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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Niekisch, Ernst

* 23.5.1889 ✝ 23.5.1967

Geb. in Trebnitz (Schles. / Trzebnica, Polen); Vater Feilenhauer; 1907 – 18 Volksschullehrer in Nürnberg; 1917 – 19 SPD; 1918 Vors. des Arbeiter- u. Soldatenrats in Augsburg; 1919 Vors. des ZR der Arbeiter-, Bauern- u. Soldatenräte Bayerns; 1919 – 22 USPD; nach der Niederschlagung der bayr. Räterep. zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt; 1921 Abg. des Bayr. Landtags, Vors. der Fraktion, nach der Vereinigung von USPD u. SPD, 1922/23 stellv. Vors. der Fraktion; 1922 – 26 SPD; 1923 – 26 Sekr. des Dt. Textilarbeiterverb.; anschl. Mitgl. der Altsoz. Partei (Abspaltung der SPD in Sachsen); leitete bis 1928 als Chefred. deren Ztg. »Der Volksstaat« in Dresden; 1928 bis zum Verbot 1935 Hrsg. von »Widerstand – Blätter für nat.-rev. Pol.«; Inhaber des Verlags Der Widerstand in Dresden, später Berlin; E. N. galt als Nationalbolschewist; 1937 Verhaftung wegen konsp. Tätigkeit u. 1939 Verurteilung zu lebenslanger Haft durch den VGH, Zuchthaus Brandenb.-Görden; durch eine schwere Erkrankung teilw. gelähmt u. fast erblindet.

1945 KPD, Ltr. der VHS Berlin-Wilmersdorf, Mitbegr. des KB u. Mitgl. des Berliner Landesvorst.; 1948 ord. Prof. u. Dir. des Inst. zur Erforschung des Imp. an der Univ. Berlin; 1949/50 Mitgl. der Prov. Volkskammer, 1949 – 58 Mitgl. des Präsidialrats des KB; verweigerte 1951 die SED-»Parteiüberprüfung«; nach dem 17.6.1953 Bruch mit der SED; seit 1955 nach eigenem Dafürhalten nicht mehr Mitgl. der SED, 1958 Einzug des SED-Mitgliedsbuchs; wohnte seit 1945 in Berlin (West), wo ihm die Wiedergutmachungsrente als VdN verweigert wurde, dort gest.

U. a. mit seinem Buch »Hitler, ein dt. Verhängnis« (Berlin 1932) hatte E. N. frühzeitig vor Adolf Hitler gewarnt; in seinen Nachkriegsarbeiten thematisierte er v. a. das Versagen der dt. Mittelschicht.

Dt. Daseinsverfehlung. Berlin 1946; Zum Problem der Freiheit. Berlin 1948; Europ. Bilanz. Potsdam 1951; Das Reich der niederen Dämonen. Berlin 1953; Erinnerungen eines dt. Revolutionärs. 2 Bde. Autobiogr. Köln 1958, 1968. Kabermann, F.: Widerstand u. Entscheidung eines dt. Revolutionärs. Köln 1973.

Ilko-Sascha Kowalczuk

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten