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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

L’ Hoste, Johann

* 14.3.1890 ✝ 1.1.1956

Geboren am 14. März 1890 in Niederlinxweiler (heute St. Wendel)/Saar; von Beruf Eisenbahner, Funktionär der KPD und der RGO. Mitglied des Gemeinderates und des Kreistages St. Wendel, 1932 wurde L’ Hoste in den Landesrat Saar gewählt. Er wandte sich gegen den Anschluß des Saargebietes an Deutschland und emigrierte nach Frankreich, dort Gießereiarbeiter. Am 12. Oktober 1940 wurde er verhaftet, nach Deutschland ausgewiesen und am 11. November 1941 durch das OLG Hamm zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis 1944 im Zuchthaus Siegburg, anschließend im KZ Flossenbürg, gelang ihm beim Transport in das KZ Dachau die Flucht. Wegen Zugehörigkeit zur »Bewegung zum Anschluß der Saar an Frankreich« (MRS) wurde L’ Hoste später aus der KPD ausgeschlossen. Er starb am 1. Januar 1956.

Sein Sohn Hubert L’ Hoste (* 10. 2. 1923) kam im Januar 1934 als Kind auf Einladung des (1940 vom NKWD in der UdSSR erschossenen) sowjetischen Schriftstellers Michail Kolzow (dessen »Spanisches Tagebuch« erst 1986 in der DDR und ohne jeden Hinweis auf das Schicksal des Autors erschien) nach Moskau. Kolzows Lebensgefährtin Maria Osten schrieb das Buch »Hubert im Wunderland«, das Hubert L’ Hostes Kindheit und Jugendzeit behandelte. 1941 wurde Hubert nach Kasachstan verbannt und noch 1942 ist Wolfgang Leonhard dem völlig ausgezehrten Hubert L’ Hoste im Karaganda-Gebiet begegnet. Nach 1945 konnte er in der UdSSR studieren und wurde Chefagronom in einem Weinbau-Sowchos auf der Krim. Hubert L’ Hoste starb am 5.August 1959.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten