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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Buchwitz, Otto

* 27.4.1879 ✝ 9.7.1964

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Schlosser; 1885 – 93 Volksschule in Breslau; 1883 – 96 Ausbildung zum Metalldrücker u. Eisendreher, anschl. im Beruf bzw. als Weber tätig; 1896 DMV; 1898 SPD; 1899 – 1901 Militärdienst; ab 1907 – 13 hauptamtl. Gewerkschaftsfunktionär des Dt. Textilarbeiterverb., Sekr. für das Chemnitzer Landgebiet; 1914 – 18 Kriegsdienst (Ostpr.); 1919 stellv. Landrat für den Krs. Görlitz; Aug. 1919 hauptamtl. Sekr. u. 1920 – 33 Pol.-Sekr. des SPD-BV Niederschles.; 1921 – 24 Abg. des Preuß. Landtags, 1924 – 33 des Dt. Reichstags; 1924 Aufbau des Reichsbanners u. 1931 der Eisernen Front in Niederschles.; 1932 drei Mon. Haft wegen Waffentragens; ab Jan. 1933 illeg. Arbeit; 1933 – 40 Exil in Dänemark; Mitgl. der dän. SP; 1936 – 39 Mitarb. an der Emigrantenztg. »Freies Dtl.«, der Ztg. »Arbeiterbladet« (Oslo), »Sozialdemokrat« (Stockholm) u. an der »Neuen Volksztg.« (New York); 1937 dt. Staatsbürgerschaft aberkannt; 17.4.1940 Verhaftung in Kopenhagen, Haft im Gefängnis Vesterbro; 17.7.1940 Auslieferung nach Dtl., 1941 vom VGH wegen »Vorber. zum Hochverrat« unter Anrechnung von elf Mon. U-Haft zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, 1941 – 45 Haft im Zuchthaus Brandenb.-Görden u. KZ Sonnenburg.

1945/46 SPD/SED; 1945 Mitgl. des vorbereitenden Aussch. zur Gründung der SPD, kommissar. Landesvors., ab Juli Vors. des SPD-LV Sachsen; 1945 Präs. der Beratenden Versamml. (prov. Landtag Sachsen); seit 1946 Mitgl. des Dt. Friedensrats u. des Präs. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1946 – 48 mit  Wilhelm Koenen Vors. der SED Sachsen; 1946 – 52 Abg. u. Landtagspräs. in Sachsen; Mitgl. der DWK; ab 1946 Mitgl. des PV bzw. des ZK der SED; 1948 – 50 mit  Hermann Matern Vors. der ZPKK; 1950 – 64 Abg. der Volkskammer u. ihr Alterspräs. (Nachf. von  Wilhelm Pieck); ab Ende 1952 Ehrenpräs. des DRK; 1953 KMO; Mitgl. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1954 Ehrenbürger der Stadt Dresden; 1955 VVO; 1957 Ehrensenator der TH Dresden; 1959 Banner der Arbeit; Lenin-Friedenspreis; 1963 Ehrenbürger der Stadt Dresden; 1964 Held der Arbeit; gest. in Dresden.

Brüder in eins nun die Hände. Berlin 1958. O. B. 50 Jahre Funktionär der dt. Arbeiterbew. Berlin 1958; Seydewitz, R.: Der Klasse treuer Kämpfer. Aus dem Leben von O. B. Berlin 1961; Zimmermann, F.: O. B. Ein Lebensbild. Berlin 1984; Matzerath, J.: Aspekte sächs. Landtagsgeschichte. Präsidenten u. Abgeordnete von 1833 bis 1952. Dresden 2001; Simowitsch, S.: »? werden als Wortbrüchige in die Geschichte der SPD eingehen ?« Sozialdemokrat. Konvertiten. Berlin 2006.

Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten