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Veranstaltungsmitschnitt

DDR neu erzählen!

vom 13.03.2019

Die Berliner Spielstätte Hebbel am Ufer lud vom 11. bis 17. März zu dem Performance Festival “Comrades, I Am Not Ashamed of My Communist Past” ein. Die Erinnerungspolitiken an die kommunistischen Diktaturen des so genannten Ostblocks wurden auf dem Festival künstlerisch und performativ diskutiert. Beiträge aus Berlin, Belgrad und Chişinău wurden gezeigt. Inhaltlicher Höhepunkt des Festivals war die Podiumsdiskussion „DDR neu erzählen!“ am 13. März mit Karsten Krampitz, Klaus Lederer, Luise Meier und Carola S. Rudnick, moderiert von Margarita Tsomou. Es wurde eine andere Erinnerung an die DDR gefordert, die weder verklärt noch dämonisiert, um von der offiziellen Täter-Opfer Dichotomie in der Erinnerungskultur wegzukommen. Diese Perspektive würde den Blick auf die DDR verengen und ihrer Komplexität nicht gerecht werden, so die Veranstalter im Vorfeld der Diskussion. Einen kritischen Beitrag zur „Aufarbeitung der Aufarbeitung der DDR-Geschichte” (Krampitz) leistete die Diskussion einen wichtigen Beitrag. Die Podiumsdiskussion können Sie hier nachhören.

Screenshot des Radiobeitrags bei Deutschlandfunk

Radiofeature

Eine Lange Nacht über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht „Ein scharfer Wind bläst durch die Lande“

vom 12.01.2019 | Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade

Der Beitrag von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade im Deutschlandfunk Eine Lange Nacht über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. „Ein scharfer Wind bläst durch die Lande“ vom 12.01.2019 beschäftigte sich anlässlich ihres 100. Todestages mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Sie gründeten gemeinsam den Spartakusbund, eine Gruppe von marxistischen Sozialisten mit dem Ziel einer Revolution des Proletariats in Deutschland. Der Spartakusbund und weitere linke Gruppierungen gingen am 1. Januar 1919 in der neu gegründete Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) auf. Die Partei verfolgte das Ziel, den Kommunismus in Deutschland zu etablieren. Am 5. Januar 1919 begann der Januaraufstand, an dem sich im Verlauf auch die KPD beteiligte. Ursache des Aufstandes waren die unterschiedlichen und gegensätzlichen Ziele der Gruppen, die an der Novemberrevolution beteiligt waren. Der Januaraufstand dauerte vom 5. Januar bis zum 12. Januar an. Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Januaraufstandes durch das Militär wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von rechtsradikalen Freikorpssoldaten verhaftet, verhört und schließlich am 15. Januar 1919 ermordet.

Screenshot von deutschlandfunk.de

Radiofeature

Der Aufstand der Matrosen 1918. Initialzündung für die Novemberrevolution

vom 18.10.2018 | Matthias Hennies

"Der Aufstand der Matrosen 1918. Initialzündung für die Novemberrevolution" ist ein Radiofeature von Matthias Hennies für den Deutschlandfunk. Hennies zeichnet die Ereignisse des Novembers 1918 nach; er lässt Historiker und Zeitzeugen zu Wort kommen. Im November 1918 ist der Krieg für das Deutsche Reich nicht mehr zu gewinnen. Einen großen Teil der vier Kriegsjahre haben die Schiffe der deutschen Marine tatenlos im Hafen verbracht, nun sollen sie zu einer aussichtslosen Mission auslaufen. Dem verweigern sich die Matrosen, es kommt zur Meuterei. In Kiel, dem Schauplatz des Geschehens, verbünden sich kriegsmüde Bürgerinnen und Bürger, Arbeiterinnen und Arbeiter, sowie Soldaten mit den aufständischen Matrosen. Diese Bewegung bildet den Anfang dessen, was schließlich als Novemberrevolution in die Geschichte eingehen wird – und mit dem Ende der Monarchie und der ersten Demokratie auf deutschem Boden enden wird.

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Februar 1948: Die Kommunisten ergreifen die Macht

vom 24.02.2018 | Till Janzer

Till Janzer analysiert in diesem Radiofeature die Machtübernahme der Kommunistischen Partei in der damaligen Tschechoslowakei im Februar 1948. Er ist sich dabei einig mit dem Historiker Karel Kaplan, dass der Weg zur Machtübernahme ausgesprochen kurz war und dass es erstaunlich ist, auf wie wenig Widerstand die KP stieß. Die Grundlagen für die späteren Entwicklungen lassen sich bereits während des Zweites Weltkrieges verorten: im Londoner Exil unterzeichnet der Ex-Präsident der von Deutschland besetzten Tschechoslowakei, Edvard Beneš, einen Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion. Zudem haben sich in dieser Zeit ein breites Spektrum linker Parteien den Kommunisten angenähert. An der Spitze dieser „Nationalen Front“, einem Zusammenschluss aus fünf linken Parteien, übernimmt Beneš nach seiner Rückkehr aus dem Exil wieder das Präsidentenamt. Till Janzer zeigt, welche wirtschaftlichen, innen- sowie außenpolitischen Ereignisse schließlich dazu führen, dass der Einfluss kommunistischer Hardliner in der Nationalen Front immer größer wird, die schließlich zum Rücktritt von Edvard Beneš führen, welcher den Beginn einer bis 1989 währenden Einparteienherrschaft markiert. Das Feature ist Teil der Reihe „Kapitel aus der Tschechischen Geschichte“ von Radio Praha. Das ganze Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot des Radiobeitrags bei Deutschlandfunk Kultur

Radiofeature

Echte Reibung: "100 Jahre Kommunismus" in Weimar

vom 29.08.2017 | Henry Bernhard

Kommunistische Ikonographie,  mitreißende Musik und futuristischer Aufbruch bieten für Künstler bis heute immer wieder reizvolle Anknüpfungspunkte an die Geschichte des Kommunismus. Auch das Kunstfest Weimar stand in diesem Jahr im Zeichen des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution und fragte: Müssen wir heute noch über die Revolution und vor allem den Kommunismus reden? Wie hat er die Menschen geprägt? Und welche dieser Prägungen wirken bis heute nach? Als „riskant, aber gelungen“ beurteilt Henry Bernhard in seinem Beitrag für Deutschlandfunk Kultur daher die Weimarer Mischung aus internationalen Theater- und Tanzgastspielen, Konzerten, Ausstellungen, Lesungen, Gesprächen und einer Filmreihe. Kunstfest-Chef Christian Holtzhauer, so Bernhards Fazit, habe die richtigen Fragen gestellt und klug die richtigen Projekte gemischt. Somit sei die Gefahr gebannt worden, sich der hehren Grundidee Kommunismus zu widmen und die mörderische Realität mit Millionen Opfern als bloße Fehlentwicklung abzutun.  

Ich schreite erhobenen Hauptes: Bürgerinitiative erinnert an Opfer des Kommunismus, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Ich schreite erhobenen Hauptes

vom 08.07.2017 | Martina Schneibergová

In diesem Beitrag wird die Bürgerinitiative Bez komunistů.cz vorgestellt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, an die Opfer des Kommunismus zu erinnern, vor totalitären Regimen zu warnen und die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Tschechien zu verbessern. Gründer Petr Marek spricht mit Redakteurin Martina Schneibergová über den 27. Juni, der in Tschechien als Tag des Gedenkens an die Opfer des Kommunismus gilt und über die Politikerin und Journalistin Milada Horáková, die als einzige Frau nach einem politischen Prozess hingerichtet wurde. Längst ist sie zum Symbol des Widerstands gegen den Kommunismus geworden.Jedes Jahr erinnert die Initiative an die Widerstandskämpferin und an die anderen Opfer des Kommunismus und startete in diesem Jahr eine Kampagne mit dem Titel „Ich schreite erhobenen Hauptes“ - Worte, die Milada Horáková kurz vor ihrer Hinrichtung schrieb. Zu Beginn der Veranstaltungsreihe wurden auf der Prager Kampa-Insel die Namen von Menschen verlesen, die vom kommunistischen Regime aus politischen Gründen hingerichtet wurden oder in Gefängnissen und Arbeitslagern gestorben sind. Das Verlesen der Namen sei dabei kein neuer, aber ein wichtiger symbolischer Akt, erklärt Petr Marek. "Wir setzen uns dafür ein, dass die Vergangenheit untersucht und aufgearbeitet wird!"Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot Deutschlandfunk-Podcast "Niedergang der italienischen Linken"

Radiofeature

Niedergang der italienischen Linken - Das Ende der Hoffnungen

vom 21.03.2017 | Aureliana Sorrento

Das Feature „Niedergang der italienischen Linken - Das Ende der Hoffnungen“ von Aureliana Sorrento beschäftigt sich mit Italien, das in den 60er- und 70er-Jahren ein Labor linker Kämpfe und linker Theorie war. In Zeitschriften wie Quaderni Rossi und Classe operaia wurde der Marxismus neu gedacht und dem Ist-Zustand der Arbeiterklasse angepasst. Die Fabrikarbeiter probierten neue Streikformen aus und brachten den Klassenkampf auf die Straßen. Das Deutschlandfunk-Feature befasst sich mit der Geschichte der Kommunistischen Partei Italiens (PCI) von der Gründung 1945 bis zur Auflösung 1991 und den heutigen italienischen Linken. Das Feature erschien am 21.03.2017 und kann online nachgehört werden.

Jubelnde Soldaten am 8. November 1918 in München nach der Ausrufung der bayerischen Republik. Gemeinfrei, Wikimedia Commons

Radiofeature

Die Münchner Räterepublik – als Bayern sozialistisch wurde

vom 20.02.2017 | Yvonne Maier

Dieses Radiofeature von Yvonne Maier widmet sich der Münchner Räterepublik, die am 20.02.1917 auf der Theresienwiese ausgerufen wurde. Aus Briefen von Zenzl Mühsam zitierend schildert Maier, wie sich an diesem Tag zehntausende Menschen versammelten, um dem Aufruf zur Revolution von Erhard Auer und Kurt Eisner, den Vorsitzenden der zwei sozialistischen bzw. sozialdemokratischen Parteien, zu folgen. Maier skizziert die Entwicklungen in München und national, die zum Ausbruch der Revolution führten und deren weiteren Verlauf: Ausrufung des Freistaates Bayern, Sturz des Königs von Bayern, Novemberrevolution, Beendigung des Ersten Weltkrieges. Der Historiker Georg Köglmeier schildert die Spontanität, Unübersichtlichkeit und das Tempo des Umsturzes in München. Anschließend erörtert er die Entstehung und Bedeutung der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte. Das Radiofeature erzählt knapp vom weiteren Verlauf der Bewegung bis zum Zeitpunkt der Ausrufung der Räterepublik im April 1919, gefolgt von der kommunistischen Räterepublik. Abschließend richtet die Sendung ihren Fokus auf die Analyse der Zerschlagung der Räterepublik durch rechte Kräfte. Mit diesem Ereignis nahm Münchens Entwicklung zur Hauptstadt der nationalsozialistischen Bewegung ihren Anfang.

Screenshot Deutschlandfunk-Feature "Horchposten 1941 / я слышу войну"

Radiofeature

Horchposten 1941 / я слышу войну

vom 01.01.2017 | Sophie Garke

Der „Horchposten 1941“ bezeichnet sowohl eine interaktive Audioinstallation als auch ein zweiteiliges Hörspiel des Deutschlandfunks. Das deutsch-russische Dialog-Projekt sammelte Dokumente und Tagebucheinträge, die von russischen und deutschen Sprechern vertont wurden. Das Hörspiel erzählt die Geschichte der Stadt St. Petersburg im Zweiten Weltkrieg. Hitler hatte beschlossen, an Leningrad ein Exempel zu statuieren und die Stadt dem Erdboden gleich zu machen. Für Stalin war die Stadt das Tor zu Europa und deshalb strategisch wichtig, aber auch verdächtig. Das Hörspiel schildert die Erfahrungen von Zivilisten und Soldaten, von Opfern und Tätern, Deutschen und Sowjets zwischen den Fronten des Nationalsozialismus und Stalinismus. Das Projekt wird ebenfalls als begehbare Klanginstallation präsentiert, die 2017 etappenweise in Moskau, St. Petersburg, Berlin und Köln zu sehen ist. Hörspiel Horchposten 1941 - Teil 1: Die Blockade Hörspiel Horchposten 1941 - Teil 2: Der Marsch

Screenshot von Website auf Deutschlandfunkkultur.de:  Kommunismus: Das wird es niemals wieder geben. György Dalos im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Interview

Kommunismus: Das wird es niemals wieder geben. György Dalos im Gespräch mit Liane von Billerbeck

vom 07.12.2016 | Liane von Billerbeck, György Dalos

Was blieb vom Kommunismus übrig, nachdem 1991 der Eiserne Vorhang fiel? Nicht viel, sagt der ungarische Schriftsteller und Historiker György Dalos. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe "Mythen und Legenden des Kommunismus" diskutierte er am 7. Dezember 2016 anlässlich des 25. Jahrestags des offiziellen Endes der Sowjetunion am 8. Dezember 1991 mit anderen Historikern im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst. Seiner Ansicht nach hat der Kommunismus ausgedient: Die Idee sei inzwischen ein „reines Historikum“, sagte er vor der Diskussion in einem Interview bei Deutschlandfunk Kultur. Er glaube nicht, dass „es noch einmal gelingt, das Paradies auf Erden, das Versprechen (darauf), mit einer Diktatur zu verbinden“. Die Verknüpfung der Idee der menschlichen Gleichheit mit absolutistischer Staatsmacht sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Das habe er selbst damals nur noch nicht gemerkt. Mit 20 war er ein überzeugter Kommunist. Doch wachsenden Erfahrungen wandte er sich bald ab, „nicht so sehr von der Utopie als dem System“. Was vor allem in der Gesellschaft übrig geblieben ist, sei die Sehnsucht nach Vollbeschäftigung sowie kostenlosem Gesundheits- und Schulwesen. Lesen sie das gesamte Interview hier.

Screenshot der Sendung "Kapitalistischer Kommunismus"

Radiofeature

Kapitalistischer Kommunismus ... und warum das kein Widerspruch ist

vom 08.09.2016 | Astrid Freyeisen

Der Gründer der Volksrepublik China, Mao Zedong, hatte versucht, mit der Errichtung der Planwirtschaft sein Land aus der extremen Armut zu befreien. Da die Wirtschaft weiter stagnierte, führte er den „Großen Sprung nach vorn“ durch, der bis zu 40 Millionen Menschen das Leben kostete. Die Regierung verlangte von den Bauern hohe Ernte-Abgaben, die viele nicht leisten konnten. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, Deng Xiaoping, engagierte sich für eine Erhöhung der Getreide-Produktion, um das Überleben des Volkes sicherzustellen. Der Nachfolger Mao Zedongs leitete landwirtschaftliche Reformen ein, begünstigte aber auch öffentlich den Wohlstand für nur einen Teil des Volkes. Das radioWissen-Feature schildert die schrittweise Öffnung der chinesischen Planwirtschaft hin zu einem neuen Sozialismus mit privaten Unternehmern als Teil der Kommunistischen Partei und fragt nach den Widersprüchen zwischen Ideologie und freier Marktwirtschaft.

Screenshot der Webiste des Radiofeatures

Radiofeature

Deportation und Exil

vom 11.07.2016 | Julia Devlin

Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen im September 1939 beginnt für viele Ostpolen eine jahrelange Odyssee, geprägt von Deportation, Exil und Elend. Dieses Radiofeature erzählt von dem Martyrium, das hunderttausende, wenn nicht sogar über eine Million Polen durchlebt haben. Kurz nach der Besetzung Ostpolens beginnt Stalin mit der Deportation angeblich antisowjetischer Personen. Diesem Personenkreis gehört seiner Ansicht nach ein Großteil der gesellschaftlichen Elite an, also Akademiker, Politiker, Geschäftsleute, Polizisten. Sie werden einschließlich ihrer gesamten Familien in Viehwagons in sowjetische Arbeitslager in Sibirien und Kasachstan deportiert. Dort prägen Hunger, Krankheit und harte körperliche Arbeit das Leben, viele sterben. Im Juni 1941 ändert Stalin seine Polenpolitik. Nachdem Hitler die Sowjetunion angreift, braucht Stalin Unterstützung im Kampf gegen die Wehrmacht. Mit der polnischen Exilregierung vereinbart er die Gründung einer neuen polnischen Armee sowie die Freilassung von deportierten Polen. Die Freigelassenen strömen in Transitlager, die mit der Versorgung der vielen Menschen, die meist in miserablem Zustand ankommen, völlig überfordert sind. 1942 werden die polnischen Zivilisten und Soldaten in den Iran verlegt; auf der Überfahrt sterben wieder etliche. Während die Männer von ihrem neuen Lager aus in den Krieg ziehen, emigrieren viele Frauen mit ihren Kindern und älteren Familienmitgliedern, viele davon in damalige britische Gebiete zum Beispiel in Afrika und Indien, aber auch nach England. 1945 wird Polen der Sowjetunion zugesprochen und die Hoffnung der Exil-Polen auf eine sichere Heimkehr in die alte Heimat wird zerschlagen. Das gesamte Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot von Deutschlandfunk.de

Radiofeature

Vor 100 Jahren in Moskau. Gründung der Kommunistischen Internationalen

vom 02.03.2019 | Jochen Stöckmann

Das Radiofeature „Vor 100 Jahren in Moskau. Gründung der Kommunistischen Internationalen“ von Deutschlandfunk beschäftigt sich mit den Anfängen der Komintern 1919. Die Komintern wurde auf Initiative Lenins nach der Oktoberrevolution gegründet und bildete den internationalen Zusammenschluss von kommunistischen Parteien. Dominiert wurde die Komintern vor allem von der kommunistischen Partei der Sowjetunion, die dadurch das Ziel verfolgte, die anderen kommunistischen Parteien weltweit beeinflussen zu können. Im Jahr 1943 wurde die Kommunistische Internationale schließlich unter Josef Stalin aufgelöst. Das Radiofeature zeichnet die Beweggründe Lenins für die Gründung der Kommunistischen Internationalen nach und beschreibt, wie sich die Situation im Jahr 1918/1919 für die Bolschewisten darstellte. Zusätzlich nimmt das Radiofeature Bezug auf die Beziehung zwischen der KPD und der Komintern und diskutiert die Rolle der deutschen Mitglieder in der internationalen Organisation.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Zucker, Marmor und Revolution

vom 12.01.2019 | Strahinja Bućan

Das Radiofeature „Zucker, Marmor und Revolution“ von Strahinja Bućan für Radio Praha liefert einen Rückblick auf die kubanische Revolution vor 60 Jahren und analysiert die enge Beziehung zwischen Kuba und dem Gebiet des heutigen Tschechien seit dem 19. Jahrhundert. Zwar wurde Kuba offiziell 1902 unabhängig, aber dennoch bestimmten hauptsächlich die USA über das Land. Ab den 1920er-Jahren entstanden zwischen beiden Staaten enge diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen. Nach 1938 wanderten viele tschechoslowakische Juden nach Kuba aus. Ab 1948 wurden die politischen Differenzen zwischen beiden Staaten immer größer. Auf der einen Seite stand das kapitalistische Kuba und auf der anderen die sozialistische ČSSR. 1959 übernahm Fidel Castro, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Kubas, die Macht. Er war die treibende Kraft hinter der kubanischen Revolution 1959 und führte die „Bewegung des 26. Juli (M-26-7)“, die die Revolution vorantrieb. Diese führte zum Sturz von Diktator Batista. In Folge dessen kam es unter Castro wie einige Jahre zuvor in der ČSSR zur Errichtung einer kommunistischen Diktatur. Aus der „Bewegung des 26. Juli“ ging 1965 die KP Kubas hervor.

Screenshot von deutschlandfunk.de

Radiofeature

Juden im sozialistischen Polen: "Von Religion total abgeschnitten"

vom 19.09.2018 | Markus Dichmann und David Kowalksi

Der Radiobeitrag von Markus Dichmann und David Kowalksi widmet sich der Frage jüdischer Identität im sozialistischen Polen. Hauptteil des Beitrags sind die persönlichen Eindrücke von Danka und Henri Kowalski sowie Jan Gross. Sie stammen aus jüdischen Familien in Warschau und waren Mitglieder des "Klubs der Widerspruchssuchenden", eines Lesekreises, in dem vom Regime verbotene Literatur gelesen wurde. Während ihres Aufwachsens spielt ihre Religion keinerlei Rolle, wie für so viele Polinnen und Polen aus jüdischen Familien: geprägt von sozialistischer Ideologie, zählt das Klassenbewusstsein, nicht die Religion. Dies ändert sich im Zuge der studentischen Proteste im Jahr 1968. Nachdem die friedlichen Demonstrationen von Polizisten gewaltsam niedergeschlagen wird, lautete die offizielle Deutung der Ereignisse schon bald, dass die Demonstranten von zionistischen Studierenden angestachelt worden seien. Dies bildet den Beginn dessen, was heute als "Antisemitische Kampagne" bezeichnet wird: eine öffentliche Diskreditierung jüdischer Polinnen und Polen, die in großen Zahlen das Land verlassen – so auch die drei hier im Beitrag vorgestellten. Im Radiofeature berichten das Ehepaar Kowalski und Jan Gross, welche Auswirkungen die Ereignisse auf ihre religiöse Identität hatten. 

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Letzte Ruhe für Stalins tschechischen Gesandten

vom 24.02.2018 | Martina Schneibergova

Das Radiofeature von Martina Schneibergova widmet sich der Gedenkstätte auf dem Prager Vitkov-Hügel. Hier wurde der Leichnam Klement Gottwalds aufbewahrt. Gottwald war Staatsoberhaupt der damaligen Tschechoslowakei vom kommunistischen Umsturz 1948 bis zum seinem Tod 1953. Die Jahre seiner Regierung gelten als die repressivste Epoche kommunistischer Herrschaft. Heute erinnert eine Dauerausstellung in dem ehemaligen Mausoleum an die grausamen 1950er-Jahre. Der Kurator der Dauerausstellung, Marek Junek, berichtet von der Geschichte des Gebäudes und davon, wie die Ausstattung des damaligen Mausoleums mit in die Ausstellung einbezogen wird: So werden den Besucherinnen und Besuchern die unterirdischen Räumlichkeiten zugänglich gemacht, in denen der Leichnam Gottwalds balsamiert wurde. Dieser war damals nur den zuständigen Ärzten zugänglich und blieb die meiste Zeit versiegelt. Martina Schneibergova besucht für den Beitrag die Gedenkstätte und lässt Zuhörerinnen und Zuhörer direkt an ihren Eindrücken vom Besuch des bedrückenden Ortes teilhaben. Den gesamten Beitrag können Sie hier nachhören.

Radiofeature: Abschied von einer Illusion: Was bleibt vom Kommunismus?, Screenshot von der Website der Audiothek Deutschlandradio

Radiofeature

Abschied von einer Illusion

vom 25.08.2017 | Andreas Beckmann

Der Abschied vom Kommunismus bedeutet bis heute auch das Überwinden einer Illusion: Schließlich galt es nicht nur, Abschied von einer politischen Bewegung, einer Staatsform oder auch Utopie zu nehmen, die zu ihrer Zeit in einem Großteil der Welt schon manifestierte Gestalt angenommen hatte. Es war auch das Überwinden einer Illusion in ideologischer und philosophischer Hinsicht, denn der Kommunismus war gewissermaßen auch das Versprechen der wissenschaftliche Lehre einer modernen Welt und ihrer Befreiung, das vor allem dem Proletariat galt. In diesem Beitrag beleuchten Zeithistoriker wie Thomas Lindenberger vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, das der Frage "Nach dem Ende der Illusion" aktuell eine eigene Veranstaltungs- und Vortragsreihe widmet, Sandrine Kott von der Universität Genf oder auch Jürgen Kocka von der Freien Universität Berlin das schwierige Verhältnis von Kommunismus und Sozialstaat, beleuchten die Frage danach, was der heutigen Welt vom Kommunismus geblieben ist und suchen zudem nach Antworten für die Zukunft. Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Letzte Adresse: Gedenktafeln an Häusern erinnern an Opfer des Kommunismus

vom 27.06.2017 | Martina Schneibergová

Das Radiofeature von Martina Schneibergová stellt die Umsetzung des Projekts „Die letzte Adresse“ in Tschechien vor. „Die letzte Adresse“ ist eine russische Initiative, die seit 2014 an die Opfer des sowjetischen Regimes erinnert. Hierzu werden am letzten Ort, an dem die Opfer vor ihrer Verhaftung wohnten, Plaketten angebracht, die über Namen, Profession, Geburts-, Verhaftungs- und Sterbedatum des Opfers informieren. Seit dem 27. Juli 2017 – dem tschechischen Gedenktag der Opfer des kommunistischen Regimes – finden sich auch in Prag solche Gedenktafeln. Ziel des Projektes ist es nicht, eine statistisch belastbare Zahl von Opfern darzustellen, sondern durch den Zugang über den Wohnsitz und die Präsenz in Stadtbild und Alltag einen persönlichen Zugang zum Thema zu ermöglichen. Mit dem Anspruch des persönlichen Zugangs fiel auch die Entscheidung der Initiatorinnen, die Tafeln auf die Opfer des kommunistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei zu beschränken, anstatt sie auf die Opfer des sowjetischen Regimes auszuweiten. Das Projekt wird von dem Institut für das Studium totalitärer Regime, der Organisation Gulag.cz, dem Verein der politischen Gefangenen und der Prager Zweigstelle der russischen NGO Memorial unterstützt. 

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Praktisch und bescheiden: Mode im Kommunismus

vom 18.03.2017 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková beschäftigt sich mit dem staatlichen Einfluss auf die Entwicklung der Mode in der damaligen Tschechoslowakei. Hierzu kommt in dem Beitrag vor allem die Bekleidungshistorikerin Konstantina Hlaváčková vom Prager Museum für Kunstgewerbe zu Wort. Sie spricht darüber, wie Mode nie als eigenständiges Phänomen zu betrachten ist, sondern stets aus einer spezifischen gesellschaftlichen und historischen Situation heraus entsteht. In Bezug auf die Tschechoslowakei stellt Hlaváčková heraus, wie die Kommunistische Partei seit ihrer Machtübernahme im Jahr 1948 eine schnelle Umwandlung des traditionellen Lebensstils anstrebte. Eine solche schnelle Umwandlung macht es nötig, in alle Lebensbereiche ideologisch hinein zu  wirken – auch und gerade in solch alltägliche wie Bekleidung. Das Radiofeature gibt den Zuhörenden einen Überblick darüber, wie Mode als ein Mechanismus zur Schaffung einer sozialistischen Gesellschaft instrumentalisiert wurde. 

  Der Beitrag „Wir brauchen euer Grundstück!" – die letzte Enteignung vor der Wende, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

„Wir brauchen euer Grundstück!“ – die letzte Enteignung vor der Wende

vom 14.01.2017 | Jakub Šiška

Mit der Charta 77 entstand im Jahr 1977 eine Bürgerrechtsbewegung, die den kommunistischen Staat zur Einhaltung der Bürger- und Menschenrechte aufforderte. Obwohl das Dokument bis zur politischen Wende von rund 1800 Menschen unterschrieben wurde, kam es zu staatlichen Verfolgungen und fast alle Bürger mussten bis zum letzten Moment Repressionen durch das Regime ertragen. Dieser Radiobeitrag erläutert am Beispiel von Sylvia und Jaroslav Chňapko, einer Familie, die einfach nur selbständig-alternativ auf dem Land leben wollte, welche Methoden der kommunistische Staatsapparat gegen unliebsame Bürger nutzte. Ständige Polizeikontrollen, Geldstrafen, Schikanen und Enteignungen - Wer sich einmal dem Regime entgegenstellte, der hatte für immer Probleme. So traf es auch Sylvia und Jaroslav Chňapko: Sie erlebten Polizeischikanen, Versuche, die Familie durch hohe Geldstrafen in den Ruin zu treiben und die erzwungene Auflösung ihrer Landkommune - bis die Samtene Revolution sie wie durch ein kleines Wunder vor dem Aus ihrer Existenz bewahrte. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot Deutschlandfunk-Feature "25 Jahre Ende der Sowjetunion"

Radiofeature

25 Jahre Ende der Sowjetunion. Zwischen Trauer und Erleichterung

vom 25.12.2016 | Gesine Dornblüth

Der Zerfall der Sowjetunion war ein mehrjähriger Prozess, der von Unabhängigkeitserklärungen der ehemaligen Ostblockstaaten begleitet wurde und am 8. Dezember 1991 in der Unterzeichnung des Vertrags von Minsk durch die Präsidenten Russlands, Weißrusslands und der Ukraine gipfelte, wodurch die Auflösung der Sowjetunion offiziell beschlossen wurde. Von höchster Symbolkraft war das Einholen der sowjetischen Flagge mit Hammer und Sichel am 25. Dezember 1991 über dem Kreml, die durch die russische Trikolore ersetzt wurde. Das Deutschlandfunk-Feature lässt ehemalige Bürger der Sowjetunion ihre Erinnerungen an das Ende der Sowjetunion mit den Hörern teilen. Eine kirgisische Schäferin, ein georgischer Künstler und eine russische Architektin schildern ihre Hoffnungen, Ängste und Erlebnisse in dieser Zeit des Umbruchs. Hören Sie das Feature hier nach

Sendereihe Essay und Diskurs auf Deutschlandfunk

Radiofeature

RE: Das Kapital

vom 13.11.2016 | bis zum 02.04.2017 | Mathias Greffrath

Anlässlich des 150. Jahrestages der Veröffentlichung von Karl Marx Werk "Das Kapital" im Jahr 2017 versammelt der Kurator Mathias Greffrath in der neunteiligen Sendereihe bedeutende Persönlichkeiten aus Ökonomie, Politik und Wissenschaft. Sie alle Fragen nach der aktuellen Bedeutung der marxistischen Theorie. Der erste Teil beschäftigt sich mit marxschen Kategorien, im zweiten Teil diskutiert der Soziologe Wolfgang Streeck das Verhältnis von Gewalt und Kapitalismus und im dritten Teil analysiert der Philosoph Michael Quante den Begriff der Entfremdung. Der britische Fernsehjournalist Paul Mason und die Politikerin Sahra Wagenknecht diskutieren Ende und Niedergang des Kapitalismus, bevor Robert Misik sich mit Kooperation als Erfolgskonzept beschäftigt. Der Ökonom Hans-Werner Sinn erklärt inwieweit Marx  Krisenanalyse heute immernoch hilfreich für das Verständnis von wirtschaftlichen Rezessionen ist. Im vorletzten Teil der Reihe geht es dem Sozialtheoretiker David W. Harvey um die Bewegungsformen des Kapitals. Zum Abschluss der Reihe fragt der Politikwissenschaftler John Holloway nach Alternativen zum Kapitalismus. Die Beiträge der Sendereihe sind im März 2017 in einer gleichnamigen Essaysammlung im Antje Kunstmann Verlag erschienen. Links zu den einzelnen Sendungen zum Nachhören und ausführliche Sendemanuskripte finden sie in der rechten Spalte.  RE: Das Kapital (1/9): Aktuelle Brisanz der Marxschen KategorieRE: Das Kapital (2/9): Das Verhältnis von Kapitalismus und GewaltRE: Das Kapital (3/9): Entfremdung im KapitalismusRE: Das Kapital (4/9): Der Niedergang des KapitalismusRE: Das Kapital (5/9): Sahra Wagenknecht über das Ende des KapitalismusRE: Das Kapital (6/9): Kooperation als Quelle des ReichtumsRE: Das Kapital (7/9): Was uns Marx heute noch zu sagen hatRE: Das Kapital (8/9): Wert und Anti-Wert - Krisen sind immer überall möglichRE: Das Kapital (9/9): Ganz am Anfang beginnen

Screenshot der Website der Sendung "radioWissen"

Interview

Chinas Ökonomie und die Welt

vom 08.09.2016 | Thies Marsen

In dieser Folge der Sendung "radioWissen" spricht Thies Marsen mit der Sinologin Doris Fischer von der Universität Würzburg über Chinas Wirtschaft und über die Sicht des Westens auf diese. Fischer erklärt, wie es seit den Wirtschaftsreformen Deng Xiaopings in den 1980er-und 1990er-Jahren immer wieder zu politischen Schwankungen kommt. Diese sind bedingt durch die Schwierigkeit, wirtschaftliche Liberalisierung und politische Kontrolle, die im sozialistischen China weiterhin herrscht, zu verbinden. Auch legt die Sinologin dar, warum China als Wirtschaftsmacht für viele im Westen so bedrohlich wirkt. Erstens sei schwer zu begreifen, wie ein autokratisch organisiertes Land wirtschaftlich so erfolgreich sein könne. Zweitens falle es vielen schwer, sich zu der riesigen geografischen Ausdehnung Chinas zu verhalten und zu verstehen, dass ein Problem in einer Region nicht gleich zum wirtschaftlichen Zusammenbruch des gesamten Landes führen muss. Drittens wirke es auf viele bedrohlich, dass China beispielsweise demnächst die Weltmarktpreise beeinflussen könnte, wenn es seinen wirtschaftlichen Erfolg fortsetzt. Doris Fischer erzählt auch Anekdoten aus dem chinesischen Alltag in den 1980er-Jahren. Damals studierte Fischer in China und musste beispielsweise sechs Stunden vor einem Telefonat nach Deutschland zu einem Postamt fahren und den Anruf anmelden. Das komplette Gespräch können Sie sich hier anhören.

Screenshot der Sendungsseite zum Feature "Unternehmen Barbarossa - Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion"

Radiofeature

Unternehmen Barbarossa

vom 11.07.2016 | Rainer Volk

Am 22. Juni 1941 fällt die Wehrmacht in der Sowjetunion ein. Eine Kriegserklärung gibt es nicht, doch geplant hat Hitler diesen Angriff gegen seinen bis dahin Verbündeten, Josef Stalin, schon lange. Der Deckname des Feldzuges, "Unternehmen Barbarossa", spielt auf die Kreuzzugs-Idee des Mittelalters an und zeigt den ideologischen Herrschaftsanspruch der Nationalsozialisten gegenüber Osteuropa. Dieses Radiofeature erzählt von den grausamen Geschehnissen an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg. Dabei kommen Historiker zu Wort und Briefe von der Front geben einen Eindruck über die Wahrnehmung der Lage durch die deutschen Soldaten. Der Überraschungseffekt des deutschen Angriffs sowie die mangelnde Kampferfahrung der Roten Armee bescheren der Wehrmacht zunächst Erfolge und versetzen die Soldaten in einen regelrechten Siegesrausch. Doch schon bald werden die Meldungen von der Front neutraler, die Deutschen stecken Niederlagen ein und sind auf den heftigen Winter nicht genügend vorbereitet. Trotzdem zieht sich der Krieg im Osten noch Jahre hin. In dieser Zeit misshandeln SS-Einsatztruppen und Wehrmachtsangehörige Kriegsgefangene und Zivilbevölkerung. Millionen Gefangene sterben in den deutschen Lagern unter brutalen Bedingungen, im belagerten Leningrad sterben Hunderttausende den Hungertod. Das gesamte Radiofeature können Sie hier hören.

Cover: Sechs Tage im April. Erich Mühsams Räterepublik

Hörbuch

Sechs Tage im April. Erich Mühsams Räterepublik

vom 20.02.2019 | Markus Liske

Markus Liskes Hörspiel „Sechs Tage im April“ handelt vom Leben und Wirken des Dichters und Aktivisten Erich Mühsam. Liske setzt Texte, Tagebuchauszüge und Briefe Mühsams zu einer Art Collage zusammen und kommentiert diese. Das Ergebnis ist eine Erzählung, die Zuhörerinnen und Zuhörern einen tiefen Einblick in die Person Erich Mühsam und dessen Zeit erlaubt. Erich Mühsam wird 1878 in Berlin geboren und wächst in Lübeck auf. Ab 1909 lebt er in München. Im Zuge der Novemberrevolution 1918/19 ist er eine entscheidende Figur in der Ausrufung der bayerischen Räterepublik. Bei einem Putschversuch der republikanischen Schutztruppe wird er festgenommen und zu Festungshaft verurteilt; er verbringt die folgenden fünf Jahre in Haft. Während der Weimarer Republik engagierte er sich in der Roten Hilfe für politische Gefangene. 1933 wird er nach dem Reichstagsbrand verhaftet und 16 Monate später im Konzentrationslager Oranienburg ermordet. Markus Liskes Hörspiel dokumentiert eindrücklich das lebenslange Ringen Erich Mühsams um eine freie und solidarische Gesellschaftsordnung.

Screenshot: der Beitrag auf deutschlandfunk.de

Radiofeature

100 Jahre Acht-Stunden Tag. Der lange Kampf um faire Arbeitszeiten

vom 30.12.2018 | Gerhard Schröder

"100 Jahre Acht-Stunden Tag. Der lange Kampf um faire Arbeitszeiten" ist ein Radiofeature von Gerhard Schröder für den Deutschlandfunk in der Reihe "Geschichte Aktuell". Beginnend im November 1918, zeichnet der Beitrag nach, wie die Situation in Deutschland nach Ende des Ersten Weltkrieges, und vor allem die Novemberrevolution, den Weg zur Einführung des Acht-Stunden-Tages ebnet. Die Arbeitsbedingungen im späten 19. Und frühen 20. Jahrhundert sind katastrophal. Neben niedrigen Löhnen und mangelndem Arbeitsschutz sind außerdem die Arbeitszeiten unvorstellbar lang: 14- bis 16-Stunden Tage waren üblich. Unter Mitwirkung von Karl Marx und Friedrich Engels fordert die Internationale Arbeiter Assoziation bereits 1866 den Acht-Stunden-Tag. Bis auf einige wenige Ausnahmen bleiben die Forderungen jedoch lange ungehört, die Machtverhältnisse unverändert. Dies ändert sich schlagartig, als die Novemberrevolution in Deutschland, stark beeinflusst von den Ideen der Russischen Revolution im Jahr zuvor, unter Arbeitgebern die Sorge weckt, dass auch sie den revolutionären Bewegungen zum Opfer fallen würden. Ein zuvor undenkbares Verhandeln mit Gewerkschaften und Eingehen auf deren Forderungen schien den Arbeitgebern als einzige Möglichkeit, den radikaleren kommunistischen Strömungen innerhalb der revolutionären Bewegung etwas entgegen zu setzen. Am 1. Januar 1919 wurde der Acht-Stunden-Tag gesetzlich eingeführt. In den folgenden Jahrzehnten kommen weitere Verkürzungen der Arbeitszeit hinzu: nach Einführung der Fünf-Tage-Woche die schrittweise weitere Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit. Das Feature zeichnet die Debatten um diese Entwicklung nach und lässt Historiker, Arbeitnehmer und Gewerkschaftler zum Thema zu Wort kommen. Der Beitrag kann hier nachgehört werden. 

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Moskauer Protokoll: Kapitulation der Reformer

vom 27.08.2018 | Till Janzer

Das Radiofeature von Till Janzer widmet sich den sogenannten Moskauer Protokollen. Unter diesem Begriff versteht man die Vereinbarungen, die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings zwischen dem tschechoslowakischen Parteivorsitzenden Alexander Dubček und der sowjetischen Regierung geschlossen werden. Am 21. August 1968 schlagen Truppen des Warschauer Paktes die als „Prager Frühling“ bezeichneten Reformbewegungen nieder, die einen „Kommunismus mit menschlichem Antlitz“ zum Ziel hatten. Alexander Dubček und weitere Reformpolitiker werden nach Moskau verschleppt und zu Verhandlungen gezwungen. Deren Ergebnis ist das sogenannte Moskauer Protokoll, welches die langfristige Anwesenheit sowjetischer Truppen in der Tschechoslowakei, eine Abkehr vom Reformkurs  und die Entlassung reformwilliger Politiker festlegt. Der Historiker Oldřich Tůma von der der tschechischen Akademie der Wissenschaften kommt in dem Feature zu Wort und bereichert dieses mit seinem Fachwissen zu den Ereignissen des Jahres 1968. Den ganzen Beitrag können Sie hier nachhören.

Screenshot des Radiofeatures

Radiofeature

100 Jahre Oktoberrevolution - und keine Aufarbeitung

vom 05.11.2017

In diesem Radiofeature des Inforadios spricht Martin Demmler mit Sabine Stöhr, der ARD-Korrespondentin im Hörfunk-Studio Moskau, über die Frage, was geblieben ist im heutigen Russland von der Oktoberrevolution 1917 und wie die Regierung unter Wladimir Putin sich dazu positioniert. Die revolutionären Umwälzungen des Jahres 1917 veränderten für Millionen Menschen das Leben grundlegend: Die seit hunderten von Jahren herrschende Zarenfamilie wurde ermordet, die Bolschewiki übernahmen die Macht und griffen in die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen ein. Nur mit Gewalt ließen sich ihre Überzeugungen durchsetzen und Gewalt beherrschte den der Revolution folgenden Russischen Bürgerkrieg. Die heutige Führung Russlands tue sich laut Sabine Stöhr schwer, mit der Erinnerung an die Oktoberrevolution umzugehen, auch weil die russische Gesellschaft selbst in dieser Frage gespalten ist. Während Wladimir Putin jegliche Revolutionen verurteilte, werden doch die „Errungenschaften“ der Oktoberrevolution gepriesen, wie etwa der Sieg über die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg und die technologischen Errungenschaften im Kalten Krieg. So herrsche derzeit zum 100. Jahrestag der Russischen Revolution im heutigen Russland hauptsächlich eines: Schweigen. Das Feature können Sie in der Mediathek des Inforadios online nachhören.

Radiofeature: Sommer 1968: Martina Schneibergová erinnert sich, Screenshot von der Website des Radio Praha

Radiofeature

Sommer 1968: Martina Schneibergová erinnert sich

vom 21.08.2017 | Strahinja Bućan

Martina Schneibergová, selbst Redakteurin bei Radio Prag, erlebte im Alter von 11 Jahren die Ereignisse des Jahres 1968 mit. Was als Jahr des Aufbruchs und der Erneuerung begann, endete in einer gewaltsamen Niederschlagung. Nicht in Prag, sondern in Sušice im Böhmerwald hat Martina Schneibergová diese Zeit miterlebt und erzählt in dieser Aufnahme, wie sie gerade mit ihrer Tante vom Preiselbeeren sammeln kam, als plötzlich kein Bus mehr fuhr. Sie berichtet von einer Nachbarin, die den beiden entgegen kam und "Die Russen sind da, die Russen sind da!" rief. Kurz darauf sahen sie die ersten Panzer. Doch die kleine Böhmerwaldgemeinde leistete ihren eigenen Widerstand und so erzählt Martina Schneibergová wie die Gemeindemitglieder in der Hoffnung, dass sich die Russen verfahren würden, die Straßenschilder umdrehten und schildert, wie selbst die Kinder ihre Abneigung gegen die Besatzer zeigten: Sie steckten ihnen die Zunge heraus. Sie geht auf die weiteren Auswirkungen ein, die das Jahr mit sich brachte, erklärt wie diese Zeit ihre Jugend und ihr Erwachsenwerden geprägt haben und berichtet, was für sie persönlich davon heute noch geblieben ist. Das Radiofeature können Sie hier nachhören. 

Screenshot Weltzeit-Podcast "Stalins Kult und Lenins Grab"

Radiofeature

Stalins Kult und Lenins Grab. Wie Russland seine eigene Vergangenheit schönfärbt

vom 09.05.2017 | Boris Schumatsky

100 Jahre nach der Revolution wird der Diktator Josef Stalin in Russland wieder wie ein Held verehrt. Das Feature „Stalins Kult und Lenins Grab“ des Radiosenders Deutschlandfunk Kultur beschäftigt sich mit dem aktuellen „Erinnerungskrieg“ zwischen dem russischen Staatsfernsehen, den Mitgliedern der „Nationalen Befreiungsbewegung“ und Initiativen wie der Menschenrechtsorganisation Memorial . Die Errichtung neuer Denkmäler für den einstigen Generalsekretär zeugt von einer Wiederbelebung des Stalinkults in der russischen Gesellschaft. Zentral dabei ist die Volksnähe des Diktators, der als selbstloser Staatsmann mit abgetragenen Stiefeln und einem geflickten Mantel porträtiert wird. Das Feature befasst sich auch mit den Kritikern des neuen Personenkultes, die eine kritische Aufarbeitung fordern, sowie mit den staatlichen und gesellschaftlichen Repressionen, die sie derzeit erfahren. Thematisiert wird ebenfalls der oft gezogene Vergleich zwischen Josef Stalin und Wladimir Putin und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Personenkulte. Hören Sie das Feature hier nach

Screenshot der Website Themenportal Russland 1917, http://www.deutschlandradiokultur.de/russland-1917.2933.de.html

Radiofeature

Themenportal Russland 1917

vom 08.03.2017 | Onlinedossier von Deutschlandradio Kultur

Am 8. März 2017 jährte sich nach gregorianischer Zeitrechnung die Februarrevolution, das heißt die Proteste an deren Ende die Absetzung des Zaren stand. Der Radiosender Deutschlandradio Kultur widmete dem Centennial an diesem Tag einen Themenschwerpunkt. Die zehn Sendungen können noch auf der Webseite des Thementages nachgehört werden. Sie zeigen den Verlauf und das frühe Scheitern der Revolution, die Rolle der Frau und die heutige Rezeption der Ereignisse in Kunst, Kultur und Pop. Die Beiträge nehmen, da am internationalen Frauentag gesendet, oftmals eine feministische Position ein und Fragen nach der Bedeutung von Geschlechterrollen. Andere Beiträge widmen sich Zukunftserwartungen während des Umsturzes. Vermehrt werden auch geschichtspolitische Kontroversen im heutigen Russland Putins dargestellt und nach der zeitgenössischen Erinnerung an die Petrograder Ereignisse gefragt.

Von den Bürgerrechten zur Samtenen Revolution – Charta 77, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Von den Bürgerrechten zur Samtenen Revolution – Charta 77

vom 07.01.2017 | Till Janzer

Bereits 1976 schlossen sich Künstler und Intellektuelle, Arbeiter, Priester, Exkommunisten, ehemalige Mitarbeiter des Geheimdienstes und andere Tschechoslowaken zusammen, um auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen, die im Widerspruch zu der vom tschechoslowakischen Außenminister unterschriebenen Schlussakte von Helsinki standen. Die Charta 77 machte auf Missstände aufmerksam, dokumentierte sie und bot Lösungsvorschläge an. Ziel dieser Bewegung war der Dialog mit Politikern und Staatsvertretern. Die verfassten Dokumente äußerten sich zu verschiedenen gesellschaftlichen Problemen und forderten Amnestie für politische Gefangene. Hauptsächliche Verfasser und erste Sprecher waren der Dramatiker Václav Havel, der Philosoph Jan Patočka und der ehemalige Außenminister Jiří Hájek.Das Radiofeature arbeitet den Verlauf der Bürgerrechtsbewegung auf, die als die "Keimzelle der späteren Samtenen Revolution" gilt. Es bespricht die Vorgeschichte, deren unmittelbarer Auslöser die Repressionen des Regimes gegenüber der Band "Plastic People of the Universe" waren, thematisiert die Verbreitung sowie die Folgen der Verbreitung der Charta 77 im Ausland, die Reaktionen des Staates und untersucht letztlich die Auswirkungen auf die Einzelschicksale einiger Chartisten. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot der ARD Mediathek mit dem radioWissen-Feature "Die Mao-Bibel"

Radiofeature

Die Mao-Bibel - Kleines Buch mit großer Wirkung

vom 12.12.2016 | Ulrich Chaussy

Es ist nur 80 Millimeter breit und 105 Millimeter lang und hat doch eine gewaltige Wirkung: Das kleine rote Buch Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung, auch bekannt als die Mao-Bibel. In den 1960er-Jahren millionenfach gedruckt, wird es in China während der Kulturrevolution zum Instrument der totalitären Kontrolle des kultisch verehrten Parteiführers Mao Zedong. Zuvor ist der "Große Sprung nach vorn", eine von Maos politischen Kampagnen, die China zu einer industriellen Großmacht machen soll, kläglich gescheitert und hat zu einer großen Hungersnot geführt. Aus den höheren Rängen der Kommunistischen Partei wird Kritik an Mao laut, seine ohnehin schon bröckelnde Macht wird weiter geschwächt. Die Kritiker lässt Mao beseitigen und setzt für die Durchführung seiner Kulturrevolution auf die jungen Roten Garden, einen ihm ergebenen Trupp von Studenten und Schülern. Das kleine rote Buch, das Zitate Maos beinhaltet und das die Roten Garden bei Versammlungen in die Höhe strecken, symbolisiert Loyalität zum Parteiführer. Von jedem Chinesen wird erwartet, die Mao-Bibel stets bei sich zu tragen und daraus zitieren zu können. Auch in der europäischen Studentenbewegung von 1968 verbreitet sich das kleine rote Buch. Mit den Erinnerungen eines im China der Kulturevolution aufgewachsenen Publizisten und eines ehemaligen westdeutschen Maoisten beleuchtet dieses Radiofeature beide Perspektiven. Zu hören ist das radioWissen-Feature hier.

Bedřich Geminder – der Kommunist, der sein Leben am Galgen opferte, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Bedřich Geminder – der Kommunist, der sein Leben am Galgen opferte

vom 12.11.2016 | Jakub Šiška

In vielen Staaten schickten die kommunistischen Regime nicht nur ihre Gegner vor Gericht, sondern auch ihre eigenen Leute. Zu diesen Fällen gehört auch der von Bedřich – ursprünglich Friedrich – Geminder. Er gehörte zu den elf kommunistischen Funktionären, die 1952 in Prag in einem Schauprozess zum Tode verurteilt wurden, obwohl er eigentlich für die kommunistische Partei lebte. Das Radiofeature erzählt von seiner Kindheit und davon, wie Geminder als junger Mann nach dem Ersten Weltkrieg seine Identität zunächst in jüdischen Organisationen suchte. Als er sich in einem jüdischen Wanderverein engagierte, lernte er Rudolf Slánský kennen, mit dem er später gemeinsam angeklagt wurde. Geminder wurde zweimal seines Heimatlandes verwiesen, arbeitete daraufhin in Moskau im Apparat der Komintern, wo die Leitung der Presseabteilung zu seinen Hauptaufgaben gehörte. Zu Rudolf Slánský hatte er weiterhin eine gute Beziehung, wohnte sogar im Haus der Familie. Mit fatalen Folgen: Am 24. November 1951 wurden dort beide festgenommen und wegen Hochverrats angeklagt. Der „Spiegel“ veröffentlichte später, 1956, ein Protokoll der Verhandlung, das die Absurdität des Prozesses verdeutlichte. Doch Bedřich Geminder versuchte nicht, sich vor Gericht zu verteidigen. Die Partei forderte von ihm die Selbstaufopferung und als ergebener Kommunist spielte er mit. Am 3. Dezember 1952 starb er wie seine zehn Mitgenossen am Galgen. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Fidel Castro - Revolutionsikone und Máximo Lider"

Radiofeature

Fidel Castro - Revolutionsikone und Máximo Lider

vom 08.08.2016 | Gabriele Knetsch

Als Kommandeur und treibende Kraft der kubanischen Revolution ist Fidel Castro Ruz Mythos, politisches Phänomen und anachronistisches Fossil zugleich. Knapp 50 Jahre beherrschte er die grüne Karibikinsel und wurde für seine Verdienste, die Alphabetisierung des Landes, den Ausbau des Gesundheitssystems und den unbändigen Willen zur Selbstbestimmung Kubas gegenüber der USA von den einen geliebt und verehrt, von den anderen aufgrund der Errichtung einer Diktatur nach sowjetischem Muster gehasst.Autorin Gabriele Knetsch erläutert in diesem Feature den Werdegang des Mannes ohne dessen Willen das 20. Jahrhundert gewiss anders verlaufen wäre: Vom jungen Fidel, der schon früh an der Welt interessiert und ungewöhnlich durchsetzungsfähig war, hin zu dem Mann, den die Welt vornehmlich in olivgrüner Uniform kannte, beschreibt sie Castros Weg vom rebellischen Intellektuellen zum "Máximo Lider". Erzählt wird vom Sturz des Diktators Fulgencio Batista im Jahr 1959, von der "Invasion in der Schweinebucht" 1961 und der Kubakrise im Oktober 1962, mit der der Kalte Krieg eine neue Dimension erreichte. Charakterisiert wird dabei ein Mann der Kuba ähnlich wie ein Großgrundbesitzer regierte. Castro kannte die Zuckerernte des Landes auf's Gramm genau, er musste alles kontrollieren, konnte nicht verlieren und duldete keinen Wiederspruch.Hier können Sie das Feature über den "Máximo Lider" nachhören.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Parlamentswahlen 1946 – Abstimmung auf dem Weg zum Kommunismus

vom 28.05.2016 | Jakub Šiška

Am 22. Mai 1946 fanden in der Tschechoslowakei die ersten Parlamentswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Das Radiofeature von Jakub Šiška zeichnet die wesentlichen Ergebnisse dieser Wahl nach und liefert Erklärungen für das Zustandekommen des Wahlergebnisses. Im Gegensatz zu den Wahlen während der Zwischenkriegszeit, bei denen teilweise über 30 Parteien um die Wählerstimmen konkurrierten, waren bei den Wahlen 1946 lediglich vier Parteien jeweils sowohl für den tschechischen Landesteil als auch für den slowakischen Landesteil am Wahlkampf beteiligt. Für den tschechischen Landesteil waren die kommunistische KSČ, die sozialdemokratische Partei ČSDSD, die Volkspartei und die Volkssozialisten zugelassen, für den slowakischen Teil die KSS als Vertreter der Kommunisten, die Demokratische Partei, eine christliche Partei und die sozialdemokratische SP. Dadurch kandidierten in beiden Landesteilen jeweils vier unterschiedliche Parteien, lediglich die Kommunisten traten in beiden Landesteilen zur Wahl an, durch die scheinbar unabhängig gegründete KSS. Zudem wurde der Konkurrenzkampf zwischen den zur Wahl stehenden Parteien durch die Vorgabe, dass alle am Wahlkampf teilnehmenden Parteien der so genannten Nationalen Front angehören mussten, stark eingeschränkt. Durch diese Neuerung konnte keine Opposition entstehen. Geprägt wurden diese ersten Parlamentswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem auch durch die neu eingeführte Wahlpflicht. Wähler, die sich mit keinem Parteiprogrammen identifizieren konnten, hatten lediglich die Möglichkeit diese Haltung durch die Abgabe eines weißen Abstimmungszettels zum Ausdruck zu bringen. 1946 erreichten die Kommunisten im ganzen Land durchschnittlich über 30 Prozent der Wählerstimmen. Obwohl im slowakischen Landesteil die Demokratische Partei als Sieger hervorging, erhielten die Kommunisten am Ende insgesamt 114 von 300 Parlamentssitzen und siegten somit souverän. Diese Parlamentswahlen waren die letzten Wahlen vor der endgültigen Machtübernahme durch die Kommunisten im Jahr 1948.

Screenshot zum Beitrag auf deutschlandfunk.de

Radiofeature

Die Selbstverbrennung von Jan Palach in Prag

vom 16.01.2019 | Doris Liebermann

"Die Selbstverbrennung von Jan Palach in Prag" ist ein Radiofeature von Doris Liebermann für den Deutschlandfunk. Jan Pallach setzt sich am 16. Januar 1969 auf dem Wenzelsplatz in Prag selbst in Brand und stirbt wenige Tage später an seinen Verletzungen. Anlässlich des 50. Todestages zeichnet der Podcast die Tage zwischen Selbstverbrennung und Tod Pallachs nach. Die Selbstverbennung Pallachs war ein Protestakt gegen die brutale Niederschlagung des Prager Frühlings durch sowjetische Truppen. Als "Prager Frühling" wird eine Reformbewegung bezeichnet, die von Alexander Dubček, seit 1968 Vorsitzender der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, mitgetragen wird. Ziel der Reformen ist es, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen. In der Nacht des 20. August 1968 marschieren Truppen des Warschauer Pakts ein und schlagen die Bewegung blutig nieder; die Beerdigung Jan Pallachs wird zu einer Massendemonstration, mehr als zehntausend Menschen folgen seinem Sarg. Jan Pallach wird zur Symbolfigur der Versuche der tschechoslowakischen Bevölkerung, der Unterdrückung der Sowjetunion etwas entgegen zu setzen. 

Screenshot Webseite Deutschlandfunk

Radiofeature

68 – Europa auf den Barrikaden

vom 24.12.2018 | bis zum 28.12.2018

Der 5-teilige Audiobeitrag des Deutschlandfunks „68 – Europa auf den Barrikaden“ berichtet von den Ereignissen um das Jahr 1968 in Jugoslawien, Italien, Polen, England und Spanien. Die so genannte 68er-Bewegung war eine soziale Bewegung, aus der die Neue Linke mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen des Sozialismus hervorging. Ihren Ursprung hatte die Bewegung in den USA und den Protesten gegen den Vietnamkrieg. Daraufhin setzten in zahlreichen europäischen Staaten ebenfalls Protestwellen ein, wie beispielsweise die März-Unruhen in Polen, die Jugendrevolte in der Bundesrepublik Deutschland oder der Prager Frühling in der ehemaligen Tschechoslowakei. Jugoslawien erfüllte innerhalb der weltweiten 68er-Bewegung eine Sonderrolle: Das System sollte nicht gestürzt, sondern reformiert werden und den versprochenen Sozialismus umsetzen. In Polen reagierte die kommunistische Regierung auf die Protestwellen mit einem antisemitischen Programm, woraufhin über 15.000 polnische jüdische Bürgerinnen und Bürger ausgebürgert wurden oder zum Verlassen des Landes gezwungen wurden. In Spanien richteten sich die Jugendproteste 1968 vor allem gegen die diktatorische Herrschaft Francos und legte eine wesentliche Grundlage für die Demokratie in Spanien. Der Beitrag des DLF liefert einen Überblick über die 68er-Bewegung in den einzelnen Staaten und beleuchtete, wodurch die Bewegung in den einzelnen Staaten geprägt wurde. Insgesamt war die 1968er-Bewegung die erste globale Jugendbewegung.

Screenshot von ndr.de

Radiofeature

Antisemitismus im Kreml

vom 28.02.2018 | Jens Rosbach

Jens Rosbachs Radiofeature „Antisemitismus im Kreml“ widmet sich der Frage nach der Verfolgung von sowjetischen Jüdinnen und Juden unter Stalin. Ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung hatte die Oktoberrevolution unterstützt – auch wegen der klaren Haltung gegen Antisemitismus der Bolschewiki. Unter Stalin verkehrte sich diese Haltung jedoch nach und nach ins Gegenteil. Kann für die Zeit des Zweiten Weltkrieges ein staatlicher Antisemitismus noch nicht direkt nachgezeichnet werden, ändert sich dies in dessen Folgejahren und manifestiert sich in konkreten Aktionen wie der Auflösung des Jüdischen Antifaschistischen Komitees und der Ermordung dessen Führung, die Unterdrückung jiddischer Kultur und der Verhaftung jüdischer Kreml-Ärzte und -Ärztinnen. Historikerinnen und Historiker sind sich uneinig, ob diese Formen der Unterdrückung die Vorboten einer geplanten ethnischen Säuberung darstellen. Nicht fraglich ist jedoch die Präsenz antisemitischer Einstellungen in der Sowjetunion sowie deren Reproduktion und Manifestierung durch die staatlichen Medien. Hören Sie das gesamte Feature hier nach.

Flyer der Veranstaltungsreihe: „Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Veranstaltungsmitschnitt

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

vom 16.10.2017 | bis zum 23.11.2017

Die Gruppe the future is unwritten, der Kulturraum e.V. (KreV) und die Sassulitsch Gruppe organisieren, gefördert von der Rosa-Luxemburg Stiftung eine Veranstaltungsreihe in dem Leipziger Clubprojekt Institut für Zukunft (IfZ) zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution. Neben den Vorträgen im IfZ wird die Reihe mit einer Revue eröffnet. Begleitend zu den Veranstaltungen sendet das hallenser Radioprogramm Radio Corax eine Reihe zur Oktoberrevolution, die jeden Montag vom 16.10. bis 27.11.2017 von jeweils 13:00 bis 15:10 Uhr zu hören ist. Ein ganztätiger Lektürekurs zu linker Kritik am Bolschewismus wird am 4. November stattfinden. Die Vorträge beschäftigen sich unter anderem mit dem Antikommunismus in der Bundesrepublik, Antisemitismus in der Sowjetunion und Russland oder den Auswirkungen der Revolution auf die Geschlechterverhältnisse.  Programm: Jeden Montag, 16.10.-27.11.2017, 13:00-15:10 Uhr – Sendereihe zur Oktoberrevolution auf Radio Corax Mo 16.10.2017, 19 Uhr, UT Connewitz, Leipzig Revue – zur kritischen Einführung Do 19.10.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Christian Schmidt: Zur Ideengeschichte des Kommunismus. Mi 25.10.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Marcel Bois: Zeitgenössische Rezeption und weltweite Auswirkung der Oktoberrevolution. Do 02.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Felicita Reuschling: Kommunistka. Die Utopie der Revolution von Geschlechter-, Liebes- und Reproduktionsverhältnissen Sa 04.11.2017, 10 Uhr, Translib. Communistisches Labor Leipzig Lektürekurs Sassulitsch: Linke Kritik am Bolschewismus. Di 07.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Felix Klopotek: Mit Marx gegen Lenin: Das Verhältnis des Rätekommunismus zur Oktoberrevolution Di 14.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Olaf Kistenmacher: „Stille Pogrome“? Judenfeindschaft in Russland nach der Oktoberrevolution Mi 15.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Philipp Eichhorn: „Wir haben einen Abgrund an Landesverrat im Lande.“ Antikommunismus als Vergesellschaftung der BRD. Mo 20.11.2017, 19 Uhr. IfZ, Leipzig Hannes Gießler Furlan: Von der Oktoberrevolution zum Stalinismus – die ursprüngliche Akkumulation. Do 23.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Rote Couch: Was bleibt? Oktoberevolution – Kritik – Politische Praxis?

Screenshot des verschriftlichten Deutschlandfunk Kultur Interviews mit Gerd Koenen

Interview

Russland und sein Kommunismus. Gerd Koenen im Interview mit Deutschlandfunk Kultur

vom 12.08.2017

Der Frankfurter Historiker Gerd Koenen hat zum 100. Jahrestag der „Großen Sozialistischen Revolution“, wie die Oktoberrevolution in den realsozialistischen Ländern bezeichnet wurde, die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ gestaltet. Anlässlich einer Eröffnung seiner Ausstellung in Kiew traf er sich mit Sabine Adler von Deutschlandfunk Kultur, um über die Geschichte der globalen „Kommunismen“ und ihren Auswirkungen in die heutige Zeit zu sprechen. Das Interview dreht sich um die Frage, wie viel Kommunismus in den ehemaligen sozialistischen Ländern noch vorhanden ist, mit Blick auf die Proklamierung der sogenannten Donezker Volksrepublik und der sogenannten Luhansker Volksrepublik in der Ukraine 2014. Koenen spricht außerdem über Lenin und Stalin als Persönlichkeiten der ukrainischen und russischen Erinnerungskultur und die Rolle Deutschlands in der Kommunismusgeschichte. Lesen sie das gesamte Interview hier.

 Nedašov – Beispiel für Repressionen gegen die katholische Kirche in Mähren, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Nedašov – Beispiel für Repressionen gegen die katholische Kirche in Mähren

vom 15.04.2017 | Jitka Mládková

Nach den politischen Umwälzungen von 1948 bekam die Bevölkerung sehr schnell die zunehmenden Spannungen zwischen der kommunistischen Staatsführung und den Kirchen zu spüren - jedoch ohne zu wissen, dass in den obersten Machtetagen längst Pläne geschmiedet wurden, den Einfluss der Kirchen mit massiven Repressionen zurückzudrängen. Für das Regime galt die Kirche als Feind Nummer eins. Am 5. April 1950, nur sechs Tage nach Beginn des ersten politischen Prozesses gegen bedeutende Kirchenvertreter, wurden in Prag Urteile gefällt und zehn hohe Würdenträger mehrerer Kirchenorden mit Freiheitsentzug von zwei Jahren bis lebenslänglich bestraft. So sollte vor allem die katholische Kirche als solche diskreditiert werden. Signale, wie die Staatspartei mit der historisch tief verwurzelten Institution umzugehen gedachte, gab es allerdings schon zuvor. Am Beispiel der tschechischen Gemeinde Nedašov zeigt sich, wie ein ganzes Dorf seinen Pfarrer vor der Verhaftung zu schützen versuchte. Es endete in brutalen Verhören und handgreiflichen Auseinandersetzungen und ging letztlich als „blutiger Freitag von Nedašov“ in die Geschichte der Region Závrší ein. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Tod am Eisernen Vorhang: Polen ermittelt gegen tschechoslowakische Ex-Politiker

vom 27.02.2017 | Markéta Kachlikova

Der Radiobeitrag von Markéta Kachlikova widmet sich den aktuellen Ermittlungen gegen frühere Spitzenpolitiker der damaligen Tschechoslowakei. Sowohl in Polen als auch in Deutschland wurden Strafverfahren gegen ehemalige Funktionäre der Kommunistischen Partein eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, den Tod von polnischen bzw. deutschen Bürgerinnen und Bürgern verantwortet zu haben, die versuchten, über die tschechoslowakische Grenze nach Österreich zu fliehen. Eine der wichtigsten Personen in beiden Verfahren ist der heute 92-jährige Lubomír Štrougal. Er war von 1961 bis 1965 Innenminister und später Premierminister der Tschechoslowakei. Im Audiobeitrag kommt Vojtěch Ripka zu Wort, der als Historiker am Institut für das Studium totalitärer Regime in Prag arbeitet. Er erläutert die besondere Problematik der Verfahren, die darauf beruht, dass die Taten von der tschechischen Justiz als verjährt betrachtet werden, während die Verjährungsfristen in Polen und Deutschland deutlich länger sind. Den ganzen Beitrag können Sie hier nachhören.

Screenshot der Webseite zu 1917. Kinder der Russischen Revolution von Deutschlandfunk

Radiofeature

1917. Kinder der Russischen Revolution

vom 05.01.2017 | Barbara Weber

Das halbstündige Radiofeature von Barbara Weber, welches am 5. Januar 2017 erstmals auf Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde, ist Teil der Sendekategorie Aus Kultur- und Sozialwissenschaften. Die Sendung spannt einen weiten Bogen in die russische Vergangenheit. Es wird bis weit in das 19. Jahrhundert zurück geblickt, um den Hörerinnen und Hörern die äußerst komplexen Vorbedingungen und Voraussetzungen der russischen Revolutionen des Jahres 1917 anschaulich zu erklären. Das Feature stoppt allerdings auch nicht mit dem Jahr 1917, sondern arbeitet präzise die Bedeutung der Revolutionen in Russland für die sowjetische Propaganda und das heutige nationale Selbstverständnis Russlands heraus. Dabei kommen immer wieder Experten und Expertinnen zu Wort und es werden O-Töne von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen eingebaut.

Screenshot des radioWissen-Features "Madame Mao" in der ARD Mediathek

Radiofeature

Madame Mao - Jiang Qing und die Kulturrevolution

vom 12.12.2016 | Isabella Arcucci

Ihre Haut ist weißer als die der anderen jungen Frauen an der kommunistischen Parteischule. Sie schminkt sich die Lippen rot und kleidet sich figurbetont. Dem Parteiführer Mao Zedong entgehen die Reize der jungen Jiang Qing nicht. Obwohl Mao zu dem Zeitpunkt schon zum dritten Mal verheiratet ist und obwohl Jiang Qing 20 Jahre jünger ist als der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, werden die beiden ein Paar und heiraten. In diesem Radiofeature wird die Geschichte von Maos letzter Ehefrau erzählt, die während der Kulturrevolution zur mächtigsten Frau Chinas wird. Sie stammt aus ärmlichen Verhältnissen und steht gerne im Mittelpunkt. Nach einer harten Kindheit - vom Vater verprügelt, von den Mitschülern gehänselt - zieht sie als junge Frau ins glamouröse Shanghai, um dort ihr Glück als Schauspielerin zu versuchen. Aus Liebe zu einem Kommunisten tritt Jiang Qing in die Kommunistische Partei ein und lernt so schließlich Mao kennen. In der Kulturrevolution spielt sie eine führende Rolle. Sie spricht auf Massenversammlungen, stachelt die Roten Garden dazu an, angebliche Konterrevolutionäre zu demütigen und zu töten, lässt alle nicht-kommunistische Kunst verbieten und ihre Gegner aus dem Weg räumen. Nach Maos Tod wird Jiang Qing als Teil der sogenannten Viererbande zu lebenslanger Haft verurteilt. Hören Sie das radioWissen-Feature hier.

Logo von "Helle Panke" e.V.

Veranstaltungsmitschnitt | Vortrag

Utopie in der Oktoberrevolution - Utopische Visionen und Experimente in Russland nach 1917

vom 24.10.2016 | Dr. Thomas Möbius

Die Russische Revolution 1917 beflügelte das utopische Denken in einzigartiger Weise. Ein grenzenloser Vorrat an Ideen und Sehnsüchten drängte mit ihr hervor: Gerechtigkeitsvorstellungen, Visionen eines Neuen Menschen, Entwürfe eines gemeinschaftlichen Lebens und neuer Städte, Technikphantasien, die bis zur Eroberung des Kosmos und der Überwindung der Natur reichten. Was der Utopie dabei eine neue Dimension gab, war die Überzeugung, sie verwirklichen zu können. Die Revolution ließ die Utopie Praxis werden. Der Referent Dr. Thomas Möbius (Sozial- und Literaturwissenschaftler) zeichnete am 24.10.2016 die Wege der Utopie in Russland 1917 zwischen revolutionärer Hoffnung, politischer Vereinnahmung, Scheitern und dystopischer Enttäuschung nach. Der Vortrag kann online nachgehört werden.

Screenshot des Radiofeatures

Radiofeature

Lenin – Ein fanatischer Revolutionär

vom 18.07.2016 | Nicole Ruchlak

Nicole Ruchlak untersucht in diesem Feature die Schattenseiten Wladimir Iljitsch Lenins (1870 – 1927). In einem biografischen Abriss wird Lenins Herkunft und die gesellschaftliche Situation Russlands zur Zeit seines Heranwachsens geschildert. Im Alter von 17 Jahren erfährt Lenin einen Bruch, als sein Bruder, der an einem Attentat auf den Zaren beteiligt war, hingerichtet wird. Lenin gehörte nun zu einer geächteten Familie. Ruchlak sieht hierin den „Keim Lenins Hasses“ und den Ursprung seines Willens, die Gesellschaft von Grund auf zu ändern. Im Alter von 18 Jahren beginnt Lenin, marxistische Schriften zu studieren. 1897 wird er nach Sibirien verbannt, nachdem er den „Petersburger Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“ gründete. Mit 30 geht Lenin ins Exil nach München, wo er weiter an seinen Parteiplänen und Pamphleten arbeitet. 1903 übernimmt Lenin – zu diesem Zeitpunkt im Exil in der Schweiz – die Führung der Bolschewiki und verfügt nun über eine Kaderpartei und sogenannte „Berufsrevolutionäre“ und sein Aufstieg beginnt. Die Sendung hinterfragt Lenins taktische „Genialität“ im Verlauf der Revolution sowie den Fanatismus und die Brutalität seiner diktatorischen Herrschaft. Auch die staatlich gelenkte Ikonisierung des Staatsführers noch weit über Lenins Tod hinaus wird thematisiert.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Der Warschauer Pakt: Die Vorgeschichte und Gründung

vom 09.04.2016 | Jitká Mládková

Der Radiobeitrag von Jitká Mládková zeichnet die Gründung des Warschauer Paktes im Jahr 1955 nach. Der Beitrag beginnt damit, den Zuhörerinnen und Zuhörern die berühmt gewordene Rede von Winston Churchill aus dem Jahr 1946 in Erinnerung zu rufen. In dieser prognostiziert Churchill bereits neun Jahre vor der Gründung des Warschauer Paktes die sowjetische Einflusssphäre und prägt den Begriff des „Eisernen Vorhangs“. Anschließend kommt der Historiker und Politologe Jan Adamec zu Wort, der darlegt, wie die damalige Tschechoslowakei sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges für eine kommunistische Regierung entscheidet und damit den Weg für die spätere Mitgliedschaft im Warschauer Pakt ebnet. Am 13. Mai 1955 schließlich unterzeichnen in Warschau die Regierungsvorsitzenden Albaniens, Bulgariens, Ungarns, der DDR, Polens, Rumäniens, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei den „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“, der als „Warschauer Pakt“ in den Alltagssprachgebrauch eingeht. Über die Gründung sowie die Auswirkungen des Paktes sprechen im Beitrag die Militärhistoriker Jaroslav Lánik und Prokop Tomek. Der Warschauer Pakt wird am 1. Juli 1991 aufgelöst. Hören Sie das komplette Radiofeature hier nach.