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Screenshot Weltzeit-Podcast "Stalins Kult und Lenins Grab"

Radiofeature

Stalins Kult und Lenins Grab. Wie Russland seine eigene Vergangenheit schönfärbt

vom 09.05.2017 | Boris Schumatsky

100 Jahre nach der Revolution wird der Diktator Josef Stalin in Russland wieder wie ein Held verehrt. Das Feature „Stalins Kult und Lenins Grab“ des Radiosenders Deutschlandfunk Kultur beschäftigt sich mit dem aktuellen „Erinnerungskrieg“ zwischen dem russischen Staatsfernsehen, den Mitgliedern der „Nationalen Befreiungsbewegung“ und Initiativen wie der Menschenrechtsorganisation Memorial . Die Errichtung neuer Denkmäler für den einstigen Generalsekretär zeugt von einer Wiederbelebung des Stalinkults in der russischen Gesellschaft. Zentral dabei ist die Volksnähe des Diktators, der als selbstloser Staatsmann mit abgetragenen Stiefeln und einem geflickten Mantel porträtiert wird. Das Feature befasst sich auch mit den Kritikern des neuen Personenkultes, die eine kritische Aufarbeitung fordern, sowie mit den staatlichen und gesellschaftlichen Repressionen, die sie derzeit erfahren. Thematisiert wird ebenfalls der oft gezogene Vergleich zwischen Josef Stalin und Wladimir Putin und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Personenkulte. Hören Sie das Feature hier nach

Screenshot des Radiofeatures auf BR2

Radiofeature

Kommunistenjäger – Wie Joe McCarthy zum Großinquisitor der USA wurde

Uli Mayer

Uli Mayer portraitiert in diesem Radiofeature den US-amerikanischen Senator Joseph McCarthy (1906 – 1956). Der republikanische Politiker initiierte 1950 eine antikommunistische Kampagne, welche die Gesellschaft der USA auch über dessen Amtszeit hinaus stark prägte (McCarthy-Ära). Grundlage der Kampagne war eine nicht-existente Namensliste angeblicher Kommunisten, die im Außenministerium arbeiten würden. Nach einer Zusammenfassung des Werdegangs McCarthys zeichnet Uli Mayer ein differenziertes Bild der Auswirkungen dessen Verschwörungstheorie auf Politik, Medien und Gesellschaft. Mayer hebt in seinem Beitrag besonders den für McCarthys typischen strategischen Umgang mit den Medien hervor. Erst in McCarthys zweiter Amtszeit entwickelte sich der korrupte Senator vom „Hinterbänkler“ zum Politstar, indem er mit seiner Verleumdungskampagne, für die er keinerlei Beweise vorlegen konnte, landesweit Schlagzeilen machte. Das bald darauf gegründete „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ fungierte als politisches Organ der von McCarthy initiierten „Hetzjagd“ gegen Kommunisten (Vgl. Sendung). Die Sendung arbeitet mit Texten des Republikaners wie beispielsweise seinem Telegramm an den Präsidenten Truman welche seine denunziatorische Taktik verdeutlichen.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Mao Zedong: Kaiser, Dichter, Massenmörder"

Radiofeature

Mao Zedong - Kaiser, Dichter, Massenmörder

vom 22.07.2013 | Simon Demmelhuber

Die Choreografie der Diktatur beherrschte Mao Zedong zeitlebens perfekt. Die Basis seines Aufstiegs bildete das Spiel mit den Massen: Als Meister der bewusst entfesselten Affekte, des kalkuliert geschürten und gelenkten Volkszorns, versprach er als führender Politiker der von ihm gegründeten Volksrepublik China seinem Volk Wohlstand, Gerechtigkeit, nationale Größe und eine bessere Zukunft. Fast dreißig Jahre lang, von 1949 bis 1976, funktionierte das System Mao trotz einiger Rückschläge und Defizite reibungslos. Im Namen einer kommunistischen Größenvision enstand ein epochaler Egotrip mit erschreckenden Auswirkungen: Rund 70 Millionen Menschen fielen den verheerenden Fehlplanungen, Kampagnen, Säuberungswellen, Verfolgungen und Gewaltexzessen der unumschränkten Herrschaft Maos zum Opfer. Mit Terror, Gleichschaltung, Unterdrückung, Einschüchterung, Denunziation und schierer Gewalt zwang er Konkurrenten, Gegner und Andersdenkende unter seinen Willen. Wer sich diesem widersetzte wurde ausgemustert, gedemütigt, isoliert, stigmatisiert, deportiert oder umgebracht.Träumer, Taktiker oder Tyrann? Das Rätsel Mao scheint ungelöst, dennoch versucht sich dieses Radiofeature an einer Erklärung, wer dieser Mann wirklich war.Das Feature können Sie hier nachhören.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Fidel Castro - Revolutionsikone und Máximo Lider"

Radiofeature

Fidel Castro - Revolutionsikone und Máximo Lider

vom 08.08.2016 | Gabriele Knetsch

Als Kommandeur und treibende Kraft der kubanischen Revolution ist Fidel Castro Ruz Mythos, politisches Phänomen und anachronistisches Fossil zugleich. Knapp 50 Jahre beherrschte er die grüne Karibikinsel und wurde für seine Verdienste, die Alphabetisierung des Landes, den Ausbau des Gesundheitssystems und den unbändigen Willen zur Selbstbestimmung Kubas gegenüber der USA von den einen geliebt und verehrt, von den anderen aufgrund der Errichtung einer Diktatur nach sowjetischem Muster gehasst.Autorin Gabriele Knetsch erläutert in diesem Feature den Werdegang des Mannes ohne dessen Willen das 20. Jahrhundert gewiss anders verlaufen wäre: Vom jungen Fidel, der schon früh an der Welt interessiert und ungewöhnlich durchsetzungsfähig war, hin zu dem Mann, den die Welt vornehmlich in olivgrüner Uniform kannte, beschreibt sie Castros Weg vom rebellischen Intellektuellen zum "Máximo Lider". Erzählt wird vom Sturz des Diktators Fulgencio Batista im Jahr 1959, von der "Invasion in der Schweinebucht" 1961 und der Kubakrise im Oktober 1962, mit der der Kalte Krieg eine neue Dimension erreichte. Charakterisiert wird dabei ein Mann der Kuba ähnlich wie ein Großgrundbesitzer regierte. Castro kannte die Zuckerernte des Landes auf's Gramm genau, er musste alles kontrollieren, konnte nicht verlieren und duldete keinen Wiederspruch.Hier können Sie das Feature über den "Máximo Lider" nachhören.

Screenshot des Gulag-Zeitzeugenarchivs

Podcast | Interview

Gulag-Zeitzeugenarchiv

Dr. Meinhard Stark

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Historiker Dr. Meinhard Stark mehr als 250 ehemalige Lagerhäftlinge bzw. ihre Kinder in Russland, Polen, Kasachstan, Litauen und Deutschland interviewt. Im Rahmen eines von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projektes der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn sind die über 1.200 Stunden umfassenden Gespräche ebenso wie die schriftlichen Unterlagen im Umfang von mehr als 46.000 Blatt digitalisiert worden. Einige der beeindruckenden Interviews sind nun als Podcasts verfügbar. Jede Interviewpartner/in wird in einem Online-Dossier mit privaten und aktuellen Fotos, Dokumenten und dem Weg der Deportation in einer interaktiven Karte vorgestellt. Die Interviews sind als Podcasts in Gesamtlänge verfügbar und mit einem Manuskript und einer Biografie versehen. Es besteht ebenso die Möglichkeit, thematisch gegliederte Einzelpodcasts abzuspielen, die bei jedem Zeitzeugen und jeder Zeitzeugin mit denselben Schwerpunkten verfügbar sind. So kann ein Nutzer etwa alle Einzelpodcasts zum Thema „Lagertopograhie und Haftordnung“ anhören.  Die Audiodateien können direkt online angehört oder zur nicht-kommerziellen Nutzung kostenlos heruntergeladen werden. Exemplarisch finden Sie nachfolgend drei Ausschnitte aus Zeitzeugeninterviews, die einen ersten Einblick vermitteln sollen.

Screenshot Deutschlandfunk-Podcast "Niedergang der italienischen Linken"

Radiofeature

Niedergang der italienischen Linken - Das Ende der Hoffnungen

vom 21.03.2017 | Aureliana Sorrento

Das Feature „Niedergang der italienischen Linken - Das Ende der Hoffnungen“ von Aureliana Sorrento beschäftigt sich mit Italien, das in den 60er- und 70er-Jahren ein Labor linker Kämpfe und linker Theorie war. In Zeitschriften wie Quaderni Rossi und Classe operaia wurde der Marxismus neu gedacht und dem Ist-Zustand der Arbeiterklasse angepasst. Die Fabrikarbeiter probierten neue Streikformen aus und brachten den Klassenkampf auf die Straßen. Das Deutschlandfunk-Feature befasst sich mit der Geschichte der Kommunistischen Partei Italiens (PCI) von der Gründung 1945 bis zur Auflösung 1991 und den heutigen italienischen Linken. Das Feature erschien am 21.03.2017 und kann online nachgehört werden.

Screenshot der Webseite zu 1917. Kinder der Russischen Revolution von Deutschlandfunk

Radiofeature

1917. Kinder der Russischen Revolution

vom 05.01.2017 | Barbara Weber

Das halbstündige Radiofeature von Barbara Weber, welches am 5. Januar 2017 erstmals auf Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde, ist Teil der Sendekategorie Aus Kultur- und Sozialwissenschaften. Die Sendung spannt einen weiten Bogen in die russische Vergangenheit. Es wird bis weit in das 19. Jahrhundert zurück geblickt, um den Hörerinnen und Hörern die äußerst komplexen Vorbedingungen und Voraussetzungen der russischen Revolutionen des Jahres 1917 anschaulich zu erklären. Das Feature stoppt allerdings auch nicht mit dem Jahr 1917, sondern arbeitet präzise die Bedeutung der Revolutionen in Russland für die sowjetische Propaganda und das heutige nationale Selbstverständnis Russlands heraus. Dabei kommen immer wieder Experten und Expertinnen zu Wort und es werden O-Töne von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen eingebaut.

Screenshot der Website Themenportal Russland 1917, http://www.deutschlandradiokultur.de/russland-1917.2933.de.html

Radiofeature

Themenportal Russland 1917

vom 08.03.2017 | Onlinedossier von Deutschlandradio Kultur

Am 8. März 2017 jährte sich nach gregorianischer Zeitrechnung die Februarrevolution, das heißt die Proteste an deren Ende die Absetzung des Zaren stand. Der Radiosender Deutschlandradio Kultur widmete dem Centennial an diesem Tag einen Themenschwerpunkt. Die zehn Sendungen können noch auf der Webseite des Thementages nachgehört werden. Sie zeigen den Verlauf und das frühe Scheitern der Revolution, die Rolle der Frau und die heutige Rezeption der Ereignisse in Kunst, Kultur und Pop. Die Beiträge nehmen, da am internationalen Frauentag gesendet, oftmals eine feministische Position ein und Fragen nach der Bedeutung von Geschlechterrollen. Andere Beiträge widmen sich Zukunftserwartungen während des Umsturzes. Vermehrt werden auch geschichtspolitische Kontroversen im heutigen Russland Putins dargestellt und nach der zeitgenössischen Erinnerung an die Petrograder Ereignisse gefragt.

Jubelnde Soldaten am 8. November 1918 in München nach der Ausrufung der bayerischen Republik. Gemeinfrei, Wikimedia Commons

Radiofeature

Die Münchner Räterepublik – als Bayern sozialistisch wurde

vom 20.02.2017 | Yvonne Maier

Dieses Radiofeature von Yvonne Maier widmet sich der Münchner Räterepublik, die am 20.02.1917 auf der Theresienwiese ausgerufen wurde. Aus Briefen von Zenzl Mühsam zitierend schildert Maier, wie sich an diesem Tag zehntausende Menschen versammelten, um dem Aufruf zur Revolution von Erhard Auer und Kurt Eisner, den Vorsitzenden der zwei sozialistischen bzw. sozialdemokratischen Parteien, zu folgen. Maier skizziert die Entwicklungen in München und national, die zum Ausbruch der Revolution führten und deren weiteren Verlauf: Ausrufung des Freistaates Bayern, Sturz des Königs von Bayern, Novemberrevolution, Beendigung des Ersten Weltkrieges. Der Historiker Georg Köglmeier schildert die Spontanität, Unübersichtlichkeit und das Tempo des Umsturzes in München. Anschließend erörtert er die Entstehung und Bedeutung der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte. Das Radiofeature erzählt knapp vom weiteren Verlauf der Bewegung bis zum Zeitpunkt der Ausrufung der Räterepublik im April 1919, gefolgt von der kommunistischen Räterepublik. Abschließend richtet die Sendung ihren Fokus auf die Analyse der Zerschlagung der Räterepublik durch rechte Kräfte. Mit diesem Ereignis nahm Münchens Entwicklung zur Hauptstadt der nationalsozialistischen Bewegung ihren Anfang.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Rosa Luxemburg - Die Andersdenkende"

Radiofeature

Rosa Luxemburg - Die Andersdenkende

Thomas Grasberger

Als einflussreiche Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und "proletarischen Internationalismus", wirkte Rosa Luxemburg 1887 in der polnischen, ab 1898 auch in der deutschen Sozialdemokratie aktiv gegen Nationalismus, Opportunismus und Revisionismus. Im Kampf gegen Ausbeutung und Krieg war und blieb Rosa Luxemburg Marxistin. Jedoch sah sie diese Form der Gesellschaftslehre nie als eine starre Ideologie, sondern als eine revolutionäre Weltanschauung, "die stets nach neuen Erkenntnissen ringen muss." Folglich begrüßte die Aktivistin die Revolution in Russland und überall auf der Welt - sie wollte zwar nicht die Diktatur einer Partei aber die des Proletariats, schließlich fühlte Rosa Luxemburg sich laut eigener Aussage in der ganzen Welt Zuhause. "In einer Welt, in der es Wolken, Vögel und Menschentränen gibt", schrieb sie 1917 in einem Brief. Das Radio Feature enthält eine Kurzbiografie, thematisiert ihr politisches Engagement und den Aufstieg zu einer der wichtigsten Figuren des europäischen Marxismus, die sich mit viel Courage in einer Männerwelt behaupten und bewähren konnte. Hören Sie das Feature hier nach.

Radiofeature

Von der Zarenherrschaft zur Diktatur des Proletariats

vom 22.10.2010 | Rainer Volk

Das Radiofeature „Von der Zarenherrschaft zur Diktatur des Proletariats“ von Rainer Volk schildert die turbulenten Ereignisse in Russland in den Jahren 1917/1918. Hauptsächlich geht es darin um die Zeit von der Februarrevolution 1917 bis zum Friedensvertrag von Brest-Litowsk im März 1918.Petrograd, Anfang 1917. Nach Jahren des erfolglosen Krieges leidet die russische Bevölkerung unter Armut und Hunger. Die Verzweiflung treibt die Menschen auf die Straßen, Demonstrationen und Streiks erschüttern das Zarenreich. Es kommt zur Februarrevolution, an deren Ende der Sturz des Zaren und somit der Monarchie steht. Die liberale Übergangsregierung, die zunächst die Führung im Land übernimmt, vermag die versprochene Demokratisierung nicht durchzusetzen. In dieser Zeit anhaltender Armut und Unzufriedenheit fallen die Versprechen des Bolschewisten Lenin für Frieden, Freiheit, Land und Brot bei Arbeitern und Bauern sowie bei den Soldaten an der Front auf fruchtbare Erde. Schließlich ergreifen die Bolschewisten mit der Oktoberrevolution 1917 die Macht, ihr Führer Lenin ruft die „Diktatur des Proletariats“ aus. Wie sich bald zeigen wird, kann er seine Versprechen jedoch nicht halten und die junge Sowjetunion versinkt im Bürgerkrieg. Zu hören ist das Feature hier.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Sowjetischer Gulag: Leben in der Eishölle"

Radiofeature

Leben in der Eishölle

vom 01.09.2014 | Nicole Ruchlak

Der Beitrag von Nicole Ruchlak erzählt auf eine sehr bewegende Art vom Unrecht, das Millionen Menschen im sowjetischen Gulag erleiden mussten und geht dabei insbesondere auf die Geschichte der Journalistin und Autorin Ursula Rumin ein. Während der Stalinzeit wurde sie – wie so viele andere auch – ohne Beweise wegen angeblicher Spionagetätigkeit zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt. Vom Gefängnis der sowjetischen Geheimpolizei in Berlin-Karlshorst, wurde sie nach Workuta, eines der gefürchtetsten Zwangsarbeitslager der Sowjetunion, geschickt.Das Radiofeature gibt einen Einblick in die dort vorherrschende Grausamkeit: In den unerbittlichen Ausbeutungslagern wurde nicht nur die menschliche Arbeitskraft missbraucht, sie waren auch Orte der Vernichtung. Menschen wurden durch Verhungern oder Arbeiten zu Tode gebracht und allein im Jahr 1937 wurden auf Befehl Stalins 10.000 Häftlinge erschossen. Frauen litten besonders stark unter den prekären hygienischen Verhältnissen und der psychischen Gewalt. Zudem wurden sie Opfer sexueller Zudringlichkeiten und Nötigungen durch männliche Häftlinge oder Lagerpersonal und erlitten schwere Traumatisierungen durch die Trennung von ihren Kindern.Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Cover der Audio-CD "Marx & Engels intim", Verlag Random House

Hörbuch | Lesung

Marx & Engels intim

vom 25.05.2009 | Die Akstinat Brüder (Hrsg.)

Karl Marx und Friedrich Engels verfassten zusammen das „Kommunistische Manifest“, gründeten die Zeitung „Neue Rheinische Zeitung“ und unterhielten eine rege Brieffreundschaft, deren Ergebnisse immer und immer wieder publiziert wurden. Ausgelassen wurden dabei meist die Briefe, deren Inhalt entweder nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war oder nicht zu den Philosophen passte. Genau diese Texte, die voll von absurd-komischen Beschimpfungen sind, wurden von Gregor Gysi (Engels) und Harry Rowohlt (Marx) gelesen und als Audio-CD publiziert. Auf diese Weise geht es nicht um soziale und politische Thesen, sondern um Marx, der ständig über seinen Geldmangel klagt, und um Engels, der mit seinem Straßenslang auf deftigste Weise die Sozialdemokratie verflucht. Auch der von Marx geäußerte Antisemitismus kommt zur Sprache, der Fokus der live aufgenommen CD liegt jedoch auf Klamauk.

Screenshot Deutschlandfunk-Feature "Horchposten 1941 / я слышу войну"

Radiofeature

Horchposten 1941 / я слышу войну

vom 01.01.2017 | Sophie Garke

Der „Horchposten 1941“ bezeichnet sowohl eine interaktive Audioinstallation als auch ein zweiteiliges Hörspiel des Deutschlandfunks. Das deutsch-russische Dialog-Projekt sammelte Dokumente und Tagebucheinträge, die von russischen und deutschen Sprechern vertont wurden. Das Hörspiel erzählt die Geschichte der Stadt St. Petersburg im Zweiten Weltkrieg. Hitler hatte beschlossen, an Leningrad ein Exempel zu statuieren und die Stadt dem Erdboden gleich zu machen. Für Stalin war die Stadt das Tor zu Europa und deshalb strategisch wichtig, aber auch verdächtig. Das Hörspiel schildert die Erfahrungen von Zivilisten und Soldaten, von Opfern und Tätern, Deutschen und Sowjets zwischen den Fronten des Nationalsozialismus und Stalinismus. Das Projekt wird ebenfalls als begehbare Klanginstallation präsentiert, die 2017 etappenweise in Moskau, St. Petersburg, Berlin und Köln zu sehen ist. Hörspiel Horchposten 1941 - Teil 1: Die Blockade Hörspiel Horchposten 1941 - Teil 2: Der Marsch

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Wir sind ein Volk! Die deutsche Wiedervereinigung"

Radiofeature

"Wir sind ein Volk!"

vom 15.06.2015 | Volker Eklkofer

Mit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 rückte auch die staatliche Einheit Deutschlands in greifbare Nähe. Richtungweisend für diese Entwicklung waren neben dem Mauerfall, der den endgültigen Zerfall des politischen Systems bewirkte, auch die Ausreisewelle und die erstarkende Opposition in der DDR. Eine weitere notwendige Voraussetzung der deutschen Wiedervereinigung war das Einverständnis der vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, die bis dahin völkerrechtlich noch immer die Verantwortung für Deutschland als Ganzes innehatten. Durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag wurde der Einheit der beiden deutschen Staaten zugestimmt und dem vereinten Deutschland die volle Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten zugestanden. Trotz kritischer Stimmen zur Wendezeit, etwa von England, Russland oder Frankreich, dauerte es letztlich nur 327 Tage bis die Teilung Deutschlands mit Anbruch des 3. Oktobers 1990 endgültig endete. Wie Bundeskanzler Helmut Kohl seine Chance nutzte und was das Ende der Nachkriegsära in Europa für die Menschen mit sich brachte, wird in diesem Radio-Beitrag ausführlich erzählt.

Screenshot des Features auf Bayern 2

Radiofeature

Prager Frühling – Das Ende am 21. August 1968

vom 10.08.2010 | Ulrich Chaussy

Dieses Radiofeature von Ulrich Chaussy behandelt die Niederschlagung des Prager Frühlings am 21. August 1968. Sie bedeutete das Ende einer Reformbewegung, die versuchte politische, kulturelle und wirtschaftliche Freiheiten zu verwirklichen und so einen demokratischen Sozialismus auf den Weg zu bringen. Die Staaten des Warschauer Pakts verstanden dies als Gefährdung durch sogenannte konterrevolutionäre Kräfte. Sie reagierten mit einer Militärintervention – eine halbe Millionen Soldaten marschierten in der Nacht zum 21. August 1968 in das Land ein. Der gewaltlose Widerstand der tschechischen Bevölkerung, zu dem die Regierungspartei aufgerufen hatte, war demgegenüber chancenlos. Ein Großteil der Regierung wurde entmachtet und festgenommen. Bald darauf wurde der linientreue Gustáv Husák ins Amt gesetzt. Der Widerstand der Bevölkerung war zwar gewaltlos, jedoch nicht passiv. Durch zivilen Ungehorsam versuchte man, die Besatzung zu schwächen. Bis zum September 1968 verloren 71 Tschechoslowaken ihr Leben.Das Feature verwendet Interviews mit Zeitzeugen und Radiomitschnitte des tschechoslowakischen Rundfunks, der ab dem 21. August aus dem Untergrund sendete.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Karl Liebknecht - Sozialist und Antimilitarist"

Radiofeature

Karl Liebknecht - Sozialist und Antimilitarist

vom 04.02.2013 | Ulrike Beck

Das Radiofeature widmet sich dem Werdegang und bewegten Leben Karl Liebknechts, der als Marxist und Antimilitarist für seine Überzeugungen letztlich sein Leben gab.Geboren am 13. August 1871 in Leipzig, hatte Liebknecht als Kind nicht viel von seinem Vater Wilhelm, später profitierte er jedoch von ihm: Im Jahr 1900, gleich zu Beginn seines Eintritts in die Sozialdemokratische Partei, bekam er das Angebot für die Stadtverordneten Versammlung in Berlin zu kandidieren, denn die Partei wusste, dass sich mit diesem berühmten Namen punkten ließ. Das Mandat als sozialdemokratischer Stadtverordneter behielt er bis 1913. Als er 1907 die Schrift "Militarismus und Antimilitarismus" für die Jugendarbeit der SPD veröffentlichte, wurde er noch im selben Jahr wegen Hochverrats verurteilt. Bereits während seiner Haftzeit wurde er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, aufgrund seiner radikalen Kritik an der Fraktionsmehrheit folgte jedoch der Ausschluss aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Kurz darauf folgte die Bildung der Gruppe "Internationale", die später als Spartakusbund bekannt wurde. Neben Rosa Luxemburg und Leo Jogiches gehörte er als Gründer und Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands an und rief in seinen Reden wiederholt zum Sturz der sozialdemokratischen Regierung Ebert und Scheidemann auf. Am 9. November 1918 rief Karl Liebknecht vom Balkon des Berliner Schlosses die "Sozialistische Republik" aus. Zwei Stunden zuvor hatte Philipp Scheidemann vor dem Reichstagsgebäude in Berlin die "Deutsche Republik" proklamiert. Am 15. Januar 1919 wurde Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützendivision gefangen genommen und ermordet. Sein Grab ist auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde zu finden.Das gesamte Feature gibt es hier zum Nachhören.

Screenshot des Podcasts "How McCarthyism Works"

Podcast

How McCarthyism Works

vom 13.12.2011 | Charles Bryant, Josh Clark

Charles (Chuck) Bryant und Josh Clark erklären in einem ihrer Podcasts den Ursprung und die Bedeutung des Begriffs „McCathyism“. Weitere kurze Textblocks informieren über das Leben und die Taktik des US-amerikanischen Senators und Republikaners Joseph McCarthy (1908–1957), der seit 1950 hart gegen reale und vermeintliche kommunistische Verschwörungen in den USA und gegen die angebliche Unterwanderung der Regierung vorging. Seine Methoden und die Verdächtigungen von Politikern, Militärs sowie Medienvertretern schürten in der Gesellschaft ein Klima der Angst. Der Begriff „McCarthyism“ tauchte zum ersten Mal am 29. März 1950 in einer Karikatur der „Washington Post“ auf. Das Phänomen, Menschen der Illoyalität und Subversion zu bezichtigen, häufig auch in Verbindungen mit Russland, wird heute als „New McCarthyism“ bezeichnet. Hören Sie den Podcast hier nach

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Der Koreakrieg: Wie aus Brüdern Feinde wurden"

Radiofeature

Wie aus Brüdern Feinde wurden

vom 02.12.2013 | Isabella Arcucci

Einleitend mit dem Volkslied "Arirang", das sowohl in Nord- als auch in Südkorea gesungen wird, beschäftigt sich das Radiofeature mit der Frage nach der koreanischen Identität, die so schnell nicht gelöst werden kann, zumindest solange die Teilung Koreas nicht überwunden ist. Von Historikern oft auch als der "vergessene Krieg" betitelt, forderte der Koreakrieg, der bis heute nicht wirklich beendet ist, zwischen 1950 und 1953 mehrere Millionen Menschenleben und hinterlässt ein gespaltenes Volk, das seit Ende des 19. Jahrhunderts um seine nationale Identität kämpft. 1894 geriet das Kaiserreich Korea unter die Vorherrschaft Japans und wurde 1910 annektiert. Nach der Kapitulation Japans im Jahr 1945 wurde Korea nicht befreit, sondern unter den Siegermächten Sowjetunion und USA in zwei Besatzungszonen aufgeteilt. Der Beitrag beschäftigt sich ausführlich mit dem Verlauf des Koreakrieges und der Frage danach, ob es irgendwann ein wiedervereinigtes Korea geben wird.  Hier können Sie das Radiofeature nachhören.

Screenshot Deutschlandfunk-Feature "25 Jahre Ende der Sowjetunion"

Radiofeature

25 Jahre Ende der Sowjetunion. Zwischen Trauer und Erleichterung

vom 25.12.2016 | Gesine Dornblüth

Der Zerfall der Sowjetunion war ein mehrjähriger Prozess, der von Unabhängigkeitserklärungen der ehemaligen Ostblockstaaten begleitet wurde und am 8. Dezember 1991 in der Unterzeichnung des Vertrags von Minsk durch die Präsidenten Russlands, Weißrusslands und der Ukraine gipfelte, wodurch die Auflösung der Sowjetunion offiziell beschlossen wurde. Von höchster Symbolkraft war das Einholen der sowjetischen Flagge mit Hammer und Sichel am 25. Dezember 1991 über dem Kreml, die durch die russische Trikolore ersetzt wurde. Das Deutschlandfunk-Feature lässt ehemalige Bürger der Sowjetunion ihre Erinnerungen an das Ende der Sowjetunion mit den Hörern teilen. Eine kirgisische Schäferin, ein georgischer Künstler und eine russische Architektin schildern ihre Hoffnungen, Ängste und Erlebnisse in dieser Zeit des Umbruchs. Hören Sie das Feature hier nach

Logo Sport in the Cold War Podcast

Podcast

Sport in the Cold War

vom 05.10.2015

Sport in the Cold War ist eine Podcast-Reihe, die sich mit der Instrumentalisierung des Sports während des Kalten Krieges beschäftigt. Im Gespräch mit seinen Gästen fragt der britische Radioproduzent Vince Hunt nach den Ergebnissen eines Forschungsprojektes zur Globalgeschichte des Sports im Kalten Krieg am Woodrow Wilson Center in Washington. In den bisher 30 Episoden steht jeweils ein Archivdokument oder ein Ereignis im Mittelpunkt, das die Geschichte des Sports geprägt hat. Die Themen reichen von John F. Kennedy, der von der US-amerikanischen Eishockeymannschaft nach der Weltmeisterschaft 1963 eine Rechtfertigung für ihr schlechtes Abschneiden verlangte, über Proteste der ostdeutscher Fußballfans gegen die von der Staatssicherheit arrangierten Erfolge von BFC Dynamo bis zu den sozialistischen Weltfestspielen der Jugend und Studenten, bei denen auch sportliche Wettbewerbe ausgetragen wurden. Hören Sie den Podcast hier nach

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Hinter Stacheldraht: Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion"

Radiofeature

Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion

vom 16.11.2015 | Julia Smilga

Knapp 3,5 Millionen deutsche Soldaten gerieten während des Zweiten Weltkrieges in sowjetische Gefangenschaft, wo sie unter extremen körperlichen und seelischen Strapazen zum Wiederaufbau des völlig zerstörten Landes eingesetzt wurden. Die Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion bedeutete einen ständigen Überlebenskampf, den nur wenige der Gefangenen gewannen. Hunger, Kälte und Krankheit bildeten den Grundstein der schlechten Lebensbedingungen in den Lagern. Zudem sorgten die als willkürlich erfahrene sowjetische Rechtsprechung und die ständige Ungewissheit über die Dauer der Gefangenschaft für psychische Anspannungen und Ängste. Mit diesem Beitrag bringt Autorin Julia Smilga dem Hörer die Einzelschicksale einiger Verurteilter näher und untersucht, ob die Gefangenen eher als Opfer stalinistischer Willkürjustiz oder als reuelose Verbrecher zu sehen sind. Schließlich resultierte die mangelhafte Versorgung zum wesentlichen Teil aus den verheerenden Schäden, die der Krieg Hitler-Deutschlands in der Sowjetunion verursacht hatte. In keinem anderen Land hat die Wehrmacht so gewütet: Bei diesem Angriffs-, Vernichtungs- und Ausplünderungskrieg wurden auf dem besetzten sowjetischen Gebiet allein drei Millionen Juden vernichtet, insgesamt verloren etwa 27 Millionen Menschen ihr Leben.  Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot des Radiofeatures

Audios

Lenin – Ein fanatischer Revolutionär

vom 18.07.2016 | Nicole Ruchlak

Nicole Ruchlak untersucht in diesem Feature die Schattenseiten Wladimir Iljitsch Lenins (1870 – 1927). In einem biografischen Abriss wird Lenins Herkunft und die gesellschaftliche Situation Russlands zur Zeit seines Heranwachsens geschildert. Im Alter von 17 Jahren erfährt Lenin einen Bruch, als sein Bruder, der an einem Attentat auf den Zaren beteiligt war, hingerichtet wird. Lenin gehörte nun zu einer geächteten Familie. Ruchlak sieht hierin den „Keim Lenins Hasses“ und den Ursprung seines Willens, die Gesellschaft von Grund auf zu ändern. Im Alter von 18 Jahren beginnt Lenin, marxistische Schriften zu studieren. 1897 wird er nach Sibirien verbannt, nachdem er den „Petersburger Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“ gründete. Mit 30 geht Lenin ins Exil nach München, wo er weiter an seinen Parteiplänen und Pamphleten arbeitet. 1903 übernimmt Lenin – zu diesem Zeitpunkt im Exil in der Schweiz – die Führung der Bolschewiki und verfügt nun über eine Kaderpartei und sogenannte „Berufsrevolutionäre“ und sein Aufstieg beginnt. Die Sendung hinterfragt Lenins taktische „Genialität“ im Verlauf der Revolution sowie den Fanatismus und die Brutalität seiner diktatorischen Herrschaft. Auch die staatlich gelenkte Ikonisierung des Staatsführers noch weit über Lenins Tod hinaus wird thematisiert.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "17. Juni 1953 - Legende und Wirklichkeit eines Volksaufstandes"

Radiofeature

17. Juni 1953 - Legende und Wirklichkeit eines Volksaufstandes

vom 08.07.2013 | Rainer Volk

"Wäre es da / Nicht doch einfacher, die Regierung / Löste das Volk auf und / Wählte ein anderes?", schrieb Bertolt Brecht über die Ereignisse des 17. Juni 1953 in seinem Gedicht "Die Lösung". Wohl niemand konnte vorab ahnen, welchen Stellenwert dieser Schicksalstag in der deutschen Nachkriegsgeschichte einnehmen würde. Innerhalb weniger Stunden entwickelte sich aus einem Arbeiterprotest und einem Streik in der DDR ein Volksaufstand, der mit einer Bilanz von mehr als 50 Toten und ca. 10.000 Festnahmen blutig niedergeschlagen wurde. Das Radiofeature erklärt die Beweggründe, die zum Aufstand führten, beschreibt wie der Streik innerhalb weniger Stunden ein ganzes Land ergriff, es zum Ausruf des Ausnahmezustandes im sowjetischen Sektor von Berlin kam und geht insbesondere auf die Tatsache ein, dass sich dennoch kein einheitlicher, an allen Orten ähnlich ablaufender Aufstand ereignete. Stattdessen nahmen die spontanen Erhebungen einen äußerst unterschiedlichen regionalen Verlauf. In den industriellen Ballungsgebieten, etwa Leipzig, Halle, Bitterfeld, Magdeburg, Dresden und Görlitz, erreichte der Aufstand einen zum Teil höheren Organisationsgrad als in Ost-Berlin.Hier können Sie das gesamte Feature nachhören.

Screenshot der Sendung „Das große Experiment“

Radiofeature

Das große Experiment

vom 01.12.2014 | Rainer Volk

„Das große Experiment“ beschreibt die Hintergründe und den Verlauf der russischen Revolution des Jahres 1917 von der Hungerrevolte bis zur Ausrufung der Räterepublik und dem Beginn des Bürgerkrieges. Rainer Volk schildert in diesem Bayern 2-Radiofeature die umfassenden Veränderungen des Landes anhand historischer Texte. Auszüge aus Briefen Lenins und an ihn gerichtete Feldpostbriefe sowie Tagebucheinträge des Zaren Nikolaus II und Passagen aus den „Erinnerungen an Lenin“ von Nadeshda Krupskaja, Lenins Ehefrau und Sekretärin, illustrieren den Beitrag. O-Ton-Aufnahmen von Helmut Altrichters, Osteuropa-Historiker an der Universität Erlangen-Nürnberg, kommentieren die historischen Hintergründe der Machtübernahme durch die Bolschewiki. Der mythisierende Umgang mit historischen Relikten der Oktoberrevolution im heutigen Russland spiegelt sich in Mitschnitten von Stadtführungen.Bayern 2 stellt die Sendung begleitendes Lehrmaterial für den Einsatz in Realschulen und Gymnasien als Download zur Verfügung (Arbeitsblätter, Audio-Ausschnitte). Das Feature kann hier nachgehört werden.

Logo von "Helle Panke" e.V.

Veranstaltungsmitschnitt | Vortrag

Utopie in der Oktoberrevolution - Utopische Visionen und Experimente in Russland nach 1917

vom 24.10.2016 | Dr. Thomas Möbius

Die Russische Revolution 1917 beflügelte das utopische Denken in einzigartiger Weise. Ein grenzenloser Vorrat an Ideen und Sehnsüchten drängte mit ihr hervor: Gerechtigkeitsvorstellungen, Visionen eines Neuen Menschen, Entwürfe eines gemeinschaftlichen Lebens und neuer Städte, Technikphantasien, die bis zur Eroberung des Kosmos und der Überwindung der Natur reichten. Was der Utopie dabei eine neue Dimension gab, war die Überzeugung, sie verwirklichen zu können. Die Revolution ließ die Utopie Praxis werden. Der Referent Dr. Thomas Möbius (Sozial- und Literaturwissenschaftler) zeichnete am 24.10.2016 die Wege der Utopie in Russland 1917 zwischen revolutionärer Hoffnung, politischer Vereinnahmung, Scheitern und dystopischer Enttäuschung nach. Der Vortrag kann online nachgehört werden.

Screenshot der Sendung "Kapitalistischer Kommunismus"

Radiofeature

Kapitalistischer Kommunismus ... und warum das kein Widerspruch ist

vom 08.09.2016 | Astrid Freyeisen

Der Gründer der Volksrepublik China, Mao Zedong, hatte versucht, mit der Errichtung der Planwirtschaft sein Land aus der extremen Armut zu befreien. Da die Wirtschaft weiter stagnierte, führte er den „Großen Sprung nach vorn“ durch, der bis zu 40 Millionen Menschen das Leben kostete. Die Regierung verlangte von den Bauern hohe Ernte-Abgaben, die viele nicht leisten konnten. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, Deng Xiaoping, engagierte sich für eine Erhöhung der Getreide-Produktion, um das Überleben des Volkes sicherzustellen. Der Nachfolger Mao Zedongs leitete landwirtschaftliche Reformen ein, begünstigte aber auch öffentlich den Wohlstand für nur einen Teil des Volkes. Das radioWissen-Feature schildert die schrittweise Öffnung der chinesischen Planwirtschaft hin zu einem neuen Sozialismus mit privaten Unternehmern als Teil der Kommunistischen Partei und fragt nach den Widersprüchen zwischen Ideologie und freier Marktwirtschaft.

Sendereihe Essay und Diskurs auf Deutschlandfunk

Radiofeature

RE: Das Kapital

vom 13.11.2016 | bis zum 02.04.2017 | Mathias Greffrath

Anlässlich des 150. Jahrestages der Veröffentlichung von Karl Marx Werk "Das Kapital" im Jahr 2017 versammelt der Kurator Mathias Greffrath in der neunteiligen Sendereihe bedeutende Persönlichkeiten aus Ökonomie, Politik und Wissenschaft. Sie alle Fragen nach der aktuellen Bedeutung der marxistischen Theorie. Der erste Teil beschäftigt sich mit marxschen Kategorien, im zweiten Teil diskutiert der Soziologe Wolfgang Streeck das Verhältnis von Gewalt und Kapitalismus und im dritten Teil analysiert der Philosoph Michael Quante den Begriff der Entfremdung. Der britische Fernsehjournalist Paul Mason und die Politikerin Sahra Wagenknecht diskutieren Ende und Niedergang des Kapitalismus, bevor Robert Misik sich mit Kooperation als Erfolgskonzept beschäftigt. Der Ökonom Hans-Werner Sinn erklärt inwieweit Marx  Krisenanalyse heute immernoch hilfreich für das Verständnis von wirtschaftlichen Rezessionen ist. Im vorletzten Teil der Reihe geht es dem Sozialtheoretiker David W. Harvey um die Bewegungsformen des Kapitals. Zum Abschluss der Reihe fragt der Politikwissenschaftler John Holloway nach Alternativen zum Kapitalismus. Die Beiträge der Sendereihe sind im März 2017 in einer gleichnamigen Essaysammlung im Antje Kunstmann Verlag erschienen. Links zu den einzelnen Sendungen zum Nachhören und ausführliche Sendemanuskripte finden sie in der rechten Spalte.  RE: Das Kapital (1/9): Aktuelle Brisanz der Marxschen KategorieRE: Das Kapital (2/9): Das Verhältnis von Kapitalismus und GewaltRE: Das Kapital (3/9): Entfremdung im KapitalismusRE: Das Kapital (4/9): Der Niedergang des KapitalismusRE: Das Kapital (5/9): Sahra Wagenknecht über das Ende des KapitalismusRE: Das Kapital (6/9): Kooperation als Quelle des ReichtumsRE: Das Kapital (7/9): Was uns Marx heute noch zu sagen hatRE: Das Kapital (8/9): Wert und Anti-Wert - Krisen sind immer überall möglichRE: Das Kapital (9/9): Ganz am Anfang beginnen