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Newsletter

The International Newsletter of Communist Studies

Bernhard H. Bayerlein, Gleb J. Albert

Als Informationsbulletin und Online-Zeitschrift erscheint der International Newsletter of Communist Studies (INCS) seit 1993. Seine jährlichen Ausgaben widmen sich den Forschungsbereichen innerhalb der Geschichts- und den Sozialwissenschaften, die sich mit dem Kommunismus, linken Bewegungen, Ideen und Regimen beschäftigen. Der Newsletter richtet sich damit an Wissenschaftler, Publizisten und Lehrer, aber auch an Archiv- und Bibliotheksmitarbeiter sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Regelmäßig werden aktuelle Forschungsprojekte, Publikationen und Veranstaltungen vorgestellt sowie Hinweise auf weiterführende Onlineangebote oder andere Materialien gegeben. Ein Schwerpunkt des Newsletters sind Informationen über die Archive in Russland und anderen europäischen Ländern und den Zugang für Forscher zu ihnen.

Sitz des UINR in Kiew, Urheber: Wadco2, Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Forschungsinstitut | Aufarbeitungsinitiative

Ukrainian Institute of National Remembrance, Kiew, Ukraine

Das Ukrainian Institute of National Remembrance (UINR) wurde am 31. Mai 2006 gegründet. Seit 2010 agiert das Institut als Forschungseinrichtung, die ihre Finanzierung vom Ministerkabinett der Ukraine erhält. Es hat die Aufgabe, mit Publikationen, Veranstaltungen und Forschungsprojekten die Erinnerung an die wechselhafte Vergangenheit der Ukraine wachzuhalten. Zu den Schwerpunkten des Instituts gehört eine Auseinandersetzung mit der ukrainischen Staatsbildung und  Befreiungsbewegung, der Revolution 1917-1921, dem Holodomor 1932/33, den politischen Repressionen, Opfern und Oppositionellen. Das Institut arbeitet auch gegenwartsbezogen und verfolgt das Anliegen, zur Integration nationaler Minderheiten beizutragen, für die Wahrung von Freiheiten und Menschenrechten zu sensibilisieren und die Bildung von Patriotismus und nationalem Bewusstsein zu befördern. Das UINR ist zudem zuständig für die Erhaltung und Pflege von historischen Orten, Grabstätten und Gedenkstätten und stößt eigene Denkmalsinitiativen an. Im Mai 2015 unterzeichnete Präsident Petro Poroshenko vier Gesetze, die das Land vom Erbe des Kommunismus befreien und die Eigenständigkeit der Ukraine betonen sollen. Volodymyr Viatrovych war als Direktor des Instituts u.a. an dem Gesetz beteiligt, durch das die Archive der sowjetischen Geheimdienste öffentlich zugänglich wurden und in die Trägerschaft des UINR übergingen.

Logo The Nation's Memory Institute

Forschungsinstitut | Aufarbeitungsinitiative

The Nation's Memory Institute, Bratislava, Slowakei

Das Nation's Memory Institute (Ústav pamäti národa) ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung und wurde durch das Gesetz des Nationalrates der Slowakischen Republik zur Öffnung der Unterlagen der Staatssicherheitsdienste in der Slowakei aus den Jahren 1939 bis 1989 gegründet. Zu den Aufgaben des Instituts gehören die unabhängige Aufarbeitung von Ursachen und Folgen der faschistischen und kommunistischen Regime, ihrer Ideologien und Repressionen. Politisch verfolgte Personen können Einsicht in die Dokumente zur ihrer Verfolgung nehmen. Das Institut veröffentlicht Informationen über die Organe und die Personen, die für Verbrechen verantwortlich waren, und setzt sich für eine juristische Verfolgung der Straftaten ein. Dabei stützt sich das Institut auf Forschungsergebnisse und sammelt Quellen. Für Ausstellungen, Konferenzen und Debatten arbeitet das Institut mit Forschungsinstitutionen, Gedenkstätten und Museen zusammen. Eine weitere Aufgabe des Nation´s Memory Institute ist die offizielle Anerkennung und Würdigung des antikommunistischen Widerstands.

Logo Willy Brandt Zentrum für Deutschland und Europastudien der Universität Wrocław

Forschungsinstitut

Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław, Wrocław, Polen

Das Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław (WBZ) hat die Aufgabe, durch Forschung und Lehre die wissenschaftlichen Grundlagen für ein besseres Verständnis und eine fruchtbare Gestaltung des Verhältnisses zwischen Polen und Deutschland in einem zusammenwachsenden Europa zu erweitern und zu vertiefen. Konzipiert und aufgebaut als interfakultäre Organisationseinheit der Universität Wrocław, wurde das WBZ am 18. Juni 2002 vom Präsidenten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Professor Dr. Theodor Berche, und vom Rektor der Universität Wrocław, Professor Dr. Roman Gelles, gegründet. Der Fokus des Instituts liegt auf den drei Bereichen wissenschaftliche Forschung, didaktische Aufgaben und Dienstleistungen. Die Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Fragen der europäischen Integration und mit dem Verhältnis von Polen und Deutschen in Europa. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ort Wrocław und der Region Niederschlesien im Umwandlungsprozess nach 1989. Zudem trägt das WBZ dazu bei, zukünftige polnische Führungskräfte durch den Erwerb deutschland- und europakundlicher Kompetenzen auf verantwortungsvolle Tätigkeiten in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik vorzubereiten. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten werden regelmäßig in mehreren Verlagsserien veröffentlicht.

Onlineauftritt von Totalita, Screenshot von der Website

Linksammlung

Totalita: The communist regime in Czech Republic

Die Onlineplattform Totalita sieht es als Hauptaufgabe, den jüngeren Generationen die Geschichte des Kommunismus mit Hilfe vieler lebendiger Beispiele und Geschichten aus den Jahren 1945-1989 näher zu bringen. Die Seite möchte vermitteln, wie die Kommunisten an die Macht kamen und wie das Leben der Bevölkerung unter ihrer Herrschaft aussah. Totalita klärt über die Geschichte vieler Menschen auf, die wegen ihrer Ansichten und Einstellungen verfolgt oder hingerichtet wurden und analysiert die damals herrschende Ideologie und Propaganda. Die Seite plädiert für eine dauerhafte Zusammenarbeit von Wissenschaft, Zeitzeugen und interessierter Öffentlichkeit, um eine gemeinsame Grundlage für die Aufarbeitung der historischen Ereignisse zu schaffen. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Diktatur folgte in der früheren Tschechoslowakei auch die Teilung des gemeinsamen Staates. Vergleicht man die Vergangenheitspolitik beider Länder nach 1989, so fallen trotz des gemeinsamen Erbes des kommunistischen Regimes Unterschiede auf: Während die slowakische Ächtung der kommunistischen Diktatur eher einer "Entsorgung der Vergangenheit" glich, bei der keine Debatte in der breiten Öffentlichkeit stattfand und die Aufarbeitung in der Praxis weitgehend ohne Folgen blieb, erlangte die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus in Tschechien einen zentralen Stellenwert und trug zur politischen Differenzierung bei. Die vorgestellte Plattform ist in genau diesen Kontext einzuordnen.

Screenshot der Website des Instituts auf instytutpileckiego.pl

Forschungsinstitut

Witold Pilecki Center for Totalitarian Studies, Warschau, Polen

Das Witold Pilecki Center for Totalitarian Studies ist ein polnisches Forschungsinstitut. Sein Fokus liegt auf der Dokumentation, sowie auf dem Gedenken an die Erfahrungen polnischer Bürgerinnen und Bürger im 20. Jahrhundert. Dieses war geprägt von der Herrschaft zweier totalitärer Regime: von der des nationalsozialistischen Deutschlands und der der Sowjetunion. Das Institut will sich dieser Epoche mit einem interdisziplinären und internationalen Ansatz widmen. Die konkrete Arbeit des Instituts besteht in der Dokumentation und dem Verfügbarmachen von Materialien, in der Unterstützung von Forschung zum Thema, der Organisation von wissenschaftlichen Konferenzen und in der Ausrichtung von Bildungsveranstaltung und Projekten, die Geschichte und Kultur in einen Dialog miteinander bringen. Der Namenspatron des Instituts, Witold Pilecki, war Offizier während der Zweiten Polnischen Republik. Er war Mitbegründer und eine zentrale Figur der polnischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er unter sowjetischer Besatzung im Zuge der Stalinisierung Polens wegen Spionage zum Tode verurteilt und hingerichtet. 

Screenshot des Kartenprojekts auf memoryandconscience.eu/projects/massgraves.html

Online-Ressource

Totalitarianism Mass Grave Sites

„Totalitarianism Mass Grave Sites“ ist eine virtuelle Karte, auf der die Fundorte von Massengräbern verzeichnet sind. Die Seite ist ein Projekt der „Platform of European Memory and Conscience“. Die Fundorte sind auf der Karte markiert, ein Klick auf einen Punkt bringt, soweit vorhanden, weitere Informationen wie die Anzahl der Toten, ihre Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe, die Mörder, und den Zeitpunkt der Morde. Bei einigen Orten werden zudem Links zu weiteren Informationen bereitgestellt, wie zu Zeitungsartikeln oder Enzyklopädie-Einträgen. Ziel des Projekts ist es, an die Millionen von Menschen, die im Laufe des 20. Jahrhunderts im Auftrag totalitärer Regime ermordet wurden, zu erinnern – ungeachtet des Ortes an dem, oder des Regimes durch, diese Menschen getötet wurden. Den Regimen war daran gelegen, die Erinnerung an die Ermordeten aus der öffentlichen Wahrnehmung zu löschen, daher wurden sie in anonymen Massengräbern vergraben. Das Projekt hofft, durch das Zusammentragen von Informationen zur Identifizierung der Opfer beitragen zu können.

Screenshot der Website des Zentrums für Sozialgeschichte

Forschungsinstitut

Zentrum für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, Paris, Frankreich

Das französische Zentrum für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts ist ein Forschungsinstitut, dessen Fokus auf den Ursprüngen und Repräsentationen politischer und sozialer Bewegungen liegt. Die Forschung gliedert sich aktuell in die drei Unterbereiche “Politik in zeitgenössischen  Gesellschaften”, “Repräsentationen” und “Raum in der heutigen Stadt”. Dabei arbeitet das Institut sowohl mit Organisationen und Institutionen aus dem sozial-, kultur- und stadtpolitischen Bereich zusammen als auch mit Gewerkschaften. Diese ungewöhnliche Kooperation basiert auf der Auffassung des Zentrums, dass historische Forschung in diesem Themenfeld durch den direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeiterbewegung bereichert wird. Die Spezialbibliothek ist nach dem Gründer des Forschungszentrum Jean Maitron benannt und wird von einem Archiv mit Beständen von Aktivisten, politschen Parteien, Gewerkschaften und Verbänden ergänzt.Das Zentrum wurde 1967 als eine Kooperation zwischen der Pariser Sorbonne und dem nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung gegründet und trug zunächst den Titel “Zentrum für Geschichte der Arbeiterbewegung.” Inzwischen ist das Zentrum zu einer international bedeutenden Institution in diesem Forschungsfeld herangewachsen, die Doktorandinnen und Doktoranden sowie Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern anzieht.