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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Schaefter, Erna

* 24.6.1892 ✝ 5.9.1968

Geboren am 24. Juni 1892 in Berlin als Erna Kosky, Tochter eines Lederarbeiters; Stenotypistin und Sekretärin. Im Sommer 1914 Heirat mit Richard Schaefter (* 1893 – † ?). Dieser war während der Novemberrevolution Kommandant des von Kommunisten besetzten Wolffschen Telegraphenbüros, mußte 1919 fliehen und arbeitete später bei der Russischen Telegraphenagentur ROSTA. Erna Schaefter wurde 1919 Mitglied der USPD, 1922 der KPD, arbeitete in Verlagsunternehmungen der KPD bzw. in der preußischen Landtagsfraktion, später auch in der juristischen Abteilung unter Felix Halle und ab 1928 als Sekretärin bei Eugen Schönhaar. Ab Oktober 1930 in der sowjetischen Handelsvertretung beschäftigt, emigrierte sie 1934 in die Sowjetunion, dort Bibliothekarin in Podolsk. Ihr zweiter Mann war der ungarische Kommunist, Komintern-Funktionär und spätere Redakteur der »Roten Fahne« Béla Vago (* 1889 – † 1939). Er wurde am 28. Februar 1938 in Moskau vom NKWD verhaftet, der Spionage und der Teilnahme an einer konterrevolutionären terroristischen Organisation beschuldigt, am 10. März 1939 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Erna Schaefter saß bereits seit August 1937 in NKWD-Haft, wurde am 28. November 1937 wegen »Verdachts der Spionage« aus der Sowjetunion ausgewiesen und traf im Januar 1938 in NS-Deutschland ein. Nach Gestapoverhören fand sie als Sekretärin in Berlin Arbeit und bekam später Verbindung zur Widerstandsgruppe um Robert Uhrig. 1945/46 Mitglied der KPD/SED, zunächst im Magistrat von Groß-Berlin tätig, später in der Generaldirektion Kraftverkehr und Schiffahrtswesen, ab April 1949 bei der Deutschen Reichsbahn. Erna Schaefter starb am 5. September 1968 in Ost-Berlin.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten