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1956 Institute, Screenshot von der Website des Archivs

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1956 Institute – Oral History Archive, Budapest, Ungarn

Das Oral History Archive (OHA) ist an das 1956 Institut in Budapest angeschlossen und bewahrt die Erinnerungen von mehr als tausend Zeitzeugen der ungarischen Revolution. Im Oktober 1956 protestierten ungarische Bürgerinnen und Bürger in einem Volksaufstand gegen die repressive Politik der kommunistischen „Partei der Ungarischen Werktätigen“ und gegen die Okkupation des Landes durch die Sowjetarmee. Die Ungarische Revolution dauerte vom 23. Oktober bis zum 11. November 1956, als die sowjetischen Streitkräfte den letzten bewaffneten Widerstand in der ungarischen Hauptstadt unterdrückten.Die Wurzeln des Archivs gehen auf die Wende der 1970er und 1980er-Jahre zurück, als Aktivisten begannen Interviews zu führen. Unter den halb-legalen Bedingungen der letzten Jahre des kommunistischen Regimes verarbeitete das OHA die Aussagen von Einzelpersonen und Teilnehmenden der Revolution 1956. Der Zweck dieser auf einem Kassettenrekorder aufgezeichneten Gesprächsreihe war es, die Geschichte der Revolution, wie die Betroffenen sie kannten und erlebten, zusammenzutragen und mit den Aussagen anderer Beteiligter zu erweitern und zu vergleichen. Damit opponierten die Aktivisten gegen die offizielle, verfälschte historische Darstellung der Diktatur.Nach 1989 arbeitete das Archiv weiter, um die Ereignisse einer Neuinterpretation zu unterziehen und Zugang zu authentischen Quellen und Zeitzeugnissen zu schaffen. Das OHA trägt somit maßgeblich zur Aufarbeitung und Historisierung des ungarischen Sozialismus bei und stellt wissenschaftliche Quellen zur Verfügung.

Screenshot der Webseite http://fondazionefeltrinelli.it/en/archive/

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Archiv der Giangiacomo Feltrinelli Stiftung, Mailand, Italien

Die Giangiacomo Feltrinelli Stiftung in Mailand ist eines der größten europäischen Dokumentations- und Forschungszentren im Bereich der Geschichte, Politik, Wirtschaft und Sozialwissenschaften. Die historische Sammlung der Stiftung umfasst 1,5 Millionen Akten, 250.000 Bücher und Broschüren, 17.500 Zeitschriften und 14.000 Plakate. Das Archiv verwahrt u.a. Dokumente und Nachlässe namhafter Vertreter linker Bewegungen sowie der Kommunistischen Partei Italiens, so etwa von Angelo Tasca, Pietro Secchia, Rinaldo Rigola, Felice Cavallotti, Leo Valiani und der Familie des kommunistischen Verlegers und Politikers Giangiacomo Feltrinelli. Darüber hinaus wird dort fündig wer zur Solidarność Bewegung recherchiert, zum Prager Frühling, zur demokratischen Bewegung im heutigen China oder zum spanischen Bürgerkrieg. Außerdem archiviert hier die neue italienische Linke Partei ihre Dokumente.Das Archiv ist in vier Bereiche unterteilt: Das Archiv der Familie Feltrinelli, das Personenarchiv, das Archiv für Organisationen und Institutionen und ein Archiv für dokumentarische Sammlungen. Es werden online lediglich die Inhaltsverzeichnisse und Informationen über die Sortierweise bereitgestellt. Die Akteninhalte können nur vor Ort eingesehen werden. Die Giangiacomo Feltrinelli Stiftung war in ihrem Ursprung im Jahr 1949 eine Bücherei. Diese Bücherei entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Institut weiter und wurde 1974 in eine Stiftung umgeformt.

Screenshot der Website des Archivs

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Archiv des Institute of National Remembrance, Warschau, Polen

Das Archiv des Institute of National Remembrance (Instytut Pamięci Narodowej, kurz IPN) wurde im Jahr 2000 gegründet. Seine Sammlung umfasst eine Vielzahl an Dokumenten und Artefakten aus den Jahren 1933 – 1990 und legt somit einen Fokus auf die Zeit der deutschen Besatzung sowie des kommunistischen Regimes. Das IPN-Archiv betreibt rund 20 Außenstellen in ganz Polen; diese haben einen Umfang von über 90.000 Regalmetern an Dokumenten und anderen Artefakten. Das IPN befasst sich mit der polnischen Geschichte der Jahre 1939–1989 und behandelt so die Zeit des Nationalsozialismus ebenso wie die sowjetische Herrschaft. Durch die direkte Auseinandersetzung mit der kommunistischen Vergangenheit Polens in der Gegenwart, steht auch das IPN im Brennpunkt öffentlicher Diskussionen. Es greift als staatlicher Akteur in den öffentlichen geschichtspolitischen Diskurs ein.

Screenshot der Website der Institution

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Behörde für Dokumentation und Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus, Prag, Tschechien

Die Behörde für Dokumentation und Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus entstand 1995 aus der Zusammenlegung der beiden mit der Aufarbeitung des kommunistischen Regimes beauftragten Abteilungen in Innenministerium und Staatsanwaltschaft. Sie ist bei der tschechischen Polizei angesiedelt. Essentieller Bestandteil der Behörde ist das Archiv: Es sammelt Material, das die Verbrechen des kommunistischen Regimes und seines Repressionsapparats belegt und wertet dieses Material aus. Das Archiv hat uneingeschränkten Zugriff auf andere Archive, unter anderem auf die des Justiz- und Innenministeriums und ermöglicht somit eine umfassende Dokumentation staatlicher Prozesse im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 1945 und dem 29. Dezember 1989. Das Archiv veröffentlicht regelmäßig die  “Securitas Imperii” Reporte, die detaillierte Darstellungen staatlicher Repressionsakte liefern.

Logo: Office of the Chief Archivist of Lithuania

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Büro des Chefarchivars Litauens, Vilnius, Litauen

Das Büro des Chefarchivars Litauens ist die zentrale staatliche Institution Litauens, die vergleichbar mit dem Bundesarchiv Deutschland mit der Aufbewahrung relevanten Schrift- und Archivguts betraut ist. Nach der Unabhängigkeitserklärung der Republik Litauen wurde am 19. Oktober 1921 in Kaunas das erste zentrale moderne Staatsarchiv gegründet. In der Zeit bis 1991 wurden die Archive nach sowjetischem Muster reorganisiert und dem Ministerium des Innern unterworfen. Ziel dessen soll es gewesen sein, alle Aufzeichnungen der ehemaligen staatlichen und kommunalen Institutionen zu sammeln und zu bewahren. 1957-1968 konnte eine Grundlage für das Netz der litauischen Staatsarchive, bestehend aus zentralen und regionalen Archiven, geschaffen werden. Es finden sich in den Beständen viele Quellen zur staatlichen Repression, interne Parteidokumente und Nachlässe aus der Zeit der Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik (LSSR).  Auch die Nachlässe des litauischen Geheimdienstes lagert in den Räumen der litauischen Staatsarchive.Heute besteht das staatliche Archivsystem aus dem Amt des Chefarchivars Litauens, des litauischen Zentralstaatsarchivs, des Staatsarchivs, des Sonderarchivs, des Archivs der Literatur und der Kunst und vier regionalen Staatsarchiven. Das Amt des Chefarchivars Litauens ist heute eine Regierungsbehörde, die an der Gestaltung der nationalen Politik im Bereich der Verwaltung und der Nutzung von Dokumenten und Archiven beteiligt ist und diese Politik umsetzt.

Logo: Library of Congress

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Communist International Archives (Comintern)

Das Projekt Communist International Archives (Comintern) ist ein Projekt des International Committee for the Computerization of the Comintern (INCOMKA) und der Library of Congress (LC) und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bestände der Kommunistischen Internationale (Komintern) für Forschende zugänglich zu machen.Die im März 1919 gegründete Komintern gilt als eine der wichtigsten politischen Organisationen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihr ursprüngliches Ziel war eine proletarische Weltrevolution, die – basierend auf einzelnen nationalen Revolutionen – alle Länder der Erde ergreifen sollte. Als Zugeständnis an seine westlichen Alliierten in der Anti-Hitler-Koalition (USA und Großbritannien), löste Stalin die Kommunistische Internationale im Jahr 1943 auf.Die bis 1991 in der Sowjetunion unter Verschluss gehaltene Archivbestände gelten als wichtige Quelle für das Studium der Weltgeschichte während der Zwischenkriegszeit und den ersten Jahren des Zweiten Weltkrieges.Die Findbücher des digitalisierten Archivguts sind auf der russischen Website Russische Archive: Dokumente der sowjetischen Epoche / Komintern verzeichnet. Sie umfassen mehr als eine Million Seiten digitalisierter Manuskripte, um die 20.000 ins Englische übersetzte kyrillische Schlüsselwörter, biografische Materialien aus der Zeit des Kalten Krieges, sowie persönliche Akten und Aufzeichnungen der KPdSU. Einen Volltextzugriff erhält man in der Library of Congress.

Screenshot von russiainphoto.ru

Fotoarchiv | Online-Ressource

Die Russische Geschichte in Fotografien

Das Portal История России в фотографиях (Die Russische Geschichte in Fotografien) versammelt eine beeindruckende Auswahl von (bisher) 70 000 Fotografien aus insgesamt 40 russischen Archiven sowie aus Privatbeständen. Die Bilder sind in Themen und Unterthemen aufgeteilt. Die Bandbreite der Themengebiete ist groß: Von „Krieg und Revolution“, „Architektur“, „Landschaft“ und „Transport“ über „Kunst“, „Berufe“ und „Industrie“ bis hin zu „Alltag“, „Tiere“, „Bildung“, „Jugend“ und „Mode“. Innerhalb dieser Kategorien haben Besucherinnen und Besucher dann die Möglichkeit, die angezeigten Bilder anhand eines Zeitstrahls auf einen Zeitraum zwischen 1840 und 1999 einzugrenzen. Das ambitionierte Ziel, die neuere russische Geschichte an einem Ort fotografisch zu versammeln, wird maßgeblich durch die beteiligten Archive unterstützt: die Sammlung umfasst die digitalisierten fotografischen Bestände von so bedeutenden Partnern wie dem Staatlichen Archiv der Russischen Föderation und dem des Staatlichen Museums der politischen Geschichte Russlands, von Kunstarchiven wie dem Staatliche Architekturmuseum Schtschussew oder dem Theatermuseum Bachruschin und der (bereits zu Sowjetzeiten aktiven) Presseagentur Tass. Bisher ist die Webseite nur auf Russisch verfügbar.

Die Filmdatenbank der DEFA-Stiftung, Screenshot von der Website

Datenbank | Archiv

Filmdatenbank der DEFA-Stiftung

Die am 17. Mai 1946 gegründete "Deutsche Film-Aktiengesellschaft" war die staatliche Filmproduktionsgesellschaft der DDR und existierte bis 1992. In dieser Zeit entstanden rund 700 Spielfilme und 450 Kurzspielfilme, 950 Animationsfilme, 2000 Dokumentarfilme und etwa 2.500 Wochenschauen. Hauptthema und Leitbild der SED und der DEFA-Filme waren zu Beginn der Antifaschismus sowie der sozialistische Realismus. Denkweisen und Darstellungen von Dekadenz, Formalismus, Spießertum und „bürgerlichen Verhaltensweisen“ sollten im Filmschaffen kritisiert beziehungsweise vermieden und durch sozialistische Ideale ersetzt werden. So entstanden vor allem Filme in der Tradition der Arbeiterklasse und Antikriegsfilme, welche die nationalsozialistische Ideologie entlarven sollten. Die Filme sollten demgegenüber die sozialistischen, humanistischen und kommunistischen Werte, sowie die Liebe zur DDR widerspiegeln. Unter der Prämisse "Vergangenes neu entdecken - Zukunft fördern", erhält die Filmdatenbank der DEFA-Stiftung Filmmaterial aus fast fünf Jahrzehnten DEFA-Produktionen und macht sie als Teil des nationalen Kulturerbes für die Öffentlichkeit nutzbar. Darin befinden sich sämtliche DEFA-Produktionen, Zeitzeugengespräche mit Künstlern der DEFA und ein Zeitzeugen-Archiv, das sich als audiovisuelle Quelle autobiografischen Erinnerns versteht.

Historical Brochures of the Political Left

Online-Ressource | Archiv

Historical Brochures of the Political Left

Flugblätter und Broschüren waren wichtige Medien unterschiedlicher Bewegungen der politischen Linken, wie Anarchisten, Sozialdemokraten und Kommunisten. Die Website Historical Brochures of the Political Left ist eine Onlinesammlung solcher Druckerzeugnisse zwischen 1870 und 1950 und stellt diese zu Forschungszwecken zur Verfügung. Die Website bereitet die Inhalte mit kurzen Informationstexten in englischer Sprache auf, die auf die Bedeutung der Werke für die Forschung eingeht. Über das verlinkte Archiv können die Originaltexte online gelesen werden und sind überwiegend in deutscher oder russischer Sprache vorhanden. Darunter befinden sich unter anderen Schriften von August Bebel und Rosa Luxemburg. Die verschiedenen Flugblätter und Broschüren sind lassen sich über Kategorien filtern.

Screenshot der Website www.kgbdocuments.eu

Online-Ressource | Archiv

KGB in the Baltic States: Documents and Researches

Auf der Website KGB in the Baltic States sind Dokumente des sowjetischen Geheimdienstes KGB aus der Zeit der Besatzung der baltischen Staaten von 1940 bis 1991 versammelt. Es handelt sich um Scans der Originaldokumente, zu denen es jeweils eine kurze Beschreibung gibt. Nutzer können nach bestimmten Dokumenttypen suchen, zum Beispiel Berichten, Reden oder Briefen, nach Namen, Daten, KGB-Abteilungen oder nach dem Inhalt der Dokumente. Außerdem gibt es auf der Website Hintergrundinformationen zum KGB und den verwandten Organisationen NKWD, NKGB und MGB sowie zu den unterschiedlichen Arbeitsweisen dieser Behörden in den verschiedenen baltischen Staaten. Den Grundstein für das Online-Archiv haben Historiker aus Lettland, Estland und Litauen bei einem Treffen im Jahr 2006 gelegt. Sie möchten die Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich machen und so beispielsweise Studenten und Historikern bessere Möglichkeiten zur Erforschung der Besatzungszeit geben. Außerdem sind sie unzufrieden mit der Darlegung der Besatzungsgeschichte durch die russischen Medien und durch ehemalige KGB-Mitarbeiter und möchten mit diesem Archiv zur Geschichtsaufarbeitung beitragen.

Screenshot der Institutshomepage cnsas.ro

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National Council for the Study of the Securitate Archives, Bukarest, Rumänien

Der National Council for the Study of the Securitate Archives (CNSAS) ist Rumäniens zentrales Archiv für die Unterlagen der früheren kommunistischen Geheimpolizei Securitate. Es wurde 2000 gegründet. Der Gründung gingen jahrelange hitzige Debatten in Politik und Zivilgesellschaft voraus, wie mit den Unterlagen der Securitate zu verfahren sei. 1999 wurde schließlich ein Gesetz erlassen, welches allen rumänischen Staatsangehörigen, sowie Angehörigen anderer Staaten, die aber nach 1945 die rumänische Staatsangehörigkeit besaßen, Zugang zu ihren Securitate-Akten garantiert. Die CNSAS wurde als neue Institution gegründet und mit der Umsetzung des Gesetzes beauftragt; sie untersteht dem rumänischen Parlament. Neben der Gewährleistung des Zugangs zu Unterlagen ist es außerdem Aufgabe der CNSAS, ehemalige die ehemaliegen Securitate-Mitarbeiter und ihre Handlungen öffentlich zu machen, um so die repressiven Strukturen der Geheimpolizei in Gänze sichtbar zu machen. Das Archiv ist Mitglied des European Network of Official Authorities in Charge of Secret Police Files, das 2008 in Berlin gegründet wurde. Ziel des Netzwerkes ist es, den Zugang zu den Geheimdienst-Akten der kommunistischen Regime zu ermöglichen und somit einen Beitrag zur Aufarbeitung kommunistischer Herrschaft zu leisten. 

Screenshot: Oxford Russian Life History Archive

Online-Ressource | Archiv

Oxford Russian Life History Archive

Das Oxford Russian Life History Archive enthält weit gefächerte Quellen und Erinnerungen an das Leben unter dem sowjetischen Regime und in der post-sowjetischen Zeit. Das Material wurde im Zuge zweier Projekte gesammelt: Childhood in Russia, 1890–1991: A Social and Cultural History (lief von 2003 bis 2006) und Russian National Identity from 1961: Traditions and Deterritorialisation (lief von 2007 bis 2010). Kurz nach Beginn des zweiten Forschungsprojektes hatten die Initiativen bereits über 350 Stunden Zeitzeugeninterviews aufgenommen. Diese werden dem Nutzer der Website anhand von Abschriften und Tonmitschnitten ausschnittweise zur Verfügung gestellt. Auch eine Liste der Zeitzeugen ist einsehbar. Auf Anfrage an Professor Catriona Kelly ist es möglich, weiteres Material einzusehen. Die Website bietet auch grundsätzliche Informationen wie Einführungstexte zur Methode der oral history und weiterführende Literaturlisten an, führt den Nutzer also an geschichtswissenschaftliche Fragen hinter der Quellenerhebung heran.

Akten der Communist Party of Australia, Screenshot von der Website der Universität Melbourne

Archiv

Akten der Communist Party of Australia (Bundesstaat Victoria), Melbourne, Australien

In den Archiven der Universität Melbourne sind seit November 2015 Bestände der Communist Party of Australia (CPA) zu finden. Die CPA wurde 1920 gegründet, entwickelte ihre größte Stärke in den 1940er-Jahren, war 1951 von einem Parteiverbot bedroht und wurde 1991 aufgelöst. Obwohl es der Partei nie gelang einen großen Wahlerfolg zu erzielen, hatte sie bedeutenden Einfluss auf die australischen Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und der gesamten politischen Kultur Australiens. Von 1935 bis in die 1960er-Jahre errangen CPA-Mitglieder die Führung in zahlreichen bedeutenden Gewerkschaften und standen im Zentrum australischer Streikbewegungen. Die CPA und ihre Mitglieder setzten sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und höhere Löhne der Industriearbeiter ein, opponierten gegen Faschismus und Diktaturen und stritten für die Rechte von Frauen und Aborigines. Teilweise hatte sie Erfolge auf diesen Gebieten und ihre Positionen wurden später von der australischen Politik umgesetzt. Dennoch hatte die CPA zu keinem Zeitpunkt eine breite gesellschaftliche Unterstützung für ihre Ideen vom Kommunismus. Die Partei verteidigte jahrelang die stalinistische Politik, die sie erst ab den 1960er-Jahren zu kritisieren begann.Das Archiv enthält eine umfangreiche Materialsammlung und ermöglicht so einen intensiven Zugang zum Thema Kommunismus in Australien.

Screenshot der Webseite http://www.fondazionegramsci.org/archivi/archivio-pci/

Archiv

Archiv der Gramsci Stiftung, Rom, Italien

Das Archiv der nach dem marxistischen Schriftsteller und Politiker Antonio Gramsci (1891-1937) benannten Stiftung verfügt über eine bedeutende Sammlung von Dokumenten der politischen, sozialen und kulturellen Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert. Die Sammlung beinhaltet nicht nur die Dokumente der italienischen Kommunistischen Partei von 1921 bis 1991, sondern auch die Nachlässe und Schriften von Persönlichkeiten, die eng mit der KPI verbunden waren. Zu den wichtigsten Beständen des Archives gehört der Nachlass von Antonio Gramsci, darunter die Gefängnishefte, die der Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens in der Zeit seiner Haft im faschistischen Gefängnis verfasste. Darüber hinaus finden sich dort u.a. die Nachlässe des KPI Generalsekretärs Palmiro Togliatti (1863–1964), der feministischen Schriftstellerin Sibilla Aleramo (1876-1960), und des Filmregisseurs und Drehbuchautors Luchino Visconti (1906–1976). Auf der Webseite kann ein Guide heruntergeladen werden, der über die Geschichte des Archives informiert.

Logo des Archivs

Archiv

Archiv des Instituts für das Studium totalitärer Regime, Prag, Tschechien

Das Archiv des Instituts für das Studium totalitärer Regime (Ústav pro studium totalitních režimů) versammelt Dokumente, die von den Geheimdiensten der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KPTsch) sowie anderen Organisationen, die sich unter der Koalition der Nationalen Front zusammengeschlossen hatten, erstellt wurden. Das gesamte Archivmaterial umfasst 20 000 Regalmeter, die sich auf insgesamt 550 Sammlungen verteilen. Das Archiv bietet eine Online-Suchfunktion an, über die sich Besucherinnen und Besucher mit der Struktur sowie den Beständen des Archivs vertraut machen können. Material kann bestellt und in den Lesesälen des Archivs in Prag und in Brnó eingesehen werden. Das Institut für das Studium totalitärer Regime widmet sich der Erforschung und Dokumentation totalitärer Regime und betrachtet gleichermaßen die Zeit des Nationalsozialismus von 1938 bis 1945 und des Kommunismus in der Tschechoslowakei zwischen 1948 und 1989.

Logo der Rosa-Luxemburg Stiftung

Archiv

Bestände des Historischen Zentrums Demokratischer Sozialismus der Rosa-Luxemburg Stiftung

Seit 2017 besteht der Bereich „Historisches Zentrum Demokratischer Sozialismus“ innerhalb der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS). Neben politischer Bildungsarbeit, Forschung, und Bibliothek bildet das Archiv der RLS einen wichtigen Bestandteil des Zentrums. Die Bestände unterteilen sich in folgende Bereiche: Quellen und Unterlagen zu Parteitagen, Parteivorstandssitzungen und Parteivorsitzenden sowie Post aus den Jahren 1989 bis 1991, die Bürgerinnen und Bürger an den Parteivorstand der SED/PDS bzw. PDS schickten; Akten und Unterlagen zu der Bundestagsfraktion der PDS bzw. der Fraktion DIE LINKE im Bundestag (diese schließen die Zeit der frei gewählten Volkskammer der DDR 1990 mit ein); Bestände der Landesverbände der Partei DIE LINKE; Bestände der Landtagsfraktionen der Partei DIE LINKE; Bestände der Delegation der Linken in der Fraktion im Europaparlament; Vor- und Nachlässe und Deposita; Verbände und Institutionen; Sammlungen von Bildmaterial; Unterlagen der RLS selbst. Die Bestände werden online in Form von sogenannten Findbüchern nach und nach zugänglich gemacht.  

Screenshot der Webseite http://www.carcob.eu/

Archiv

Centre Archives du Communisme en Belgique (CArCoB), Brüssel, Belgien

In Belgien sind die Archive, wie auch die kommunistischen Parteien, zweigeteilt. Auf französischer Seite verwahrt das Centre Archives du Communisme en Belgique (C.Ar.Co.B.) die Akten zum Kommunismus. Sein flämisches Pendant ist das Documentatie in Archief van Communistische Beweging (D.A.Co.B.). Trotz der sprachlichen Trennung arbeiten beide Archive Hand in Hand, um ein möglichst breites Angebot zur Verfügung zu stellen.Die Sammlung gliedert sich in vier Bereiche: Bestände der kommunistischen Parteien, Organisationen mit Verbindung zur KPB, andere kommunistische Bewegungen und Nachlässe. Die größten Teile der Kollektion sind bereits online in der Datenbank „PALLAS“ katalogisiert. Dieser Prozess ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Neben den schriftlichen Beständen verfügen beide Archive auch über große Poster- und Fotosammlungen zur Geschichte der kommunistischen Parteien und Bewegungen in Belgien. Das C.Ar.Co.B. verfügt außerdem über eine aktive Facebook-Seite auf der mehrmals die Woche Veranstaltungen oder Informationen geteilt werden. 

Screenshot der Website des Archivs

Archiv

Communist Party of Great Britain archive

Das Online-Archiv der Kommunistischen Partei Großbritannien versammelt eine immense Zahl von Dokumenten. Lange Zeit war es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nicht möglich, sich einen Überblick über die Aktivitäten der Partei zu verschaffen. Mit Auflösung der Partei im Jahr 1991 änderte sich dies, als das Archiv an das  People's History Museum in Manchester, wo auch das Archiv der Labour Party zu finden ist, übergeben wurde. Die Katalogisierung des Archivs in den Jahren 1993 und 1994 offenbarte das Ausmaß des Archivs. Dokumente der Führungsebene der Partei sind seit den 1940er-Jahren  aufbewahrt worden und beinhalten so kleinteilige Dokumente wie handschriftliche Notizen, die sich Parteimitglieder bei Zusammenkünften machten. Das Archiv ist in Sammlungen unterteilt, die sich wahlweise Unterorganisationen, Kampagnen, Personen und juristischen Fällen widmen. Die Informationen zur Sammlung als solche sind einsehbar, zum Zugriff auf die konkreten Dokumente über das Online-Archiv ist eine Lizenz nötig. Das Online-Archiv wird von Microform Academic Publishers betrieben.

Screenshot der Website Early American Marxism

Online-Ressource | Archiv

Early American Marxism. A Repository of Source Material, 1864-1946

Early American Marxism ist eine privat betriebene, englischsprachige  Website, die Quellentexte zu linken Bewegungen und Gruppen in den USA versammelt und zur Verfügung stellt. Der Inhalt der Seite ist den unterschiedlichen in den USA aktiven Bewegungen entsprechend untergliedert: The First International, Language Federations, Socialist Labor Party, Socialist Party, Communist Party, Communist International, Other Organizations. Zu jeder Sektion erhalten Besucherinnen und Besucher der Seite Informationen zum politischen und gesellschaftlichen Hintergrund, vor dem die jeweilige Gruppe entstanden ist. Dies ist besonders hilfreich, um spezifisch amerikanische Ausprägungen linker Bewegungen, zum Beispiel die sogenannten “Language Federations” zu verstehen: bei diesen handelt es sich um Zusammenschlüsse von Immigrantinnen und Immigranten einer gemeinsamen Muttersprache. Aus diesen entwickelten sich auch marxistische Bewegungen - jedoch, je nach Gemeinschaft, in unterschiedlichen Ausprägungen. Im Download-Bereich der Website steht eine große Anzahl Dokumente aus den Jahren 1867-1946 zum Download zur Verfügung, deren Inhalte von Artikeln in Arbeiterzeitschriften über Pamphlete bis hin zu parteiinternen Dokumenten reichen.

Logo: Universität Harvard

Online-Ressource | Archiv

Harvard Project on the Soviet Social System Online

Das Projekt The Harvard Project on the Soviet Social System Online ermöglicht den Zugang zu digitalisierten Materialien des Harvard Project on the Soviet Social System (HPSSS). Es handelt sich vor allem um Ergebnisse von über 700 Interviews, die Anfang der 1950er-Jahre, also zu Beginn des Ost-West-Konflikts mit sowjetischen Geflüchteten in Deutschland und den USA geführt worden sind. Mithilfe einer Suche kann der Nutzer die Materialen nach Inhalten durchforsten. Die thematischen Zuschnitte sind dabei vielfältig: Die Interviews, entweder die persönlichen Geschichten der Interviewten oder „spezielle Themenbereiche“ behandelnd, spiegeln politische und wirtschaftliche, aber auch soziale, kulturelle und alltägliche Zustände in der Auffassung der Interviewten wider. Das Projekt geht zurück auf den Soziologen Alex Inkeles sowie den Psychologen Raymond Bauer, die das groß angelegte Interviewunterfangen bereits 1949 in die Wege leiteten und somit eine einzigartig frühe Quellensammlung schufen.

Screenshot der Webseite des Hoover Institution Archives

Online-Ressource | Archiv

Hoover Institution Library and Archives, Stanford, USA

Die Hoover Institution Archives sind Teil des Bibliothekennetzwerkes der Stanford University und zählen zu den weltweit bedeutendsten Archiven für Regierungsdokumente und unveröffentlichten politischen und ökonomischen Schriften. Sie beherbergen zudem eine umfangreiche Sammlung politischer Plakate. Ein besonderer Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Russischen Revolution, der Sowjetunion, russischen Emigranten, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, der Pariser Friedenskonferenz und politischen und ideologischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Der Bestand des Russland-Archivs gliedert sich wie folgt: Aufstieg der Parteien, diplomatische Archive des imperialistischen Russlands, die revolutionäre Bewegung, „Ochrana“ (Geheimdienste des zaristischen Russlands), Russisch-Japanischer Krieg und die sowjetische Beteiligung im Zweiten Weltkrieg. Somit befinden sich wichtige Dokumente zur Vorgeschichte der Russischen Revolution, den Anfangsjahren der Sowjetunion und dem Stalinismus in den Beständen der Hoover Institution. Die Sammlung ermöglicht es, durch ihren Schwerpunkt die Rolle der internationalen Beziehungen bei den Ereignissen in Russland und der Sowjetunion zu untersuchen.Das 1919 von Herbert Hoover (US-amerikanischer Präsident) gegründete Hoover Institut macht es sich zur Aufgabe, Krieg, Revolution und Frieden im 20sten und 21sten Jahrhundert zu dokumentieren.

Kunst in der DDR, Screenshot von der Website

Datenbank | Online-Ressource

Kunst in der DDR

Ziel des Forschungsverbundes Kunst in der DDR ist die möglichst umfassende Dokumentation der Malerei aus der DDR. Die Website präsentiert die Forschungsergebnisse in Form einer Onlinedatenbank der Kunst aus der DDR. Hierzu bietet der "Bildatlas" eine umfangreiche Sammlung der zwischen 1945 und 1990 in der DDR entstandenen Malerei, die "Wissenswerkstatt" ermöglicht dem Nutzer die Kunst der DDR aus vier Jahrzehnten selbständig zu entdecken und sich mit Hilfe der Materialsammlung ein eigenes Bild dieser kunsthistorischen Epoche zu erschließen. Die Onlineplattform rekonstruiert die Entwicklung der Kunst in der DDR - von der Darstellung des antifaschistischen Gründungsmythos über die Popularisierung der Kunst als "Ersatzöffentlichkeit" bis hin zu den Diagnosen eines Systemzerfalls in den 1980er-Jahren. Die Projektarbeit wird von mehreren Kooperationspartnern unterstützt und verzeichnet aktuell 20.400 Werke aus 162 Sammlungen, darunter eine Vielzahl von Arbeiten, die bislang weitgehend unbekannt waren oder als verschollen galten. Neben der Plattform veröffentlicht der Forschungsverbund Publikationen und kuratiert Ausstellungen. Mehr dazu können sie im Blog des Projektes erfahren. Als Schlüssel für eine kritische, aber auch differenzierte und die vielfältigen Widersprüche der DDR-Gesellschaft erfassende Analyse, ist das Thema des Forschungsverbundes auch für die kulturelle Bildung in besonderem Maße bedeutsam.

Screenshot Website

Online-Ressource

NKWD und Gestapo

Die Website „NKWD und Gestapo“, die von dem Juristen Wilhelm Mensing betrieben wird, bietet zahlreiche Informationen zu Arbeits- und Politemigranten, die besonders aus Deutschland, auf Grund drohender Arbeitslosigkeit und dem Terror durch die Gestapo in die Sowjetunion emigrierten. Die Sowjetunion nahm während der Zeit der Weimarer Republik und des NS-Regimes über 1000 deutsche Politemigranten auf. Die größte Gruppe derer bildeten die Kommunisten, die vor dem nationalsozialistischen Terror in die Sowjetunion flüchteten. Nach Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes 1939 wurden zahlreiche ehemalige Emigranten Opfer des NKWD-Terrors. Von den sowjetischen Behörden wurden Arbeitsemigranten und vor allem Politemigranten, aber auch Unpolitische und Kommunisten an die NS-Polizei ausgeliefert. Die Website bietet vielfältige und detaillierte Listen mit alphabetischen Personenaufstellungen, nach verschiedenen zeithistorischen Gesichtspunkten geordnet: Unter dem Bereich „Emigration SU“ finden Interessierte eine Auflistung deutscher Emigranten in die Sowjetunion während der Weimarer Republik und der NS-Zeit. Eine ausführliche, nach Datum aufgestellte Zusammenstellung der Personen, die nach Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes an Deutschland ausgeliefert wurden, ist unter der Kategorie „Auslieferung 1939/41“ zu finden. Zudem ist eine Aufstellung zur Remigration der Politemigranten aus der Sowjetunion verfügbar. Die Komintern war seit 1936 bemüht, die Zahl der emigrierten Personen zu reduzieren. Zur Umsetzung dessen wurde eine Liste von über 800 größtenteils deutschen Emigranten angefertigt, die für eine anschließende Remigration ausgewählt wurden. Diese Liste ist mit zahlreichen Ergänzungen unter „Anerkennungsentzug – Liste B draussen“ zu finden. Der Autor der Website stützt seine Recherche auf zahlreiche Publikationen zu diesem Themengebiet und auf bereits veröffentliche Auflistungen.

Screnshot der Startseite von „Playing Soviet“

Online-Ressource | Archiv

Playing Soviet - Visual Languages of Early Soviet Children’s Book, 1917-1953

Das Online-Archiv Playing Soviet der Princeton University bietet eine umfangreiche Sammlung russischer Kinderbücher aus den Jahren 1917 bis 1953 mit Fokus auf Bilderbüchern. Es dient so als praktisches Werkzeug zur Untersuchung der „Visual Languages of Early Soviet Children’s Book“. Wie sämtliche Literatur unterstanden auch Kinderbücher im kommunistischen Russland strengen staatlichen Auflagen. So spiegeln sich in den staatlich kontrollierten Publikationen dieser Zeit politische wie gesellschaftliche Entwicklungen des Landes wider. Gleichzeitig läßt sich an ihnen die Vielfalt der russischen Grafik nachvollziehen. Die Stile der Kinderbücher umfassen Fotocollagen, experimentelle Typographie und Sozialistschen Realismus.Die Datenbank beinhaltet Seitenansichten in hoher Auflösung, die entweder direkt nach Titel oder Verfasser aufgerufen werden können oder über Suchbegriffe wie zum Beispiel Autor, Themen, Materialien oder Techniken durchsucht werden können. Playing Soviet befindet sich noch im Aufbau und soll zukünftig noch detailliertere Informationen über die Kinderbücher anbieten wie beispielsweise Querverbinundungen zwischen verschiedenen Autoren.

Logo der MSU Libraries, Screenshot von der Website

Online-Ressource | Archiv

American Radicalism

Im Digital and Multimedia Center (DMC) der Universitätsbibliothek der Michigan State University lassen sich Scans im Volltext aufrufen. Unter dem Link American Radicalism kann der Nutzer Quellen von radikalen Bewegungen in den USA aufrufen. Man findet beispielsweise Material zur Black Panther Bewegung oder zu dem antikommunistisch motivierten Prozess gegen das Ehepaar Rosenberg während der McCarthy-Ära, welcher trotz internationaler Proteste mit der Hinrichtung der Eheleute endete. Aber auch mehrere Dokumente zur frühen Geschichte der US-amerikanischen Arbeiterbewegung finden sich unter der Rubrik. So gibt es ebenfalls eine Sammlung mit Dokumenten zu den Prozessen gegen die Anarchisten Sacco und Vanzetti, als auch Digitalisate der sozialistischen Zeitschrift The Masses aus den Jahren 1913 bis 1917. Im Opac der Universitätsbibliothek lassen sich zudem die kompletten Findbücher des Archivgutes zu American Radicalism durchsuchen, welche zum Teil im DMC als Digitalisate vorliegen.

Screenshot der Website des Archivs der Republik Slowenien

Archiv

Archiv der Republik Slowenien, Ljubljana, Slowenien

Das Archiv der Republik Slowenien (Arhiv Republike Slovenije) ist das zentrale Staatsarchiv Sloweniens. Es hat seinen Sitz in der Hauptstadt Ljubljana und umfasst vorwiegend Archivalien, die den Gesamtstaat betreffen und untersteht dem slowenischen Kultusministerium. Nach dem Ende Jugoslawiens erhielt das Archiv 1991 seinen heutigen Namen. Die sogenannten Sonderarchive aus der Zeit der kommunistischen Diktatur wurden bereits 1990 aufgehoben und in das Archiv integriert, ebenso wie das Historische Archiv des Zentralkomitees der kommunistischen Liga und 1992 das Institut für die Geschichte der Arbeiterbewegung, das seither den Namen Institut für Zeitgeschichte trägt. 1998 wurde auch das Archiv des Ministeriums für Innere Angelegenheiten einbezogen, das zahlreiche Geheimdienstunterlagen umfasst. Die Bestände des Archivs stammen vor allem aus der Regierungstätigkeit, aber auch von anderen Institutionen, die dem öffentlichen Recht unterliegen und vom Staat finanziert werden. Hinzu kommen private Bestände und Filmmaterial. Außerdem unterhält das Archiv ein Gesamtregister aller Archivalien Sloweniens, darüber hinaus eine Zusammenstellung von Archivalien im Ausland, die Slowenien oder die Slowenen betreffen.

Screenshot der Webseite https://socialhistory.org/en

Online-Ressource | Archiv

Archiv des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte, Amsterdam, Niederlande

Das International Institute of Social History (IISH) in Amsterdam ist eines der größten Dokumentationszentren zur Sozialgeschichte. Der Katalog des Instituts verzeichnet über 4000 Archivbestände sowie mehr als eine Million Druckwerke. Die Bild- und Audiosammlung umfasst über 250.000 Fotos, 120.000 Plakate sowie mehrere tausend Tonaufnahmen. Viele dieser Dokumente sind über den Katalog des IISH als Digitalisate frei zugänglich. Zu den herausgehobenen Beständen des Archives zählen etwa die Sammlungen der Handschriften von Karl Marx und Friedrich Engels, oder die Nachlässe von Karl Kautsky, Leo Trotzki, Wolfgang Abendroth und vielen anderen Protagonisten der europäischen Arbeiterbewegung. Es finden sich aber auch außereuropäische Nachlässe wie beispielsweise die Bestände der US-amerikanischen Anarchistin Emma Goldman wieder. Von großer Bedeutung sind die komplett digitalisierten Dokumente von Institutionen, Zeitschriften und Parteien der Arbeiterbewegung. So ist das Schriftgut der 2. Internationale ebenfalls online. Die Webseite lässt sich durch zahlreiche Filter nach Ländern sowie Themen durchsuchen. Dem Nutzer kommt außerdem zur Hilfe, dass zu jeder einzelnen Sammlung ein Guide zur Verfügung steht. Diese Handreichung liefert Informationen zu Inhalt, Highlights und weiteren, thematisch passenden Archiven oder Links.

Screenshot der Webseite

Online-Ressource

Bibliografische Landkarte der Novemberrevolution 1918/19

Vor rund hundert Jahren veränderte die Novemberrevolution die Staatsform des Deutschen Reiches. Die Revolution in der Endphase des Ersten Weltkrieges führte zum Untergang der Monarchie im Deutschen Reich und zur Gründung der Weimarer Republik als erste parlamentarische Demokratie Deutschlands. Die Revolution war nicht nur ein Ereignis, dass sich in den deutschen Großstädten vollzog, sondern sie ergriff eine Vielzahl regionaler Gebiete und Städte. Die Friedrich-Ebert-Stiftung stellt auf ihrem Portal zur Geschichte der Sozialdemokratie eine „Bibliografische Landkarte der Novemberrevolution 1918/19“ zur Verfügung. Diese bietet interessierten Nutzern zahlreiche Literatur und Quellen zur Regionalgeschichte der Novemberrevolution. Für 88 deutsche Städte stehen insgesamt über 300 Titel, in Form von Aufsätzen, Monographien und Sammelbänden, und umfangreiches Material zur Verfügung. Die einzelnen Städte können über eine alphabetisch angeordnete Suchfunktion oder über die interaktive Karte angewählt werden. Auf der Karte wird angezeigt, wie viele Publikationen zum Revolutionsgeschehen für die ausgewählte Stadt zur Verfügung stehen. Unterhalb der bibliografischen Landkarte werden alle verfügbaren Publikationen aufgelistet. Die Website bietet eine umfangreiche Informations- und Materialsammlung für historisch Interessierte, die sich mit regionalgeschichtlichen Aspekten der Novemberrevolution von 1918 beschäftigen.

Screenshot von Website: Collection Spanish Civil War - Sammlung zum Spanischen Bürgerkrieg

Archiv

Collection Spanish Civil War - Sammlung zum Spanischen Bürgerkrieg

Zwischen 1936 und 1939 findet in Spanien ein Bürgerkrieg statt, der sich vor allem durch seine transnationalen Verbindungen auszeichnet. Der putschende General Franco wird mit Truppen aus den faschistischen Staaten Deutschland und Italien unterstützt. Die demokratischen Truppen werden von Stalin unterstützt und kleineren Kampftruppen mit Teilnehmern aus verschiedenen Ländern, den "Internationalen Brigaden". Aus einer Solidaritätsbewegung heraus, kämpfen viele Kommunisten aus ganz Europa freiwillig in dem blutigen Bürgerkrieg auf der Seite der Republik. Die Sammlung des Archivs gliedert sich in drei Teile. Im Bereich "Spanischer Bürgerkrieg" werden Schriftzeugnisse aus dem Umfeld der "Internationalen Brigaden" gesammelt. Der "Sammlungsteil DDR" beschäftigt sich mit der unterschiedlichen Rezeption des Bürgerkrieges im Staatssozialismus, der die „Interbrigaden“ als kommunistische Antifaschisten ideologisch überhöhte und zur Schaffung dieses Mythos in der DDR maßgeblich beitrug und in die Alltagskultur überführte. Das Archiv beherbergt zudem eine große Sammlung an Sekundärliteratur über den Bürgerkrieg in Spanien.  Es handelt sich um eine private Sammlung von Christof Kugler, deren Bestände aber für Forschungszwecke zur Verfügung stehen. Auf der Website präsentiert das Archiv ausführlich seine Bestände, die nicht online abrufbar sind,  und gibt Hintergrundinformationen.  Die Sammlung umfasst circa 2.300 Bücher und Dokumente. Interessierte können sich direkt an den Betreiber der Sammlung wenden. Die Seite des Archives können sie hier aufrufen.

Screenshot von askiweb.eu

Archiv

Contemporary Social History Archives Athens

Das Archiv für zeitgenössische Sozialgeschichte ASKI legt seinen Schwerpunkt auf die Geschichte politischer und sozialer Bewegungen und konzentriert sich darin wiederum besonders auf die Geschichte der Griechischen Linken. Das Archiv wurde 1992 als Non-Profit-Organisation gegründet, inzwischen bündelt es die umfangreichste Sammlung des Landes zur Sozialgeschichte Griechenlands. Das Archiv besitzt mehr als 5 Millionen Dokumente, die sich in die folgenden Sammlungen unterteilen: Dokumentationen der linken Parteien Griechenlands; 2. Weltkrieg, Griechischer Bürgerkrieg, Aktivitäten der griechischen Linken in der Nachkriegszeit; Militärdiktatur in Griechenland 1967-1974; Bürgerrechte, soziale Bewegungen und Graswurzelbewegungen; Persönliche Archive griechischer Politikerinnen und Politiker, Intellektueller und Gewerkschaftsmitglieder. Darüber hinaus besitzt das Archiv einen großen Bestand Bildmaterial, eine Oral History Sammlung sowie eine Bibliothek. Der Leseraum des Archivs ist an drei Tagen in der Woche geöffnet und steht der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Logo der Harvard University

Online-Katalog | Archiv

English-Language Primary Sources for the Study of Soviet History

Die Website English-Language Primary Sources for the Study of Soviet History listet als Onlineressource für die Untersuchung der sowjetischen Vergangenheit relevante Quellen auf. Sie wurde zusammengestellt von Professor Terry Martin von der Harvard University. Sie richtet sich in erster Linie an amerikanische Studenten, die Hausarbeiten zu einem Thema der sowjetischen Geschichte schreiben, enthält aber auch umfangreiche Bibliografien, die für ein breites interessiertes Publikum relevant scheinen. Die Gliederung auf der Website erfolgt anhand von Unterkategorien (z. B. state publishing) und soll helfen, einen Überblick über die verfügbaren Texte und Materialien zum Themenkomplex zu erhalten. Die Listen enthalten beispielsweise genaue bibliografische Angaben, etwa zu Quelleneditionen. Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Laterna Magica Archiv von Henry Sara, Screenshot von der Website

Diaarchiv | Online-Ressource

Henry Sara's lantern lectures

Die Archive des Aktivisten Henry Sara umfassen eine beeindruckende Sammlung aus über 1.500 Dias, die er zur Veranschaulichung seiner Vorträge über gesellschaftliche, politische und historische Themen in den 1920er- und 1930er-Jahren nutzte. Die digitalisierten Dias sind frei zugänglich auf der Website der Bibliothek der University of Warwick online verfügbar.In seinen frühen Zwanzigern trat Sara der Kommunistischen Partei Großbritanniens (CPGB) bei und wurde schnell zu einem ihrer populären Redner. Als Vertreter der CPGB und assoziierter Organisationen war er international auf Reisen, dazu gehörten unter anderem eine Vortragsreise durch die USA im Auftrag der "Freunde Sowjetrußlands" (1922), Besuche in Deutschland und Frankreich (1924), Reisen durch Russland bzw. die Sowjetunion in den Jahren 1921, 1925 und 1927 und eine Reise nach China im Jahr 1927, wo er am 5. Kongress der Kommunistischen Partei Chinas in Hankau teilnahm und die Anfänge des chinesischen Bürgerkrieges erlebte. Über seine Reisen als kommunistischer Aktivist hielt er Reden und Vorträge vor Genossen. Hierbei nutzte er gezielt das Medium Dias. Die Kollektion besteht aus einer Mischung aus selbst geschossenen Fotografien, gekauften Diasammlungen und Kopien aus Publikationen. Die digitalisierten Bilder sind nach den Titeln seiner Vorträge in verschiedene Bestände unterteilt.Saras Bereitschaft, Parteiführer und die Verbindung zu anderen trotzkistischen "Dissidenten" offen zu kritisieren, führte 1932 zu seinem Ausschluss aus der KPGB und er wurde zu einer führenden Figur in der britischen trotzkistischen Bewegung der 1930er-Jahre.

Screenshot der Website des Kansan Arkisto

Archiv

Kansan Arkisto, Helsinki, Finnland

Das Kansan Arkisto (The People's Archives) in Helsinki sammelt, bewahrt und katalogisiert Schriftgut und andere Materialien der Sozial- und Kulturgeschichte der finnischen Arbeiterbewegung und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Es wurde 1945 als Archiv der Kommunistischen Partei Finnlands gegründet. Die KP war in Finnland seit Ende des Bürgerkrieges 1918 bis 1944 verboten. Von dieser Zeit zeugt eine Spezialsammlung im Archiv, welche die politische Verfolgung und Inhaftierung von Kommunisten und Kommunistinnen beleuchtet. Im Kansan Arkisto befinden sich neben den Archiven von Arbeiterorganisationen und politischen Gruppen auch Archive anderer Institutionen sozialer Bewegungen, wie beispielsweise von Theatern, Bildungsstätten oder Freizeitklubs. Auch zahlreiche Nachlässe von Aktivisten, Künstlern, Schriftstellern oder einfachen Arbeiterfamilien sind im Kansan Arkisto aufbewahrt. Das Archiv beherbergt Memoiren, Interviews und Tonaufnahmen dieser Menschen. Die ältesten Dokumente im Archiv, Akten über die Gerbergesellen von Helsinki, sind aus dem Jahr 1785.

Screenshot von der Website des Archivs

Fotoarchiv | Online-Ressource

Memorial Fotoarchiv: Geschichte des Terrors in der UdSSR und Bürgerbewegung in Bildern

Das digitale Fotoarchiv der Organisation MEMORIAL entstand aus dem Gedanken, Fotografien aus den Archiven regionaler MEMORIAL-Organisationen als zentrales Online-Archiv zusammenzuführen. Die Basis bilden die Fotoexponate der MEMORIAL-Verbände in Moskau, Petersburg, Tomsk, Syktyvkar und Krasnojarsk. Sie decken folgenden Themenbereiche ab: Politischen Repressionen in der UdSSR von 1917 – 1956; Politische Repressionen und Bürgerbewegung in der UdSSR von 1956 – 1986; Geschichte und Wirken der Gesellschaft MEMORIAL von 1987 bis heute. MEMORIAL reagiert mit der Schaffung des Online-Archivs auf die zahlreichen Anfragen nach Bildmaterial von Forschenden sowie von Betroffenen. An diese beiden Zielgruppen richtet sich das Archiv vornehmlich. Darüber hinaus wollen die Träger des Archivs einen Beitrag zur Erinnerungskultur leisten. Diese ist, in Russland wie auch in anderen Ländern, stark beeinflusst von Stimmen, die an die Zeiten der Sowjetunion nostalgisch an eine Phase der materiellen Sicherheit erinnern. Dem entgegen setzt MEMORIAL bildliche Zeugnisse der autoritären Herrschaft, der die Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion unterworfen waren. Interessenten erhalten einen Zugang zum Online-Archiv, können eigenständig recherchieren und dann zur Klärung von Nutzungsrechten mit Memorial Kontakt aufnehmen.

Die Fotosammlung des rumänischen Kommunismus, Screenshot von der Website

Fotoarchiv | Online-Ressource

Online communism photo collection

Die Online communism photo collection ist eine Datenbank mit Bildern aus der kommunistischen Zeit in Rumänien. Sie wurde im Juli 2007 initiiert, um das eher gering verbreitete Wissen über die Geschichte des sozialistischen Regimes in Rumänien zu verbessern, dem gesteigerten Interesse der Öffentlichkeit entgegen zu kommen und für die freie Verfügbarkeit von fotografischen Quellen zu sorgen. Am 14. November 2008 haben die National Archives Of Romania und das Institute of the Investigation of Communist Crimes and the Memory of the Romanian Exile (IICCMER) diese erste und größte Online-Bilddatenbank Rumäniens ins Leben gerufen. Sie enthält Fotos aus dem Zeitraum 1921-1989, von denen die meisten zu Propagandazwecken gemacht wurden. Die Bilder dokumentieren in vielfältiger Weise die Entstehungsgeschichte der Diktatur aus dem kommunistischen Untergrund während des zweiten Weltkrieges bis hin zum Sturz der Ceaușescu-Diktatur.Das Archiv beherbergt inzwischen circa 5000 Bilder aus der Zeit der sozialistischen Diktatur in Rumänien. Das Portal möchte einen Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit leisten und Multiplikatoren Bildmaterial zur Verfügung stellen.

Screenshot der Webseite

Zeitzeugenportal | Archiv

Political Prisoners, Prag, Tschechien

Die Webseite Political Prisoners.eu ist ein Archiv der gleichnamigen Forschungsinitative aus Prag, deren Hauptaufgabe in der Sammlung und Dokumentation von Zeitzeugenberichten ehemaliger politscher Gefangener während der kommunistischen Herrschaft in der CSSR besteht. Zeitlich beschäftigt sich das Archiv vor allem mit der Zeit von 1940 bis in die 1950er-Jahre. Auf der Webseite werden die Zeitzeugenberichte von politischen Gefangenen veröffentlicht, die die stalinistischen Gefängnisse und die Arbeitslager in der ehemaligen Tschechoslowakei und in anderen europäischen Ländern überlebten. Während seiner totalitären Herrschaft ließ Stalin nicht nur vermeintliche politische Gegner in Arbeitslagern inhaftieren, sondern auch ethnische Minderheiten, Priester, Mönche oder ausländische Kommunisten. Ziel des Projekts ist es, das Gedenken an die Opfer des Stalinismus zu fördern. Die ehemaligen politischen Gefangenen stellen wichtige historische Zeugen und Überlieferer der totalitären Vergangenheit dar. Die Webseite liefert zusätzlich zu den Zeitzeugenberichten eine Vielzahl historischer Informationen, unter anderem über die Entwicklung der Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, den Erfolg der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei nach Kriegsende, über die chinesischen Arbeitslagern, die so genannten Laogais. Zusätzlich veranstaltet die Forschungsgruppe Workshops, Konferenzen und Veranstaltungen.

Logo der ArcheoBiblioBase (ABB)

Datenbank | Online-Ressource

ArcheoBiblioBase: Archives in Russia

Die ArcheoBiblioBase (ABB) ist ein Online-Datenverzeichnis und Bibliografie-Informationssystem für Archive in Russland. Auf der Website finden sich Daten zu rund 400 Archiven und Magazinen, von Bibliotheken und Museen über akademische und staatliche Institutionen bis hin zu Filmstudios. Die ABB eignet sich als Ausgangspunkt bei der Recherche, um beispielsweise den Aufbewahrungsort von Originaldokumenten zu ermitteln. Ein Schwerpunkt liegt auf Archiven in Moskau und Sankt Petersburg, aber auch staatliche Archive im restlichen Russland sind aufgeführt. Die ABB weist auf veröffentlichte wie unveröffentlichte Quellen hin, von mittelalterlichen Manuskripten und Volksliedern über Dokumente der Kommunistischen Partei bis hin zu persönlichen Briefen. Das Verzeichnis bietet einen Ausgangspunkt für die Suche nach Manuskripten, Kinofilmen, Daten zur Ahnenforschung, technischen Dokumentationen und architektonischen Zeichnungen, um nur einige der spezialisierten Quellen zu nennen. Anmerkungen im Datenverzeichnis weisen auf Zugangsbedingungen zu den Archiven und eventuelle Links zu digitalisierten Ressourcen hin. Die ABB ist ein Gemeinschaftsprojekt des International Institute of Social History (IISH/IISG) in Amsterdam und der State Public Historical Library (GPIB) in Moskau.

Screenshot der Website des Archivs des Departements Seine-Saint-Denis

Archiv

Archiv des Departements Seine-Saint-Denis, Bobigny, Frankreich

Das Archiv des Departements Seine-Saint-Denis hat sich neben seiner Hauptaufgabe des Sammelns und Bereitstellens von Dokumenten zur Geschichte des Departements zu einem bedeutenden Archiv der Geschichte der Arbeiterbewegung in Frankreich entwickelt. Mit seiner umfassenden Sammlung von Nachlässen und Archiven politischer Organisationen, Gewerkschaften, Vereinigungen und politisch aktiver Personen stellt es eine wichtige Informationsquelle zum Thema Kommunismus und Arbeiterbewegungen in Frankreich dar. Die Sammlung beinhaltet unter anderem das Archiv der Kommunistischen Partei Frankreichs, das der kommunistischen Jugendorganisation Mouvement Jeunes communistes de France (MJCF) sowie der Tageszeitung L'Humanité, ehemals Zentralorgan der Kommunistischen Partei Frankreichs und auch heute noch eng mit dieser verbunden. Das Archiv des Departements Seine-Saint-Denis bewahrt des Weiteren fotografische und audiovisuelle Materialien auf, die die Geschichte des Verwaltungsbezirks nordöstlich von Paris sowie die Geschichte der französischen Arbeiterbewegung dokumentieren.

Archivgut der SED und des FDGB

Online-Ressource | Archiv

Archivgut der SED und des FDGB

Die Website ist auf Initiative von Archivarinnen und Archivaren aus den Staatsarchiven der neuen Bundesländer und der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv entstanden. Ihr Ziel ist es, ausführliche Informationen über die Bestände der umfassenden schriftlichen Hinterlassenschaften der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) bereitzustellen. Sie bietet leicht zugängliche ausführliche Hintergrundinformationen und wurde in Kooperation mit allen beteiligten Archiven aufgebaut. 2005 wurde beschlossen das Netzwerk SED-Archivgut um das FDGB-Archivgut zu erweitern. Die Unterlagen des FDGB und seiner Einzelgewerkschaften sind auf Grund ihrer herausgehobenen Stellung in der DDR von großer Bedeutung. Der FDGB war die größte Massenorganisation in der DDR. Die Website bietet eine Suchfunktion über das Archivportal Europa und eignet zum Einstieg für die Recherche zu SED und FDGB.

Screenshot der Website: Bulgarian Communism: Critical Readings

Online-Katalog

Bulgarian Communism: Critical Readings

Das Webportal Bulgarian Communism: Critical Readings ist ein Onlinekatalog für sozial- und geisteswissenschaftliche Literatur zum bulgarischen Kommunismus. Der Katalog listet wissenschaftliche Publikationen, Bibliografien und Institutionen zum Thema Kommunismus in Bulgarien auf und möchte so den Informationsaustausch zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Akteuren verbessern. Das Projekt zielt darauf ab lokale und internationale Forschungsnetzwerke über den Zugang zu Quellen, Materialen und Archiven zu informieren. Darüber hinaus wird auf Konferenzen, öffentliche Veranstaltungen, Call for Papers und Neuerscheinungen hingewiesen. Die Seite ist 2005 auf Initiative des Centre for Advanced Study Sofia entstanden. Die Website wird auf Bulgarisch und Englisch betrieben, es wird jedoch auch auf Literatur in anderen Sprachen verwiesen. Die fremdsprachige Literatur wird nur auf der englischsprachigen Version der Website geführt.  

Logo des COMDOS

Archiv

Committee on Disclosure of Documents and Announcing Affiliation of Bulgarian Citizens to the State Security and the Intelligence Services of the Bulgarian National Army (COMDOS), Sofia, Bulgarien

Das Committee on Disclosure of Documents and Announcing Affiliation of Bulgarian Citizens to the State Security and the Intelligence Services of the Bulgarian National Army (COMDOS) ist Bulgariens zentrales Archiv für die Unterlagen der ehemaligen bulgarischen Geheimdienste. Es wurde 2007 gegründet. Bürgerinnen und Bürger haben dort die Möglichkeit, sämtliche Unterlagen und Informationen, die über sie oder ihre verstorbenen Verwandten gesammelt wurden, einzusehen. Alle Dokumente sind zu Recherchezwecken einsehbar. COMDOS führt Hintergrundrecherchen zu vor 1973 geborene Personen durch, die in hohen gesellschaftlichen Positionen stehen oder standen, um deren etwaige Verbindungen zu den geheimdienstlichen Behörden zu dokumentieren und öffentlich zu machen. Das Archiv ist Mitglied des European Network of Official Authorities in Charge of Secret Police Files, das 2008 in Berlin gegründet wurde. Ziel des Netzwerkes ist es, den Zugang zu den Geheimdienst-Akten der kommunistischen Regime zu ermöglichen und somit einen Beitrag zur Aufarbeitung kommunistischer Herrschaft zu leisten. 

Cover des Deutsches Rundfunkarchiv Spezial "Oktoberrevolution"

Online-Ressource | Archiv

Deutsches Rundfunkarchiv Spezial: Oktoberrevolution

In einer Sonderausgabe zur Oktoberrevolution hat das Deutsche Rundfunkarchiv eine Liste ausgewählter Fernsehproduktionen der DDR sowie Tondokumente und Hörfunkproduktionen zusammengestellt. Darunter sind beispielsweise eine Fernsehsendungen zum "Fest der Freundschaft" in Leipzig anlässlich des 50. Jahrestages der Oktoberrevolution, Interviews mit Zeitzeugen der Oktoberrevolution und Lehrfilme für den Schulunterricht in der DDR. Auch Tondokumente sind angeführt, wie Reden Lenins, Trotzkis und Stalins oder auch Walter Ulbrichts und Bertolt Brechts sowie Hörfunkproduktionen, beispielsweise eine Reportage Egon Erwin Kischs von den Revolutionsfeierlichkeiten auf dem Roten Platz in Moskau aus dem Jahr 1931. Weiterhin sind Vorträge, Hörspiele und Musikaufnahmen aufgelistet, unter anderem von Werken der Komponisten Sergej Prokofjew, Dmitri Schostakowitsch und Hanns Eisler.Die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv ist eine Gemeinschaftseinrichtung der ARD. Sie stellt ihre Dienstleistungen und Materialien für Zwecke von Kunst, Wissenschaft, Forschung, Erziehung und Unterricht, Ausstrahlung in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, aber auch für gewerbliche und private Nutzung zur Verfügung. Die Veröffentlichung gibt Auskunft über Signaturen, inhaltliche Beschreibungen, Produktionsdetails und Spieldauer der Bestände des Rundfunkarchivs, die mit dem Topos Oktoberrevolution zu tun haben.

Logo des European Network of Official Authorities in Charge of the Secret Police Files

Netzwerk

European Network of Official Authorities in Charge of the Secret Police Files

Das European Network of Official Authorities in Charge of Secret Police Files wurde 2008 in Berlin gegründet und besteht aus sieben mittel- und osteuropäischen staatlichen Archiven. Erstmals schlossen sich damit Vertreter der Geheimpolizei-Archive Osteuropas zu einem Netzwerk zusammen. Gemeinsam verfolgt das es das Ziel, durch den Zugang zu den Geheimpolizei-Akten die Aufarbeitung der kommunistischen Diktaturen zu fördern und voran zu bringen. Die Geheimpolizeien waren in den kommunistischen Regimen das wichtigste Unterdrückungsinstrument und hatten die Aufgabe, die Macht der herrschenden Parteien zu erhalten. Zu diesem Zweck kontrollierten sie nahezu alle gesellschaftlichen Lebensbereiche, überwachten die Bürger und missachteten dabei oftmals die Menschenrechte. Die Akten der Sicherheitsbehörden bilden deshalb eine elementare Quelle für die Aufarbeitung der kommunistischen Herrschaft. Gründungsmitglieder des Netzwerkes sind die jeweiligen zentralen Stellen aus Bulgarien, Deutschland, Polen, Rumänien, Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn. Die Zusammenarbeit der verschiedenen nationalen Institutionen in diesem Netzwerk soll verdeutlichen, dass die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur keine rein nationale Angelegenheit darstellt, sondern dass diese in einen internationalen und europäischen Rahmen integriert ist. Die Institutionen wollen durch dieses Netzwerk enger zusammenarbeiten und sich wechselseitig bei der Forschung zur kommunistischen Vergangenheit unterstützen. Das Netzwerk organisiert einmal jährlich eine Konferenz, auf der die wesentlichsten Aufarbeitungsergebnisse eröertert werden. Seit 2013 können weitere Länder für die jährlichen Konferenzen einen Gaststatus erhalten.

Logo:  Historical Archives of the Hungarian State Security

Archiv

Historical Archives of the Hungarian State Security, Budapest, Ungarn

Die Historical Archives of the Hungarian State Security wurden 1994 gegründet. Sie sind eine staatliche Einrichtung, die Dokumente ehemaliger Organisationen der Staatssicherheit in Ungarn aus der Zeit zwischen 1944 und 1990 aufbewahrt. Ferner werden hier Bestände der Kommission archiviert, die von 1994 bis 2005 für die Überprüfung von Schlüsselpersonen in öffentlichen Institutionen Ungarns zuständig war. Unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen können Betroffene und Forscher weiterhin Einsicht in die Akten- und Dokumentenbestände der früheren Staatssicherheitsorgane nehmen. Die Archive verfügen über eine eigene Forschungsabteilung, die sich vor allem mit den einzelnen Sicherheitsorganisationen sowie dem Verhältnis zwischen Kommunistischer Partei, anderen staatlichen Organen und der Staatssicherheit beschäftigt. Die Ergebnisse werden in Publikationen, Artikeln und Dokumentensammlungen der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Screenshot der Website des Archivs

Fotoarchiv | Online-Ressource

KARTA Center Foundation Photographic Archive

Das Fotografische Archiv des KARTA-Zentrums wurde 1996 gegründet. Sein Ziel ist es, die Geschichte Polens und Ostmitteleuropas vom 19. Jahrhundert bis heute fotografisch zu dokumentieren. Aktuell beinhaltet das Archiv die immense Zahl von über 300 000 Fotografien und wächst durch Spenden aus privaten Beständen kontinuierlich weiter an. Die Fotografien decken ein breites Spektrum polnischen Lebens ab: von Familienfeiern und Einzelpersonen über die Entwicklung ganzer Dörfer und Regionen bis hin zu politischen Großereignissen, der deutschen Besatzung, sowjetischer Repression und schließlich der Solidarnósc-Bewegung zeichnen die Sammlungen ein detailliertes Bild gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen des Landes und vermitteln so einen umfassenden und zugänglichen Eindruck von der Geschichte des Landes in den vergangen beiden Jahrhunderten. Alle digitalisierten Bilder sind online frei zugänglich.

Logo von Memorial

Archiv

Memorial Soсiety Archivеs

Die Archive der MEMORIAL-Gesellschaft beinhalten Zeugnisse der jüngeren Geschichte Russlands. Der Fokus liegt dabei auf den Opfern staatlicher Gewalt, dem Widerstand gegen die Staatsgewalt, und den schwierigen Bedingungen für die Etablierung einer Erinnerungskultur, die diesen Ereignissen gerecht wird. Die Sammlungen des Archivs sind thematische gegliedert: Die Geschichte politischer Repression in der UdSSR (1918-1956); die Geschichte des Widerstands (1953-1987); die Geschichte der Repression gegenüber ethnischen Polinnen und Polen; die Geschichte der „Ostarbeiter“. Eine weitere Abteilung ist den Ergebnissen des jährlichen Recherchewettbewerbes für Schülerinnen und Schüler gewidmet. Weiterer Teil der Archive ist das Zentrum für Oral History und Biografien. Neben der Sammlung von Interviews und anderen Materialien mündlicher Überlieferung dient das Zentrum außerdem der Vernetzung von regionalen Projekten, die in diesem Bereich aktiv sind. Die Archive beinhalten eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Fotografien, Briefen und Manuskripten; Privatpersonen sind eingeladen, die Archive um Gegenstände aus ihren Familien zu erweitern. Die Arbeit der Archive wird durch die Zusammenarbeit mit regionalen MEMORIAL-Initiativen in Russland, der Ukraine, Lettland, Kasachstan, Deutschland, Italien und Frankreich unterstützt.

Website Orlando Figes - Family Histories

Online-Ressource | Archiv

Orlando Figes - Family Histories

Für sein Buch Die Flüsterer. Leben in Stalins Russland (London 2007, Berlin 2008) hat der Historiker Orlando Figes zusammen mit der Internationalen Gesellschaft MEMORIAL zwischen 2003 und 2006 hunderte Dokumente aus Familienarchiven zusammengetragen und etwa 450 Zeitzeugen befragt. Das Buch hat den Anspruch, die Geschichte des Alltagslebens in der stalinistischen Sowjetunion zu erzählen und den Einfluss des Terrors auf das Familienleben zu ergründen. Auf seiner Website stellt Figes eine Auswahl der Dokumente und Interviews zur Verfügung. Neben jeweils einer Einführung in die Familiengeschichte, das Familienarchiv und die im Interview besprochenen Themen werden biographische Angaben zu Mitgliedern der Familien sowie Interviewtranskripte, Audiodateien in russischer Sprache, einige englische Übersetzungen und Bilder aus den Familienarchiven zugänglich gemacht.

Screenshot der Website "Post Bellum"

Zeitzeugenportal | Archiv

Post Bellum, Prag, Tschechien

Die NRO Post Bellum wurde 2001 von einer Gruppe tschechischer Historiker und Journalisten gegründet und widmet sich der Sammlung und Dokumentation von Zeitzeugenaussagen aus dem 20. Jahrhundert. Im Fokus stehen die Berichte von Zeitzeugen über die totalitären Regime. Das Portal umfasst unter dem Projekt Memory of Nations persönliche Berichte von Holocaust-Überlebenden, Widerstandskämpfern, politisch Gefangenen, Dissidenten und ethnischen Minderheiten, aber auch von solchen, die auf der Seite der totalitären Regime standen. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es, auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts aufmerksam zu machen, zu dokumentieren und aufzuklären. Die Berichte der Zeitzeugen sollen für ein breites Publikum zugänglich sein. Die Zeitzeugenberichte liefern tiefe Einblicke in die Geschehnisse während kommunistischer oder nationalsozialistischer Herrschaft und decken das Wesen totalitärer Herrschaft auf. Unter https://www.pametnaroda.cz/cs gelangen interessierte Nutzer direkt zu den Zeitzeugeninterviews. Diese sind unter folgenden Themenüberschriften geordnet: Holocaust, Kommunismus, Nationalsozialismus, kirchliche und religiöse Gemeinschaften, Veteranen, nationale Minderheiten, politisch Gefangene und Geheimdienste. Memory of Nations ist die größte öffentlich zugängliche Datenbank für Zeugenberichte in Europa. Neben dem Betrieb des Portals wirkt Post Bellum durch die Organisation von Veranstaltungen und Workshops, sowie durch Artikel und Radiobeiträge aktiv an der Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Tschechien mit.