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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Brugsch, Theodor

* 11.10.1878 ✝ 11.7.1963

Geb. in Graz; Vater Heinrich B., Ägyptologe; Gymnasium in Berlin; 1898 – 1902 Med.-Studium in Berlin, dort 1903 Prom.; 1903 – 05 am Krankenhaus Altona, 1906 – 09 Assistenzarzt an der II. Med. Klinik der Berliner Charité (b. Friedrich Kraus), hier 1909 Habil.; 1910 Titularprof.; 1917/18 beratender Internist, zul. Stabsarzt eines Kriegslazaretts in Rumänien; 1919 – 27 wieder an der II. Med. Klinik der Charité, 1921 a. o. Prof.; 1927 – Juni 1935 Ordinarius für Innere Med. u. Dir. der Med. Univ.-Klinik Halle, 1931 Mitgl. der Leopoldina, Nov. 1935 nach Konflikten mit dem NS-Regime Entpflichtung als Ordinarius; 1935 – 45 Privatpraxis in Berlin; Febr. 1945 kurzz. Verhaftung u. Verhöre durch die Gestapo im Zusammenhang mit der Verfolgungswelle nach dem Hitler-Attentat vom 20.7.1944.

Juli 1945 – 57 Ordinarius für Innere Med. u. Dir. der I. Med. Klinik der Charité; Mitgl. des HS-Aussch. des Berliner Magistrats, 1946 – 49 Vizepräs. der Dt. ZV für Volksbildung, maßgebl. an der Wiederaufn. des Lehrbetriebs an den Univ. beteiligt; 1946 Mitbegr. (zus. mit  Johannes R. Becher) des Clubs der Kulturschaffenden in Berlin, 1947 Gründer u. Präs. der Sozialhilfe Groß-Berlin, 1948/49 als Mitgl. des Dt. Volksrats an der Ausarbeitung der DDR-Verfassung von 1949 beteiligt, 1949 Mitgl. des Nationalrats; 1949 Dekan der Med. Fak. der HU Berlin; 1949 Ord. Mitgl. der DAW; 1949 – 54 Abg. der Volkskammer; 1949 Mitgl. des Präsidialrats, 1957 Vizepräs. u. 1963 Ehrenpräs. des KB; 1956 NP; 1958 VVO; 1957 em.; gest. in Berlin.

Wiss. Arbeiten auf den Gebieten der Herz-Kreislauf- u. Stoffwechselerkrankungen, der Ernährungslehre sowie der Zusammenhänge von Persönlichkeitsstruktur, Konstitution u. Krankheit.

Arzt seit fünf Jahrzehnten. Berlin 1957. Konert, J.: T. B. Internist u. Politiker. Leipzig 1988.

Peter Schneck / Elke Reuter

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten