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Radiofeature

Januar 1969: Wie die Ideen des Prager Frühlings verloren gingen

vom 25.01.2014 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková zeichnet die politischen Entwicklungen nach, die in der damaligen Tschechoslowakei auf den Prager Frühling von 1968 folgte. Nachdem die kommunistische Staatsführung im Januar 1968 einen Reformkurs beschlossen hatte, und dieser Beschluss durch den Einmarsch von Warschauer-Pakt-Truppen gewaltsam niedergeschlagen wurde, zweifelte eine große Zahl Menschen daran, dass die Regierung ihren Reformkurs fortsetzen würde: diejenigen Politiker, die noch 1968 nach Moskau verschleppt worden waren, durften erst nach Hause zurückkehren, nachdem sie sich in den „Moskauer Protokollen“ offiziell von ihren Reformbestreben distanziert hatten. Seitdem waren sie in ihren offiziellen Aussagen – die im Beitrag zitiert werden – sehr vage geblieben. Das Resultat dieser Entwicklungen war eine zunehmende Spaltung zwischen Bevölkerung und Regierung, die durch die zunehmende Durchsetzung repressiver Maßnahmen gegenüber der Bevölkerung weiter voran getrieben wurde. In diese zunehmend stagnierende Situation platzte am 16. Januar 1969 schließlich die Nachricht, dass sich der Student Jan Palach aus Protest gegen die aktuellen politischen Entwicklungen selbst angezündet hatte; er starb vier Tage darauf an seinen Verletzungen. Zwei Monate darauf vollzog sich ein Machtwechsel in der Kommunistischen Partei, im Zuge dessen dem Reformprogramm endgültig abgesagt wurde. 

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

1948: Die Maschinerie der tschechoslowakischen Justiz setzt sich unter der Regie Moskaus in Bewegung

vom 01.12.2012 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková widmet sich einem Kapitel tschechoslowakischer Rechtsgeschichte. Die Kommunistische Partei beginnt bereits direkt nach ihrer Machtübernahme 1948 mit der sogenannten „Bereinigung“ des öffentlichen Lebens: der Enthebung von als Regimegegnerinnen und -gegnern eingestuften Personen von ihren Positionen in Verwaltung, Schulen, Medien, und anderen Institutionen. Zudem beginnt die sowjetischen Regierung unter Josef Stalin zunehmend, Druck auf die Regime der Satellitenstaaten auszuüben und politische „Säuberungen“ nach sowjetischem Vorbild durchzuführen. In der Tschechoslowakei kommt es in den frühen 1950er-Jahren schließlich zu mehreren Schauprozessen, im Zuge derer viele der Angeklagten zum Tode verurteilt werden. Dies ist jedoch nur der Auftakt eines Systems von Repression, welches bis zum Ende des kommunistischen Regimes noch unzähligen Menschen ihre Freiheit oder gar ihr Leben kosten wird. Das Radiofeature widmet sich der Frage, welche Faktoren in diesem Prozess relevant waren und aufgrund welcher Helferinnen und Helfer er erfolgreich sein konnte.

Screenshot der ARD Mediathek mit dem radioWissen-Feature "Die Mao-Bibel"

Radiofeature

Die Mao-Bibel - Kleines Buch mit großer Wirkung

vom 12.12.2016 | Ulrich Chaussy

Es ist nur 80 Millimeter breit und 105 Millimeter lang und hat doch eine gewaltige Wirkung: Das kleine rote Buch Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung, auch bekannt als die Mao-Bibel. In den 1960er-Jahren millionenfach gedruckt, wird es in China während der Kulturrevolution zum Instrument der totalitären Kontrolle des kultisch verehrten Parteiführers Mao Zedong. Zuvor ist der "Große Sprung nach vorn", eine von Maos politischen Kampagnen, die China zu einer industriellen Großmacht machen soll, kläglich gescheitert und hat zu einer großen Hungersnot geführt. Aus den höheren Rängen der Kommunistischen Partei wird Kritik an Mao laut, seine ohnehin schon bröckelnde Macht wird weiter geschwächt. Die Kritiker lässt Mao beseitigen und setzt für die Durchführung seiner Kulturrevolution auf die jungen Roten Garden, einen ihm ergebenen Trupp von Studenten und Schülern. Das kleine rote Buch, das Zitate Maos beinhaltet und das die Roten Garden bei Versammlungen in die Höhe strecken, symbolisiert Loyalität zum Parteiführer. Von jedem Chinesen wird erwartet, die Mao-Bibel stets bei sich zu tragen und daraus zitieren zu können. Auch in der europäischen Studentenbewegung von 1968 verbreitet sich das kleine rote Buch. Mit den Erinnerungen eines im China der Kulturevolution aufgewachsenen Publizisten und eines ehemaligen westdeutschen Maoisten beleuchtet dieses Radiofeature beide Perspektiven. Zu hören ist das radioWissen-Feature hier.

Screenshot der Sendungsseite des radioWissen-Features "Der Vietnamkrieg: Ein Albtraum in Indochina"

Radiofeature

Der Vietnamkrieg - Ein Alptraum in Indochina

vom 20.03.2015 | Michael Zametzer

3,5 Millionen Vietnamesen kostet er das Leben - und 55.000 Amerikanern: der Vietnamkrieg. Dieses radioWissen-Feature gibt einen Einblick in Verlauf und Auswirkungen des Krieges, veranschaulicht anhand von Originalaufnahmen und Erläuterungen eines Historikers. Der Vietnamkrieg beginnt 1955, nach der Teilung des Landes in einen kommunistischen Norden - die Volksrepublik Vietnam unter der Führung Ho Chi Minhs - und einen antikommunistischen Süden unter der Führung des Diktators Ngo Dienh Diem. Die USA unterstützen Südvietnam im Kampf gegen die Vietcong. Damit sind vor allem die Guerillas der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams gemeint. Sie sind den US-Truppen zwar, was Ausrüstung und Technologie angeht, weit unterlegen. Doch da sie das Dickicht des Dschungels besser zu nutzen wissen als die Amerikaner, überraschen sie ihre Gegner oft aus dem Hinterhalt. Die USA schlagen zurück, schießen aus Hubschraubern auf alles, was sich bewegt und setzen chemische Waffen ein, wodurch auch viele Zivilisten sterben. Auch die Vietcong verüben grausame Massaker an der Zivilbevölkerung. Die Bilder des Krieges gehen um die Welt und rufen sowohl in den USA als auch in Europa für Empörung. Erst im Jahr 1973 ziehen die amerikanischen Truppen aus Vietnam ab. Hier können Sie das Feature nachhören.

Screenshot der Webseite

Veranstaltungsmitschnitt

Wolfgang Abendroth: Politik – Geschichte – Arbeiterbewegung

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat zusammen mit dem Offizin-Verlag und dem Distel-Verlag Vorlesungen von Wolfgang Abendroth (1906 – 1985) digitalisiert und als Audio-Dateien auf Wolfgangabendroth.org online gestellt. Das Internetprojekt widmet sich dem Staatsrechtler, Politologen und Historiker, der einen starken Einfluss auf den politischen und wissenschaftlichen Diskurs innerhalb der westdeutschen Nachkriegslinken hatte sowie selbst politisch aktiv war, beispielsweise als Unterstützer der Studierendenproteste. Die Website bietet erstmalig veröffentlichte digitale Tonaufnahmen von Abendroths Vorlesung „Einführung in die Geschichte der Arbeiterbewegung“, die er 1976 bis 1978 an der Frankfurter Akademie der Arbeit hielt. In dieser stellte der sozialistische Denker die Entwicklung der Arbeiterbewegung im gesamtgeschichtlichen Zusammenhang dar. Beginnend mit der Entstehung des Unionsmus und der Genossenschaften Anfang des 19. Jahrhunderts, erläutern Abendroths Vorträge die Geschichte des „Klassenkampf des Proletariats“ in Europa mit besonderm Fokus auf Deutschland. So schließt die Reihe mit der Situation in Deustchland in den Jahren 1918 – 1919. Hier schildert er die Entwicklung von der Spaltung der Sozialdemokratie und den Januarkämpfen bis zu den Wahlen zur Nationalversammlung. Über die Streamings hinaus bietet das Online-Projekt eine Einführung in Abendroths geschichtspolitische Konzeption. Die Aufnahmen stamnmen aus dem Besitz des Gewerkschafters und Linken Politikers Thomas Händel, der als studentischer Mitarbeiter von Abendroth die Vorlesungen seines Lehrers auf Kassette aufnahm und diese nun der Stiftung zur Verfügung gestellt hat. Hier können Sie in der Abendrothmediathek stöbern.

Screenshot der Website der Sendung "radioWissen"

Interview

Chinas Ökonomie und die Welt

vom 08.09.2016 | Thies Marsen

In dieser Folge der Sendung "radioWissen" spricht Thies Marsen mit der Sinologin Doris Fischer von der Universität Würzburg über Chinas Wirtschaft und über die Sicht des Westens auf diese. Fischer erklärt, wie es seit den Wirtschaftsreformen Deng Xiaopings in den 1980er-und 1990er-Jahren immer wieder zu politischen Schwankungen kommt. Diese sind bedingt durch die Schwierigkeit, wirtschaftliche Liberalisierung und politische Kontrolle, die im sozialistischen China weiterhin herrscht, zu verbinden. Auch legt die Sinologin dar, warum China als Wirtschaftsmacht für viele im Westen so bedrohlich wirkt. Erstens sei schwer zu begreifen, wie ein autokratisch organisiertes Land wirtschaftlich so erfolgreich sein könne. Zweitens falle es vielen schwer, sich zu der riesigen geografischen Ausdehnung Chinas zu verhalten und zu verstehen, dass ein Problem in einer Region nicht gleich zum wirtschaftlichen Zusammenbruch des gesamten Landes führen muss. Drittens wirke es auf viele bedrohlich, dass China beispielsweise demnächst die Weltmarktpreise beeinflussen könnte, wenn es seinen wirtschaftlichen Erfolg fortsetzt. Doris Fischer erzählt auch Anekdoten aus dem chinesischen Alltag in den 1980er-Jahren. Damals studierte Fischer in China und musste beispielsweise sechs Stunden vor einem Telefonat nach Deutschland zu einem Postamt fahren und den Anruf anmelden. Das komplette Gespräch können Sie sich hier anhören.

Bedřich Geminder – der Kommunist, der sein Leben am Galgen opferte, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Bedřich Geminder – der Kommunist, der sein Leben am Galgen opferte

vom 12.11.2016 | Jakub Šiška

In vielen Staaten schickten die kommunistischen Regime nicht nur ihre Gegner vor Gericht, sondern auch ihre eigenen Leute. Zu diesen Fällen gehört auch der von Bedřich – ursprünglich Friedrich – Geminder. Er gehörte zu den elf kommunistischen Funktionären, die 1952 in Prag in einem Schauprozess zum Tode verurteilt wurden, obwohl er eigentlich für die kommunistische Partei lebte. Das Radiofeature erzählt von seiner Kindheit und davon, wie Geminder als junger Mann nach dem Ersten Weltkrieg seine Identität zunächst in jüdischen Organisationen suchte. Als er sich in einem jüdischen Wanderverein engagierte, lernte er Rudolf Slánský kennen, mit dem er später gemeinsam angeklagt wurde. Geminder wurde zweimal seines Heimatlandes verwiesen, arbeitete daraufhin in Moskau im Apparat der Komintern, wo die Leitung der Presseabteilung zu seinen Hauptaufgaben gehörte. Zu Rudolf Slánský hatte er weiterhin eine gute Beziehung, wohnte sogar im Haus der Familie. Mit fatalen Folgen: Am 24. November 1951 wurden dort beide festgenommen und wegen Hochverrats angeklagt. Der „Spiegel“ veröffentlichte später, 1956, ein Protokoll der Verhandlung, das die Absurdität des Prozesses verdeutlichte. Doch Bedřich Geminder versuchte nicht, sich vor Gericht zu verteidigen. Die Partei forderte von ihm die Selbstaufopferung und als ergebener Kommunist spielte er mit. Am 3. Dezember 1952 starb er wie seine zehn Mitgenossen am Galgen. Hören Sie das Feature hier nach.

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Radiofeature

Die Kollektivierung der Landwirtschaft - eines der schwersten Verbrechen des kommunistischen Regimes

vom 12.09.2009 | Jakub Šiška

Jakub Šiška thematisiert in diesem Radiofeature die Maßnahmen zur Kollektivierung der Landwirtschaft, die in den 1950er-Jahren durch das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei umgesetzt werden. Entsprechend des sowjetischen Vorbilds soll die private Landwirtschaft kollektiviert werden. Der Widerstand derjenigen Landwirtinnen und Landwirte, die versuchen, sich diesen Maßnahmen zu entziehen, wird durch staatliche Repressionen gebrochen. Die Kollektivierung ist von enormen Ausmaß: Allein im Zuge der “Aktion Kulak”, die in den Jahren 1951-1953 stattfand, werden mindestens 2000 Familien von ihren Gehöften vertrieben. Die neu gegründeten landwirtschaftlichen Genossenschaften führen allerdings nicht zu den erhofften gesteigerten Erträgen: als Leiterinnen und Leiter der Genossenschaften werden oft Parteifunktionärinnen und -funktionäre bestimmt, die keine Erfahrung in der Landwirtschaft besitzen. Dies wirkt sich nicht nur kurzfristig negativ auf die Erträge aus, sondern prägt durch fehlerhafte Bewirtschaftung und radikale Eingriffe in die Natur bis heute die Umwelt der damaligen Tschechoslowakei. Hören Sie das komplette Radiofeature hier nach.

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Radiofeature

Vorbote der Samtenen Revolution: Demonstrationen am 21. August 1989

vom 22.08.2014 | Till Janzer

Der Beitrag von Till Janzer beschäftigt sich mit den Demonstrationen gegen die sowjetische Besatzung, die in den späten 1980er-Jahren in der damaligen Tschechoslowakei stattfinden. Konkret widmet sich der Beitrag einer Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmenden am 21. August 1989 in Prag. Die Polizei geht zum Teil brutal gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten vor; insgesamt werden an diesem Abend 400 Menschen festgenommen. Parolen wie “Wir Wollen Freiheit” oder “In der Einigkeit liegt die Kraft”, die wenig später zu Parolen der Samtenen Revolution werden, werden hier zum ersten Mal von einer großen Menschenmenge skandiert. Zivilgesellschaftliche Aktionen wie diese gelten als Vorläufer für den Systemwechsel von 1989. Sie spiegeln auch die Stimmung in den die Tschechoslowakei umgebenden Ländern wider: die Herrschaft der kommunistischen Regime bleibt in keinem Land Osteuropas mehr unhinterfragt; im Nachbarland Ungarn werden zu dieser Zeit bereits Demokratisierungsprozesse eingeleitet. Hören Sie das ganze Radiofeature hier nach.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Wie die Samtene Revolution die Sicht auf den Prager Frühling verändert hat

vom 23.08.2010 | Daniel Geschwend

Daniel Gschwends Interview mit Jürgen Danyel widmet sich der Frage, ob es eine direkte Entwicklungslinie vom Prager Frühling 1968 hin zur Samtenen Revolution 1989 gegeben habe. Diese direkte Beziehung wird bereits von den protestierenden Studierenden der Samtenen Revolution impliziert, als sie auf ihren Plakaten die Zahlen 68 und 89 - die sich entsprechen, wenn man sie auf den Kopf stellt - plazieren. Danyel sieht die Beziehung zwischen den beiden Bewegungen zum einen in einer symbolischen Form, die 1989 die Aufbruchstimmung des Prager Frühlings zu reproduzieren versucht. Zum anderen habe die Rückkehr führender Vertreter des Prager Frühlings in die Öffentlichkeit einen legitimierenden und integrierenden Einfluss auf die Bewegung 1989 genommen. Weiter sprechen Gschwend und Danyel über die Kontinuität des Schlagwortes des Prager Frühlings vom “Sozialismus mit menschlichem Antlitz”, tschechische Subkultur und das aktuelle Gedenken an den Prager Frühling. Jürgen Danyel ist stellvertretender Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam. Das ganze Interview mit Jürgen Danyel können Sie hier nachhören.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Husáks Kinder und die Sozialpolitik der 1970er-Jahre

vom 17.05.2014 | Jakub Šiška

Jakub Šiška widmet sich in seinem Radiofeature der Sozialpolitik der 1970er-Jahre in der damaligen Tschechoslowakei. Diese ist nachhaltig von den Ereignissen des Prager Frühlings 1968 geprägt. Nach dessen gewaltsamer Niederschlagung durch Truppen des Warschauer Paktes im August schlägt die Aufbruchsstimmung in der Bevölkerung in Resignation um, während sich das kommunistische Regime seine Macht durch zunehmend autoritäre Regierungsführung sichert. Dies zeigt sich unter anderem in verschärfter Pressezensur sowie Ausreise- und Berufsverboten. Nichtsdestotrotz ist die Regierung bemüht, Maßnahmen zu entwickeln, die ihr die Loyalität der Bevölkerung sichern würden. Eine Maßnahmen besteht in der Ausweitung der Sozialpolitik. Im Fokus dieser Ausweitung stehen Familien mit Kindern. Ein erhöhtes Geburtsgeld und zinslose Darlehen für junge Ehepaare sollen der Bevölkerung Anreize zur Familiengründung liefern. Tatsächlich steigen die Anzahl der Eheschließungen sowie der Geburten bereits in den frühen 1970er-Jahren stark an. Ob dies allein auf die sozialpolitischen Maßnahmen dieser Zeit zurückzuführen ist, wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern jedoch bezweifelt. Diejenigen, die in dieser Zeit geboren werden und aufwachsen, werden – auch im offiziellen Sprachgebrauch – „Husáks Kinder“ genannt, nach dem damaligen kommunistischen Parteichef Gustáv Husák. Den kompletten Beitrag können Sie hier nachhören. 

Ich schreite erhobenen Hauptes: Bürgerinitiative erinnert an Opfer des Kommunismus, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Ich schreite erhobenen Hauptes

vom 08.07.2017 | Martina Schneibergová

In diesem Beitrag wird die Bürgerinitiative Bez komunistů.cz vorgestellt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, an die Opfer des Kommunismus zu erinnern, vor totalitären Regimen zu warnen und die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Tschechien zu verbessern. Gründer Petr Marek spricht mit Redakteurin Martina Schneibergová über den 27. Juni, der in Tschechien als Tag des Gedenkens an die Opfer des Kommunismus gilt und über die Politikerin und Journalistin Milada Horáková, die als einzige Frau nach einem politischen Prozess hingerichtet wurde. Längst ist sie zum Symbol des Widerstands gegen den Kommunismus geworden.Jedes Jahr erinnert die Initiative an die Widerstandskämpferin und an die anderen Opfer des Kommunismus und startete in diesem Jahr eine Kampagne mit dem Titel „Ich schreite erhobenen Hauptes“ - Worte, die Milada Horáková kurz vor ihrer Hinrichtung schrieb. Zu Beginn der Veranstaltungsreihe wurden auf der Prager Kampa-Insel die Namen von Menschen verlesen, die vom kommunistischen Regime aus politischen Gründen hingerichtet wurden oder in Gefängnissen und Arbeitslagern gestorben sind. Das Verlesen der Namen sei dabei kein neuer, aber ein wichtiger symbolischer Akt, erklärt Petr Marek. "Wir setzen uns dafür ein, dass die Vergangenheit untersucht und aufgearbeitet wird!"Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Praktisch und bescheiden: Mode im Kommunismus

vom 18.03.2017 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková beschäftigt sich mit dem staatlichen Einfluss auf die Entwicklung der Mode in der damaligen Tschechoslowakei. Hierzu kommt in dem Beitrag vor allem die Bekleidungshistorikerin Konstantina Hlaváčková vom Prager Museum für Kunstgewerbe zu Wort. Sie spricht darüber, wie Mode nie als eigenständiges Phänomen zu betrachten ist, sondern stets aus einer spezifischen gesellschaftlichen und historischen Situation heraus entsteht. In Bezug auf die Tschechoslowakei stellt Hlaváčková heraus, wie die Kommunistische Partei seit ihrer Machtübernahme im Jahr 1948 eine schnelle Umwandlung des traditionellen Lebensstils anstrebte. Eine solche schnelle Umwandlung macht es nötig, in alle Lebensbereiche ideologisch hinein zu  wirken – auch und gerade in solch alltägliche wie Bekleidung. Das Radiofeature gibt den Zuhörenden einen Überblick darüber, wie Mode als ein Mechanismus zur Schaffung einer sozialistischen Gesellschaft instrumentalisiert wurde. 

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Radiofeature

Antisemitismus im Kreml

vom 28.02.2018 | Jens Rosbach

Jens Rosbachs Radiofeature „Antisemitismus im Kreml“ widmet sich der Frage nach der Verfolgung von sowjetischen Jüdinnen und Juden unter Stalin. Ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung hatte die Oktoberrevolution unterstützt – auch wegen der klaren Haltung gegen Antisemitismus der Bolschewiki. Unter Stalin verkehrte sich diese Haltung jedoch nach und nach ins Gegenteil. Kann für die Zeit des Zweiten Weltkrieges ein staatlicher Antisemitismus noch nicht direkt nachgezeichnet werden, ändert sich dies in dessen Folgejahren und manifestiert sich in konkreten Aktionen wie der Auflösung des Jüdischen Antifaschistischen Komitees und der Ermordung dessen Führung, die Unterdrückung jiddischer Kultur und der Verhaftung jüdischer Kreml-Ärzte und -Ärztinnen. Historikerinnen und Historiker sind sich uneinig, ob diese Formen der Unterdrückung die Vorboten einer geplanten ethnischen Säuberung darstellen. Nicht fraglich ist jedoch die Präsenz antisemitischer Einstellungen in der Sowjetunion sowie deren Reproduktion und Manifestierung durch die staatlichen Medien. Hören Sie das gesamte Feature hier nach.

Screenshot des Features "Die Kulturrevolution in China" auf Bayern 2

Radiofeature

Die Kulturrevolution in China - Mehr als ein Kampf um die Macht

vom 15.07.2013 | Henriette Wrege

China, Mitte der 1960er-Jahre. Die Machtposition des Parteiführers Mao Zedong ist geschwächt. Seine fehlgeleitete Wirtschaftspolitik wird für den Tod von Millionen von Chinesen während der großen Hungersnot verantwortlich gemacht. Im Pekinger Politbüro wird nun auf eine markt- und leistungsorientierte Politik gesetzt; Mao wirft der Regierung vor, den kapitalistischen Weg eingeschlagen zu haben. Auch wenn er gegen die innerparteiliche Opposition nicht ankommt, gelingt es Mao, die große Mehrheit der Bevölkerung hinter sich zu bringen. Als Rote Garden vereinigt, kämpfen Studenten, Schüler und Arbeiter im Namen Maos gegen angebliche Revisionisten, Bourgeoise und Konterrevolutionäre. Dabei gehen sie mit Demütigung, Denunziation und Gewalt gegen ihre Lehrer, Nachbarn, ja sogar Familienmitglieder vor. Illustriert mit Erinnerungen einer früheren Rotgardistin sowie Erläuterungen von Experten beleuchtet dieses Radiofeature Ursachen und Auswirkungen der "Großen Proletarischen Kulturrevolution". Hier können sie das Feature nachhören.

Screenshot der Sendungsseite des Features "Der Warschauer Pakt: Verteidigungsbündnis des Ostens"

Radiofeature

Der Warschauer Pakt. Verteidigungsbündnis des Ostens

vom 11.05.2015 | Volker Eklkofer, Rainer Volk

Ende der 1940er-Jahre ist der Einfluss der UdSSR in Europa größer denn je, in den Staaten Ost- und Südosteuropas herrschen kommunistische Regime. Im Westen wächst die Angst vor einer weiteren Expansion der Sowjetunion. 1949 gründen zehn Staaten Europas und Nordamerikas die Nordatlantische Allianz, kurz NATO. Angeführt von den USA, ist sie ein Bündnis zur Verteidigung gegen einen möglichen Angriff der UdSSR. Nachdem 1955 auch Westdeutschland dem Bündnis beitritt, wird im Ostblock als Pendant zu der westlichen Allianz der "Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand" verfasst. Acht kommunistische Staaten - die UdSSR, Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien, Albanien, die Tschechoslowakei und die DDR - unterschreiben diesen am 14. Mai 1955 in Warschau. Illustriert mit historischen Aufnahmen, unter anderem Reden prominenter Politiker wie Otto Grotewohl und Ronald Reagan, legt das Radiofeature Der Warschauer Pakt die wechselvolle Geschichte des Bündnisses dar, das im Jahr 1991 aufgelöst wird. Auf der Sendungsseite finden sich auch ein Glossar, ein Quiz sowie Materialien für den Geschichtsunterricht der 9. und 10. Jahrgangsstufe. Zu hören ist das radioWissen-Feature hier.

Radiofeature

Karl Marx – Leben und Werk eines Besessenen

vom 19.08.2013 | Nicole Ruchlak

In dem Radiofeature „Karl Marx – Leben und Werk eines Besessenen“ portraitiert Nicole Ruchlak den Verfasser von Das Kapital. Neben dem episodenhaften erzählten Lebensweg Marx’, widmet sich die Sendung vor allem Marx’ intellektueller Entwicklung und dessen früher Auseinandersetzung mit der Philosophie Hegels. Dabei legt der der Sozialwissenschaftler Oskar Negt in kurzen O-Tönen die Grundlage von Marx’ Denken dar. Kapitelweise schildert Ruchlak wie der in Trier geborene Marx nach Paris auswandert, weiterziehen muss nach Brüssel und wie sich über die Jahre seine Überzeugung von der Notwendigkeit der Veränderung der Verhältnisse und der unausweichlichen Selbstzerstörung des Kapitalismus stetig weiterbildet. 1849 – ein Jahr nach den gescheiterten Revolutionen – beginnt der im Exil in London in ärmlichen Verhältnissen lebende Marx die 20 Jahre dauernde Arbeit an seinem Hauptwerk. Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, eine akribische Analyse des Kapitalismus, welche 1867 erscheint. Ruchlak erzählt auch von der Freundschaft zu Friedrich Engels, die für den als wenig sozial charakterisierten Marx, essentiell war. Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Radiofeature: Sommer 1968: Martina Schneibergová erinnert sich, Screenshot von der Website des Radio Praha

Radiofeature

Sommer 1968: Martina Schneibergová erinnert sich

vom 21.08.2017 | Strahinja Bućan

Martina Schneibergová, selbst Redakteurin bei Radio Prag, erlebte im Alter von 11 Jahren die Ereignisse des Jahres 1968 mit. Was als Jahr des Aufbruchs und der Erneuerung begann, endete in einer gewaltsamen Niederschlagung. Nicht in Prag, sondern in Sušice im Böhmerwald hat Martina Schneibergová diese Zeit miterlebt und erzählt in dieser Aufnahme, wie sie gerade mit ihrer Tante vom Preiselbeeren sammeln kam, als plötzlich kein Bus mehr fuhr. Sie berichtet von einer Nachbarin, die den beiden entgegen kam und "Die Russen sind da, die Russen sind da!" rief. Kurz darauf sahen sie die ersten Panzer. Doch die kleine Böhmerwaldgemeinde leistete ihren eigenen Widerstand und so erzählt Martina Schneibergová wie die Gemeindemitglieder in der Hoffnung, dass sich die Russen verfahren würden, die Straßenschilder umdrehten und schildert, wie selbst die Kinder ihre Abneigung gegen die Besatzer zeigten: Sie steckten ihnen die Zunge heraus. Sie geht auf die weiteren Auswirkungen ein, die das Jahr mit sich brachte, erklärt wie diese Zeit ihre Jugend und ihr Erwachsenwerden geprägt haben und berichtet, was für sie persönlich davon heute noch geblieben ist. Das Radiofeature können Sie hier nachhören. 

 Nedašov – Beispiel für Repressionen gegen die katholische Kirche in Mähren, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Nedašov – Beispiel für Repressionen gegen die katholische Kirche in Mähren

vom 15.04.2017 | Jitka Mládková

Nach den politischen Umwälzungen von 1948 bekam die Bevölkerung sehr schnell die zunehmenden Spannungen zwischen der kommunistischen Staatsführung und den Kirchen zu spüren - jedoch ohne zu wissen, dass in den obersten Machtetagen längst Pläne geschmiedet wurden, den Einfluss der Kirchen mit massiven Repressionen zurückzudrängen. Für das Regime galt die Kirche als Feind Nummer eins. Am 5. April 1950, nur sechs Tage nach Beginn des ersten politischen Prozesses gegen bedeutende Kirchenvertreter, wurden in Prag Urteile gefällt und zehn hohe Würdenträger mehrerer Kirchenorden mit Freiheitsentzug von zwei Jahren bis lebenslänglich bestraft. So sollte vor allem die katholische Kirche als solche diskreditiert werden. Signale, wie die Staatspartei mit der historisch tief verwurzelten Institution umzugehen gedachte, gab es allerdings schon zuvor. Am Beispiel der tschechischen Gemeinde Nedašov zeigt sich, wie ein ganzes Dorf seinen Pfarrer vor der Verhaftung zu schützen versuchte. Es endete in brutalen Verhören und handgreiflichen Auseinandersetzungen und ging letztlich als „blutiger Freitag von Nedašov“ in die Geschichte der Region Závrší ein. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Gefangen im Gulag - die ersten tschechischen Opfer des Kommunismus

vom 29.10.2011 | Till Janzer, Milena Štráfeldová

Till Janzer und Milena Štráfeldová thematisieren in diesem Radiofeature die Schicksale derjenigen Tschechoslowakinnen und Tschechoslowaken, die nach Ende des zweiten Weltkriegs in sowjetischen Lagern inhaftiert waren - und ihren vergeblichen Kampf um Entschädigung. Für die meisten Bürgerinnen und Bürger der damaligen Tschechoslowakei bedeutet der Einmarsch der Roten Armee die Befreiung nach Jahren deutscher Besatzung. Nicht jedoch für diejenigen unter ihnen, die aus unterschiedlichen Gründen und manchmal aus Willkür, ins Visier des sowjetischen Geheimdienstes geraten und - mit Unterstützung von einheimischen Kommunistinnen und Kommunisten -  verhaftet werden. Eine Verhaftung bedeutet in den meisten Fällen die Verschleppung, Internierung und Zwangsarbeit in sowjetischen Lagern. Der Alltag der Gefangenen ist geprägt von Hunger, Kälte und Gewalt. Für diejenigen, die die Lagerhaft überleben und Jahre später wieder in die Tschechoslowakei zurückkehren können, bedeutet die Rückkehr oft drastische Benachteiligungen gegenüber der restlichen Bevölkerung: Als ehemalige Strafgefangene werden sie von der tschechoslowakischen Regierung nur widerwillig aufgenommen und als billige Arbeitskräfte Kolchosen zugeteilt. Dokumente in tschechischen oder slowakischen Archiven, die den Leidensweg der Opfer nachverfolgen lassen, gibt es keine. Die Bürgervereinigung „Oni byli první“ (“Sie waren die ersten”) setzt sich seit Jahren für eine Entschädigung der Opfer durch den tschechischen Staat ein - bisher vergeblich. Hören sie das gesamte Feature hier.

Screenshot Weltzeit-Podcast "Stalins Kult und Lenins Grab"

Radiofeature

Stalins Kult und Lenins Grab. Wie Russland seine eigene Vergangenheit schönfärbt

vom 09.05.2017 | Boris Schumatsky

100 Jahre nach der Revolution wird der Diktator Josef Stalin in Russland wieder wie ein Held verehrt. Das Feature „Stalins Kult und Lenins Grab“ des Radiosenders Deutschlandfunk Kultur beschäftigt sich mit dem aktuellen „Erinnerungskrieg“ zwischen dem russischen Staatsfernsehen, den Mitgliedern der „Nationalen Befreiungsbewegung“ und Initiativen wie der Menschenrechtsorganisation Memorial . Die Errichtung neuer Denkmäler für den einstigen Generalsekretär zeugt von einer Wiederbelebung des Stalinkults in der russischen Gesellschaft. Zentral dabei ist die Volksnähe des Diktators, der als selbstloser Staatsmann mit abgetragenen Stiefeln und einem geflickten Mantel porträtiert wird. Das Feature befasst sich auch mit den Kritikern des neuen Personenkultes, die eine kritische Aufarbeitung fordern, sowie mit den staatlichen und gesellschaftlichen Repressionen, die sie derzeit erfahren. Thematisiert wird ebenfalls der oft gezogene Vergleich zwischen Josef Stalin und Wladimir Putin und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Personenkulte. Hören Sie das Feature hier nach

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

ČSSR 1989: Es muss doch endlich etwas passieren…

vom 15.11.2014 | Jakub Šiška

Jakub Šiškas Radiofeature “ČSSR 1989: Es muss doch endlich etwas passieren…” setzt sich mit den Ereignissen auseinander, die dem Sturz des kommunistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei vorangehen. Den Anfang verortet der Beitrag in der Sowjetunion: In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre ließ Michail Gorbatschows Reformprogramm “Perestroika” in der Bevölkerung die Hoffnung auf Veränderung auch im eigenen Land wachsen. Ein weiteres wichtiges Ereignis ist die Veröffentlichung der Petition “Einige Sätze” durch eine Gruppe Oppositioneller um Václav Havel, die Missstände anprangert und freheitliche Grundrechte von der Regierung einfordert. Während die staatlich kontrollierten Medien in der ČSSR den Text der Petition lediglich negativ kommentieren, wird er über ausländische Radiosender verbreitet und gelangt so an eine breite Öffentlichkeit. Doch nicht nur Textprodukte der Opposition tragen zu einer zunehmend breiter werdenden Protestbewegung bei. Ironischerweise sind es auch die Texte des Regimes selbst, die in ihrer allzu offensichtlichen Hilflosigkeit und Überforderung in Anbetracht des Widerstands zur weiteren Aushöhlung der staatlichen Macht beitragen. Der Radiobeitrag macht deutlich, dass die Samtene Revolution nicht aus dem Nichts heraus geschah, sondern dass unterschiedliche Ereignisse und Prozesse im In- und Ausland den Weg für sie ebneten. Der Beitrag liefert einen Überblick über wichtige Ereignisse und bereichert diesen mit den Berichten von Zeitzeugen. Hören Sie das komplette Radiofeature hier nach.

Screenshot des Gulag-Zeitzeugenarchivs

Podcast | Interview

Gulag-Zeitzeugenarchiv

Dr. Meinhard Stark

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Historiker Dr. Meinhard Stark mehr als 250 ehemalige Lagerhäftlinge bzw. ihre Kinder in Russland, Polen, Kasachstan, Litauen und Deutschland interviewt. Im Rahmen eines von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projektes der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn sind die über 1.200 Stunden umfassenden Gespräche ebenso wie die schriftlichen Unterlagen im Umfang von mehr als 46.000 Blatt digitalisiert worden. Einige der beeindruckenden Interviews sind nun als Podcasts verfügbar. Jede Interviewpartner/in wird in einem Online-Dossier mit privaten und aktuellen Fotos, Dokumenten und dem Weg der Deportation in einer interaktiven Karte vorgestellt. Die Interviews sind als Podcasts in Gesamtlänge verfügbar und mit einem Manuskript und einer Biografie versehen. Es besteht ebenso die Möglichkeit, thematisch gegliederte Einzelpodcasts abzuspielen, die bei jedem Zeitzeugen und jeder Zeitzeugin mit denselben Schwerpunkten verfügbar sind. So kann ein Nutzer etwa alle Einzelpodcasts zum Thema „Lagertopograhie und Haftordnung“ anhören.  Die Audiodateien können direkt online angehört oder zur nicht-kommerziellen Nutzung kostenlos heruntergeladen werden. Exemplarisch finden Sie nachfolgend drei Ausschnitte aus Zeitzeugeninterviews, die einen ersten Einblick vermitteln sollen.

Screenshot Radio Praha

Radiofeature

Die Samtene Revolution: Ein Rückblick auf den November '89

vom 17.11.2014 | Annette Kraus

Dieses Radiofeature widmet sich den Anfängen der sogenannten “Samtenen Revolution” in der damaligen Tschechoslowakei im November 1989. Diese Bezeichnung erhalten die Ereignisse im Nachhinein - am Anfang steht jedoch Gewalt. Am 17.11.1989, dem Internationalen Tag der Studenten, geht das kommunistische Regime mit Schlagstöcken gegen eine Studentendemonstration in der Prager Innenstadt vor. In den darauffolgenden Tagen und Wochen organisiert sich in der Tschechoslowakei die Opposition.  Die Solidarität, die weite Teile der Bevölkerung mit den Studierenden und mit der aufkommenden Opposition verspüren, kulminiert am 27. November 1989 in einem Generalstreik. Im Anschluss daran versucht die Staatsführung, die Bevölkerung zu besänftigen, indem sie die vermeintlich einzigen Verantwortlichen für die gewalttätige Niederschlagung der Demonstration aus der Partei ausschließen und den Marxismus-Leninismus aus der Staatsdoktrin streichen. Die Bevölkerung reagiert mit erneuten Protesten und erhält seine Forderung nach Abdankung der Staatsführung aufrecht, welche im Dezember schließlich erfüllt wird.  Sie können das Radiofeature zur Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei hier nachhören.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Letzte Adresse: Gedenktafeln an Häusern erinnern an Opfer des Kommunismus

vom 27.06.2017 | Martina Schneibergová

Das Radiofeature von Martina Schneibergová stellt die Umsetzung des Projekts „Die letzte Adresse“ in Tschechien vor. „Die letzte Adresse“ ist eine russische Initiative, die seit 2014 an die Opfer des sowjetischen Regimes erinnert. Hierzu werden am letzten Ort, an dem die Opfer vor ihrer Verhaftung wohnten, Plaketten angebracht, die über Namen, Profession, Geburts-, Verhaftungs- und Sterbedatum des Opfers informieren. Seit dem 27. Juli 2017 – dem tschechischen Gedenktag der Opfer des kommunistischen Regimes – finden sich auch in Prag solche Gedenktafeln. Ziel des Projektes ist es nicht, eine statistisch belastbare Zahl von Opfern darzustellen, sondern durch den Zugang über den Wohnsitz und die Präsenz in Stadtbild und Alltag einen persönlichen Zugang zum Thema zu ermöglichen. Mit dem Anspruch des persönlichen Zugangs fiel auch die Entscheidung der Initiatorinnen, die Tafeln auf die Opfer des kommunistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei zu beschränken, anstatt sie auf die Opfer des sowjetischen Regimes auszuweiten. Das Projekt wird von dem Institut für das Studium totalitärer Regime, der Organisation Gulag.cz, dem Verein der politischen Gefangenen und der Prager Zweigstelle der russischen NGO Memorial unterstützt. 

Radiofeature: Eigentum ist Diebstahl: Die frühen Sozialisten, Screenshot von Website von Bayern 2

Radiofeature

Eigentum ist Diebstahl: Die frühen Sozialisten

vom 19.07.2010 | Christian Feldmann

Die Kommunisten Marx und Engels hatten an ihren Vorgängern einiges auszusetzen: Einige beschimpften sie beispielsweise als soziale „Quacksalber, die mit allerhand Flickwerk, ohne jede Gefahr für Kapital und Profit, die gesellschaftlichen Mißstände aller Art zu beseitigen versprachen“. Dennoch übernahmen sie viel Ideengut der Vordenker.Das Feature des Bayerischen Rundfunks verfolgt die Spuren dieser Frühsozialisten. Dabei wird schnell klar, dass die Sehnsucht nach einem gerechten Idealstaats „so alt wie die Menschheit“ ist. Vom Gemeineigentum oder der gerechten Verteilung von Gütern träumten tatsächlich bereits Anhänger der alten Religionen Persiens, Chinas und Palästinas.Doch erst mit der Französischen Revolution gewannen sozialistische Utopien an politischer Stoßkraft. Noch war es aber keine Bewegung der Arbeiter, sondern emanzipierter Bürger: So experimentierten der französische Ökonom Claude Henri Comte de Saint-Simon oder der britische Textilunternehmer Robert Owen mit Genossenschaften, während, der deutsche Schneidergeselle Wilhelm Weitling die Abschaffung des Geldes und eine zentralistische Planwirtschaft forderte – Ideen, die selbst nach Zusammenbruch des „real existierenden Sozialismus“ bis heute überlebt haben. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot des radioWissen-Features "Madame Mao" in der ARD Mediathek

Radiofeature

Madame Mao - Jiang Qing und die Kulturrevolution

vom 12.12.2016 | Isabella Arcucci

Ihre Haut ist weißer als die der anderen jungen Frauen an der kommunistischen Parteischule. Sie schminkt sich die Lippen rot und kleidet sich figurbetont. Dem Parteiführer Mao Zedong entgehen die Reize der jungen Jiang Qing nicht. Obwohl Mao zu dem Zeitpunkt schon zum dritten Mal verheiratet ist und obwohl Jiang Qing 20 Jahre jünger ist als der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, werden die beiden ein Paar und heiraten. In diesem Radiofeature wird die Geschichte von Maos letzter Ehefrau erzählt, die während der Kulturrevolution zur mächtigsten Frau Chinas wird. Sie stammt aus ärmlichen Verhältnissen und steht gerne im Mittelpunkt. Nach einer harten Kindheit - vom Vater verprügelt, von den Mitschülern gehänselt - zieht sie als junge Frau ins glamouröse Shanghai, um dort ihr Glück als Schauspielerin zu versuchen. Aus Liebe zu einem Kommunisten tritt Jiang Qing in die Kommunistische Partei ein und lernt so schließlich Mao kennen. In der Kulturrevolution spielt sie eine führende Rolle. Sie spricht auf Massenversammlungen, stachelt die Roten Garden dazu an, angebliche Konterrevolutionäre zu demütigen und zu töten, lässt alle nicht-kommunistische Kunst verbieten und ihre Gegner aus dem Weg räumen. Nach Maos Tod wird Jiang Qing als Teil der sogenannten Viererbande zu lebenslanger Haft verurteilt. Hören Sie das radioWissen-Feature hier.

Screenshot der Sendungsseite des Features "Walter Ulbricht: Mehr als Moskaus Mann in Ostberlin"

Radiofeature

Walter Ulbricht. Mehr als Moskaus Mann in Ostberlin

vom 17.06.2013 | Rainer Volk

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten" - so sagt es das Staatsoberhaupt der DDR, Walter Ulbricht, bei einer Pressekonferenz in Ostberlin im Juni 1961. Wenige Monate später beginnt unter seiner Führung der Bau der Berliner Mauer. Dieses Radiofeature zeichnet den Lebensweg des bei der Bevölkerung unbeliebten, wegen seines Dialektes oft verhöhnten, doch wegen seines Selbstbewusstseins sehr erfolgreichen Politikers Walter Ulbricht. Geboren in Leipzig als Kind einer Arbeiterfamilie, engagiert sich der gelernte Tischler seit seiner Jugend politisch, zunächst als Sozialdemokrat, dann als Kommunist. Nach der Machtergreifung der NSDAP im Jahr 1933 emigriert Ulbricht - zunächst nach Paris, dann Prag und zuletzt nach Moskau. Von dort aus schickt ihn die Führung der Sowjetunion 1945 zurück nach Deutschland, um die Kommunistische Partei in der Sowjetischen Besatzungszone aufzubauen. Bald wird der stalintreue Ulbricht der mächtigste Mann in der neugegründeten DDR. Die Massenflucht aus dem sozialistischen Land versucht er später mit dem Mauerbau zu stoppen. Ab Ende der 1960er-Jahre verliert Ulbricht immer mehr an Macht. Meinungsverschiedenheiten sowohl mit Mitgliedern des Politbüros der SED als auch mit der Führung der Sowjetunion unter Leonid Breschnew führten schließlich im Jahr 1971 zu Ulbrichts Fall. Hier können Sie sich das radioWissen-Feature anhören.

Screenshot des Radiofeatures auf BR2

Radiofeature

Stalin – Der Diktator des Proletariats

vom 11.11.2013 | Thomas Grasberger

Der russische Diktator Josef Wissarionowitsch Stalin (1878 – 1953), steht im Zentrum dieses Features von Thomas Grasberger. Zu Beginn erörtert Grasberger, wie es Stalin gelang – obwohl Lenin seine Parteikollegen ausdrücklich vor ihm gewarnt hatte – mit intriganten Mitteln gegen seinen Konkurrenten Trotzki zum „uneingeschränkten Alleinherrscher der Sowjetunion“ aufzusteigen (Vgl. Sendung). Die Sendung schildert die Methoden des „raffinierten und wendigen Taktikers“ als intrigant, repressiv und grausam. Vertiefende Analysen des Historikers Manfred Hildermeier machen die Entwicklung vom Bolschewismus zum Stalinismus nachvollziehbar. Stalin stellte Parteikollegen, die nicht auf seiner Linie waren, als „Rechte Opposition“ und als Anzeichen einer Wiedererstarkung des Kapitalismus dar. Nachdem er so die Opposition erfolgreich aus dem Weg geräumt hat, setzte er radikal seine Politik der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft durch. Auf Hungersnöte und Massenaufstände auf dem Land reagierte Stalin mit massenhafter Deportation in Zwangslager. Grasberger thematisiert abschließend den noch lang nach dessen Tod anhaltenden Personenkult um den russischen Machthaber. Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot des Features bei Radio Praha

Radiofeature

Chruschtschow, Novotný und die Tschechoslowakei

vom 03.05.2014 | Jitka Mládková

Anlässlich des 120. Geburtstags Nikita Chruschtschows und des 110. Geburtstag Antonín Novotnýs im Jahre 2014 ergründet Jitka Mládková das Verhältnis der Sowjetunion und der ČSSR in der Zeit der Entstalinisierung in diesem Radiofeature von Radio Praha. Besonders geht es dabei um das Verhältnis von Chruschtschow und Novotný, die beide 1953 die Vorsitzenden der kommunistischen Parteien ihrer Länder wurden. Die Autorin beginnt beim XX. Parteitag der KPdSU, der im Februar 1956 in Moskau stattfand und weitreichende politische Folgen für die Länder des „Ostblocks“ hatte: Chruschtschow geißelte seinen Vorgänger Josef Stalin für die massenhaften, willkürlichen Verhaftungen, Deportationen und für die zahllosen Morde an der eigenen Bevölkerung. Er weckte damit viele Hoffnungen auf eine Modernisierung des Kommunismus, die noch im selben Jahr mit der Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn wieder begraben wurden. Im Feature geht es um die Kontakte zwischen Novotný und Chruschtschow in dieser Zeit, aber auch um die Besuche des Parteichefs der KPdSU in der Tschechoslowakei, der den Satellitenstaat als Experte für Landwirtschaft besuchte. Sie können das Feature auf der Website von Radio Praha nachhören.

Prof. Dr. Jörg Baberowski, Quelle: Wikimedia Commons

Veranstaltungsmitschnitt

"Er gab uns das Lachen zurück". Nikita Chruschtschow und die Entstalinisierung

Jörg Baberowski

In dieser Aufnahme der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte spricht Historiker und Professor Dr. Jörg Baberowski über die Entstalinisierung durch Nikita Chruschtschow. Von Stalins Tod bis zum Beginn der offenen Entstalinisierung durch Chruschtschows Geheimrede auf dem XX. Parteitag 1956, erläutert er die mühsame Überwindung einer Schreckens-Diktatur. Als Stalin im Jahr 1953 starb, gab es für die Gefolgsleute und die Untertanen nichts anderes als diese Diktatur. Es hatte in Russland und in der Sowjetunion niemals eine Demokratie gegeben und Chruschtschow hatte kein anderes Instrument als die Partei, um Öffentlichkeit herzustellen und Reformen voranzutreiben. Die Entstalinisierung war ein Werk der Diktatur, die vollbrachte, wozu niemand sonst imstande gewesen wäre. Millionen Menschen waren ums Leben gekommen, selbst die Täter waren zu Opfern geworden, eine ganze Gesellschaft traumatisiert. Nur diese eine Ordnung schien imstande, die Sowjetunion zu befreien. Den vollständigen Mitschnitt gibt es hier zum Nachhören.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

An der Front des Kalten Kriegs: Widerstand gegen die Kommunisten 1948 bis 1956

vom 21.02.2009 | Till Janzer

Till Janzer umreißt in diesem Radiofeature die Entwicklung des Widerstands gegen das kommunistischen Regime in in den frühen Jahren der damaligen Tschechoslowakei. Janzer stellt mehrere Personen vor, die kurz nach der Regierungsübernahme durch die Kommunisten noch glauben, deren Herrschaft werde von kurzer Dauer sein, und die aus diesem Glauben heraus im Widerstand aktiv waren. Der Jugendliche Jaroslav Grünberg, der Lebensmittelfabrikant Josef Bruštík, und die Sportlegende Jan Haluza stellen sich auf unterschiedliche Arten gegen das kommunistische Regime: durch das Drucken und Verteilen von Flugblättern, aber auch schlicht durch die Weigerung, in die kommunistische Partei einzutreten. Jede und jeder von Janzers Protagonisten ist drastischen Sanktionen der Staatsgewalt ausgesetzt, die bis zu Haftstrafen und Folter reichen. Die Strukturen des Widerstands sind vielfältig, schaffen es jedoch nicht, ihre Kräfte zu einer schlagkräftigen Bewegung zu bündeln. Zunehmend drastischere Repressionen des Staates, der Aufbau fast undurchdringbarer Grenzanlagen sowie der niedergeschlagene Aufstand in Ungarn 1956 lassen die Hoffnung der Widerstandsbewegung auf ein baldiges Ende des kommunistischen Regimes schließlich immer mehr verblassen. Hören sie das gesamte Feature hier.

Screenshot des Radiofeatures

Radiofeature

100 Jahre Oktoberrevolution - und keine Aufarbeitung

vom 05.11.2017

In diesem Radiofeature des Inforadios spricht Martin Demmler mit Sabine Stöhr, der ARD-Korrespondentin im Hörfunk-Studio Moskau, über die Frage, was geblieben ist im heutigen Russland von der Oktoberrevolution 1917 und wie die Regierung unter Wladimir Putin sich dazu positioniert. Die revolutionären Umwälzungen des Jahres 1917 veränderten für Millionen Menschen das Leben grundlegend: Die seit hunderten von Jahren herrschende Zarenfamilie wurde ermordet, die Bolschewiki übernahmen die Macht und griffen in die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen ein. Nur mit Gewalt ließen sich ihre Überzeugungen durchsetzen und Gewalt beherrschte den der Revolution folgenden Russischen Bürgerkrieg. Die heutige Führung Russlands tue sich laut Sabine Stöhr schwer, mit der Erinnerung an die Oktoberrevolution umzugehen, auch weil die russische Gesellschaft selbst in dieser Frage gespalten ist. Während Wladimir Putin jegliche Revolutionen verurteilte, werden doch die „Errungenschaften“ der Oktoberrevolution gepriesen, wie etwa der Sieg über die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg und die technologischen Errungenschaften im Kalten Krieg. So herrsche derzeit zum 100. Jahrestag der Russischen Revolution im heutigen Russland hauptsächlich eines: Schweigen. Das Feature können Sie in der Mediathek des Inforadios online nachhören.

Rote Ultras: Propaganda für die Besetzung der Tschechoslowakei 1968, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Rote Ultras: Propaganda für die Besetzung der Tschechoslowakei 1968

vom 23.08.2014 | Jakub Šiška

Der Prager Frühling endete am 21. August 1968 mit dem Einmarsch der Warschauer Pakt Truppen in die Tschechoslowakei. Auf Alexander Dubčeks mit Begeisterung aufgenommenen politischen Ansatz, einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ einzuführen, folgte mit der unerwarteten Besetzung ein Schock. Doch nicht alle Menschen erlebten den Einmarsch als schockierend - einige orthodoxe Kommunisten begrüßten die Rückkehr zur totalen Kontrolle durch die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KPTsch). Vor allem ältere Kommunisten „stalinistischen Schnitts" fühlten sich bedroht und fürchteten den Verlust ihrer eigenen politischen Posten, als auch die Dominanz ihrer Weltanschauung. Sie organisierten sich daraufhin in einer informellen Gruppe, an deren Spitze Josef Jodas stand. Das Radiofeature von Jakub Šiška beschreibt die Handlungen der "roten Ultras", geht auf die einflussreichsten Persönlichkeiten dieser Gruppe ein und erklärt, welche dramatischen Folgen ihr Handeln und die Propaganda für die Bevölkerung hatte. Das gesamte Feature können Sie hier nachhören. 

Screenshot des Radiobeitrags bei Deutschlandfunk Kultur

Radiofeature

Echte Reibung: "100 Jahre Kommunismus" in Weimar

vom 29.08.2017 | Henry Bernhard

Kommunistische Ikonographie,  mitreißende Musik und futuristischer Aufbruch bieten für Künstler bis heute immer wieder reizvolle Anknüpfungspunkte an die Geschichte des Kommunismus. Auch das Kunstfest Weimar stand in diesem Jahr im Zeichen des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution und fragte: Müssen wir heute noch über die Revolution und vor allem den Kommunismus reden? Wie hat er die Menschen geprägt? Und welche dieser Prägungen wirken bis heute nach? Als „riskant, aber gelungen“ beurteilt Henry Bernhard in seinem Beitrag für Deutschlandfunk Kultur daher die Weimarer Mischung aus internationalen Theater- und Tanzgastspielen, Konzerten, Ausstellungen, Lesungen, Gesprächen und einer Filmreihe. Kunstfest-Chef Christian Holtzhauer, so Bernhards Fazit, habe die richtigen Fragen gestellt und klug die richtigen Projekte gemischt. Somit sei die Gefahr gebannt worden, sich der hehren Grundidee Kommunismus zu widmen und die mörderische Realität mit Millionen Opfern als bloße Fehlentwicklung abzutun.  

Exemplarische Weihnachtsgans, Urheber: Sven Wolter, Lizenz: Creative Commons BY-SA-3.0 de

Radiofeature

Charmeoffensive mit Weihnachtsgans - Konsumpolitik im Staatsozialismus

vom 04.10.2008 | Til Janzer

Das von Til Janzer produzierte Radiofeature widmet sich den Versprechungen und Enttäuschungen der Konsumpolitik im Staatsozialismus. Die zentralisierte Wirtschaftsordnung der kommunistisch beherrschten Staaten war auf lange Sicht nicht geeignet, die steigenden Konsumwünsche der Bürger zu erfüllen. Um sich den Rückhalt der Bevölkerung zu sichern, setzten die Machthaber Propaganda und Feindbilder des Kapitalismus, aber auch „Charmeoffensiven auf dem Ladenpult“ ein. Hierzu verbilligte etwa die tschechoslowakische Regierung Anfang der 1950er-Jahre zahlreiche Konsumgüter und verbesserte besonders in der Vorweihnachtszeit die Versorgung mit Lebensmitteln. Die ausreichend verfügbaren Weihnachtsgänse sollten die Loyalität der Bürger sichern. Die einsetzende Wirtschaftskrise Anfang der 1960er-Jahre sorgte jedoch für eine erneute Verschlechterung der Versorgungslage. Die Reformen des Prager Frühlings 1968 beinhalteten auch Pläne für eine neue Konsumpolitik, wurden aber ebenso wie die Idee des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ von den Panzern des Warschauer Paktes begraben. Sie können das Radiofeature, das die konsumpolitischen Entwicklungen der Tschechoslowakei bis 1989 nachzeichnet, hier nachhören.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Gefängnis für Pazifisten: Kriegsdienstverweigerer im Kommunismus

vom 05.04.2008 | Till Janzer

Der Radiobeitrag von Till Janzer beleuchtet das Schicksal von Kriegsdienstverweigerern in der damaligen Tschechoslowakei. Obwohl die Verfassung die Verweigerung des Kriegsdienstes aus Gewissensgründen zuließ, wurde diese in der Praxis nicht anerkannt. Hierbei zeigte sich die Tschechoslowakei deutlich unnachgiebiger, nicht nur als westliche Staaten, sondern auch als andere Staaten des Warschauer Pakts. Während zum Beispiel in Rumänien, Ungarn und Polen religiöse Gründe der Antragsteller zumindest gelegentlich als Gründe für die Verweigerung anerkannt wurden, hatte die DDR seit 1962 mit den sogenannten Bausoldaten eine Art zivilen Ersatzdienst geschaffen. In der Tschechoslowakei wurden Verweigerungen des Kriegsdienstes nicht nur nicht anerkannt, sondern zogen in der Regel hohe Haftstrafen nach sich. Im Radiofeature kommen mehrere ehemalige Kriegsdienstverweigerer zu Wort, die neben ihren Erfahrungen von damals auch über heutige Schwierigkeiten in ihren Rehabilitierungsprozessen berichten.

Screenshot von Website auf Deutschlandfunkkultur.de:  Kommunismus: Das wird es niemals wieder geben. György Dalos im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Interview

Kommunismus: Das wird es niemals wieder geben. György Dalos im Gespräch mit Liane von Billerbeck

vom 07.12.2016 | Liane von Billerbeck, György Dalos

Was blieb vom Kommunismus übrig, nachdem 1991 der Eiserne Vorhang fiel? Nicht viel, sagt der ungarische Schriftsteller und Historiker György Dalos. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe "Mythen und Legenden des Kommunismus" diskutierte er am 7. Dezember 2016 anlässlich des 25. Jahrestags des offiziellen Endes der Sowjetunion am 8. Dezember 1991 mit anderen Historikern im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst. Seiner Ansicht nach hat der Kommunismus ausgedient: Die Idee sei inzwischen ein „reines Historikum“, sagte er vor der Diskussion in einem Interview bei Deutschlandfunk Kultur. Er glaube nicht, dass „es noch einmal gelingt, das Paradies auf Erden, das Versprechen (darauf), mit einer Diktatur zu verbinden“. Die Verknüpfung der Idee der menschlichen Gleichheit mit absolutistischer Staatsmacht sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Das habe er selbst damals nur noch nicht gemerkt. Mit 20 war er ein überzeugter Kommunist. Doch wachsenden Erfahrungen wandte er sich bald ab, „nicht so sehr von der Utopie als dem System“. Was vor allem in der Gesellschaft übrig geblieben ist, sei die Sehnsucht nach Vollbeschäftigung sowie kostenlosem Gesundheits- und Schulwesen. Lesen sie das gesamte Interview hier.

Screenshot des verschriftlichten Deutschlandfunk Kultur Interviews mit Gerd Koenen

Interview

Russland und sein Kommunismus. Gerd Koenen im Interview mit Deutschlandfunk Kultur

vom 12.08.2017

Der Frankfurter Historiker Gerd Koenen hat zum 100. Jahrestag der „Großen Sozialistischen Revolution“, wie die Oktoberrevolution in den realsozialistischen Ländern bezeichnet wurde, die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ gestaltet. Anlässlich einer Eröffnung seiner Ausstellung in Kiew traf er sich mit Sabine Adler von Deutschlandfunk Kultur, um über die Geschichte der globalen „Kommunismen“ und ihren Auswirkungen in die heutige Zeit zu sprechen. Das Interview dreht sich um die Frage, wie viel Kommunismus in den ehemaligen sozialistischen Ländern noch vorhanden ist, mit Blick auf die Proklamierung der sogenannten Donezker Volksrepublik und der sogenannten Luhansker Volksrepublik in der Ukraine 2014. Koenen spricht außerdem über Lenin und Stalin als Persönlichkeiten der ukrainischen und russischen Erinnerungskultur und die Rolle Deutschlands in der Kommunismusgeschichte. Lesen sie das gesamte Interview hier.

Screenshot der Sendungsseite des Features "Nikita Chruschtschow: Mehr als der Mann mit dem Schuh"

Radiofeature

Nikita Chruschtschow. Mehr als der Mann mit dem Schuh

vom 16.02.2015 | Julia Smilga

Er lässt Millionen Gefangener aus russischen Straflagern frei und läutet in der Sowjetunion die Tauwetter-Periode ein. Er ist aber auch mitverantwortlich für den Bau der Berliner Mauer und lässt den Volksaufstand in Ungarn im Jahr 1956 blutig niederschlagen: Nikita Chruschtschow, der Nachfolger Stalins an der Spitze der UdSSR. In diesem Radiofeature geht es um die zwiespältige Persönlichkeit des KpdSU-Chefs. Ist er doch zu Stalins Lebzeiten sein treuer Anhänger, verurteilt Chruschtschow nach dessen Tod die Unterdrückung der Bevölkerung und den Personenkult um Stalin. Chruschtschow möchte das Land und die Gesellschaft öffnen, er spricht von einer "friedlichen Koexistenz" von Osten und Westen. Doch die Öffnung ist ihm nur bis zu einem gewissen Grad recht. Als die DDR - aufgrund der Massenabwanderung gut Ausgebildeter in den Westen - droht auszubluten, befiehlt er den Bau der Berliner Mauer. Als der ungarische Ministerpräsident ein Mehrparteiensystem einführen und den Warschauer Pakt verlassen will, setzt er ihn ab und lässt ihn hinrichten. Chruschtschow ist international für sein rüpelhaftes Auftreten bekannt. Ein berühmtes Beispiel dafür ist sein Wutausbruch auf einer UN-Vollversammlung, in der er mit seinem Schuh auf den Tisch schlägt. Hören Sie das Feature hier.

Screenshot der Webiste des Radiofeatures

Radiofeature

Deportation und Exil

vom 11.07.2016 | Julia Devlin

Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen im September 1939 beginnt für viele Ostpolen eine jahrelange Odyssee, geprägt von Deportation, Exil und Elend. Dieses Radiofeature erzählt von dem Martyrium, das hunderttausende, wenn nicht sogar über eine Million Polen durchlebt haben. Kurz nach der Besetzung Ostpolens beginnt Stalin mit der Deportation angeblich antisowjetischer Personen. Diesem Personenkreis gehört seiner Ansicht nach ein Großteil der gesellschaftlichen Elite an, also Akademiker, Politiker, Geschäftsleute, Polizisten. Sie werden einschließlich ihrer gesamten Familien in Viehwagons in sowjetische Arbeitslager in Sibirien und Kasachstan deportiert. Dort prägen Hunger, Krankheit und harte körperliche Arbeit das Leben, viele sterben. Im Juni 1941 ändert Stalin seine Polenpolitik. Nachdem Hitler die Sowjetunion angreift, braucht Stalin Unterstützung im Kampf gegen die Wehrmacht. Mit der polnischen Exilregierung vereinbart er die Gründung einer neuen polnischen Armee sowie die Freilassung von deportierten Polen. Die Freigelassenen strömen in Transitlager, die mit der Versorgung der vielen Menschen, die meist in miserablem Zustand ankommen, völlig überfordert sind. 1942 werden die polnischen Zivilisten und Soldaten in den Iran verlegt; auf der Überfahrt sterben wieder etliche. Während die Männer von ihrem neuen Lager aus in den Krieg ziehen, emigrieren viele Frauen mit ihren Kindern und älteren Familienmitgliedern, viele davon in damalige britische Gebiete zum Beispiel in Afrika und Indien, aber auch nach England. 1945 wird Polen der Sowjetunion zugesprochen und die Hoffnung der Exil-Polen auf eine sichere Heimkehr in die alte Heimat wird zerschlagen. Das gesamte Radiofeature können Sie hier nachhören.

Von den Bürgerrechten zur Samtenen Revolution – Charta 77, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Von den Bürgerrechten zur Samtenen Revolution – Charta 77

vom 07.01.2017 | Till Janzer

Bereits 1976 schlossen sich Künstler und Intellektuelle, Arbeiter, Priester, Exkommunisten, ehemalige Mitarbeiter des Geheimdienstes und andere Tschechoslowaken zusammen, um auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen, die im Widerspruch zu der vom tschechoslowakischen Außenminister unterschriebenen Schlussakte von Helsinki standen. Die Charta 77 machte auf Missstände aufmerksam, dokumentierte sie und bot Lösungsvorschläge an. Ziel dieser Bewegung war der Dialog mit Politikern und Staatsvertretern. Die verfassten Dokumente äußerten sich zu verschiedenen gesellschaftlichen Problemen und forderten Amnestie für politische Gefangene. Hauptsächliche Verfasser und erste Sprecher waren der Dramatiker Václav Havel, der Philosoph Jan Patočka und der ehemalige Außenminister Jiří Hájek.Das Radiofeature arbeitet den Verlauf der Bürgerrechtsbewegung auf, die als die "Keimzelle der späteren Samtenen Revolution" gilt. Es bespricht die Vorgeschichte, deren unmittelbarer Auslöser die Repressionen des Regimes gegenüber der Band "Plastic People of the Universe" waren, thematisiert die Verbreitung sowie die Folgen der Verbreitung der Charta 77 im Ausland, die Reaktionen des Staates und untersucht letztlich die Auswirkungen auf die Einzelschicksale einiger Chartisten. Hören Sie das Feature hier nach.

 Die Mediathek der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte, Screenshot von der Website

Veranstaltungsmitschnitt

Mediathek der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte

Die Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte sind Tagungen, die das Hamburger Instituts für Sozialforschung in Kooperation mit dem Einstein Forum Potsdam seit März 2010 ausrichtet, damit Zeithistoriker ihr Engagement nicht ausschließlich der Geschichtswissenschaft widmen, sondern auch für andere Gebiete und für soziologische, philosophische, psychologische, sowie moralische Fragen offen bleiben.Mit der Absicht dem Unerwarteten Raum zu geben, sind diese Zusammenkünfte als Laboratorien gedacht - als Forum für neue, provokante Ansätze und als Ort des Ausprobierens verschiedener Wege, unabhängig von den Zwängen des traditionellen akademischen Betriebs. Die Mediathek stellt sämtliche Aufzeichnungen der vier Mal im Jahr stattfindenen Tagungen zum Nachhören bereit. Unter anderem erörtet Martin Schaad in der Aufnahme "Blackbox Moskau" wie man Stalinist wird, Jörg Baberowski spricht in "Er gab uns das Lachen zurück" über Nikita Chruschtschow und die Entstalinisierung und Alena Ledeneva betrachtet in "Informal To The Core?" den Wandel der russischen Gesellschaft aus der globalen Perspektive.

  Der Beitrag „Wir brauchen euer Grundstück!" – die letzte Enteignung vor der Wende, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

„Wir brauchen euer Grundstück!“ – die letzte Enteignung vor der Wende

vom 14.01.2017 | Jakub Šiška

Mit der Charta 77 entstand im Jahr 1977 eine Bürgerrechtsbewegung, die den kommunistischen Staat zur Einhaltung der Bürger- und Menschenrechte aufforderte. Obwohl das Dokument bis zur politischen Wende von rund 1800 Menschen unterschrieben wurde, kam es zu staatlichen Verfolgungen und fast alle Bürger mussten bis zum letzten Moment Repressionen durch das Regime ertragen. Dieser Radiobeitrag erläutert am Beispiel von Sylvia und Jaroslav Chňapko, einer Familie, die einfach nur selbständig-alternativ auf dem Land leben wollte, welche Methoden der kommunistische Staatsapparat gegen unliebsame Bürger nutzte. Ständige Polizeikontrollen, Geldstrafen, Schikanen und Enteignungen - Wer sich einmal dem Regime entgegenstellte, der hatte für immer Probleme. So traf es auch Sylvia und Jaroslav Chňapko: Sie erlebten Polizeischikanen, Versuche, die Familie durch hohe Geldstrafen in den Ruin zu treiben und die erzwungene Auflösung ihrer Landkommune - bis die Samtene Revolution sie wie durch ein kleines Wunder vor dem Aus ihrer Existenz bewahrte. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Der Warschauer Pakt: Die Vorgeschichte und Gründung

vom 09.04.2016 | Jitká Mládková

Der Radiobeitrag von Jitká Mládková zeichnet die Gründung des Warschauer Paktes im Jahr 1955 nach. Der Beitrag beginnt damit, den Zuhörerinnen und Zuhörern die berühmt gewordene Rede von Winston Churchill aus dem Jahr 1946 in Erinnerung zu rufen. In dieser prognostiziert Churchill bereits neun Jahre vor der Gründung des Warschauer Paktes die sowjetische Einflusssphäre und prägt den Begriff des „Eisernen Vorhangs“. Anschließend kommt der Historiker und Politologe Jan Adamec zu Wort, der darlegt, wie die damalige Tschechoslowakei sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges für eine kommunistische Regierung entscheidet und damit den Weg für die spätere Mitgliedschaft im Warschauer Pakt ebnet. Am 13. Mai 1955 schließlich unterzeichnen in Warschau die Regierungsvorsitzenden Albaniens, Bulgariens, Ungarns, der DDR, Polens, Rumäniens, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei den „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“, der als „Warschauer Pakt“ in den Alltagssprachgebrauch eingeht. Über die Gründung sowie die Auswirkungen des Paktes sprechen im Beitrag die Militärhistoriker Jaroslav Lánik und Prokop Tomek. Der Warschauer Pakt wird am 1. Juli 1991 aufgelöst. Hören Sie das komplette Radiofeature hier nach.

Logo von Helle Panke e.V.

Veranstaltungsmitschnitt

Leonid Breschnew: Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins

Die Osteuropahistorikerin Prof. Susanne Schattenberg stellt in der Hellen Panke e.V.  ihr neues Buch „Leonid Breschnew: Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins“ vor. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Wladislaw Hedeler. Nach einer Einführung in den wissenschaftlichen Werdegang der Autorin betont der Moderator den neuen Zugang, den die Autorin zur Biografie Breschnews findet. Entgegen eines großen Teils der bestehenden Arbeiten zu seiner Person, fände, so Hedeler, Schattenberg eine Herangehensweise, welche nicht vom Ende her gedacht sei, sondern in der Entwicklung des Politikers dessen kompletten Lebenslauf mit vielen Details berücksichtige. Leonid Breschnew war von 1964 bis 1982 Vorsitzender der KPdSU und prägte fast 20 Jahre lang die Entwicklung der Sowjetunion. Die Biografie füllt eine Lücke in der Literatur; die letzte deutschsprachige Biografie über Breschnew erschien 1973 – zu einem Zeitpunkt, zu dem der Politiker noch sieben Jahre leben würde. Dies ist unter anderem der immens schwierigen Archivsituation geschuldet – die Autorin beschreibt im Veranstaltungsmitschnitt anschaulich die Schwierigkeiten, denen sie im Zuge ihrer Recherche begegnet. Schattenberg bemüht sich, in ihrem Buch ein vielschichtiges Porträt Breschnews zu zeichnen, das über seine gängige Darstellung als Apparatschik, Hardliner und Vertreter einer neostalinistischen Linie hinausgeht. Den Zuhörerinnen und Zuhörern erlaubt die Autorin mit einer halbstündigen Lesung ausgewählter Buchpassagen einen ersten Einblick in ihr Werk.

Screenshot der Website Themenportal Russland 1917, http://www.deutschlandradiokultur.de/russland-1917.2933.de.html

Radiofeature

Themenportal Russland 1917

vom 08.03.2017 | Onlinedossier von Deutschlandradio Kultur

Am 8. März 2017 jährte sich nach gregorianischer Zeitrechnung die Februarrevolution, das heißt die Proteste an deren Ende die Absetzung des Zaren stand. Der Radiosender Deutschlandradio Kultur widmete dem Centennial an diesem Tag einen Themenschwerpunkt. Die zehn Sendungen können noch auf der Webseite des Thementages nachgehört werden. Sie zeigen den Verlauf und das frühe Scheitern der Revolution, die Rolle der Frau und die heutige Rezeption der Ereignisse in Kunst, Kultur und Pop. Die Beiträge nehmen, da am internationalen Frauentag gesendet, oftmals eine feministische Position ein und Fragen nach der Bedeutung von Geschlechterrollen. Andere Beiträge widmen sich Zukunftserwartungen während des Umsturzes. Vermehrt werden auch geschichtspolitische Kontroversen im heutigen Russland Putins dargestellt und nach der zeitgenössischen Erinnerung an die Petrograder Ereignisse gefragt.

Screenshot des Podcasts "Der Mann hinter Marx"

Didaktisches Material | Radiofeature

Der Mann hinter Marx: Friedrich Engels, Sozialist und Kaufmann

Auf seiner Website bietet der Radiosender Bayern 2 in der Kategorie radioWissen einen Podcast und begleitendes Material für den Unterricht über das Leben und Wirken des Philosophen Friedrich Engels an. In dem 20-minütigen Audiobeitrag wird der Mann vorgestellt, der zusammen mit Karl Marx die Gesellschaftstheorie entwarf, die heute Marxismus genannt wird. Der 1920 als ältester Sohn eines preußischen und streng christlichen Textilfabrikanten geborene Friedrich Engels machte zunächst eine Kaufmannslehre und war bis zum Alter von 50 Jahren in leitender Position in der väterlichen Spinnerei in Manchester tätig. Mit dem Geld, das er dabei verdiente, unterstützte er Marx bei der Arbeit an dessen Lebenswerk Das Kapital. Seine eigenen Texte über die bevorstehende Revolution des Proletariats verfasste Engels nach Feierabend. Der Podcast ist auch Teil der Arbeitsmaterialien, die zur Einbindung des Themas in den Geschichtsunterricht online zur Verfügung gestellt werden.