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Sowjetische Kriegsgefangene: Die „Erinnerungsbrücke“ in Perm

Audios | Radiofeature | vom 04.06.2019

Andrea Rehmsmeier

Screenshot von deutschlandfunk.de
Screenshot von deutschlandfunk.de

Das Radiofeature Die Erinnerungsbrücke in Perm von Andrea Rehmsmeier widmet sich einer Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene. Die Ausstellung ist von der Initiative Erinnerungsbrücke konzipiert, die im Rahmen einer Partnerschaft zwischen dem Bundesland Niedersachsen und der Region Perm entstanden ist. Ziel der initiative ist es, die Lebensläufe sowjetischer Kriegsgefangener in Deutschland zu rekonstruieren. Die Ausstellung in Perm stellt beispielhaft die Leben von elf ehemaligen Gefangenen vor – von denen nur zwei die Gefangenschaft überlebt haben. Die Initiative will auch eine Auseinandersetzung mit der Thematik anstoßen: sowohl auf deutscher als auch auf russischer Seite, wo das Wissen über die Leben, das Sterben und das Vermächtnis der sowjetischen Gefangenen trotz ihrer großen Präsenz sehr rudimentär ist. Ebenfalls notwendig scheint eine Debatte darüber, was den überlebenden Kriegsgefangenen nach ihrer Rückkehr in die Sowjetunion Stalins widerfuhr. Unter Generalverdacht der Kollabotation oder Spionage waren die Rückkehrenden oft vehementen Repressionen ausgesetzt. Auch wenn dies in der Ausstellung selbst nur impliziert wird – so sind die Verhörprotokolle mit den Überlebenden im Wortlaut ausgestellt, der Bezug zu Stalin und dessen Terrorregime fehlt jedoch komplett – ist die Ausstellung bereits ins Visier russischer Nationalisten gerückt, welche die Initiative nun als “ausländische Agenten” definieren lassen möchte – ein Möglichkeit der russischen Gesetzgebung, unliebsame Nichtregierungsorganisationen einer Vielzahl an Repressionen auszusetzen.