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Logo Berliner Kolleg Kalter Krieg

Forschungsinstitut

Berliner Kolleg Kalter Krieg

Das Berliner Kolleg Kalter Krieg versteht sich als Plattform für internationalen Wissenschaftsaustausch und als Denkfabrik für die Weiterentwicklung von Fragestellungen und theoretischen Konzepten zur globalen Zeitgeschichte nach 1945. In eigenen Projekten und mit der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern aus dem In- und Ausland widmet sich das Kolleg vor allem der Ost-West-Konfrontation im Kalten Krieg sowie deren Auswirkungen. Das Interesse gilt dabei den internationalen und deutsch-deutschen Beziehungen ebenso wie den Erinnerungskulturen sowie der Emotions-, Gesellschafts- und Wissenschaftsgeschichte. Das seit März 2015 tätige Kolleg will die wissenschaftliche Debatte fördern und die neuen Erkenntnisse der Öffentlichkeit durch Vorträge, Tagungen und Ausstellungen zugänglich machen.

Wissenschaft

English-Language Primary Sources for the Study of Soviet History

Die Website English-Language Primary Sources for the Study of Soviet History listet als Onlineressource für die Untersuchung der sowjetischen Vergangenheit relevante Quellen auf. Sie wurde zusammengestellt von Professor Terry Martin von der Harvard University. Sie richtet sich in erster Linie an amerikanische Studenten, die Hausarbeiten zu einem Thema der sowjetischen Geschichte schreiben, enthält aber auch umfangreiche Bibliografien, die für ein breites interessiertes Publikum relevant scheinen. Die Gliederung auf der Website erfolgt anhand von Unterkategorien (z. B. state publishing) und soll helfen, einen Überblick über die verfügbaren Texte und Materialien zum Themenkomplex zu erhalten. Die Listen enthalten beispielsweise genaue bibliografische Angaben, etwa zu Quelleneditionen. Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Logo des Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung  e.V. an der TU Dresden, Quelle Wikimedia Commons

Forschungsinstitut

Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden

Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. widmet sich der vergleichenden Diktaturforschung und setzt den Schwerpunkt auf die systematische Untersuchung des Kommunismus und des Nationalsozialismus. Beide Herrschaftssysteme haben das 20. Jahrhundert als Weltanschauungsdiktaturen entscheidend geprägt und die daraus resultierenden Folgen stellen noch immer Hypotheken für Gegenwart und Zukunft dar. Im Mittelpunkt der Forschung des HAIT stehen die politisch-ideologischen Voraussetzungen, die organisatorischen Strukturen, sowie die konkreten Auswirkungen während der NS-Zeit und in der DDR. Die Forschungstätigkeit des Instituts wird jedoch nicht durch das Jahr 1989 begrenzt - vielmehr erfordern die Nachwirkungen der Diktaturen eine differenzierte Betrachtung, einschließlich aktueller Herausforderungen und Gefährdungen der Demokratie. Dies betrifft sowohl autokratische und fundamentalistische Regime, als auch extremistische, rassistische und antisemitische Einstellungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse von Opposition und Widerstand gegen beide deutsche Diktaturen. Die vergleichenden Perspektiven auf andere faschistische und staatssozialistische Systeme erweitern das Forschungsfeld des Institutes, zu dem auch die kritische Auseinandersetzung mit dem politischen Extremismus in Geschichte und Gegenwart zählt.

IPN, Polen, Institute of National Remembrance, Instytut Pamięci Narodowej

Forschungsinstitut | Archiv | Aufarbeitungsinitiative

Institute of National Remembrance

Das polnische Institute of National Remembrance (Instytut Pamięci Narodowej, kurz IPN) befasst sich mit der polnischen Geschichte der Jahre 1939–1989 und behandelt so die Zeit des Nationalsozialismus ebenso wie die sowjetische Herrschaft. Der gesetzliche Auftrag des Instituts teilt sich in vier Aufgabenbereiche: die Erinnerungs- und Traditionspflege, die Verfolgung von Kriegsverbrechen, die Ermittlung von Verstößen gegen das Friedenssicherungsrecht und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie die Entschädigung von Unterdrückten des Regimes. Neben der Unterhaltung eines Archives mit den Akten der Staatssicherheitsbehörde organisiert das Institut Konferenzen und Vorträge und bietet Materialien zur schulischen Bildung an. Durch die direkte Auseinandersetzung mit der kommunistischen Vergangenheit Polens, deren Relevanz und Umgang in Polen immer wieder Debatten auslöst, steht auch das IPN im Brennpunkt öffentlicher Diskussionen.

Netzwerk

Kompetenznetzwerk „Institutionen und institutioneller Wandel im Postsozialismus: Zwischen Geschichtlichkeit und globalem Anpassungsdruck"

KomPost ist ein multidisziplinärer Verbund verschiedener Forschungseinrichtungen in Deutschland, der sich mit den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und den Ländern Ostmitteleuropas befasst. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderschwerpunktes „Stärkung und Weiterentwicklung der Regionalstudien“ unterstützte Projekt soll die Forschung zu Osteuropa neu beleben sowie einen Austausch verschiedener Disziplinen anregen. Besonderes Interesse gilt der Geschichte von Institutionen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Recht und Kultur, wobei nach dem Spannungsverhältnis von Tradition und Wandel im Zuge der Globalisierung sowie nach konkreten Akteuren, nach deren Zielen und Handlungsräumen gefragt wird.

Logo des IICCMER

Forschungsinstitut

The Institute of the Investigation of Communist Crimes and the Memory of the Romanian Exile (IICCMER), Bukarest, Rumänien

Das Institute of the Investigation of Communist Crimes and the Memory of the Romanian Exile wurde 2005 unter der Koordination des Premierministers gegründet. Der Auftrag des Instituts ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der totalitären Periode Rumäniens und eine Auseinandersetzung mit den Konsequenzen. Zu den Schwerpunkten gehören u.a. die Arbeit der Securitate, das repressive System, die Menschenrechtsverletzungen sowie eine Auseinandersetzung mit den Akteuren des kommunistischen Regimes und die juristische Aufarbeitung. Neben Forschungsprojekten, Publikationen und Veranstaltungen unterstützt IICCMER die historisch-politische Bildungsarbeit und sammelt, archiviert und veröffentlicht Dokumente über die Erinnerung an das rumänische Exil.

Logo Willy Brandt Zentrum für Deutschland und Europastudien der Universität Wrocław

Forschungsinstitut

Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław

Das Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław hat die Aufgabe, durch Forschung und Lehre die wissenschaftlichen Grundlagen für ein besseres Verständnis und eine fruchtbare Gestaltung des Verhältnisses zwischen Polen und Deutschland in einem zusammenwachsenden Europa zu erweitern und zu vertiefen. Konzipiert und aufgebaut als interfakultäre Organisationseinheit der Universität Wrocław (Breslau), wurde das WBZ am 18. Juni 2002 vom Präsidenten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Professor Dr. Theodor Berche, und vom Rektor der Universität Wrocław, Professor Dr. Roman Gelles, gegründet. Der Fokus des Instituts liegt auf den drei Bereichen wissenschaftliche Forschung, didaktische Aufgaben und Dienstleistungen. Die Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Fragen der europäischen Integration und mit dem Verhältnis von Polen und Deutschen in Europa. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ort Wrocław und der Region Niederschlesien im Umwandlungsprozess nach 1989. Zudem trägt das WBZ dazu bei, zukünftige polnische Führungskräfte durch den Erwerb deutschland- und europakundlicher Kompetenzen auf verantwortungsvolle Tätigkeiten in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik vorzubereiten. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten werden regelmäßig in mehreren Verlagsserien veröffentlicht.

Collegium Carolinum, Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei, Transnationale Geschichte

Forschungsinstitut

Collegium Carolinum – Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei

Das Collegium Carolinum – Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei betrachtet die Geschichte und Gegenwart Tschechiens und der Slowakei sowie des östlichen Mitteleuropas. Das Collegium geht zurück auf eine Initiative des Freistaats Bayern und der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1956. Mittlerweile hat es sich zu einem Zusammenschluss von internationalen Wissenschaftlern entwickelt und bildet eine interdisziplinäre Wissenschaftsgesellschaft. Im Fokus der Arbeit stehen durch die internationale Zusammensetzung vor allem vergleichende und transfergeschichtliche Forschungsdesiderate. Die Erkenntnisse werden in Form von Veranstaltungen und wissenschaftlichen Publikationen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Institut vergibt auch Forschungsaufträge und ist in die Lehre mehrerer renommierter Universitäten eingebunden.

Logo des Estonian Institute of Historical Memory

Forschungsinstitut

Estonian Institute of Historical Memory, Tallinn, Estland

Am 23. August 2015, am Europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus, initiierte das Estnische Justizministerium die Gründung einer internationalen Institution zur Untersuchung von Verbrechen des kommunistischen Regimes. Heute wird die Initiative von acht Ländern unterstützt (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Georgien) und die Entwicklung des internationalen Forschungszentrums und des Museums vom Justizministerium finanziert. Das Forschungszentrum führt das Estnische Institut für historisches Gedächtnis und die Stiftung Unitas zusammen. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist, die wissenschaftliche Forschung und Aufarbeitung der Verbrechen der totalitären Regime während des Zweiten Weltkriegs und der sowjetischen Besatzungszeit in Estland sowie die Verstöße gegen die Menschenrechte zu untersuchen. Gleichzeitig wird u.a. mit Bildungsprojekten über die Ideologien totalitärer Regime aufgeklärt. Ihr wichtigstes Anliegen ist es, viele Menschen aktiv zu beteiligen. Als ausdrucksstarkes Beispiel dient das Projekt „Sammlung unserer Geschichte/Unsere ganze Geschichte“ (https://kogumelugu.ee/en). Es dokumentiert Videoaufnahmen mit Erinnerungen und Biografien von Menschen, die unter den totalitären Regimen in Estland gelitten haben.

Logo Humboldt-Universität zu Berlin

Lehrstuhl

Humboldt-Universität zu Berlin: Lehrstuhl Geschichte Osteuropas

Der Lehrstuhl Geschichte Osteuropas ist am Institut für Geschichtswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin angesiedelt. Sein Inhaber ist der Historiker Prof. Dr. Jörg Baberowski. Im Mittelpunkt von Lehre und Forschung stehen die vielschichtige Geschichte Russlands und der Sowjetunion im 19. und 20. Jahrhundert. Zum einen soll die Stabilität und der Zerfall von Imperien erklärt, zum anderen das Handeln von historischen Akteuren und ihre sozialen Kontexte untersucht werden. Die russische und sowjetische Geschichte werden als Teil der Geschichte der modernen Welt betrachtet, die nicht mithilfe von normativen Theorien erforscht werden kann. Der Anspruch ist es vielmehr, politische, wirtschaftliche und ethnische Konflikte im historischen Umfeld zu rekonstruieren und zu interpretieren. Wichtige Beiträge leistet der Lehrstuhl auch zur historischen Gewaltforschung.

Institute of Slavic, East European and Eurasian Studies, Screenshot von der Website des Instituts

Forschungsinstitut

Institute of Slavic, East European, and Eurasian Studies

Als Schwerpunkt an der Universität von Kalifornien dient das Institut für slawische, osteuropäische und eurasische Studien (ISEEES) in Berkeley als Forschungs- und Lehrort für Studenten und Dozenten, die sich mit der geographischen Region der ehemaligen Sowjetunion, sowie Osteuropa und Eurasien befassen. Die Aufgabe des Instituts besteht darin, Forschung, Graduiertenausbildung und eine breite Palette von wissenschaftlichen und öffentlichen Programmen wie Konferenzen, Vorträgen, Dozenten- und Doktorandenstudien, als auch Publikationen anzubieten und zu unterstützen.ISEEES wurde im August 2000 gegründet und beherbergt aktuell 45 Kern-UCB-Fakultätsmitglieder und über 150 angeschlossene Absolventen. Da auch selten gelehrte Sprachen unterstützt und gefördert werden, sind am Institut zahlreiche Gastwissenschaftler und Publikum aus der ganzen Welt vertreten, die sich wissenschaftlich und sprachlich intensiv mit Ländern wie Ungarn, Russland, Armenien und Montenegro auseinander setzen.

Website

Mass Violence & Resistence

Das Portal Mass Violence & Resistance (MV&R) ist ein interdisziplinäres Online-Journal, das sich mit den Themen Massengewalt, Völkermord sowie lokalem Widerstand im 20. und 21. Jahrhundert beschäftigt. Der Fokus liegt auf der Vermittlung von zuverlässigen Informationen über schwer zu dokumentierende Ereignisse, die in der individuellen und kollektiven Erinnerung verwurzelt sind und damit Einfluss nehmen auf aktuelle politische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Ziel ist es, Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Repression und Widerstand zu gewinnen. Die hauptsächlich französischsprachigen Beiträge verbinden empirische Forschung zu historischen Ereignissen mit theoretischen Überlegungen darüber, wie diese erinnert werden. Sie durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren und richten sich sowohl an eine akademische als auch an die breite interessierte Leserschaft.

Logo The International Newsletter of Communist Studies

Newsletter | Website

The International Newsletter of Communist Studies (INCS)

Bernhard H. Bayerlein, Gleb J. Albert

Als Informationsbulletin und Online-Zeitschrift erscheint der International Newsletter of Communist Studies seit 1993. Seine jährlichen Ausgaben widmen sich den Forschungsbereichen innerhalb der Geschichts- und den Sozialwissenschaften, die sich mit dem Kommunismus, linken Bewegungen, Ideen und Regimen beschäftigen. Der Newsletter richtet sich damit an Wissenschaftler, Publizisten und Lehrer, aber auch an Archiv- und Bibliotheksmitarbeiter sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Regelmäßig werden aktuelle Forschungsprojekte, Publikationen und Veranstaltungen vorgestellt sowie Hinweise auf weiterführende Onlineangebote oder andere Materialien gegeben. Ein Schwerpunkt des Newsletters sind Informationen über die Archive in Russland und anderen europäischen Ländern und den Zugang für Forscher zu ihnen.

Website Women´s Memory

Projekt | Website

Women´s Memory

Women's Memory ist ein internationales Projekt, das von der Nichtregierungsorganisation Gender Studies in Prag initiiert wurde und koordiniert wird. Als Reaktion auf die westeuropäischen und amerikanischen feministischen Theorien, die nicht auf die Lebensrealität von Frauen in postsozialistischen Ländern angewendet werden konnten, entstand in den 1990er-Jahren die Idee, die Lebenserfahrungen und Einstellungen von Frauen aus dem Ostblock zu erfragen. Bis jetzt haben sechs interdisziplinäre Forscherteams aus der Tschechischen Republik, der Slowakei, Deutschland, Polen, Kroatien, Serbien, Montenegro und der Urkaine etwa 470 Interviews geführt und 20 000 Transkriptseiten erstellt, die im Archiv des Gender Studies Center in Prag aufbewahrt werden. Es konnten sieben Bücher in mehreren Sprachen veröffentlicht werden. Das gesammelte Material soll auch weiterhin für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus soll es zunehmend für didaktische Zwecke in geschlechtersensiblen Bildungsprogrammen zum Einsatz kommen.

NEB, Logo, Ungarn, Aufarbeitung

Website | Forschungsinstitut | Aufarbeitungsinitiative

Committee of National Remembrance

Das Committee of National Remembrance (Nemzeti Emlékezet Bizottságá) hat den gesetzlichen Auftrag, die Erinnerung an die Zeit der kommunistischen Diktatur des Landes zu erhalten. Dieses Projekt wurde im Jahr 2013 vom ungarischen Parlament initiiert. Das Komitee pflegt das Gedenken an die Opfer des Regimes der Volksrepublik Ungarn und arbeitet an der Aufarbeitung der individuellen und kollektiven Traumata. Hinzu kommt die Erforschung der Machtstrukturen innerhalb der kommunistischen Partei und unter Zusammenarbeit mit der ungarischen Staatsanwaltschaft die Ermittlung von strafrechtlich Verantwortlichen auf allen Entscheidungsebenen. Das Komitee macht Erkenntnisse und Aktivitäten zugänglich, teilweise auch in englischer Sprache. Auf der Website präsentiert es Artikel zu einzelnen Aspekten des Tätigkeitsbereichs, allerdings sind deutlich mehr Artikel in der Landessprache verfügbar als im englischen Äquivalent.

Screenshot der Website des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin

Forschungsinstitut

Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin

Der Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin beschäftigt sich mit der Geschichte der DDR im Zusammenhang der deutschen Nachkriegsgeschichte sowie mit dem Transformationsprozess nach der Wiedervereinigung. Zu den Projekten, die der Verbund initiiert hat, zählen unter anderem die Erforschung der Einflussnahme der Stasi auf die elektronischen Medien in der DDR und der Bundesrepublik und Untersuchungen zum Bild der DDR bei Lehrern und Schülern. Der Forschungsverbund SED-Staat wurde 1992 mit Unterstützung des Präsidiums der FU Berlin gegründet. Bis 1989 wurde der SED-Staat in der DDR-Forschung und in der politischen Bildung Westdeutschlands als europäischer Industriestaat eigener Art und sein politisches System als legitime alternative Ordnung dargestellt. Durch die Analyse bisher vernachlässigter oder der bis zum Ende der DDR nicht zugänglicher Zusammenhänge untersucht der Forschungsverbund, wie es zur 40 Jahre andauernden SED-Diktatur kommen konnte. Der Forschungsverbund SED-Staat beteiligt sich am Weiterbildungsmaster Politisch-Historische Studien der Universität Bonn.

Logo des Institut für Zeitgeschichte München – Berlin

Forschungsinstitut

IFZ Institut für Zeitgeschichte München – Berlin

Forschungsschwerpunkt des außeruniversitären Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) ist die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart in ihren europäischen Zusammenhängen. Seit seiner Gründung 1949 leistet das in München ansässige IfZ Grundlagenforschung zur nationalsozialistischen Herrschaft. Heute liegen die Arbeitsschwerpunkte des Instituts auf der Erforschung der Diktaturen im 20. Jahrhundert in Europa, der historischen Demokratieforschung sowie der Transformationsforschung. Die Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR standen zunächst im Fokus der 1990 eröffneten Forschungsabteilung in Berlin, deren Arbeit sich später auf die deutsch-deutsche Geschichte seit den 1970-er Jahren ausgedehnte. Das IfZ leitet die „Dokumentation Obersalzberg“ und seit 2013 das Zentrum für Holcauststudien in München. Mit dem „Vierteljahrsheft für Zeitgeschichte“ publiziert das Institut die auflagenstärkste historische Fachzeitschrift Deutschlands.Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangte die Herausgabe der ersten wissenschaftlich kommentierten Gesamtausgabe Adolf Hitlers „Mein Kampf“ durch das IfZ im Januar 2016 – pünktlich zum Ablauf der Urheberrechte des Buches.

Logo der Internationalen Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen (ITH)

Netzwerk

Internationale Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen (ITH)

Die Internationale Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen (ITH) ist ein Netzwerk von Forschungseinrichtungen und Historikern, die sich mit der Geschichte der Arbeit, der Arbeiter sowie der Arbeiterbewegungen und anderer sozialer Bewegungen befassen. Ihr gehören derzeit etwa 100 Mitgliedsorganisationen aus der ganzen Welt an. Die ITH wurde 1964 in Wien gegründet. Sie wurde vor allem durch die Ausrichtung der alljährlichen "Linzer Tagung" bekannt, die in erster Linie als Plattform des Dialogs zwischen Arbeiterhistorikern aus Ost und West fungierte. Die ITH plant und organisiert internationale Konferenzen, die zumeist im oberösterreichischen Linz stattfinden. Zudem fördert die ITH Forschung durch die Verleihung wissenschaftlicher Preise. So wird der René-Kuczynski-Preis vergeben für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes wird der Herbert-Steiner-Preis zur Förderung von Wissenschaftlern in den Bereichen NS-Verfolgung, antifaschistischer Widerstand, Exil und Geschichte der Arbeiterbewegung.

Logo Russia’s Great War & Revolution

Sammelband | Website | Netzwerk

Russia’s Great War & Revolution

Das Projekt verfolgt das Ziel einer wissenschaftlichen Neubewertung der Russischen Revolution und möchte mehr Aufmerksamkeit auf Russland als Teil der Geschichte des 20. Jahrhunderts richten. Dafür sollen aktuelle Forschungsergebnisse, neue Methoden und Vermittlungsformate Russlands weltverändernde Erfahrungen im Krieg und in der Revolution zwischen 1914 und den frühen 1920er-Jahren besser zugänglich machen. Das Netzwerk von 40 amerikanischen, britischen, russischen und anderen Historikern will durch die Zusammenarbeit den Nutzen von Archivrecherchen vergrößern und die historische Forschung durch Erkenntnisse benachbarter Disziplinen wie der Kulturwissenschaft bereichern. Die Webseite Russia´s Great War & Revolution mit etwa 20 thematischen Beiträgen richtet sich an die breite Öffentlichkeit, die bisher erschienenen drei Sammelbände des Projekts an ein akademisches Publikum.

Logo The Nation's Memory Institute

Forschungsinstitut

The Nation's Memory Institute, Bratislava, Slowakei

Das Nation's Memory Institute (Ústav pamäti národa) ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung und wurde durch das Gesetz des Nationalrates der Slowakischen Republik zur Öffnung der Unterlagen der Staatssicherheitsdienste in der Slowakei aus den Jahren 1939 bis 1989 gegründet. Zu den Aufgaben des Instituts gehören die unabhängige Aufarbeitung von Ursachen und Folgen der faschistischen und kommunistischen Regime, ihrer Ideologien und Repressionen. Politisch verfolgte Personen können Einsicht in die Dokumente zur ihrer Verfolgung nehmen. Das Institut veröffentlicht Informationen über die Organe und die Personen, die für Verbrechen verantwortlich waren, und setzt sich für eine juristische Verfolgung der Straftaten ein. Dabei stützt sich das Institut auf Forschungsergebnisse und sammelt Quellen. Für Ausstellungen, Konferenzen und Debatten arbeitet das Institut mit Forschungsinstitutionen, Gedenkstätten und Museen zusammen. Eine weitere Aufgabe des Nation´s Memory Institute ist die offizielle Anerkennung und Würdigung des antikommunistischen Widerstands.

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Forschungsinstitut

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) erforscht die deutsche und europäische Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert und ihre Auswirkungen auf gegenwärtige Zusammenhänge. Das Institut gehört der Leibniz-Gemeinschaft an. So wird die Grundausstattung jeweils zur Hälfte vom Bund und von den Ländern getragen. Darüber hinaus werden Projekte über Drittmittel finanziert, die das Institut für Forschungsvorhaben einwirbt. Das ZZF arbeitet mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im In- und Ausland zusammen und verfügt über ein Gastwissenschaftler-Programm. Es ist über gemeinsame Berufungen mit der Universität Potsdam und der Humboldt-Universität zu Berlin verbunden und kooperiert in Forschung und Lehre mit zahlreichen weiteren Hochschulen. Die wissenschaftliche Arbeit des Instituts gliedert sich in vier thematische Abteilungen: Kommunismus und Gesellschaft, Geschichte des Wirtschaftens, Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft sowie Regime des Sozialen. Neben der Grundlagenforschung sind die Bereitstellung von Forschungsinfrastrukturen und der Wissenstransfer zentrale Aufgabenfelder des ZZF.

Logo Docupedia-Zeitgeschichte

Website

Docupedia-Zeitgeschichte

Das Onlineportal Docupedia-Zeitgeschichte ist ein dynamisches Nachlagewerk, das einen schnellen Überblick zum aktuellen Stand der zeitgeschichtlichen Forschung bietet. Übersichtsartikel erläutern zentrale Begriffe, Konzepte, Forschungsrichtungen und Methoden der Zeitgeschichte. Neben den Grundlagen der Geschichtswissenschaft und ihrer Nachbardisziplinen werden wichtige Debatten präsentiert, die das Fach prägten. Der Themenschwerpunkt Kommunismusgeschichte umfasst derzeit etwa 18 Beiträge namhafter Historiker vor allem zu theoretischen und länderspezifischen Fragestellungen. Verantwortlich für die Auswahl und wissenschaftliche Prüfung der Beiträge auf Docupedia sind die 37 Herausgeber des Portals, die die wichtigsten zeithistorischen Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum repräsentieren.

Webseite Genocide and Resistance Research Centre of Lithuania

Aufarbeitungsinitiative

Genocide and Resistance Research Centre of Lithuania

Das Litauische Genocide and Resistance Research Centre (LGGRTC) ist eine staatliche Einrichtung zur Erforschung der sowjetischen und deutschen Besatzung Litauens im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die Untersuchung von Völkermord und Widerstand, die Erinnerung an die Opfer des sowie die rechtliche Aufarbeitung der Verbrechen. Das LGGRTC koordiniert Forschungsarbeiten, die an anderen Institutionen durchgeführt werden, und betreibt ein „Museum für die Opfer des Völkermords“ im ehemaligen Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes KGB in Vilnius. Zu den Aktivitäten des Zentrums gehören auch die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse, das öffentliche Gedenken an bedeutende Ereignisse der Widerstandsgeschichte sowie die Arbeit mit Jugendlichen, die sich der Geschichte des 20. Jahrhunderts befassen und die Fähigkeit zum kritischen Umgang mit der Vergangenheit erlernen sollen.

Institut für das Studium totalitärer Regime, Ústav pro studium totalitních režimů, Prag, Tschechische Republik

Dokumentation | Forschungsinstitut

Institut für das Studium totalitärer Regime

Das Institut für das Studium totalitärer Regime (Ústav pro studium totalitních režimů) der Tschechischen Republik widmet sich der Erforschung und Dokumentation totalitärer Regime und betrachtet gleichermaßen die Zeit des Nationalsozialismus von 1938 bis 1945 und des Kommunismus in der Tschechoslowakei zwischen 1948 und 1989. Beide Epochen werden untersucht, dokumentiert und die Ergebnisse der Öffentlichkeit durch eigene Ausstellungen, Publikationen sowie Vorträge und Konferenzen zugänglich gemacht. Das Institut wurde durch einen Regierungsbeschluss im Jahr 2007 ins Leben gerufen und betreibt seine Arbeit seit 2008. Das Archiv der Sicherheitsdienste untersteht ebenfalls dem Institut für das Studium totalitärer Regime. Dieses ist mit mit der Archivierung und Dokumentation der Tätigkeit diverser Sicherheitseinrichtungen des ehemaligen kommunistischen Regimes betraut.

KARTA Foundation, Fundacja Ośrodka KARTA, Logo, Warschau

Wechselausstellung | Aufarbeitungsinitiative

KARTA Zentrum

Das polnische KARTA Zentrum (Fundacja Ośrodka KARTA) ist eine Nicht-Regierungsorganisation (NGO) mit dem Ziel, die Geschichte Polens und Ostmitteleuropas schwerpunktmäßig im 20. Jahrhundert zu dokumentieren und zugänglich zu machen. Die Ausstellungen werden meist in der Stiftung verbundenen Institutionen ausgestellt. Das Zentrum entstand als illegale Untergrundzeitung in den 1980er-Jahre. Heute setzt sich das Zentrum als politische Stiftung für die Stärkung demokratischer Werte und Toleranz ein. Der Schwerpunkt der Aktivität liegt auf der Dokumentation von Einzelschicksalen derer, die in totalitären Regimen gelitten oder gegen diese gekämpft haben. Die Organisation veröffentlicht ihr eigenes Vierteljahreshaft mit dem Titel „Karta“ sowie Buchserien und stellt auf ihrer polnischsprachigen Website u.a. eine Datenbank in der UdSSR Unterdrückter und Zeitzeugenberichte zur Verfügung. Auch die Arbeit mit und von Schülergruppen und Zeitzeugen in Oral History-Projekten wird vom KARTA Zentrum vorangetrieben.

Logo der Socialist History Society

Website | Gesellschaft

Socialist History Society

Als Splittergruppe der Kommunistischen Partei Großbritanniens (CPGB), die sich Ende 1991 auflöste, entstand die Socialist History Society, die die Geschichte aus einem Linken und marxistischen Standpunkt betrachtet und sich heute mit sämtlichen Aspekten der Menschheitsgeschichte - von den frühesten gesellschaftlichen Formationen bis hin zur modernen Gesellschaft, ihrer Kultur und politischen Aktivitäten- beschäftigt. Im besonderen Fokus der Betrachtungen stehen die Kämpfe von Arbeit-, Frauen-, Progressiv- und Friedensbewegungen auf der ganzen Welt, sowie die Bewegungen und Errungenschaften von Arbeitergemeinschaften, Kolonialvölkern, Schwarzen und anderen unterdrückten Gruppen, aber auch soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und Befreiung.Jeder, der sich für Geschichte interessiert, ist eingeladen sich der SHS anzuschließen und an den Aktivitäten teilzunehmen: Alle zwei Monate gibt es Vorträge und Debatten in London, darüber hinaus veranstaltet die Socialist History Society gelegentlich Konferenzen und gemeinsame Veranstaltungen. Neben einem regelmäßig erscheinenden Newsletter werden historische Broschüren publiziert und zweimal jährlich die Zeitschrift "Socialist History" herausgegeben.

Sitz des UINR in Kiew, Urheber: Wadco2, Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Forschungsinstitut

Ukrainian Institute of National Remembrance (UINR), Kiew, Ukraine

Das Ukrainian Institute of National Remembrance (UINR) wurde am 31. Mai 2006 gegründet. Seit 2010 agiert das Institut als Forschungseinrichtung, die ihre Finanzierung vom Ministerkabinett der Ukraine erhält. Es hat die Aufgabe, mit Publikationen, Veranstaltungen und Forschungsprojekten die Erinnerung an die wechselhafte Vergangenheit der Ukraine wachzuhalten. Zu den Schwerpunkten des Instituts gehört eine Auseinandersetzung mit der ukrainischen Staatsbildung und  Befreiungsbewegung, der Revolution 1917-1921, dem Holodomor 1932/33, den politischen Repressionen, Opfern und Oppositionellen. Das Institut arbeitet auch gegenwartsbezogen und verfolgt das Anliegen, zur Integration nationaler Minderheiten beizutragen, für die Wahrung von Freiheiten und Menschenrechten zu sensibilisieren und die Bildung von Patriotismus und nationalem Bewusstsein zu befördern. Das UINR ist zudem zuständig für die Erhaltung und Pflege von historischen Orten, Grabstätten und Gedenkstätten und stößt eigene Denkmalsinitiativen an. Im Mai 2015 unterzeichnete Präsident Petro Poroshenko vier Gesetze, die das Land vom Erbe des Kommunismus befreien und die Eigenständigkeit der Ukraine betonen sollen. Volodymyr Viatrovych war als Direktor des Instituts u.a. an dem Gesetz beteiligt, durch das die Archive der sowjetischen Geheimdienste öffentlich zugänglich wurden und in die Trägerschaft des UINR übergingen.