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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Gäbler, Fritz

* 12.1.1897 ✝ 26.3.1974

Geboren am 12. Januar 1897 in Meißen, aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie stammend, der Vater starb kurz nach seiner Geburt. Töpferlehre, im Herbst 1913 wurde er 2. Vorsitzender des Arbeiterturnvereins. 1914 Mitglied der SPD, ab November d. J. festangestellter Mitarbeiter der Expedition der SPD-Zeitung »Weimarische Volkszeitung« in Jena. Während des Krieges schloß er sich den Linken an. Weil er in Jena die Jugendopposition organisierte, wurde er 1916 zum Militär einberufen. Im Januar 1919 nach Jena zurückgekehrt, übernahm er die Leitung der FSJ und trat in die KPD ein. Kurz als Ingenieur tätig, begann Gäbler 1920 hauptamtlich für den kommunistischen Jugendverband zu arbeiten, war Ende 1920 bis November 1921 Sekretär der Kommunistischen Jugend Thüringens und wurde Anfang 1922 in die Reichszentrale der KJD kooptiert und übernahm im August 1922 die Leitung der Zentrale der KJD in Berlin.

Von April bis Mitte Oktober 1923 ging Gäbler als Instrukteur der KJI in die Schweiz und war dann Vertreter des ZK der KJVD in Dresden. Da er zur Mittelgruppe gehörte, wurde er 1924 von den Linken abgesetzt und übersiedelte nach Hamburg, wo er von Mitte 1924 bis März 1926 als Redakteur der »Hamburger Volkszeitung« arbeitete. Im März 1926 verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, wurde Gäbler nach der Entlassung aus dem Gefängnis Bautzen im Mai 1927 Redakteur des »Roten Echos« in Erfurt, 1928 politischer Redakteur an der »Neuen Zeitung« in Jena, deren Chefredaktion er Mitte 1929 übernahm. Im September 1929 erneut zu zwei Jahren Festung verurteilt, nach der Haftentlassung im April 1931 Instrukteur bzw. Sekretär der KPD für Ostthüringen in Gera. Gäbler zog 1932 als Abgeordneter in den Thüringer Landtag ein. Im Februar 1933 verhaftet, saß er bis September 1934 im KZ. Wegen illegaler Arbeit für die KPD im Februar 1935 erneut festgenommen, wurde er am 9. August 1935 in Berlin zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt und erst am 27. April 1945 aus dem Zuchthaus Brandenburg befreit. Im Oktober 1945 Vorsitzender der KPD und dann der SED in Erfurt. Von Oktober 1947 bis Mai 1949 im Ministerium für Wirtschaft

der Landesregierung Thüringen, danach in der Hauptverwaltung für Wissenschaft und Technik der DWK. Nach Bildung der DDR-Regierung in der Hauptabteilung wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit. Im April 1954 wurde er Mitglied der ZRK der SED, bis 1967 dann deren Vorsitzender, er bekam zu seinem 65. Geburtstag 1962 den Karl-Marx-Orden. Fritz Gäbler starb am 26. März 1974.

Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten