...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Husemann, Wilhelm

* 8.12.1882 ✝ 24.11.1966

Geboren am 8. Dezember 1882 in Böken/Krs. Rendsburg, Sohn eines Landwirts; Dreherlehre auf der Howaldts-Werft in Kiel, Wanderschaft, 1904 Militärdienst, 1907 Eintritt in die SPD, 1919 Übertritt zur USPD, seit August 1923 in der KPD. Neben ehrenamtlichen Funktionen innerhalb der KPD gehörte Husemann zum AM-Apparat, er war u. a. für die illegale Quartierbeschaffung zuständig und unterstützte den Paßfälscherapparat. Ende 1925 festgenommen und im Juli 1926 vom Reichsgericht wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Später Mitarbeiter der sowjetischen Handelsvertretung. Nach 1933 leistete er zusammen mit seinem Sohn Walter Husemann illegale Arbeit, wurde Ende 1936 verhaftet und bis September 1938 in den KZs Sachsenhausen und Buchenwald festgehalten. 1945 Polleiter der KPD in Berlin-Blankenfelde, 1946 Mitglied der SED, arbeitete Wilhelm Husemann beim Wachschutz des ZS des SED-PV. Wilhelm Husemann starb am 24.November 1966 in Ost-Berlin. Sein ältester Sohn Wilhelm Heinrich-Christian (* 5. 7. 1908 in Wellingdorf bei Kiel) lernte Werkzeugmacher. 1928 Mitglied der KPD, ging Anfang der dreißiger Jahre als Facharbeiter in die Sowjetunion. 1936 in Lugansk bei Charkow vom NKWD verhaftet, wurde Wilhelm Husemann jr. mit der stalinistischen Verleumdung »Zugehörigkeit zu einer faschistischen Organisation« zum Tode verurteilt und erschossen.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten