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Screenshot Radio Bayern Wissen; "Fidel Castro - Revolutionsikone und Máximo Lider"

Radiofeature

Fidel Castro - Revolutionsikone und Máximo Lider

vom 08.08.2016 | Gabriele Knetsch

Als Kommandeur und treibende Kraft der kubanischen Revolution ist Fidel Castro Ruz Mythos, politisches Phänomen und anachronistisches Fossil zugleich. Knapp 50 Jahre beherrschte er die grüne Karibikinsel und wurde für seine Verdienste, die Alphabetisierung des Landes, den Ausbau des Gesundheitssystems und den unbändigen Willen zur Selbstbestimmung Kubas gegenüber der USA von den einen geliebt und verehrt, von den anderen aufgrund der Errichtung einer Diktatur nach sowjetischem Muster gehasst.Autorin Gabriele Knetsch erläutert in diesem Feature den Werdegang des Mannes ohne dessen Willen das 20. Jahrhundert gewiss anders verlaufen wäre: Vom jungen Fidel, der schon früh an der Welt interessiert und ungewöhnlich durchsetzungsfähig war, hin zu dem Mann, den die Welt vornehmlich in olivgrüner Uniform kannte, beschreibt sie Castros Weg vom rebellischen Intellektuellen zum "Máximo Lider". Erzählt wird vom Sturz des Diktators Fulgencio Batista im Jahr 1959, von der "Invasion in der Schweinebucht" 1961 und der Kubakrise im Oktober 1962, mit der der Kalte Krieg eine neue Dimension erreichte. Charakterisiert wird dabei ein Mann der Kuba ähnlich wie ein Großgrundbesitzer regierte. Castro kannte die Zuckerernte des Landes auf's Gramm genau, er musste alles kontrollieren, konnte nicht verlieren und duldete keinen Wiederspruch.Hier können Sie das Feature über den "Máximo Lider" nachhören.

Screenshot der Sendungsseite zum Feature "Unternehmen Barbarossa - Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion"

Radiofeature

Unternehmen Barbarossa

vom 11.07.2016 | Rainer Volk

Am 22. Juni 1941 fällt die Wehrmacht in der Sowjetunion ein. Eine Kriegserklärung gibt es nicht, doch geplant hat Hitler diesen Angriff gegen seinen bis dahin Verbündeten, Josef Stalin, schon lange. Der Deckname des Feldzuges, "Unternehmen Barbarossa", spielt auf die Kreuzzugs-Idee des Mittelalters an und zeigt den ideologischen Herrschaftsanspruch der Nationalsozialisten gegenüber Osteuropa. Dieses Radiofeature erzählt von den grausamen Geschehnissen an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg. Dabei kommen Historiker zu Wort und Briefe von der Front geben einen Eindruck über die Wahrnehmung der Lage durch die deutschen Soldaten. Der Überraschungseffekt des deutschen Angriffs sowie die mangelnde Kampferfahrung der Roten Armee bescheren der Wehrmacht zunächst Erfolge und versetzen die Soldaten in einen regelrechten Siegesrausch. Doch schon bald werden die Meldungen von der Front neutraler, die Deutschen stecken Niederlagen ein und sind auf den heftigen Winter nicht genügend vorbereitet. Trotzdem zieht sich der Krieg im Osten noch Jahre hin. In dieser Zeit misshandeln SS-Einsatztruppen und Wehrmachtsangehörige Kriegsgefangene und Zivilbevölkerung. Millionen Gefangene sterben in den deutschen Lagern unter brutalen Bedingungen, im belagerten Leningrad sterben Hunderttausende den Hungertod. Das gesamte Radiofeature können Sie hier hören.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Hinter Stacheldraht: Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion"

Radiofeature

Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion

vom 16.11.2015 | Julia Smilga

Knapp 3,5 Millionen deutsche Soldaten gerieten während des Zweiten Weltkrieges in sowjetische Gefangenschaft, wo sie unter extremen körperlichen und seelischen Strapazen zum Wiederaufbau des völlig zerstörten Landes eingesetzt wurden. Die Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion bedeutete einen ständigen Überlebenskampf, den nur wenige der Gefangenen gewannen. Hunger, Kälte und Krankheit bildeten den Grundstein der schlechten Lebensbedingungen in den Lagern. Zudem sorgten die als willkürlich erfahrene sowjetische Rechtsprechung und die ständige Ungewissheit über die Dauer der Gefangenschaft für psychische Anspannungen und Ängste. Mit diesem Beitrag bringt Autorin Julia Smilga dem Hörer die Einzelschicksale einiger Verurteilter näher und untersucht, ob die Gefangenen eher als Opfer stalinistischer Willkürjustiz oder als reuelose Verbrecher zu sehen sind. Schließlich resultierte die mangelhafte Versorgung zum wesentlichen Teil aus den verheerenden Schäden, die der Krieg Hitler-Deutschlands in der Sowjetunion verursacht hatte. In keinem anderen Land hat die Wehrmacht so gewütet: Bei diesem Angriffs-, Vernichtungs- und Ausplünderungskrieg wurden auf dem besetzten sowjetischen Gebiet allein drei Millionen Juden vernichtet, insgesamt verloren etwa 27 Millionen Menschen ihr Leben.  Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Wir sind ein Volk! Die deutsche Wiedervereinigung"

Didaktisches Material | Radiofeature

"Wir sind ein Volk!". Die deutsche Wiedervereinigung

vom 15.06.2015 | Volker Eklkofer

Mit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 rückte auch die staatliche Einheit Deutschlands in greifbare Nähe. Richtungweisend für diese Entwicklung waren neben dem Mauerfall, der den endgültigen Zerfall des politischen Systems bewirkte, auch die Ausreisewelle und die erstarkende Opposition in der DDR. Eine weitere notwendige Voraussetzung der deutschen Wiedervereinigung war das Einverständnis der vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, die bis dahin völkerrechtlich noch immer die Verantwortung für Deutschland als Ganzes innehatten. Durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag wurde der Einheit der beiden deutschen Staaten zugestimmt und dem vereinten Deutschland die volle Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten zugestanden. Trotz kritischer Stimmen zur Wendezeit, etwa von England, Russland oder Frankreich, dauerte es letztlich nur 327 Tage bis die Teilung Deutschlands mit Anbruch des 3. Oktobers 1990 endgültig endete. Wie Bundeskanzler Helmut Kohl seine Chance nutzte und was das Ende der Nachkriegsära in Europa für die Menschen mit sich brachte, wird in diesem Radio-Beitrag ausführlich erzählt. Der Podcast ist auch Teil der Arbeitsmaterialien, die zur Einbindung des Themas in den Geschichtsunterricht online zur Verfügung gestellt werden.  

Screenshot der Sendung „Das große Experiment“

Didaktisches Material | Radiofeature

Das große Experiment. Vom Zaren zum Sozialismus

vom 01.12.2014 | Rainer Volk

„Das große Experiment“ beschreibt die Hintergründe und den Verlauf der russischen Revolution des Jahres 1917 von der Hungerrevolte bis zur Ausrufung der Räterepublik und dem Beginn des Bürgerkrieges. Rainer Volk schildert in diesem Bayern 2-Radiofeature die umfassenden Veränderungen des Landes anhand historischer Texte. Auszüge aus Briefen Lenins und an ihn gerichtete Feldpostbriefe sowie Tagebucheinträge des Zaren Nikolaus II und Passagen aus den „Erinnerungen an Lenin“ von Nadeshda Krupskaja, Lenins Ehefrau und Sekretärin, illustrieren den Beitrag. O-Ton-Aufnahmen von Helmut Altrichters, Osteuropa-Historiker an der Universität Erlangen-Nürnberg, kommentieren die historischen Hintergründe der Machtübernahme durch die Bolschewiki. Der mythisierende Umgang mit historischen Relikten der Oktoberrevolution im heutigen Russland spiegelt sich in Mitschnitten von Stadtführungen. Bayern 2 stellt für dien Podcast begleitendes Lehrmaterial für den Einsatz in Realschulen und Gymnasien als Download zur Verfügung (Arbeitsblätter, Audio-Ausschnitte).

Rote Ultras: Propaganda für die Besetzung der Tschechoslowakei 1968, Screenshot von der Website der Audiothek des Radio Praha

Radiofeature

Rote Ultras: Propaganda für die Besetzung der Tschechoslowakei 1968

vom 23.08.2014 | Jakub Šiška

Der Prager Frühling endete am 21. August 1968 mit dem Einmarsch der Warschauer Pakt Truppen in die Tschechoslowakei. Auf Alexander Dubčeks mit Begeisterung aufgenommenen politischen Ansatz, einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ einzuführen, folgte mit der unerwarteten Besetzung ein Schock. Doch nicht alle Menschen erlebten den Einmarsch als schockierend - einige orthodoxe Kommunisten begrüßten die Rückkehr zur totalen Kontrolle durch die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KPTsch). Vor allem ältere Kommunisten „stalinistischen Schnitts" fühlten sich bedroht und fürchteten den Verlust ihrer eigenen politischen Posten, als auch die Dominanz ihrer Weltanschauung. Sie organisierten sich daraufhin in einer informellen Gruppe, an deren Spitze Josef Jodas stand. Das Radiofeature von Jakub Šiška beschreibt die Handlungen der "roten Ultras", geht auf die einflussreichsten Persönlichkeiten dieser Gruppe ein und erklärt, welche dramatischen Folgen ihr Handeln und die Propaganda für die Bevölkerung hatte. Das gesamte Feature können Sie hier nachhören. 

Prof. Dr. Jörg Baberowski, Quelle: Wikimedia Commons

Veranstaltungsmitschnitt

"Er gab uns das Lachen zurück". Nikita Chruschtschow und die Entstalinisierung

vom 20.02.2014 | Jörg Baberowski

In dieser Aufnahme der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte spricht Historiker und Professor Dr. Jörg Baberowski über die Entstalinisierung durch Nikita Chruschtschow. Von Stalins Tod bis zum Beginn der offenen Entstalinisierung durch Chruschtschows Geheimrede auf dem XX. Parteitag 1956, erläutert er die mühsame Überwindung einer Schreckens-Diktatur. Als Stalin im Jahr 1953 starb, gab es für die Gefolgsleute und die Untertanen nichts anderes als diese Diktatur. Es hatte in Russland und in der Sowjetunion niemals eine Demokratie gegeben und Chruschtschow hatte kein anderes Instrument als die Partei, um Öffentlichkeit herzustellen und Reformen voranzutreiben. Die Entstalinisierung war ein Werk der Diktatur, die vollbrachte, wozu niemand sonst imstande gewesen wäre. Millionen Menschen waren ums Leben gekommen, selbst die Täter waren zu Opfern geworden, eine ganze Gesellschaft traumatisiert. Nur diese eine Ordnung schien imstande, die Sowjetunion zu befreien. Den vollständigen Mitschnitt gibt es hier zum Nachhören.

Radiofeature

Karl Marx – Leben und Werk eines Besessenen

vom 19.08.2013 | Nicole Ruchlak

In dem Radiofeature „Karl Marx – Leben und Werk eines Besessenen“ portraitiert Nicole Ruchlak den Verfasser von Das Kapital. Neben dem episodenhaften erzählten Lebensweg Marx’, widmet sich die Sendung vor allem Marx’ intellektueller Entwicklung und dessen früher Auseinandersetzung mit der Philosophie Hegels. Dabei legt der der Sozialwissenschaftler Oskar Negt in kurzen O-Tönen die Grundlage von Marx’ Denken dar. Kapitelweise schildert Ruchlak wie der in Trier geborene Marx nach Paris auswandert, weiterziehen muss nach Brüssel und wie sich über die Jahre seine Überzeugung von der Notwendigkeit der Veränderung der Verhältnisse und der unausweichlichen Selbstzerstörung des Kapitalismus stetig weiterbildet. 1849 – ein Jahr nach den gescheiterten Revolutionen – beginnt der im Exil in London in ärmlichen Verhältnissen lebende Marx die 20 Jahre dauernde Arbeit an seinem Hauptwerk. Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, eine akribische Analyse des Kapitalismus, welche 1867 erscheint. Ruchlak erzählt auch von der Freundschaft zu Friedrich Engels, die für den als wenig sozial charakterisierten Marx, essentiell war. Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot der Sendungsseite des Features "Walter Ulbricht: Mehr als Moskaus Mann in Ostberlin"

Radiofeature

Walter Ulbricht. Mehr als Moskaus Mann in Ostberlin

vom 17.06.2013 | Rainer Volk

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten" - so sagt es das Staatsoberhaupt der DDR, Walter Ulbricht, bei einer Pressekonferenz in Ostberlin im Juni 1961. Wenige Monate später beginnt unter seiner Führung der Bau der Berliner Mauer. Dieses Radiofeature zeichnet den Lebensweg des bei der Bevölkerung unbeliebten, wegen seines Dialektes oft verhöhnten, doch wegen seines Selbstbewusstseins sehr erfolgreichen Politikers Walter Ulbricht. Geboren in Leipzig als Kind einer Arbeiterfamilie, engagiert sich der gelernte Tischler seit seiner Jugend politisch, zunächst als Sozialdemokrat, dann als Kommunist. Nach der Machtergreifung der NSDAP im Jahr 1933 emigriert Ulbricht - zunächst nach Paris, dann Prag und zuletzt nach Moskau. Von dort aus schickt ihn die Führung der Sowjetunion 1945 zurück nach Deutschland, um die Kommunistische Partei in der Sowjetischen Besatzungszone aufzubauen. Bald wird der stalintreue Ulbricht der mächtigste Mann in der neugegründeten DDR. Die Massenflucht aus dem sozialistischen Land versucht er später mit dem Mauerbau zu stoppen. Ab Ende der 1960er-Jahre verliert Ulbricht immer mehr an Macht. Meinungsverschiedenheiten sowohl mit Mitgliedern des Politbüros der SED als auch mit der Führung der Sowjetunion unter Leonid Breschnew führten schließlich im Jahr 1971 zu Ulbrichts Fall. Hier können Sie sich das radioWissen-Feature anhören.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Samtene Revolution 1989: das politische Comeback von Dubček

vom 17.11.2012 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková ist der Rolle von Alexander Dubček während der Samtenen Revolution von 1989 gewidmet. Dubček war von 1968 bis 1969 Generalsekretär der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei (KPČ). Durch seinen Einsatz für einen Reformkurs – bekannt geworden unter dem Begriff des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ – wurde er zu einer zentralen Figur des Prager Frühlings. Nach der Zerschlagung der Reformbewegung musste sich Dubček aus der Politik zurückziehen. Im Zuge der Demonstrationen, die die Samtene Revolution 1989 einläuteten, kehrte er in die Politik zurück, er wurde zum Vorsitzenden des Parlaments gewählt und wurde als Spitzenkandidat für das Präsidentenamt gehandelt. Das Audiofeature zeichnet das Comeback der Politikers chronologisch nach und lässt dabei Historiker, Publizisten und Archivare zu Wort kommen. Das ganze Radiofeature können Sie hier anhören. 

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

„Arbeitsscheu, drogenabhängig, sexuell abartig“ – Repressionen und Kampagnen gegen Langhaarige

vom 02.04.2011 | Patrick Gschwend

Das Radiofeature von Patrick Gschwend widmet sich der Repression des kommunistischen Regimes der damaligen Tschechoslowakei gegenüber Jugendlichen. Genauer, gegen einem Trend, der sowohl im „Westen“ als auch im „Osten“ bezeichnend für die 1960er-Jahre war: Lange Haare bei Männern. Diese Erscheinung waren nicht nur ein rein modisches Phänomen, sondern immer auch eine Abgrenzung zur Generation der Eltern und damit auch zu deren Autorität. Die Botschaft, die die langen Haare vermittelten, war in kommunistisch regierten Staaten eine hochpolitische – politischer, oft, als den Trägern langer Haare dies bewusst war. Der Radiobeitrag berichtet von dem Verbot, das die Kommunistische Partei 1966 gegen das Tragen langer Haare erließ, von der Diffamierungskampagne, die das Regime fuhr, sowie von den Protesten der Jugendlichen gegen die repressiven Maßnahmen. Im Interview kommt außerdem Filip Pospíšil zu Wort: der Anthropologe hat zusammen mit dem Historiker Petr Blažek das Buch „Vraťte nám vlasy!“ (dt.:Gebt uns die Haare zurück!) veröffentlicht, die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Den gesamten Beitrag können Sie hier nachhören.

Radiofeature: Eigentum ist Diebstahl: Die frühen Sozialisten, Screenshot von Website von Bayern 2

Radiofeature

Eigentum ist Diebstahl: Die frühen Sozialisten

vom 19.07.2010 | Christian Feldmann

Die Kommunisten Marx und Engels hatten an ihren Vorgängern einiges auszusetzen: Einige beschimpften sie beispielsweise als soziale „Quacksalber, die mit allerhand Flickwerk, ohne jede Gefahr für Kapital und Profit, die gesellschaftlichen Mißstände aller Art zu beseitigen versprachen“. Dennoch übernahmen sie viel Ideengut der Vordenker.Das Feature des Bayerischen Rundfunks verfolgt die Spuren dieser Frühsozialisten. Dabei wird schnell klar, dass die Sehnsucht nach einem gerechten Idealstaats „so alt wie die Menschheit“ ist. Vom Gemeineigentum oder der gerechten Verteilung von Gütern träumten tatsächlich bereits Anhänger der alten Religionen Persiens, Chinas und Palästinas.Doch erst mit der Französischen Revolution gewannen sozialistische Utopien an politischer Stoßkraft. Noch war es aber keine Bewegung der Arbeiter, sondern emanzipierter Bürger: So experimentierten der französische Ökonom Claude Henri Comte de Saint-Simon oder der britische Textilunternehmer Robert Owen mit Genossenschaften, während, der deutsche Schneidergeselle Wilhelm Weitling die Abschaffung des Geldes und eine zentralistische Planwirtschaft forderte – Ideen, die selbst nach Zusammenbruch des „real existierenden Sozialismus“ bis heute überlebt haben. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Rosa Luxemburg - Die Andersdenkende"

Radiofeature

Rosa Luxemburg - Die Andersdenkende

vom 18.07.2016 | Thomas Grasberger

Als einflussreiche Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und "proletarischen Internationalismus", wirkte Rosa Luxemburg 1887 in der polnischen, ab 1898 auch in der deutschen Sozialdemokratie aktiv gegen Nationalismus, Opportunismus und Revisionismus. Im Kampf gegen Ausbeutung und Krieg war und blieb Rosa Luxemburg Marxistin. Jedoch sah sie diese Form der Gesellschaftslehre nie als eine starre Ideologie, sondern als eine revolutionäre Weltanschauung, "die stets nach neuen Erkenntnissen ringen muss." Folglich begrüßte die Aktivistin die Revolution in Russland und überall auf der Welt - sie wollte zwar nicht die Diktatur einer Partei aber die des Proletariats, schließlich fühlte Rosa Luxemburg sich laut eigener Aussage in der ganzen Welt Zuhause. "In einer Welt, in der es Wolken, Vögel und Menschentränen gibt", schrieb sie 1917 in einem Brief. Das Radio Feature enthält eine Kurzbiografie, thematisiert ihr politisches Engagement und den Aufstieg zu einer der wichtigsten Figuren des europäischen Marxismus, die sich mit viel Courage in einer Männerwelt behaupten und bewähren konnte. Hören Sie das Feature hier nach.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Parlamentswahlen 1946 – Abstimmung auf dem Weg zum Kommunismus

vom 28.05.2016 | Jakub Šiška

Am 22. Mai 1946 fanden in der Tschechoslowakei die ersten Parlamentswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Das Radiofeature von Jakub Šiška zeichnet die wesentlichen Ergebnisse dieser Wahl nach und liefert Erklärungen für das Zustandekommen des Wahlergebnisses. Im Gegensatz zu den Wahlen während der Zwischenkriegszeit, bei denen teilweise über 30 Parteien um die Wählerstimmen konkurrierten, waren bei den Wahlen 1946 lediglich vier Parteien jeweils sowohl für den tschechischen Landesteil als auch für den slowakischen Landesteil am Wahlkampf beteiligt. Für den tschechischen Landesteil waren die kommunistische KSČ, die sozialdemokratische Partei ČSDSD, die Volkspartei und die Volkssozialisten zugelassen, für den slowakischen Teil die KSS als Vertreter der Kommunisten, die Demokratische Partei, eine christliche Partei und die sozialdemokratische SP. Dadurch kandidierten in beiden Landesteilen jeweils vier unterschiedliche Parteien, lediglich die Kommunisten traten in beiden Landesteilen zur Wahl an, durch die scheinbar unabhängig gegründete KSS. Zudem wurde der Konkurrenzkampf zwischen den zur Wahl stehenden Parteien durch die Vorgabe, dass alle am Wahlkampf teilnehmenden Parteien der so genannten Nationalen Front angehören mussten, stark eingeschränkt. Durch diese Neuerung konnte keine Opposition entstehen. Geprägt wurden diese ersten Parlamentswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem auch durch die neu eingeführte Wahlpflicht. Wähler, die sich mit keinem Parteiprogrammen identifizieren konnten, hatten lediglich die Möglichkeit diese Haltung durch die Abgabe eines weißen Abstimmungszettels zum Ausdruck zu bringen. 1946 erreichten die Kommunisten im ganzen Land durchschnittlich über 30 Prozent der Wählerstimmen. Obwohl im slowakischen Landesteil die Demokratische Partei als Sieger hervorging, erhielten die Kommunisten am Ende insgesamt 114 von 300 Parlamentssitzen und siegten somit souverän. Diese Parlamentswahlen waren die letzten Wahlen vor der endgültigen Machtübernahme durch die Kommunisten im Jahr 1948.

Screenshot des Gulag-Zeitzeugenarchivs

Podcast | Interview

Gulag-Zeitzeugenarchiv

vom 28.10.2015 | Dr. Meinhard Stark

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Historiker Dr. Meinhard Stark mehr als 250 ehemalige Lagerhäftlinge bzw. ihre Kinder in Russland, Polen, Kasachstan, Litauen und Deutschland interviewt. Im Rahmen eines von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projektes der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn sind die über 1.200 Stunden umfassenden Gespräche ebenso wie die schriftlichen Unterlagen im Umfang von mehr als 46.000 Blatt digitalisiert worden. Einige der beeindruckenden Interviews sind nun als Podcasts verfügbar. Jede Interviewpartner/in wird in einem Online-Dossier mit privaten und aktuellen Fotos, Dokumenten und dem Weg der Deportation in einer interaktiven Karte vorgestellt. Die Interviews sind als Podcasts in Gesamtlänge verfügbar und mit einem Manuskript und einer Biografie versehen. Es besteht ebenso die Möglichkeit, thematisch gegliederte Einzelpodcasts abzuspielen, die bei jedem Zeitzeugen und jeder Zeitzeugin mit denselben Schwerpunkten verfügbar sind. So kann ein Nutzer etwa alle Einzelpodcasts zum Thema „Lagertopograhie und Haftordnung“ anhören.  Die Audiodateien können direkt online angehört oder zur nicht-kommerziellen Nutzung kostenlos heruntergeladen werden. Exemplarisch finden Sie nachfolgend drei Ausschnitte aus Zeitzeugeninterviews, die einen ersten Einblick vermitteln sollen.

Screenshot der Sendungsseite des Features "Der Warschauer Pakt: Verteidigungsbündnis des Ostens"

Radiofeature

Der Warschauer Pakt. Verteidigungsbündnis des Ostens

vom 11.05.2015 | Volker Eklkofer, Rainer Volk

Ende der 1940er-Jahre ist der Einfluss der UdSSR in Europa größer denn je, in den Staaten Ost- und Südosteuropas herrschen kommunistische Regime. Im Westen wächst die Angst vor einer weiteren Expansion der Sowjetunion. 1949 gründen zehn Staaten Europas und Nordamerikas die Nordatlantische Allianz, kurz NATO. Angeführt von den USA, ist sie ein Bündnis zur Verteidigung gegen einen möglichen Angriff der UdSSR. Nachdem 1955 auch Westdeutschland dem Bündnis beitritt, wird im Ostblock als Pendant zu der westlichen Allianz der "Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand" verfasst. Acht kommunistische Staaten - die UdSSR, Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien, Albanien, die Tschechoslowakei und die DDR - unterschreiben diesen am 14. Mai 1955 in Warschau. Illustriert mit historischen Aufnahmen, unter anderem Reden prominenter Politiker wie Otto Grotewohl und Ronald Reagan, legt das Radiofeature Der Warschauer Pakt die wechselvolle Geschichte des Bündnisses dar, das im Jahr 1991 aufgelöst wird. Auf der Sendungsseite finden sich auch ein Glossar, ein Quiz sowie Materialien für den Geschichtsunterricht der 9. und 10. Jahrgangsstufe. Zu hören ist das radioWissen-Feature hier.

Screenshot Radio Praha

Radiofeature

Die Samtene Revolution: Ein Rückblick auf den November '89

vom 17.11.2014 | Annette Kraus

Dieses Radiofeature widmet sich den Anfängen der sogenannten “Samtenen Revolution” in der damaligen Tschechoslowakei im November 1989. Diese Bezeichnung erhalten die Ereignisse im Nachhinein - am Anfang steht jedoch Gewalt. Am 17.11.1989, dem Internationalen Tag der Studenten, geht das kommunistische Regime mit Schlagstöcken gegen eine Studentendemonstration in der Prager Innenstadt vor. In den darauffolgenden Tagen und Wochen organisiert sich in der Tschechoslowakei die Opposition.  Die Solidarität, die weite Teile der Bevölkerung mit den Studierenden und mit der aufkommenden Opposition verspüren, kulminiert am 27. November 1989 in einem Generalstreik. Im Anschluss daran versucht die Staatsführung, die Bevölkerung zu besänftigen, indem sie die vermeintlich einzigen Verantwortlichen für die gewalttätige Niederschlagung der Demonstration aus der Partei ausschließen und den Marxismus-Leninismus aus der Staatsdoktrin streichen. Die Bevölkerung reagiert mit erneuten Protesten und erhält seine Forderung nach Abdankung der Staatsführung aufrecht, welche im Dezember schließlich erfüllt wird.  Sie können das Radiofeature zur Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei hier nachhören.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Vorbote der Samtenen Revolution: Demonstrationen am 21. August 1989

vom 22.08.2014 | Till Janzer

Der Beitrag von Till Janzer beschäftigt sich mit den Demonstrationen gegen die sowjetische Besatzung, die in den späten 1980er-Jahren in der damaligen Tschechoslowakei stattfinden. Konkret widmet sich der Beitrag einer Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmenden am 21. August 1989 in Prag. Die Polizei geht zum Teil brutal gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten vor; insgesamt werden an diesem Abend 400 Menschen festgenommen. Parolen wie “Wir Wollen Freiheit” oder “In der Einigkeit liegt die Kraft”, die wenig später zu Parolen der Samtenen Revolution werden, werden hier zum ersten Mal von einer großen Menschenmenge skandiert. Zivilgesellschaftliche Aktionen wie diese gelten als Vorläufer für den Systemwechsel von 1989. Sie spiegeln auch die Stimmung in den die Tschechoslowakei umgebenden Ländern wider: die Herrschaft der kommunistischen Regime bleibt in keinem Land Osteuropas mehr unhinterfragt; im Nachbarland Ungarn werden zu dieser Zeit bereits Demokratisierungsprozesse eingeleitet. Hören Sie das ganze Radiofeature hier nach.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Januar 1969: Wie die Ideen des Prager Frühlings verloren gingen

vom 25.01.2014 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková zeichnet die politischen Entwicklungen nach, die in der damaligen Tschechoslowakei auf den Prager Frühling von 1968 folgte. Nachdem die kommunistische Staatsführung im Januar 1968 einen Reformkurs beschlossen hatte, und dieser Beschluss durch den Einmarsch von Warschauer-Pakt-Truppen gewaltsam niedergeschlagen wurde, zweifelte eine große Zahl Menschen daran, dass die Regierung ihren Reformkurs fortsetzen würde: diejenigen Politiker, die noch 1968 nach Moskau verschleppt worden waren, durften erst nach Hause zurückkehren, nachdem sie sich in den „Moskauer Protokollen“ offiziell von ihren Reformbestreben distanziert hatten. Seitdem waren sie in ihren offiziellen Aussagen – die im Beitrag zitiert werden – sehr vage geblieben. Das Resultat dieser Entwicklungen war eine zunehmende Spaltung zwischen Bevölkerung und Regierung, die durch die zunehmende Durchsetzung repressiver Maßnahmen gegenüber der Bevölkerung weiter voran getrieben wurde. In diese zunehmend stagnierende Situation platzte am 16. Januar 1969 schließlich die Nachricht, dass sich der Student Jan Palach aus Protest gegen die aktuellen politischen Entwicklungen selbst angezündet hatte; er starb vier Tage darauf an seinen Verletzungen. Zwei Monate darauf vollzog sich ein Machtwechsel in der Kommunistischen Partei, im Zuge dessen dem Reformprogramm endgültig abgesagt wurde. 

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Mao Zedong: Kaiser, Dichter, Massenmörder"

Radiofeature

Mao Zedong - Kaiser, Dichter, Massenmörder

vom 22.07.2013 | Simon Demmelhuber

Die Choreografie der Diktatur beherrschte Mao Zedong zeitlebens perfekt. Die Basis seines Aufstiegs bildete das Spiel mit den Massen: Als Meister der bewusst entfesselten Affekte, des kalkuliert geschürten und gelenkten Volkszorns, versprach er als führender Politiker der von ihm gegründeten Volksrepublik China seinem Volk Wohlstand, Gerechtigkeit, nationale Größe und eine bessere Zukunft. Fast dreißig Jahre lang, von 1949 bis 1976, funktionierte das System Mao trotz einiger Rückschläge und Defizite reibungslos. Im Namen einer kommunistischen Größenvision enstand ein epochaler Egotrip mit erschreckenden Auswirkungen: Rund 70 Millionen Menschen fielen den verheerenden Fehlplanungen, Kampagnen, Säuberungswellen, Verfolgungen und Gewaltexzessen der unumschränkten Herrschaft Maos zum Opfer. Mit Terror, Gleichschaltung, Unterdrückung, Einschüchterung, Denunziation und schierer Gewalt zwang er Konkurrenten, Gegner und Andersdenkende unter seinen Willen. Wer sich diesem widersetzte wurde ausgemustert, gedemütigt, isoliert, stigmatisiert, deportiert oder umgebracht.Träumer, Taktiker oder Tyrann? Das Rätsel Mao scheint ungelöst, dennoch versucht sich dieses Radiofeature an einer Erklärung, wer dieser Mann wirklich war.Das Feature können Sie hier nachhören.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Karl Liebknecht - Sozialist und Antimilitarist"

Radiofeature

Karl Liebknecht - Sozialist und Antimilitarist

vom 04.02.2013 | Ulrike Beck

Das Radiofeature widmet sich dem Werdegang und bewegten Leben Karl Liebknechts, der als Marxist und Antimilitarist für seine Überzeugungen letztlich sein Leben gab.Geboren am 13. August 1871 in Leipzig, hatte Liebknecht als Kind nicht viel von seinem Vater Wilhelm, später profitierte er jedoch von ihm: Im Jahr 1900, gleich zu Beginn seines Eintritts in die Sozialdemokratische Partei, bekam er das Angebot für die Stadtverordneten Versammlung in Berlin zu kandidieren, denn die Partei wusste, dass sich mit diesem berühmten Namen punkten ließ. Das Mandat als sozialdemokratischer Stadtverordneter behielt er bis 1913. Als er 1907 die Schrift "Militarismus und Antimilitarismus" für die Jugendarbeit der SPD veröffentlichte, wurde er noch im selben Jahr wegen Hochverrats verurteilt. Bereits während seiner Haftzeit wurde er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, aufgrund seiner radikalen Kritik an der Fraktionsmehrheit folgte jedoch der Ausschluss aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Kurz darauf folgte die Bildung der Gruppe "Internationale", die später als Spartakusbund bekannt wurde. Neben Rosa Luxemburg und Leo Jogiches gehörte er als Gründer und Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands an und rief in seinen Reden wiederholt zum Sturz der sozialdemokratischen Regierung Ebert und Scheidemann auf. Am 9. November 1918 rief Karl Liebknecht vom Balkon des Berliner Schlosses die "Sozialistische Republik" aus. Zwei Stunden zuvor hatte Philipp Scheidemann vor dem Reichstagsgebäude in Berlin die "Deutsche Republik" proklamiert. Am 15. Januar 1919 wurde Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützendivision gefangen genommen und ermordet. Sein Grab ist auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde zu finden.Das gesamte Feature gibt es hier zum Nachhören.

Reichweite der sowjetischen Raketen auf Kuba. Foto: CIA – The John F. Kennedy Presidential Library and Museum, Boston, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Radiofeature

Die Kubakrise von 1962

vom 05.11.2012 | Sabine Straßer

Nie in der Geschichte des Kaltes Krieges waren die USA und Russland einem möglichem Atomkrieg so nah wie während der Kubakrise im Oktober 1962. Diese 13-Tage dauernde militärische Konfrontation untersucht Sabine Straßer in ihrem Radiofeature. Sie beginnt die Sendung mit einem kurzen Zeitportrait: Im März 1962 verschärfte die USA nach der Übernahme Fidel Castros das Handelsembargo gegen Kuba weiter, eine durch die USA inszenierte Konterrevolution scheiterte und Castro verbündete sich daraufhin mit Russland. Wie Bernd Greiner, Hamburger Amerikanist und Politikwissenschaftler, erklärt, intensivierten sich aus dieser Situation heraus die Spannungen zwischen den Blöcken sehr schnell. Nikita Chruschtschow (1894 – 1971) versuchte Kuba in eine „sozialistische Atomfestung“ zu verwandeln. Nachdem der CIA die Bedrohung entdeckte, reagierte die Regierung der USA unter John F. Kennedy (1917 – 1963) mit der Positionierung atomarer Waffen in der Türkei. Der erste große Stellvertreterkonflikt des Kalten Krieges begann. Sabine Straßer analysiert detailliert den Verlauf des 13 Tage andauernden Konfliktes und schildert wie letztlich die Gefahr eines Atomkrieges überwunden wurde.

Radiofeature

Von der Zarenherrschaft zur Diktatur des Proletariats

vom 22.10.2010 | Rainer Volk

Das Radiofeature „Von der Zarenherrschaft zur Diktatur des Proletariats“ von Rainer Volk schildert die turbulenten Ereignisse in Russland in den Jahren 1917/1918. Hauptsächlich geht es darin um die Zeit von der Februarrevolution 1917 bis zum Friedensvertrag von Brest-Litowsk im März 1918.Petrograd, Anfang 1917. Nach Jahren des erfolglosen Krieges leidet die russische Bevölkerung unter Armut und Hunger. Die Verzweiflung treibt die Menschen auf die Straßen, Demonstrationen und Streiks erschüttern das Zarenreich. Es kommt zur Februarrevolution, an deren Ende der Sturz des Zaren und somit der Monarchie steht. Die liberale Übergangsregierung, die zunächst die Führung im Land übernimmt, vermag die versprochene Demokratisierung nicht durchzusetzen. In dieser Zeit anhaltender Armut und Unzufriedenheit fallen die Versprechen des Bolschewisten Lenin für Frieden, Freiheit, Land und Brot bei Arbeitern und Bauern sowie bei den Soldaten an der Front auf fruchtbare Erde. Schließlich ergreifen die Bolschewisten mit der Oktoberrevolution 1917 die Macht, ihr Führer Lenin ruft die „Diktatur des Proletariats“ aus. Wie sich bald zeigen wird, kann er seine Versprechen jedoch nicht halten und die junge Sowjetunion versinkt im Bürgerkrieg. Zu hören ist das Feature hier.

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Tschechoslowakische Bartholomäusnacht vor 60 Jahren – Feldzug gegen katholische Kirche

vom 24.04.2010 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková widmet sich der sogenannten „Aktion K“. Hinter diesem Decknamen verbirgt sich eine drastische Maßnahme, mit der das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei gegen die katholische Kirche vorging. Am 14. April 1950, nur gute zwei Jahre nach Regierungsantritt der Kommunistischen Partei, überfallen bewaffnete Kräfte des Polizei- und Parteiapparats die Klöster der männlichen Orden. Die Ordensmitglieder werden verhaftet, viele von ihnen zur Zwangsarbeit verurteilt. 13 Geistliche überlebten die Verhaftung und die anschließenden Verhöre nicht. Diese Aktion bildet den Auftakt für jahrelange Repressionen gegenüber den Kirchen des Landes: im organisierten Glauben sah das kommunistischen Regime eine Bedrohung seines Anspruches, sämtliche Lebensbereiche der Bevölkerung zu kontrollieren. Im Radiobeitrag kommen Historiker sowie Zeitzeugen zu Wort. Den ganzen Beitrag können Sie hier nachhören.

Screenshot des Radiofeatures

Radiofeature

Lenin – Ein fanatischer Revolutionär

vom 18.07.2016 | Nicole Ruchlak

Nicole Ruchlak untersucht in diesem Feature die Schattenseiten Wladimir Iljitsch Lenins (1870 – 1927). In einem biografischen Abriss wird Lenins Herkunft und die gesellschaftliche Situation Russlands zur Zeit seines Heranwachsens geschildert. Im Alter von 17 Jahren erfährt Lenin einen Bruch, als sein Bruder, der an einem Attentat auf den Zaren beteiligt war, hingerichtet wird. Lenin gehörte nun zu einer geächteten Familie. Ruchlak sieht hierin den „Keim Lenins Hasses“ und den Ursprung seines Willens, die Gesellschaft von Grund auf zu ändern. Im Alter von 18 Jahren beginnt Lenin, marxistische Schriften zu studieren. 1897 wird er nach Sibirien verbannt, nachdem er den „Petersburger Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“ gründete. Mit 30 geht Lenin ins Exil nach München, wo er weiter an seinen Parteiplänen und Pamphleten arbeitet. 1903 übernimmt Lenin – zu diesem Zeitpunkt im Exil in der Schweiz – die Führung der Bolschewiki und verfügt nun über eine Kaderpartei und sogenannte „Berufsrevolutionäre“ und sein Aufstieg beginnt. Die Sendung hinterfragt Lenins taktische „Genialität“ im Verlauf der Revolution sowie den Fanatismus und die Brutalität seiner diktatorischen Herrschaft. Auch die staatlich gelenkte Ikonisierung des Staatsführers noch weit über Lenins Tod hinaus wird thematisiert.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Der Warschauer Pakt: Die Vorgeschichte und Gründung

vom 09.04.2016 | Jitká Mládková

Der Radiobeitrag von Jitká Mládková zeichnet die Gründung des Warschauer Paktes im Jahr 1955 nach. Der Beitrag beginnt damit, den Zuhörerinnen und Zuhörern die berühmt gewordene Rede von Winston Churchill aus dem Jahr 1946 in Erinnerung zu rufen. In dieser prognostiziert Churchill bereits neun Jahre vor der Gründung des Warschauer Paktes die sowjetische Einflusssphäre und prägt den Begriff des „Eisernen Vorhangs“. Anschließend kommt der Historiker und Politologe Jan Adamec zu Wort, der darlegt, wie die damalige Tschechoslowakei sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges für eine kommunistische Regierung entscheidet und damit den Weg für die spätere Mitgliedschaft im Warschauer Pakt ebnet. Am 13. Mai 1955 schließlich unterzeichnen in Warschau die Regierungsvorsitzenden Albaniens, Bulgariens, Ungarns, der DDR, Polens, Rumäniens, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei den „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“, der als „Warschauer Pakt“ in den Alltagssprachgebrauch eingeht. Über die Gründung sowie die Auswirkungen des Paktes sprechen im Beitrag die Militärhistoriker Jaroslav Lánik und Prokop Tomek. Der Warschauer Pakt wird am 1. Juli 1991 aufgelöst. Hören Sie das komplette Radiofeature hier nach.

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Podcast

Sport in the Cold War

vom 05.10.2015

Sport in the Cold War ist eine Podcast-Reihe, die sich mit der Instrumentalisierung des Sports während des Kalten Krieges beschäftigt. Im Gespräch mit seinen Gästen fragt der britische Radioproduzent Vince Hunt nach den Ergebnissen eines Forschungsprojektes zur Globalgeschichte des Sports im Kalten Krieg am Woodrow Wilson Center in Washington. In den bisher 30 Episoden steht jeweils ein Archivdokument oder ein Ereignis im Mittelpunkt, das die Geschichte des Sports geprägt hat. Die Themen reichen von John F. Kennedy, der von der US-amerikanischen Eishockeymannschaft nach der Weltmeisterschaft 1963 eine Rechtfertigung für ihr schlechtes Abschneiden verlangte, über Proteste der ostdeutscher Fußballfans gegen die von der Staatssicherheit arrangierten Erfolge von BFC Dynamo bis zu den sozialistischen Weltfestspielen der Jugend und Studenten, bei denen auch sportliche Wettbewerbe ausgetragen wurden. Hören Sie den Podcast hier nach

Screenshot der Sendungsseite des radioWissen-Features "Der Vietnamkrieg: Ein Albtraum in Indochina"

Radiofeature

Der Vietnamkrieg - Ein Alptraum in Indochina

vom 20.03.2015 | Michael Zametzer

3,5 Millionen Vietnamesen kostet er das Leben - und 55.000 Amerikanern: der Vietnamkrieg. Dieses radioWissen-Feature gibt einen Einblick in Verlauf und Auswirkungen des Krieges, veranschaulicht anhand von Originalaufnahmen und Erläuterungen eines Historikers. Der Vietnamkrieg beginnt 1955, nach der Teilung des Landes in einen kommunistischen Norden - die Volksrepublik Vietnam unter der Führung Ho Chi Minhs - und einen antikommunistischen Süden unter der Führung des Diktators Ngo Dienh Diem. Die USA unterstützen Südvietnam im Kampf gegen die Vietcong. Damit sind vor allem die Guerillas der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams gemeint. Sie sind den US-Truppen zwar, was Ausrüstung und Technologie angeht, weit unterlegen. Doch da sie das Dickicht des Dschungels besser zu nutzen wissen als die Amerikaner, überraschen sie ihre Gegner oft aus dem Hinterhalt. Die USA schlagen zurück, schießen aus Hubschraubern auf alles, was sich bewegt und setzen chemische Waffen ein, wodurch auch viele Zivilisten sterben. Auch die Vietcong verüben grausame Massaker an der Zivilbevölkerung. Die Bilder des Krieges gehen um die Welt und rufen sowohl in den USA als auch in Europa für Empörung. Erst im Jahr 1973 ziehen die amerikanischen Truppen aus Vietnam ab. Hier können Sie das Feature nachhören.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

ČSSR 1989: Es muss doch endlich etwas passieren…

vom 15.11.2014 | Jakub Šiška

Jakub Šiškas Radiofeature “ČSSR 1989: Es muss doch endlich etwas passieren…” setzt sich mit den Ereignissen auseinander, die dem Sturz des kommunistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei vorangehen. Den Anfang verortet der Beitrag in der Sowjetunion: In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre ließ Michail Gorbatschows Reformprogramm “Perestroika” in der Bevölkerung die Hoffnung auf Veränderung auch im eigenen Land wachsen. Ein weiteres wichtiges Ereignis ist die Veröffentlichung der Petition “Einige Sätze” durch eine Gruppe Oppositioneller um Václav Havel, die Missstände anprangert und freheitliche Grundrechte von der Regierung einfordert. Während die staatlich kontrollierten Medien in der ČSSR den Text der Petition lediglich negativ kommentieren, wird er über ausländische Radiosender verbreitet und gelangt so an eine breite Öffentlichkeit. Doch nicht nur Textprodukte der Opposition tragen zu einer zunehmend breiter werdenden Protestbewegung bei. Ironischerweise sind es auch die Texte des Regimes selbst, die in ihrer allzu offensichtlichen Hilflosigkeit und Überforderung in Anbetracht des Widerstands zur weiteren Aushöhlung der staatlichen Macht beitragen. Der Radiobeitrag macht deutlich, dass die Samtene Revolution nicht aus dem Nichts heraus geschah, sondern dass unterschiedliche Ereignisse und Prozesse im In- und Ausland den Weg für sie ebneten. Der Beitrag liefert einen Überblick über wichtige Ereignisse und bereichert diesen mit den Berichten von Zeitzeugen. Hören Sie das komplette Radiofeature hier nach.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Husáks Kinder und die Sozialpolitik der 1970er-Jahre

vom 17.05.2014 | Jakub Šiška

Jakub Šiška widmet sich in seinem Radiofeature der Sozialpolitik der 1970er-Jahre in der damaligen Tschechoslowakei. Diese ist nachhaltig von den Ereignissen des Prager Frühlings 1968 geprägt. Nach dessen gewaltsamer Niederschlagung durch Truppen des Warschauer Paktes im August schlägt die Aufbruchsstimmung in der Bevölkerung in Resignation um, während sich das kommunistische Regime seine Macht durch zunehmend autoritäre Regierungsführung sichert. Dies zeigt sich unter anderem in verschärfter Pressezensur sowie Ausreise- und Berufsverboten. Nichtsdestotrotz ist die Regierung bemüht, Maßnahmen zu entwickeln, die ihr die Loyalität der Bevölkerung sichern würden. Eine Maßnahmen besteht in der Ausweitung der Sozialpolitik. Im Fokus dieser Ausweitung stehen Familien mit Kindern. Ein erhöhtes Geburtsgeld und zinslose Darlehen für junge Ehepaare sollen der Bevölkerung Anreize zur Familiengründung liefern. Tatsächlich steigen die Anzahl der Eheschließungen sowie der Geburten bereits in den frühen 1970er-Jahren stark an. Ob dies allein auf die sozialpolitischen Maßnahmen dieser Zeit zurückzuführen ist, wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern jedoch bezweifelt. Diejenigen, die in dieser Zeit geboren werden und aufwachsen, werden – auch im offiziellen Sprachgebrauch – „Husáks Kinder“ genannt, nach dem damaligen kommunistischen Parteichef Gustáv Husák. Den kompletten Beitrag können Sie hier nachhören. 

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Der Koreakrieg: Wie aus Brüdern Feinde wurden"

Radiofeature

Wie aus Brüdern Feinde wurden

vom 02.12.2013 | Isabella Arcucci

Einleitend mit dem Volkslied "Arirang", das sowohl in Nord- als auch in Südkorea gesungen wird, beschäftigt sich das Radiofeature mit der Frage nach der koreanischen Identität, die so schnell nicht gelöst werden kann, zumindest solange die Teilung Koreas nicht überwunden ist. Von Historikern oft auch als der "vergessene Krieg" betitelt, forderte der Koreakrieg, der bis heute nicht wirklich beendet ist, zwischen 1950 und 1953 mehrere Millionen Menschenleben und hinterlässt ein gespaltenes Volk, das seit Ende des 19. Jahrhunderts um seine nationale Identität kämpft. 1894 geriet das Kaiserreich Korea unter die Vorherrschaft Japans und wurde 1910 annektiert. Nach der Kapitulation Japans im Jahr 1945 wurde Korea nicht befreit, sondern unter den Siegermächten Sowjetunion und USA in zwei Besatzungszonen aufgeteilt. Der Beitrag beschäftigt sich ausführlich mit dem Verlauf des Koreakrieges und der Frage danach, ob es irgendwann ein wiedervereinigtes Korea geben wird.  Hier können Sie das Radiofeature nachhören.

Screenshot des Features "Die Kulturrevolution in China" auf Bayern 2

Radiofeature

Die Kulturrevolution in China - Mehr als ein Kampf um die Macht

vom 15.07.2013 | Henriette Wrege

China, Mitte der 1960er-Jahre. Die Machtposition des Parteiführers Mao Zedong ist geschwächt. Seine fehlgeleitete Wirtschaftspolitik wird für den Tod von Millionen von Chinesen während der großen Hungersnot verantwortlich gemacht. Im Pekinger Politbüro wird nun auf eine markt- und leistungsorientierte Politik gesetzt; Mao wirft der Regierung vor, den kapitalistischen Weg eingeschlagen zu haben. Auch wenn er gegen die innerparteiliche Opposition nicht ankommt, gelingt es Mao, die große Mehrheit der Bevölkerung hinter sich zu bringen. Als Rote Garden vereinigt, kämpfen Studenten, Schüler und Arbeiter im Namen Maos gegen angebliche Revisionisten, Bourgeoise und Konterrevolutionäre. Dabei gehen sie mit Demütigung, Denunziation und Gewalt gegen ihre Lehrer, Nachbarn, ja sogar Familienmitglieder vor. Illustriert mit Erinnerungen einer früheren Rotgardistin sowie Erläuterungen von Experten beleuchtet dieses Radiofeature Ursachen und Auswirkungen der "Großen Proletarischen Kulturrevolution". Hier können sie das Feature nachhören.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

1948: Die Maschinerie der tschechoslowakischen Justiz setzt sich unter der Regie Moskaus in Bewegung

vom 01.12.2012 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková widmet sich einem Kapitel tschechoslowakischer Rechtsgeschichte. Die Kommunistische Partei beginnt bereits direkt nach ihrer Machtübernahme 1948 mit der sogenannten „Bereinigung“ des öffentlichen Lebens: der Enthebung von als Regimegegnerinnen und -gegnern eingestuften Personen von ihren Positionen in Verwaltung, Schulen, Medien, und anderen Institutionen. Zudem beginnt die sowjetischen Regierung unter Josef Stalin zunehmend, Druck auf die Regime der Satellitenstaaten auszuüben und politische „Säuberungen“ nach sowjetischem Vorbild durchzuführen. In der Tschechoslowakei kommt es in den frühen 1950er-Jahren schließlich zu mehreren Schauprozessen, im Zuge derer viele der Angeklagten zum Tode verurteilt werden. Dies ist jedoch nur der Auftakt eines Systems von Repression, welches bis zum Ende des kommunistischen Regimes noch unzähligen Menschen ihre Freiheit oder gar ihr Leben kosten wird. Das Radiofeature widmet sich der Frage, welche Faktoren in diesem Prozess relevant waren und aufgrund welcher Helferinnen und Helfer er erfolgreich sein konnte.

Screenshot des Podcasts "How McCarthyism Works"

Podcast

How McCarthyism Works

vom 13.12.2011 | Charles Bryant, Josh Clark

Charles (Chuck) Bryant und Josh Clark erklären in einem ihrer Podcasts den Ursprung und die Bedeutung des Begriffs „McCathyism“. Weitere kurze Textblocks informieren über das Leben und die Taktik des US-amerikanischen Senators und Republikaners Joseph McCarthy (1908–1957), der seit 1950 hart gegen reale und vermeintliche kommunistische Verschwörungen in den USA und gegen die angebliche Unterwanderung der Regierung vorging. Seine Methoden und die Verdächtigungen von Politikern, Militärs sowie Medienvertretern schürten in der Gesellschaft ein Klima der Angst. Der Begriff „McCarthyism“ tauchte zum ersten Mal am 29. März 1950 in einer Karikatur der „Washington Post“ auf. Das Phänomen, Menschen der Illoyalität und Subversion zu bezichtigen, häufig auch in Verbindungen mit Russland, wird heute als „New McCarthyism“ bezeichnet. Hören Sie den Podcast hier nach

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Wie die Samtene Revolution die Sicht auf den Prager Frühling verändert hat

vom 23.08.2010 | Daniel Geschwend

Daniel Gschwends Interview mit Jürgen Danyel widmet sich der Frage, ob es eine direkte Entwicklungslinie vom Prager Frühling 1968 hin zur Samtenen Revolution 1989 gegeben habe. Diese direkte Beziehung wird bereits von den protestierenden Studierenden der Samtenen Revolution impliziert, als sie auf ihren Plakaten die Zahlen 68 und 89 - die sich entsprechen, wenn man sie auf den Kopf stellt - plazieren. Danyel sieht die Beziehung zwischen den beiden Bewegungen zum einen in einer symbolischen Form, die 1989 die Aufbruchstimmung des Prager Frühlings zu reproduzieren versucht. Zum anderen habe die Rückkehr führender Vertreter des Prager Frühlings in die Öffentlichkeit einen legitimierenden und integrierenden Einfluss auf die Bewegung 1989 genommen. Weiter sprechen Gschwend und Danyel über die Kontinuität des Schlagwortes des Prager Frühlings vom “Sozialismus mit menschlichem Antlitz”, tschechische Subkultur und das aktuelle Gedenken an den Prager Frühling. Jürgen Danyel ist stellvertretender Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam. Das ganze Interview mit Jürgen Danyel können Sie hier nachhören.

 Die Mediathek der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte, Screenshot von der Website

Veranstaltungsmitschnitt

Mediathek der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte

vom 19.03.2010 | bis zum 03.12.2016

Die Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte sind Tagungen, die das Hamburger Instituts für Sozialforschung in Kooperation mit dem Einstein Forum Potsdam seit März 2010 ausrichtet, damit Zeithistoriker ihr Engagement nicht ausschließlich der Geschichtswissenschaft widmen, sondern auch für andere Gebiete und für soziologische, philosophische, psychologische, sowie moralische Fragen offen bleiben. Mit der Absicht dem Unerwarteten Raum zu geben, sind diese Zusammenkünfte als Laboratorien gedacht - als Forum für neue, provokante Ansätze und als Ort des Ausprobierens verschiedener Wege, unabhängig von den Zwängen des traditionellen akademischen Betriebs. Die Mediathek stellt sämtliche Aufzeichnungen der vier Mal im Jahr stattfindenen Tagungen zum Nachhören bereit. Unter anderem erörtet Martin Schaad in der Aufnahme "Blackbox Moskau" wie man Stalinist wird, Jörg Baberowski spricht in "Er gab uns das Lachen zurück" über Nikita Chruschtschow und die Entstalinisierung und Alena Ledeneva betrachtet in "Informal To The Core?" den Wandel der russischen Gesellschaft aus der globalen Perspektive.

Screenshot der Webiste des Radiofeatures

Radiofeature

Deportation und Exil

vom 11.07.2016 | Julia Devlin

Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen im September 1939 beginnt für viele Ostpolen eine jahrelange Odyssee, geprägt von Deportation, Exil und Elend. Dieses Radiofeature erzählt von dem Martyrium, das hunderttausende, wenn nicht sogar über eine Million Polen durchlebt haben. Kurz nach der Besetzung Ostpolens beginnt Stalin mit der Deportation angeblich antisowjetischer Personen. Diesem Personenkreis gehört seiner Ansicht nach ein Großteil der gesellschaftlichen Elite an, also Akademiker, Politiker, Geschäftsleute, Polizisten. Sie werden einschließlich ihrer gesamten Familien in Viehwagons in sowjetische Arbeitslager in Sibirien und Kasachstan deportiert. Dort prägen Hunger, Krankheit und harte körperliche Arbeit das Leben, viele sterben. Im Juni 1941 ändert Stalin seine Polenpolitik. Nachdem Hitler die Sowjetunion angreift, braucht Stalin Unterstützung im Kampf gegen die Wehrmacht. Mit der polnischen Exilregierung vereinbart er die Gründung einer neuen polnischen Armee sowie die Freilassung von deportierten Polen. Die Freigelassenen strömen in Transitlager, die mit der Versorgung der vielen Menschen, die meist in miserablem Zustand ankommen, völlig überfordert sind. 1942 werden die polnischen Zivilisten und Soldaten in den Iran verlegt; auf der Überfahrt sterben wieder etliche. Während die Männer von ihrem neuen Lager aus in den Krieg ziehen, emigrieren viele Frauen mit ihren Kindern und älteren Familienmitgliedern, viele davon in damalige britische Gebiete zum Beispiel in Afrika und Indien, aber auch nach England. 1945 wird Polen der Sowjetunion zugesprochen und die Hoffnung der Exil-Polen auf eine sichere Heimkehr in die alte Heimat wird zerschlagen. Das gesamte Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot des Radiofeatures auf BR2

Radiofeature

Kommunistenjäger – Wie Joe McCarthy zum Großinquisitor der USA wurde

vom 08.02.2016 | Uli Mayer

Uli Mayer portraitiert in diesem Radiofeature den US-amerikanischen Senator Joseph McCarthy (1906 – 1956). Der republikanische Politiker initiierte 1950 eine antikommunistische Kampagne, welche die Gesellschaft der USA auch über dessen Amtszeit hinaus stark prägte (McCarthy-Ära). Grundlage der Kampagne war eine nicht-existente Namensliste angeblicher Kommunisten, die im Außenministerium arbeiten würden. Nach einer Zusammenfassung des Werdegangs McCarthys zeichnet Uli Mayer ein differenziertes Bild der Auswirkungen dessen Verschwörungstheorie auf Politik, Medien und Gesellschaft. Mayer hebt in seinem Beitrag besonders den für McCarthys typischen strategischen Umgang mit den Medien hervor. Erst in McCarthys zweiter Amtszeit entwickelte sich der korrupte Senator vom „Hinterbänkler“ zum Politstar, indem er mit seiner Verleumdungskampagne, für die er keinerlei Beweise vorlegen konnte, landesweit Schlagzeilen machte. Das bald darauf gegründete „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ fungierte als politisches Organ der von McCarthy initiierten „Hetzjagd“ gegen Kommunisten (Vgl. Sendung). Die Sendung arbeitet mit Texten des Republikaners wie beispielsweise seinem Telegramm an den Präsidenten Truman welche seine denunziatorische Taktik verdeutlichen.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Tod an der Grenze: Der Fall Hartmut Tautz und die Ahndung kommunistischer Verbrechen

vom 08.08.2015 | Annette Kraus

Der 18-jährige DDR-Bürger Hartmut Tautz wollte Musik studieren, was ihm auf Grund seiner bürgerlichen Herkunft verwehrt wurde. Um sich seinen Traum trotzdem erfüllen zu können, verließ er sein Land und reiste im August 1986 nach Prag und von dort aus weiter nach Bratislava. Kurz bevor er die Grenze nach Österreich überwinden konnte berührte er einen Signaldraht bei der Grenzwachbrigade Bratislava. In der Nacht vom 9. August 1968 erlag Hartmut Tautz im Militärkrankenhaus Bratislava seinen schweren Verletzungen, die ihm die Hunde der Grenzsoldaten zugefügt hatten. Der Fall Hartmut Tautz ist nur ein Beispiel von hunderten Flüchtlingen, die bis 1989 an der tschechoslowakischen Grenze ihr Leben ließen. An ihr Schicksal erinnert nun die Plattform „Gedenken und Gewissen“, die eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen für den Tod von hunderten Flüchtlingen vor einem internationalen Gerichtshof fordert. Das Radiofeature „Tod an der Grenze: Der Fall Hartmut Tautz und die Ahndung kommunistischer Verbrechen“ von Annette Kraus macht auf den Fall Hartmut Tautz und die Notwendigkeit, dass solche Verbrechen geahndet werden müssen aufmerksam. Zu diesem Zweck gründete sich 2011 die Plattform „Gedenken und Gewissen“, die eine gesamteuropäische Aufarbeitung dieser kommunistischen Verbrechen verfolgt. Insgesamt 48 Regierungsinstitutionen, NGOs und Opferverbände aus 18 Ländern haben sich der Plattform angeschlossen und betreiben eine Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen. Bis heute blieben die Verantwortlichen größtenteils unbestraft, vor allem, weil nach 1989 fast alle Richter des alten Regimes in die neue Justiz übernommen wurden. Neben den Todesfällen an der Grenze beschäftigt sich die Plattform mit einem weiteren bisher wenig beachteten Kapitel: Der Vertreibung der türkischen Minderheit aus Bulgarien im Sommer 1989.

Screenshot der Sendungsseite des Features "Nikita Chruschtschow: Mehr als der Mann mit dem Schuh"

Radiofeature

Nikita Chruschtschow. Mehr als der Mann mit dem Schuh

vom 16.02.2015 | Julia Smilga

Er lässt Millionen Gefangener aus russischen Straflagern frei und läutet in der Sowjetunion die Tauwetter-Periode ein. Er ist aber auch mitverantwortlich für den Bau der Berliner Mauer und lässt den Volksaufstand in Ungarn im Jahr 1956 blutig niederschlagen: Nikita Chruschtschow, der Nachfolger Stalins an der Spitze der UdSSR. In diesem Radiofeature geht es um die zwiespältige Persönlichkeit des KpdSU-Chefs. Ist er doch zu Stalins Lebzeiten sein treuer Anhänger, verurteilt Chruschtschow nach dessen Tod die Unterdrückung der Bevölkerung und den Personenkult um Stalin. Chruschtschow möchte das Land und die Gesellschaft öffnen, er spricht von einer "friedlichen Koexistenz" von Osten und Westen. Doch die Öffnung ist ihm nur bis zu einem gewissen Grad recht. Als die DDR - aufgrund der Massenabwanderung gut Ausgebildeter in den Westen - droht auszubluten, befiehlt er den Bau der Berliner Mauer. Als der ungarische Ministerpräsident ein Mehrparteiensystem einführen und den Warschauer Pakt verlassen will, setzt er ihn ab und lässt ihn hinrichten. Chruschtschow ist international für sein rüpelhaftes Auftreten bekannt. Ein berühmtes Beispiel dafür ist sein Wutausbruch auf einer UN-Vollversammlung, in der er mit seinem Schuh auf den Tisch schlägt. Hören Sie das Feature hier.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Sowjetischer Gulag: Leben in der Eishölle"

Radiofeature

Leben in der Eishölle

vom 01.09.2014 | Nicole Ruchlak

Der Beitrag von Nicole Ruchlak erzählt auf eine sehr bewegende Art vom Unrecht, das Millionen Menschen im sowjetischen Gulag erleiden mussten und geht dabei insbesondere auf die Geschichte der Journalistin und Autorin Ursula Rumin ein. Während der Stalinzeit wurde sie – wie so viele andere auch – ohne Beweise wegen angeblicher Spionagetätigkeit zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt. Vom Gefängnis der sowjetischen Geheimpolizei in Berlin-Karlshorst, wurde sie nach Workuta, eines der gefürchtetsten Zwangsarbeitslager der Sowjetunion, geschickt.Das Radiofeature gibt einen Einblick in die dort vorherrschende Grausamkeit: In den unerbittlichen Ausbeutungslagern wurde nicht nur die menschliche Arbeitskraft missbraucht, sie waren auch Orte der Vernichtung. Menschen wurden durch Verhungern oder Arbeiten zu Tode gebracht und allein im Jahr 1937 wurden auf Befehl Stalins 10.000 Häftlinge erschossen. Frauen litten besonders stark unter den prekären hygienischen Verhältnissen und der psychischen Gewalt. Zudem wurden sie Opfer sexueller Zudringlichkeiten und Nötigungen durch männliche Häftlinge oder Lagerpersonal und erlitten schwere Traumatisierungen durch die Trennung von ihren Kindern.Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot des Features bei Radio Praha

Radiofeature

Chruschtschow, Novotný und die Tschechoslowakei

vom 03.05.2014 | Jitka Mládková

Anlässlich des 120. Geburtstags Nikita Chruschtschows und des 110. Geburtstag Antonín Novotnýs im Jahre 2014 ergründet Jitka Mládková das Verhältnis der Sowjetunion und der ČSSR in der Zeit der Entstalinisierung in diesem Radiofeature von Radio Praha. Besonders geht es dabei um das Verhältnis von Chruschtschow und Novotný, die beide 1953 die Vorsitzenden der kommunistischen Parteien ihrer Länder wurden. Die Autorin beginnt beim XX. Parteitag der KPdSU, der im Februar 1956 in Moskau stattfand und weitreichende politische Folgen für die Länder des „Ostblocks“ hatte: Chruschtschow geißelte seinen Vorgänger Josef Stalin für die massenhaften, willkürlichen Verhaftungen, Deportationen und für die zahllosen Morde an der eigenen Bevölkerung. Er weckte damit viele Hoffnungen auf eine Modernisierung des Kommunismus, die noch im selben Jahr mit der Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn wieder begraben wurden. Im Feature geht es um die Kontakte zwischen Novotný und Chruschtschow in dieser Zeit, aber auch um die Besuche des Parteichefs der KPdSU in der Tschechoslowakei, der den Satellitenstaat als Experte für Landwirtschaft besuchte. Sie können das Feature auf der Website von Radio Praha nachhören.

Screenshot des Radiofeatures auf BR2

Radiofeature

Stalin – Der Diktator des Proletariats

vom 11.11.2013 | Thomas Grasberger

Der russische Diktator Josef Wissarionowitsch Stalin (1878 – 1953), steht im Zentrum dieses Features von Thomas Grasberger. Zu Beginn erörtert Grasberger, wie es Stalin gelang – obwohl Lenin seine Parteikollegen ausdrücklich vor ihm gewarnt hatte – mit intriganten Mitteln gegen seinen Konkurrenten Trotzki zum „uneingeschränkten Alleinherrscher der Sowjetunion“ aufzusteigen (Vgl. Sendung). Die Sendung schildert die Methoden des „raffinierten und wendigen Taktikers“ als intrigant, repressiv und grausam. Vertiefende Analysen des Historikers Manfred Hildermeier machen die Entwicklung vom Bolschewismus zum Stalinismus nachvollziehbar. Stalin stellte Parteikollegen, die nicht auf seiner Linie waren, als „Rechte Opposition“ und als Anzeichen einer Wiedererstarkung des Kapitalismus dar. Nachdem er so die Opposition erfolgreich aus dem Weg geräumt hat, setzte er radikal seine Politik der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft durch. Auf Hungersnöte und Massenaufstände auf dem Land reagierte Stalin mit massenhafter Deportation in Zwangslager. Grasberger thematisiert abschließend den noch lang nach dessen Tod anhaltenden Personenkult um den russischen Machthaber. Das Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "17. Juni 1953 - Legende und Wirklichkeit eines Volksaufstandes"

Radiofeature

17. Juni 1953 - Legende und Wirklichkeit eines Volksaufstandes

vom 08.07.2013 | Rainer Volk

"Wäre es da / Nicht doch einfacher, die Regierung / Löste das Volk auf und / Wählte ein anderes?", schrieb Bertolt Brecht über die Ereignisse des 17. Juni 1953 in seinem Gedicht "Die Lösung". Wohl niemand konnte vorab ahnen, welchen Stellenwert dieser Schicksalstag in der deutschen Nachkriegsgeschichte einnehmen würde. Innerhalb weniger Stunden entwickelte sich aus einem Arbeiterprotest und einem Streik in der DDR ein Volksaufstand, der mit einer Bilanz von mehr als 50 Toten und ca. 10.000 Festnahmen blutig niedergeschlagen wurde. Das Radiofeature erklärt die Beweggründe, die zum Aufstand führten, beschreibt wie der Streik innerhalb weniger Stunden ein ganzes Land ergriff, es zum Ausruf des Ausnahmezustandes im sowjetischen Sektor von Berlin kam und geht insbesondere auf die Tatsache ein, dass sich dennoch kein einheitlicher, an allen Orten ähnlich ablaufender Aufstand ereignete. Stattdessen nahmen die spontanen Erhebungen einen äußerst unterschiedlichen regionalen Verlauf. In den industriellen Ballungsgebieten, etwa Leipzig, Halle, Bitterfeld, Magdeburg, Dresden und Görlitz, erreichte der Aufstand einen zum Teil höheren Organisationsgrad als in Ost-Berlin.Hier können Sie das gesamte Feature nachhören.

Screenshot des Podcasts "Der Mann hinter Marx"

Didaktisches Material | Radiofeature

Der Mann hinter Marx: Friedrich Engels, Sozialist und Kaufmann

vom 23.11.2012

Auf seiner Website bietet der Radiosender Bayern 2 in der Kategorie radioWissen einen Podcast und begleitendes Material für den Unterricht über das Leben und Wirken des Philosophen Friedrich Engels an. In dem 20-minütigen Audiobeitrag wird der Mann vorgestellt, der zusammen mit Karl Marx die Gesellschaftstheorie entwarf, die heute Marxismus genannt wird. Der 1920 als ältester Sohn eines preußischen und streng christlichen Textilfabrikanten geborene Friedrich Engels machte zunächst eine Kaufmannslehre und war bis zum Alter von 50 Jahren in leitender Position in der väterlichen Spinnerei in Manchester tätig. Mit dem Geld, das er dabei verdiente, unterstützte er Marx bei der Arbeit an dessen Lebenswerk Das Kapital. Seine eigenen Texte über die bevorstehende Revolution des Proletariats verfasste Engels nach Feierabend. Der Podcast ist auch Teil der Arbeitsmaterialien, die zur Einbindung des Themas in den Geschichtsunterricht online zur Verfügung gestellt werden.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Gefangen im Gulag - die ersten tschechischen Opfer des Kommunismus

vom 29.10.2011 | Till Janzer, Milena Štráfeldová

Till Janzer und Milena Štráfeldová thematisieren in diesem Radiofeature die Schicksale derjenigen Tschechoslowakinnen und Tschechoslowaken, die nach Ende des zweiten Weltkriegs in sowjetischen Lagern inhaftiert waren - und ihren vergeblichen Kampf um Entschädigung. Für die meisten Bürgerinnen und Bürger der damaligen Tschechoslowakei bedeutet der Einmarsch der Roten Armee die Befreiung nach Jahren deutscher Besatzung. Nicht jedoch für diejenigen unter ihnen, die aus unterschiedlichen Gründen und manchmal aus Willkür, ins Visier des sowjetischen Geheimdienstes geraten und - mit Unterstützung von einheimischen Kommunistinnen und Kommunisten -  verhaftet werden. Eine Verhaftung bedeutet in den meisten Fällen die Verschleppung, Internierung und Zwangsarbeit in sowjetischen Lagern. Der Alltag der Gefangenen ist geprägt von Hunger, Kälte und Gewalt. Für diejenigen, die die Lagerhaft überleben und Jahre später wieder in die Tschechoslowakei zurückkehren können, bedeutet die Rückkehr oft drastische Benachteiligungen gegenüber der restlichen Bevölkerung: Als ehemalige Strafgefangene werden sie von der tschechoslowakischen Regierung nur widerwillig aufgenommen und als billige Arbeitskräfte Kolchosen zugeteilt. Dokumente in tschechischen oder slowakischen Archiven, die den Leidensweg der Opfer nachverfolgen lassen, gibt es keine. Die Bürgervereinigung „Oni byli první“ (“Sie waren die ersten”) setzt sich seit Jahren für eine Entschädigung der Opfer durch den tschechischen Staat ein - bisher vergeblich. Hören sie das gesamte Feature hier.

Screenshot des Features auf Bayern 2

Radiofeature

Prager Frühling – Das Ende am 21. August 1968

vom 10.08.2010 | Ulrich Chaussy

Dieses Radiofeature von Ulrich Chaussy behandelt die Niederschlagung des Prager Frühlings am 21. August 1968. Sie bedeutete das Ende einer Reformbewegung, die versuchte politische, kulturelle und wirtschaftliche Freiheiten zu verwirklichen und so einen demokratischen Sozialismus auf den Weg zu bringen. Die Staaten des Warschauer Pakts verstanden dies als Gefährdung durch sogenannte konterrevolutionäre Kräfte. Sie reagierten mit einer Militärintervention – eine halbe Millionen Soldaten marschierten in der Nacht zum 21. August 1968 in das Land ein. Der gewaltlose Widerstand der tschechischen Bevölkerung, zu dem die Regierungspartei aufgerufen hatte, war demgegenüber chancenlos. Ein Großteil der Regierung wurde entmachtet und festgenommen. Bald darauf wurde der linientreue Gustáv Husák ins Amt gesetzt. Der Widerstand der Bevölkerung war zwar gewaltlos, jedoch nicht passiv. Durch zivilen Ungehorsam versuchte man, die Besatzung zu schwächen. Bis zum September 1968 verloren 71 Tschechoslowaken ihr Leben.Das Feature verwendet Interviews mit Zeitzeugen und Radiomitschnitte des tschechoslowakischen Rundfunks, der ab dem 21. August aus dem Untergrund sendete.

Screenshot der Website von Radio Praha

Radiofeature

Die Kollektivierung der Landwirtschaft - eines der schwersten Verbrechen des kommunistischen Regimes

vom 12.09.2009 | Jakub Šiška

Jakub Šiška thematisiert in diesem Radiofeature die Maßnahmen zur Kollektivierung der Landwirtschaft, die in den 1950er-Jahren durch das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei umgesetzt werden. Entsprechend des sowjetischen Vorbilds soll die private Landwirtschaft kollektiviert werden. Der Widerstand derjenigen Landwirtinnen und Landwirte, die versuchen, sich diesen Maßnahmen zu entziehen, wird durch staatliche Repressionen gebrochen. Die Kollektivierung ist von enormen Ausmaß: Allein im Zuge der “Aktion Kulak”, die in den Jahren 1951-1953 stattfand, werden mindestens 2000 Familien von ihren Gehöften vertrieben. Die neu gegründeten landwirtschaftlichen Genossenschaften führen allerdings nicht zu den erhofften gesteigerten Erträgen: als Leiterinnen und Leiter der Genossenschaften werden oft Parteifunktionärinnen und -funktionäre bestimmt, die keine Erfahrung in der Landwirtschaft besitzen. Dies wirkt sich nicht nur kurzfristig negativ auf die Erträge aus, sondern prägt durch fehlerhafte Bewirtschaftung und radikale Eingriffe in die Natur bis heute die Umwelt der damaligen Tschechoslowakei. Hören Sie das komplette Radiofeature hier nach.