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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Franke, Otto

* 15.9.1877 ✝ 12.12.1953

Geboren am 15. September 1877 in Rixdorf bei Berlin; Maschinenbauer. 1892 Mitglied der SPD und des DMV. 1898 beteiligte sich Franke an der Gründung des Deutschen Transportarbeiterverbandes, dessen Berliner Bezirksleiter er von 1901 bis 1907 war, ab 1907 hauptamtlicher Angestellter des Verbandes. Nach Ausbruch des Weltkrieges schloß sich Franke als Gegner der Burgfriedenspolitik der Spartakusgruppe an und organisierte mit Karl Liebknecht die Antikriegskundgebung am 1. Mai 1916 auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Daraufhin festgenommen, wurde er nach fünfmonatiger Haft an die Ostfront geschickt, wo er im Herbst 1917 desertierte und in Berlin illegal lebte. Er war an der Organisierung des Streiks der Berliner Rüstungsarbeiter im Januar 1918 beteiligt und baute als Mitglied der Revolutionären Obleute deren illegalen Kurier- und Transportdienst auf. Von Oktober 1918 bis Januar 1919 engster Mitarbeiter Karl Liebknechts, ebenso Mitglied des Vollzugsausschusses des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats. Franke nahm am Gründungsparteitag der KPD teil, wurde 1919 Sekretär der ersten Berliner BL und war führend am Aufbau der Berliner KP-Organisation beteiligt, auch Delegierter des III. und IV. Parteitages im Februar bzw. April 1920 in Karlsruhe und Berlin. 1921 zeitweise Leiter der KPD in Ostsachsen. Anfang August 1923 übernahm Franke die Informationsabteilung für Deutschland beim EKKI in Moskau. Nach seiner Rückkehr nach Berlin im Mai 1924 verhaftet, gelang ihm im Oktober 1925 die Flucht in die Sowjetunion. Nach der »Hindenburg-Amnestie« 1928 wieder in Deutschland, leitete er hier bis 1933 die Zentralbibliothek und das Archiv des ZK der KPD. Im Juli 1933 verhaftet, kam er in das KZ Sonnenburg. Nach der Freilassung im Oktober 1936 arbeitete er u. a. beim Autobahnbau. Im November 1937 erneut inhaftiert, emigrierte er nach der Entlassung im Januar 1938 nach Prag. Hier vermittelte Franke bei Kaderschulungen in seiner urberliner, typisch proletarischen Art, auf witzige Weise seine Erfahrungen. Mitte März 1939 Emigration nach Großbritannien, dort im Juni 1940 interniert, dann im März 1941 wegen Krankheit entlassen. Aus London kehrte er im September 1946 nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SED und Angestellter der SED-Parteihochschule »Karl Marx« in Liebenwalde bzw. Kleinmachnow. Otto Franke, der 1953 noch den Karl-Marx-Orden erhielt, starb am 12. Dezember 1953 in Ost-Berlin.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten