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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Skoblewski (Rose), Peter

* 16.6.1890 ✝ 1939

(* 1890 – † 1939)

Geboren am 16. Juni 1890 in Tambow/Ruß-

land, in einer Arbeiterfamilie als Woldemar Rudolfowitsch Rose. Als Fähnrich diente er im Weltkrieg in der zaristischen Armee, gehörte seit Oktober 1917 der Roten Armee an, wo er verschiedene Kommandeursposten innehatte, z. B. war er 1919 Divisionskommandeur und erhielt für seine Tapferkeit den Rotbanner-Orden. Ab 1918 Mitglied der Partei der Bolschewiki. Er absolvierte die Generalstabsakademie, war im März 1921 Anführer einer Sturmkolonne bei der Liquidierung des Aufstandes der Kronstädter Matrosen. Ab Dezember 1922 hielt er sich – nun unter dem Pseudonym Skoblewski – als Beauftragter der Komintern zur Anleitung der illegalen Arbeit in Deutschland auf und wurde im August oder September 1923 als Nachfolger von Karl Retzlaw (Gröhl) Leiter der AM-Abteilung in der KPD. Hier war er unter dem Decknamen Hellmuth Verfasser der Mobilisierungs- und Bewaffnungspläne für die Vorbereitung des »deutschen Oktober« und maßgeblich an der Gründung und Anleitung der Tscheka-Gruppe von Felix Neumann beteiligt. Er wurde im März 1924 in Berlin verhaftet und im berüchtigten »Tscheka-Prozeß« 1925 als Peter Skoblewski (und gleichzeitig Goreff) wegen »Anstiftung zum Mord und Hochverrats« angeklagt und zum Tode verurteilt, wurde dann aber 1927 gegen drei in die Sowjetunion gelockte und verhaftetete Deutsche ausgetauscht. Nach seiner Rückkehr erhielt er in Moskau den zweiten Rotbanner-Orden und übernahm wieder hohe Kommandeursstellungen in der Roten Armee. Peter Skoblewski-Rose wurde 1938 vom NKWD verhaftet und 1939 erschossen, später »posthum rehabilitiert«.

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten