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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Nuschke, Otto

* 23.2.1883 ✝ 27.12.1957

Geb. in Frohburg (b. Leipzig); Vater Druckereibesitzer; Bürgerschule in Frohburg; Besuch der Akad. für graph. Künste in Leipzig; 1897 –1901 Ausbildung zum Buchdrucker in Leipzig; 1902 Volontär, 1904 – 08 Chefred. der von Hellmut von Gerlach hrsg. »Hessischen Landesztg.« Marburg; 1902 Mitgl. des Nat.-sozialen Vereins, 1903 der Freisinnigen Vereinigung, 1906 deren Gen.-Sekr. in Marburg; 1908 in Hessen-Nassau u. Waldeck; 1910 Gen.-Sekr. der Fortschrittl. Volkspartei in Kassel; 1910 – 15 Red. des »Berliner Tageblatts«; 1915 – 30 Chefred. der »Berliner Volks-Ztg.«; 1915 Wehrdienst, Gefr. im Garde-Landsturmbat. Zossen; EK; 1918 Mitbegr. der DDP; Mitgl. ihres Geschäftsf. Aussch., Ltr. ihrer Reichsgeschäftsstelle, 1920/21 stellv. Vors. ihres PV; 1919/20 Mitgl. der Verfassungsgebenden Nationalvers.; 1921 – 33 Abg. des Preuß. Landtags; Mitgl. des Vorst. der Dt. Friedensges.; 1919 Gründer u. Vors. des Dt. Demokrat. Pressevereins; 1931 – 33 Reichsgeschäftsf. der DDP bzw. Dt. Staatspartei, verantw. Red. ihres Wochenblatts »Dt. Aufstieg«; 1933 Berufsverbot; Landwirt in Nieder Neuendorf/Havel; illeg. Tätigkeit; verhört u. verhaftet; da er von den Akteuren des 20. Juli 1944 als Ltr. des Rundfunks vorgesehen war, mußte er seit Juli 1944 illeg. leben.

Juni 1945 kurzz. Mitarb. im LDP-Gründungsaussch. Berlin; 1945 Mitbegr. der CDU; Verlagsltr. »Neue Zeit«; 1946 – 52 Abg. des Landtags Brandenb., 1946/47 Mitgl. des Rechts- u. Verfassungsaussch.; 1946/47 Mitgl. des PV, 1947/48 kommissar. PV, ab 1948 1. Vors. der CDU (Nachf. von  Jakob Kaiser); 1948/49 Ko-Vors. des Dt. Volksrats; ab 1949 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1949 – 57 stellv. Min.-Präs. bzw. Stellv. des Vors. des Min.-Rats, u. a. Ltr. der HA Kirchen; 1954 VVO; 1955 Dr. rer. pol. h. c. der KMU Leipzig.

Bürgermstr. Schickenriß Verteidigung u. die Anschuldigungsschrift der preuß. Reg. Berlin 1908; Friedrich Naumann. Berlin 1919; Reden u. Aufsätze 1919 – 1950. Berlin 1957; Mahnung u. Beispiel. Reden u. Aufsätze 1951 – 1957. Berlin 1958. Götting, G.: Vom Werden u. Wirken der CDU – O. N. zum Gedächtnis. Berlin 1958; Wirth, G.: O. N. Berlin 1965; Erinnerungen an O. N. Berlin 1973; Fischer, G.: O. N. Berlin 1983; Schalück, A.: Eine Agentur der Kirchen im Staatsapparat. Berlin 1999; Buchstab, G. (Hrsg.): Christl. Demokraten gegen Hitler. Freiburg 2004.

Helmut Müller-Enbergs

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten