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Husáks Kinder und die Sozialpolitik der 1970er-Jahre

Audios | Radiofeature | vom 17.05.2014

Jakub Šiška

Screenshot der Website von Radio Praha
Screenshot der Website von Radio Praha

Jakub Šiška widmet sich in seinem Radiofeature der Sozialpolitik der 1970er-Jahre in der damaligen Tschechoslowakei. Diese ist nachhaltig von den Ereignissen des Prager Frühlings 1968 geprägt. Nach dessen gewaltsamer Niederschlagung durch Truppen des Warschauer Paktes im August schlägt die Aufbruchsstimmung in der Bevölkerung in Resignation um, während sich das kommunistische Regime seine Macht durch zunehmend autoritäre Regierungsführung sichert. Dies zeigt sich unter anderem in verschärfter Pressezensur sowie Ausreise- und Berufsverboten. Nichtsdestotrotz ist die Regierung bemüht, Maßnahmen zu entwickeln, die ihr die Loyalität der Bevölkerung sichern würden. Eine Maßnahmen besteht in der Ausweitung der Sozialpolitik. Im Fokus dieser Ausweitung stehen Familien mit Kindern. Ein erhöhtes Geburtsgeld und zinslose Darlehen für junge Ehepaare sollen der Bevölkerung Anreize zur Familiengründung liefern. Tatsächlich steigen die Anzahl der Eheschließungen sowie der Geburten bereits in den frühen 1970er-Jahren stark an. Ob dies allein auf die sozialpolitischen Maßnahmen dieser Zeit zurückzuführen ist, wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern jedoch bezweifelt. Diejenigen, die in dieser Zeit geboren werden und aufwachsen, werden – auch im offiziellen Sprachgebrauch – „Husáks Kinder“ genannt, nach dem damaligen kommunistischen Parteichef Gustáv Husák. Den kompletten Beitrag können Sie hier nachhören. 

Spieldauer

10:34 Min.

Produziert von