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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Finke, Fidelio F. (Friedrich)

* 22.10.1891 ✝ 12.6.1986

Geb. in Josefsthal (Krs. Gablonz, Nordböhmen/ Josefův Důl, Tschechien); Vater Oberlehrer; 1906 – 08 Lehrerseminar in Reichenberg, Unterricht in Klavier, Orgel, Violine, Musiktheorie; 1908 – 11 Konservatorium Prag, Studium bei Romeo Finke (Klavier) u. Vítězslav Novák (Komposition); 1911 – 14 Priv.-Musiklehrer, Chordirigent u. Klavierbegleiter; Beginn der lebenslangen Freundschaft mit dem tschech. Komponisten Alois Hába; 1915 – 20 Lehrer für Musiktheorie am Konservatorium Prag; 1919 Chorpreis des Weltmusikbundes in Wien; 1920 für Musiktheorie u. Komposition an der Dt. Akad. für Musik u. darstellende Kunst in Prag; 1926 Prof.; 1927 – 45 dort Dir. u. Rektor, Ltr. der Mstr.-Kl. für Komposition; 1928 u. 1937 Tschechoslowak. Staatspreis für Musik; 1932 – 38 Mitgl. des Präs. des Internat. Verb. für Musikerziehung u. Vorst.-Mitgl. der Internat. Ges. für Neue Musik.

1945 Aussiedl. nach Dresden; 1946 SED; Gründer u. bis 1951 Rektor der Staatl. Akad. für Musik u. Theater Dresden; Gründungsmitgl. des VDK, Mitarb. in dessen ZV in Berlin u. im Bez.-Vorst. in Dresden; bis 1958 Prof. für Tonsatz an der HS für Musik Leipzig; 1956 Mitgl. der DAK; 1956 NP; 1961 VVO; gest. in Dresden.

Über 170 Kompositionen, darunter Orchestermusik (acht Orchestersuiten), Kammermusik (fünf Streichquartette), Werke für Klavier u. Orgel, Kantaten, Chöre, Lieder, Bühnenwerke (Opern: »Die Jakobsfahrt«, Prag 1936; »Der Zauberfisch«, Dresden 1960).

Härwig, D.: F. F. F. Leben u. Werk. Leipzig 1970; Hübner, W.: Gedanken über meinen Lehrer. In: Herrmann, M. (Hrsg.): Dresden u. die avancierte Musik im 20. Jh., Bd. 2. Laaben 2002; Wagner, U.: F. F. F. Ein Grenzgänger zwischen Böhmen u. Sachsen. In: Hiekel, J. P., Werner, E. (Hrsg.): Musikkulturelle Wechselbeziehungen zwischen Böhmen u. Sachsen. Saarbrücken 2007.

Bernd-Rainer Barth

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten