ltr., 1966 Ltr.; 1967 – 70 Fernstudium an der HU Berlin, Dipl.-Kriminalist; 1975/76 Besuch der PHS der KPdSU in Moskau; 1977 Ltr. der HVA-Abt. IX (Gegenspionage); 1980 VVO; 1988 Gen.-Major; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

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Schütz, Helga

* 2.10.1937

Geb. in Falkenhain (b. Goldberg, Schles. / Sokołowiec, Polen) in einer Arbeiterfamilie, lebte ab 1944 in Dresden bei der Großmutter; hier Grundschule u. Lehre als Gärtnerin; 1955 – 58 ABF in Potsdam; anschl. Studium an der Dt. HS für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Dramaturgin; seit 1962 freischaff. u. a. als Szenaristin für die DEFA; schrieb Szenarien mehrerer herausragender Filme, u. a. »Lots Weib« (UA 1965), »Die Schlüssel« (1973), »Stein« (1991), R: jeweils  Egon Günther, sowie vielbeachtete Erzählungen, u. a. »Vorgeschichten oder Schöne Gegend Probstein« (1971), »Festbeleuchtung« (1974), »Julia oder Erziehung zum Chorgesang« (1980), »In Annas Namen« (1987); 1973 Heinrich-Mann-Preis; 1974 Fontane-Preis; vom MfS als feindl.-negative Person im OV »Jette« überwacht; zeitw. verh. mit dem Filmregisseur u. Schriftst. Egon Günther. Nach 1990 Stipendiatin an der Villa Massimo in Rom; Lehrauftrag in Cleveland (Ohio, USA); 1991 Stadtschreiberpreis der Stadt Mainz; 1992 Brandenb. Literaturpreis; 1993 Prof. für Drehbuchschreiben an der HFF Potsdam-Babelsberg; lebt in Potsdam-Babelsberg.In Annas Namen. Berlin 1986; Heimat süße Heimat. Zeit-Rechnungen in Kasachstan. Berlin 1992; Vom Glanz der Elbe. Berlin 1995; Grenze zum gestrigen Tag. Berlin 2000; Dahlien im Sand. Mein märkischer Garten. Berlin 2002; Knietief im Paradies. Berlin 2005.Leonore Krenzlin / Ingrid Kirschey-Feix

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Schwab, Sepp (Max Joseph Schwab)

* 16.1.1897 – ✝ 30.7.1977

Geboren am 16. Januar 1897 in München, Sohn eines Hilfsarbeiters und eines Dienstmädchens; trat 1912 in eine katholische Jugendorganisation, 1914 in die sozialistische Arbeiterjugend ein. 1915 Soldat bei der Artillerie, wurde verschüttet und nach längerer Zeit im Lazarett noch Garnisonsdienst. Schwab schloß sich den Bremer Linksradikalen an, trat 1917 in München in die USPD ein und gehörte während der Revolution zum Münchner Arbeiter- und Soldatenrat. Seit Gründung der KPD Mitglied dieser Partei, leitete in der Bayerischen Räterepublik im April 1919 das militärische Eisenbahnwesen. Nach der Niederschlagung geflüchtet, aber im November 1919 verhaftet, zu vier Jahren Festung verurteilt, saß er bis November 1923 in Niederschönenfeld, danach bis Oktober 1924 in »Schutzhaft«. Nach der Freilassung Leiter der weiter illegalen bayerischen KPD und Redakteur ihrer »Neuen Zeitung«. Im Februar 1925 abermals festgenommen und vom Staatsgerichtshof in Leipzig zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ab Anfang 1927 beim Pressedienst des ZK der KPD in Berlin, dann Mitte 1927 bis 1930 wieder Chefredakteur der »Neuen Zeitung« in München. Im Oktober 1930 Flucht in die Sowjetunion, dort Referent des EKKI im Mitteleuropäischen Ländersekretariat, gleichzeitig auch Lektor bei der deutschen Gruppe an der Internationalen Leninschule in Moskau. 1933 wurde Schwab zur Anleitung der KPD nach Deutschland geschickt, kehrte aber nach Moskau zurück, blieb bis 1936 im EKKI und wurde nach der »Brüsseler Konferenz« Mitglied der ZKK der KPD. Unter dem Decknamen Louis Schwarz ab 1936 Leiter der AL Nord in Kopenhagen. Im April 1937 wieder in der UdSSR, er übernahm die deutsche Redaktion des Moskauer Rundfunks. Ende November 1945 kam Schwab in die SBZ, zunächst im Pressedienst der KPD sowie Chefredakteur der Funktionärzeitschrift »Neuer Weg«, von April bis August 1946 Chefredakteur des »Neuen Deutschlands«, hier dann bis 1949 stellvertretender Chefredakteur und Chef vom Dienst. Wegen des Abdrucks eines als trotzkistisch verurteilten Artikels der Parteihochschülerin Erna Stracke »Der Frieden von Brest-Litowsk« erhielt Schwab vom Politbüro am 8.März 1949 eine »ernste Verwarnung«. Ab Juni 1949 Generaldirektor der DEFA, im August 1952 Vorsitzender des nach sowjetischem Vorbild geschaffenen »Komitees für Filmwesen«. 1953 Botschafter der DDR in Ungarn und von 1956 bis 1963 Stellvertretender Minister für Auswärtige Angelegenheiten, er bekam zweimal (1957 und 1967) den Karl-Marx-Orden. Sepp Schwab starb am 30. Juli 1977 in Ost-Berlin.Michael F. Scholz / Peter Erler

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Schwabe, Rainer

* 16.3.1938 – ✝ 4.9.2009

Geb. in Berlin; Vater Schneider; Grund- u. Oberschule; 1956 / 57 Transportarb. im VEB Berliner Glühlampenwerk; 1957 / 58 Sachbearb. im VEB Deutfracht Berlin; 1959 – 64 Befrachter u. Abt.-Ltr. im Betriebsteil Befrachtung des VEB Deutrans; Fernstud. an der FS für Außenhandel, 1961 Außenhandelswirtschaftler; 1963 SED; 1964 / 65 Angeh. der Bereitschaftspolizei; 1965 – 70 Abt.-Ltr., 1970 – 72 Dir. Verkehr im VEB Deutfracht Berlin; Außenhandelsstud. an der HfÖ Berlin, 1970 Dipl.-Ök.; 1973 Prokurist bei der Intrac Handelsgesell. mbH Berlin; 1973 / 74 Ltr. der Abt. Arbeit des VEB Deutrans; 1974 / 75 Stud. an der SED-BPS »Friedrich Engels« Berlin; 1975 – 79 Delegiertes Aufsichtsratsmitgl. der Deutrans-Firma IMOG in Rotterdam; 1979 1. Stellv. des GD, 1981 – 90 GD des VEB Kombinat Deutrans Berlin (Nachf. von  Hermann Schlimme jun.); 1981 – 89 Nachfolgekand. für die Volkskammer; 1986 Vizepräs. des Weltspediteurverb. »FIATA«; Jan. – März 1990 MdV (Nachf. für  Günter Mittag) u. Vors. des Volkskammeraussch. für Industrie, Bauwesen u. Verkehr. Ab Juli 1990 Geschäftsf. der LEP-Lassen GmbH Berlin, einer Tochterfirma eines brit.-dt. Transportunternehmens.Andreas Herbst

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Schwaen, Kurt

* 21.6.1909 – ✝ 9.10.2007

Geb. in Kattowitz (Oberschles. / Katowice, Polen); Vater Kolonialwarenhändler; Gymnasium in Kattowitz; 1929 – 33 Studium der Musikwiss., Germanistik, Kunstgeschichte u. Philos. in Breslau u. Berlin; 1932 KPD; 1933 – 35 illeg. Arbeit für die KPD; 1935 Verhaftung u. Zuchthaus bis 1938; nach 1938 Korrepetitor u. a. bei Mary Wigman u. Oda Schottmüller; 1943 – 45 Strafbat. 999. 1945 – 47 Begleiter u. a. von M. Vogelsang bei Tanzabenden; 1946 KPD/SED; 1947 – 49 Instrukteur der Berliner Musikschulen; 1948 – 53 Musikref. der Dt. Volksbühne Berlin; 1950/51 Doz. für Tonsatz u. Klavier an der HU Berlin; seit 1953 freischaff.; 1951 – 61 stellv. Vors., 1961 – 79 Vors., seit 1979 Ehrenvors. des Beirats der Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte; 1953 – 62 2. Sekr. des VdK; 1961 DAK; 1965 – 70 hier Sekretar der Sekt. Musik; 1959 u. 1977 NP; 1969 u. 1974 VVO; 1979 Ehrenspange zum VVO; 1983 Ehrenprom. der KMU Leipzig; 1984 KMO; 1986 – 90 Vizepräs. des Musikrats; komponierte sinfon. Musik, Kammeropern, u. a. »Leonce u. Lena«, Kinderopern, u. a. »Pinocchios Abenteuer«, Ballette, u. a. »Ballade vom Glück«, Filmmusiken, u. a. »Sie nannten ihn Amigo«, Kantaten, u. a. »Karl u. Rosa oder Lob der Partei«, u. viele Lieder; gest. in Berlin.Stufen u. Intervalle. Erinnerungen u. Miszellen. Berlin 1978; Kindermusiktheater in der Schule. Erfahrungen u. Anregungen. Leipzig 1979. Iske, I.: K. S. Für Sie porträtiert. Leipzig 1984.Torsten Musial

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Schwan, Wilhelm

* 6.2.1884 – ✝ 2.2.1960

Geboren am 6. Februar 1884 in Steele/Krs. Essen, Sohn eines Bergmanns; Bergarbeiter, 1905 während des Bergarbeiterstreiks wegen Bedrohung von Streikbrechern zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Von 1905 bis 1908 Militärdienst. 1912 Mitglied der SPD. Von 1914 bis 1917 war Schwan bei der Artillerie, dann wieder Bergarbeiter. Er schloß sich der USPD an, erhielt vom Militärkommando Münster Redeverbot, weil er als Vertrauensmann im Bergarbeiterverband gemeinsam mit Ulrich Rogg Spartakusbriefe verteilt hatte. Im November 1918 Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Hamm, 1919 »Schutzhaft« in Werl und Münster, schließlich vom Kriegsgericht Münster zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Während des Kapp-Putsches kämpfte er gegen die Truppen der Generäle Lichtschlag und Watter. In Abwesenheit zum Tode verurteilt, flüchtete er ins besetzte Gebiet. Mit der linken USPD kam Schwan (Delegierter des Vereinigungsparteitages) zur KPD. Deren Zentrale setzte den populären Redner als Sekretär im UB Duisburg ein, er wurde auf dem VIII. Parteitag 1923 in die Gewerkschaftskommission und als Kandidat in den ZA gewählt. Bis 1924 leitete er, der sich nach der Oktoberniederlage 1923 dem linken Flügel angeschlossen hatte, den UB Duisburg illegal weiter. Der Bezirksparteitag Ruhr im März 1924 berief ihn zum Sekretär für Gewerkschaftsfragen in die BL Ruhr. Im Juni wurde Schwan als Nachfolger Kurt Rosenbaums Polleiter des wichtigen Bezirks Ruhr. Im Mai und im Dezember 1924 im Wahlkreis Düsseldorf-West als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Am 1. Februar 1925 übernahm er Funktionen bei der Zentrale in Berlin, im Juli 1925 erneut Polleiter im Ruhrgebiet. Der X. Parteitag im Juli 1925 berief Schwan ins ZK der Partei. Im August Mitglied der Delegation, die in Moskau gegen die Fischer-Führung verhandelte, er unterschrieb den »Offenen Brief«, wurde sofort auf Vorschlag Ernst Thälmanns ins Polbüro aufgenommen und bildete zusammen mit Thälmann und Philipp Dengel das Präsidium des Polbüros. Schwan gehörte im September 1925 neben Thälmann, Dengel, Arthur Ewert, Wilhelm Florin und Ottomar Geschke auch dem Sekretariat an. Doch Ende 1925 verließ er das Polbüro, im März 1926 wurde er aus dem ZK entfernt. Er schloß sich der Ruth-Fischer-Opposition an und versuchte, im Ruhrgebiet die linke Opposition aufzubauen, unterzeichnete am 11. September 1926 den »Brief der 700«. Auf der Tagung des ZK am 5.November 1926 trat Schwan gegen die Parteilinie auf und wurde sofort gemeinsam mit Werner Scholem und Hugo Urbahns aus der KPD ausgeschlossen mit der Begründung der »Duldung von Korruption im Ruhrgebiet«. Im Reichstag gehörte er zur Gruppe der linken Kommunisten, war aber in keiner Organisation, auch nicht im Leninbund, sondern schied aus der aktiven Politik aus. Nach dem Erlöschen seines Reichstagsmandats 1928 im Anzeigengeschäft tätig, später Handelsvertreter. Ende Februar 1933 wurde sein Geschäft als getarntes KPD-Unternehmen geschlossen, Schwan verhaftet und ins KZ gebracht, nach einigen Monaten entlassen. 1935 emigrierte er ins Saargebiet, wo er als Handelsvertreter arbeitete, war dann in Berlin, hier 1938 nochmals für vier Monate inhaftiert. Während des Zweiten Weltkrieges in Rüstungsbetrieben dienstverpflichtet. Im Mai 1945 wieder Mitglied der KPD, ab Juni Leiter des Wohnungsamtes Berlin-Lichtenberg, später Personalleiter einer »Personen-Beförderungs-Gesellschaft«. Er wurde am 26. April 1949 aus der SED ausgeschlossen. Als er Widerspruch einlegte, beschäftigte sich die ZPKK am 3.August 1950 mit dem »Fall Schwan«. Sie bestätigte den Beschluß der LPKK auf Ausschluß wegen »parteischädigenden Verhaltens«. Schwans Name tauchte in einer Aufzählung der Ausgeschlossenen als »besonders charakteristischer Fall« auf, er wurde als »Trotzkist mit kriminellem Einschlag« genannt. Wilhelm Schwan starb am 2.Februar 1960 in Ost- Berlin. Seine Ehefrau, Anna Schwan, geborene Kobs (* 12. 7. 1889) flüchtete im März 1960 in die Bundesrepublik Deutschland.

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Schwantz, Gustav

* 30.9.1888 – ✝ 9.1.1964

Geb. in Repplin (Krs. Pyritz, Pomm. / Rzeplino, Polen); Vater Landarb.; Volksschule u. Präparandenanstalt, 1908 Berufung zum Volksschullehrer; 1934 wg. »Verstoßes gegen das Genossenschaftsgesetz« zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, anschl. Pächter in der Landwirtschaft. 1945 SPD u. Bürgermeister von Demmin, ab Febr. 1946 Landrat des Krs. Demmin; 1946 SED; 1950 / 51 Landrat des Krs. Pasewalk-Ueckermünde; 1951 – 53 Vors. des Rats des Krs. Schwerin; 1953 – 61 OB von Schwerin (Nachf. von  Johanna Blecha); Mitgl. der SED-BL Schwerin, 1962 – 64 Vors. des Bezirksaussch. der NF Schwerin.Biographische Skizzen – Erinnerungen. Schriftenreihe zur Geschichte der Arbeiterbew. in Mecklenburg u. im Bezirk Schwerin, Heft 16, Schwerin 1983.Andreas Herbst

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Schwarz, Georg

* 27.3.1896 – ✝ 12.1.1945

Geboren am 27. März 1896 in Zwenkau bei Leipzig, Sohn eines Gastwirts; lernte das Bäckerhandwerk, war dann Hilfsarbeiter in einer Malerwerkstatt in Berlin. Im August 1914 noch Kriegsfreiwilliger, wurde er zum entschiedenen Kriegsgegner, schloß sich 1918 zunächst der SPD und Ende November 1918 der USPD an. Er gehörte zum Berliner Arbeiter- und Soldatenrat, zog 1919 nach Leipzig und ging hier zur KPD. Nach längerer Erwerbslosigkeit Metallarbeiter in Leipzig und später Betriebsrat in einer Eisengießerei, ab 1926 Stadtverordneter in Leipzig und Mitglied der engeren BL Westsachsen, von 1928 bis 1933 Sekretär des UB Leipzig-Flöha. Schwarz wurde 1929 in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er bis 1930 angehörte. Bei den Auseinandersetzungen mit den Rechten in Sachsen stand er auf dem Boden der Thälmann-Führung, war vehement für den Ausschluß der Anhänger Heinrich Brandlers. Im März 1933 verhaftet, saß er bis Ende März 1934 im KZ, dann Steinsetzhilfsarbeiter in Leipziger Betrieben. Er schloß sich im Krieg der illegalen Schumann-Gruppe an, war als Soldat Wachmann eines belgischen Offiziersgefangenenlagers in Colditz. 1943 Rückkehr nach Leipzig und dort im Juli 1944 erneut festgenommen. Vom VGH in Dresden am 24. November 1944 zum Tode verurteilt, wurde Georg Schwarz am 12.Januar 1945 in Dresden hingerichtet. Seine Tochter Sonja (* 1924), später mit Alfred Kurella verheiratet, erinnert in ihrem 2004 veröffentlichten Buch »Im Zwielicht der Erinnerung – Kindheit und Jugend von Sonja Kurella-Schwarz« eindrucksvoll an ihren Vater Georg Schwarz.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Walter

* 30.7.1907 – ✝ 25.6.1982

Geboren am 30. Juli 1907 in Berlin; Schneider. 1925 Mitglied der SAJ, trat im Januar 1930 mit einer Gruppe von SAJ-Mitgliedern zur KJO über. Mitglied der Reichsleitung der KJO, nahm an deren letzter legaler Reichskonferenz in Oelsnitz Pfingsten 1932 teil. Ab 1930 erwerbslos, ging Schwarz im Herbst 1932 auf Wanderschaft u. a. nach Spanien. Er blieb in Barcelona, fand Arbeit in seinem Beruf und schloß sich der Partido Obrero de Unificación Marxista (POUM) an. Als aktiver Funktionär betreute er während des Bürgerkriegs die deutschen POUM-Sympathisanten und hielt die Verbindungen zwischen KPO und POUM. Er berichtete dem Auslandskomitee und dem Büro der Internationalen Vereinigung der Kommunistischen Opposition (IVKO) in Paris ausführlich über die politische Entwicklung und kämpfte als Soldat bei den POUM-Milizen an der Bürgerkriegsfront. Von der stalinistischen republikanischen Geheimpolizei inhaftiert, kam er Anfang 1939 frei und emigrierte nach Schweden. Nach 1945 nahm er die Kontakte zu den spanischen Genossen wieder auf und zog später für längere Zeit nach Spanien. Walter Schwarz starb am 25. Juni 1982 in Stockholm.

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Schumann, Theo

* 24.7.1928 – ✝ 21.7.1990

Geb. in Altenberg (Erzgeb.); Studium an der HS für Musik »Carl M. v. Weber« in Dresden Theorie u. Tonsatz, Klavier u. Klarinette; 1954 – 57 Engagement im Orchester Schwarz-Weiß u. im Orchester Kurt Hohenberger; 1958 erste eigene Jazzband; Zusammenarbeit mit  Klaus Lenz; 1962 erste Jazz-Single; ab 1962 Mitw. bei der »Dresdner Extra-Ausgabe«; 1963 erste eigene Beat-Gruppe; 1965 erste Aufn. beim Rundfunk der DDR mit der Theo-Schumann-Big-Beat-Combo: »Das Resultat waren sonderbare Konglomerate aus Modebewußtsein, Traditionalismus u. perfektionist. Anspruch« (Michael Rauhut); Erfolgstitel: »Edinburgh«, »Watussi-Twist«, »Sag nie mehr ?I love you? zu mir« (dt.-spr. Version von »I Should Have Known Better« der Beatles), »Es war das Lächeln von dir«, »Wer war gestern bei dir«; Auftritte mit Orchester Theo Schumann, Theo-Schumann-Combo u. -Quartett; 1969 LP »Theo-Schumann-Combo«; 1970 LP »Für junge Leute«; 1972 LP »Guten Abend, Carolina«; 1976 LP »Theo Schumann – Friwi Sternberg«; 1977 LP »Tanz in Theos Beat-Bar«; seit 1977 mit seinem Orchester Begleiter des Nachwuchs-Schlagerfestivals »Kleiner Rathausmann« in Dresden; 1978 Dipl. der 2. Bez.-Leistungsschau Dresden; 1979 Sonderpreis des OB der Stadt Dresden bei der VI. Leistungsschau der Unterhaltungskunst; Goldmedaille für Mitw. der Combo in der Revue »Eine unglaubliche Geschichte« des Kulturpalastes Dresden; 1979 Verdienstmedaille der DDR; 26.9.1989 letztes Konzert im Hygiene-Museum Dresden (m. Pascal von Wroblewski u. Konrad Körner). T. S. kreierte als Komponist, Arrangeur, Bandleader u. Multiinstrumentalist (Orgel, Keyboard, Piano, Tenor- u. Altsaxophon, Klarinette) die »Urform der DDR-Popmusik« (Michael Rauhut); ca. 200 Kompositionen u. ca. 1.000 Rundfunkaufn.; heute gibt es eine »Theo Schumann jr. Combo«.Rainer Bratfisch

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Schürmann, Heinz

* 18.1.1913 – ✝ 11.12.1999

Geb. in Bochum; humanist. Gymnasium in Dortmund, 1932 Abitur; 1932 – 37 Theol.-Studium an der Philosoph.-Theolog. Akad. in Paderborn u. an der Univ. Tübingen; 1938 Priesterweihe in Paderborn; Vicarius substitutus in der Pfarrvikarie Osterwieck (Harz); 1939 Vikar in Bernburg; 1939 – 45 im Nebenamt Standort- u. Lazarettpfarrer; 1943 im Nebenamt Pfarrvikar in Nienburg (Weser). 1946 – 50 Präfekt am Erzbischöfl. Theolog.-Konvikt (Leoninum) in Paderborn; 1950 Dr. theol. an der Univ. Münster; 1950/51 Studium am Päpstl. Bibelinst. in Rom; 1952 Habil. an der Univ. Münster als Privatdoz.; 1952/53 Vorlesungen an der Univ. Münster; 1953 ord. Prof. für Exegese des Neuen Testaments am Regional-Priesterseminar / Studium Erfurt; 1964 Peritus des II. Vatikan. Konzils; 1965 Konsultor der Päpstl. Bibelkommission / Examinator Prosynodalis; 1966 Monsignore; 1967 Mitgl. der Ev.-Luth. / Röm.-Kath. Studienkommission »Das Evangelium u. die Kirche« des Röm. Einheitssekr. u. des Luth. Weltbunds (»Malta-Gruppe«); 1955/56, 1959/ 60 u. 1967/68 Rektor des Philosoph.-Theolog. Studiums Erfurt; 1969 Mitgl. der Päpstl. Theologenkommission; Dr. h. c. mult.; 1978 em.; Mitarb. versch. Zeitschr.; Mitbegr. u. bis 1972 Mithrsg. der Erfurter Theolog. Studien sowie bis 1973 der Erfurter Theolog. Schriften; viele seiner Werke wurden z. T. mehrf. neu aufgelegt u. in versch. Sprachen übersetzt; gest. u. beigesetzt in Erfurt.Quellenkrit. Untersuchung des lukan. Abendmahlsberichtes Lk 22, 7 – 38. I Münster 1953, II 1955, III 1957; Worte des Herrn. Leipzig 1955; Das Gebet des Herrn. Leipzig 1957; Traditionsgeschichte Untersuchung zu den synopt. Evangelien. Düsseldorf 1968; Das Lukas-Evangelium. I Freiburg, Basel, Wien 1969, II/1 1993; Gottes Reich – Jesu Geschick. Freiburg 1983.Clemens Brodkorb

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Schuster, Hans

* 4.12.1928

Geb. in Freital; 1944/45 Marinehelfer, 1945 Kriegsgefangenschaft. 1946 – 48 Neulehrer; 1946 KPD/SED; 1948 – 51 Studium der Körpererziehung u. Geschichte an der Univ. Leipzig; 1956 Prom. zum Dr. paed.; 1956 – 60 stellv. Vors. des Staatl. Komitees für Körperkultur u. Sport (1957/58 amt. Vors.); 1960 – 65 u. 1967 – 69 Dir. der Forschungsstelle der DHfK in Leipzig; 1965 – 67 Rektor der DHfK (Nachf. von Heinz Schwieltmann); 1969 – 90 Dir. des Forschungsinst. für Körperkultur u. Sport (FKS) in Leipzig; 1965 Prof. für Theorie des Leistungssports an der DHfK (ab 1969 am FKS); 1957 – 89 Mitgl. des DTSB-Bundesvorst., 1965 – 67 u. 1974 – 89 Mitgl. des Präs.; 1960 – 69 Mitgl. des Forschungskomitees des Weltrats für Körperkultur u. Sport; 1974/75 Kandidat u. 1976 – 89 Mitgl. der SED-BL Leipzig; 1976 NP, 1980 VVO, 1988 Stern der Völkerfreundschaft; zahlr. sportwiss. Veröff.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Schütt, Siegbert

* 26.3.1935

Geb. in Oberhof (Krs. Rostock); Vater Tischler; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1949 FDJ; 1953 – 57 Journalistikstud. an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1955 SED; 1957 / 58 Dorfzeitungsred. MTS Sievershagen; 1958 – 62 Redakteur der Kreisred. Ribnitz-Damgarten der »Ostsee-Zeitung« bzw. stellv. Abt.-Ltr. für Wirtschaftspolitik, 1962 – 64 Mitgl. des Red.-Kolleg. u. Abt.-Ltr. Wirtschaftspolitik, 1964 – 73 stellv. Chefred. bzw. 1. Stellv. des Chefred., 1974 – Dez. 1989 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Ostsee-Zeitung« in Rostock (Nachf. von  Rudi Massow); Mitgl. der SED-BL Rostock; Mitgl. des VDJ-ZV u. 1970 – 72 Vors. des BV des VDJ Rostock; später Bildungs- u. Wissenschaftsjournalist in Rostock.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwab, Alexander

* 5.7.1887 – ✝ 12.11.1943

(* 1887 – † 1943) Geboren am 5. Juli 1887 in Stuttgart, Sohn eines Kapellmeisters; studierte u. a. Philosophie, Germanistik und Nationalökonomie in Rostock, Jena, Heidelberg und Freiburg. Nach der Promotion 1915 Lehrer an der Freien Schulgemeinde Wickersdorf. 1914 Kriegsfreiwilliger, wegen Erkrankung entlassen, danach Journalist und Kaufmann. Anschluß an die Arbeiterbewegung, 1917 Mitglied der USPD, 1918 des Spartakusbundes, enge Freundschaft zu Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Schwab wurde 1919 zunächst Mitglied der KPD, in der Führung der Kommunistischen Linken in Berlin aktiv, 1920 Mitbegründer der KAPD und mit Karl Schröder ihr ideologischer Kopf. Leiter der KAPD-Delegation zum III. Weltkongreß der Komintern 1921 in Moskau, wo er scharfe Kritik an der Westeuropa-Politik Lenins äußerte. 1922 Austritt aus der KAPD, Schwab baute sich in den folgenden Jahren eine unabhängige Existenz als Journalist und Wirtschaftsschriftsteller auf (Pseudonym Albert Sigrist), gründete dann die Sozialwissenschaftliche Vereinigung. Seit 1929 Pressechef der Reichsanstalt für Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung, dort im April 1933 entlassen. Er saß ein halbes Jahr in »Schutzhaft« und gab nach seiner Freilassung mit Franz Jung die »Wirtschaftskorrespondenz« heraus. Schwab setzte seinen Widerstand gegen das NS-Regime fort und übernahm die Reichsleitung der »Roten Kämpfer«, reiste nach Prag und verfaßte die RK-Rundschreiben. Er wurde im November 1936 verhaftet und am 30. Oktober 1937 vom 2. Senat des VGH im Prozeß »Schwab und Genossen« zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Zunächst im Zuchthaus Brandenburg, später ins KZ nach Sonnenburg und Börgermoor eingeliefert. Alexander Schwab starb (angeblich an Lungenentzündung) am 12. November 1943 im Zuchthaus Zwickau.

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Schwabe, Ernst-Otto

* 2.6.1929

Geb. in Berlin; Vater Uhrmacher; Volks- u. Oberschule; 1945 – 47 Lehre u. Arbeit als Maurer; 1947 / 48 Russischlehrer an einer Grundschule u. Deutschlehrer bei der SMAD in Berlin-Karlshorst; 1948 – 52 Studium der Slawistik u. Gesch. an der Päd. Fak. der HU Berlin; 1948 SED, 1953 Instrukteur der SED-KL Berlin-Lichtenberg; 1953 – 56 Übersetzer u. Redakteur beim Informationsbüro der Kommunist. u. Arbeiterparteien (Kominform) in Bukarest; 1956 – 59 Instrukteur in der Abt. Außenpolitik bzw. Internat. Verbindungen des ZK der SED, 1959 – 63 Sektorenltr. der Abt. Außenpolitik des ZK der SED, 1963 – 65 stellv. Ltr. der Arbeitsgr. Auslandsinformation des ZK; 1963 / 64 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1965 – 68 Ltr. der Presseabt. des MfAA; 1968 – 89 Chefred. der außenpolit. Ztschr. »horizont«; 1973 – 89 Vors. des VDJ-BV Berlin, Mitgl. des Präs. u. stellv. Vors. des VDJ.Kampf gegen Faschismus u. Krieg damals u. heute. Berlin 1975; Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, für wen u. wofür? Berlin 1976 (mit T. Riemann); Wir wollen weiter in Frieden leben – was tun? Dresden 1977.Andreas Herbst

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Schwabe, Uwe

* 4.5.1962

Geb. in Portitz (b. Leipzig); Mutter Kämmereifacharb.; POS, 1976 Abschluß der 10. Klasse; 1978 – 80 Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker im VEB Wasserwirtschaft Leipzig; 1981 – 84 NVA; 1988 Verweigerung des Reservedienstes; Arbeit in versch. Betrieben als Instandhaltungsmechaniker u. Stahlbauschlosser, 1988 – 90 als Hilfskrankenpfleger in einem Altenheim der Inneren Mission; 1987 Mitbegr. der Initiativgruppe Leben, der ersten opp. Gruppe in Leipzig außerhalb der Kirche; intensive Bearbeitung durch das MfS (OV »Leben« u. OPK »Willi«); Jan. 1989 U-Haft wegen des Aufrufs zu einem (später aufgelösten) Schweigemarsch für Meinungsfreiheit; 1989 Mitbegr. des Neuen Forums in Leipzig. 1991 – 93 Ltr. des Archivs Bürgerbewegung Leipzig, seit 1994 Mitarb. bei der Stiftung Haus der Geschichte / Zeitgeschichtl. Forum Leipzig; 1995 Bundesverdienstkreuz; 2006 Ehrenurkunde für Zivilcourage von der Aktion Gemeinsinn.»Symbol der Befreiung«. Die Friedensgebete in Leipzig. In: Horch u. Guck 7 (1998) 2; Freunde u. Feinde. Leipzig 1994 (Hrsg. mit Ch. Dietrich). Jesse, E. (Hrsg.): Friedl. Rev. u. dt. Einheit. Berlin 2006.Eckhard Jesse

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Schwager, Erich

* 9.1.1939

Geb. in Wien; Vater Schlosser, Mutter Schneiderin; mittlere Reife; 1954 – 56 Lehre als Betriebsschlosser; 1956 – 62 NVA, zul. Zugführer; 1962 Einstellung beim MfS, HA I (Abwehr in der NVA); 1966 – 69 Studium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1971 – 75 Studium an der Militärakad. »Frunse« in Moskau; 1975 stellv. Ltr. der Abt. Äußere Abwehr des MfS; 1979 dort Ltr. des Bereichs Grenzkdo. Nord; 1983 Offz. für Sonderaufg. in der HV A, Abt. III; 1987 Oberst; 1987 Offz. für Sonderaufg.; 1988 Ltr. der Abt. BCD; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

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Schwanitz, Rolf

* 2.4.1959

Geb. in Gera; 1965 – 75 POS in Gotha; 1975 – 78 Berufsausb. mit Abitur in Erfurt, Baufacharb.; 1979 – 83 Studium der BWL an der FSU Jena, Dipl.-Ing.-ök.; 1983 – 89 Lehrer an der FS für Ökon. in Plauen; 1984 – 90 Jurastudium an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1989/90 wiss. Assistent an der TH Zwickau-Plauen; 1989/90 Neues Forum, Nov. 1989 SDP; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer für die SPD u. parl. Staatssekr. im Min. der Justiz. Seit 1990 MdB; 1991 – 93 stellv. Vors. des SPD-Unterbez. Vogtland; seit 1993 stellv. Vors. des SPD-LV Sachsen; 1998 – 2005 Staatsmin. im Bundeskanzleramt, bis 2002 Beauftragter der Bundesreg. für Angelegenh. der neuen Bundesländer, danach zuständig für die Bund-Länder-Koordinierung; 1998 – 2005 Beauftr. der Bundesreg. für Angelegenh. der Neuen Länder; Nov. 2005 parl. Staatssekr. im Bundesgesundheitsmin.; lebt in Plauen.Zivilcourage. Die friedl. Rev. in Plauen. Plauen 1998.Helmut Müller-Enbergs

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Schwanz, Alfred

* 14.8.1923 – ✝ 1.6.1990

Geb. in Ifta (Krs. Eisenach); Vater Arbeiter; Grund-, Berufs- u. Ingenieurschule; Arbeit als Bauing.; Wehrmacht; 1945 kurzz. amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 Arbeiter; 1946 Studium an der PHS; Anfang der 50er Jahre hauptamtl. SED-Funktionär; zeitw. Sektorenltr. Bauwesen in der Abt. Industrie des ZK der SED; 1954 – 59 Ltr. der Abt. Bauwesen des ZK der SED (Nachf. von  Ernst Scholz); danach Kaderltr., Mitgl. des Kolleg. u. später Ltr. der Betriebsschule für Marx.-Lenin. im Min. für Bauwesen.Andreas Herbst

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Schwarz, Hans

* 9.11.1909 – ✝ 2.9.1944

Geboren am 9. November 1909 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Bäcker, später Notstandsarbeiter beim Berliner U-Bahnbau. Er schloß sich 1928 dem KJVD und der KPD an, wurde 1932 zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. 1933 wurde Schwarz Mitarbeiter im AM-Apparat der Landesleitung in Berlin. Im Oktober 1933 zeitweilig festgenommen, bekam er nach seiner Freilassung den Parteiauftrag, den Gestapo-V-Mann Alfred Kattner umzubringen, die Tat führte er am 1. Februar 1934 gemeinsam mit Kurt Granzow in Nowawes aus. Anschließend gelangte Schwarz mit Hilfe von Leo Roth nach Prag, dann in die Sowjetunion, dort 1934/35 Ausbildung an der M-Schule der Komintern. 1936 kam er als Angehöriger der Internationalen Brigaden nach Spanien. Noch während des Bürgerkrieges wieder in der Sowjetunion, erhielt durch die GRU der Roten Armee weitere Ausbildung zum Funker. Schwarz kam 1940 in die Slowakei, berichtete über Material- und Truppentransporte und bereitete Sprengstoffanschläge vor. Anfang 1942 von der slowakischen Sicherheitspolizei verhaftet und der Gestapo übergeben, machte er umfangreiche Aussagen auch über seine Beteiligung beim Fememord an Kattner. Die Geständnisse von Heinrich Fomferra und Schwarz sollen zur Verhaftung des illegalen Funkers Johann Wenzel in Belgien und zur Zerschlagung des gesamten Organisationsnetzes der »Roten Kapelle« beigetragen haben. Die Gestapo hatte Schwarz und Fomferra an die slowakische Sicherheitspolizei zurücküberstellt, und beide wurden im Januar 1944 vom Bezirksgericht Bratislava wegen Sabotage und Spionage zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Befreit aus dem Zuchthaus Ruzomberok, schloß sich Schwarz einer Partisaneneinheit an. Am 2. September 1944 während des slowakischen Nationalaufstandes im Gefecht bei Telgart soll Hans Schwarz gefallen sein.

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Schwarz, Hanns

* 25.6.1898 – ✝ 27.1.1977

Geb. in Berlin; Mutter Schneiderin; 1914 Adoption durch seine Tante Maria, die mit dem jüd. Journalisten u. Schriftst. Dr. Max S. verh. war; 1917 Abitur am Friedrichswerderschen Gymnasium in Berlin; 1918 – 23 Med.-Studium in Freiburg i. Br., München u. Berlin; 1924 Assistenz- u. 1928 – 32 Oberarzt an der Univ.-Nervenklinik der Charité bei Karl Bonhoeffer; 1924 Prom. über »Beeinflussung katatonischer Zustände«; 1933 – 38 Leitung des Sanatoriums »Berolinum« in Berlin-Lankwitz; wegen »Mischehe« mit einer jüdischen Frau u. fehlendem eigenen Ariernachweis Ausschluß aus der Ärztekammer u. zeitw. Praxisverbot; 1943 – 45 bei der privaten Heckscherschen Nervenheilanstalt für Kinder in München-Schwabing angestellt. Seit Mai 1945 zunächst ärztl. Praxis sowie als Mitarb. von  Ernst Niekisch an der VHS Berlin-Wilmersdorf u. anderweitig kulturpol. (Presse, Funk, KB) in Berlin tätig; Juli 1946 Ruf als a. o. Prof. u. Dir. der Univ.-Nervenklinik an die Univ. Greifswald; hier 1947 Ernennung zum Ordinarius für Psychiatrie u. Neurologie; besondere Verdienste um die Etablierung der Kinderpsychiatrie an der Univ.-Nervenklinik Greifswald; 1950 – 54 Dekan u. 1954 – 56 Prodekan der Greifswalder Med. Fak.; Mitgl. des Präsidialrats des Dt. KB u. des Präs. des Dt. Friedensrats; 1955 Verdienter Arzt des Volkes; 1956 – 58 Mitgl. des Weltfriedensrats; 1965 em.; letzte Lebensjahre in Greifswald; gest. in Ueckermünde. Arbeitsgebiete: Katatonie, Suchtprobleme, Sexualpathologie, forensische Begutachtung.Existenzkampf unter den Bedingungen fasch. Rassenwahns. In: Ärzte. Erinnerungen, Erlebnisse, Bekenntnisse. Albrecht, G. u. Hartwig, W. (Hrsg.). 2. Aufl., Berlin 1972; Jedes Leben ist ein Roman. Erinnerungen eines Arztes. Berlin 1975.Peter Schneck

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Schümann, Jochen

* 8.6.1954

Geb. in Berlin-Köpenick; EOS, KJS, Abitur; Mitgl. des Yachtclubs Berlin-Grünau; 1972 Spartakiadegewinner; 1974 u. 1975 Junioren-EM; bei den Europameisterschaften in der Finnkl. 1974 4. Platz, 1978 3. Platz, 1979 2. Platz u. 1983 Sieger; 1976 Olymp. Spiele: Sieger; Sportstudium an der DHfK, 1983 Dipl.-Sportlehrer; 1983 – 89 Mitarb. des Wiss. Zentrums des DDR-Segler-Verb.; 1984 wechselte er mit Thomas Flach u. Bernd Jäckel zur Soling-Kl. als Mannschaft; 1986 EM; bei den Weltmeisterschaften 1986: 3. Platz; bei den Europameisterschaften 1987: 2. Platz; 1988 Olympiasieger; VVO. 1991 Mitarb. der Segelmachereifirma Poul Elvström in Dänemark; Manager; 1993 – 96 sportl. Dir. des Daimler-Benz-Projekts »Aero Sail«; 1993, 1994 u. 1995 EM; 1995 u. 1998 WM; 1996 Olympiasieger; 1996 Weltsegler des Jahres; 1997 Sportdir. einer Firma; 1997 u. 1998 EM; Berater des DSV-Präs.; 1999 Aktivensprecher der Segler; 2000 Olympiazweiter in der Solingklasse, sechste Olympiateiln.; erfolgreichster dt. Segler aller Zeiten; bis 2000 gewann er 27 Medaillen, davon 16 in Gold; 2003 Sportdirektor beim Gewinn des America’s Cup (renommierteste Segelregatta der Welt) mit dem Schweizer Team »Alinghi«; lebt in Penzberg.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

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Schüßler, Gerhard

* 13.11.1928

Geb. in Rochsburg (Krs. Rochlitz); Vater Arbeiter, Volks- u. Handelsschule; 1944/45 Wehrmacht; 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 48 Arbeiter in der Papierindustrie; 1948 – 50 Mitarb., dann Abt.-Ltr. in der Krs.-Verw. Rochlitz; 1947 Mitgl. der SED; 1950 – 52 Studium an der DVA Forst-Zinna; anschl. dort wiss. Mitarb.; 1953 – 1955 dort stellv., ab 1955 Parteiorganisator bzw. Sekr. der SED-BPO; 1957 Prom. zum Dr. jur. an der ASR; 1958 – 63 Abg. des Bez.-Tags Potsdam; 1963 – 69 Ltr. der Abt. Recht, 1969 – 72 stellv. Ltr. im Büro des Min.-Rat; 1972 Prof.; 1972 – 84 Rektor der ASR Potsdam-Babelsberg (Nachf. von  Rainer Arlt); 1979 VVO; Vors. des Rats für Staats- u. rechtswiss. Forschung; 1972 – 89 Vizepräs. der VdJ.Die Rolle des soz. Rechtsbewußtseins. Potsdam 1957; Wörterbuch zum soz. Staat. Berlin 1974; Ich u. mein Staat. Berlin 1979.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Schuster, Horst

* 1.6.1930

Geb. in Dresden; 1944 – 46 Lehre u. Tätigkeit in graf. Großbetrieben; 1952 – 77 Hersteller, Herstellungs-, künstler. u. techn. Ltr. im VEB Verlag der Kunst Dresden; 1960 – 65 externes Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, Fachrichtung Buchgestaltung bei  Albert Kapr u. Walter Schiller; seit 1968 Mitgl. des VBK u. des Bundes Dt. Buchkünstler; Einzelausstellungen 1972 in Leipzig, 1974 in Berlin, 1987 in Dresden; 1977 u. 1982 Sekr. der Jury der Internat. Buchkunstausstellung Leipzig; 1977 Gutenbergpreis der Stadt Leipzig; 1978 – 96 Lehrtätigkeit an der HS für Bildende Künste Dresden, 1979 Doz. u. Ltr. der Abt. Typografie, Schrift u. graf. Werkstätten, 1983 Prof.; 1984 – 90 Mitgl. der zentral. u. bezirkl. Sektionsltg. Gebrauchsgrafik im VBK; 83 Auszeichnungen im Wettbewerb »Schönste Bücher d. DDR«, zahlr. Medaillen internat. Buchkunstausstellungen. 1991 – 93 Prorektor, 1992 / 93 amt. Rektor der HS für Bildende Künste Dresden; 2000 Kunstpreis der Stadt Dresden, Einzelausstellung; lebt in Dresden. Buchgestaltungen (Ausw.): El Lissitzky – Maler, Architekt, Typograf, Fotograf. Berlin 1967; Frommhold, E.: Kunst im Widerstand. Dresden 1968; Fraenger, W.: Hieronymus Bosch. Dresden 1975; Shadowa, L.: Suche u. Experiment. Russische u. Sowj. Kunst. Dresden 1978; Chan-Magomedow, S. O.: Pioniere der sowjetischen Architektur. Dresden 1982; Jähner, H.: Künstlergruppe Brücke. Berlin 1984; Friemert, C.: Die gläserne Arche. Kristallpalast London. München 1984.Giambattista Bodoni. Dresden 1956. Who’s Who in Graphic Art?. Bd. 2. Zürich 1982; Frommhold, E. in: Kat. Einzelausstellung HS für Bildende Künste Dresden 1987; 1947 – 1987.Vierzig Jahre Hochschule für Bildende Künste Dresden 1987; Kataloge: XIII–X. Kunstausstellung Dresden; Buch u. Akzidenz – Typograf. Arbeiten von H. Sch. 1953 bis 2000. Dresden 2000.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

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Schütz, Max

* 10.8.1894 – ✝ 25.4.1961

Geboren am 10. August 1894 in Greiz; lernte Schlosser. 1913 Mitglied der SPD. 1914 zur Marine eingezogen, bis 1918 Soldat. Danach arbeitete er bei der Reichsbahn. 1917 war er der USPD beigetreten und ging 1919 zur KPD, übte im Ruhrgebiet verschiedene ehrenamtliche Parteifunktionen aus. 1920 Delegierter des Vereinigungsparteitags mit der USPD, ab 1921 hauptamtlicher Sekretär der KPD im UB Gelsenkirchen. Delegierter auf dem VII. Jenaer Parteitag 1921 und auf dem VIII. Leipziger Parteitag 1923, dort als Kandidat in den ZA gewählt. Schütz gehörte im Ruhrgebiet zu den Anhängern der Linken. Auf dem IX. Parteitag 1924 wurde er als einer ihrer Führer in die Zentrale der KPD berufen und auch ins Polbüro aufgenommen. Er kam als einer der »Proletarier« (wie Paul Schlecht, Ernst Thälmann oder Wilhelm Schwan) in die Spitze der Fischer-Maslow-Führung nach Berlin, dort leitete er die Gewerkschaftsarbeit der KPD. Im Mai 1924 zog Schütz im Wahlkreis Westfalen-Süd in den Reichstag ein und wurde auch im Dezember 1924 wiedergewählt. Er hatte viele Freunde in allen Bevölkerungskreisen und lebte zeitweise sehr aufwendig, was bald Angriffe hervorrief. Deswegen führte er im Juli 1925 einen Beleidigungsprozeß gegen die SPD-Presse in Gelsenkirchen. Der Redakteur der SPD-Zeitung konnte seine Behauptungen eines »moralwidersprechenden und strafbaren Verhaltens« von Schütz nicht nachweisen und nahm sie zurück. Doch wegen der Pressekampagne zu seiner Person wurde Schütz, obwohl er in der Auseinandersetzung mit den Ultralinken hinter Ruth Fischer stand, vom X. Parteitag 1925 nicht wieder ins ZK gewählt. Bis zum »Offenen Brief« politischer Mitarbeiter des ZK in Berlin, dann aber abgelöst, weil er zur engeren Fischer-Maslow-Führung gezählt hatte. Schütz ging zur linken Opposition, unterschrieb den »Brief der 700« und wurde am 27.November 1926 aus der KPD ausgeschlossen. Bis 1928 gehörte er im Reichstag zur Gruppe der linken Kommunisten, schloß sich jedoch weder dem Leninbund noch andern linken Gruppen an. Nachdem 1928 sein Reichstagsmandat erlosch, Akquisiteur, u. a. einige Zeit für die Zentrumspresse, aber auch für die Inseratenwerbung der KPD-Presse, trat jedoch nicht mehr hervor. Bekannt wurde er dann nochmals wegen seiner Haltung in der Affäre Leow. Willy Leow hatte im Oktober 1929 Max Schütz in einer Versammlung angegriffen, woraufhin dieser nachzuweisen drohte, daß Leow bereits bei der März-Aktion 1921 Parteigelder unterschlagen habe. Als die SPD-Presse diesen Brief veröffentlichte, distanzierte sich Schütz von der SPD. Ohne Zustimmung des ZK wurde er 1930 von der KPD-Ortsgruppe Glienicke/Krs. Niederbarnim (wohin er aus Berlin übergesiedelt war) wieder als Mitglied aufgenommen. 1934/35 arbeitete er als Vertreter für den Zentrumspressewerbedienst, von 1936 bis 1943 für den Arnim-Verlag. 1945 trat Schütz in Glienicke erneut in die KPD ein, spielte dort zeitweise eine führende Rolle, ab April 1946 Mitglied der SED, amtierte er auch als Bürgermeister von Glienicke. Bei den Parteiüberprüfungen 1950 aus der SED ausgeschlossen, flüchtete er in den Westen, in der Bundesrepublik nicht mehr politisch aktiv. Max Schütz starb am 25. April 1961 in Offenbach/Main.

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Schwab, Wilhelm

* 7.8.1874 – ✝ 29.8.1958

Geboren am 7. August 1874 in Stuttgart, Sohn eines Drechslers und Sozialdemokraten; ging bei seinem Vater in die Lehre und arbeitete bis 1916 im väterlichen Kleinbetrieb. Mitglied der Arbeiterjugend, später Vorsitzender des Landesausschusses und der SPD, gehörte von 1911 bis 1916 dem Gemeinderat in Stuttgart an. Anhänger der linken Gruppe um Friedrich Westmeyer. Von 1916 bis 1918 saß er zweieinhalb Jahre im Zuchthaus wegen Verteilung von Flugblättern gegen die Verhaftung Karl Liebknechts und Aufforderung zum Streik. Von 1918 bis 1930 wieder Gemeinderat in Stuttgart. 1918 Mitglied der USPD, wegen eines Artikels über die Rolle des Stuttgarter Studentencorps bei der Niederschlagung der Bayerischen Räterepublik kurzzeitig inhaftiert. Seit 1919 in der KPD, Lokalredakteur des »Kommunist«, später der »Süddeutschen Arbeiterzeitung« (KPD). 1929 aus der KPD ausgeschlossen und als Redakteur entlassen, nun aktiv in der KPO, weiterhin Gemeinderat. Der Tabakladen der Familie Schöttle in der Stuttgarter Friedrichstraße, den er 1931 übernahm, wurde später zur Anlaufstelle der illegalen KPO. Nach 1945 Mitglied in der KPD, ab 1946 in der »Gruppe Arbeiterpolitik«. Wilhelm Schwab starb am 29. August 1958 in Stuttgart.

Wer war wer in DDR

Schwabe, Klaus

* 8.9.1939

Geb. in Unterweißbach (Thür.); 1953 – 56 Lehre u. Tätigkeit als Keramikbildhauer in Sitzendorf; 1956 – 60 Stud. an der FS für Angewandte Kunst Leipzig, Abt. Plastik; 1960 – 65 Stud. an der HS für bildende Künste Dresden bei  Walter Arnold, Gerd Jaeger, Hans Steger u. Herbert Naumann; 1965 – 83 freiberufl. Bildhauer in Leipzig-Mölkau; 1969 – 72 Lehrtätigkeit an der Abendakad. der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, 1975 / 76 dort Lehrbeauftragter; 1973 Ehrenpreis der DSF, 1974 Kunstpreis der Stadt Leipzig, 1982 Kunstpreis der DDR u. des FDGB; 1983 – 85 Lehrtätigkeit an der HS für bildende Künste Dresden; 1986 – 93 Prof. für plast. Gestalten; 1988 / 89 Vizepräs. des VBK. Lebt als freischaff. Bildhauer in Leipzig. Werke: Junges Paar (1968) für Sachsenplatz in Leipzig, Bronze-Relief »Aufbruch«, Portal Hauptgebäude KMU Leipzig (1970 – 74, zus. mit Rolf Kuhrt u.  Frank Ruddigkeit, 2006 demontiert), Chile – erstummter Zeuge (1975), Georg-Schumann-Denkmal in Leipzig (1980), Kalksteinrelief »Solidaritätslied« ( Brecht) für Haus der Kultur Gera (1981), Ikarus, Selbstaufbahrung, Erstarrter Schrei (alle 1982), Schreitender (1985 / 87), Dresden – 13. Februar 1945, Wandgestaltung »Begegnung«, DHfK Leipzig, Bedrohte Familie, Str. der Skulpturen in St. Wende (alle 1987).Sequenzen zum Bilde von Menschen. In: Beloubek-Hammer, A.: Mensch-Figur-Raum. Werke dt. Bildhauer des 20. Jh. Berlin 1988. 1947 – 1987. Vierzig Jahre HS für Bildende Künste Dresden 1987; Kat. K. S. – Zwischenbilanz. Dresden 1984; Kunstdokumentation SBZ-DDR 1945 – 1990. Köln 1996; Hasberg, M.: Marx-Relief demontiert, unter: Spiegel-online 21.8.2006.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

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Schwabe, Willi

* 21.3.1915 – ✝ 17.7.1991

Geb. in Berlin; Eltern Opernsänger; Freistelle an der Kunstgewerbeschule Berlin; anschl. erste Rollen am Dt. Theater Berlin; 1934 – 36 priv. Schauspielunterricht, tätig an Wander- u. Gastbühnen; 1939 Wehrmacht; engl. Kriegsgefangenschaft. Nach 1945 Engagement an Freilicht- u. Gastspielbühnen; 1947/48 am Schloßpark-Theater Berlin; 1948/49 an der Bühne der Jugend in Berlin (West); ab 1949 am Berliner Ensemble; Bühnenrollen in Jacob M. R. Lenz /  Bertolt Brechts »Der Hofmeister«, Maxim Gorki/Bertolt Brechts »Die Mutter«, Sean O’Caseys »Purpurstaub«, Bernard Shaws »Frau Warrens Gewerbe«, Bertolt Brechts »Galilei« u. a.; 1956 – 90 Moderator der Sendung »Willi Schwabes Rumpelkammer«, eine der beliebtesten Unterhaltungsserien des DFF (über 400 Sendungen) mit Filmausschnitten aus dem Staatl. Filmarchiv der DDR (die Sendereihe konnte aus rechtl. Gründen erst nach Übergabe des SAG-Betriebs Filmarchiv an die DDR beginnen); zugl. Chansonabende im Kabarett »Die Distel«, im Theater im Palast u. Mitw. an Tourneeprogrammen; mit Texten u. Liedern von Kurt Tucholsky,  Hanns Eisler, Felix Hollaender; Mitw. in zahlr. DEFA-Filmen, u. a »Lissy« (1957, R:  Konrad Wolf), »Kabale u. Liebe« (1959, R:  Martin Hellberg); 1972 Kunstpreis der DDR; gest. in Berlin.Wannst den Text nicht mehr weißt, hörst auf. In: Seydel, R. (Hrsg.): ? gelebt für alle Zeiten. Schauspieler über sich u. andere. Berlin 1978. Seydel, R.: Schauspieler. Theater – Film – Fernsehen. Berlin 1980.Bernd-Rainer Barth

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Schwaiger, Max

* 19.12.1888 – ✝ 22.3.1966

Geboren am 19. Dezember 1888 in München, Sohn eines Gärtnergehilfen; lernte Kupferschmied, ging auf Wanderschaft, 1913 trat er in die SPD ein. Bei Kriegsausbruch Soldat, schwer verwundet, nach dreijährigem Lazarettaufenthalt entlassen. Er ging 1918 zur USPD, wurde nach der Niederschlagung der Bayerischen Räterepublik verhaftet und zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Freilassung 1920 Mitglied der KPD und von August bis Dezember 1921 Bezirkssekretär in Südbayern, danach unter dem Namen Albert Klemm im Ruhrgebiet, zeitweilig UB-Leiter in Essen und Dortmund. Im Juni 1926 (Pseudonym Hans Eulenburg) Instrukteur in Oberschlesien, anschließend im Saargebiet. Hier verhaftet, zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt, ausgewiesen und den deutschen Behörden übergeben, war Schwaiger dann auf der Festung Landsberg/Lech inhaftiert. Durch eine Amnestie im August 1927 frei, wurde Orgleiter der BL West-Sachsen und vom Frühjahr 1929 bis Juni 1930 Kassierer im ZK der RHD. Nach dem Ausscheiden aus dem Apparat in der Erwerbslosenbewegung. Im Februar 1933 flüchtete er in die ?CSR, wurde dort festgenommen und nach Deutschland ausgewiesen. Er saß bis Ende 1934 in »Schutzhaft«, danach Arbeiter in Hennigsdorf, ab 1936 in Blankenfelde im Kreis Teltow. Im Juni 1945 Orgsekretär der KPD Teltow, bis 1951 Arbeitsrichter in den Kreisen Teltow und Luckenwalde, er erhielt 1964 den VVO in Silber. Max Schwaiger starb am 22.März 1966 in Blankenfelde.

Wer war wer in DDR

Schwanitz, Wolfgang

* 26.6.1930

Geb. in Berlin; Eltern Bankangest.; OS (mittlere Reife); 1949 – 51 Ausbildung zum Großhandelskfm.; 1951 SED; ab 1951 Mitarb. des MfS; 1954 Ltr. der Krs.-Dienststelle Berlin-Pankow, dann Berlin-Weißensee; 1956 stellv. Ltr., 1958 Ltr. der Abt. II (Spionageabwehr) der Verw. Groß-Berlin; 1960 – 66 Fernstudium an der DASR Potsdam u. der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1966 stellv. Operativ des Ltr. der Verw. Groß-Berlin; 1973 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche, Thema: Bekämpfung feindl. Erscheinungen unter Jugendlichen; 1974 – 86 Ltr. der BV Berlin (Nachf. von  Erich Wichert) u. Mitgl. der SED-BL Berlin; 1984 Gen.-Ltn.; 1986 Stellv. des Min.; 1986 – 89 Kand. des ZK der SED; Nov. 1989 Ltr. des Amts für Nat. Sicherheit (Nachf. von  Erich Mielke); 14.12.1989 beurlaubt, Jan. 1990 entlassen; aktiv in der Ges. zur Rechtlichen u. Humanitären Unterstützung.Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS. Berlin 2002 (Mithrsg.). Knabe, H.: Die Täter sind unter uns. Berlin 2007.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwartz, Paul Anton

* 15.1.1904 – ✝ 12.9.1963

Geboren am 15. Januar 1904 in Bremen; Arbeiter, 1926 Mitglied der KPD, ehrenamtlich in der BL Nordwest. Schwartz wurde im September 1930 im Wahlkreis Weser-Ems in den Reichstag gewählt, als die Partei Betriebsarbeiter in den Vordergrund rückte (der Listenplatzerste dieses Wahlkreises, Wilhelm Pieck, hatte, da er auch in Berlin Listenplatzerster war, den Sitz für Berlin angenommen). 1932 zwar noch auf der KPD-Parteischule in Fichtenau, aber nicht wieder für den Reichstag nominiert, trat Schwartz politisch nicht mehr hervor. Paul Anton Schwartz starb am 12. September 1963 in Bremen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Heinrich

* 30.5.1875 – ✝ 28.12.1944

Geboren am 30. Mai 1875 in Kassel; Bürgerschule, Lehre und Arbeit als Steinmetz; 1899 Umzug nach Hamburg, dort Mitglied der SPD. Schwarz stand auf dem linken Flügel der Partei und ging 1917 zur USPD, 1920 trat er der KPD bei. Ab 1919 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, 1920/21 Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft und Mitglied der BL Wasserkante. Später soll er wieder in der SPD gewesen sein. Heinrich Schwarz starb am 28.Dezember 1944.

Wer war wer in DDR

Schwarz, Heinz

* 7.5.1921 – ✝ 24.1.2016

Geb. in Zeitz; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als kaufm. Angest.; 1941 Wehrmacht, 1944 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifaschule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1949 – 51 Instrukteur in den Leuna-Werken u. in der SED-Landesltg. Sachsen-Anhalt; 1951/52 Sekr. der SED-KL Leuna; 1952/53 Sekr. der SED-BPO im VEB Elektrochem. Kombinat Bitterfeld; 1953 – 57 1. Sekr. der SED-KL im VEB Leuna; 1957/58 Lehrgang an der PHS der SED; 1958 – 60 Studium am Industrie-Inst. der TH Leuna-Merseburg, Dipl.-Ingenieurökon., später Dipl.-Wirtsch.; 1960 – 63 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. u. Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Halle, zeitw. Mitgl. der SED-BL u. des Büros der SED-BL Halle, 1963 – 71 Sekr. für Wirtschaft bzw. Ltr. des Büros für Industrie u. Bauwesen der SED-BL Halle; 1963 – 71 Kand. des ZK der SED; 1971 – 83 GD des VEB Chemiekombinat Bitterfeld, anschl. Dir. der Verwaltung der Internat. Industriezweigorg. »INERCHIM«.Prägungen aus acht Jahrzehnten. Bitterfelder Weg eines GD. Schkeuditz 2004.Andreas Herbst