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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Rubiner, Frida

* 28.4.1879 ✝ 21.1.1952

Geb. in Mariampol (Rußland / Litauen) in einer jüd. Fam.; Vater Angest.; Volksschule; Schneiderin, Autodidaktin; Mädchengymn. in Kowno (Kaunas); 1899 – 03 Studium der Physik in Berlin u. Zürich, finanziert durch Schneiderarbeiten; 1903 Prom. mit der Arbeit »Über die Ausnahmestellung der Wärme unter den Energieformen«; 1906 Übersiedl. nach Frankfurt (Main), SPD; ab 1908 in Berlin, dort Mathematiklehrerin; 1911 Heirat mit dem Schriftsteller u. Anarchokommunisten Ludwig Rubiner; 1913 – 18 mit ihrem Mann Emigr. in die Schweiz; gehörte ab 1915 zur »Zimmerwalder Linken«; übersetzte mehrere Arbeiten Wladimir I. Lenins (u. a. »Staat u. Rev.«, 1918) u. Leo Trotzkis; Dez. 1918 Ausweisung aus der Schweiz; Febr. 1919 Rückkehr nach Dtl.; Mitbegr. der KPD; in deren Auftrag Teiln. am Gründungskongreß der KI in Moskau; Frühjahr 1919 nach München, Mitgl. im Propagandaausschuß der Münchner Räterep.; Nov. 1919 zu 21 Mon. Festungshaft verurteilt, vorz. entlassen; 1920 – 22 Red. der »Roten Fahne« in Wien, 1921/22 KPÖ; 1922 – 24 Korrespondentin der »Inprekor« in Moskau; 1924 – 30 in Berlin Propagandistin der KPD; 1924 – 27 Red. »Die Rote Fahne« in Berlin; Anhängerin der »ultralinken« KPD-Strömung um Ruth Fischer u. Arkadi Maslow; ab 1927 Lehrerin an KPD-Parteischulen; Nov. 1929 nach Moskau; bis Nov. 1931 wiss. Mitarb. am Marx-Engels-Inst. Moskau, erste Übersetzerin der Werke Lenins ins Deutsche; 1931/32 propagandist. Arbeit unter den in der UdSSR beschäftigten dt. Arbeitern; Dez. 1932 – Aug. 1933 Sekr. des EK der IRH/MOPR in Moskau; 1933 – 35 Mitarb. der Presseabt. des EKKI, Ltr. der roman. Verlagsgruppe; 1936 sowj. Staatsbürgerschaft; 1935 – 38 Ltr. der Presseabt. der sowj. Literaturagentur; Mai 1938 vom NKWD in Moskau verhaftet, nach Anwerbung als geheime Mitarb. wieder entlassen; Dez. 1938 – Juni 1941 Red. im Verlag für fremdspr. Lit. in Moskau; ab Juni 1941 leitende Funktionen in der pol. HV der Roten Armee (GlavPURKKA), Ltr. des »Umschulungsprogramms« für dt. Kriegsgefangene in der UdSSR, 1941 – 45 dt. Red. im INO-Radio; kontrollierte die NKFD-Prop.; Juli 1945 – Jan. 1946 verantw. Sekr. des NKFD; 1945/46 Lehrerin an einer KPD-Schule b. Moskau.

Juni 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); Dekan für Grundlagen des Marxismus an der PHS in Liebenwalde, später Kleinmachnow; Übersetzerin, umfgr. publizist., kulturpol. u. liter. Arbeit; 1949 Dr. h. c. der Univ. Leipzig; F. R. hat als ML-Lehrerin in Moskau u. Berlin zahlr. SED-Spitzenkader ideolog. geprägt; gest. in Kleinmachnow (b. Berlin).

Sowjetrußland von heute. Berlin 1925; Die Grundlagen des Sowjetstaates. Berlin 1927; Der Grosse Stern. Eine unromant. Wolgafahrt. Wien 1930; Eine Wende in der Menschheitsgesch. Zum 30. Jahrestag der Oktoberrev. Berlin 1948; Einst unglaubliche Berichte. Berlin 1987 (mit Bibl. der Publizistik u. Buchausgaben, hrsg. H. W. Schwarz). Götze, D.: »Meine Mission ist, die Vermittlerin der UdSSR in Dtl. zu sein ?« F. R. In: BzG (1977) 9; Schwarz, H. W.: F. R. In: Schwarz: Internationalistinnen. Sechs Lebensbilder. Berlin 1989; Heeke, M.: Reisen zu den Sowjets. Münster 2003.

Bernd-Rainer Barth

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten