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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Müller, Rainer

* 26.9.1966

Geb. in Borna (b. Leipzig); Vater Hauptbuchhalter, Mutter Hauptbuchhalterin; aufgewachsen in Benndorf (b. Frohburg); 1973 – 76 Schule in Nenkersdorf, 1976 – 83 POS »Maxim Gorki« in Frohburg; aktiv in der Jungen Gemeinde, wg. Tragens des Aufnähers »Schwerter zu Pflugscharen« nicht zur Abiturausbildung zugelassen; Lehre als Maurer beim VEB Verkehrs- u. Tiefbaukombinat Leipzig, wg. Verweigerung der Unterschrift unter eine offizielle polit. Petition nicht durch den Ausbildungsbetrieb übernommen; Handwerker in der Baubrigade des Kirchenbez. Borna; nach Sonderreifeprüfung Zulassung zum Theologiestudium an der KMU Leipzig, Febr. 1987 Entzug der Studienzulassung nach Wehrdiensttotalverweigerung; Sept. 1987 – 88 Studium am Theolog. Seminar (ehem. Missionsseminar) in Leipzig, ausgeschieden wg. Kritik an der kompromißorientierten Linie der Kirche gegenüber dem Staat im Zusammenhang mit den Friedensgebeten in Leipzig; versch. Eingaben u. Petitionen an staatl. Stellen u. a. zu Umweltfragen u. gegen den Übergriff der Sicherheitsorgane auf die Berliner Umweltbibliothek; 1985 – 87 Mithrsg. der Samizdat-Ztschr. »Namenlos«; ab 1986 Kontakt zur IFM; 1986 Sammlung von Unterschriften zur Durchführung einer Volksabstimmung über die Nutzung der Atomenergie, u. a. auf dem Umwelttag Mölbis; ab 1987 aktiv im Arbeitskreis Solidar. Kirche, in der Umweltgruppe Borna u. in der Arbeitsgruppe Menschenrechte um Pfarrer  Christoph Wonneberger; ab Sommer 1988 aktiv im kirchl. Arbeitskreis Gerechtigkeit u. dessen Sprecher; Sept. 1987 Teiln. am Olof-Palme-Marsch mit einem Plakat gegen Raketenstationierung in der DDR; Teiln. am Umweltgottesdienst in Deutzen u. 1988 am »1. Pleiße-Gedenkumzug« in Leipzig 1988; nach der Ersetzung der Friedensgebete durch entpolitisierte »Montagsgebete« ab Ende Aug. 1988 Durchführung einer »Speakers Corner« (9 Wochen hintereinander) auf dem Leipziger Nikolaikirchplatz, am 24.10.1988 während des »Montagsgebets« in der Leipziger Nikolaikirche Protest-Transparent gegen diese Entscheidung der sächs. Kirchenltg. u. demonstrativer Marsch aus der Kirche, am 26.10. Festnahme, Ordnungsstrafe u. Belehrung; 10.12.1988 Mitgr. der »Arbeitergruppe zur Situation der Menschenrechte in der DDR«; Jan. 1989 nach dem Verteilen eines Aufrufs für eine alternative Demonstration zur offiziellen Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Leipzig verhaftet, Ermittlungsverfahren, nach massiven Protesten eine Woche später freigelassen; Bestrebungen um eine DDR-weite Vernetzung von Oppositionsgruppen, in diesem Zusammenhang Sept. 1988 bis März 1990 Organisation des monatl. Sonnabend-Kreises in Leipzig; vom MfS erfaßt in der OPK »Aktion« u. im OV »Märtyrer«; 1990 Mitgl. des DDR-Sprecherrats der IFM.

1991 – 93 Bündnis 90, ab 1993 Mitgl. des Neuen Forums; Studium der Geschichte an der Univ. Leipzig; lebt als freiberufl. Historiker in Leipzig.

Kowalczuk, I.-S., Sello, T. (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Opposition u. Widerstand in Biographien u. Fotos. Berlin 2006.

Christian Halbrock; Jg. 1963; ab 1993 Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, 2003 Promotion; seitdem wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU in Berlin.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten