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Webseite der Abteilung Bildung und Forschung BSTU

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Abteilung Bildung und Forschung BSTU, Berlin

Die Abteilung Bildung und Forschung (BF) des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) mit Sitz in Berlin leistet Grundlagenforschung über das Ministerium der Staatssicherheit (MfS). Darüber hinaus betreut sie das Stasi-Museum, die Dauerausstellung und die öffentliche Bibliothek des BStU. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Rekonstruktion des MfS-Apparats sowie die Edition von Dokumenten für die allgemeine DDR-Forschung. Seit ihrer Gründung 1992 unterstützt die Abteilung Bildung und Forschung der BSTU die Zeitgeschichtsforschung mit einer Vielzahl an Studien und Quelleneditionen. Sie macht es sich zum Anliegen, Impulse aus der öffentlichen Aufarbeitungsdiskussion aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Die grundlegenden Forschungsschwerpunkte umfassen die Geschichte des MfS, das Verhältnis von SED und MfS, dessen Verbindungen zu Kulturpolitik, Justiz und Wirtschaft, Widerstand gegen das MfS und seine Beziehungen zu den verschiedenen Sicherheitsdiensten des Ostblocks. Darüber hinaus untersucht die BF auch eigene Fragestellungen wie beispielsweise die Problematik der Verflechtung der Stasi mit dem alltäglichen Leben in der DDR. Im Fokus stehen hier Widerstand, Verrat und Denunziation.

Screenshot der Webseite des ERS

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Center for European and Russian Studies der UCLA, Los Angeles, USA

Das 1957 in Los Angeles gegründete Center for European and Russian Studies (ERS) der University of California bietet eine Vielzahl an Stipendienprogrammen mit Fokus auf die jüngere Zeitgeschichte. Das ERS gibt die Fachzeitschrift Communist and Post-Communist Studies heraus, welche sich der Analyse historischer wie zeitgenössischer Themen der kommunistischen beziehungsweise post-kommunistischen Welt widmet. Das Institut veranstaltet ein breites Programm an Podiumsdiskussionen zu aktuellen politischen Themen, Buchvorstellungen, öffentlichen Vorträgen, Konzerten oder auch kulinarischen Veranstaltungen. Auf der geplanten Konferenz Trump and the World, diskutieren z.B. europäische Politikwissenschaftler über die aktuelle Situation in den USA. Die Historikerin und Schriftstellerin Laure Murat leitet das Institut, dessen Hauptziele sie folgendermaßen zusammenfasst: „Wir müssen mit Hilfe von Historikern, Ökonomen, Soziologen und Politikwissenschaftlern versuchen, zu verstehen, was auf dem Spiel steht und wie wir eine bessere Welt schaffen können. Was ist die Zukunft der Demokratie? Wie definieren wir europäische Werte?“ (Vgl. www.international.ucla.edu).

Logo des Estonian Institute of Historical Memory

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Estonian Institute of Historical Memory, Tallinn, Estland

Am 23. August 2015, am Europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus, initiierte das Estnische Justizministerium die Gründung einer internationalen Institution zur Untersuchung von Verbrechen des kommunistischen Regimes. Heute wird die Initiative von acht Ländern unterstützt (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Georgien) und die Entwicklung des internationalen Forschungszentrums und des Museums vom Justizministerium finanziert. Das Forschungszentrum führt das Estnische Institut für historisches Gedächtnis und die Stiftung Unitas zusammen. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist, die wissenschaftliche Forschung und Aufarbeitung der Verbrechen der totalitären Regime während des Zweiten Weltkriegs und der sowjetischen Besatzungszeit in Estland sowie die Verstöße gegen die Menschenrechte zu untersuchen. Gleichzeitig wird u.a. mit Bildungsprojekten über die Ideologien totalitärer Regime aufgeklärt. Ihr wichtigstes Anliegen ist es, viele Menschen aktiv zu beteiligen. Als ausdrucksstarkes Beispiel dient das Projekt „Sammlung unserer Geschichte/Unsere ganze Geschichte“ (https://kogumelugu.ee/en). Es dokumentiert Videoaufnahmen mit Erinnerungen und Biografien von Menschen, die unter den totalitären Regimen in Estland gelitten haben.

Logo Georg Eckert Institut für Schulbuchforschung

Forschungsinstitut | Politische Bildung

Georg Eckert Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig

Das 1975 gegründete und nach dem Braunschweiger Historiker Georg Eckert benannte Institut erforscht Wissensstrukturen und Identitätsangebote in historisch-kulturwissenschaftlichen Unterrichtsmaterialen. Die unterschiedlichen Vorstellungen von Europa in Schulbüchern, wie das Verhältnis von Religion und Globalisierung in Bildungsmedien dargestellt wird und in welchen Spannungsfeldern Schulbücher erarbeitet werden, das sind derzeit zentrale Fragestellungen. Das Institut berät die Politik zu Fragen der Schulbuchgestaltung und unterstützt die Arbeit von internationalen Schulbuchkommissionen. Es fördert den wissenschaftlichen Austausch, stellt Daten, Quellen und Informationen zur Verfügung, gibt eigene Publikationen heraus und bietet ein Stipendien- und Gastwissenschaftlerprogramm an. Das Institut verfügt außerdem über eine Schulbuchsammlung und eine Fachbibliothek. Damit verortet es sich an der Schnittstelle von Forschung, Forschungsinfrastrukturleistungen und Wissenstransfer.

Logo des Institut für Zeitgeschichte München – Berlin

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Institut für Zeitgeschichte, München – Berlin

Forschungsschwerpunkt des außeruniversitären Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) ist die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart in ihren europäischen Zusammenhängen. Seit seiner Gründung 1949 leistet das in München ansässige IfZ Grundlagenforschung zur nationalsozialistischen Herrschaft. Heute liegen die Arbeitsschwerpunkte des Instituts auf der Erforschung der Diktaturen im 20. Jahrhundert in Europa, der historischen Demokratieforschung sowie der Transformationsforschung. Die Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR standen zunächst im Fokus der 1990 eröffneten Forschungsabteilung in Berlin, deren Arbeit sich später auf die deutsch-deutsche Geschichte seit den 1970-er Jahren ausgedehnte. Das IfZ leitet die „Dokumentation Obersalzberg“ und seit 2013 das Zentrum für Holcauststudien in München. Mit dem „Vierteljahrsheft für Zeitgeschichte“ publiziert das Institut die auflagenstärkste historische Fachzeitschrift Deutschlands.Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangte die Herausgabe der ersten wissenschaftlich kommentierten Gesamtausgabe Adolf Hitlers „Mein Kampf“ durch das IfZ im Januar 2016 – pünktlich zum Ablauf der Urheberrechte des Buches.

Screenshot der Webseite https://socialhistory.org/en

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Internationales Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam, Niederlande

Formal beginnt die Geschichte des Amsterdamer International Institute of Social History (IISH) im November des Jahres 1935. Der Grund der Entstehung war die Gefährdung sozialhistorischer Archivbestände in Ost- und Mitteleuropa durch die sich verschlechternde politische Entwicklung in der Weimarer Republik und der Sowjetunion nach 1930. Neben dem Bewahren und Sammeln von Beständen verfolgter sozialer Bewegungen und der Arbeiterbewegung weltweit, erforscht das Institut deren Geschichte. Neben statistischen Erhebungen liegen die Forschungsschwerpunkte auf Projekten der Labour History, der Migrations- und der Wirtschaftsgeschichte. Die Forschenden nehmen eine globalgeschichtliche Perspektive ein, um abseits eines eurozentristischen Blicks, neue Perspektiven auf die Geschichte der Arbeit und der Arbeiterbewegung zu erlangen. Das Institut ist eines der weltweit wichtigsten und mit seinen 140 Mitarbeitenden eines der größten außeruniversitären Einrichtungen, die sich mit der Erforschung von Arbeit und sozialen Bewegungen beschäftigt. Neben der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in zahlreichen Publikationen, veranstaltet das Institut die jährlich stattfindende European Social Science History Conference (ESSHC). 

Logo Russia’s Great War & Revolution

Online-Ressource | Netzwerk

Russia’s Great War and Revolution

Das Projekt verfolgt das Ziel einer wissenschaftlichen Neubewertung der Russischen Revolution und möchte mehr Aufmerksamkeit auf Russland als Teil der Geschichte des 20. Jahrhunderts richten. Dafür sollen aktuelle Forschungsergebnisse, neue Methoden und Vermittlungsformate Russlands weltverändernde Erfahrungen im Krieg und in der Revolution zwischen 1914 und den frühen 1920er-Jahren besser zugänglich machen. Das Netzwerk von 40 amerikanischen, britischen, russischen und anderen Historikern will durch die Zusammenarbeit den Nutzen von Archivrecherchen vergrößern und die historische Forschung durch Erkenntnisse benachbarter Disziplinen wie der Kulturwissenschaft bereichern. Die Webseite Russia´s Great War & Revolution mit etwa 20 thematischen Beiträgen richtet sich an die breite Öffentlichkeit, die bisher erschienenen drei Sammelbände des Projekts an ein akademisches Publikum.

Logo des IICCMER

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The Institute of the Investigation of Communist Crimes and the Memory of the Romanian Exile, Bukarest, Rumänien

Das Institute of the Investigation of Communist Crimes and the Memory of the Romanian Exile (IICCMER) wurde 2005 unter der Koordination des Premierministers gegründet. Der Auftrag des Instituts ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der totalitären Periode Rumäniens und eine Auseinandersetzung mit den Konsequenzen. Zu den Schwerpunkten gehören u.a. die Arbeit der Securitate, das repressive System, die Menschenrechtsverletzungen sowie eine Auseinandersetzung mit den Akteuren des kommunistischen Regimes und die juristische Aufarbeitung. Neben Forschungsprojekten, Publikationen und Veranstaltungen unterstützt IICCMER die historisch-politische Bildungsarbeit und sammelt, archiviert und veröffentlicht Dokumente über die Erinnerung an das rumänische Exil. Auf die Initiative des IICCMER entsteht gerade das Museum of Communist Crimes in Romania.

Sitz des UINR in Kiew, Urheber: Wadco2, Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Forschungsinstitut | Aufarbeitungsinitiative

Ukrainian Institute of National Remembrance, Kiew, Ukraine

Das Ukrainian Institute of National Remembrance (UINR) wurde am 31. Mai 2006 gegründet. Seit 2010 agiert das Institut als Forschungseinrichtung, die ihre Finanzierung vom Ministerkabinett der Ukraine erhält. Es hat die Aufgabe, mit Publikationen, Veranstaltungen und Forschungsprojekten die Erinnerung an die wechselhafte Vergangenheit der Ukraine wachzuhalten. Zu den Schwerpunkten des Instituts gehört eine Auseinandersetzung mit der ukrainischen Staatsbildung und  Befreiungsbewegung, der Revolution 1917-1921, dem Holodomor 1932/33, den politischen Repressionen, Opfern und Oppositionellen. Das Institut arbeitet auch gegenwartsbezogen und verfolgt das Anliegen, zur Integration nationaler Minderheiten beizutragen, für die Wahrung von Freiheiten und Menschenrechten zu sensibilisieren und die Bildung von Patriotismus und nationalem Bewusstsein zu befördern. Das UINR ist zudem zuständig für die Erhaltung und Pflege von historischen Orten, Grabstätten und Gedenkstätten und stößt eigene Denkmalsinitiativen an. Im Mai 2015 unterzeichnete Präsident Petro Poroshenko vier Gesetze, die das Land vom Erbe des Kommunismus befreien und die Eigenständigkeit der Ukraine betonen sollen. Volodymyr Viatrovych war als Direktor des Instituts u.a. an dem Gesetz beteiligt, durch das die Archive der sowjetischen Geheimdienste öffentlich zugänglich wurden und in die Trägerschaft des UINR übergingen.

Screenshot der Webseite des InkriT

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Berliner Institut für kritische Theorie, Berlin

Das Berliner Institut für kritische Theorie (InkriT) wurde 1996 anlässlich des 60. Todestages von Antonio Gramsci gegründet. Das Institut versteht kritische Theorie nicht als Synonym zur Frankfurter Schule, sondern meint progressive Theorieströmungen die durch unterschiedliche Wechselwirkungen mit sozialen Bewegungen seit dem 19. Jahrhundert entstanden sind. Das Institut möchte den internationalen Wissensaustausch fördern und kritisch-theoretische Studien anregen. Neben der Herausgabe des Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus (HKWM), der deutschen Ausgabe der Gefängnishefte und Briefe von Antonio Gramsci und den Schriften von Klaus Holzkamp, zeichnet sich das Institut verantwortlich für die Schriftenreihe Berliner Beiträge zur kritischen Theorie und seit 2005 für die Zeitschrift Das Argument - Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften. Das InkriT lädt zudem regelmäßig zu wissenschaftlichen Konferenzen und Vorträgen ein. Durch seine Arbeit setzt sich das Institut kritisch mit den Theorien, Vordenkern und Ideologen kommunistischer Diktaturen auseinander.

Screenshot der Institutswebsite: Centro de Estudios y Documentación de las Brigadas Internacion

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Center for research and documentation of the International Brigades an der Universidad de Castilla-La Mancha, Albacete, Spanien

Das wissenschaftliche Institut widmet sich der Erforschung und Dokumentation der Internationalen Brigaden. Sie waren eine 1936 von der Kommunistischen Internationale gegründete Freiwilligenmiliz, in der europäische Kommunistinnen und Kommunisten auf der Seite der Republik im Spanischen Bürgerkrieg kämpften. Das Forschungszentrum und sein Archiv befinden sich an der Universität von Castilla-La Mancha in. Das Institut bietet Promotionsprogramme an, organisiert Konferenzen und Fachvorträge und veröffentlicht regelmäßig neue Publikationen zu den Interbrigaden. Die Website des Zentrums verfügt über ein Archiv mit Biografien, Fotografien und Audiobeiträgen zu den Brigaden. Diese können über den Katalog der Bibliothek durchsucht werden. Darüber hinaus listet die Seite Verweise zu weiteren Archiven und Datenbanken und bietet Publikationen zum Download an. Die Informationen liegen überwiegend auf Spanisch vor.

Forschungsstelle Osteuropa, Screenshot von der Website

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Forschungsstelle Osteuropa, Bremen

Die Forschungsstelle Osteuropa (FSO) ist als An-Institut eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung an der Universität Bremen. Sie wurde 1982 mitten im Kalten Krieg gegründet und sieht sich heute als Ort, an dem der „Ostblock“ und seine Gesellschaften mit ihrer spezifischen Kultur aufgearbeitet und aktuelle Entwicklungen in der post-sowjetischen Region analysiert werden. Geteilte Welten von Akteuren aus Dissens, Konsens, Staat und Partei, Netzwerk- und Korruptionsforschung, sowie die Funktionsweise (post-)autoritärer Regime stehen im Fokus der Forschung. Das hauseigene Archiv umfasst über 100.000 Dokumente, Fotografien und Kunstwerke von Dissidentinnen und Dissidenten aus der Sowjetunion, Polen und der Tschechoslowakei, aber auch aus der DDR und Ungarn. Die Bibliothek der Forschungsstelle Osteuropa umfasst ca. 50.000 Bände geistes- und sozialwissenschaftlicher Literatur aus und über Ost- und Ostmitteleuropa nach 1945/1953. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde gibt die FSO regelmäßig Länder-Analysen mit Einschätzungen aktueller politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen osteuropäischer Staaten heraus. Des Weiteren konzipiert die Forschungsstelle immer wieder kleinere und größere Ausstellungen aus dem Fundus des Archivs und stellt Leihgaben für Projekte Dritter zur Verfügung.

Das Logo des Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung  e.V. an der TU Dresden, Quelle Wikimedia Commons

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Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden

Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. widmet sich der vergleichenden Diktaturforschung und setzt den Schwerpunkt auf die systematische Untersuchung des Kommunismus und des Nationalsozialismus. Beide Herrschaftssysteme haben das 20. Jahrhundert als Weltanschauungsdiktaturen entscheidend geprägt und die daraus resultierenden Folgen stellen noch immer Hypotheken für Gegenwart und Zukunft dar. Im Mittelpunkt der Forschung des HAIT stehen die politisch-ideologischen Voraussetzungen, die organisatorischen Strukturen, sowie die konkreten Auswirkungen während der NS-Zeit und in der DDR. Die Forschungstätigkeit des Instituts wird jedoch nicht durch das Jahr 1989 begrenzt - vielmehr erfordern die Nachwirkungen der Diktaturen eine differenzierte Betrachtung, einschließlich aktueller Herausforderungen und Gefährdungen der Demokratie. Dies betrifft sowohl autokratische und fundamentalistische Regime, als auch extremistische, rassistische und antisemitische Einstellungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse von Opposition und Widerstand gegen beide deutsche Diktaturen. Die vergleichenden Perspektiven auf andere faschistische und staatssozialistische Systeme erweitern das Forschungsfeld des Institutes, zu dem auch die kritische Auseinandersetzung mit dem politischen Extremismus in Geschichte und Gegenwart zählt.

IPN, Polen, Institute of National Remembrance, Instytut Pamięci Narodowej

Forschungsinstitut | Aufarbeitungsinitiative

Institute of National Remembrance, Warschau, Polen

Das polnische Institute of National Remembrance (Instytut Pamięci Narodowej, kurz IPN) befasst sich mit der polnischen Geschichte der Jahre 1939–1989 und behandelt so die Zeit des Nationalsozialismus ebenso wie die sowjetische Herrschaft. Der gesetzliche Auftrag des Instituts teilt sich in vier Aufgabenbereiche: die Erinnerungs- und Traditionspflege, die Verfolgung von Kriegsverbrechen, die Ermittlung von Verstößen gegen das Friedenssicherungsrecht und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie die Entschädigung von Unterdrückten des Regimes. Neben der Unterhaltung eines Archives mit den Akten der Staatssicherheitsbehörde organisiert das Institut Konferenzen und Vorträge und bietet Materialien zur schulischen Bildung an.  Durch die direkte Auseinandersetzung mit der kommunistischen Vergangenheit Polens in der Gegenwart, steht auch das IPN im Brennpunkt öffentlicher Diskussionen. Es greift als staatlicher Akteur in den öffentlichen geschichtspolitischen Diskurs ein.

Logo Bundesstiftung Aufarbeitung

Linksammlung

Internationales Partnerforum der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

In ihrem Errichtungsgesetz hat die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur „die Förderung der internationalen Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung von Diktaturen, insbesondere im europäischen Rahmen“ als eine ihrer Aufgabe übertragen bekommen. Diese setzt sie durch Kooperationen, Veranstaltungen, Studienfahrten und Publikationen um. Des Weiteren präsentiert die Bundesstiftung auf ihrer Webseite eine umfangreiche Liste von Institutionen und Initiativen, die sich wissenschaftlich in etwa 30 Ländern weltweit mit der Geschichte des Kommunismus beschäftigen. Von Albanien bis zu den USA stehen Links zu Archiven, Bibliotheken, Museen, Forschungseinrichtungen zur Verfügung. Es handelt sich dabei vor allem um staatliche Einrichtungen, aber auch unabhängige Onlineangebote, Zeitschriften und Opferverbände werden aufgelistet. Allein für die Russische Föderation können 25 weiterführende Links ausgewählt werden. Die Bundesstiftung Aufarbeitung möchte auf diese Weise als Schnittstelle zwischen gesellschaftlicher Aufarbeitung, Wissenschaft, Politik und Medien fungieren und den internationalen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs anregen.

Logo der Socialist History Society

Zeitschrift | Netzwerk

Socialist History Society, London, Großbritannien

Als Splittergruppe der Kommunistischen Partei Großbritanniens (CPGB), die sich Ende 1991 auflöste, entstand die Socialist History Society, die die Geschichte aus einem Linken und marxistischen Standpunkt betrachtet und sich heute mit sämtlichen Aspekten der Menschheitsgeschichte - von den frühesten gesellschaftlichen Formationen bis hin zur modernen Gesellschaft, ihrer Kultur und politischen Aktivitäten- beschäftigt. Im besonderen Fokus der Betrachtungen stehen die Kämpfe von Arbeit-, Frauen-, Progressiv- und Friedensbewegungen auf der ganzen Welt, sowie die Bewegungen und Errungenschaften von Arbeitergemeinschaften, Kolonialvölkern, Schwarzen und anderen unterdrückten Gruppen, aber auch soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und Befreiung.Alle Geschichtsinteressierten sind eingeladen sich der SHS anzuschließen und an den Aktivitäten teilzunehmen: Alle zwei Monate gibt es Vorträge und Debatten in London, darüber hinaus veranstaltet die Socialist History Society gelegentlich Konferenzen und gemeinsame Veranstaltungen.Die Gesellschaft gibt halbjährlich die Fachzeitschrift Socialist History Journal heraus. Die Ausgaben beschäftigen sich mit sozialistischer Kultur- und Politikgeschichte in Form von Aufsätzen, Debatten und Buchbesprechungen. Jede Ausgabe hat ein Schwerpunktthema. So titelte beispielsweise die Ausgabe anlässlich des Centennials der russischen Revolution "Legacies of October".

Logo The International Newsletter of Communist Studies

Newsletter

The International Newsletter of Communist Studies

Bernhard H. Bayerlein, Gleb J. Albert

Als Informationsbulletin und Online-Zeitschrift erscheint der International Newsletter of Communist Studies (INCS) seit 1993. Seine jährlichen Ausgaben widmen sich den Forschungsbereichen innerhalb der Geschichts- und den Sozialwissenschaften, die sich mit dem Kommunismus, linken Bewegungen, Ideen und Regimen beschäftigen. Der Newsletter richtet sich damit an Wissenschaftler, Publizisten und Lehrer, aber auch an Archiv- und Bibliotheksmitarbeiter sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Regelmäßig werden aktuelle Forschungsprojekte, Publikationen und Veranstaltungen vorgestellt sowie Hinweise auf weiterführende Onlineangebote oder andere Materialien gegeben. Ein Schwerpunkt des Newsletters sind Informationen über die Archive in Russland und anderen europäischen Ländern und den Zugang für Forscher zu ihnen.

Logo Willy Brandt Zentrum für Deutschland und Europastudien der Universität Wrocław

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Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław, Wrocław, Polen

Das Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław (WBZ) hat die Aufgabe, durch Forschung und Lehre die wissenschaftlichen Grundlagen für ein besseres Verständnis und eine fruchtbare Gestaltung des Verhältnisses zwischen Polen und Deutschland in einem zusammenwachsenden Europa zu erweitern und zu vertiefen. Konzipiert und aufgebaut als interfakultäre Organisationseinheit der Universität Wrocław, wurde das WBZ am 18. Juni 2002 vom Präsidenten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Professor Dr. Theodor Berche, und vom Rektor der Universität Wrocław, Professor Dr. Roman Gelles, gegründet. Der Fokus des Instituts liegt auf den drei Bereichen wissenschaftliche Forschung, didaktische Aufgaben und Dienstleistungen. Die Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Fragen der europäischen Integration und mit dem Verhältnis von Polen und Deutschen in Europa. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ort Wrocław und der Region Niederschlesien im Umwandlungsprozess nach 1989. Zudem trägt das WBZ dazu bei, zukünftige polnische Führungskräfte durch den Erwerb deutschland- und europakundlicher Kompetenzen auf verantwortungsvolle Tätigkeiten in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik vorzubereiten. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten werden regelmäßig in mehreren Verlagsserien veröffentlicht.

Logo Berliner Kolleg Kalter Krieg

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Berliner Kolleg Kalter Krieg, Berlin

Das Berliner Kolleg Kalter Krieg versteht sich als Plattform für internationalen Wissenschaftsaustausch und als Denkfabrik für die Weiterentwicklung von Fragestellungen und theoretischen Konzepten zur globalen Zeitgeschichte nach 1945. In eigenen Projekten und mit der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern aus dem In- und Ausland widmet sich das Kolleg vor allem der Ost-West-Konfrontation im Kalten Krieg sowie deren Auswirkungen. Das Interesse gilt dabei den internationalen und deutsch-deutschen Beziehungen ebenso wie den Erinnerungskulturen sowie der Emotions-, Gesellschafts- und Wissenschaftsgeschichte. Das seit März 2015 tätige Kolleg will die wissenschaftliche Debatte fördern und die neuen Erkenntnisse der Öffentlichkeit durch Vorträge, Tagungen und Ausstellungen zugänglich machen.

Logo: Collegium Carolinum – Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei, München

Forschungsinstitut

Collegium Carolinum – Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei, München

Das Collegium Carolinum – Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei betrachtet die Geschichte und Gegenwart Tschechiens und der Slowakei sowie des östlichen Mitteleuropas. Das Collegium geht zurück auf eine Initiative des Freistaats Bayern und der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1956. Mittlerweile hat es sich zu einem Zusammenschluss von internationalen Wissenschaftlern entwickelt und bildet eine interdisziplinäre Wissenschaftsgesellschaft. Im Fokus der Arbeit stehen durch die internationale Zusammensetzung vor allem vergleichende und transfergeschichtliche Forschungsdesiderate. Die Erkenntnisse werden in Form von Veranstaltungen und wissenschaftlichen Publikationen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Institut vergibt auch Forschungsaufträge und ist in die Lehre mehrerer renommierter Universitäten eingebunden.

Screenshot der Website des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin

Forschungsinstitut

Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin

Der Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin beschäftigt sich mit der Geschichte der DDR im Zusammenhang der deutschen Nachkriegsgeschichte sowie mit dem Transformationsprozess nach der Wiedervereinigung. Zu den Projekten, die der Verbund initiiert hat, zählen unter anderem die Erforschung der Einflussnahme der Stasi auf die Medien in der DDR und der Bundesrepublik und Untersuchungen zum Bild der DDR bei Lehrern und Schülern. Der Forschungsverbund SED-Staat wurde 1992 mit Unterstützung des Präsidiums der FU Berlin gegründet. Bis 1989 wurde der SED-Staat in der DDR-Forschung und in der politischen Bildung Westdeutschlands als europäischer Industriestaat eigener Art und sein politisches System als legitime alternative Ordnung dargestellt. Durch die Analyse bisher vernachlässigter oder der bis zum Ende der DDR nicht zugänglicher Zusammenhänge untersucht der Forschungsverbund, wie es zur 40 Jahre andauernden SED-Diktatur kommen konnte. Der Forschungsverbund SED-Staat beteiligt sich am Weiterbildungsmaster Politisch-Historische Studien der Universität Bonn.

Institut für das Studium totalitärer Regime, Ústav pro studium totalitních režimů, Prag, Tschechische Republik

Forschungsinstitut

Institut für das Studium totalitärer Regime, Prag, Tschechien

Das Institut für das Studium totalitärer Regime (Ústav pro studium totalitních režimů) der Tschechischen Republik widmet sich der Erforschung und Dokumentation totalitärer Regime und betrachtet gleichermaßen die Zeit des Nationalsozialismus von 1938 bis 1945 und des Kommunismus in der Tschechoslowakei zwischen 1948 und 1989. Beide Epochen werden untersucht, dokumentiert und die Ergebnisse der Öffentlichkeit durch eigene Ausstellungen, Publikationen sowie Vorträge und Konferenzen zugänglich gemacht. Das Institut wurde durch einen Regierungsbeschluss im Jahr 2007 ins Leben gerufen und betreibt seine Arbeit seit 2008. Das Archiv der Sicherheitsdienste untersteht ebenfalls dem Institut für das Studium totalitärer Regime. Dieses ist mit mit der Archivierung und Dokumentation der Tätigkeit diverser Sicherheitseinrichtungen des ehemaligen kommunistischen Regimes betraut.

Institute of Slavic, East European and Eurasian Studies, Screenshot von der Website des Instituts

Forschungsinstitut

Institute of Slavic, East European, and Eurasian Studies, Berkeley, USA

Als Schwerpunkt an der Universität von Kalifornien dient das Institut für slawische, osteuropäische und eurasische Studien (ISEEES) in Berkeley als Forschungs- und Lehrort für Studenten und Dozenten, die sich mit der geographischen Region der ehemaligen Sowjetunion, sowie Osteuropa und Eurasien befassen. Die Aufgabe des Instituts besteht darin, Forschung, Graduiertenausbildung und eine breite Palette von wissenschaftlichen und öffentlichen Programmen wie Konferenzen, Vorträgen, Dozenten- und Doktorandenstudien, als auch Publikationen anzubieten und zu unterstützen.ISEEES wurde im August 2000 gegründet und beherbergt aktuell 45 Kern-UCB-Fakultätsmitglieder und über 150 angeschlossene Absolventen. Da auch selten gelehrte Sprachen unterstützt und gefördert werden, sind am Institut zahlreiche Gastwissenschaftler und Publikum aus der ganzen Welt vertreten, die sich wissenschaftlich und sprachlich intensiv mit Ländern wie Ungarn, Russland, Armenien und Montenegro auseinander setzen.

Logo: KARTA Zentrum, Warschau, Polen

Politische Bildung

KARTA Zentrum, Warschau, Polen

Das polnische KARTA Zentrum (Fundacja Ośrodka KARTA) ist eine Nicht-Regierungsorganisation mit dem Ziel, die Geschichte Polens und Ostmitteleuropas schwerpunktmäßig im 20. Jahrhundert zu dokumentieren und zugänglich zu machen. Die Ausstellungen des Zentrums werden meist in Räumlichekeiten von Kooperationspartnern gezeigt. Das Zentrum entstand als illegale Untergrundzeitung in den 1980er-Jahren. Heute setzt sich das Zentrum als politische Stiftung für die Stärkung demokratischer Werte und Toleranz ein. Der Schwerpunkt der Aktivität liegt auf der Dokumentation von Einzelschicksalen derer, die in totalitären Regimen gelitten oder gegen diese gekämpft haben. Die Organisation veröffentlicht ihr eigenes Vierteljahreshaft mit dem Titel „Karta“ sowie Buchserien und stellt auf ihrer polnischsprachigen Website u.a. eine Datenbank in der UdSSR Unterdrückter und Zeitzeugenberichte zur Verfügung. Auch die Arbeit mit und von Schülergruppen und Zeitzeugen in Oral History-Projekten wird vom KARTA Zentrum vorangetrieben. Auf der Website des KARTAeigenen Verlags können die Nutzer mit Hilfe eines Zeitstrahls  Sachliteratur zu verschiedenen Epochen der polnischen Geschichte recherchieren.

Logo des Soviet Past Research Laboratory

Forschungsinstitut | Politische Bildung

Soviet Past Research Laboratory SovLab, Tbilisi, Georgien

Das Soviet Past Research Laboratory (SovLab) gründete sich als Initiative von Nachwuchswissenschaftlern und Aktivisten auf einer wissenschaftlichen Konferenz 2009. Diese ist inzwischen als Nichtregierungsorganisation anerkannt und beschäftigt sich mit dem Stalinismus, Repression und Terror zur Zeit der UdSSR. Sie setzen sich einerseits für die wissenschaftliche Aufarbeitung und Dokumentation des Stalinismus in Georgien ein und sind andererseits in der historisch-politischen Bildungsarbeit aktiv. Die Organisation möchte durch ihre Arbeit die liberale Demokratie stärken und zu einer aufgeklärten Zivilgesellschaft beitragen. Durch wissenschaftliche Vorträge und Diskussionsabende, aber auch durch virtuelle Stadtrundgänge, Oral History-Projekten oder ästhetisch-künstlerische Interventionen wollen die Historiker die Aufarbeitung des Stalinismus in Georgien voranbringen. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Digitalisierung und Zugänglichmachung von Quellen zur georgischen Geschichte. Das SovLab möchte ein Bewusstsein für das politische, juristische und moralische Erbe der Sowjetdiktatur in der Gegenwart schaffen. Somit greift es direkt in geschichtspolitische Debatten der georgischen Gegenwart ein und versucht, einen Raum für einen Austausch und Diskussionen zu erschaffen.

Logo The Nation's Memory Institute

Forschungsinstitut | Aufarbeitungsinitiative

The Nation's Memory Institute, Bratislava, Slowakei

Das Nation's Memory Institute (Ústav pamäti národa) ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung und wurde durch das Gesetz des Nationalrates der Slowakischen Republik zur Öffnung der Unterlagen der Staatssicherheitsdienste in der Slowakei aus den Jahren 1939 bis 1989 gegründet. Zu den Aufgaben des Instituts gehören die unabhängige Aufarbeitung von Ursachen und Folgen der faschistischen und kommunistischen Regime, ihrer Ideologien und Repressionen. Politisch verfolgte Personen können Einsicht in die Dokumente zur ihrer Verfolgung nehmen. Das Institut veröffentlicht Informationen über die Organe und die Personen, die für Verbrechen verantwortlich waren, und setzt sich für eine juristische Verfolgung der Straftaten ein. Dabei stützt sich das Institut auf Forschungsergebnisse und sammelt Quellen. Für Ausstellungen, Konferenzen und Debatten arbeitet das Institut mit Forschungsinstitutionen, Gedenkstätten und Museen zusammen. Eine weitere Aufgabe des Nation´s Memory Institute ist die offizielle Anerkennung und Würdigung des antikommunistischen Widerstands.

Screenshot der Website des Zentrums für Sozialgeschichte

Forschungsinstitut

Zentrum für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, Paris, Frankreich

Das französische Zentrum für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts ist ein Forschungsinstitut, dessen Fokus auf den Ursprüngen und Repräsentationen politischer und sozialer Bewegungen liegt. Die Forschung gliedert sich aktuell in die drei Unterbereiche “Politik in zeitgenössischen  Gesellschaften”, “Repräsentationen” und “Raum in der heutigen Stadt”. Dabei arbeitet das Institut sowohl mit Organisationen und Institutionen aus dem sozial-, kultur- und stadtpolitischen Bereich zusammen als auch mit Gewerkschaften. Diese ungewöhnliche Kooperation basiert auf der Auffassung des Zentrums, dass historische Forschung in diesem Themenfeld durch den direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeiterbewegung bereichert wird. Die Spezialbibliothek ist nach dem Gründer des Forschungszentrum Jean Maitron benannt und wird von einem Archiv mit Beständen von Aktivisten, politschen Parteien, Gewerkschaften und Verbänden ergänzt.Das Zentrum wurde 1967 als eine Kooperation zwischen der Pariser Sorbonne und dem nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung gegründet und trug zunächst den Titel “Zentrum für Geschichte der Arbeiterbewegung.” Inzwischen ist das Zentrum zu einer international bedeutenden Institution in diesem Forschungsfeld herangewachsen, die Doktorandinnen und Doktoranden sowie Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern anzieht.

Twentieth Century Communism: a journal of international history

Blog | Newsletter

Blog der Zeitschrift: Twentieth Century Communism

Der Blog Twentieth Century Communism: a journal of international history stellt eine Ergänzung zu der gleichnamigen halbjährlich erscheinenden Zeitschrift dar. In Beiträgen und Ankündigungen wird unter anderem auf aktuelle Konferenzen, Bucherscheinungen und Vorträge hingewiesen. Der Blog ersetzt den bis 2008 halbjährlich erschienen Communist History Network Newsletter und wurde bis 2012 regelmäßig aktualisiert. Die Inhalte sind einerseits chronologisch und andererseits nach Kategorien (wie z.B. Seminare) geordnet. Die Website verfügt über eine Suchfunktion. Das Journal selbst widmet sich der neusten Forschung zur Geschichte und Theorie des Kommunismus weltweit.

NEB, Logo, Ungarn, Aufarbeitung

Forschungsinstitut | Aufarbeitungsinitiative

Committee of National Remembrance, Budapest, Ungarn

Das Committee of National Remembrance (Nemzeti Emlékezet Bizottságá) hat den gesetzlichen Auftrag, die Erinnerung an die Zeit der kommunistischen Diktatur des Landes zu erhalten. Dieses Projekt wurde im Jahr 2013 vom ungarischen Parlament initiiert. Das Komitee pflegt das Gedenken an die Opfer des Regimes der Volksrepublik Ungarn und arbeitet an der Aufarbeitung der individuellen und kollektiven Traumata. Hinzu kommt die Erforschung der Machtstrukturen innerhalb der kommunistischen Partei und unter Zusammenarbeit mit der ungarischen Staatsanwaltschaft die Ermittlung von strafrechtlich Verantwortlichen auf allen Entscheidungsebenen. Das Komitee macht Erkenntnisse und Aktivitäten zugänglich, teilweise auch in englischer Sprache. Der Großteil der Websiteninhalte des Komitees sind nur auf ungarisch verfügbar. Durch die direkte Auseinandersetzung mit der kommunistischen Vergangenheit Ungarns in der Gegenwart, steht auch das Komitee im Brennpunkt öffentlicher Diskussionen. Es greift als staatlicher Akteur in den öffentlichen geschichtspolitischen Diskurs ein.

Screenshot der Website des Genocide and Resistance Research Centre of Lithuania

Forschungsinstitut

Genocide and Resistance Research Centre of Lithuania, Vilnius, Litauen

Das Litauische Genocide and Resistance Research Centre (LGGRTC) ist eine staatliche Einrichtung zur Erforschung der sowjetischen und deutschen Besatzung Litauens im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die wissenschaftliche Untersuchung von Verbrechen und Widerstand, die Erinnerung an die Opfer sowie die rechtliche Aufarbeitung beider totalitärer Regime in Litauen. Das LGGRTC koordiniert Forschungsarbeiten und vermittelt die wissenschaftlichen Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit. Das Gedenken an bedeutende Ereignisse der Widerstandsgeschichte ist Kernanliegen des LGGRTC. Ein Langzeit-Forschungsprojekt des Zentrums ist eine Datenbank mit zugehörigen Publikationen der Namen und Biografien der Opfer der Verfolgung durch das Sowjet- und das NS-Regime. Als Akteur in der schulischen Bildungsarbeit fördert das Forschungsinstitut den kritischen Umgang Jugendlicher mit der Diktaturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Es ist zudem Betreiber des Museums für die Opfer des Genozids und Widerstands im ehemaligen Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes KGB in Vilnius, welches zuvor ebenfalls von der Gestapo für Verhöre, Folterungen und Hinrichtungen genutzt wurde.

Logo des Instituts für soziale Bewegungen

Forschungsinstitut

Institut für soziale Bewegungen, Bochum

Das Institut für soziale Bewegungen (ISB) ist eine fächerübergreifende, interdisziplinäre Einrichtung der Ruhr-Universität Bochum. Die Kernaufgaben des Instituts sind Forschung und Lehre über soziale Bewegungen durch regelmäßige Lehrveranstaltungen und Lehraufträge, Durchführen von längerfristigen Forschungsprojekten sowie die Organisation wissenschaftlicher Veranstaltungen. Das ISB fördert die wissenschaftliche Arbeit von Doktorandinnen und Doktoranden und ist an verschiedenen Graduiertenkollegien beteiligt. Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte und Gegenwart sozialer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Arbeiterbewegung und des Ruhrgebiets, Sozialgeschichte, Montangeschichte und Industriekultur sowie Erinnerungs- und Historiographiegeschichte. Das ISB ist 1999 aus dem im Jahr 1980 gegründeten Instituts zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung hervorgegangen. Es ist im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets untergebracht.

Screenshot von Website: Internationale Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen (ITH)

Netzwerk | Forschungsförderung

International Conference of Labour and Social History

Die Internationale Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen (ITH) ist ein Netzwerk von Forschungseinrichtungen und Historikern, die sich mit der Geschichte der Arbeit, der Arbeiter sowie der Arbeiterbewegungen und anderer sozialer Bewegungen befassen. Ihr gehören derzeit etwa 100 Mitgliedsorganisationen aus der ganzen Welt an. Die ITH wurde 1964 in Wien gegründet. Sie wurde vor allem durch die Ausrichtung der alljährlichen "Linzer Tagung" bekannt, die in erster Linie als Plattform des Dialogs zwischen Arbeiterhistorikern aus Ost und West fungierte. Die ITH plant und organisiert internationale Konferenzen, die zumeist im oberösterreichischen Linz stattfinden. Zudem fördert die ITH Forschung durch die Verleihung wissenschaftlicher Preise. So wird der René-Kuczynski-Preis vergeben für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes wird der Herbert-Steiner-Preis zur Förderung von Wissenschaftlern in den Bereichen NS-Verfolgung, antifaschistischer Widerstand, Exil und Geschichte der Arbeiterbewegung. Die ITH ist eines der wichtigsten Foren der labour history.

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Forschungsinstitut

Lehrstuhl Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin

Der Lehrstuhl Geschichte Osteuropas ist am Institut für Geschichtswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin angesiedelt. Sein Inhaber ist der Historiker Prof. Dr. Jörg Baberowski. Im Mittelpunkt von Lehre und Forschung stehen die vielschichtige Geschichte Russlands und der Sowjetunion im 19. und 20. Jahrhundert. Zum einen soll die Stabilität und der Zerfall von Imperien erklärt, zum anderen das Handeln von historischen Akteuren und ihre sozialen Kontexte untersucht werden. Die russische und sowjetische Geschichte werden als Teil der Geschichte der modernen Welt betrachtet, die nicht mithilfe von normativen Theorien erforscht werden kann. Der Anspruch ist es vielmehr, politische, wirtschaftliche und ethnische Konflikte im historischen Umfeld zu rekonstruieren und zu interpretieren. Wichtige Beiträge leistet der Lehrstuhl auch zur historischen Gewaltforschung.

Screenshot der Website der SfS

Forschungsinstitut | Stiftung

Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts

Die Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts besteht seit Mitte der 1980er-Jahre. Gegründet von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern so unterschiedlicher Fachbereiche wie Geschichte, Medizin, Psychologie und Sozialwissenschaften, hat sie den Anspruch, einen Beitrag zu interdisziplinären Forschungsansätzen zu leisten. Thematisch liegt der Fokus auf Weltwirtschaftskrise, NS-Herrschaft und dem Kalten Krieg. Die Liste der Publikationen der Stiftung für Sozialgeschichte ist umfangreich, so hat sie unter anderem große Quelleneditionen zur Deutschen Arbeitsfront und zum Nürnberger Ärzteprozess publiziert. Neben Einzelpublikationen gibt die Stiftung seit Beginn ihres Bestehens eine Zeitschrift heraus, die bis 2002 als „1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts“ erschien. Von 2002 bis 2009 erschien sie mit neuem Konzept unter dem Titel „Sozial.Geschichte. Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts“. Inzwischen erscheint das Periodikum nur noch online mit dem Titel "Sozial.Geschichte Online". Zu den Forschungsschwerpunkten der Stiftung existieren inzwischen außerdem ein Archiv und eine Bibliothek.

Onlineauftritt von Totalita, Screenshot von der Website

Linksammlung

Totalita: The communist regime in Czech Republic

Die Onlineplattform Totalita sieht es als Hauptaufgabe, den jüngeren Generationen die Geschichte des Kommunismus mit Hilfe vieler lebendiger Beispiele und Geschichten aus den Jahren 1945-1989 näher zu bringen. Die Seite möchte vermitteln, wie die Kommunisten an die Macht kamen und wie das Leben der Bevölkerung unter ihrer Herrschaft aussah. Totalita klärt über die Geschichte vieler Menschen auf, die wegen ihrer Ansichten und Einstellungen verfolgt oder hingerichtet wurden und analysiert die damals herrschende Ideologie und Propaganda. Die Seite plädiert für eine dauerhafte Zusammenarbeit von Wissenschaft, Zeitzeugen und interessierter Öffentlichkeit, um eine gemeinsame Grundlage für die Aufarbeitung der historischen Ereignisse zu schaffen. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Diktatur folgte in der früheren Tschechoslowakei auch die Teilung des gemeinsamen Staates. Vergleicht man die Vergangenheitspolitik beider Länder nach 1989, so fallen trotz des gemeinsamen Erbes des kommunistischen Regimes Unterschiede auf: Während die slowakische Ächtung der kommunistischen Diktatur eher einer "Entsorgung der Vergangenheit" glich, bei der keine Debatte in der breiten Öffentlichkeit stattfand und die Aufarbeitung in der Praxis weitgehend ohne Folgen blieb, erlangte die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus in Tschechien einen zentralen Stellenwert und trug zur politischen Differenzierung bei. Die vorgestellte Plattform ist in genau diesen Kontext einzuordnen.

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Forschungsinstitut

Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

Das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) erforscht die deutsche und europäische Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert und ihre Auswirkungen auf gegenwärtige Zusammenhänge. Das Institut gehört der Leibniz-Gemeinschaft an. So wird die Grundausstattung jeweils zur Hälfte vom Bund und von den Ländern getragen. Darüber hinaus werden Projekte über Drittmittel finanziert, die das Institut für Forschungsvorhaben einwirbt.Das ZZF arbeitet mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im In- und Ausland zusammen und verfügt über ein Gastwissenschaftler-Programm. Es ist über gemeinsame Berufungen mit der Universität Potsdam und der Humboldt-Universität zu Berlin verbunden und kooperiert in Forschung und Lehre mit zahlreichen weiteren Hochschulen.Die wissenschaftliche Arbeit des Instituts gliedert sich in vier thematische Abteilungen: Kommunismus und Gesellschaft, Geschichte des Wirtschaftens, Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft sowie Regime des Sozialen.Neben der Grundlagenforschung sind die Bereitstellung von Forschungsinfrastrukturen und der Wissenstransfer zentrale Aufgabenfelder des ZZF.