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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Bachmann, Otto Karl

* 18.2.1877 ✝ 18.1.1954

Geboren am 18. Februar 1877 in Hintersee-Prettin/Krs. Torgau als Sohn eines Fleischermeisters. Nach der Lehrzeit als Maurer ging er zwei Jahre auf Wanderschaft und arbeitete an verschiedenen Orten Deutschlands als Maurergeselle. 1900 zog

er nach Chemnitz und kam 1908 als Gewerkschaftsangestellter nach Breslau (Maurerverband). Im Jahre 1911 nach Chemnitz zurückgekehrt, war er bis 1916 als 2. Arbeitersekretär im ADGB. Von 1916 bis 1918 Soldat an der Verdunfront in Frankreich. Ende 1918 im Arbeiter- und Soldatenrat in Chemnitz und wieder als Gewerkschaftssekretär im Bauarbeiterverband tätig. Seit 1897 in der SPD, stand er auf dem äußersten linken Flügel. Bachmann gehörte 1918 dem Spartakusbund an und wurde 1919 Mitglied der KPD. Auf dem Vereinigungsparteitag mit der USPD im Dezember 1920 kam er in die Organisationskommission. Als der von ihm seit 1919 geführte Bauarbeiterverband Chemnitz im März 1921 aus dem Zentralverband ausgeschlossen wurde, gründete er im Auftrag der Zentrale der KPD den Verband der ausgeschlossenen Bauarbeiter, dem sich auch andere örtliche Gruppen im Reich anschlossen. Er war Delegierter des Gründungskongresses der RGI 1921 in Moskau und wurde im März 1921 von Chemnitz nach Berlin berufen, um in der Gewerkschaftsabteilung der KPD-Zentrale die Gruppe Bau zu übernehmen. Von September 1923 bis März 1926 (Auflösung) war Bachmann 1. Vorsitzender des (kommunistischen) Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter Deutschlands. Im Juni 1927 wurde Bachmann als erster Kommunist in Deutschland zum Bürgermeister einer Stadtgemeinde (Oelsnitz/Vogtland, 18000 Einwohner) gewählt und blieb dies bis zum 8. März 1933. Bachmann gehörte zum rechten Parteiflügel, im März 1929 aus der KPD ausgeschlossen. Er trat der KPO bei und war für diese aktiv, auch als Bürgermeister. Weil er die Hakenkreuzfahne von seinem Rathausturm heruntergerissen hatte, wurde Bachmann am 8. März 1933 verhaftet und bis Februar 1934 im KZ Schloß Osterstein/Zwickau gefangengehalten.

Ab 1934 wieder Maurer und Polier in Berlin, leistete Bachmann mit seiner Frau Anna illegale Arbeit in einer Widerstandsgruppe in Berlin-Britz, der auch Jakob Schloer angehörte. Im April/Mai 1945 wurde er Bürgermeister in Eggersdorf und anschließend Bauführer in Berlin-Schöneberg-Friedenau. 1945 Mitglied der KPD. Ende 1945 Vorsitzender der IG Bau des FDGB im Land Brandenburg, im März 1949 schied er krankheitsbedingt aus und wurde zum Ehrenmitglied des Zentralvorstandes der IG Bau ernannt. Da er schon vor den großen Säuberungskampagnen der SED die hauptamtliche Tätigkeit im FDGB aufgegeben hatte, wurde er wegen seinen früheren Aktivitäten in der KPO nicht gemaßregelt. Otto Karl Bachmann starb am 18. Januar 1954 in Potsdam. Seiner Frau Anna Bachmann (* 5. 11. 1894 – †12. 6. 1977), die in den zwanziger Jahren Sekretärin von Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht im ZK war, brachte hingegen die ehemalige Mitgliedschaft in der KPO Anfang der fünfziger Jahre Nachteile.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten