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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Daub, Philipp

* 21.1.1896 ✝ 14.7.1976

Geboren am 21. Januar 1896 in Saarbrücken, Sohn eines Arbeiters; nach dem Besuch der Technischen Fachschule Metallarbeiter. 1918 Eintritt in die USPD und 1921 in die KPD. 1924 Stadtverordneter in Saarbrücken, 1926 Wahl zum Abgeordneten des Landesrates Saar. Von 1925 bis 1927 Verlagsgeschäftsführer der »Arbeiterzeitung« in Saarbrücken. Zunächst Orgleiter, dann von 1927 bis 1930 Polleiter des KPD-Bezirks Saar. Der XII. Parteitag wählte ihn 1929 als Kandidat ins ZK der KPD. Im April 1930 Polleiter des KPD-Bezirks Hessen, wurde im Oktober 1931 abgesetzt, da er (wie Joseph Schlaffer in Württemberg) die ultralinke Linie des ZK nicht genügend durchsetzte. Danach Instrukteur des ZK-Apparats, ab September 1932 Leiter der Abteilung Land- und Forstwirtschaft im ZK der KPD. Im November 1932 im Wahlkreis Westfalen-Nord in den Reichstag gewählt. Ab Februar 1933 war Daub illegal Oberberater des ZK in verschiedenen Bezirken. Von Januar bis August 1934 Mitglied der illegalen Landesleitung, aktiv im Saarabstimmungskampf. Ab Februar 1935 wurde Daub in Amsterdam Abschnittsleiter West für das Rhein-Ruhr-Gebiet. Im Oktober 1935 in die Kontrollkommission des ZK berufen, leitete er ab 1936 in Paris das Auslandsekretariat der RH, am 31.August 1939 in Paris verhaftet und ab 12.Oktober 1939 im Lager Le Vernet interniert. Als er im Mai 1941 mit einem Visum nach Mexiko reisen wollte, wurde er in den USA festgehalten. Dank seiner engen Verbindung zur sowjetischen Botschaft bekam er bis 1943 eine Unterstützung von 90 Dollar und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Mit einem Einreisevisum für die UdSSR verließ Daub im Oktober 1946 New York, kam über Odessa nach Moskau und traf im Dezember 1946 in Berlin ein. Hier am 23. Dezember 1946 durch Beschluß des ZS der SED als Vizepräsident der Deutschen Zentralverwaltung für Umsiedler eingesetzt. Anfang 1948 übernahm Daub anstelle von Grete Keilson die Leitung der wichtigen Personalpolitischen Abteilung des PV der SED. Diese Funktion verlor er, 1950 schwer erkrankt, wohl nicht zuletzt wegen seiner Westemigration. Nach einem längeren Kuraufenthalt im September 1950 Oberbürgermeister von Magdeburg, von Dezember 1961 bis Januar 1964 Präsident der Liga für Völkerfreundschaft. Er erhielt 1966 den Karl-Marx-Orden. Philipp Daub starb am 14. Juli 1976.

Bernd-Rainer Barth

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten