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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Herzfelde, Wieland

* 11.4.1896 ✝ 23.11.1988

Geb. in Weggis (Schweiz); Vater Schriftst. Franz Held, Mutter Textilarb.; nach dem frühen Tod der Eltern teilw. vom Bruder  John Heartfield erzogen; aufgew. bei Pflegeeltern in der Schweiz; 1913 Übersiedl. nach Berlin; »Kriegsabitur«; Studium der Germanistik u. Med.; 1914 Freiw. im Sanitätsdienst der Reichswehr; 1916 Gründung der Antikriegs-Ztschr. »Neue Jugend«; 1917 mit seinem Bruder Helmut ( John Heartfield) Gründung des Malik-Verlags, den er bis 1933 in Berlin leitete; Mitinitiator des Dadaismus; 1918 KPD; 1924 wird dem Verlag die Grosz-Galerie u. die Malik-Buchhandlung angeschlossen; 1928 BPRS; März 1933 Emigr. nach Prag, später Frankreich, Großbritannien u. 1939 in die USA; dort ebenfalls Mitgl. des BPRS; Mitunterz. des Aufrufs des Pariser Volksfrontkongresses vom April 1937; 1933 – 38 Ltg. des Malik-Verlags als Exilverlag in Prag; 1933 – 35 Mithrsg. der »Neuen Dt. Blätter« in Prag; 1939 – 48 Buchhändler in den USA; 1945 – 47 Initiator u. Gründer des Aurora-Verlags in New York zus. mit  Anna Seghers u. Oskar Maria Graf.

1949 Rückkehr nach Dtl.; Prof. für Soziol. der neueren Lit. an der Sekt. Journalistik der Univ. Leipzig; Dir. des Franz-Mehring-Inst.; Mitgl. der Pirckheimer Ges., 1951 des PEN-Zentrums Dtl., dann PEN-Zentrum Ost u. West, PEN-Zentrum DDR (1959 – 70 Präs., ab 1972 Ehrenpräs.); März 1951 wegen Kontakten zu Hermann u. Noel H. Field als SED-Kand. gestrichen, 1956 SED-intern rehabil.; Mitgl. des Vorst. des DSV; 1960 Heinrich-Heine-Preis; 1961 Mitgl. der DAK (zeitw. deren Vizepräs.); 1967 – 70 Sekr. der Sekt. Dichtkunst u. Sprachpflege der DAK; 1966 VVO; 1971 Stern der Völkerfreundschaft; 1973 NP; 1979 Goethe-Preis; 1976 Ehrenspange zum VVO; 1981 KMO; 1986 Ehrenbürger von Berlin; gest. in Berlin.

Immergrün. Merkwürdige Erlebnisse u. Erfahrungen eines fröhlichen Waisenknaben. Berlin 1949 (erw. 1966/76); Unterwegs. Blätter aus fünfzig Jahren. Berlin 1961 (Autobiogr.); John Heartfield. Leben u. Werk meines Bruders. Leipzig 1962; Der Malik-Verlag 1916 – 1947. Berlin 1966 (Kat. zur Ausstellung); Anna Seghers / W. H. Ein Briefwechsel 1939 – 1946. Berlin, Weimar 1985; Zum Klagen hatt’ ich nie Talent. Kiel 1996 (Hrsg. von E. Trepte); Ernst Bloch/W. H.: Briefwechsel 1938 – 1949. Frankfurt (Main) 1997. Der Malik-Verlag 1916 – 1947. Chronik eines Verlages. Kiel 1986; Faure, U.: Im Knotenpunkt des Weltverkehrs. H., Heartfield, Grosz u. der Malik-Verlag 1916 – 1947. Berlin 1992; Grünzweig, W., Schulz, S. (Hrsg.): Werter Genosse, die Maliks haben beschlossen ? Upton Sinclair, Hermynia Zur Mühlen, W. H.: Briefe 1919 – 1950. Bonn 2001; Wyland-Herzfelde, G.: Glück gehabt. Erinnerungen 1926 – 1949. München 2003.

Karin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten