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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Geschke, Ottomar

* 16.11.1882 ✝ 17.5.1957

Geb. in Fürstenwalde (Spree); Vater Schmied; Mittelschule; Ausbildung zum Schlosser; Arbeit als Monteur; 1910 SPD u. DMV; 1916/17 Militärdienst, entlassen wegen Krankheit, Zuteilung zum RAW in Berlin; 1917 USPD; 1919 KPD; versch. gewerkschaftl. u. Parteifunktionen auf regionaler u. zentr. Ebene;

ab Mai 1923 Mitgl. der KPD-Zentr., 1924 – 46

des ZK der KPD; 1925 – 27 Mitgl. des PB,

1925 – 27 Mitgl. u. Sekr. des Org.-Büros des ZK, 1921 – 24 Abg. des Preuß. Landtags; 1923 – 33 Funktionen in der Zentr. bzw. im ZK der KPD; 1924 – 32 Abg. des Dt. Reichstags; 1924 als »Gebhardt« Teiln. am V. Weltkongreß der KI, dort zum Mitgl. des EKKI u. seines Sekr. gewählt; 1929/30 Mitgl. u. Geschäftsf. im ZV der RHD, danach Instrukteur für die Arbeit unter Arbeitslosen; 28.2.1933 verhaftet, »Schutzhaft«, Zuchthaus Spandau, 1933/34 KZ Sonnenburg, 1934 – 37 KZ Lichtenburg u. von 1937 – 40 im KZ Buchenwald; ab 1940 Arbeit unter Polizeiaufsicht als Schlosser bei der Maschinenfabrik Schäfer in Köslin (Pommern); Juli 1944 – 1.5.1945 erneut Haft im KZ Sachsenhausen, zul. Evakuierungsmarsch.

11.6.1945 Mitunterz. des Aufrufs der KPD u. 19.6. des Aktionsabkommens von KPD u. SPD; 1945/46 ZK der KPD u. Vors. der BL Groß-Berlin der KPD; 19.5.1945 – Dez. 1946 Stadtrat für Sozialwesen beim Magistrat von Groß-Berlin; Mitbegr. des Hauptamtes OdF beim Magistrat von Groß-Berlin; Nov. 1946 – Sept. 1948 stellv. Stadtverordnetenvorsteher; 1946 – 53 Mitgl. des LV bzw. der BL Berlin der SED; ab 1946 Präs. der Volkssolidarität Groß-Berlin; 1947 – 53 Vors. der VVN für die SBZ bzw. DDR, danach Mitgl. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer der DDR u. des Rats der gesamtdt. VVN; 1947/48 Dir. des Verlags Volk u. Welt; 1948 – Mai 1950 Hauptref. in der Abt. Arbeit u. Soziales der DWK bzw. in der Abt. VdN im Min. für Arbeit u. Gesundheitswesen, anschl. Pensionär; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer, ab 1954 der Länderkammer der DDR; gest. in Berlin.

Wierskalla, S.: Die VNN in der SBZ u. in Berlin 1945 – 1948. München 2007; VVN (Hg.): 60 Jahre VVN. Berlin 2007; Gleising, G.: Die VVN. Bochum 2008.

Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten