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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Pieck, Wilhelm (Friedrich Wilhelm Reinhold)

* 3.1.1876 ✝ 7.9.1960

Geb. in Guben; Vater Kutscher, Mutter Wäscherin; 1882 – 90 Volksschule u. 1890 – 94 Tischlerlehre in Guben; 1894 – 96 Wanderjahre als Geselle; ab Okt. 1896 – 1906 als Tischlergeselle in Bremen; 1898 Heirat mit der Schneiderin Christine Häfker (3 Kinder: Elly P., verh.  Winter, geb.: 1.11.1898,  Arthur P., geb.: 28.12.1899, Eleonore P., verh.  Staimer, geb. 14.4.1906); 1894 Dt. Holzarb.-Verb.; Ende 1895/96 einige Mon. Vors. von dessen Ortsverein Osnabrück; 1.7.1895 SPD; 1899 Stadtbez.-Vors. der SPD in Bremen; 1900 Vors. der Zahlstelle Bremen des

Dt. Holzarb.-Verb.; 1904 Vorstandsmitgl. u. Hauptkassierer des Bremer Gewerkschaftskartells; unter Einfluß von Heinrich Schulz (Chefred. der sozialdemokrat. »Bremer Bürger-Ztg.«), marxist. Entw. u. linke Parteiposition; Teiln. am Bremer Parteitag der SPD 1904; 1905 Vors. der Pressekommission des Bremer SPD-Organs; 1905 stellv. Vors. des SPD-Bildungsaussch. in Bremen; 1905 – 10 Mitgl. der Bremer Bürgerschaft; Juli 1906 – 10 hauptamtl. Sekr. des Sozialdemokrat. Vereins in Bremen; 1907/08 Teiln. am Halbjahreskurs der zentr. Parteischule der SPD in Berlin (Lehrer u. a. Rosa Luxemburg, Franz Mehring, Heinrich Cunow); Delegierter der SPD-Parteitage 1908 in Nürnberg u. 1909 in Leipzig; März 1910 vom PV zum 2. Sekr. des Zentr. Bildungsaussch. der SPD (Vors.: Heinrich Schulz) u. Sekr. der zentr. Parteischule berufen, enger Kontakt mit Franz Mehring; Delegierter des Chemnitzer Parteitags der SPD 1912; 2. Vors. des Sozialdemokrat. Wahlvereins Berlin-Steglitz; nach Ausbruch des 1. Weltkriegs an Bemühungen zur Sammlung der opp. Kräfte in der Partei beteiligt (zus. mit Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Franz Mehring,  Hermann Duncker); April 1915 beauftragt mit Druck u. Verbreitung der Zschr. »Die Internationale«; Mai 1915 führend beteiligt an der Frauendemonstration gegen den Krieg in Berlin, daraufhin Mai – Okt. 1915 »Schutzhaft«, anschl. Militärdienst (Infanterie) an Neiße u. Westfront (u. a. Verdun); Jan. 1916 Teiln. an der Reichskonferenz der Gruppe Internationale (fortan Spartakusgr.) in Berlin; Dez. 1916 vom PV der SPD als Parteiangest. gekündigt; April 1917 Teiln. an der Reichskonferenz der Spartakusgr. u. Gründungsparteitag der USPD in Gotha; Juni – Okt. 1917 U-Haft, anschl. Desertion u. illeg. Arbeit in Berlin (u. a. an der Vorber. des Streiks der Berliner Rüstungsarb. Jan. 1918 beteiligt); Febr. 1918 Emigr. nach Amsterdam; dort i. A. der Spartakusgr. neben Erwerbstätigkeit als Tischler Arbeit für die Red. des »rev.-soz.« Wochenblatts »Der Kampf«; 26.10.1918 Rückkehr nach Berlin; Mitgl. des illeg. Vollzugsaussch. der Berliner rev. Obleute; seit Bildung des Spartakusbunds (11.11.1918) Mitgl. seiner Zentr., verantw. für rev. Agit.-Arbeit in Berlin; (zus. mit  Jacob Walcher) Vors. des Gründungsparteitags der KPD (30.12.1918 – 1.1.1919 in Berlin); Mitgl. der Zentr. bzw. (ab 1925) des ZK der KPD – 1946, bei den Januarkämpfen 1919 mit Karl Liebknecht eingetreten für den Sturz der Reg. durch bewaffn. Aufstand, 15.1.1919 zus. mit Karl Liebknecht u. Rosa Luxemburg verhaftet, 17.1.1919 Flucht (unter umstrittenen Umständen); Juli – Nov. 1919 erneut verhaftet u. Flucht; März 1920 von der KPD-Zentr. als pol. Berater der Roten Ruhrarmee entsandt; seit April 1920 Mitgl. einer Militärkommission der KPD-Zentr.; Referat auf dem 4. Parteitag der KPD (April 1920 in Berlin) zur Wahlagit. für die Reichstagswahlen; auf dem Vereinigungsparteitag der USPD-Linken mit der KPD (Dez. 1920 in Berlin) Wahl zum Sekr. der Zentr.; 1920 – 24 Ltr. ihres Org.-Büros; Berichterstatter der Geschäftsberichte der Zentr. auf dem 7. u. 8. Parteitag der KPD (1921 bzw. 1923); Sept. – Nov. 1921 erste Reise nach Sowjetrußland (zus. mit Fritz Heckert) zur Berichterstattung vor dem EKKI u. Beratungen mit Wladimir I. Lenin u. a. Führern der KPR(B); 1921 – 28 Mitgl. des Preuß. Landtags; seit 1922 Mitgl. des EK der IRH, Nov. 1937 – Juli 1941 (Auflösung) dessen Vors.; 1924 Ltg. der RHD (zus. mit Clara Zetkin), ab März 1925 – 33 Vors. ihres ZK bzw. Zentralvorst.; Aug. 1923 Mitgl. eines Aussch. zur Aufstandsvorber. u. Ltr. einer Kommission für Waffenbeschaffung; Dez. 1923/Jan. 1924 (zus. mit anderen Mitgl. der Partei-Zentr.) zu Beratungen im EKKI; Teiln. an Trauerfeierlichkeiten anläßl. des Todes von Wladimir I. Lenin u. erste Begegnung mit Jossif W. Stalin; ab Okt. 1925 Ltr. der Geschäftsabt. u. ab Dez. 1925 des Org.-Büros, Febr. 1926 – Nov. 1929 Pol.-Sekr. der BL Berlin-Brandenb.-Lausitz (im Zuge innerparteilicher Cliquenkämpfe von  Walter Ulbricht abgelöst); seit 18.11.1926 Mitgl. des PB bis zu dessen Auflösung März 1937; ab Dez. 1929 Ltr. der Kommunalpol. Abt. des ZK der KPD; 1928 – 43 Mitgl. des EKKI, ab 1931 auch des Präs. u. des Pol.-Sekr. des EKKI; 1928 – 33 Mitgl. des Dt. Reichstags; 1929 – 33 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Berlin u. Fraktionsvors. der KPD; 1929 – 33 Mitgl. des Preuß. Staatsrats; 1932 – 33 Mitgl. des Preuß. Landtags u. Fraktionsvors. der KPD; Nov. 1930 – Juni 1932 Vertreter der KPD beim EKKI; Jan. – Mai 1932 Rektor der Internat. Lenin-Schule der KI in Moskau; Juli 1932 Kand. des Sekr. des ZK der KPD u. mit der Ltg. der parl. Tätigkeit der KPD beauftragt; zugl. Anleitung einer Abt. Waffen- u. Materialbestände; 7.2.1933 Teiln. an der illeg. Funktionärsberatung des ZK in Ziegenhals (b. Berlin); 23.2.1933 Auftreten auf der letzten legalen Massenkundgebung der KPD in Berlin (Sportpalast); bei der Reichstagswahl 5.3.1933 erneutes Mandat (annuliert), illeg. Führungsarbeit; ab 25.5.1933 auf Anweisung der KI zus. mit  Franz Dahlem u. Wilhelm Florin als illeg. »Auslandsltg.« der KPD in Paris; Mitte Nov. – Ende Dez. 1933 in Moskau; Berichterstatter auf dem XIII. Plenum des EKKI über Lage in Dtl. u. Tätigkeit der KPD, vertrat in Auseinandersetzungen innerhalb der Auslandsltg. (seit April 1934) zus. mit Walter Ulbricht die sich verändernde taktische Linie der KI-Führung (Einheits -u. Volksfront); Reisen nach Moskau 10. – 25.7., 15.9. – 3.10. u. zus. mit der Auslandsltg. ab 17.12.1934 zur Klärung der Differenzen (bes. mit F. Schulte, H. Schubert, Franz Dahlem u. Wilhelm Florin) u. Vorber. des VII. Weltkongresses der KI; 3. – 17.1.1935 zu Beratungen der Politkommission des EKKI (u. a. Georgi Dimitroff, Manuilski) mit den KPD-Führungskadern; Verbleib in Moskau zur Vorber. des VII. Weltkongr. (25.7. – 20.8. 1935), erstattet den Tätigkeitsbericht des EKKI; Wahl zum Sekr. des EKKI; auf sog. Brüsseler Parteikonferenz der KPD (3. – 15.10. 1935 b. Moskau) Hauptreferat (»Der neue Weg zum gem. Kampf für den Sturz der Hitlerdiktatur«) im Sinne der takt. Neuorientierung der KI auf Einheits- u. Volksfrontpol.; Wahl zum Parteivors. für die Zeit der Haft Ernst Thälmanns, pol. Führungstätigkeit zus. mit den bei der KI verbleibenden PB-Mitgl. Wilhelm Florin u. Fritz Heckert (gest. 7.4. 1936); seit 3.10.1935 zugl. Ltr. des Balkansekr. des EKKI; 28.5. – 28.6.1936 Aufenthalt in Paris zur Aktivierung der Volksfrontarbeit i. A. der KI, u. a. erw. PB-Sitzung; Teiln. an Sitzungen des Aussch. zur Vorber. einer dt. Volksfront (Vors.:  Heinrich Mann), Entwurf von »Richtlinien für die Ausarbeitung einer pol. Plattform der dt. Volksfront«; zwischenzeitl. auch Beratungen in Amsterdam mit dortiger KPD-Abschnittsltg.; März 1937 Aufhebung des PB der KPD auf Beschluß des EKKI-Sekr.; Febr. – Mai 1938 intensive Beratungen im EKKI mit den KPD-Führungskadern wegen Differenzen im Pariser Volksfrontaussch. (Ablösung  Walter Ulbrichts als Ltr. des Pariser KPD-Sekr.), 14.9.1938 – 14.2.1939 erneuter Aufenthalt in Paris zwecks Überwindung der Schwierigkeiten im Volksfrontaussch. u. Vorber. einer erw. ZK-Sitzung, u. a. Gespräche mit Heinrich u. Thomas Mann, F. Stampfer (SPD) u. Jacob Walcher (KPO), Teiln. an Sitzungen des Volksfrontaussch., Hauptreferat auf sog. Berner Parteikonferenz der KPD (30.1. – 1.2.1939 b. Paris); 10. – 21.3.1939 Teiln. am XVIII. Parteitag der KPdSU(B); nach Internierung der Pariser KPD-Sekr.-Mitgl. bei Ausbruch des 2. Weltkriegs erklären sich die bei der KI in Moskau agierenden ZK-Mitgl. (neben W. P., Wilhelm Florin, Walter Ulbricht u. Herbert Wehner bzw. »Funk«) Sept. 1939 zur Führung der KPD; 23.5. – 6.7.1940 Krankenhausaufenthalt u. Kur; Anleitung des in der UdSSR ab 10.9. 1941 tätigen »Dt. Volkssenders« als propagandist. Hauptorgan der KPD-Führung, Okt. 1941 Aufruf »An das dt. Volk u. an das dt. Heer«; 15.10.1941 Evakuierung mit EKKI nach Ufa, 5.11. – 27.12.1941 Erkrankung; 27.3.1942 Rückkehr nach Moskau; 25.1.1942 Mitunterz. eines Aufrufs von 60 KPD-Funktionären u. dt. Schriftst. u. Künstlern in der UdSSR; Dez. 1942 Mitverf. eines mit der KI-Führung erarbeiteten fiktiven »Friedensmanifests der westdt. Beratung der nat. Friedensbew.« als aktuelle Programmatik der KPD-Führung für den antifa. Kampf; 1942 – 45 Ansprachen im Rahmen der dt.-spr. Sendungen des Moskauer Rundfunks; ab Febr. 1943 Konzipierung differenzierter Arbeitsgr. der KPD-Führung zur Einflußn. auf den antifa. Widerstandskampf in Dtl. (Gewerkschaften, Militär, Bauern, Frauen, Jugend, Org.-Fragen der Partei), Auftreten in Kriegsgefangenenlagern (April 1942 u. Febr. bzw. Juni 1943 in Krasnogorsk, Juni 1943 im Offizierslager Susdal u. a.); seit Mai 1943 mit sowj. Parteifunktionären u. Politorganen der Roten Armee Vorber. zur Gründung des Nationalkomitees Freies Dtl., Teiln. an der Gründungskonferenz des NKFD (12./13.7.1943 in Krasnogorsk), Mitgl. des NKFD u. aktive Einflußn.; Teiln. an der Gründungskonferenz des Bunds Dt. Offz. (11./12.9.1943); März 1944 – April 1945 Ltg. der »Arbeitskommission des ZK der KPD« zur Ausarbeitung der Programmatik für die Nachkriegszeit; Okt. 1944 Entwurf eines »Aktionsprogramms des Blocks der kämpfer. Demokratie«; ab Sept. 1944 Lektionen an neugeschaff. Parteischule der KPD bei Moskau u. in der Abendschule zur Vorber. leitender Kader für den Einsatz im Nachkriegsdtl.; Anf. April 1945 zus. mit sowj. Partei- u. Armeeorganen Ausarbeitung von »Richtlinien für die Arbeit der dt. Antifaschisten in dem von der Roten Armee besetzten dt. Gebiet«.

4. – 9.6.1945 Beratungen mit den Ltr. der drei nach Dtl. entsandten, i. A. der Roten Armee tätigen Gruppen von KPD-Funktionären (Walter Ulbricht,  Anton Ackermann,  Gustav Sobottka) bei Jossif W. Stalin u. a. PB-Mitgl. der KPdSU sowie Georgi Dimitroff zur Ausarbeitung des Aufrufs der KPD vom 11.6.1945 u. der nächsten Aufgaben der Partei; Juli 1945 Rückkehr nach Dtl. (Berlin); Vors. des am 2.7.1945 gebildeten Sekr. des ZK der KPD; 19.7.1945 Auftreten auf der ersten Großkundgebung der KPD in Berlin-Neukölln; führend beteiligt an der Schaffung des Blocks der antifa.-demokrat. Parteien (14.7.1945) u. bei der Vereinigung von KPD/SPD in der SBZ (im gem. zentr. Arbeitsaussch., bei den gem. »Sechziger-Konferenzen« (20./21.12.1945 u. 26.2.1946) u. ab 15.1.1946 in der zus. mit  Otto Grotewohl geleiteten gem. Studienkommission zur Ausarbeitung der »Grundsätze u. Ziele der SED« u. des Parteistatuts); engste Zusammenarbeit mit Vertretern der SMAD ( Wladimir S. Semjonow,  Fjodor J. Bokow,  Sergej I. Tulpanow u. a.); 2.9.1945 Rede vor Landarb. / Bauern in Kyritz zum Auftakt der Bodenreform in der SBZ, Rede auf der Zentr. Kulturtagung der KPD (3. – 5.2.1946 in Berlin); Auftreten auf der Reichskonferenz der KPD (2./3.3.1946 Berlin), dem 15. Parteitag der KPD (19./20.4.1946) u. dem Vereinigungsparteitag KPD/SPD (21./22.4.1946 in Berlin); gem. mit Otto Grotewohl parität. Vors. der SED bis April 1954 u. Mitgl. des ZS bzw. (ab Jan. 1949) des PB des PV bis zu seinem Ableben; gem. mit Otto Grotewohl propagandist. Auftreten in der brit. u. amerik. Zone (Juli 1946 bzw. März 1947); 1946 – 49 Abg. des Brandenb. Landtags; Pol. Bericht des PV auf dem II. Parteitag der SED (20. – 24.9.1947 in Berlin); maßgebl. beteiligt an der ab Mitte 1948 forcierten Entw. der SED zu einer Partei neuen Typus nach Stalinschem Vorbild; 1947 – 52 Teiln. an sieben Beratungen der SED-Führungsspitzen in Moskau mit Jossif W. Stalin u. a. PB-Mitgl. der KPdSU: 30.1. – 7.2.1947 (31.1. Stalin), 25. – 31.3.1948, 12. – 24.12.1948 (18.12. Stalin), 16. – 28.9.1949, 3. – 6.5.1950 (Stalin), 29.3. – 10.4.1952 (1. u. 7.4. Stalin); 10. – 16.10.1952 Teiln. am XIX. Parteitag der KPdSU (11.10. Begrüßungsansprache); Juni 1948 gem. mit Otto Grotewohl Reisen nach Ungarn, Rumänien, Bulgarien u. in die ČSR bzw. Mai 1949 nach Polen u. Sept. 1949 in die ČSR zum Ausbau der Verbindungen mit den »Bruderparteien« der »volksdemokrat. Staaten« bzw. zur Anbahnung von Wirtschaftsbeziehungen; führende Rolle bei der Entw. der »Volkskongreßbew. für Einheit u. gerechten Frieden: Kovors. des auf dem ersten Dt. Volkskongreß (6./7.12.1947 in Berlin) gewählten Ständ. Aussch. bzw. des auf dem zweiten Dt. Volkskongreß (17./18.3.1848) gewählten Dt. Volksrats; 11.10.1949 von Prov. Volkskammer u. Prov. Länderkammer der DDR zum Präs. der DDR gewählt; erstattet auf dem III. Parteitag der SED (20. – 24.7.1950 in Berlin) den Bericht des PV; Rede auf dem I. Nationalkongreß der NF (25./26.8.1950 in Berlin), der die offiz. Vorber. der ersten Einheitslistenwahlen zur DDR-Volkskammer einleitete; Staatsreisen Dez. 1950 in die VR Polen u. Okt. 1951 in die ČSR; Auftreten auf der II. Parteikonferenz der SED (9. – 12.7.1952 in Berlin), die den planm. Aufbau der Grundlagen des Soz. in der DDR beschließt; 19.2.1953 Beginn einer schweren Erkrankung, nach klinischer Behandlung 27.4. – 30.7.1953 Kuraufenthalt in Barwicha b. Moskau; während dieser Zeit Gespräche mit Wjatscheslaw Molotow (28.5. u. 25.6.) u. Michail Suslow (29.5. u. 16.7.); 5.8.1953 Wiederaufn. der Amtsgeschäfte, weitgehend auf Repräsentationspflichten beschränkt; Begrüßungsansprache auf dem IV. Parteitag (30.3. –6.4.1954 in Berlin); bes. ab März 1956 wegen erneut verschlechtertem Gesundheitszustand stark eingeschränkte Amtsausübung; 31.1.1957 letztmalige Teiln. an einer ZK-Tagung; Teiln. am V. Parteitag der SED nur zur Eröffnung am 10.7.1958; 1951 Held der Arbeit; 1953 KMO; 1954 VVO; zahlr. ausländische Orden; gest. in Berlin.

Reden u. Aufsätze, Bd. I/II. Berlin 1954; Gesammelte Reden u. Schriften, Bd. I-VI, IML beim ZK der SED. Berlin 1959 – 1981; Badstübner, R., Loth, W. (Hrsg.): W. P. Aufzeichnungen zur Deutschlandpol. 1945 – 53. Berlin 1994. Voßke, H., Nitzsche, G.: W. P. Biogr. Abriß. IML. Berlin 1975; Voßke, H.: W. P. Leipzig 1975; W. P.: Bilder u. Dok. aus dem Leben des ersten dt. Arbeiterpräs. Berlin 1955; Unser Wilhelm (Erinnerungen an W. P.), zusammengest. u. eingel. von H. Voßke. IML. Berlin 1979.

Horst Laude / Helmut Müller-Enbergs

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten