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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Röbelen, Gustav

* 3.4.1905 ✝ 28.4.1967

Geb. in Bregenz/Bodensee (Österr.); Vater Eisenwarenhändler und Schlosser; 1911 – 19 Volksschule in Bregenz; 1919 – 21 Ausbildung zum Kfm. im Geschäft des Vaters; 1921 – 29 kfm. Angest. in Karlsruhe, Oppeln, Dresden, Weimar u. Bremerhaven; 1929 KPD Bremen; Straßenzellen-Pol.-Ltr., Stadtteil-Pol.-Ltr.; 1929 RGO, RH, IAH u. 1933 Kampfbund gegen Fasch.; 1933 Flucht nach Belgien wegen Sprengstoffdiebstahls u. Körperverletzung; 1933/34 Grenzarbeit für die KPD; 1934 verhaftet; Ltr. der Emigrantengr. für Flandern in Gent; 1936 – 39 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg, Kapitän der span. Volksarmee, Teiln. an den Kämpfen um Madrid; Jan. 1937 Partisanenschule; ab Feb. 1937 zu den Partisanen, Kdr. einer Panzerspezialgr.; 1938 KP Spaniens; »besondere Arbeit« für das NKWD in mehreren europ. Ländern; Febr. 1939 in Frankreich; April 1939 in Moskau; 1939/40 Schlosser in Mytischtschi (b. Moskau); Jan. – Juni 1941 Parteischule des ZK der KPdSU(B) in Moskau (Puschkino), durch Kriegsausbruch abgebrochen; Mobilisierung als Offz. des NKWD; 1941 – 45 Offz. der Roten Armee; Sept. 1941 – Aug. 1943 nachrichtendienstl. Arbeit im Orient (Iran); 1943/44 Schulungsarbeit unter dt. Kriegsgefangenen; Sept. 1944 – Okt. 1945 Partisan in Belorußland u. Litauen (NKWD-»Spezialarbeiten«).

März 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); April 1946 – April 1948 Dt. Kommission für Sequestierung u. Beschlagnahme, Ltr. der Abt. Allg. Verw. u. Personal, dort Kontrolle der Enteignungen von Kriegsverbrechern in Thür.; Mai – Aug. 1948 stellv. Ltr. des Amts für Verw. der DWK; 1948/49 Mitgl. der ZKSK, nach Konflikten mit  Fritz Lange, der die Anwendung »unzulässiger Verhörmethoden« durch R. ablehnte, abgelöst; Mai 1949 – Nov. 1956 Ltr. der HV zum Schutz der Volkswirtschaft bzw. ab 1950 der M-Abt. im ZK der SED (auch »Abt. 202 VW«) u. ab 1953 der neugeschaffenen Abt. für Sicherheitsfragen des ZK der SED; beteiligt am Aufbau von DVP, KVP, MfS u. NVA; 1949 – 56 Chefinspekteur, dann Gen.-Major der DVP; ab Herbst 1956 Ltr. der Abt. Patriot. Erziehung (»Dienststelle R.«, später Verw. 15) beim MfNV, zuständig für »Partisanenaktionen« in der Bundesrep. Dtl.; 1957 – 59 Oberst der NVA, Verw.-Ltr. im MfNV; 1959 – 64 Ltr. der Schulverw. im Min. für Verkehrswesen; März 1964 Ruhestand; 1965 VVO; gest. in Berlin.

Fingerle, S.; Gieseke, J.: Partisanen des Kalten Krieges. Die Untergrundtruppe der Nat. Volksarmee 1957 – 1962 u. ihre Übernahme durch die Staatssicherheit. Berlin 1996; Auerbach, T.: Einsatzkommandos an der unsichtbaren Front. Die Sabotagevorber. des MfS gegen die Bundesrep. Berlin 1999; Horstmann, Th.: Logik der Willkür. Köln u. a. 2002.

Bernd-Rainer Barth

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten