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Deine Schnauze wird dir in Sibirien zufrieren

Podcast-Kanal | Veranstaltungsmitschnitt | vom 19.06.2012

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Andreas Petersen © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Andreas Petersen © Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Wie liest sich große Geschichte im Leben eines Einzelnen? Was erinnert ein Arbeiter aus Lichtenberg vom vergangenen Jahrhundert? Als Zeitzeuge, Idealist und politischer Akteur schildert Erwin Jöris (1912-2013) sein Jahrhundert zwischen Weltrevolution, Illegalität, Krieg, Utopie und Enttäuschung. Ein Leben immer mitten in den politischen Brennpunkten: in den Straßenschlachten der untergehenden Weimarer Republik, im Widerstand gegen Hitler, als Konzentrationslager-Häftling, in der sowjetischen Aufbau-Euphorie und dem Großem Terror Stalins, ausgeliefert von der Lubjanka an die Gestapo, als Wehrmachtssoldat vor Moskau und in russischer Kriegsgefangenschaft, im Ruinen-Berlin mit früher DDR-Hoffnung und einem NKWD-Urteil: 25 Jahre Gulag im ewigen Eis. Der Schweizer Historiker Dr. Andreas Petersen hat das Leben des hundertjährigen Erwin Jöris in die Zeit eingebettet, die Interviews in den Archiven von Berlin, Moskau bis Swerdlowsk nachrecherchiert, Weggefährten befragt und diesen Lebensstoff mit der neueren Forschungsliteratur gegengelesen. Zur Buchvorstellung las A. Petersen aus dem Buch und unterhielt sich mit Ernest Wichner (Leiter des Literaturhauses Berlin) über das Buch und das Leben Erwin Jöris'.