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Detlef Lehnert © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Die Oktoberrevolution in der Wahrnehmung der deutschen Sozialdemokratie

vom 13.04.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Oktoberrevolution stellte für die deutsche Sozialdemokratie eine besondere Herausforderung dar. Mit den Bolschewiki hatte erstmals in der Geschichte eine Arbeiterpartei die Macht ergriffen. Dass es sich dabei - konträr zur Vorhersage von Karl Marx - um einen industriell unterentwickelten Staat handelte, stellte auch die theoretische Grundlage der Sozialdemokratie infrage. Das gewaltsame Vorgehen der neuen Machthaber führte zu weiteren Verwerfungen zwischen dem radikalen und reformistischen Flügel der Sozialdemokratie. Mit der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands kam es schließlich zum Bruch der deutschen Arbeiterbewegung. Vortrag "Die Oktoberrevolution in der Wahrnehmung der deutschen Sozialdemokratie" von Prof. Dr. Detlef Lehnert (Freie Universität Berlin). Begrüßung und Moderation: Dr. Ulrich Mählert (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur).

Nikolas Dörr © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Kommunismusgeschichte als Herausforderung für die deutsche und europäische Erinnerungskultur - Teil 1

vom 18.03.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

2017 war es 100 Jahre her sein, dass in der sogenannten Oktoberrevolution in Russland erstmals eine kommunistische Bewegung die staatliche Macht übernahm. Gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Museum lud die Bundesstiftung Aufarbeitung Vertreter von Museen, Aufarbeitungsinstitutionen, Wissenschaft und Medien zu einem Workshop ein, um Projekte zum Jahrestag vorzustellen und anzuregen. Hören Sie zuerst die Begrüßung durch Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung und Dr. Arnulf Scriba, Leiter Sonderausstellungen und Projekte des Deutschen Historischen Museums sowie die Einführung in die Thematik durch Dr. Nikolas Dörr, Bundesstiftung Aufarbeitung. Im Anschluss stellten das Deutsches Historisches Museum, vertreten durch Dr. Arnulf Scriba und Dr. Kristiane Janeke, sowie das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, vertreten durch Dr. Johanna Sänger Projekte zur Geschichte des Kommunismus vor. Es folgten Präsentationen vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, vertreten durch Dr. Jan C. Behrends und Prof. Dr. Thomas Lindenberger sowie von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, vertreten durch Dr. Gabriele Freitag.

Podiumsdiskussion zur Buchpräsentation "Das Ende des Imperiums. Was aus den Staaten der Sowjetunion wurde" © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Das Ende des Imperiums. Was aus den Staaten der Sowjetunion wurde.

vom 11.02.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Vor einem Vierteljahrhundert zerfiel das sowjetische Imperium. Als sich die Sowjetunion 1991 auflöste, erschienen ihre 15 Teilrepubliken, Russland eingeschlossen, als neue unabhängige Staaten auf der politischen Weltkarte. Was ist seitdem geschehen? Spätestens seit der Ukraine-Krise stehen Russland und andere postsowjetische Staaten wieder im Fokus weltpolitischer Aufmerksamkeit. Die Angst vor einem neuen Kalten Krieg greift um sich. Der Weg, den die einstigen Sowjetrepubliken seit 1991 zurücklegten, kann unterschiedlicher kaum sein: Während in den baltischen Staaten heute mit dem Euro bezahlt wird, gefährdet der Islamismus den Frieden im Kaukasus und in Mittelasien. Andererseits gibt es im postsowjetischen Raum nach wie vor Verbindendes. Familienbande und Freundschaften reichen von Kaliningrad nach Sachalin und vom Weißen Meer bis zum Pamir. Auch der "Homo Sovieticus" überlebte den Zerfall der Sowjetunion. Der Historiker Thomas Kunze und der Journalist Thomas Vogel zeichnen in ihrem Buch "Das Ende des Imperiums" die dramatischen Änderungen nach, die sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vollzogen haben. Die Autoren bereisten die 15 Staaten, die einst zur UdSSR gehörten. Sie trafen sich mit damaligen und heutigen Präsidenten, Patriarchen, Ministern, Abgeordneten, Vertretern der neuen Oligarchie und einfachen Bürgern. Jens Paulus moderierte eine Podiumsdiskussion mit den Autoren Thomas Kunze und Thomas Vogel.

Die Gedenkstätte Seelower höhen erinnert an die letzte große Schlacht vor dem Sturm der Roten Armee auf Berlin. © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Dr. Jörg Morré: Siegesfeiern und Veteranenverbände in der UdSSR bzw. Russland

vom 12.06.2015 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Im Mai 2015 jährte sich zum 70. Mal das Ende des von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkriegs in Europa und damit die Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur. Die Bundesstiftung Aufarbeitung, das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst, die Gedenkstätte Seelower Höhen, das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam nahmen den Jahrestag zum Anlass und luden am 11. und 12. Juni ein zu einer Tagung mit dem Titel "Der Krieg ist vorbei. Heimkehr. Trauma. Weiterleben", die sich mit der Heimkehr der Soldaten und den daraus entstehenden Folgen für die jeweiligen Gesellschaften beschäftigt. Dr. Jörg Morré vom Deutsch-Russischen Museum Berlin hielt einen Vortrag zum "Siegesfeiern und Veteranenverbände in der UdSSR bzw. Russland".

Jörg Baberowski © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Die Sowjetunion im Jahrhundert der Moderne

vom 05.11.2014 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Sowjetunion war ein Produkt der Moderne. Sie entstand aus dem Anspruch, Rückständigkeit zu überwinden und das Menschenglück zu verwirklichen. Aber ihre Herrscher produzierten Gewalt und verwalteten den Mangel. Als Importeur westlicher Fortschrittsmodelle verwandelte sich die Sowjetunion in einen Exporteur vormoderner Herrschaftstechniken. Nirgendwo war die Spannung zwischen modernen Ansprüchen und vormodernen Praktiken größer als in der Sowjetunion. Vortrag "Die Sowjetunion im Jahrhundert der Moderne" von Prof. Dr. Jörg Baberowski, Humboldt-Universität zu Berlin.

Claudia Weber © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Kommunistische Verbrechen erinnern

vom 25.11.2013 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Den neuesten Band der Buchreihe "Erinnerungsorte an die kommunistischen Diktaturen" hat die Bundesstiftung Aufarbeitung dem Gedenken an die Opfer von Katyń gewidmet. Katyń steht nicht nur für den Mord an etwa 22.000 polnischen Offizieren und Intellektuellen durch die Sowjetunion 1940, sondern verdeutlicht auch, wie die Erinnerung an kommunistische Verbrechen politisch missbraucht wurde. Die ausgewiesenen Experten Claudia Weber und Heinrich Olschowsky diskutierten gemeinsam mit Bernd Faulenbach über die "schwierige Erinnerung" an die Verbrechen der beiden diktatorischen Systeme: Wie stellen wir uns in Deutschland und Polen unserer totalitären Vergangenheit? Welche Abgrenzungen zwischen Nationalsozialismus, Stalinismus und kommunistischer Diktatur sind dabei zu ziehen? Moderation: Dr. Helga Hirsch.

Gerhard Wettig © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Der Tjulpanov-Bericht. Wie die Sowjets in Ostdeutschland die Diktatur errichteten

vom 04.07.2012 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Oberst Tjulpanov stand seit 1945 der sowjetischen Besatzungsbehörde vor, welche die Parteien und gesellschaftlichen Organisationen, die Propaganda- und Publikationsorgane sowie den Kulturbetrieb in der Sowjetzone aufbaute und anleitete. In kurzen Abständen verfasste er schriftliche Berichte an seine Vorgesetzten in Berlin-Karlshorst, die diese meist nach Moskau weiterleiteten. Viele seiner Berichte gelangten zu Stalin, dem die deutschen Angelegenheiten äußerst wichtig waren. 1948 überprüfte eine hochrangige Untersuchungskommission des ZK der KPdSU die Tätigkeit Tjulpanovs und fasste seine zwischen 1945 und 1948 erstellten Stellungnahmen in einem Gesamtbericht zusammen. Dr. Gerhard Wettig hat diesen geheimen Bericht in einem Moskauer Archiv gefunden und mit Förderung der Bundesstiftung Aufarbeitung gemeinsam mit Dr. Wladislaw Hedeler ins Deutsche übersetzt, eingeleitet und kommentiert. Buchvorstellung und Diskussion mit Dr. Jörg Morré (Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst) und Dr. Gerhard Wettig (Historiker und Osteuropaexperte).

Podiumsdiskussion zur Veranstaltung: Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Rumänien © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Rumänien

vom 07.12.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Dezember-Revolution in Rumänien 1989 führte zum Sturz und zur Hinrichtung Nicolae Ceausescus und damit zum Ende der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Wie geht man in Rumänien heute mit diesem Erbe um? Im Rahmen der Veranstaltung stellten Vertreter aus Wissenschaft und Gesellschaft Rumäniens ihre Arbeit vor: ICCMER ist die staatliche Aufarbeitungsorganisation Rumäniens. Das IIPM wurde 2007 von Milo Rau gegründet und erlangte 2009/10 mit dem Theater-/Filmprojekt »Die letzten Tage der Ceausescus« internationale Bekanntheit.

Piotr Madajczyk im Gespräch © Bundesstiftung Aufarbeitung

Veranstaltungsmitschnitt

Stalinistischer Terror in der Volksrepublik Polen. Vortrag von Piotr Madajczyk

vom 26.10.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Der polnische Historiker Piotr Madajczyk (Warschau) sprach in seinem Vortrag über den stalinistischen Terror in der Volksrepublik Polen. Spätestens mit der Vereinigung von Kommunisten und Sozialisten im Dezember 1948 waren die letzten Hindernisse auf dem Weg zur Diktatur beseitigt. Unter ihrem Generalsekretär Bolesław Bierut, der selbst Gegenstand eines pompösen Personenkultes wurde, überzogen die Kommunisten das Land mit Terror und Gewalt.

Dr. Gero Neugebauer im Gespräch © Bundesstiftung Aufarbeitung

Veranstaltungsmitschnitt

Von der SED zur PDS und Linkspartei

vom 09.03.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Seltener sind es Wissenschaftler, jedoch häufiger Politiker und Vertreter von Medien, die die Kontinuitätsthese propagieren, d. h. eine in wesentlichen Bereichen bestehende Kontinuität von der SED bis hin zur LINKEN, die 2007 aus WASG und PDS gebildet worden ist. Im Vortrag von Dr. Gero Neugebauer, FU Berlin, wurden unter einer primär parteisoziologischen Fragestellung Aspekte aufgezeigt, die für Kontinuität als auch für Diskontinuität sprechen. Darstellung und Analyse wurden dxabei in den Kontext der Rahmenbedingungen, in der sich die Entwicklung der Partei von einer ostdeutschen Regionalpartei in eine gesamtdeutsche Partei vollzogen hat, eingebunden. Vortrag von Dr. Gero Neugebauer. Veranstaltung des Insituts für Zeitgeschichte München-Berlin, ZZF Potsdam und der Bundesstiftung Aufarbeitung 2010/2011.

Jörg Baberowski © Bundesstiftung Aufarbeitung

Veranstaltungsmitschnitt

»Verwandte Feinde: Stalinismus und Nationalsozialismus im Vergleich.«

vom 27.04.2009 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Aus Anlass des Erscheinens des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 2009 hatte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am Montag, dem 27. April zu einem Vortragsabend eingeladen. Trotz frühsommerlichen Wetters fanden über 140 interessierte Bürgerinnen und Bürger ihren Weg in die Kronenstraße 5, den Sitz der Bundesstiftung in der Berliner Mitte, wo sie im Namen der Herausgeber und der Beiräte des Jahrbuchs von Dr. Ulrich Mählert begrüßt wurden. Der Historiker und Journalist Sven-Felix Kellerhoff gab einen konzisen Einblick in die vielfältigen Beiträge des aktuellen Jahrbuches, um alsbald dem Hauptredner des Abends, Prof. Dr. Jörg Baberowski das Wort zu erteilen. In einem fulminanten, rund 40minütigen Vortrag, widmete sich Baberowski den "verwandten Feinden", Stalinismus und Nationalsozialismus in vergleichender Perspektive. Das anschließende, lebhafte Gespräch mit dem Publikum wurde von Sven-Felix Kellerhoff moderiert.

Podiumsdiskussion: »Peking 2008: Fröhliche Spiele ohne Menschenrechte?« © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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»Peking 2008: Fröhliche Spiele ohne Menschenrechte«

vom 22.05.2008 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Nach der Vergabe der olympischen Sommerspiele an Peking erklärte das IOC, es werde die Menschenrechtslage in China beobachten und die Beachtung fundamentaler Rechte fordern. Aber die Kritik an Menschenrechtsverstößen in China hält weiter an. Weder sind die Verantwortlichen für das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 zur Verantwortung gezogen worden, noch lässt China sich ernsthaft zur Einhaltung der Bürger- und Menschenrechte bewegen. Mit der Veranstaltung sollte der Frage nachgegangen werden, inwieweit die Olympischen Spiele tatsächlich ein Beitrag für Demokratie und Menschenrechte in China sein können, oder ob eine internationale Aufwertung der chinesischen Führung ohne echte demokratische Zugeständnisse zu befürchten ist. Podiumsgespräch mit: Prof. Ines Geipel, Dr. Harald Maass, Prof. Walther Tröger, Lea Zhou. Moderation: Friedhard Teuffel.

Catherine Gousseff © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Die Oktoberrevolution auf der Flucht. Migration in Russland bzw. der Sowjetunion seit 1917

vom 06.04.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Oktoberrevolution führte 1917 nicht nur zu einer staatlichem Umgestaltung Russlands nach kommunistischen Grundsätzen, die 1922 in die Gründung der Sowjetunion mündete, sondern war auch Ursache für Flucht und Migrationsbewegungen. Im Zuge der Revolution und des anschließenden Russischen Bürgerkriegs kam es zur Auswanderung von Personen, die in den neuen Machthabern eine Gefahr sahen und/oder denen die ökonomische Grundlage gewaltsam entzogen wurde. Insbesondere sozialdemokratische, liberale und konservative Intellektuelle sowie Anhänger des Zaren flohen vor der Bedrohung durch die Bolschewiki. Ein Zentrum des Exils wurde dabei Berlin. Der Vortrag stellte diese erste Emigrationswelle des postrevolutionären Russlands dar und zeigt ihre Folgen für die kommenden Jahrzehnte auf. Der Vortrag von Prof. Dr. Catherine Gousseff (Centre Marc Bloch) wurde auf Französisch gehalten. Moderation: Dr. Jan C. Behrends (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Thomas Lindenberger © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Abgeschlossene Sammelgebiete; Die DDR, der Kommunismus und die historische Forschung

vom 15.03.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Geschichte des Kommunismus und der DDR waren die Themen seines Lebens: Der 1928 geborene Mannheimer Historiker Hermann Weber brach als junger Mensch mit der kommunistischen Bewegung und wurde zu einem ihrer scharfsichtigsten Analytiker. Die Aufarbeitung der SED-Diktatur und des stalinistischen Terrors bewegten ihn bis zu seinem Tod am 29. Dezember 2014. Die Bundesstiftung Aufarbeitung und das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung haben Thomas Lindenberger, Leiter der Abteilung "Kommunismus und Gesellschaft" am ZZF Potsdam, dazu eingeladen, am 15. März 2016 über den Stand und die Perspektiven der historischen Forschung zum Kommunismus sowie über die Frage zu sprechen, wie die DDR in diese Geschichte einzuordnen ist. Die Veranstaltung fand in memoriam Hermann Weber und aus Anlass des Erscheinens der Ausgabe 2016 des von ihm begründeten Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung statt. Das Gespräch wurde von Ulrich Mählert, Bundesstiftung Aufarbeitung, moderiert.

Tanja Penter und Robert Kindler © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Die Oktoberrevolution in der Peripherie: Das Beispiel der Ukraine

vom 10.02.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Jahrzehntelang stand die Oktoberrevolution für den Umsturz in den Metropolen Petrograd (St. Petersburg) und Moskau. Doch welche Rolle spielte die Revolution an der Peripherie des Russischen Reiches? Abseits der Zentren entwickelte sie eine eigene Dynamik mit lokalen Eliten, heterogenen Identitäten und Zielstellungen. Anhand des Beispiels der Ukraine wurde in dem Vortrag diese spezielle Situation der Peripherie während der Russischen Revolution von 1917 dargestellt und analysiert. Vortrag "Die Oktoberrevolution in der Peripherie: Das Beispiel Ukraine" von Prof. Dr. Tanja Penter (Ruprecht-Karls Universität Heidelberg).

Podiumsdiskussion zur Buchpräsentation "Dreizack und Roter Stern" © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Dreizack und Roter Stern. Geschichtspolitik und historisches Gedächtnis in der Ukraine

vom 21.05.2015 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Christiane Schubert und Wolfgang Templin stellen in ihrem Buch "Dreizack und Roter Stern. Geschichtspolitik und historisches Gedächtnis in der Ukraine" eine eigene Sicht auf die Ukraine als Nachbarstaat Russlands vor. Der russische Herrschaftsanspruch gegenüber der Ukraine wird mit historischen Argumenten untermauert. Mit der Annexion der Krim und der Unterstützung prorussischer Separatisten und dem unerklärten Krieg im Donbass spricht Russland der Ukraine jede wirkliche Selbstständigkeit ab. Die Studie folgt dem Weg der Ukraine, die lange Zeit ohne eigenen Staat blieb. Mit dem Zerfall der Sowjetunion und der unabhängigen Ukraine erreichten Nationalbewegung und damit verbundene Identitätskonflikte eine neue Stufe. Die Orangene Revolution 2004 und die Demonstrationen auf dem Majdan 2014 verdeutlichen das Ringen um eine moderne Staatsbürgernation auf dem Weg nach Europa.

Grußwort des litauischen Botschafters Deividas Matulionis © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Litauen 75 Jahre nach dem Hitler-Stalin-Pakt.

vom 23.10.2014 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

2014 jährte sich der Hitler-Stalin-Pakt zum 75. Mal. Mit ihm wurde Osteuropa zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der kommunistischen Sowjetunion aufgeteilt. Nicht zuletzt für die baltischen Staaten folgten Jahrzehnte nationaler Unfreiheit und Diktatur. Am 23. August 1989, dem 50. Jahrestag des Paktes, bildeten hunderttausende Menschen eine etwa 600 km lange Menschenkette von Vilnius über Riga nach Tallinn. Sie setzten damit ein eindrucksvolles Zeichen für Freiheit und Unabhängigkeit. Wie erinnern wir uns heute in Litauen und Deutschland an die beiden totalitären Diktaturen? Bewerten wir deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten ähnlich? Und wie werden Verstrickung und Kollaboration thematisiert? In der Podiumsdiskussion wurde nicht zuletzt die Rolle von Opposition und Widerstand in unserem nationalen Gedächtnis thematisiert.

Zeitzeugengespräch mit Horst Hennig und Konrad Rayß © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Vergessene Opfer: Kinder des Gulag

vom 24.09.2013 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Zehntausende Mädchen und Jungen kamen unter widrigsten Bedingungen im sowjetischen Gulag zur Welt. Im Rahmen einer groß angelegten Studie hat der Berliner Historiker Meinhard Stark mehr als 100 Gulag-Kinder sowie einige ihrer Mütter und Väter nach ihren biografischen Erfahrungen befragt. Bei der Veranstaltung "Vergessene Opfer: Kinder des Gulag" wurde die Studie am 24. September 2013 gemeinsam vom Berliner Metropol-Verlag und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vorgestellt. Beim Gespräch berichteten die Zeitzeugen Horst Hennig und Konrad Rayß von ihren persönlichen Erlebnissen im sowjetischen Gulag. Moderation: Dr. Jens Hüttmann (Bundesstiftung Aufarbeitung)

Andreas Petersen © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Deine Schnauze wird dir in Sibirien zufrieren

vom 19.06.2012 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Wie liest sich große Geschichte im Leben eines Einzelnen? Was erinnert ein Arbeiter aus Lichtenberg vom vergangenen Jahrhundert? Als Zeitzeuge, Idealist und politischer Akteur schildert Erwin Jöris (1912-2013) sein Jahrhundert zwischen Weltrevolution, Illegalität, Krieg, Utopie und Enttäuschung. Ein Leben immer mitten in den politischen Brennpunkten: in den Straßenschlachten der untergehenden Weimarer Republik, im Widerstand gegen Hitler, als Konzentrationslager-Häftling, in der sowjetischen Aufbau-Euphorie und dem Großem Terror Stalins, ausgeliefert von der Lubjanka an die Gestapo, als Wehrmachtssoldat vor Moskau und in russischer Kriegsgefangenschaft, im Ruinen-Berlin mit früher DDR-Hoffnung und einem NKWD-Urteil: 25 Jahre Gulag im ewigen Eis. Der Schweizer Historiker Dr. Andreas Petersen hat das Leben des hundertjährigen Erwin Jöris in die Zeit eingebettet, die Interviews in den Archiven von Berlin, Moskau bis Swerdlowsk nachrecherchiert, Weggefährten befragt und diesen Lebensstoff mit der neueren Forschungsliteratur gegengelesen. Zur Buchvorstellung las A. Petersen aus dem Buch und unterhielt sich mit Ernest Wichner (Leiter des Literaturhauses Berlin) über das Buch und das Leben Erwin Jöris'.

Podiumsdiskussion: Stalinismus im Baltikum © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Stalinismus im Baltikum. Russische und estnische Perspektiven. Vortrag und Diskussion mit David Feest und Elena Zubkova

vom 30.11.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

David Feest (Göttingen) und Elena Zubkova (Moskau) diskutierten im Rahmen der Veranstaltung über den Stalinismus im Baltikum. Die singuläre Erfahrung der zweifachen stalinistischen Herrschaftsimplementierung in den baltischen Staaten spielte dabei ebenso eine Rolle, wie die umkämpfte Erinnerung an diese Zeit

Veranstaltungsmitschnitt

Das Recht auf Selbstbestimmung als Befreiung und Repression: Von Kant zu Marx zu Stalin. Vortrag von Eric Weitz

vom 12.06.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Wie kam es, dass die Verheißungen des Kommunismus in Zumutungen und Terror umschlugen, als sie in die Realität umgesetzt wurden? Der amerikanische Historiker Eric Weitz (Universität Minnesota), der mit seiner Arbeit über das 20. Jahrhundert als Jahrhundert des Genozids auch über akademische Kreise hinaus bekannt geworden ist, ging dieser Frage in seinem Vortrag nach.

Dr. Jens Gieseke im Gespräch © Bundesstiftung Aufarbeitung

Veranstaltungsmitschnitt

»Die SED und Moskau«

vom 01.12.2010 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Nur eine Kraft in der DDR war mächtiger als die SED - die Sowjetunion und ihre KP. Die sowjetischen »Freunde« hatten alle maßgeblichen Strukturen des ostdeutschen Staates geprägt, und sie behielten sich bis zuletzt die Entscheidung über sein Schicksal vor. Noch heute ranken sich Legenden und Gerüchte um die geheimen Verbindungen von SED-Funktionären in die Machtzentralen des Sowjetstaates. Und immer wieder richtet sich bei der Analyse von Krisen und Wendepunkten der DDR-Geschichte der Blick auf Moskau. Der Vortrag von Dr. Jens Gieseke fragte nach den politischen Entscheidungsmechanismen, nach der Machthierarchie im Herrschaftsalltag und nach den unterschwelligen kulturellen Differenzen zwischen dem »teutonischen« und dem »slawischen« Kommunismus - vom »besten Freund des deutschen Volkes« Stalin bis zum »Verräter« Gorbatschow.

Podiumsdiskussion © Bundesstiftung Aufarbeitung

Veranstaltungsmitschnitt

Traditionen widerständigen Verhaltens gegen die kommunistische Diktatur in der Frühzeit von SBZ und DDR

vom 16.03.2009 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Friedliche Revolution ist unbestritten das herausragende Ereignis der deutschen Freiheitsbewegungen. Aber sie ist auch der Schlusspunkt einer Vielzahl von Widerstandsaktionen, die die Errichtung der kommunistischen Diktatur in SBZ und DDR Zeit ihres Bestehens begleiteten. Viele der Akteure aus den 1940er- und 1950er-Jahren, die ihr Eintreten für demokratische Rechte mit langen Haftstrafen bezahlten, sind im Laufe der Jahrzehnte in den Hintergrund getreten. Mit dieser Veranstaltung, auf der Protagonisten des frühen Widerstands über ihre Erfahrungen und Motivationen berichteten, wurden die Traditionen widerständigen Verhaltens in SBZ und DDR fokussiert. Podiumsgespräch mit: Achim Beyer, Roland Bude, Dr. h.c. Karl Wilhelm Fricke und Erich Loest. Moderation: Jaqueline Boysen

Erich Loest im Gespräch © Bundesstiftung Aufarbeitung

Veranstaltungsmitschnitt

Kaltgestellt - Intellektuelle in den Knast

vom 14.06.2007 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Als 1956 in der Sowjetunion unter Chruschtschow eine Entstalinisierung eingeleitet wird, sehen auch junge Intellektuelle in der DDR die historische Chance, mit dem bisherigen Sozialismus sowjetischer Prägung zu brechen. Aber mit der Niederschlagung der ungarischen Revolution im November 1956 hat sich das kurze »Tauwetter« in der DDR verzogen. Wenige Jahre nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 antwortet Ulbricht seinen Kritikern mit Schauprozessen. Von den Parteidogmen abweichende Meinungen werden zu Staatsverbrechen erklärt. Gustav Just geriet als stellvertretender Chefredakteur der kulturpolitischen Zeitung »Sonntag« 1957 in den Strudel der so genannten »Harich-Janka-Verschwörung« und wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Auch Erich Loest hoffte auf eine Entstalinisierung in der DDR und einen menschlichen Sozialismus. Dafür sollte er teuer bezahlen: Sieben Jahre Zuchthaushaft in Bautzen. In seinem Buch »Prozesskosten« beschreibt Loest nicht nur eindrucksvoll und fesselnd die Ereignisse, die zu seiner Verhaftung führten. Er stellt seine persönliche Geschichte auch in den historischen Kontext und schreibt mit fünfzig Jahren Abstand von der Zurichtung der DDR durch die Aburteilung einiger ihrer besten Köpfe.

Anna Bohn und Thomas Lindenberger © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Die Oktoberrevolution und ihre Bilder in den Köpfen

vom 23.03.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe "Talking about a Revolution! Die Oktoberrevolution: Geschichte - Instrumentalisierung - Rezeption" Die Geschichte der Oktoberrevolution ist auch eine Geschichte ihrer Bilder. Stärker als die wenigen Originalaufnahmen wurde und wird die Erinnerung an sie durch nachträgliche Darstellungen geprägt. Als propagiertem Idealtypus der sozialistischen Revolution kam der Inszenierung eine zentrale Rolle zu. Der in Wahrheit eher unspektakuläre Staatsstreich wurde von den Machthabern ex post zum heldenhaften Massenaufstand umgedeutet. Neben der Überhöhung des Putsches zur "Großen Sozialistischen Oktoberrevolution" sind ihre Bilder häufig durch Manipulationen gekennzeichnet. Neben Fotografien spielte vor allem die cineastische Darstellung der Revolution, u.a. Sergej Eisensteins "Oktober" aus dem Jahre 1928, eine zentrale Rolle in der Propaganda. Vortrag "Die Oktoberrevolution und ihre Bilder in den Köpfen" von Dr. Anna Bohn (Cinemathek Zentral- und Landesbibliothek Berlin) und Prof. Dr. Thomas Lindenberger (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam). Begrüßung und Moderation: Barbara Wurm (Humboldt-Universität zu Berlin).

Helke Rausch © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Die Oktoberrevolution und ihre Rezeption in den Vereinigten Staaten: Revolutionspanik und First Red Scare

vom 10.03.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Oktoberrevolution löste in den Vereinigten Staaten eine bis dato kaum gekannte Angst vor kommunistischer Unterwanderung im Innern und einer Ausbreitung des Kommunismus im Äußeren aus. Eine Folge hiervon war der US-amerikanische Kriegseintritt auf der Seite der "Weißen" gegen die bolschewistische Regierung Russlands. Soziale Unruhen, wilde Streiks und schließlich die Gründung der Communist Party USA schienen die Befürchtungen der Kritiker zu bestätigen und führten zu massiven Gegenmaßnahmen der US-Regierung. Der Vortrag zeichnete diese bis in eine Hysterie gesteigerte Angst nach, aber verdeutlichte auch die Hoffnungen auf Seiten US-amerikanischer Arbeiter. Vortrag "Die Oktoberrevolution und ihre Rezeption in den Vereinigten Staaten: Revolutionspanik und First Red Scare" von Dr. Helke Rausch (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg). Begrüßung und Moderation: Dr. Nikolas Dörr (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur).

Jörg Baberowski © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Die Oktoberrevolution - ihre Vorgeschichte und Verlauf

vom 26.01.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Das heutige Bild der Russischen Revolution 1917 ist geprägt von Darstellungen, die im Nachhinein den eher unspektakulär verlaufenen Staatsstreich der Bolschewiki als "Große Sozialistische Oktoberrevolution" inszeniert haben. Der Eröffnungsvortrag der Reihe "Talking about a Revolution! Die Oktoberrevolution: Geschichte - Instrumentalisierung - Rezeption" zeichnete daher die komplexe Vorgeschichte vom ausgehenden Zarenreich, der Februarrevolution bis hin zu dem Umsturz am 7. November, der nach dem seinerzeit gültigen julianischen Kalender in Russland am 25. Oktober stattfand, nach und stellte den weiteren Verlauf der Revolution dar. Vortrag "Die Oktoberrevolution - ihre Vorgeschichte und Verlauf" von Prof. Dr. Jörg Baberowski (Humboldt-Universität zu Berlin).

Bernd Greiner © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Vom Kalten zum Heißen Krieg: Korea 1950 bis 1953 - Vietnam 1955 bis 1975 / Prof. Dr. Bernd Greiner

vom 26.02.2015 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Im Februar 2015 jährte sich die Konferenz von Jalta zum 70. Mal. Nach dem Kriegsende wurde die Welt abermals in zwei rivalisierende Lager geteilt und aus den Verbündeten der ehemaligen Anti-Hitler-Koalition wurden im kalten Krieg erbitterte Feinde. Zum Jahrestag der Konferenz von Jalta luden die Stiftung Berliner Mauer, der Berliner Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Bundeszentrale für Politische Bildung sowie das Zentrum Kalter Krieg e.V. am 26. und 27. Februar 2015 zur Konferenz "Krieg der Welten - Wissenschaftliche Tagung zur Geschichte des Kalten Krieges" in die Vertretung des Freistaates Thüringen beim Bund ein. Das erste Panel der Konferenz wurde durch Martin Gutzeit, den Berliner Landesbeauftragten für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit eingeleitet. Es folgten Kurzvorträge zum Themenkomplex "Vom Verbündeten zum Feind: Das Verhältnis USA/Sowjetunion in den Jahren 1946 bis 1948." In seinem Vortrag "Vom Kalten zum Heißen Krieg: Korea 1950 bis 1953 - Vietnam 1955 bis 1975" ging der Historiker und Politologe Prof. Dr. Bernd Greiner umfassend auf die große Bedeutung dieser beiden Stellvertreterkriege für die zunehme Zuspitzung der Konflikte im Kalten Krieg ein.

Podiumsdiskussion: Recht als Waffe - Schauprozesse als Instrument der Herrschaftssicherung © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstaltungsmitschnitt

Recht als Waffe - Schauprozesse als Instrument der Herrschaftssicherung

vom 12.06.2014 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Seit 1920 inszenierte die Sowjetunion Gerichtsverhandlungen, deren Verlauf und Ergebnis bereits zuvor feststehen. Das Ziel dieser Verhandlungen war nicht Gerechtigkeit oder Rechtsprechung, sondern eine öffentliche Zurschaustellung der politischen Gegner und der eigenen Macht. Auch der Nationalsozialismus bediente sich solcher Schauprozesse als Herrschaftstechnik und Herrschaftsritual. Die DDR folgte wie andere dem kommunistischen Block zugehörige Staaten diesem Vorbild und demonstrierte in Theatern, großen Betriebskantinen oder öffentlichen Räumen, wie Recht als politisches Instrument missbraucht werden kann, um politisch missliebige Menschen öffentlich zu demütigen und abzuurteilen sowie andere Menschen zu entmutigen, in Opposition zum Regime zu treten. Das Podiumsgespräch geht der Frage nach, wie Recht als Waffe in den jeweiligen Systemen missbraucht wurde und welche Wirkung diese Abschreckung und gleichzeitige Propaganda für die Gesellschaften hatte. Es diskutierten die Historiker Prof. Dr. Klaus Marxen, Fabian Thunemann und Dr. Falco Werkentin. Moderation: Dr. Ulrich Mählert (Bundesstiftung Aufarbeitung).

David Satter und Jörg Baberowski © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Age of Delirium: The Decline and Fall of the Soviet Union

vom 10.07.2013 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Am 10. Juli 2013 hatten die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Lehrstuhl für die Geschichte Osteuropas der Humboldt-Universität Berlin zu einem Filmabend mit anschließendem Publikumsgespräch eingeladen. Gezeigt wurde David Satters Dokumentation "Age of Delirium: The Decline and Fall of the Soviet Union", die auf dem gleichnamigen Buch basiert, das Satter bereits 2001 veröffentlichte. Nach der Filmvorführung hatte das Publikum die Gelegenheit mit dem Filmemacher ins Gespräch zu kommen. Durch den Abend führte Prof. Dr. Jörg Baberowski von der HU Berlin. Hinweis: Mitschnitt ist in englischer Sprache.

Podiumsdiskussion: Frauen im Gulag © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Frauen im Gulag

vom 06.03.2012 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Mehrere Millionen Frauen und Mädchen waren jahrelang im sowjetischen Gulag eingesperrt. Die genaue Zahl der Opfer und Überlebenden ist jedoch ungewiss. Darunter waren zahlreiche Frauen aus Deutschland, denen entweder während ihrer Emigration in der Sowjetunion stalinistische Säuberungen zum Verhängnis wurden, oder die aus der sowjetischen Besatzungszone deportiert worden waren. Die Bundesstiftung Aufarbeitung gedachte mit dieser Veranstaltung anlässlich des »Tags der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden« dem Schicksal von Frauen, die Opfer politischer Verfolgung in der SBZ und DDR wurden. Am Podiumsgespräch nahmen teil: Dr. Meinhard Stark (Historiker), Irmgard Nitz (Zeitzeugin), Herta Lahne (Zeitzeugin)

Podiumsdiskussion: Die "Grundtorheit unserer Epoche"? © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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"Die Grundtorheit unserer Epoche?" Geschichte und Gegenwart des Antikommunismus

vom 29.11.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Der Schriftsteller Thomas Mann bezeichnete den Antikommunismus 1943 als die "Grundtorheit unserer Epoche". Dieses viel zitierte Diktum erklärt sich aus den Zeitumständen. Es blendet jedoch den totalitären, antiemanzipatorischen und antidemokratischen Charakter aus, für die die kommunistische Bewegung damals längst stand. Die Bandbreite der Ablehnung des Kommunismus reichte dabei stets von militantem, antidemokratischem Antikommunismus bis hin zur demokratisch motivierten, nicht selten auch linken Kommunismuskritik. Das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2011 leuchtet die historischen Pfade und Organisationsformen des Antikommunismus im 20. Jahrhundert aus. Das Podiumsgespräch knüpfte am Jahrbuch an und schlug den Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Es diskutierten: Jan Korte, Prof. Dr. Gesine Schwan, Dr. Krisztián Ungváry, Prof. Dr. Andreas Wirsching. Moderation: Harald Asel. Impulsvortrag Prof. Dr. Bernd Faulenbach.

Norman Naimark im Gespräch © Bundesstiftung Aufarbeitung

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»Norman Naimark: Stalin und der Genozid«

vom 25.05.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Norman Naimark, Professor an der Stanford-Universität sprach über sein Buch "Stalin und der Genozid" (Suhrkamp 2010). In seinem Vortrag rekapitulierte er die Geschichte des Genozid-Konzepts und erläuterte die Zusammenhänge zwischen den Massentötungen in der Sowjetunion der 1930er und der politischen Linie bzw. dem Vorgehen Stalins. Naimark begründete seine Überzeugung, dass die stalinistischen Verbrechen als Genozid anzusehen und im Vergleich mit denen Hitlers und der Nazis zu betrachten seien.

Podiumsdiskussion: Die Gezeichneten © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Die Gezeichneten. Gulag-Häftlinge nach der Entlassung

vom 04.05.2010 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Als sich nach Stalins Tod 1953 die Tore des sowjetischen Gulag-Systems öffneten, machte sich eine wahre Völkerschar ausgemergelter Überlebender auf den langen Rückweg in ihre Heimatländer. Die meisten Überlebenden mussten sich in den kommunistischen Diktaturen Ostmitteleuropas einrichten. Aus Deutschland in der Nachkriegszeit verschleppte Entlassene standen vor der Frage, ob sie in den Osten oder den Westen des geteilten Landes gehen sollten. Der Historiker Meinhard Stark hat mehr als einhundert ehemalige Lagerhäftlinge in Russland, Kasachstan, Polen, Litauen und Deutschland interviewt. Anhand ihrer Lebensschicksale zeigt Stark auf, wie das Leben dieser Menschen über Jahrzehnte von der Lagerhaft geprägt wurde. Im Osten waren sie von der Staatssicherheit akribisch registriert, überwacht und nicht selten erneut inhaftiert worden. Zeitzeugengespräch mit Karl Heinz Vogeley und Lothar Scholz.

Zeitzeugengespräch mit Hermann Weber © Bundesstiftung Aufarbeitung

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"Nur wer sich ändert, bleibt sich treu" - Zeitzeugengespräch mit Hermann Weber

vom 28.08.2008 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

"Nur wer sich ändert, bleibt sich treu" - Auf den ersten Blick könnte Wolf Biermanns Diktum für Hermann Weber kaum zutreffender sein: Weber, der Mannheimer Jungkommunist, der in den fünfziger Jahren gemeinsam mit seiner Frau Gerda mit der KPD bricht und als scharfsichtiger Analytiker der DDR und der KPD zum Nestor der historischen Kommunismusforschung in Deutschland wird. Anderseits hat Weber seine politischen Grundpositionen und Werte nie dem Zeitgeist geopfert. Wenn er mal als links und mal als rechts galt, war nicht er es, der schlingerte. Die Bundesstiftung Aufarbeitung nahm den 80. Geburtstag von Hermann Weber zum Anlass, zu einem außergewöhnlichen Gespräch einzuladen: Der Nestor der historischen Kommunismusforschung und Jubilar Hermann Weber sowie der Vertreter der historischen Biographieforschung, Alexander von Plato, sprachen über Lebenswege, die auf ihre Weise Etappen und Wandlungen der westdeutschen Nachkriegsgeschichte widerspiegeln.

Podiumsdiskussion: Aktenkundig © Bundesstiftung Aufarbeitung

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Aktenkundig? Über den Umgang mit dem Erbe der kommunistischen Diktaturen im Ostseeraum

vom 05.12.2006 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Vor 15 Jahren trat in Deutschland das Stasiunterlagengesetz in Kraft. Seit 1991 können betroffene Bürger, Wissenschaftler und Journalisten Anträge auf Akteneinsicht stellen. Welche Rolle hat die Öffnung der Akten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur gespielt? Gab es Erfolge, Versäumnisse, Fehler? Haben die Medien ausgewogen berichtet oder ging es einfach nur um spektakuläre Stasi-Enthüllungen? Wie geht man in unseren Nachbarländern im Ostseeraum mit dem Erbe der kommunistischen Diktatur um, in Polen beispielsweise, wo zunächst eine Politik des "dicken Strichs" unter die Vergangenheit die Aussöhnung befördern und Denunziationen vermeiden sollte? Was treibt dänische Wissenschaftler an, ein Institut zur Erforschung des Kalten Krieges gründen zu wollen? Podiumsdiskussion mit Dr. h. c. Joachim Gauck, Dr. Thomas Wegener Friis, Basil Kerski, Hermann Vinke. Moderation: Siv Stippekohl und Ulrich Mählert.

Podiumsdiskussion: Kommunismusgeschichte als Herausforderung für die deutsche und europäische Erinnerungskultur © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Kommunismusgeschichte als Herausforderung für die deutsche und europäische Erinnerungskultur - Teil 2

vom 18.03.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

2017 wird es 100 Jahre her sein, dass in der sogenannten Oktoberrevolution in Russland erstmals eine kommunistische Bewegung die staatliche Macht übernahm. Gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Museum lud die Bundesstiftung Aufarbeitung Vertreterinnen und Vertreter von Museen, Aufarbeitungsinstitutionen, Wissenschaft und Medien zu einem Workshop ein, um Projekte zum Jahrestag vorzustellen und anzuregen. Im zweiten Teil des Workshop folgten weitere Projektpräsentationen. Lena Ens von der Bundesstiftung Aufarbeitung stellte zunächst das Projekt "Erinnerungsorte an den Kommunismus" vor. Danach sprachen Dr. Jure Gasparic vom Slowenischen Institut für Zeitgeschichte sowie Nina Kraus und Klara Schwalbe von der International Students of History Association. Weitere Projekte wurden vorgestellt durch den Verein Gegen Vergessen-Für Demokratie, vertreten durch Ruth Wunnicke, die Volkshochschule München, vertreten durch Dr. Robert Mucha, sowie die Arbeitsgruppe Nordhessen-Südniedersachsen von Gegen Vergessen-Für Demokratie e.V., vertreten durch Ernst Klein Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten Bernd Buder vom Filmfestival Cottbus, Dr. Regina Bouchehri von Looksfilm TV sowie die Film- und Videoproduzenten Loretta Walz und Gerald Grote sowie Claus Oppermann ihre Projekte.

Das Podium der Ausstellungspräsentation © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Der Kalte Krieg. Ursachen - Geschichte - Folgen

vom 08.03.2016 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

"Der Kalte Krieg. Ursachen - Geschichte - Folgen" ist die Ausstellung überschrieben, die am Dienstag, 8. März 2016, um 19 Uhr in der Kronenstraße 5 in Berlin ihre Premiere hatte. Die Schau ist ein gemeinsames Projekt der Bundesstiftung Aufarbeitung und des Berliner Kollegs Kalter Krieg | Berlin Center for Cold War Studies, das vor einem Jahr die Arbeit aufgenommen hat. Insofern war am 8. März zugleich Gelegenheit für eine Zwischenbilanz sowie einen Ausblick des Kollegs, das vom Hamburger Institut für Sozialforschung, dem Institut für Zeitgeschichte München - Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Bundesstiftung Aufarbeitung getragen wird. Das Kolleg will nicht nur die Forschung zum Kalten Krieg voranbringen. Es versteht sich zugleich als Mittler des Themas in die Öffentlichkeit. Dazu wird neben der Ausstellung auch ein neues Internetportal dienen, das ebenfalls am 8. März startete. Es stellt Institutionen vor, die weltweit zum Kalten Krieg forschen, Archivalien oder Bücher vorhalten oder an historischen Orten und in Museen informieren. Die neue Ausstellung umfasst 22 Tafeln, die den Kalten Krieg und seine Folgen vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart in globaler Perspektive ausleuchten. Autor der Texte ist der Historiker Prof. Dr. Bernd Greiner. Am Abend des 8. März kommentierte der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin Eberhard Diepgen die Ausstellung und diskutierte sie mit den Machern. Moderiert wurde der Abend von Ulrich Mählert.

Meinhard Stark © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Die Stimme des Gulag: Neuer Archivbestand der Bundesstiftung Aufarbeitung

vom 28.10.2015 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Seit Ende 1989 hat der Historiker Dr. Meinhard Stark mehr als 250 ehemalige Lagerhäftlinge bzw. ihre Kinder in Russland, Polen, Kasachstan, Litauen und Deutschland interviewt sowie vielfältige Dokumente und Überlieferungen zu ihren Lebenswegen zusammengetragen. Sie berichten vom Leben und Überleben im Gulag, aber auch davon, wie die Gulag-Haft das Leben der Familien geprägt hat. Auf dieser Grundlage sind mehrere Monographien über den Gulag erschienen. Im Rahmen eines von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projektes der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn sind die über 1.200 Stunden umfassenden Gespräche ebenso wie die schriftlichen Unterlagen im Umfang von mehr als 46.000 Blatt digitalisiert und in einer Datenbank erfasst worden. Aus Anlass der Übergabe dieses einmaligen Quellenfundus an die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wird dieser Bestand vorgestellt.

Podiumsdiskussion: Vom Verbündeten zum Feind: Das Verhältnis USA/Sowjetunion in den Jahren 1946 bis 1948 © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Vom Verbündeten zum Feind: Das Verhältnis USA/Sowjetunion in den Jahren 1946 bis 1948

vom 26.02.2015 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Im Februar 2015 jährte sich die Konferenz von Jalta zum 70. Mal. Nach dem Kriegsende wurde die Welt abermals in zwei rivalisierende Lager geteilt und aus den Verbündeten der ehemaligen Anti-Hitler-Koalition wurden im kalten Krieg erbitterte Feinde. Zum Jahrestag der Konferenz von Jalta luden die Stiftung Berliner Mauer, der Berliner Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Bundeszentrale für Politische Bildung sowie das Zentrum Kalter Krieg e.V. am 26. und 27. Februar 2015 zur Konferenz "Krieg der Welten - Wissenschaftliche Tagung zur Geschichte des Kalten Krieges" in die Vertretung des Freistaates Thüringen beim Bund ein. Das erste Panel der Konferenz wurde durch Martin Gutzeit, den Berliner Landesbeauftragten für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit eingeleitet. Es folgten Kurzvorträge zum Themenkomplex "Vom Verbündeten zum Feind: Das Verhältnis USA/Sowjetunion in den Jahren 1946 bis 1948." Bei der von Oberst Prof. Dr. Winfried Heinemann moderierten Podiumsdiskussion zum Thema "Vom Verbündeten zum Feind: Das Verhältnis USA/Sowjetunion in den Jahren 1946 bis 1948" diskutierten Prof. Dr. Bernd Greiner, Dr. Christian Ostermann, Prof. Dr. Vladimir Pechatnov sowie Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz.

Podiumsdiskussion: "Fürchtet euch nicht". Glaube im Sozialismus © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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"Fürchtet euch nicht. Glaube im Sozialismus"

vom 03.06.2014 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Religion und kommunistische Staatsideologie befanden sich in der DDR in einem fundamentalen Gegensatz. Die SED sah in den Glaubensgemeinschaften weltanschauliche Konkurrenten. Ihr Ziel war es deshalb, religiösen Glauben so weit wie möglich aus dem Alltag der Menschen zu verdrängen. Dabei schreckte die Staatspartei auch vor repressiven Maßnahmen nicht zurück. Doch die Kirchen blieben Frei- und Schutzräume in der Diktatur. Viele oppositionelle Aktivitäten im Revolutionsherbst 1989 fanden hier ihren Ausgangspunkt. Unter dem Titel "Fürchtet euch nicht. Glaube im Sozialismus" diskutierten am 3. Juni 2014 in der Bundesstiftung Aufarbeitung: Der Bischof des Bistums Magdeburg, Dr. Gerhard Feige; der Theologe Professor Klaus Fitschen, die Kantorin Jalda Rebling, der frühere Pastor Jörg Swoboda sowie die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Dr. Ellen Ueberschär. Das Gespräch moderierte Dr. Jacqueline Boysen von der Evangelischen Akademie zu Berlin.

Der Autor, Alexander Vatlin, im Gespräch mit Ulrich Mählert © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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"Was für ein Teufelspack": Die Deutsche Operation des NKWD in Moskau und im Moskauer Gebiet 1936 bis 1941

vom 19.03.2013 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Auf der Grundlage von über 700 im Staatsarchiv der Russischen Föderation aufbewahrten Strafakten stellt der Historiker Alexander Vatlin Verlauf und Auswirkung der "Deutschen Operation" des NKWD in Moskau und dem Moskauer Gebiet dar. Mit ihr begann 1937 der "Große Terror", der nach dem Überfall der Wehrmacht auf die UdSSR eine Neuauflage erlebte. Alexander Vatlin hat die Geheimdienstaktion zur Bekämpfung der "hinterlistigen Machenschaften der ausländischen Spione" akribisch recherchiert und dabei zahlreiche Einzelschicksale von Politemigranten und Facharbeitern sowie ihren Familienangehörigen dokumentiert. Vortrag von Prof. Dr. Alexander Vatlin und anschließendes Gespräch mit Dr. Ulrich Mählert von der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Podiumsdiskussion: Die Intellektuellen und der Terror © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Die Intellektuellen und der Terror. Diskussion mit Dietrich Beyrau und Gerd Koenen

vom 11.01.2012 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Historiker Dietrich Beyrau und Gerd Koenen diskutierten über die ambivalente Position von Intellektuellen in Diktaturen sowjetischen Typs. Viele linke Intellektuelle fühlten sich von den radikalen Maßnahmen der Kommunisten gleichermaßen angezogen wie abgestoßen. Einerseits begrüßten sie die gesellschaftspolitischen Auswirkungen des Terrors, andererseits erkannten sie auch, welche Gefahren damit verbunden waren - nicht zuletzt für sie persönlich. Moderation: Prof. Jörg Baberowski

Krisztian Ungváry im Gespräch © Bundesstiftung Aufarbeitung

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Repressionen und »lustigste Baracke« - Der Funktionswandel des Terrors im ungarischen Parteistaat.

vom 23.11.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Das endgültige Ende des Stalinismus kam mit dem Volksaufstand in Ungarn im Herbst 1956. Der prominente ungarische Historiker Krisztian Ungváry zeichnete in seinem Vortrag die Entwicklungen nach, die zu diesem Ereignis führten. Dabei wurden unterschiedliche Funktionen und Logiken des Terrors diskutiert.

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75 Jahre Großer Terror - Von den Schauprozessen zu den Massenoperationen 1936-1938

vom 05.04.2011 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur Vortragsreihe »Stalinistischer Terror in der Sowjetunion und in Osteuropa: Neue Forschungen zu Tätern - Opfern - Folgen«, zu der der Lehrstuhl der Geschichte Osteuropas der HU Berlin und die Bundesstiftung Aufarbeitung eingeladen hatten. Für die Podiumsdiskussion "Von den Schauprozessen zu den Massenoperationen - Interpretationen des Großen Terrors in der Sowjetunion" konnten die Professoren Dr. Norman Naimark, Dr. Karl Schlögel und Jörg Baberowski gewonnen werden. Es moderierte Markus Wehner. Zugleich wurde das neue Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung vorgestellt.

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Unüberwindbar? Vom Umgang mit der Teilung in Korea

vom 19.10.2009 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatte gemeinsam mit der Botschaft der Republik Korea zu einer Veranstaltung eingeladen, in der mit einer Podiumsdiskussion der Blick über den europäischen Tellerrand gewagt und die Situation auf der koreanischen Halbinsel thematisiert wurde. Im Zentrum stand der aktuelle Umgang mit der koreanischen Teilungsgeschichte sowie die wechselseitigen Beziehungen von Süd-und Nordkorea: Wie nehmen sich beide Staaten wechselseitig wahr? Wie werden die Menschenrechtsverletzungen und die Situation im kommunistischen Norden in Südkorea thematisiert? Welche Rolle spielen die Flüchtlinge aus Nordkorea? Welche Bedeutung besitzt der Korea-Krieg heutzutage in der öffentlichen Wahrnehmung? Existieren Planungen zur Überwindung der Teilung und wenn ja, welche? Begrüßung: Hartmut Koschyk Impressionen aus Nordkorea von Dr. Bernhard Seliger Podiumsgespräch mit Hartmut Koschyk, Kim Young-Il, Dr. Bernhard Seliger und Dr. des. You Jae Lee. Moderation: Dr. Jens Hüttmann

Podiumsdiskussion: In Prag ist Pariser Kommune © Bundesstiftung Aufarbeitung

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»In Prag ist Pariser Kommune - Protestaktionen in der DDR gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings«

vom 09.07.2008 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Das Jahr 1968 steht in der europäischen Erinnerungskultur vor allem für die westeuropäische Studentenbewegung. Welche Bedeutung der Prager Frühling und dessen Niederschlagung für die Menschen in Ostmitteleuropa hatte, wird erst nach und nach deutlicher. Zwar wurde auch die 68er-Generation des Ostens von den Fernsehbildern, der Mode und der Musik des jugendkulturellen Aufbruchs im Westen geprägt. Hinzu kam jedoch der lange währende Schock, als im August 1968 sowjetische Truppen in der ČSSR alle Hoffnungen auf einen »Sozialismus mit menschlichem Antlitz« zunichte machten. Vor allem jüngere Menschen nahmen dies widerstandslos hin. Welche Zäsur das Jahr 1968 für DDR-Bürger darstellen konnte, berichteten vier Zeitzeugen, die damals auf unterschiedliche Weise ihren Protest zum Ausdruck gebracht hatten. Ein Einführungsvortrag resümierte die Bedeutung des Jahres 1968 für die DDR-Gesellschaft und vermittelte zudem einen Eindruck davon, wie vielfältig der Widerspruch in der DDR gegen die Intervention in der ČSSR war. Einführungsreferat: Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk Im Gespräch: Bernd Eisenfeld, Toni Krahl und Brigitte Martin. Moderation: Dr. Ulrich Mählert

Podiumsdiskussion © Bundesstiftung Aufarbeitung

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25 Jahre Solidarnosc

vom 27.07.2005 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Am 31. August 1980 setzten die polnischen Arbeiter nach langen Streiks die Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft durch. Die Bilder selbstbewusster Frauen und Männer, die unter der Führung Lech Walesas mit dem Kruzifix in der einen und der Solidarność-Fahne in der anderen Hand die Diktatur in Polen herausforderten, gingen um die Welt. Neidvoll und ermutigt blickte die kleine DDR-Opposition nach Polen, dessen Entwicklung die SED mit Unmut und Sorge beobachtete. In der Bundesrepublik fiel es insbesondere Teilen der Linken schwer, »Solidarität mit Solidarność« zu üben - vielen war die Bewegung schlicht zu katholisch. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Deutsche Historische Museum erinnerten mit der Veranstaltung »25 Jahre Solidarność« an die Gründung der »Solidarität«, die nicht nur Polen auf den Weg der Demokratie geführt, sondern auch das politische Antlitz Europas mit verändert hat. Podiumsgespräch »Solidarität mit Solidarność? Die Reaktionen auf die unabhängige polnische Gewerkschaftsbewegung in West- und Ostdeutschland.« mit Wolfgang Templin, Irmchen Hemmerlein, Dr. Martin Jander, Dr. Kazimierz Wóycicki. Moderation: Dr. Ulrich Mählert.