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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Levien, Max

* 21.5.1885 ✝ 16.6.1937

Geboren am 21. Mai 1885 in Moskau, Sohn des deutschen Großkaufmanns Ludwig Levien. Er besuchte 1893 das deutsche Gymnasium in Moskau, von 1897 bis zum Abitur 1902 in Meißen. Im Herbst 1905 begann er an der Universität Halle ein Studium, das er wegen seiner Beteiligung an der russischen Revolution und einer Gefängnisstrafe 1907/08 in Moskau unterbrechen mußte. Seit 1906 Mitglied der Partei der Sozialrevolutionäre, setzte er sein Studium im Herbst 1908 an der Universität in Zürich fort. Hier wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, hatte Verbindung zu Lenin und wurde Anhänger der Bolschewiki. Im Sommer 1913 promovierte er und übersiedelte anschließend nach Deutschland. Levien nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an und meldete sich am 29.Oktober 1913 freiwillig zum bayerischen Leib-Infanterieregiment, von 1914 bis 1918 Soldat. Im November 1918 ging er nach München, wurde Führer der Spartakusgruppe und Vorsitzender des Soldatenrates und war als Delegierter Münchens auf dem Gründungsparteitag der KPD.

Zusammen mit Eugen Leviné führte er die Münchner KPD auch in der Räterepublik. Levien, der nach der Niederschlagung der Räterepublik verhaftet wurde, konnte im Mai 1919 nach Wien flüchten, wurde aber dort erneut festgenommen. Die bayerische Justiz verlangte seine Auslieferung. Nach langen Verhandlungen lehnte die österreichische Regierung das bayerische Ersuchen ab. Ende 1920 wurde Levien freigelassen, er übersiedelte im Juni 1921 nach Moskau und arbeitete zunächst im Komintern-Apparat. Er wurde 1925 Mitglied der KPdSU, wirkte zuletzt als Professor für Geschichte an der Moskauer Universität. Bereits am 10. Dezember 1936 vom NKWD in Moskau verhaftet und im März 1937 zunächst zu fünf Jahren »Arbeitslager« verurteilt, wurde Max Levien am 16. Juni 1937 jedoch zum Tode verurteilt und sofort erschossen.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten