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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Geggel, Heinz

* 11.11.1921 ✝ 15.11.2000

Geb. in München in einer jüd. Fam.; Vater Kfm.; Mutter Näherin u. Büroaushilfe; 1928 – 36 Volksschule u. Realgymnasium in München, dort 1935/36 zunehmend antisem. Verfolgung, deswegen Apr. 1936 Abbruch des Gymn. u. Ausreise in die Schweiz; 1936 Emigr. über die Schweiz nach Belgien u. Frankreich; Apr. 1936 – Sept. 1938 Höhere Handelsschule in Neuchâtel (Schweiz); 1938 Austritt aus der Jüd. Gemeinde; Sept. 1938 – Mai 1940 Studium an der Höheren Handels- u. FS für Textiling. in Verviers (Belgien), nach Einmarsch der Wehrmacht Flucht nach Brüssel, dort interniert u. nach Frankreich abgeschoben; Mai 1940 – Aug. 1941 Internierung in St. Cyprien, Gurs u. Les Milles, Entlassung durch Freikauf; Aug. – Dez. in La Ciotat (Bouches-du-Rhône); Dez. 1941 mit der Fam. Emigr. über Casablanca nach Kuba; 1940 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1942 in Havanna Gelegenheitsarbeiten, 1943 Lehre, 1943 – 45 Arbeit als Diamantenschleifer in Havanna; Mitgl. der IG Metall in der Konföderation der Arbeiter Kubas; seit Sept. 1943 Mitgl. u. später 1. Sekr. des Komitees Dt. Antifa. in Kuba (im Kontext des Lateinamerikan. Komitees der Freien Dt. in Mexiko); 1944 KPD, befaßte sich mit der Registrierung der in Kuba lebenden dt. Nazis; Jan. 1946 Mitbegr. u. Präs. des Freundeskrs. Alexander von Humboldt – Kulturvereinigung dt.-sprechender Demokraten in Kuba; 1946/47 Mitarb. der sozialist. Ztg. »Hoy«; 1946 – 48 Dir. der vom Freundeskrs. hrsg. Ztschr. »Noticias de Alemania«; 1947 Angest. der Handelsfirma Comerimpex in Havanna.

Nov. 1947 Rückkehr nach Dtl.; Jan. 1948 in Frankfurt (Main); Febr. 1948 nach Berlin; März 1948 SED; März – Dez. 1948 Red. in der Rundfunkred. der SMAD (»Studio Grünau«); Dez. 1948 – März 1949 Mitarb. der »Süddt. Sendung« beim Berliner Rundfunk; 1949 – 52 Red. der »Westsendung«, dann Ressortltr. für Innenpolitik beim Berliner Rundfunk; 1952 – 57 beim Staatl. Rundfunkkomitee, Mitarb. der Red.-Gruppe »Wir sprechen für Westdtl.«, später »Aus Dtl. für Dtl.«; Herbst 1953 Fachlehrer, 1953/54 PHS der SED; 1957 – 60 Intendant des Dtl.-Senders Berlin; 1956 – 60 Stellv. des Vors. des Staatl. Rundfunkkomitees; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1960 – 62 Ltr. der Arbeitsgr. SPD der Westkommission beim PB; 1962 Sekr. der Westkommission; 1963 – 65 stellv. Ltr. der Westkommission; 1965 – 73 Ltr. der Westabt. des ZK der SED (Nachf. von  Arne Rehahn); Dez. 1973 – Nov. 1989 Ltr. der Abt. Agit. des ZK der SED (Nachf. von  Hans Modrow); 1949 – 90 Mitgl. der Ltg. der VVN bzw. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1963 – 71 Kand., 1971 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1969 – 89 Mitgl. des NR der NF; 1971 – 90 Mitgl. des Vorst. des VDJ; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1959, 1964, 1970 VVO; 1968 u. 1971 Banner der Arbeit; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1978 u. 1981 Banner der Arbeit; 1980 Mitgl. der ZL der Komm. der Antifasch. Widerstandskämpfer; 1981 u. 1986 KMO; 1984 Held der Arbeit; Nov. 1989 auf eigenen Wunsch von seiner Funktion entbunden; gest. in Berlin.

Bürger, U.: Das sagen wir natürlich so nicht! Donnerstag-Argus bei Herrn Geggel. Berlin 1990.

Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten