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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Schaible, Richard Otto

* 7.11.1900 ✝ 14.12.1953

(* 1900 – † 1953)

Geboren am 7. November 1900 in Leipzig, Sohn eines Buchbinders und sozialdemokratischen Funktionärs. Ab 1915 Kaufmannslehre in Hamburg und Eintritt in die Sozialdemokratische Jugend, Kontakt zur Spartakusgruppe und zu den Bremer Linksradikalen. Im September 1917 verhaftet, im Januar 1918 vom Kriegsgericht wegen Verbreitung illegaler Schriften zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach drei Monaten vom Hamburger Senat begnadigt, mußte er zum Heeresdienst, war Pionier-Minenwerfer in Arys (Ostpreußen). Seit der Revolution in Hamburg bei den Linksradikalen (Internationale Kommunisten) und der kommunistischen »Freien Jugend«. 1919 Mitglied der KPD, Mitarbeit an der »Kommunistischen Arbeiterzeitung«. Im März 1921 Volontär der Berliner »Roten Fahne«, Anfang 1922 in der »Hamburger Volkszeitung« zunächst Gewerkschaftsredakteur, dann politischer Redakteur. Schaible war Teilnehmer am Oktoberaufstand 1923 in Hamburg, deswegen 1924 kurze Untersuchungshaft. Danach Versetzung nach Stuttgart, von Mai bis August 1924 Chefredakteur der »Süddeutschen Arbeiterzeitung«. Schaible wurde 1925 im Prozeß gegen Hugo Urbahns zu zweieinhalb Jahren Festung verurteilt, aber nach sechs Monaten aufgrund der »Hindenburg-Amnestie« entlassen. 1926 Chefredakteur der »Freiheit« in Düsseldorf sowie kurze Zeit Agitpropsekretär der BL Niederrhein, dann politischer Redakteur der »Freiheit«. Ab 1928 im Zentralvorstand der Roten Hilfe in Berlin; Redakteur deren Zeitschrift »Tribunal«. Von 1929 bis März 1931 in der politischen Redaktion der »Roten Fahne«, dann Chefredakteur der »Arbeiterzeitung« Bremen. Am 30. Juli 1933 verhaftet; im März 1934 freigelassen, nochmals – wie seine Frau Elsa – Mitte 1937 etliche Monate inhaftiert. Bei Kriegsausbruch 1939 zum Militär eingezogen, von 1941 bis 1943 Soldat in Afrika. Im Juli 1945 Rückkehr nach Hamburg, wieder Mitglied der KPD, Redakteur und kurz Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«, aber im Mai 1946 für ein Jahr aller Parteifunktionen enthoben. Im Sommer 1949 übernahm er das Redaktionssekretariat der »Hamburger Volkszeitung«, bis dann im November 1949 die Mitteilung des PV der KPD eintraf, daß Schaible bereits 1947 aus der KPD ausgeschlossen worden sei. Ab Mai 1950 Hamburger Korrespondent des Ostberliner Deutschlandsenders, ab 1952 Geschäftsführer des »Komitees zur Verteidigung deutscher Patrioten« in Hamburg. Nach einem Herzinfarkt starb Richard Schaible am 14. Dezember 1953 in Hamburg.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten