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Deportation und Exil

Eine polnische Odyssee im Zweiten Weltkrieg

Audios | Radiofeature | vom 11.07.2016

Julia Devlin

Screenshot der Webiste des Radiofeatures
Screenshot der Webiste des Radiofeatures

Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen im September 1939 beginnt für viele Ostpolen eine jahrelange Odyssee, geprägt von Deportation, Exil und Elend. Dieses Radiofeature erzählt von dem Martyrium, das hunderttausende, wenn nicht sogar über eine Million Polen durchlebt haben. Kurz nach der Besetzung Ostpolens beginnt Stalin mit der Deportation angeblich antisowjetischer Personen. Diesem Personenkreis gehört seiner Ansicht nach ein Großteil der gesellschaftlichen Elite an, also Akademiker, Politiker, Geschäftsleute, Polizisten. Sie werden einschließlich ihrer gesamten Familien in Viehwagons in sowjetische Arbeitslager in Sibirien und Kasachstan deportiert. Dort prägen Hunger, Krankheit und harte körperliche Arbeit das Leben, viele sterben. Im Juni 1941 ändert Stalin seine Polenpolitik. Nachdem Hitler die Sowjetunion angreift, braucht Stalin Unterstützung im Kampf gegen die Wehrmacht. Mit der polnischen Exilregierung vereinbart er die Gründung einer neuen polnischen Armee sowie die Freilassung von deportierten Polen. Die Freigelassenen strömen in Transitlager, die mit der Versorgung der vielen Menschen, die meist in miserablem Zustand ankommen, völlig überfordert sind. 1942 werden die polnischen Zivilisten und Soldaten in den Iran verlegt; auf der Überfahrt sterben wieder etliche. Während die Männer von ihrem neuen Lager aus in den Krieg ziehen, emigrieren viele Frauen mit ihren Kindern und älteren Familienmitgliedern, viele davon in damalige britische Gebiete zum Beispiel in Afrika und Indien, aber auch nach England. 1945 wird Polen der Sowjetunion zugesprochen und die Hoffnung der Exil-Polen auf eine sichere Heimkehr in die alte Heimat wird zerschlagen. Das gesamte Radiofeature können Sie hier nachhören.