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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Krausz, Georg

* 2.3.1894 ✝ 18.3.1973

Geb. in Homonna (Österreich-Ungarn/Humené/Slowakei) in einer jüd. Fam.; Vater Prof. an einer Handelsschule, Mutter im KZ Auschwitz ermordet; Volks- u. Handels-HS, Gymnasium in Miskolc (Ungarn); 1912 – 18 Studium der Chemie an der TU Budapest, Kunstgeschichte, Romanistik u. Germanistik an der Univ. in Budapest u. 1914 in Frankreich; 1918 Studienassessor an einer Oberrealschule in der Slowakei; Herbst 1918 Gründungsmitgl. der KP Ungarn; 1918/19 Teiln. an der ungar. Räterev.; Mitgl. des rev. Direktoriums in Nord-Ungarn; 1919 Emigr. nach Wien, 1920 in die Slowakei; KP der Slowakei; 1920 Bez.-Sekr. des slowak. KJV in der Karpatho-Ukraine; 1921 Red., zeitw. Chefred. der »Volksstimme« in Preßburg (Bratislava); 1921/22 Zentral-Sekr. des KJV der ČSR in Prag; zeitw. verhaftet, Abschiebung nach Österreich; April 1922 Übersiedl. nach Dtl.; KPD; 1922 – 28 außenpol. Red. der »Roten Fahne« in Berlin; 1928 Mitarb. des ZK der KPD; 1928/29 Anhänger der »Versöhnler«; 1928/29 Chefred. der »Soz. Arbeiterztg.« in Leipzig; ab 1929 Red. an der »Inprekorr« u. weiteren Ztg. in Berlin, u. a. der Ztschr. der sowj. Handelsvertretung »Sowjetwirtschaft u. Außenhandel« (Ps. Herbert Georg, Georg Deutsch); 1932 – 36 Werbeltr. beim sowj. Reisebüro »Intourist« in Berlin; ab 1933 illeg. Arbeit im Berliner UB Kreuzberg u. UB Nord (»Georg«, »Herbert Mallow«; 13.8.1936 Verhaftung, Verurteilung durch das Kammergericht Berlin wegen »Hochverrats« zu vier Jahren Zuchthaus, Haft in Berlin, im Zuchthaus Brandenb. u. Waldheim, 1941 – 45 KZ Buchenwald, dort Mitgl. der illeg. KP-Org.

Apr. 1945 Red. der »Buchenwalder Nachrichten«; Mai 1945 vom sowj. NKWD bei Potsdam aufgrund einer Namensverwechslung verhaftet u. bis 1948 interniert, u. a. in Potsdam u. Torgau; Mai 1948 Entlassung; auf Beschluß des ZS des SED-PV Erholung im Parteiheim in Börnicke; anschl. Hauptred. bzw. Hauptref. in der Abt. Presse, Rundfunk, Werbung des ZS des SED-PV; Apr. 1950 stellv. Ltr. der Abt. Presse des ZK der SED; Korresp. der ungar. KP-Ztg. »Szabad Nép«; Aug. 1950 stellv. Ltr. der ZK-Abt. Agitation u. ab Okt. 1950 Red. des »Neuen Dtl.«; dort 1951 – 56 Ltr. der Abt. Prop. u. Mitgl. des Red.-Kolleg., außenpol. Korresp., berichtete u. a. über die stalinist. Schauprozesse in Osteuropa; 1954/55 stellv. Chefred.; 1956 – 68 Red. für bes. Aufgaben; 1957 – 67 Vors. des VdJ (Nachf. von  Deba Wieland); 1958 Studienreise durch Südostasien; 1967 – 73 Mitgl. des Präs. des Zentralvorst. des VDJ; zeitw. Vizepräs. der Internat. Journalistenorg. IOJ; 1959 Dr. h. c. an der KMU Leipzig; 1959 Banner der Arbeit; ab 1961 Mitgl. des Präs. der Liga für Völkerfreundschaft; ab 1968 freier Mitarb. mit Vertrag beim »Neuen Dtl.«; 1964 KMO; 1969 VVO; gest. in Berlin.

Feindl. Agenten in der Arbeiterbew. Lehren aus dem Rajk-Prozeß. In: Einheit (1950) 1; Kreuz u. quer durch China. Berlin 1957; Von Indien bis Laos. Berlin 1960; Gedanken u. Erfahrungen eines rev. Journalisten. Berlin 1974. Volker, H.: Sibirien liegt in Deutschland. Berlin (West) 1958; Carlebach, E.: Tote auf Urlaub. Bonn 1995; Voigt, J. H.: Die Indienpolitik der DDR. Köln 2008.

Bernd-Rainer Barth / Andreas Herbst

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten