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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Hopffe, Günther

* 19.7.1896 ✝ 9.4.1940

Geboren am 19. Juli 1896 in Berlin; Handlungsgehilfe, Büroangestellter, später Redakteur. 1914 Mitglied der SPD, im April 1916 Teilnehmer der Jenaer »Osterkonferenz« oppositioneller junger Sozialdemokraten und am 1. Mai 1916 der Antikriegsdemonstration mit Karl Liebknecht auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Als Anhänger des Spartakusbundes gehörte er im Oktober 1918 mit Leo Flieg, Fritz Globig u. a. der ersten Zentrale der FSJ an. Seit 1919 in der KPD, wurde Hopffe letztmalig auf dem 8. KJD-Reichskongreß im Mai 1924 in Leipzig in die Zentrale gewählt. Er galt als theoretischer Kopf im Jugendverband. 1921 forderte er in einem Artikel in der »Roten Fahne« unter dem Titel »Neuen Stürmen entgegen« den Rücktritt aller Verantwortlichen der KPD-Zentrale. 1928 aus Protest gegen die ultralinke Politik aus der KPD ausgeschlossen, trat er der KPO bei. Hopffe schrieb in deren Zeitschriften »Gegen den Strom« und in der »Arbeiterpolitik«. 1932 verließ er mit der Minderheit die KPO und ging zur SAP, war zeitweise Polleiter für den Bezirk Berlin-Brandenburg und Mitglied der erweiterten SAP-Reichsleitung. Ende 1933 emigrierte er nach Dänemark und gehörte der Kopenhagener SAP-Gruppe an. Hopffe kritisierte die enge Zusammenarbeit von Teilen der SAP-Auslandsleitung um Jacob Walcher mit der KPD, die Distanzierung von der befreundeten POUM während des Spanischen Bürgerkrieges und die unkritische Haltung zu den Schauprozessen in Moskau. Deshalb wurde er Ende 1937 aus der SAP ausgeschlossen. Die in Prag erscheinende kommunistische »Deutsche Volkszeitung« meldete am 8. Januar 1938, Günther Hopffe sei wegen »trotzkistischer Umtriebe« aus der SAP ausgeschlossen worden. Die Mehrheit der SAP-Gruppe in Kopenhagen stand jedoch zu ihm und unterstützte die von Walter Fabian geführte Gruppe »Neuer Weg«. Im April 1939 von den NS-Behörden ausgebürgert, versuchte er nach der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 zusammen mit zwei Genossen in einem Ruderboot über den Belt nach Schweden zu gelangen. Günther Hopffe soll in der Ostsee ertrunken sein.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten