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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Serow, Iwan Alexandrowitsch

* 25.8.1905 ✝ 1.7.1990

Geb. in Afimskaja (Gebiet Wologda); Vater Polizeibeamter; bis 1923 Mittelschule; Ltr. des Dorfsowjets von Samansk; 1925 – 28 Besuch der Militärschule in Leningrad; 1926 KPdSU; Artillerieoffz.; 1935 – 39 Besuch der Militärakad. »Frunse«; ab 1939 Mitarb. des NKWD u. steiler Aufstieg vom stellv. HV-Ltr. für Arbeiter- u. Bauernmiliz zum stellv. Ltr. der HV für Staatssicherheit (Nachf. von  Bogdan S. Kobulow); Sept. 1939 – Febr. 1941 Volkskommissar für Inneres der Ukrain. SSR; 1939/40 zus. mit dt. Dienststellen Maßnahmen zur Integration von ostpoln. Gebieten in die UdSSR durchgeführt (Hitler-Stalin-Pakt) u. ltd. Teiln. an Verfolgungs- u. Deportationsmaßn.; Mitgl. des PB des ZK der KP Ukraine; 1940, 1945, 1952 u. 1955 Lenin-Orden; ab Feb. 1941 Erster Stellv. des NKGB bzw. Stellv. des NKWD; 1941 – 50 Mitgl. des Obersten Sowjets der UdSSR u. Kand. des ZK der KPdSU; wiederholt für militär. u. polizeil. Sonderaufg. (Verteidigung Moskaus, Industrieevakuierung u. Massendeporationen) eingesetzt; 1944/45 NKWD-Beauftragter in Polen, zuständig für »Säuberung des Hinterlandes«; ab Jan. 1945 NKWD-Beauftragter bei der 1. Weißruss. Front; März/April 1945 Berater des NKWD der UdSSR beim poln. Min. für öffentl. Sicherheit; dort ließ er die Ltg. des Heimatwiderstands der poln. Exilreg. verhaften; Mai 1945 stellv. Oberbefehlshaber der 1. Weißruss. Front für Zivilangelegenh.

Juni 1945 – Febr. 1947 stellv. Oberster Chef der SMAD für Fragen der Zivilverw.; Bevollm. des NKWD / MWD u. des NKGB / MGB der UdSSR in Dtl.; 1945 Gen.-Oberst; 1945 Held der Sowjetunion (1963 aberkannt); nachrichtendienstl. Arbeit in Westdtl. (Reaktor- u. Raketenantriebsforschung); 1947 – 54 Erster stellv. Innenmin. der UdSSR, zuständig für Miliz, MWD-Lager, »Bandenbekämpfung«, Grenztruppen, Spionageabwehr sowie Kriegsgefangenenlager; ab 1953 verantw. für alle zentr. Bereiche der nachrichtendienstl. Arbeit; 1954 – 58 Gründer u. Ltr. des Komitees für Staatssicherheit beim Min.-Rat der UdSSR (KGB); 1955 Armee-Gen.; 1956 maßgebl. Anteil an der Niederschlagung des Ungar. Volksaufstands 1956; 1958 – 63 Chef des militär. Geheimdienstes (GRU); stellv. Chef des Gen.-Stabs; 1956 – 61 Mitgl. des ZK der KPdSU; 1958 – 62 Deputierter des Obersten Sowjets der UdSSR; 1963 entlassen u. zum Gen.-Major degradiert (nachdem sein Freund Oleg W. Penkowski wegen Spionage für die USA verhaftet worden war); 1963 – 65 Berater von Militärbez.-Kommandeuren; 1965 Ruhestand u. KPdSU-Ausschl. wegen »Verletzung soz. Gesetzlichkeit u. Amtsmißbrauchs für private Zwecke«; gest. in Moskau.

Petrov, N.: General Ivan Serov – der erste Vors. des KGB. In: Forum für osteurop. Ideen- und Zeitgeschichte. 1998; Bailey, G., Kondraschow, S. A., Murphy, D. E.: Die unsichtbare Front. Berlin 1997; Foitzik, J.: Sowj. Militäradministration in Dtl. 1945 – 1949. Berlin 1999.

Jan Foitzik

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten