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Juden im sozialistischen Polen: "Von Religion total abgeschnitten"

Audios | Radiofeature | vom 19.09.2018

Markus Dichmann und David Kowalksi

Screenshot von deutschlandfunk.de
Screenshot von deutschlandfunk.de

Der Radiobeitrag von Markus Dichmann und David Kowalksi widmet sich der Frage jüdischer Identität im sozialistischen Polen. Hauptteil des Beitrags sind die persönlichen Eindrücke von Danka und Henri Kowalski sowie Jan Gross. Sie stammen aus jüdischen Familien in Warschau und waren Mitglieder des "Klubs der Widerspruchssuchenden", eines Lesekreises, in dem vom Regime verbotene Literatur gelesen wurde. Während ihres Aufwachsens spielt ihre Religion keinerlei Rolle, wie für so viele Polinnen und Polen aus jüdischen Familien: geprägt von sozialistischer Ideologie, zählt das Klassenbewusstsein, nicht die Religion. Dies ändert sich im Zuge der studentischen Proteste im Jahr 1968. Nachdem die friedlichen Demonstrationen von Polizisten gewaltsam niedergeschlagen wird, lautete die offizielle Deutung der Ereignisse schon bald, dass die Demonstranten von zionistischen Studierenden angestachelt worden seien. Dies bildet den Beginn dessen, was heute als "Antisemitische Kampagne" bezeichnet wird: eine öffentliche Diskreditierung jüdischer Polinnen und Polen, die in großen Zahlen das Land verlassen – so auch die drei hier im Beitrag vorgestellten. Im Radiofeature berichten das Ehepaar Kowalski und Jan Gross, welche Auswirkungen die Ereignisse auf ihre religiöse Identität hatten. 

Spieldauer

13:28 Min.

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