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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Schoenbeck, Willi

* 14.2.1886 ✝ 12.12.1957

Geboren am 14. Februar 1886 in Berlin, Sohn eines Graveurs; besuchte das Luisenstädtische Realgymnasium, das er nach dem Tod des Vaters verlassen mußte, daraufhin Lehre und Arbeit als Kaufmann. Schoenbeck wurde 1905 Mitglied der SPD, 1907 Unterbezirkskassierer und Vorstandsmitglied des 3. Berliner SPD-Wahlkreises. 1910 besuchte er die Parteischule in Berlin, von 1911 bis 1914 führte er eine selbständige Betriebswerkstatt für Herrenkonfektion in Brüssel, dort aktiv im DAV. Im August 1914 als Schneider wieder in Berlin, hielt er Verbindung zu Julian Borchardt, dem Herausgeber der Zeitschrift »Lichtstrahlen« und Johann Knief in Bremen. 1915/16 Heeresdienst, desertierte im Juni 1916, lebte bis November illegal in Berlin. Mitglied des Spartakusbundes, flüchtete nach Amsterdam und war hier Mitbegründer der Deutschen Sektion der Sozialistischen Partei Hollands sowie Redaktionsmitglied der Wochenschrift »Der Kampf«. Am 20. November 1918 kehrte Schoenbeck nach Berlin zurück, war bis Mitte Januar 1919 Sekretär des Polizeipräsidenten von Neukölln Josef Koering. Schoenbeck war Delegierter des Gründungsparteitags der KPD Ende 1918. Von Januar bis März 1919 Herausgeber und Redakteur der KPD-Zeitung »Spartakus« und Leiter des Bezirksbüros der KPD in Essen, dann bis November 1919 Haft im Zuchthaus Werl (zusammen mit Otto Brass). Während des Kapp-Putsches mit Walter Stoecker im Aktionsausschuß Rheinland/Westfalen in Düsseldorf. Er war Delegierter des II., III. und IV. Parteitags der KPD, auf dem IV. Parteitag in die Mandatsprüfungskommission gewählt. 1921 zog Schoenbeck als Abgeordneter in den Preußischen Landtag ein. Von 1920 bis 1922 Orgleiter für Rheinland/Westfalen-Süd in Düsseldorf, vom 1.Januar 1923 bis Ende 1924 Sekretär in der Gewerkschaftsabteilung der Zentrale der KPD. Ab 1925 Geschäftsführer der »Schlesischen Arbeiter-Zeitung« in Breslau, im Januar 1926 Sekretär im Reichsausschuß zur entschädigungslosen Enteignung der Fürsten, von 1927 bis 1930 Prokurist des Kosmos-Verlages (ein Münzenberg-Unternehmen) und Geschäftsführer der »Welt am Abend«. Dort im Januar 1929 gemaßregelt, weil er sich weigerte, die Rechten zu entlassen. Daraufhin im Februar 1929 aus der KPD ausgeschlossen, bis 1930 aktiv in der KPO, näherte sich dann wieder der KPD. Der durch Schwerhörigkeit behinderte Schoenbeck fand Beschäftigung im »Münzenberg-Konzern« und konnte von 1930 bis 1933 unter Kurt Kersten bei der »Welt am Abend« mitarbeiten. Im März 1933 entzog er sich der Verhaftung durch Flucht und hielt sich längere Zeit in Zeitz und Merseburg auf. Bis 1938 erwerbslos, leistete er gemeinsam mit Jakob Schloer und Karl Baier in Berlin illegale Arbeit und wurde 1945 noch inhaftiert. Seit Juni 1945 in der KPD, übte er nur kleinere Funktionen in der Gewerkschaft aus. Im September 1945 gemeinsam mit Otto Brass Begründer der Verlages Die Freie Gewerkschaft und ab 1948 Hauptabteilungsleiter der Vertriebsleitung des Tribüne-Verlages. Willi Schoenbeck starb am 12. Dezember 1957 in Ost-Berlin.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten